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Microsoft-Manager: Apple Konkurrent, aber auch Partner

02.05.2018 | 11:17 Uhr | Thomas Hartmann

Microsofts Chief Marketing Officer Chris Capossela beschreibt in einem Interview das neue Geschäftsverhältnis zu Apple, aber auch anderen Wettbewerbern.

In einem Live-Interview mit Cheddar, wiedergegeben auf Twitter , erläutert der Marketing-Chef von Microsoft, Chris Capossela, dass und warum der Kampf gegen Apple vorbei ist und man im Gegenteil in vielen Bereichen Partnerschaften eingehe. Für Apple war es schon immer lebensnotwendig, dass Microsoft zum Beispiel seine Office-Produkte auch auf die Macs bringt – man erinnert sich an den legendären Auftritt des damaligen Microsoft-CEOs Bill Gates auf der ersten Keynote mit Steve Jobs, nachdem dieser wieder, wenn auch vorläufig interimsmäßig, die Geschäfte von Apple übernommen hatte (1997 in Boston).

Microsoft investierte 150 Millionen in Apple-Aktien und versprach, dass Microsoft Office weiterhin für den Mac erscheint, Steve Jobs gestand dafür zu, den Internet Explorer von Microsoft auch zukünftig auf den Macs zu belassen, und zwar als Standardbrowser des Betriebssystems. Was ohne Zweifel half, die Rettung von Apple einzuleiten, brachte viele langjährige Mac-User auf die Palme. Das ist heute kaum mehr vorstellbar, und auch die ”Get a Mac“-Werbespots von Apple sowie die entsprechenden Antworten von Microsoft, in denen auf lustig-kämpferische Weise Macs und Windows-PCs personalisiert gegeneinander antraten, wirken heute schon wie aus der Zeit gefallen.

Dies bestätigt das Interview mit Chris Capossela, der auch den Strategiewechsel von Microsoft erklärt – weg von der Betonung der eigenen Produkte, hin zu den Bedürfnissen der User, die man eben auch auf anderen Plattformen bis hin zum iPhone und iPad finde, weswegen es für Microsoft wichtig ist, auch dort Produkte wie Office oder Minecraft zu veröffentlichen. Obwohl man in anderer Hinsicht mit den Surface-Rechnern durchaus mit Apple im selben Segment konkurriert. Die Hightech-Industrie sei voller derartiger ”Paradoxe”, so Capossela – dass nämlich Unternehmen wie Apple und Microsoft auf der einen Seite gegeneinander konkurrieren, aber auf der anderen Seite Partner sind. Der Marketing-Chef von Microsoft spricht hier auch von einem ”kulturellen Wechsel”. In der Tat kann man sich aggressiv-offensive Auftritte gegen Konkurrenten wie die von Steve Ballmer als Nachfolger von Bill Gates an der Spitze von Microsoft inzwischen kaum noch vorstellen. Scheint so, als ob es diese Art von öffentlicher Performance inzwischen eher im US-Präsidentenamt gibt als bei börsennotierten Konzernen …

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