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Morgenmagazin vom Dienstag, 12. Dezember 2017

12.12.2017 | 07:04 Uhr |

Apple bestätigt Shazam-Übernahme +++ Insider-Kritik an Facebook +++ Apple dementiert SChießung von iTunes Store +++ Warum das iPhone X öfter heiß wird +++ Alter Akku kann offenbar iPhone 6S ausbremsen +++ Google Maps bekommt spannende Neuerungen +++ Vodafone baut Mobilfunknetz auf dem Mond +++ Amazon: Birkenstock beendet Zusammenarbeit

12. Dezember: Kleiner Zugewinn

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Das Jahr geht sichtlich zur Neige, man sieht es auch am Fernsehprogramm. Drei Nüsse für Aschenbrödel am Nachmittag, Spendengalas, Sportlerwahlen oder Jahresrückblicke am Abend. Da machen wir nicht mit. Also, noch nicht. Denn im Dezember kann ja noch allerlei passieren, was in einen solchen Rückblick passen könnte. Den iMac Pro hat Apple bereits für diesen Monat angekündigt, womöglich gibt es ja noch die ein oder andere spektakuläre Firmenübernahme zu verlautbaren. Die BBC hatte da so etwas trappsen gehört, was Apple nun auch bestätigte. Letzte Woche wäre es für Jahresrückblicke also zu früh gewesen.

Unseren mehrteiligen Jahresrückblick bringen wir wie jedes Jahr während der Weihnachtsferien, wobei wir zugeben, dass das Wesentliche gelaufen ist. Und vermutlich werden wir in diesem Jahr den vielversprechenden iMac Pro auch nicht mehr selbst testen. Denn es ist ja nicht auszuschließen, dass Apple ihn überhaupt erst während der Weihnachtsferien in den Handel bringt.

Einen ersten vorsichtigen Blick zurück wagen wir schon heute, weil wir auch im vergangenen Jahr uns am 12. Dezember Gedanken um die Apple-Aktie gemacht hatten. Damals hatten wir den Schreckensmeldungen mancher Analysten nicht geglaubt, aber auch nicth den euphorischsten Prognosen der Zunft. Sondern waren davon ausgegangen, dass auch Ende 2017 die Apple-Aktie so um die 100 Dollar herum notiert sein würde, vielleicht ein bisschen drüber. Nun ja, gestern stand sie an der Nasdaq bei annähernd 170 US-Dollar, Tendenz weiter steigend. In das Jahr 2017 startete AAPL mit 115 US-Dollar, wer damals einstieg und heute verkauft, der hat also ein Plus von annähernd 50 Prozent gemacht. Nicht übel.

Einen so richtigen Schnitt hätte man aber machen können, hätte man zu Apples letzten Krisenzeiten um 2001/02 in die Firma investiert. Wenn man sich etwa für 500 Euro Aktien gekauft hätte und keinen iPod. Denn damals dümpelte der Kurs um die 20 US-Dollar herum. Nicht vergessen: Die 170 von heute sind nicht das achteinhalbfache. Denn dazwischen lagen zwei Aktiensplits im Umtauschverhältnis von zwei zu eins und einer für sieben zu ein. Die damals nicht gekauften Apple-Aktien wären heute fast 120.000 Euro wert. Aber gut, man müsste bei der Veräußerung ja auch noch Steuern zahlen.

Aber das ist noch gar nichts gegenüber der Wertsteigerung seit dem IPO (Initial Public Offering) vom 12. Dezember 1980. Schon an jenem Tag vor 37 Jahren war AAPL begehrt, der Ausgabekurs schnellte von 22 US-Dollar auf 29 US-Dollar noch am gleichen Tag hoch. Anleger wiesen Apple damit einen virtuellen Wert zu, dieser betrug am Ende des ersten Börsentages 1,8 Milliarden US-Dollar. Heute ist Apple in etwa 500mal so viel wert.

