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Mit Smart Home Energie sparen

07.09.2017 | 13:30 Uhr | Thomas Rockmann

Sein Zuhause mit einer intelligenten Steuerung auszustatten ist nicht nur komfortabel, sondern auch finanziell interessant: Heizung, LĂŒftung, Stromverbrauch aller GerĂ€te werden energiesparend geregelt.

Fragt man Verbraucher, warum sie sich fĂŒr eine Smart-Home-Lösung interessieren, lautet die Antwort hĂ€ufig: Energiekosten sparen. Bis zu 30 Prozent weniger Verbrauch ist möglich, senkt die schlaue Haustechnik automatisch die Heizkosten und spart Strom.

Die ersten warmen Tage des Jahres locken ins Freie und die dicke Winterjacke wandert zurĂŒck in den Schrank. Nachts kĂŒhlt die Temperatur allerdings noch erheblich ab und die Heizung springt wieder an, so dass es morgens im Bad wieder angenehm warm ist. Damit die Heizkostenabrechnung keine bösen Überraschungen bereithĂ€lt, setzen immer mehr Bewohner auf Smart-Home-Systeme.

Die Verbraucherzentrale rĂ€t in punkto sparsames Heizen: Verbraucher können ihr Nutzungsverhalten optimieren und ihre Heizung intelligent steuern. Beides erledigt Smart Home wie von selbst, und Bewohner mĂŒssen sich nicht mehr stĂ€ndig den Kopf zerbrechen, wo und wie sie am besten sparen. Das intelligente Zuhause steuert die Heizung beispielsweise streng nach Bedarf: VerlĂ€sst der letzte Bewohner morgens das Haus, regelt die Steuerung die Temperatur automatisch herunter. NĂ€hert sich der erste Bewohner auf dem Nachhauseweg dem Smart Home, steuert es sofort wieder die festgelegte WohlfĂŒhltemperatur an. Per App am Smartphone oder Tablet lassen sich die Einstellungen sogar von unterwegs verĂ€ndern. So heizen die Bewohner ihr Zuhause viel effizienter, denn die RĂ€ume sind nur dann angenehm warm, wenn auch wirklich jemand zuhause ist.

Viel Energie sparen Bewohner mit Smart Home auch beim LĂŒften. Generell gilt: Mehrmals tĂ€glich die Fenster zum StoßlĂŒften komplett zu öffnen ist viel sinnvoller als stĂ€ndig die Fenster gekippt zu haben. Beim LĂŒften hat die intelligent gesteuerte Heizung Pause: Das vernetzte Zuhause erkennt die Position der Fenster und regelt die Heizkörper runter. So geht beim Luftaustausch nur ein Minimum an WĂ€rme verloren.

Heizkosten-Ersparnis

Das Fraunhofer-Institut fĂŒr Bauphysik hat errechnet: Mit einer intelligenten Haussteuerung sparen die Bewohner bis zu 40 Prozent an Heizkosten. Wie hoch die Ersparnis im Einzelfall ausfĂ€llt, ist individuell und hĂ€ngt von einer Reihe Faktoren ab: Welche Grundtemperatur wĂŒnschen sich Bewohner tagsĂŒber und nachts? Wie ist die Bausubstanz der Immobilie beschaffen? Ist sie freistehend oder ein Reihenmittelhaus? Dementsprechend schwankt der Verbrauch stark und andere Studien kommen zu abweichenden Ergebnissen. Die Hersteller von Smart-Home-Lösungen sprechen immerhin von möglichen Einsparungen bis zu 30 Prozent jĂ€hrlich.

Als Faustregel gilt laut Verbraucherzentrale: Wer die Raumtemperatur um ein Grad senkt, spart schon drei bis fĂŒnf Prozent Heizkosten ein.

Besser ausschalten als Stand-by

So komfortabel es auch ist, ElektrogerĂ€te immer im Stand-by-Modus laufen zu lassen: Sie verbrauchen kontinuierlich Energie, obwohl sie nicht genutzt werden. Es gilt also: Lieber ganz ausschalten oder intelligente Zwischenstecker und Wandtaster nutzen, die ganz nebenbei beim Stromsparen unterstĂŒtzen. Über einen Zwischenstecker schalten die Bewohner beispielsweise Fernseher, Stereoanlage oder Kaffeemaschine ganz ein oder aus. Manche Stecker zeigen zusĂ€tzlich den Stromverbrauch der eingestöpselten GerĂ€te und entlarven so die Stromfresser im Haushalt.

Im Bad versehentlich das Licht brennen lassen oder das BĂŒgeleisen nicht ausgesteckt? Beim Verlassen des Hauses können Bewohner ĂŒber einen zentralen Wandtaster alle nicht benötigten GerĂ€te ausschalten. Erstmal unterwegs, zeigt die Smart-Home-App, ob alle GerĂ€te ausgeschaltet sind, die nicht laufen mĂŒssen. Mit einem Fingertipp kann der Nutzer die Stromfresser aus der Ferne ausschalten.

DarĂŒber hinaus bieten die Hersteller vordefinierte Szenarien an, mit denen sich Strom sparen lĂ€sst. Zum Beispiel mit einem GerĂ€t zur Sprachsteuerung. „Alexa, aktiviere das Szenario Kochen“. WĂ€hrend sich in der KĂŒche die Lichter ĂŒber dem Arbeitsbereich einschalten, dimmen sich die Leuchten im Wohnzimmer auf 30 Prozent und der Fernseher schaltet sich aus.

Smart Home als intelligenter Energiemanager

Wie wird unsere Stromversorgung zukĂŒnftig aussehen? Die Bundesregierung hat die Energiewende initiiert. Bis 2022 sollen alle Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden und acht Jahre spĂ€ter soll die HĂ€lfte unserer Stromversorgung aus erneuerbaren Energien kommen. Neben den dezentralen Erzeugern werden kĂŒnftig immer mehr Verbraucher aus Sonne und Wind lokal ihren eigenen Strom erzeugen und diesen auch selbst speichern. Die klassischen Anbieter werden dann nur noch VersorgungslĂŒcken schließen.

Smart Home kann die Energieversorgung aus verschiedenen Quellen intelligent steuern: Die Haustechnik stellt stets genug Energie aus diversen Quellen bereit oder speichert sie, so dass das gesamte System ohne VersorgungslĂŒcken ausbalanciert ist. Und mittels Lastverschiebung lĂ€dt zum Beispiel das Elektroauto vor allem nachts, wenn ansonsten wenig Strom verbraucht wird.

Geringere Kosten, mehr Sicherheit

Sein Zuhause mit einer intelligenten Steuerung auszustatten, ist jedoch nicht nur finanziell von Vorteil und erhöht den Komfort. Die Technik macht das Leben der Bewohner auch sicherer. Mit Kameras ĂŒberblicken die Anwender jederzeit, was in und um ihr Zuhause los ist. Mit Bewegungsmeldern und daran gekoppelter Beleuchtung schreckt Smart Home Einbrecher wirksam ab. FĂŒr viele Verbraucher ein weiteres wichtiges Argument, ihr Zuhause zu vernetzen.

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