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Mit iOS 11 in die Augmented Reality

21.09.2017 | 11:07 Uhr |

iOS 11 ebnet den Weg für Augmented Reality – erst Datenbrillen jedoch werden der Technologie zum Durchbruch verhelfen.

Seit dem 19. September 2017 können iPhone- und iPad-Nutzer mit iOS 11 die neueste Version von Apples mobilem Betriebssystem auf ihren Geräten installieren. Dabei ist die Software nicht nur mit den aktuellen Hardware-Generationen wie iPhone 8 oder iPad Pro kompatibel, sondern lässt sich auch problemlos auf vielen älteren iPhones und iPads installieren.

Zukunftsträchtigste Neuerung sind dabei die Augmented-Reality-Funktionen des neuen Betriebssystems. Apple ermöglicht so den App-Entwicklern auf besonders einfache Art und Weise, Augmented Reality (AR) in ihre Apps zu integrieren. Damit wurde iOS mit Veröffentlichung der neuesten Version zur größten Augmented-Reality-Plattform der Welt und ermöglicht seitdem Millionen von Menschen den Zugang zu dieser neuen Technologie mit einer Vielzahl spannender und innovativer Apps.

Augmented Reality bezeichnet die Erweiterung der Realitätswahrnehmung durch die Einblendung von digitalen Inhalten in den Sehbereich der Nutzer. Angenommen, Sie besuchen Paris und richten Ihr Smartphone auf den Eiffelturm. Auf Ihrem Display sehen Sie durch Augmented Reality zusätzlich zu diesem Wahrzeichen beispielsweise eine schwebende Informationstafel mit Angaben zu Höhe, Baujahr und weiteren Daten.

Erste Apps ermöglichen den Nutzern beispielsweise das Platzieren von Möbeln in der eigenen Wohnung, das Aufbauen einer virtuellen Eisenbahn oder das Kümmern um ein virtuelles Haustier. Eine Vielzahl an Demos lassen viele weitere Anwendungsmöglichkeiten in den kommenden Wochen erwarten. Selten wusste eine neue Technologie die Fachpresse und Anwender gleichermaßen zu begeistern. Während Pokémon Go bereits seit über einem Jahr Millionen Menschen Spaß beschert, könnte Augmented Reality nun auch nutzenstiftende Anwendungen ermöglichen.

Allerdings steht die langfristige Nutzung von Augmented Reality aktuell vor entscheidenden Hindernissen. So verschwinden die virtuellen Dinge, sobald das Smartphone oder Tablet nicht mehr verwendet wird. Dies ist zwar kein Problem beispielsweise für Spiele, die zu einem Zeitpunkt entweder gespielt oder nicht gespielt werden. Virtuelle Poster und Gemälde machen so allerdings wenig Sinn (mit Ausnahme des Ausprobierens in der eigenen Wohnung vor dem Kauf des physischen Originals).

Zudem erweist sich die Nutzung der Augmented-Reality-Apps gerade mit dem relativ kleinen iPhone-Display als beschnittenes Erlebnis. So geht insbesondere bei einigen Spielen ein Teil der Immersion verloren, sobald man sich einzelne Teilbereiche der digitalen Inhalte durch näher Herantreten genauer anschauen möchte: Die erweiterte Realität hat ihre Grenzen, und diese kongruieren mit dem Rand des Smartphones.

Viele Apps funktionieren aktuell auch nach dem gleichen Schema: Nutzer platzieren etwas in einem Raum und können es sich dann anschauen. Das ist am ersten Tag spannend. Aber nachdem man eine Eisenbahn, einen Cartoon-Hühnerstall und ein menschliches Skelett mehrmals umrundet hat, stellt sich schnell Langeweile ein. Zudem lernt beispielsweise ein Medizin-Student menschliche Anatomie durch Augmented-Reality-Skelette auch nicht besser. Der Neuigkeitswert verblasst relativ schnell und die Umständlichkeit der durchgängigen Handhabung von Smartphone und Tablet im eigenen Blickfeld rückt in den Vordergrund und wird schließlich zum Hindernis. Letztlich lassen sich viele Dinge mittels traditioneller App-Interaktion direkt auf dem Smartphone oder Tablet doch einfacher bewerkstelligen.

Allerdings ist die Technologie dadurch nicht zum Scheitern verurteilt. Vielmehr wird Augmented Reality für die breite Masse zunächst nur in bestimmten, klar umrissenen Situationen praktikabel bleiben. Mittelfristig wird der Erfolg der aktuell stark softwaregetriebenen Technologie zu einem großen Teil von der künftigen Hardware bestimmt werden. Microsoft zeigte mit seiner Hololens bereits eine Datenbrille, die virtuelle Dinge direkt in das Sichtfeld des Nutzers einblenden kann. Auch wenn die entsprechenden Prototypen noch groß und sperrig sind, visualisieren diese die Zukunft von Augmented Reality: Smarte Datenbrillen, die die Realität der Träger durchgängig mit nützlichen oder vergnüglichen Inhalten erweitern können.

Apple war in der Vergangenheit mehrmals zwar nicht das erste Unternehmen am Markt, wusste letztlich aber beim Markteintritt mit seinen Produkten stets zu begeistern. Es ist stark davon auszugehen, dass das Unternehmen die gleiche Strategie erneut anwenden will und iOS 11 als eine Art Feldstudie nutzt. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse werden sicherlich in die Entwicklung eigener „iGlasses“ einfließen. Letztlich dürften solche Datenbrillen dann der wahre Katalysator für Augmented Reality sein.

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