Apple-Mitarbeiter der ersten Stunde wurden auf dem Papier schlagartig zu Multimillionären, viele davon machten ihre Anteile später auch zu Geld, was völlig legitim ist. Selbst Steve Jobs verkaufte im Jahr 1985 seine Apple-Aktien, nachdem ihn John Sculley aus der Firma gedrängt hatte. Alle, bis auf eine. Die behielt er aber nicht aus nostalgischen Gründen, etwa um sie hinter Glas zu Rahmen und an die Wand zu hängen. Nein, als Eigner auch des kleinst möglich Anteils war er zu den Aktionärsversammlungen zumindest eingeladen. Als er zwölf Jahre später zu Apple zurückkehrte, wurde er zwar mit nicht unbeträchtlichen Aktienoptionen entlohnt, weit mehr Geld brachte ihm aber ein Investment ein, das er aus dem Erlös seiner Apple-Aktien finanzierte: Der Verkauf von Pixar brachte Steve Jobs später auf einen Schlag drei Milliarden US-Dollar auf das Konto. So konnte er auf ein Grundgehalt verzichten, respektive für einen US-Dollar pro Jahr bei Apple seine zweite und weit erfolgreichere Ära bestreiten. Dazu meinte er einmal, 50 Cent bekäme er, um im Büro aufzutauchen, die anderen 50 Cent seien für seine Leistung. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Übernahme: Gegenüber BuzzFeed hat Cupertino bestätigt, was seit dem Wochenende nur Gerücht war: Apple kauft den Musikerkennungsdienst Shazam. Den Kaufpreis wollten beide Parteien nicht nennen, der dürfte aber bei den kolportierten 400 Millionen US-Dollar liegen, die Shazam-Übernahme ist also vermutlich die größte seit der von Beats vor gut drei Jahren. Apple und speziell das iPhone werden enormen Nutzen aus der Akquise ziehen, meint unser Macworld-Kollege Michael Simon. Es ist gewissermaßen so, dass Siri und das ARKit mit Shazam neue Ohren bekommen. Was etwa möglich sein könnte: AirPods reagieren dank Shazam auf Ansagen wie "Spiele einen Songs der in etwa so geht: …" oder "Spiele einen Ed-Sheeran-Song über Irland". Die Android-App von Shazam wird wohl erst einmal nicht aus dem Google Play Store verschwinden, aber das iPhone könnte wie etwa das Google Pixel ständig die Titel von Songs anzeigen, die in der Nähe laufen.

Feiner Unterschied: Mac Mini und iMac liefert Apple optional mit Fusion Drive, mit Hilfe von etwas Werkzeug und ein wenig Terminal kann man die Kombination aus Festplatte und SSD, die als ein logisches Volume auf dem Desktop erscheint, auch selbst bauen. Sinnvoll ist das nach wie vor aufgrund der hohen Kosten für SSD-Speicher. Klar, man kann auch eine 1TB-SSD in seinen iMac einbauen lassen, das geht dann aber gewaltig ins Geld. Also dann lieber 32 oder 64 GB für das System und häufig genutzte Daten und herkömmlichen Speicher in beliebiger Größe für den ganzen Rest. Nun gibt es noch eine weitere Option: So genannten Hybriddrives. Auch diese bestehen aus einem SSD- und einem HDD-Teil, nur kommen sie ab Werk bereits zusammengespannt zum Käufer. Dabei sind Hybride meist deutlich günstiger, man bekommt sie schon für um die 100 Euro. Der Nachteil eines solchen Schnäppchens besteht  aber meist in den lediglich 8 GB SSD-Speicher. Recht viel mehr als das System bekommt man da nicht drauf.

Immer noch nicht wahr: Schon vor einigen Jahren hatte Digital Music News berichtet, Apple wolle den Verkauf von Musikdownloads über iTunes einstellen und nur noch Abos für Apple Music verkaufen. Das hätte ab 2016 geschehen sollen, wie bekannt, ist der iTunes Store immer noch in Betrieb. Schon damals sah sich Apple zu einem Dementi veranlasst, welches das Unternehmen nun annähernd wortgleich wiederholt. Denn Digital Music News sieht nun einen neuen Termin für das Ende der Kaufdownloads, 2019 soll es der Fall sein. Manchmal wird eine Prognose richtig, wenn man sie oft genug wiederholt, in diesem Fall sagt Apple aber erneut klipp und klar: Die Berichte sind nicht wahr. Es stimme nicht, dass es einen Plan gebe, alle Käufer von iTunes-Songs mitsamt ihren Einkäufen in den Streamingdienst zu überführen.

