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Morgenmagazin vom Dienstag, 13. März 2018

13.03.2018 | 06:59 Uhr |

Forensiker verzweifeln an APFS ++++ Apple Music mit 38 Millionen Abos +++ Apple kauft Texture +++ Warum noch ein Macbook Air? 10 Fragen als Erklärung +++ Startup verspricht Werbekunden, 100 Millionen Handys orten zu können +++ RAM: Arbeitsspeicher-Preise sollen weiter steigen +++ Deutsche Telekom kündigt Zehntausende VDSL-Verträge +++ China: High-Speed-Züge mit 1.000 km/h geplant

13. März: Alles mit dem Telefon

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Die digitale Technik verändert sich stetig und so bekommt man kaum mit, welch grundlegenden Änderungen vor allem das Smartphone hervorbrachte. Am besten sieht man eine solche Veränderung, wenn man Stichproben aus der Zeit nimmt. So wurden etwa im dritten Jahrtausend zwei neue Päpste gewählt und ihre Wahl der auf dem Petersplatz versammelten Menge bekannt gegeben: Habaemus Papam. Während aber die Schaulustigen im April 2005 eher sporadisch ihre Digitalkameras oder sehr vereinzelt Fotohandys zückten und erstaunt zu Kenntnis nahmen, wie aus Josef Ratzinger Benedikt XVI. wurde, konnte man am Abend des 13. März 2013 aus den hinteren Reihen die Szene tausendfach bewundern. Ein wahrer Wald von Smartphones mit laufender Kamera-App zeigte den Balkon, auf dem aus Jose-Maria Bergoglio Francesco wurde, abertausende Male.

Benedikt XVI. lebt noch, Franziskus ist sogar noch im Amt, und da wir ihm natürlich kein rasches Ableben wünschen, können wir nur spekulieren, wie eine derartige Szene heute aussehen würde. Vermutlich würden sich die Bilder gleichen, zwar haben heute noch mehr Leute ein Smartphone in der Tasche, aber diese Revolution scheint abgeschlossen zu sein. Die Fotos und Videos einer Papstproklamation dürften noch schärfer sein und womöglich schneller ins Netz gestellt und geteilt, aber groß waren in den letzten fünf Jahren die Entwicklungsschritte nur im Detail. Fast ein jeder hatte schon damals ein Smartphone in der Tasche.

Das ist ja auch genau der Punkt, der iPhone und Co. so erfolgreich macht: ihre Vielfältigkeit. Nicht nur hat das Smartphone die Handys von früher auf das Alteisen verdrängt, sondern bietet sich als Foto- und Videokamera an, als Entertainmentgerät, als Kommunikationsmittel, als Musikabspieler, als Taschenlexikon, Stadtplan, Übersetzer, und, und, und. So ist es schwer, der Versuchung zu widerstehen, ständig den Bildschirm nach Neuem zu checken. Klar, man sollte aufpassen, dass die Zeitdiebe von Facebook und Co nicht überhand nehmen, aber wie soll eine Entziehungskur funktionieren? Man kann sich natürlich mit echten Freunden unterhalten, wenn die ein bisschen weiter weg sind, eben via Telefon. Oder entspannt Musik hören, um sich nicht mehr vor allem Möglichen ablenken zu lassen - vom Smartphone aus. Mal wieder die Nase in ein gutes Buch stecken? Gute Idee, haben doch letztens erst ein schönes im Kindle- oder im iBooksstore gekauft. Wir lesen also auch auf dem Telefon.

