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Mit Setapp durch den Arbeitsalltag – Ein Abo für alles?

08.08.2018 | 16:07 Uhr |

Unsere Arbeitswelt digitalisiert sich. Das ist mittlerweile eine Binsenweisheit. Kaum ein Job kommt ohne Computer, Smartphones oder Tablets aus.

Früher war es üblich, dass Software wie ein Buch verkauft wird: Fester Verkaufspreis, einmal kaufen, immer verwenden. Dazu noch eine schicke Box für die CD und fertig war das Produkt. Diese Zeiten sind offensichtlich längst vorbei. Mit den App Stores entstand eine App-Ökonomie, die eine andere Logik verfolgt als der althergebrachte stationäre Handel. Zunächst konnte man hier einen Abwärts-Wettlauf erleben, den Kampf um den günstigsten Preis. Es dauerte nicht lange, bis viele Nutzer skeptisch schauten, wenn sie überhaupt etwas für eine App zahlen sollten. Gratis war das neue Normal.

Entwickler bangen um Einnahmen

Dass man mit Gratis allerdings keine Rechnungen bezahlen kann, fiel in der Folge immer mehr Entwicklern auf, gerade von Software für anspruchsvollere Nutzer. Sicherlich hat auch Apple einen Anteil an dieser prekären Lage. Über Jahre wurde der Mac App Store vernachlässigt, was Suche und Aufmachung angeht. Das ändert sich zum Glück langsam, unter anderem mit einem neuen Layout in macOS Mojave . Diese Vernachlässigung in Verbindung mit dem starken Fokus auf iOS verschob die Gewichte aber immer mehr zugunsten der mobilen Apple-Plattformen. Mac-Entwickler verdienten weniger und schauten sich nach alternativen Einkommensquellen um.

Seitdem werden die unterschiedlichsten Bezahlmodelle ausprobiert. Einmalzahlungen, In-App-Käufe oder eben Abos. Abo-Zahlungen haben für Entwickler dabei den großen Vorteil, eine planbare und kontinuierliche Einnahmequelle zu sein. Auf Nutzerseite sind sie aber eben auch genau das: eine kontinuierliche Belastung des Kontos. Und hier fängt der Ärger an.

Wessen Arbeitsalltag sich im Digitalen abspielt, wird sich gut überlegen müssen, welche Software er wirklich benötigt. Zugang zur Adobe Creative Cloud schlägt mit fast 60 € pro Monat zu Buche, Microsoft Office kostet 69 € im Jahr und Cloud-Speicher will auch noch bezahlt werden. Wir reden hier also von einem beachtlichen Posten der monatlichen Ausgaben. Wie schön es da doch wäre, wenn man ein günstiges Abo hätte, was all das abdeckt. Ein Netflix für Apps.

Ein alternativer App Store

Setapp von Macpaw ist mit diesem Verspechen angetreten. Unter dem Slogan „Apps für jede Aufgabe, direkt auf deinen Mac“ positioniert sich Setapp als All-in-One-Lösung für alle Software-Nöte und eine Art alternativen App Store. Für zehn US-Dollar zuzüglich Mehrwertsteuer (und damit ungefähr zehn Euro) im Monat bekommt man nahezu zweihundert Apps für den Mac, die in zehn Kategorien organisiert sind, darunter Kreativität, Produktivität oder Aufgabenverwaltung.

Setapp selbst ist dabei wie ein App Store aufgebaut. Der erste Punkt in der Seitenleiste ist das Dashboard. Dort werden empfohlene Programme, Neuzugänge und zuletzt aktualisierte Apps angezeigt. Die empfohlenen Apps basieren dabei auf dem, was man schon installiert hat und sind so tatsächlich ein guter Startpunkt, wenn man sich nicht durch die nahezu zweihundert verschiedenen Programme klicken möchte. Zu jeder App gibt es einen kleinen Teasertext und ein längeres App-Portrait, inklusive einiger Screenshots, wenn man auf die jeweilige Anwendung klickt. Ein Klick auf Installieren genügt, damit das Programm den Weg auf den eigenen Mac findet. Ergänzt wird die Seitenleiste durch eine Rubrik mit allen bereits installierten Programmen und eben den zehn verschiedenen Kategorien.