Energie: Von einem kommerziellen Einsatz ist die Erfindung noch weit entfernt, doch berichtet Digital Trends über eine Neuerung der Batterietechnologie. Der Forscher Seokheun Choi, Professor der Binghampton University im US-Bundesstaat New York, hat einen Akku entwickelt, der seine Energie aus biologischen Prozessen bezieht. Genauer gesagt aus den im menschlichen Schweiß enthaltenen Bakterien. Damit könnten in Zukunft Wearables und intelligente Kleidungsstücke ihren Strom beziehen, ein iPhone-Ladegerät, das man einfach mit seinem eigenen Schweiß mit frischer Energie versorgt, dürfte aber so schnell noch nicht möglich sein.

Kritik: Facebook und andere soziale Netzwerke zu kritisieren fällt leicht - die Nutzer bleiben trotzdem dabei. Kritik, die von Insidern kommt, ist insofern wesentlich interessanter als solche, die externe Skeptiker äußern. Auf einen prägnanten Satz bringt es nun aber Chamath Palihapitiya, der von 2007 an als Vice President für das Wachstum der Userschaft bei dem sozialen Netzwerk verantwortlich war. Erst am Montag war dieser in einem Video zu hören, das bereits im November bei einer Veranstaltung der Stanford Graduate School of Business gefallen war: "Die kurzfristigen, von Dopamin getriebenen Feedbackschleifen, die wir erzeugt haben, zerstören die Funktion der Gesellschaft," sagte Palihapitiya demnach. Zudem warnte er davor, dass "schlechte Leute" mit dem Werkzeug, das eine Schwäche der menschlichen Psychologie ausnutze, nun große Schwärme von Leuten manipulieren könnten und sie dazu brächten, das zu tun, was sie wollen. Wenn das nicht schon geschehen ist...

Weitere Nachrichten:

Warum iPhone X öfter heiß wird

Vor rund zwei Wochen haben wir unsere Leser gefragt, ob sie bei der Alltagsnutzung des neuen iPhone X eine ungewöhnliche  Hitzeentwicklung beobachten. Es hat sich herausgestellt, dass nur wenige Teilnehmer dieses Phänomen beobachten konnten. Rund 38 Prozent gaben an, deutliche Temperaturunterschiede zu beobachten, die Mehrheit hat also keine Probleme mit dem neuen Gerät.

Zur Erinnerung: Nach unseren Beobachtungen konnte sich ein iPhone X von der Umgebungstemperatur von 22 bis 24°C in einigen Fällen innerhalb von zehn Minuten um mehr als zehn Grad Celsius erhitzen – mit unserem Infrarot-Thermometer hatten wir mal 32°C, mal 33°C gemessen. Solche Anstiege fühlen sich schon recht warm an und sind deutlich wahrnehmbar. Unsere Beobachtungen hatten sporadische Meldungen bei Twitter und Reddit bestätigt. Allerdings sind sie im Vergleich zu der allgemeinen Berichterstattung zum iPhone X zu selten, als dass man auf eine sehr verbreitete Erscheinung schließen konnte.