Völlige Abstinenz scheint schwer möglich zu sein, aber man kann das Smartphone öfter mal zur Seite legen oder in der Tasche lassen. Genau hierbei hilft ironischer Weise digitale Technik weiter, erkennt man auf dem kleinen Schirm der Apple Watch mit einem schnellen Blick, ob die Mail oder die Nachricht wichtig sein könnten oder nicht. Bei wichtigen Benachrichtigungen reagiert man vielleicht, bei unwichtigen muss man nicht das iPhone sich vor die Nase halten und wenn man schon mal in der unbequemen Haltung ist, weiter darauf herumwischen. Vielleicht ist das einer der wichtigsten Nutzen der Apple Watch, auch in gesundheitlicher Hinsicht: Sie kann uns die Interaktion mit der digitalen Welt erleichtern und uns damit vor einer Sucht bewahren. Aber das ist nur eine Theorie. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Neuer Partner: Ein ehemaliger finnischer Premierminister hatte einst Apple für die Probleme der beiden wichtigsten Industrien des Landes verantwortlich gemacht. Nokia hat es bekanntlich in nur wenigen Jahren vom Weltmarktführer zum Nischenanbieter im Mobilfunk geschafft und Papierfabriken haben weniger Umsatz, weil Zeitungen und Zeitschriften vorwiegend digital erscheinen. Apple hat die Revolution aber nicht ausgelöst, sondern mit vielen anderen Unternehmen zusammen voran getrieben. Nun aber profitiert die finnische Papierindustrie, namentlich das Unternehmen Stora Enso Oyj vom iPhone-Boom. Denn wie in der letzten Woche aufgetauchte Dokumente zeigen, liefert die finnisch-schwedische Papierfabrik einen Großteil des Verpackungsmaterials für das iPhone. Apple hat über die Jahre hinweg immer mehr Plastik- durch Kartonverpackungen ersetzt, mittlerweile lässt der iPhone-Hersteller selbst das Netzteil in Papier einwickeln. Über die Details des Geschäfts schweigen sich Apple und sein nordeuropäischer Zulieferer aus.

Zuwachs: Auf dem Festival South by Southwest in Austin, Texas, hat Apples Senior Vice President Software and Services Eddy Cue eine neue Zahl genannt. Apple Music habe nun 38 Millionen bezahlende Kunden. Das sind zwei Millionen mehr als noch im Februar, zum Marktführer Spotify mit seinen 71 Millionen Abonnenten ist es aber noch ein weiter Weg. Immerhin ist Apple klare Nummer zwei, Amazon zählt 16 Millionen Kunden für Amazon Music Unlimited, Pandora steht bei 5,8 Millionen Abos. Lediglich Google nennt für Google Play Music keinen Zahlen. Anders als Spotify bietet Apple Music keinen kostenlosen, werbefinanzierten Zugang an, dafür aber eine dreimonatige Probephase. In dieser würden derzeit acht Millionen Kunden stecken, Cue nennt hierfür erstmals Zahlen.

Aufkauf: Apple hat den Distributor von digitalen Magazinen Texture übernommen, der etwa 200 Zeitungen und Zeitschriften in seinem Portfolio in digitalen Ausgaben vertreibt. Der Service läuft unter iOS und Android, Apple wolle nach der Übernahme hieran nichts ändern. Texture war bisher von einem Konsortium aus Verlagen und einem Venture-Kapital-Geber gehalten. Texture war im Jahr 2012 zunächst als Next Issue Media an den Start gegangen und wollte als Netflix oder Hulu für Zeitschriften den Markt definieren. Mittlerweile legt der Service niht mehr wert auf den Zugang zu kompletten Magazinen, sondern bereitet daraus auf den individuellen  Interessen des Lesers basierend, einen Zugang zu besten Artikeln, die Leseflatrate kostet zehn US-Dollar im Monat. Über den Kaufpreis schweigt sich Apple aus, vermutlich dürfte aber der Risikokapitalgeber KKR seine im Jahr 2015 investierten 50 Millionen US-Dollar mit Zinesen zurückbekommen haben und auch die Publisher Condé Nast, Hearst, News Corp und Meredith sollten mit dem Deal zufrieden sein.

Klage: Eine Patentholding namens Portal Communications hat Apple wegen der Verletzung dreier seiner Patente verklagt. Der Corpus Delicti ist Sir und Portal Communications hat die geschützten Technologien weder erfunden, noch in irgendeinem Einsatz, ein klassischer Patenttroll also. Übernommen hatte die Patente der Kläger erst im Januar, von Dave Bernard, dem CEO der The Intellection Group. Die Klage hat ein Vorbild, Apple hatte sich in einem ähnlich gelagerten Fall bereits im Jahr 2016 mit Dynamic Advances verglichen und 26 Millionen US-Dollar dabei gezahlt.

