2407685

Morgenmagazin vom Dienstag, 12. Februar 2019

12.02.2019 | 06:59 Uhr |

iPhone fällt in China dramatisch zurück +++ Airpods: Vod der Witzfigur zum Must Have +++ Black Sites bei Apple +++ Bereits ermäßigt: Macbook Air und Mac Mini 2018 im Rerfurb Store +++ Wie der legendäre Nokia-Klingelton entstand +++ Xiaomi patentiert Smartphone mit vier gebogenen Rändern +++ Polizei warnt: Fiese Phishing-Attacke auf Bankkunden +++ Deutschland: Anonyme Amazon-Pakete verwirren Kunden +++

12. Februar: Kleiner goldener Ritter

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Womöglich schon im April soll der Startschuss für Apples lang erwarteten Videostreamingdienst erfolgen. Da auch noch ein paar Update hinsichtlich Hardware anstehen – AirPods 2, iPad 7 und AirPower 1 – würde es nicht verwundern, würde Apple eine Keynote abhalten. Erneut könnte es ein Auswärtsspiel geben, wie im letzten März, als das iPad 6 an einer Schule in Chicago seine Premiere feierte und im letzten Oktober, als das iPad Pro an der Kunstschule in Brooklyn sich als das ultimative Werkzeug für Kreative versprach. Wo also würde also die Vorstellungen des Streamings à la Apple besser hinpassen als nach Los Angeles, respektive Hollywood? Apple kann vielleicht schon mal den ein oder anderen Anspruch auf künftige Oscars stellen, die Academy of Motion Picture Arts an Sciences hat ja auch in diesem Jahr schon einen Film auf die Shortlist der zehn besten gesetzt, der für das Streaming, genuaer für Netflix, gedreht wurde: Roma. Technik-Oscars hatte Apple schon einige für sich reklamieren können, der beste Schnitt gelingt so manches Mal mit Final Cut, und die nahe Verwandschaft von Pixar räumte so manchen Academy Awards in der Sparte Animationsfilm ab. Es ist heute übrigens exakt 90 Jahre her, dass der damalige Chef des Filmstudios MGM, Louis B. Mayer, den Preis ins Leben gerufen hat. Am Sonntag in zwei Wochen ist es wieder so weit, das Dolby Theater - übrigens ein für Apples März-Keynote gut vorstellbarer Veranstaltungsort  - wartet auf das Publikum.

Ein Film aus Deutschland steht auf der Liste der fünf besten fremdsprachigen Streifen, mal sehen, ob Florian Henckel von Donnersmarck gegen Roma eine Chance hat, das auch in dieser Kategorie nominiert ist. Gute Chancen für den Hauptdarstellerpreis hat Rami Malek für seine Darstellung des Freddie Mercury in Bohemian Rhapsody - der Film als solcher ist auch bei den Kandidaten für den besten dabei und dazu noch in drei weiteren Kategorien nominiert. Den Golden Globe und den britischen BAFTA-Award hat Malek bereits gewonnen.