Diese ungewöhnliche Wärmeentwicklung hat Apple vor einigen Tagen in einem Support-Artikel erklärt: Zusätzlich zu den üblichen Situationen wie Ersteinrichtung, Wiederherstellen aus dem Backup und der Hintergrundanalyse der Daten für besseres Suchen etc. erscheint noch ein zusätzlicher Punkt, der laut Apple das iPhone X wärmer werden lässt : grafisch aufwendige Spiele oder AR-Anwendungen. Dies lässt sich mit den Antworten aus unserer Umfrage unterstützen – sehr oft fand sich unter den Antworten die Option "Beim Spielen AR-Spiele", "bei aufwendigen Apps", "bei der Nutzung der Kamera" etc. Offenbar ist hier der Aufbau des iPhones X dieser Besonderheit geschuldet. Im Kamera-Modul ist der optische Bildstabilisator eingebaut, der bestimmt auf Hochtouren läuft, wenn der Nutzer Video aufnimmt oder eine Slow-Motion-Aufnahme startet. Dazu ist nun das Mainboard direkt unter der Kamera angesiedelt: Die Platine musste ja dem doppelten Akku und der Ladespule weichen. Wie die Teardowns von iFixit zeigen , hat Apple die Platine auf zwei Ebenen aufgebaut, heißt so viel, als dass die meisten Chips sich auf einer deutlich kleineren Fläche zusammenfinden wie zum Beispiel noch beim iPhone 8 Plus . Diese Besonderheit könnte auch erklären, warum die Wärmeentwicklung beim iPhone X deutlich punktueller wird und so leichter zu bemerken ist.

Fazit : Angesicht der mangelnder Verbreitung solcher Berichte zu der iPhone-X-Temperatur Problematik würden wir nicht von einem generellen Problem oder gar Produktfehler ausgehen. Apple hat ja auch in den früheren Iteration von iOS einen Sicherheitsmechanismus zur Verhinderung von Schäden eingebaut: Wird das iPhone ungewöhnlich warm, so dass die Hardware Schaden nehmen könnte, schaltet sich das Gerät automatisch aus. Ab dann gilt es, das iPhone in Ruhe zu lassen und auf Betriebstemperatur herunterkühlen zu lassen. Diese liegt nach Angaben von Apple zwischen 0°C und 35°C.

Alter Akku kann offenbar iPhone 6S ausbremsen

Ein Reddit-User wunderte sich sehr : Nachdem er den Akku seines iPhone 6S ausgetauscht hatte, steigerte sich plötzlich die Leistung des alten Smartphones immens: Von einem Geekbench-Wert von 1466/2512 wuchs die Leistung beim Einzel- und Mehrprozessor-Test auf fast den doppelten Wert von 2526/4456! Anscheinend hatte der alte Akku, der 20 Prozent seiner Kapazität verloren hatte, die iPhone-CPU in den Stromsparmodus geschickt.

Bei fehlerhaftem Akku scheint diese CPU-Bremse, die auch Teil des Energisparmodus ist, ständig aktiv zu sein. Dabei reduziert sich bei einem iPhone 6S die CPU-Taktung von 1,8 GHz auf 0,9 GHz, was sich im Alltag durchaus bemerkbar macht – etwa beim Aufruf komplexer Webseiten oder Siri-Abfragen. Wie einige andere Nutzer dem iPhone-Besitzer bereits bestätigten, scheinen auch andere iPhone 6S und sogar iPhone-6-Modelle von diesem Performanceproblem betroffen zu sein.

Ob das eigene Gerät nur mit halber Leistung läuft, kann man über einen Test mit dem Benchmark-Test Geekbench feststellen. Noch schneller geht es aber mit der App CpuDasherX. Diese zeigt in einer Liste die aktuelle Prozessortaktung an.

Bekanntlich hatte das iPhone 6S einige Probleme mit plötzlichem Abschalten bei Kälte. Ein Update auf 10.2.1 sollte dies beheben , möglicherweise hat Apple hier auch einen aggressiveren Stromsparmodus ergänzt. Der Besitzer des betroffenen iPhones vermutet deshalb, dass dieses auch Throttling genannte Heruntertakten bei einem alten Akku die Stabilität verbessern soll: Nach dem Motto „besser lahm als instabil“.