Setapp Store
Vergrößern Setapp Store

Detailansicht für Apps

So weit, so gut. Die wirklich entscheidende Frage ist nur: Was bekomme ich für diese gut 10 Euro im Monat? Wirklich nützliche Software oder nur Müll, der die SSD verstopft? Kann man eventuell sogar ausschließlich mit einem Setapp-Abo den digitalen Arbeitsalltag bestreiten? Wie großartig wäre es denn, all die monatlichen Zahlungen in Zukunft vergessen zu können und auf eine einzige zu reduzieren? Ich habe mir zwei konkrete Anwendungsfälle angeschaut, um die Nützlichkeit von Setapp bewerten zu können.

Setapp für freie Journalisten, Studenten, Wissenschaftler

Zuerst möchte ich auf die schreibende Zunft schauen. Wie gut kommt man als Journalist oder freier Autor mit Setapp durch den Alltag? Autoren benötigen zwar meist keine hochspezialisierte Software, je nach konkretem Berufsbild kann aber doch einiges zusammenkommen.

Journalisten benötigen natürlich ein Mailprogramm, da die Kommunikation mit ihren Quellen das A und O ist. Da es sich hierbei oft um sensible Daten handelt, ist es wünschenswert, wenn diese Kommunikation verschlüsselt erfolgt. Natürlich gibt es das PGP-Protokoll , welches Mails verschlüsselt und in den letzten Jahren ist auch die Nutzung anwenderfreundlicher geworden. Eine Ein-Klick-Lösung ist es aber noch längst nicht und hier liegt das Problem.

Man kann sicher darüber streiten, ob es zur Sorgfaltspflicht eines Journalisten gehört, die eigene Kommunikation auch verschlüsseln zu können. Ausgehen kann man davon aber nicht. Ein Mail-Client, der Verschlüsselung von sich aus mitbringt, wäre daher die Idealvorstellung. Canary Mail verspricht genau das. Hierfür verwendet Canary Mail ein Protokoll, das auf PGP aufbaut und ebenso Open Source, also einsehbar und überprüfbar ist. Damit wird verschlüsselte Kommunikation zum Kinderspiel. Der Haken ist allerdings, dass das nur funktioniert, wenn der Gegenüber auch Canary Mail nutzt.

Nachrichten verfolgen, mit Quellen sicher kommunizieren

Mindestens ebenso wichtig wie Kommunikation, ist auf dem Laufenden zu bleiben und die aktuellen Nachrichten zu verfolgen. Natürlich kann man sich zu diesem Zweck diverse News-Apps installieren. Aber wer schaut schon kontinuierlich in zehn oder fünfzehn verschiedene Nachrichtenangebote, nur um das gesamte Spektrum abzudecken? Zum Glück gibt es das RSS-Format – ein echter Dauerbrenner des Internets. Mittlerweile fast zwanzig Jahre alt, funktioniert es nach wie vor tadellos.

Einen entsprechenden RSS-Reader vorausgesetzt, kann man problemlos dutzende, gar hunderte verschiedene Quellen abonnieren und abrufen. Ein schnelles Durchscrollen durch den Newsfeed ist problemlos möglich. Und das ganz ohne eingreifenden Algorithmus wie auf Twitter oder Facebook. Setapp stellt dafür zwei Lösungen zur Verfügung: mit Cappuccino eine recht neue App, die von den Machern der bekannten Mail-App Airmail kommt, sowie News Explorer vom Entwickler Ron Elemans. Beide machen einen soliden Eindruck, die letztendliche Entscheidung ist Geschmackssache.

Gedanken sortieren und niederlegen

Die News im Blick und mit den eigenen Quellen im sicheren Austausch, kann der Blick nun zum Konzipieren gehen. Je nach Typ bevorzugt der einen eine Liste mit Stichpunkten, um ein größeres Projekt zu entwerfen, andere denken eher in Form von Mindmaps. Für beide Ansprüche sind eine (bzw. sogar zwei) Lösungen vertreten. Cloud Outliner wird die Outline-Fraktion erfreuen. Die App ist simpel aufgebaut und ermöglicht das Anlegen und Verwalten von Checklisten mit mehreren Ebenen. Da es nur zu diesem Zweck konzipiert wurde, ist es nicht so überfrachtet wie beispielsweise Word und kann sicher dabei helfen, fokussiert ein Konzept zu erarbeiten. iCloud- und Evernote-Integration sind ebenfalls mit an Bord.