Ausgebremst: Das neue Dateisystem für macOS HIgh Sierra APFS ist schneller und sicherer als der gut zwanzig Jahre alte Vorgänger HFS+, sondern bringt für manche Softwarehersteller auch Nachteile, weil die Programme nicht mehr funktionieren. Besonders beklagen sich Daten-Forensiker über die zunehmende Verbreitung des Dateisystems auf Macs. Denn ihre Software ist nun nicht mehr in der Lage, Spuren von alten und gelöschten Daten zu finden, berichtet die australische Financial Review. Forensiker interessieren sich nicht nur für die auf einen beschlagnahmten Computer gespeicherten Dateien, sondern auch für die, die dort einmal lagen oder darüber gemailt wurden. Oder für die Änderungen in Dateien und wann diese erfolgten. All das ist mit den etablierten Tools unter APFS nun nicht mehr möglich. Neue Tools, die dazu in der Lage sein werden, sind erst in der Entwicklung und es ist ungewiss, wann sie erscheinen. Wessen Computer auf eine richterliche Anordnung beschlagnahmt wurde, weil er etwa mit einem Verdächtigen kommunizierte oder auf seinem iPhone zufällig ein Verbrechen fotografierte oder gar Opfer eines E-Mail-Betrugs wurde, kann unter Umständen lange warten, bis die Ermittler ihre Untersuchung abgeschlossen haben und das Gerät zurückgeben. Das Problem betrifft aber nicht nur Strafverfolger, die Computer von Verdächtigen untersuchen, sondern auch Datenretter, die verlorene Dateien wieder herstellen wollen.

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Warum noch ein Macbook Air? 10 Fragen als Erklärung

Aus Sicht des technikbegeisterten Apple-Fans ist es eigentlich unverständlich, dass Apple das Macbook Air nicht schon längst in Rente geschickt hat. Auch bei der laut Gerüchten angekündigten neuen Version wird Apple wohl wenig ändern – vermutlich die CPU und Grafikkarte aktualisieren.  Dabei das Konzept doch schon fast zehn Jahre alt und Macbook Pro und Macbook sind moderner, schneller und schicker! Wie kann also ein Verkaufsgespräch so misslingen, dass der Kunde doch zum alten Modell greift? Wir stellen uns das Gespräch mit einem informierten aber neutralen Berater so vor:

Die günstigste Version des Macbook Pro kostet also 1300 Euro?

Der Preis ist natürlich ein Argument für das Macbook Air. Mit dem Macbook Pro 13-Zoll mit 128 GB hat Apple allerdings ein neues Einstiegsmodell für 1300 Euro im Angebot. Zugegeben: 128 GB sind nicht viel und als Angebot ist das Macbook Air aktuell für unter 900 Euro zu haben. Der Preisunterschied von knapp 400 Euro ist schon beeindruckend. Leider ist auch das Macbook mit 12-Zoll-Display deutlich teurer. Vor allem beim Design und der Technologie führt aber kein Weg am aktuellen Macbook Pro vorbei.

Das alte Design gefällt mir eigentlich. Das neue Macbook Pro ist aber sicher doppelt so schnell?

Nicht ganz: Trotz uralter CPU ist das Macbook Air eigentlich keine lahme Ente. Sehen Sie hier: Laut Geekbench erzielt die alte i5-Broadwell-CPU des 1,8-GHz-Modells immerhin 3411 Punkte im Single-Threading Test, das Einstiegs-Macbook Pro 3594 Punkte. Zwar sind integrierte Grafikkarte und auch die SSD ebenfalls schneller, die Unterschiede sind aber in der Praxis vielleicht nicht so gut spürbar. Das 12-Zoll-Macbook ist allerdings noch lahmer als das Air. Will man etwa für 4K-Videoschnitt ein wirklich schnelles Macbook, sollte man besser zum 15-Zoll-Modell greifen. Gut, das ist größer und etwas teurer...

Aber diese neue Touch Bar wäre doch für 1300 Euro mit dabei?

Das Alleinstellungsmerkmal des Macbook Pro ist natürlich die Touchbar, die zusätzliche Bedienmöglichkeiten ermöglicht. Leider bleibt diese Funktion den teureren Macbook-Pro-Modellen vorbehalten und der Preis beginnt im Apple Store bei 2000 Euro.