Ein Austausch des Akkus erscheint uns bei einem betroffenen iPhone sehr empfehlenswert, ist dies doch bei Apple und in spezialisierten Werkstätten relativ günstig möglich. Leider bietet Apple nur ein Jahr Garantie auf den Akku, was die meisten iPhone-6S-Nutzer wohl ausschließt. Von Apple gibt es bisher keinen Kommentar zu diesem ärgerlichen Problem, selbst konnten wir das Problem bisher nicht nachvollziehen. Da das Heruntertakten auch nach einer Überhitzung auftritt, könnte nach unserer Meinung auch ein sich zu stark erwärmender Akku die Ursache sein.

Unsere Anleitung für den eigenen Akkutausch finden Sie übrigens hier .

Google Maps bekommt spannende Neuerungen

Google erweitert Google Maps um einige spannende Funktionen für Autofahrer und Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs, wie Androidpolice berichtet. Die Neuerungen stecken in der 9.68 Beta von Google Maps, die experimentierfreudige Android-Nutzer als APK-Datei herunterladen und installieren können.

So soll Google Maps künftig Indoor-Karten prominenter präsentieren, damit die Nutzer diese Innenraum-Karten beispielsweise von Flughäfen, Museen oder Einkaufszentren leichter finden. Bisher finden Sie diese Indoor-Karten nur, wenn Sie weit genug einzoomen. Sie wissen aber vorher nicht, ob für das Gebäude, in das Sie einzoomen, überhaupt eine Indoor-Karte verfügbar ist – außer Sie schauen hier bei Google nach. In der 9.68 Beta weist die Detailansicht dagegen explizit auf die verfügbaren Karten für die Indoor-Navigation hin und zeigt diese auch an.

Fahrern von Elektro-Autos soll Google Maps anscheinend künftig eine Warnung anzeigen, wenn das in Google Maps eingegebene Navigationsziel außerhalb der Reichweite des Fahrzeugs liegt. Hier stellt sich allerdings die Frage, wie Google Maps den Ladestand der Akkus des Elektroautos (oder den Tankinhalt bei Autos mit Verbrennungsmotoren) erfährt. Möglicherweise wertet Google Maps dafür das Fahrverhalten und die Tank-/Aufladestopps aus.

Ob diese „Reichweitenwarnung“ auch für Fahrer von Fahrzeugen mit konventionellen Verbrennungsmotoren vorgesehen ist, geht aus der Meldung nicht ausdrücklich hervor. Androidpolice schreibt aber, dass es neue Informationen zu dieser Funktion habe, nach denen die Reichweitenwarnung auch für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren gelten würde.

Google Maps soll zudem künftig Nutzern des öffentlichen Nahverkehrs anzeigen, wann diese aus dem öffentlichen Verkehrsmittel aussteigen müssen und auf welcher Seite sich der Ausstieg befindet. Die App soll den Anwender für diesen Zweck künftig genauer darauf hinweisen, wenn die Positionsbestimmung nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. Denn eine besonders exakte Positionsbestimmung ist  Voraussetzung für die Indoor-Navigation.

Bei wenig genutzten Offline-Karten verzichtet Google Maps anscheinend künftig auf deren automatische Aktualisierung, um Speicherplatz zu sparen. Und der Nutzer kann in den Einstellungen von Google Maps bald festlegen, ob Google Maps bei den Routenvorschlägen solche Routen bevorzugen soll, die man häufig verwendet.



Vodafone baut Mobilfunknetz auf dem Mond

Mancher Erdenbürger wird die Welt wohl nicht mehr verstehen - während es auf Erden noch genügend Gebiete ohne mobile Breitbandversorgung per UMTS oder LTE gibt, hat Vodafone hochfliegende Pläne. Der Mobilfunker will 2018 das erste LTE-Netz im All errichten.

Das ganz ist keine Schnapsidee sondern Bestandteil der ersten geplanten Mondlandung Deutschlands, die für 2018 geplant ist. Hinter der Idee steht das Start-up PTScientists , das als private Raumfahrtorganisation mit diesem unbenannten Flug zum Mond zurückkehren will. Und zwar dorthin, wo vor 45 Jahren Apollo 17 gelandet war. Mit Vodafone und Audi hat das Start-up zwei prominente Partner für seine Pläne gefunden.