Nicht Bohemien, sondern American Rhapsody hätte das Stück heißen sollen, das am 12. Februar 1924 in New York uraufgeführt wurde – als Rhapsody in Blue gelangte es zu Weltruhm. Dabei sollte es eine wichtige Frage beantworten helfen: Was ist amerikanische Musik? George Gershwins Antwort war ein Art Mittelding zwischen Klassik und Jazz, ein dritter Weg in der Musik gewissermaßen. Den zu beschreiten, war gewiss gewagt aber nicht ohne Anlass: Die Klassik des frühen 20sten Jahrhunderts war immer komplexer und unverständlicher geworden, Zwölftonmusik nicht jedermanns Sache. Jazz wurde immer populärer und gleichzeitig auch komplexer, sein naher Verwandter, der Rock'n Roll sollte noch drei Jahrzehnte auf sich warten müssen. Aber wie Freddie Mercury, Bryan May, John Deacon und Roger Taylor zeigten, lässt er sich bestens ebenso wie der Jazz mit der Klassik kombinieren, als Bohemian Rhapsody eben. Als bester Filmsong ist das Stück indes nicht nominiert. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Das jüngste Gerücht: Nun will auch Digitimes etwas über Apples Pläne für das iPhone 2019 erfahren haben. Das taiwanische Branchenblatt spekuliert gerne munter und recht oft an den Realitäten vorbei, weshalb diesmal das Offensichtliche im Vordergrund steht. Der neuen Prozessor des iPhone werde A13 genannt und im 7-Nanometer-Verfahren produziert werden - weitgehend plausibel, Apple wird nicht schon ein Jahr nach dem ersten 7nm-Chip, dem A12, den nächsten Schritt machen können. MacOtakara kommt mit einer weiteren Neuheit um die Ecke, die nichts Neues besagt, aber durchaus plausibel ist: Denn auch die iPhones 2019 würden demnach mit einem reichlich unterdimensionierten 5-Watt-Ladegerät zur Auslieferung gelangen. Apple werde auch bei Lightnng bleiben. Angesichts der Tatsache, dass ein 5W-Ladegerät und die bewährte Schnittstelle Apple höhere Profite gewähren dürften, klingt das recht schlüssig. Ob Apple aber tatsächlich weiter an Lightning festhält und nicht wie beim iPad auf USB-C wechselt, ist noch nicht raus. USB-C brächte etliche Vorteile, auch bei der Ladegeschwindigkeit. Die ist für einen 5-Watt-Stecker aber irrelevant.

Dramatischer Rückgang: Der Smartphonemarkt in China hat im vierten Kalenderquartal 2018 sich auf den Kopf gestellt. Nach Zahlen der Marktforscher von IDC hat Apple gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 20 Prozent bei den Verkäufen erleiden müssen, während der lokale Konkurrent Huawei um starke 23 Prozent zulegte. Apples Marktanteil ging von 12,9 auf 11,5 Prozent zurück. Apple habe mit den evolutionären Verbesserungen an seinen iPhones die Kundschaft nicht zum Upgrade verlocken können, heimische Marken hätten jedoch mit ihren Innovationen Apple unter Druck gesetzt.

Umgangen: Laut dem Patentexperten Florian Müller stehen die Chancen für Qualcomm im Patentstreit mit Apple in den USA immer schlechter. Wie aus einem Dokument, das Apple an die ITC gesandt hat, hervorgehe, habe Apple mit iOS 12.1 und späteren Versionen die von Qualcomm patentierte Technik umgehen können. Das Patent sei wie ein Zaun, der nur eine Seite des Grundstücks schütze und an dem man einfach vorbei laufen könne. Gelinge  Qualcomm der Beweis nicht, dass es eine Technologie geschützt habe, die nicht leicht zu umgehen sei, dürften die Beschwerden ins Leere laufen. Für den Verkauf seiner Produkte hat das ebenso negaitve Folgen, die Kunden wollten dafür dann keine Premiumpreise bei den Lizenzen mehr bezahlen.

Hinweis erforderlich: Das iPhone kann einer Zeit des Gebrauchs seine Leistung reduzieren, weil ein älterer Akku nicht mehr die notwendige Spannung liefert - einsehen kann man den Zustand unter "Batteriegesundheit". Apple hatte die Systembremse in iOS 10.2.1 für iPhone 6/6s (Plus) eingeführt. In Folge des zum Throttlingate hochstilisierten Vorfalls sah sich Apple mit einigen Verbraucherschutzklage konfrontiert, denn die an sich sinnvolle Schutzmaßnahme hatte der Hersteller nicht kommuniziert. Ein Gericht in Italien hat Apple nun dazu verurteilt, auf seiner Website apple.com/it einen deutlichen Hinweis auf die Funktion zu platzieren und darüber zu informieren, dass die Systembremse nicht ausreichend kommuniziert worden war.