Dem gegenüber sind mit iThoughtsX und XMind sogar zwei bekannte Mindmap-Apps im Angebot. Beide erfüllen ihren Job hervorragend und unterscheiden sich vor allem hinsichtlich des Layouts. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich wie schon bei den RSS-Readern, einfach beide zu testen und danach eine wieder zu deinstallieren.

Der heimliche Star für Autoren jedweder Art ist aber Ulysses . Das Schreibprogramm der Leipziger Entwickler kommt schlicht daher, ist aber mittlerweile mehr als nur ein Geheimtipp. Das auffälligste Feature ist sicherlich die aufgeräumte Benutzeroberfläche. Anders als bei Word wird man nicht von Bedienelementen erschlagen, sondern kann sich auf das konzentrieren, worauf es ankommt: schreiben.

Unter der Haube steckt dennoch einiges. So versteht Ulysses Markdown, eine Art Formatierungssprache für Text. Möchte ich z.B. ein Wort kursiv schreiben, setze ich ein Sternchen davor und eines dahinter, beim Exportieren wird es dann kursiviert. Der Clou an Markdown ist, dass man so Formatierungen in Textdokumenten als bloßen Text weitergeben kann und es nicht mehr zu Inkompatibilitäten kommt, sollte man das Schreibprogramm oder Betriebssystem wechseln. Außerdem wird der Schreibfluss nicht unterbrochen.

Ulysses hat dieses Feature fest verankert und entsprechend prominent platziert. Man kann also zunächst in Markdown schreiben, ohne ständig in einer Menüleiste rumzudrücken und am Ende alles exportieren, wobei Schriftarten, und -größen, Zeilenabstände und anderes als bereits angelegter Stil genutzt werden können.

Man hat dabei die Wahl zwischen reinen Textformaten wie RTF, HTML, epub, docx und pdf, sodass keine Wünsche offen bleiben sollten. Wer Ulysses noch nicht kennt, berufsbedingt aber viel schreibt, sollte unbedingt einen Blick riskieren. Als besonders positiv empfinde ich, dass im Setapp-Abo nicht nur die Mac-Version, sondern auch das iOS-Abo integriert ist. Meist beinhaltet Setapp nämlich nur die Lizenz für den Mac.

Vor allem an Wissenschaftler richtet sich Manuscripts . Mit Manuscripts kann man umfangreiche Schreibprojekte begleiten, beispielsweise eine Doktorarbeit. Das Programm stellt reichhaltige Templates für diverse wissenschaftliche Journals bereit und kann auch mit Latex und Markdown umgehen. Aber auch Autoren oder investigative Journalisten könnten das Programm interessant finden. Allerdings ist Manuscripts eh kostenlos und bald auch Open Source. Das kann man Setapp sicherlich nicht vorwerfen, aber ein wenig schön rechnet sich die Anzahl der Apps so natürlich schon. Das ist aber auch kein ausschlaggebender Punkt für oder gegen Setapp.

Ergänzt wird Manuscripts durch Findings , welches das Erfassen, Sammeln und Kategorisieren von Forschungsergebnissen ermöglicht. Auch hier kann man sich leicht vorstellen, dass sich auch Journalisten angesprochen fühlen dürfen, um beispielsweise Rechercheergebnisse strukturiert abzulegen.

Hinzu kommen noch kleinere Tools wie Aeon für das Erstellen von Zeitstrahlen, was sicherlich ab und an nützlich sein kann, wenn man als Sachbuchautor oder Journalist Zeitabläufe veranschaulichen möchte. In die gleiche Kategorie der kleinen Helfer fällt Textsoap , mit dem man schnell Texte bereinigen, sprich überzählige Leerzeichen, oder andere Formatierungsfehler entfernen kann. Sicherlich nicht weltbewegend, aber möglicherweise nützlich.