Dafür ist die Akku-Laufzeit beim neuen Gerät sicher besser?

Leider ist die Akku-Laufzeit der neuen Macbook Pro etwas kürzer als beim Macbook Air, vermutlich verbraucht das Display mehr Energie. Laut Apple hält das Macbook Pro beim Surfen 10 Stunden durch, das Macbook Air zwei Stunden länger.

Die neuen Macbook Pro sind zumindest leichter und flacher?

Nein. Hier gibt es eigentlich wenig Unterschiede: Das keilförmige Macbook Air ist an seiner dicksten Stelle mit 1,7 cm etwas höher als das Macbook Pro mit 1,49 cm. Dafür ist es mit 1,35 kg sogar einen Hauch leichter als das Macbook Pro. Will man ein wirklich kleines Macbook, muss man schon zum Macbook greifen.

Ein 13-Zoll-Display ist doch nicht größer als ein 13-Zoll-Display? Ist man mit dem Retina-Display denn produktiver?

Schon. Sieht man die Bildschirme des Macbook Air und Macbook Pro nebeneinander, wird aber der Qualitätsunterschied sofort deutlich. Es ist aber nicht so, dass Sie in Excel mehr Zellen oder in Safari mehr Inhalte sehen würde. Die Inhalte sehen dafür aber viel besser aus und Schrift sieht aus wie gedruckt.

Was ist denn aber nun der Vorteil dieses Retina-Display in der Praxis?

Neben einer viel höheren Auflösung und besserer Farbdarstellung ist das Retina-Display auch für grafische Anwendungen besser geeignet. Bei einem seitlichen Blick auf das Display sieht man keine Farbverschiebung, was etwa bei der Bildbearbeitung stört. Die Bildqualität ist deutlich besser. Wenn natürlich die Bildqualität des Macbook Air-Bildschirms reicht...

Aha. Und wie schließe ich nun Monitor und Drucker an und wo ist der Ethernet-Port für das Firmen-Netzwerk?

Ja, das ist ein Nachteil. Das neue Macbook hat nur eine USB-C-Schnittstelle, das Einstiegs-Macbook-Pro zwei Thunderbolt/USB-C-Schnittstellen, das teure Macbook Pro 13-Zoll immerhin vier. Im Prinzip braucht man deshalb einen Hub oder mehrere Adapter.  Etwas problematisch sind aber eigentlich nur Monitor-Adapter, hier sollte man auf gute Qualität achten.

Schade, dass auch die Speicherkarten-Schnittstelle eingespart wurde, die war auch als Speichererweiterung nützlich. Thunderbolt 3 ist zwar eine moderne und sehr schnelle Schnittstelle, ohne Thunderbolt-Peripherie bringt dies aber natürlich wenig. Langfristig ist aber USB-C einfach die Zukunft.

Also braucht jeder einen USB-C-Hub?

Ja, und beim Kauf des Hubs sollte man nicht zu geizig sein, billige Hubs sorgen schnell für kleinere lästige Probleme.

Hubs machen nur Ärger. War da nicht auch noch was mit dem Magsafe-Port und dem optischen Audioausgang?

Eigentlich schade drum. Der Magsafe-Port war immer ein guter Schutz gegen Stürze, wenn jemand etwa am Stromkabel hängen blieb. Die Stromversorgung erfolgt aber jetzt über den USB-C-Port und der kommt ohne Abzieh-Sicherung. Es gibt zwar Nachrüst-Lösungen für USB-C... Tja, das Thema Audioausgang ist eigentlich kaum bekannt. Beim Macbook Air kann man noch den Audioausgang als digitalen Ausgang verwenden, etwa um eine hochklassige Stereoanlage digital anzuschließen. Das geht bei den neuen Modellen nur noch analog.

Ist die Tastatur der neuen Geräte nicht etwas zu flach? Ich muss sehr viel tippen...

Das Macbook Air hat natürlich die gleiche Tastatur wie Generationen von Macbooks vor ihm. Apple verwendet bei Macbook und Macbook Pro dagegen eine neue flache Schmetterlingstastatur, die für Blindtipper und Vielschreiber schon einige Umgewöhnung verlangt. Vor allem in den ersten Generationen der kleinen Macbooks gab es offenbar auch kleinere Probleme mit hängenden Tasten. Bei den aktuellen Modellen hat Apple die Tastatur aber verbessert und die meisten sind doch bald zufrieden mit der Tastatur.