Arbeitsbedingungen : Einem Bericht von Bloomberg zufolge unterhält Apple rund um seinen Standort in Cupertino noch einige "Black Sites", in denen Zeitarbeiter für Apple meist mühselige Arbeit wie Verbesserungen in Apple Maps verrichten. Die Arbeitsbedingungen seien dort bei weitem nicht so gut wie im Hauptquartier, dem "Raumschiff". So kämen die Mitarbeiter zweiter Klasse nicht in den Genuss von Vergünstigungen wie der Apple-Cafeteria oder dem Fitessstudio, das Regiment sei außerhalb des Apple Park auch deutlich strenger und die Mitarbeiter hätten etwa Regeln über ihre Einträge in ihren LinkedIn-Profilen zu befolgen oder dürften sich eine Mitfahrgelegenheit nicht direkt an die Büroadresse bestellen, sondern erst ein paar hundert Meter die Straße runter. Im Gebäude seien die Süßigkeitenautomaten oft leer, dafür die Schlangen vor den Toiletten recht lang. Zudem seien die vom Personaldienstleister Apex und nicht von Apple angestellten Mitarbeiter stets von Kündigung bedroht.

Witzigkeit kennt keine Grenzen: Als Apple die Airpods Ende 2016 vorstellte, überfluteten zahlreiche Witze und Memes das Internet, die sich vor allem um die Form drehten, die an Zahnbürstenköpfe erinnerten und an die Angst vor Verlust. Und da es sich um ein Apple-Produkt handelt, ist der Spott über den Preis auch nicht fern. Nur gibt es noch teurere EarBuds, die Airpods halten sich in den meisten Ohren recht stabil und vor allem wurden sie vom Markt angenommen - auch viele Prominente stecken sich Siri ins Ohr. Der britische Guradian geht nun der Frage nach, wie das gelingen konnte: Vom vermeintlichen Scherzartikel zum Must-Have-Gadget. Ein Teil der Antwort hat eben mit den Scherzen von 2016ff zu tun: Vor allem Millenials seien durch traditionelle Werbung und Markenkommunikation kaum noch erreichbar, durch Witze hingegen schon. Auch so entsteht das Begehr für das Produkt. Witzigkeit kennt eben kein Pardon.

Weitere Nachrichten:

Bereits ermäßigt: Macbook Air und Mac Mini 2018 im Rerfurb Store

Im Oktober erst hatte Apple die neuen Macbook Air und den neuen Mac Min vorgestellt, jetzt bereits sind sie im Apple Refurbished Store aufgetaucht. Das ist sehr überraschend, da Apple seine Geräte oft erst ein halbes oder ganzes Jahr nach Erscheinen dort anbietet. So erschien zuletzt der iMac Pro erst sechs Monate nach der Vorstellung unter Apples generalüberholten Geräten.

Unter erfahrenen Mac-Anwendern ist der Refurbished Store sehr beliebt, nach unserer Erfahrung handelt es sich bei den Angeboten um wenig genutzte und sorgfältig geprüfte Geräte ohne Gebrauchsspuren. Die einjährige Apple-Garantie gilt bei diesen Geräten ebenfalls. Knapp 15 Prozent beträgt die Ersparnis gegenüber dem offiziellen Verkaufspreis, so gibt es das Einstiegsmodell des Mac Mini i3 für 759 statt 899 Euro. Der offensichtlich besonders begehrte Mac Mini i5 mit 256 GB kam für 1059 Euro statt 1249 in den Store, ist aber bereits ausverkauft.

200 Euro spart man bei Kauf eines Macbook Air 13,3 von 2018. Die Version mit 128 GB kostet statt 1349 Euro hier 1149 Euro, alle drei Farben sind verfügbar. Für 1349 Euro ist das Modell mit 256 GB Speicher verfügbar, eine Ersparnis von 240 Euro.

Einen ausführlichen Test des Macbook Air finden Sie hier, unseren Test des Mac Mini auf dieser Seite.

Unsere Meinung:

Es ist überraschend, dass Apple seine neuen Macs so schnell auch generalüberholt anbietet. Die Vermutung liegt nahe, dass Apple damit ein wenig die Umsätze ankurbeln will. Steht das Unternehmen doch nach der letzten Gewinnwarnung etwas unter Zugzwang.

Wie der legendäre Nokia-Klingelton entstand

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie "Nokia" hören? Vielleicht an alte Modelle, wie zum Beispiel das kultige Nokia 3310? Oder doch an den klassischen Klingelton, der sich seit mehr als einem Vierteljahrhundert in unsere Köpfe eingebrannt hat?