Abschließend lässt sich also sagen: Ja, ich könnte nur mit Setapp meinen gesamten Arbeitsalltag bestreiten. Wer vorrangig recherchiert, forscht und schreibt, wird hier glücklich. Meine eigenen Workflows werde ich deswegen trotzdem nicht komplett auf Setapp-Apps umstellen. Das liegt aber eher daran, dass ich sehr zufrieden mit den Apps bin, die ich bisher genutzt habe. Die theoretische Möglichkeit, für zehn Euro im Monat alles abdecken zu können, ist aber in der Tat beeindruckend.

Der Kreative: Fotograf, Designer, Künstler

Ein wenig anders sieht die Situation bei kreativen bzw. eher künstlerischen Jobs aus. Ich denke hier vor allem an Fotografen oder Grafikdesigner. Auch wenn Setapp einiges für Kreative bereithält, sind Einschränkungen zu beachten. Aber zunächst mal ein Blick auf ein paar spannende Anwendungen.

Da wäre zum einen PhotoBulk , eine App, die das gleichzeitige Bearbeiten einer großen Anzahl an Bilder ermöglicht. Besonders herausgestellt wird, dass man Wasserzeichen hinzufügen kann, was besonders wichtig für Fotografen ist, die ein Teil ihres Werks öffentlich zeigen wollen. Ansonsten sind eher einfache Anpassungen möglich wie Bilder zu drehen, sie umzubenennen oder die Größe anzupassen.

Wirklich interessant wird es bei CameraBag Pro . Hiermit lassen sich Licht und Farben von Fotos und sogar Videos bis zu einer Auflösung von 4K bearbeiten. Dafür stellt das Programm einige Unterkategorien bereit, sodass zum Beispiel nur die RGB-Werte oder die Farbbalance bearbeitetet werden kann. Man hat also ein Tool für umfangreiches Colorgrading an der Hand, was für viele Profis interessant sein dürfte.

Beim Thema Farben kommt auch das kleine Tool Sip ins Spiel, welches Farben erkennt. Man nutzt hierfür eine Art Lupenwerkzeug und führt es an die Stelle des Bildschirms, an dem man eine Farbe erkennen möchte. Einmal erkannt, gibt Sip die Farbe dann sowohl mit einer Bezeichnung, als auch dem korrekten Farbcode an. Man hat dabei die Wahl zwischen einer Reihe verschiedener Standards, beispielsweise Android RGB, Swift NSColor oder verschiedenen CSS-Standards. Programmierer und Designer dürften ein solches Tool schnell schätzen lernen. ( Ähnlich funktioniert Digital Color Meter, ein natives Mac-Programm, das man über Spotlight-Suche am schnellsten findet. – Anm. der Redaktion ). Einen Schritt weiter im Prozess kann dann Aquarelo helfen, welches Bilder scannt und dann die vorherrschende Farbe feststellt. So wird es möglich passende Farbpaletten zu erstellen, die gut miteinander harmonieren. Das ist besonders beim Erstellen von Websites von großem Nutzen. Zusätzlich können Farben auch in 36 Standard-Formate konvertiert werden und so für die Software-Entwicklung genutzt werden. Unter anderem werden Objective-C, Swift, Java und CSS unterstützt. Beide Tools in Verbindung dürfte schon relativ viel in Sachen Farbdesign abdecken.

Wer ab und zu Broschüren, Magazine oder Vergleichbares erstellt, sollte zudem mal den Swift Publisher ausprobieren, der mit einigen Templates und vorgefertigten Motiven daherkommt. So soll vom Erstellen bis hin zum Druck der komplette Publishing-Prozess in der App möglich sein. Das dürfte in erster Linie Designer bzw. Layouter ansprechen, aber auch Journalisten und Autoren können dem Swift Publisher etwas abgewinnen, wenn sie im Eigenverlag arbeiten.

So wunderbar diese kleinen und großen Tools auch sind: Bei kreativen Berufen wird schnell deutlich, dass Setapp nicht ausreichen wird. Swift Publisher ist ein tolles Programm und gerade für Anfänger sehr zugänglich, kommt aber bei weitem nicht an den Funktionsumfang von beispielsweise Adobe Illustrator heran. Das gleiche zeigt sich beim Thema Bildbearbeitung. Wer Photoshop nutzt und benötigt, wird sich nicht mit den Angeboten von Setapp zufrieden geben können. Kreative Profis finden also eher ein paar nette Zusatztools, aber nichts womit sie ihren Workflow komplett abbilden könnten.