Fazit:

Persönlich würden wir uns kein Macbook Air mehr kaufen, steht doch eine neue Generation vor der Tür. Offensichtlich ist das alte Air aber für viele Anwender keine schlechte Wahl und dies liegt nicht nur am Preis. Heute spielt ja auch der Mac längst nicht mehr die wichtige Rolle, die er einmal hatte.

Startup verspricht Werbekunden, 100 Millionen Handys orten zu können

Ortsbasierte Werbung bzw. Mobile Targeting ist für die Werbekunden ein wichtiges Zukunftsthema, vor allem in England ist das Startup Tamoco hier offensichtlich schon sehr weit. Das Unternehmen kooperiert in  England unter anderem mit Betreibern von WiFi-Hotspots von BT, Virgin Media und Sky´s The Cloud um Smartphonenutzer zu orten, wie Wired UK berichtet . Dank zusätzlicher Zusammenarbeit mit etwa tausend App-Herstellern kann das Unternehmen beim Besuch eine Pubs, U-Bahn-Station oder eines Supermarktes relativ zuverlässig Ortungsdaten abrufen und diese Informationen für Werbekunden bereitstellen - um etwa den Smartphone-Besitzer in einem Supermarkt auf nahen Joghurt von Danone hinzuweisen.
Die Ortung basiert nach Angaben des Startup-Gründer Sam Amrani auf etwa einer Milliarde „proximity sensors“ weltweit und kombiniert Signale von Wi-Fi, Bluetooth Beacons, GPS, QR-Codes und Metadaten wie Gerätedaten. Laut Anbieter werden die Daten zwar anonymisiert, laut Wired ist diese Anonymisierung aber doch etwas problematisch und sorgt nicht für völlige Anonymität.
Tipp: Bei einem iPhone kann man die Datensammelei übrigens über Einstellungen > Datenschutz > Werbung untersagen.

RAM: Arbeitsspeicher-Preise sollen weiter steigen

Die RAM-Preise sind in den letzten Monaten stetig gestiegen; vorbei die Zeit, als wir uns über die niedrigen Arbeitsspeicher-Preise freuen konnten. Beim Zusammenstellen eines PCs ist der RAM eine relativ teure Komponente geworden.

Gründe hierfür sind zum einen die steigenden Preise für Silizium-Wafer, die zur Produktion von Prozessoren, Grafik- und DRAM-Chips benötigt werden und zum anderen treibt die steigende Nachfrage nach DDR4-RAM die Preise nach oben .

Für 2018 sei mit einer um bis zu 25 Prozent höheren Nachfrage als noch 2017 zu rechnen, weil der Speicherbedarf für TVs, Konsolen, Krypto-Mining und dem breit gefächerten Gadget-Markt stetig steigt. RAM-hungrig sind auch Rechenzentren von Web-Unternehmen, diese benötigen auch immer mehr Arbeitsspeicher .

Im ersten Quartal 2018 sind die Preise für DDR4-RAM um drei bis zu fünf Prozent gestiegen. Und laut Digitimes soll der Wert der kompletten Arbeitsspeicher-Produktion um 30 Prozent auf insgesamt 96 Milliarden US-Dollar steigen. Die hohe Nachfrage soll allein im ersten Halbjahr 2018 dafür sorgen, dass die RAM-Preise um bis zu zehn Prozent steigen.

Die steigendem RAM-Preise wirken sich auch negativ auf die Grafikkarten-Preise aus, weil Grafikkarten mit teils viel VRAM daherkommen. Sinkende Preise für PC-Komponenten sind also vorerst nicht zu erwarten.