Interessanter Weise stammt die Komposition des Nokia-Klingeltons gar nicht aus der Feder des finnischen Telekommunikationskonzerns. Tatsächlich streiten sich die Geister, wer genau die einprägsame Melodie komponierte.

Fest steht: Francisco Tárrega, ein spanischer Musiker, der als einer der größten klassischen Gitarristen gilt, komponierte die Melodie, so wie wir sie heute kennen. Tárrega hinterließ bis zu seinem Tod im Jahr 1909 eine beeindruckende Anzahl an Kompositionen der Romantik – dank Nokia zählt das Stück "Gran Vals" zu seinen bekanntesten Werken. Tárrega komponierte das Gitarrensolo im Jahr 1902, in welchem bereits zu Beginn des Stücks in wenigen Takten eben jene Melodie vorkommt, die durch Nokia weltberühmt wurde.

Zu der Zeit, als Nokia noch den Telefonmarkt dominierte, ertönte diese Melodie laut Quartzy weltweit rund 1,8 Milliarden mal pro Tag aus den Taschen der Nutzer. Kein Wunder also, dass wir uns noch so gut an den Klingelton erinnern.

Die Geschichte des Nokia-Ohrwurms geht sogar noch weiter zurück: 1834 schrieb der polnische Komponist Frédéric Chopin den Walzer "Grand Valse Brillante". Tárrega nahm sich Chopins Walzer zum Vorbild und verfasste das Klavierstück für die Gitarre. Hört man genau hin, kann man bei Chopins Walzer ebenfalls die Melodie in Minute 01:37 heraushören – jedoch nicht ganz so prägnant wie in Tárregas Version.

1993 hatte Nokias Marketing-Abteilung diverse Melodien zur Auswahl. Dass sich der Konzern für Tárregas "Gran Vals" entschied, hatte einen einfachen Grund. Das Europäische Recht sieht vor, dass 70 Jahre nach dem Tod eines Komponisten sein Werk für die Öffentlichkeit frei verfügbar ist. Da Tárrega nicht älter als 57 wurde und somit zu diesem Zeitpunkt bereits 84 Jahre tot war, umging Nokia die Gefahr, bestehende Urheberrechte zu verletzen.

Xiaomi patentiert Smartphone mit vier gebogenen Rändern

Mit dem Galaxy S6 Edge wurden Smartphones mit abgerundeten Display-Rändern populär. Der chinesische Hersteller Xiaomi will diese Design-Entscheidung weiter vorantreiben: In der Patentdatenbank Wipo taucht unter der Nummer 201830018837.8 ein Patent auf, mit dem sich der Hersteller das Design eines Smartphones mit vier gebogenen Display-Rändern sichern will. Beim Design-Vorschlag handelt es sich um ein Smartphone mit Edge-Display, dessen Ecken alle abgerundet sind. Ränder gibt es schlicht nicht mehr, ebenso wie eine Notch. Wo die Frontkamera unterkommen soll, bleibt offen.

Noch ist unklar, ob das eingereichte Patent tatsächlich in Form eines Smartphones in den Handel kommen wird. Der weitestgehende Verzicht auf Anschlüsse und Tasten könnte die Bedienung eines solchen Smartphones deutlich erschweren. Im Gegenzug würden Käufer ein Smartphone erhalten, dass sich im Design deutlich von der Konkurrenz abhebt. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass Käufer nur für das Design des Geräts auf die gerade für Selfies wichtige Frontkamera verzichten. Gut möglich, dass Xiaomi auch hierfür schon eine Lösung hat. Viele Smartphones nutzen schon jetzt Fingerabdrucksensoren, die unsichtbar hinter dem Display versteckt sind. Vielleicht sind auch die Kameras künftig kaum noch als solche zu erkennen.

Polizei warnt: Fiese Phishing-Attacke auf Bankkunden

Die Polizei Niedersachsen warnt am Montag vor einer aktuellen Phishing-Attacke, die es auf Bankkunden abgesehen hat. Durch Hinweise aus der Bevölkerung habe man erfahren, dass diese Phishing-Mails im Namen der VR-Bank oder Volksbanken um Umlauf seien und verschieden gestaltet seien. So werde der Empfänger mal persönlich und mal unpersönlich angesprochen.