Dank LTE soll es erstmals möglich sein, hochauflösende Bilder der Landestelle von Apollo 17 und des Mondfahrzeuges zu übertragen - und zu erfahren, ob sich seine Materialien nach 45 Jahren verändert haben und ob vielleicht sogar Staub auf dem Fahrzeug liegt. Dafür stellt das Landemodul ALINA (Autonomous Landing and Navigation Module) eine Funkverbindung zur Erde her - und wird zur ersten LTE-Basisstation auf dem Mond. Zwei Rover ALQ (Audi Lunar Quattro) erforschen den Erdtrabanten, während sie über ALINA immer miteinander und der Erde verbunden sind.

Im All ist Energie eine der wichtigsten Ressourcen überhaupt. Denn Strom dort oben kommt aus Solarpanelen. Bislang ging für Videokommunikation und Steuerung voriger Missionen ein Großteil der verfügbaren Energie drauf. Das zwang im All oft zu technischen Kompromissen und langen Pausen, in denen Mondfahrzeuge und Raumschiff "wieder aufgeladen" werden mussten. LTE löst das Energieproblem der "Mission to the Moon." Denn die Technologie braucht nur einen Bruchteil der Gesamtenergie. Würden die Rover direkt zur Erde funken, verbrauchten sie dabei eine Leistung von etwa 40 bis 60 Watt - und das, obwohl ihre Solarpanel lediglich 80 Watt liefern. Dem Landemodul Alina sollen dagegen 300 Watt zur Verfügung stehen, so dass es kontinuierlich senden könnte.

Für die Verwendung des Landemoduls als LTE-Basisstation spricht zudem, dass Alina Daten mit bis zu 10 Mbit/s an die Erde funken kann, während die Rover nur eine Transferrate von bis zu einem Mbit/s erzielen. Diese Ansatz hat einen weiteren Vorteil: Die Rover sparen sich unterwegs eine Ausrichtung ihrer Antennen in Richtung Erde, denn dank der feststehenden Alina als Relaisstation können sie immer Informationen übertragen. Auch untereinander können die Rover als Relaisstationen fungieren. Das Konzept basiert auf der gleichen Technik, die auf der Erde zur Kommunikation zwischen vernetzten Autos genutzt wird.

Amazon: Birkenstock beendet Zusammenarbeit

Deutschlands größter Schuhhersteller Birkenstock kündigt in Europa seine Zusammenarbeit mit dem Online-Händler Amazon. Das Vorhaben geht aus einem internen Mitarbeiter-Schreiben hervor, in dessen Besitz die Bild am Sonntag gelangt ist. Die Birkenstock-Chefs Oliver Reichert und Markus Bensberg informieren die rund 3.500 Mitarbeiter darin, dass das Unternehmen ab 1. Januar 2018 die Belieferung von Amazon in Europa komplett einstellen werde.

Der deutsche Traditionshersteller Birkenstock ist verärgert über das „Angebot von Produktfälschungen“ bei Amazon. Dieses Angebot widerspreche einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit, heißt es in dem Schreiben. „Der weltweit größte Online-Händler ist nicht mit dem nach unseren Maßstäben erforderlichen Engagement an einer vertrauensvollen Beziehung und dem Schutz unserer Kunden vor Irreführung und Täuschung interessiert,“ so Reichert und Bensberg weiter. Einen entsprechenden Verkaufsstopp hatte Birkenstock 2016 bereits bei Amazon USA durchgesetzt.

Das Unternehmen zeigt sich sichtlich enttäuscht von Amazon. Im Sommer 2017 habe Birkenstock Amazon immer wieder auf Produktkopien hingewiesen. „Doch anstatt dem kriminellen Treiben von Marken- und Produktpiraten auf dem Marketplace konsequent ein Ende zu setzen, schaut Amazon weg oder wird nur auf unser Drängen hin aktiv,“ so die Firmenchefs. Amazon selbst hat bislang noch keine Stellungnahme abgegeben.  

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