2249718

Microsoft Office Lens im Test

31.01.2017 | 14:23 Uhr | Thomas Hartmann

Mit Microsofts kostenloser Scan-App lassen sich Dokumente, Visitenkarten oder Folien und anderes abfotografieren und je nach Vorlage in editierbaren Text verwandeln.

Es gibt im App Store einige kleine Helfer fĂŒr iPhone und iPad, die Vorlagen wie Bilder oder Dokumente und auch Visitenkarten erkennen und in Text verwandeln, das heißt die eine OCR-Software zur automatischen Texterkennung integriert haben. Die StĂ€rke von Microsoft Office Lens, das wir in der iPad-Version 1.5 ( ab iOS 9.1) getestet haben, liegt zum einen in der UnterstĂŒtzung von Whiteboards und Tafeln wie auch in der nahtlosen Integration mit anderen Office-Apps wie Microsoft Word fĂŒr das iPad.

Die App hat eine übersichtliche Struktur
VergrĂ¶ĂŸern Die App hat eine ĂŒbersichtliche Struktur

Lens ”umzingelt” seine Zielobjekte

ZunĂ€chst gewĂ€hrt man Office Lens Zugriff auf die Kamera. Bei Bedarf integriert es auch die komplette Foto-Bibliothek auf dem iPad, das haben wir aber verhindert. Speicherplatz ist One Drive von Microsoft, das sich vergleichbar der Dropbox und vergleichbaren Online-Angeboten ĂŒber sĂ€mtliche GerĂ€te vom iPhone bis zum Mac oder PC synchronisieren lĂ€sst. Macht man mit der App einfach nur Fotos, werden diese hier schlicht abgelegt.

Darauf lassen wir uns einmal nicht ein
VergrĂ¶ĂŸern Darauf lassen wir uns einmal nicht ein

Innerhalb der App selbst stellt man ein, was man zu scannen gedenkt, Dokumente, Fotos, Visitenkarten oder den Inhalt einer Tafel respektive eines Whiteboards. Dementsprechend konzentriert sich die App auf die GrĂ¶ĂŸe der Vorlage, besonders gut erkennbar bei Visitenkarten. GrundsĂ€tzlich versucht Office Lens bei Einstellungen fĂŒr Dokumente oder Whiteboard nicht einfach alles aufzunehmen, sondern die Umgrenzungen eines Blattes respektive einer Tafel zu erfassen. Dies klappt in unserem Test auch recht gut, obwohl beim Versuch der App, die Ecken und Kanten der Vorlage einzugrenzen, je nach UmstĂ€nden ein unangenehmes Flackern aufkommt, bei dem es schwer sein kann, die SchĂ€rfe richtig einzustellen und im richtigen Moment zu ”knipsen”. Nach mehreren Versuchen klappt das aber deutlich besser. Eine weitere Hilfe ist die integrierte Zoom-Option.

Auch den Rand vom Monitor erfasst Lens recht gut
VergrĂ¶ĂŸern Auch den Rand vom Monitor erfasst Lens recht gut

OCR nur mit Microsoft Word

Außerdem lassen sich mehrere Dokumente gleichzeitig aufnehmen, bevor man diese sichert – was aber nur mit Internetverbindung möglich ist. Ist man gerade offline unterwegs und der vorlĂ€ufige App-Speicher voll, muss man warten, bis man die Dateien hochladen kann, bevor es weitergeht.

Fotos sind nicht immer ganz scharf
VergrĂ¶ĂŸern Fotos sind nicht immer ganz scharf

Möchte man eine OCR-Texterkennung, speichert man in Microsoft Word fĂŒr das iPad. Die Erkennung geschieht dort automatisch, nach unseren Erfahrungen freilich mit recht unterschiedlichen Ergebnissen. So verspricht Microsoft auch die Identifizierung von handgeschriebenem Text, was trotz unserer Versuche, in bester Sonntagsschönschrift an die Tafel oder auf ein Whiteboard zu schreiben, nur sehr marginal gelingt. Gedruckter Text wie von Folien oder auf dem Computermonitor wird dagegen sehr gut in ein editierbares Dokument konvertiert. Zur Kontrolle speichert Office Lens die Foto- respektive Scanvorlagen gleich mit im selben Dokument. Als weitere Zielapps stehen Powerpoint oder PDF-Anwendungen zur VerfĂŒgung.

Texterfassung wie von einer Folie
VergrĂ¶ĂŸern Texterfassung wie von einer Folie

Gutes Bereinigen, schwache Bildbearbeitung

Wie von Microsoft versprochen, schneidet Office Lens die Vorlagen im Whiteboardmodus automatisch und zuverlĂ€ssig zu und entfernt vor allem die störenden Reflexionen. Auch im Dokumentmodus klappen die automatischen Verbesserungen recht gut. Manchmal aber benötigt man doch etwas Nachbearbeitung, gerade fĂŒr die Bilder wĂ€ren ein paar entsprechende Werkzeuge gelegentlich hilfreich.

Ohne Hochladen geht nichts
VergrĂ¶ĂŸern Ohne Hochladen geht nichts

Möchte man seine Scans teilen, gelingt dies einfach ĂŒber den iOS-ĂŒblichen Dialog fĂŒr Mail und andere Apps. Visitenkarten werden ĂŒbrigens in der Microsoft Notizen-App One Note abgelegt, die Erkennung von Namen und Telefonnummer oder E-Mail-Adresse als V-Card im *vcf-Format  gelingt weitgehend gut.

Dieser Text wird perfekt erkannt (OCR)
VergrĂ¶ĂŸern Dieser Text wird perfekt erkannt (OCR)

Fazit und Empfehlung

ZunĂ€chst ist Microsoft Lens eine kostenlose App, dafĂŒr bietet sie in Kombination mit One Drive und One Note fĂŒr ihren Zweck viele Funktionen. Zahlen muss man freilich, möchte man die OCR-Funktion nutzen, denn das geht nur mit Microsoft Word fĂŒr iOS   – will man dort ein Dokument nicht nur öffnen, sondern auch bearbeiten, zahlt man die ĂŒblichen GebĂŒhren. Daher lĂ€sst sich Office Lens gerade fĂŒr diese wichtige Funktion vorher nicht kostenfrei testen, besitzt man die Office-365-Lizenz nicht ohnehin.

Diverse Exportoptionen
VergrĂ¶ĂŸern Diverse Exportoptionen

Auch Microsoft sorgt eben Ă€hnlich wie Apple dafĂŒr, dass möglichst alle hauseigenen Apps ineinandergreifen – und lĂ€sst sich das gegebenenfalls extra bezahlen. Insgesamt aber ist Microsoft Lens, das es auch fĂŒr das iPhone oder Android-GerĂ€te gibt, ein guter Helfer fĂŒr alle möglichen Scan-Zwecke unterwegs. Der Nachteil besteht darin, dass man stĂ€ndig zwischen verschiedenen Apps hin- und her wechselt und hĂ€ufig warten muss, bis sie fertig synchronisiert haben – was leider ziemlich zeitraubend sein kann und von Fans wie Scanner Pro (4 Euro) einheitlicher erledigt wird. Die pfiffige Whiteboard-Funktion hat diese freilich nicht zu bieten.

Zur Kontrolle wird das ursprüngliche Bild mit exportiert
VergrĂ¶ĂŸern Zur Kontrolle wird das ursprĂŒngliche Bild mit exportiert

Macwelt Marktplatz

2249718