In der Mail wird der Nutzer darüber informiert, dass es in Bezug auf sein Konto "ungewöhnliche Aktivitäten" gegeben habe. Der Betreff der Mail lautet unter anderem "VR-Bank Wichtige Kundenmitteilung". Der Empfänger wird dazu aufgefordert, auf den Fortfahren-Button zu klicken, damit eine automatische Sicherheitsüberprüfung stattfinden könne.

Dabei wird der Nutzer auch deutlich gewarnt: "Sollten Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, sind Schäden über Ihr Volksbank Kundenkonto durch Volksbank NICHT abgedeckt. Deweiteren werden wir nach Ablauf einer Frist von  7 Tagen vorsorglich Ihren Onlinezugang sperren."

In einer weiteren Variante der Phishing-Mail ist von einer "systemrelevanten Umstellung" die Rede, aufgrund die Bestätigung des Kontos durch den Empfänger der Mail notwendig sei. Auch hierfür solle der Nutzer auf einen Button in der Mail klicken und dann alle Felder ausfüllen. Die Warnung hier: "Sollten die angegebenen Daten nicht mit den bei uns hinterlegten Informationen übereinstimmen, muss dies manuell durchgeführt werden. Die ist mit eventuellen Gebühren und zusätzlichen Kosten verbunden."

Tatsächlich führen die Links in beiden Fällen zu Websites der Betrüger, die bei der Gelegenheit an die Bankzugangsdaten der Nutzer gelangen. So werden die Nutzer dazu aufgefordert, ihren VR-Netkey beziehungsweise ihren Alias und anschließend ihre PIN einzugeben. Anschließend werden auch noch persönliche Informationen wie Name, Geburtsdatum, Gebortsort, Provider, Mobilfunknummer) abgefragt. Im letzten Schritt muss der Nutzer dann auch noch seine EC-Kartennummer, deren Gültigkeit und die Bankleitzahl eingeben. Zum Abschluss wird er dann auf die echte Seite seiner Bank umgeleitet. Es ist nicht auszuschließen, dass die abgefragten Daten auch für spätere, gezieltere Attacken genutzt werden.

Wie Sie bösartige Mails leicht erkennen können, erläutern wir ausführlich in diesem Beitrag: Phishing-Know-How: So entlarven Sie bösartige Mails

Sollten Sie auf die Attacke hereingefallen sein, dann sollten Sie sich unbedingt sofort mit Ihrer Bank in Verbindung setzen und bei der Polizei eine Anzeige erstatten.

 

Deutschland: Anonyme Amazon-Pakete verwirren Kunden

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen berichtet von anonymen Paketsendungen , die vermeintlich von Amazon stammen. Bestellt haben die Kunden die Waren jedoch nicht. In den Sendungen liegt mal ein Smartphone für 200 Euro, mal auch nur eine Smartphone-Hülle für wenige Euro. Woher die Sendungen konkret stammen, bleibt unklar. Den Paketen liegt oft weder ein Liefer- noch ein Bestellschein bei. Auch eine Rechnung für die Waren muss nicht beglichen werden. Amazon selbst kann sich die Sendungen ebenfalls nicht erklären, die Kunden müssen die zugesandten Produkte aber nicht bezahlen.

Als mögliche Gründe für die anonymen Paketsendungen, die von Amazon-Marketplace-Händlern stammen, nennt die Verbraucherzentrale positive Bewertungen des Artikels oder Shops. Alternativ könnten so auch die Lager mit unverkauften Artikeln aus China geleert werden. Der Versand an zufällige Adressen könnte günstiger sein als eine Rücksendung nach China. Doch warum finden sich dann auch recht hochpreisige Artikel unter den anonymen Sendungen? Amazon nennt die Vorgänge „betrügerisch“, macht aber keine konkreten Angaben zu den Hintergründen. Die Absender sollen gesperrt und aus dem Marktplatz verbannt werden. Auch Zahlungen könne man zurückhalten oder rechtliche Schritte einleiten. Die Empfänger der Pakete müssen sich indes keine Sorgen machen: Unverlangte Pakete von Händlern können behalten werden. 

2407685