Deutsche Telekom kündigt Zehntausende VDSL-Verträge

Einige Zehntausend VDSL-Kunden der Deutschen Telekom erhalten derzeit unerfreuliche Post von ihrem Internetprovider. Denn die Deutsche Telekom kündigt mehreren 10.000 Kunden in Niedersachen den VDSL-Internetzugang, der Geschwindigkeiten bis zu 50 Mbit/s ermöglicht. Die bisherigen VDSL-Nutzer werden entweder bei der Telekom auf einen deutlich langsameren ADSL-Zugang mit maximal 16 Mbit/s zurückgestuft oder müssen den Internetzugangsprovider wechseln. Bestehende und offensichtlich seit Jahren genutzte Angebote wie MagentaZuhause M mit EntertainTV stehen dann nicht mehr zur Verfügung,

Das berichtet der NDR. Zudem machen betroffenen VDSL-Kunden ihrem Ärger auf Twitter Luft. Telekom-Mitarbeiter wiederum bestätigen die Kündigungen auf Twitter und bezeichnen das als „Entscheidung der Bundesnetzagentur“. 

Laut NDR sind Telekom-Kunden im Nordwesten Niedersachsens betroffen. Der Grund für die Kündigung beziehungsweise den Downgrade beim DSL-Tempo: Die Deutsche Telekom besitzt dort keine eigenen Leitungen, sondern muss die Leitungen des Energieversorgers EWE nutzen beziehungsweise mieten. Doch Telekom und EWE können sich nicht über die Nutzungsgebühren für die modernisierten Leitungen einigen beziehungsweise habe sich noch nicht auf einen neuen Vertrag einigen können. Deshalb muss die Deutsche Telekom ihren VDSL-Kunden nun kündigen, weil die Telekom bei den strittigen Leitungen künftig keine konkrete Geschwindigkeit mehr garantieren könne.

Allein im Versorgungsgebiet des EWE soll die Deutsche Telekom laut NDR rund 30.000 Kunden kündigen. Ein Telekomsprecher soll gegenüber dem NDR die Kündigungen grundsätzlich bestätigt haben, er wollte aber keine konkreten Zahlen nennen. Die Telekom sieht offensichtlich keinen anderen Ausweg als die Kündigung, wie man die Worte des Telekomsprechers interpretieren kann: "Wir machen das nicht aus Jux und Dollerei", zitiert der NDR den Telekomsprecher.

China: High-Speed-Züge mit 1.000 km/h geplant

Der Ausbau des Schienenverkehrs wird im Land der Mitte weiter vorangetrieben. Laut dem Stern plane China neben der Weiterentwicklung des herkömmlichen Schienenverkehrs die Einführung einer Magnetschwebebahn, die Ähnlichkeiten mit Elon Musks Hyperloop haben soll.

Chinas Hochgeschwindigkeitsnetz hat schon heute eine Gesamtlänge von rund 22.000 Kilometer (im Vergleich: Deutschlands Hochgeschwindigkeitsnetz kommt auf 2635 Kilometer, Stand 2015). Züge düsen in China mit bis zu 350 km/h über die Gleise. Darunter auch der in Deutschland entwickelte Transrapid. Das reicht China aber nicht, bereits bestehende Stecken und Züge sollen so aufgerüstet werden, dass problemlos 400 km/h erreicht werden sollen.

Daneben will China nun auch in ein weiteres Streckennetz investieren, und zwar in eines für Magnetschwebebahnen, die bis zu 1000 km/h schnell sein sollen. Um die Luftreibung zu reduzieren, sollen die Züge durch Vakuum-Röhren reisen. Angelehnt also an das Hyperloop-Projekt, das der umtriebige Musk kürzlich mit einem spektakulären Flammenwerferverkauf beworben hat. Die Technik, die China anstrebt, ist aktuell noch in der Forschungsphase und wird an der Universität in Chengdu getestet.

Die Hochgeschwindigkeitszüge sollen gegenüber Reisen mit dem Flugzeug deutliche Vorteile bieten. So fallen zum Beispiel bei Reisen mit dem Zug lange Boarding-Zeiten wie bei Flügen komplett weg. Daher wären Personen, die innerhalb des Landes reisen, selbst mit einem langsameren Zug teilweise schneller am Zielpunkt als mit dem Flugzeug. Falls durch die Vakuum-Röhren jedoch wirklich Züge mit 1000 km/h geschickt werden, sehen Flugzeuge sowieso alt aus: Eine Boeing 737 oder Airbus A320 fliegen nur mit Geschwindigkeiten bis zu 800 km/h.

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