Ein Schnäppchen mit Stolpersteinen

Was sagt uns dieser Überblick? Ich denke zweierlei. Zum einen ist Setapp ein echter Preiskracher. Natürlich bindet man sich laufende Kosten ans Bein. Und ich kann jeden verstehen, der nicht schon wieder zehn Euro im Monat für irgendetwas ausgeben will. Allerdings ist das einfach die Software-Welt in der wir mittlerweile leben. Immer mehr Entwickler entscheiden sich für ein Abo-Modell, um nachhaltig von ihrer Arbeit leben zu können. Das mag nicht jedem gefallen, ist aber eine Tatsache. Wenn dann ein Anbieter wie Macpaw kommt und Setapp ins Leben ruft, ist das eine gute Nachricht. Zehn Euro pro Monat halte ich außerdem für einen sehr fairen Preis. Wer Student ist oder anderweitig im Bildungssektor beschäftigt ist, kann übrigens 50 Prozent sparen und bezahlt nur 4,99 US-Dollar.

Natürlich muss man auch den persönlichen Nutzen abwägen und eventuell auch einmal durchkalkulieren. Wenn ich nur ein oder zwei Apps aus dem Angebot nutze, die möglicherweise auch noch zu einem günstigen Einmalpreis zu haben sind, macht es natürlich keinen Sinn Monat für Monat die Abogebühr zu zahlen. Wer aber seinen Workflow entlang der angebotenen Apps ausrichtet, wird schnell profitieren. Zu den oben genannten spezifischen Anwendungen kommen ja noch eine Reihe an universalen Tools, die für alle interessant sind.

Ich denke hier an die Timetracking-App Timing , die automatische Zeiterfassung auf dem Mac ermöglicht und für Freiberufler von großem Nutzen sein kann. Aber auch Rechnungsorganisation mit Chronicle , Finanz- und Kontenmanager wie MoneyWiz , ein Websitebaukasten ( RapidWeaver ), diverse Task Manager ( 2Do, GoodTask, TaskPaper ), FTP-Clients ( ForkLift ), Passwortmanager ( Secrets ), oder Projektmanagmentsoftware wie Pagico sind mit an Bord. Damit bekommt man ein Schweizer Taschenmesser für Selbstständige und Freiberufler an die Hand.

Drei Punkte sollten man allerdings noch bedenken. Erstens ist Setapp natürlich eine unsichere Wette auf die Zukunft. Was macht man, wenn eine App aus dem Angebot fliegt, die man aber unbedingt benötigt? Dass das nicht nur graue Theorie ist, zeigt Pixa, die sich vor einigen Wochen zurückzogen. In diesem Fall lag das zwar am generellen Entwicklungsstopp, es erscheint aber nicht unwahrscheinlich, dass sich manche Apps auch wieder zurückziehen, wenn die Macher andere Einnahmequellen erschließen.

Zweitens sollte man sich bewusst sein, dass man eher keine Profi-Tools bekommt. Man wird nie Programme wie Adobe Premiere, Photoshop, Lightroom, oder Screenflow bekommen. Dafür verdienen die Firmen, die solche Software entwickeln, einfach zu gut. Setapp ist nur für Entwickler interessant, die allein nicht oder nur schwer bestehen können. Wer seinen Joballtag aber auch ohne High-End-Software absolvieren kann, kann hier glücklich werden.

Zuletzt sei noch erwähnt, dass es meist nur die Mac-Lizenz gibt. Wer die gleiche App auch auf dem iPad oder iPhone nutzen will, muss oft erneut Geld ausgeben. Ulysses ist hier eine positive Ausnahme und gewährt über Setapp Zugang für MacOS und iOS gleichermaßen.

Im Grunde kann ich Setapp aber den meisten ans Herz legen. Das Software-Angebot ist groß und vielfältig, die Macher sind bemüht und bringen immer wieder neue Apps ins Angebot. Ich persönlich schaue mittlerweile auch immer zuerst zu Setapp, wenn ich ein Software-Problem lösen muss, ob es nicht eventuell da schon ein Angebot gibt. Oftmals werde ich fündig. Und da man monatlich kündigen kann und es zudem eine siebentägige Testphase gibt, besteht de facto kein Risiko.

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