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Morgenmagazin vom Dienstag, 13. November 2018

13.11.2018 | 07:05 Uhr |

Intel zieht 5G-Modem um ein halbes Jahr vor +++ Wünsche an iOS 13 +++ Kuo: Apple verkauft 30 Millionen iPhone XR weniger +++ iMovie: Unterstützung für mehrere Video-Formate eingestellt +++ T-Mobile Mini: Streaming-Box geleakt +++ Windows 10 soll für Gamer besser werden +++ Star Wars: John Williams veröffentlicht Theme neu

13. November: Eine zweischneidige Erfindung

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Ist das Internet wirklich kaputt? In demokratischen Staaten nutzen finstere Mächte das noch relativ neue Medium dazu, um massenhaft Lügen zu verbreiten und dabei die Glaubwürdigkeit von Institutionen wie der freien Presse zu unterminieren - zum Zwecke, die Demokratie mit ihrer Gewaltenteilung und ihrem Meinungspluralismus abzuschaffen. Oder sind Befürchtungen wie diese übertrieben? Nicht übertrieben ist aber, dass "das Internet" alles über uns weiß. Zumindest das, was wir bewusst oder unbewusst preis geben. Diese Informationen werden jedoch nicht nur gegen uns verwendet, weswegen viele von uns bequeme Dienste und ihre Algorithmen gerne nutzen, weil sie sich dort gut aufgehoben fühlen und erstmal nichts zahlen müssen. Die Zeche zahlen wir alle erst später.

Es ist eine ambivalente Sache, denn das Internet hat auch seinen Segen über die Menschheit gebracht. Gerade in Staaten, in denen es weder Gewaltenteilung noch Meinungspluralismus noch Demokratie gibt, ist das Netz ein wichtiges Werkzeug zur Verbreitung von den Wahrheiten, die die Mächtigen nur sehr ungern geschrieben sehen - und an sich nicht einmal gedacht. Es kommt nicht von ungefähr, dass autoritäre Staaten das Netz so weit kontrollieren, wie es ihnen nur möglich ist.

Und dass uns irgendwelche Algorithmen besser kennen als wir selbst, ist in vielen Lebensbereichen sinnvoll. Nicht bei der Frage, welches Konsumprodukt man sich als nächstes kaufen soll, aber vielleicht bei der, welches Buch es als nächstes sein darf oder welches Konzert. Besonders segensreich wird das Netz aber allmählich in einer wissenschaftlichen Frage. Den Arzt aus Fleisch und Blut werden vernetzte Computer so schnell nicht ersetzen können, doch reicht mit der Hilfe des Internet medizinische Diagnostik auch längst in Ecken und Kanten, in denen sie schmerzlich vermisst war.

Und hier kommt das Netz gewissermaßen zu seinen Ursprüngen zurück, als Werkzeug für den Austausch wissenschaftlicher Informationen. Heute vor 28 Jahren ging, ebenso an einem Dienstag,  als erste Website der Welt die Adresse http://info.cern.ch online. Ein Abbild der ersten Worlwidewebsite ist heute noch auf den Servern des Forschungsinstituts CERN zu sehen. Aber bitte nicht erschrecken, wenn Sie drauf klicken: Der Server antwortet Ihnen in einer Geschwindigkeit, die man sich heute nicht mehr vorstellen kann. Alles, was es zu sehen gibt, ist schwarzer Text auf weißem Grund, die Links sind unterstrichen und blau gefärbt. Kein einziges Bild ist zu sehen, nichts zappelt, nichts blinkt. Von Werbebotschaften oder Trackern keine Rede, es sei denn, man betrachtet die hinterlegten Informationen als Werbung für das Projekt von Tim Berners-Lee. Noch obskurer wird die Site aber, klickt man auf die Simulation des Kommandozeilen-Browsers : Grüner Text auf schwarzem Hintergrund, der sich zeilenweise aufbaut. Sieht man heute allenfalls noch in Science-Fiction- oder Action-Filmen, wenn der Regisseur keine bessere Bildidee hat, um Hacker bei der Arbeit zu filmen. So sah es auf Computerbildschirmen aber aus, als das Internet begann. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag:

Wunschliste : Nach dem iOS-Update ist vor dem iOS-Update und im November ist die Zeit für Wunschlisten längst angebrochen. Gut sieben Monate, bevor Apple erstmals einen Blick auf iOS 13 gewähren wird, hat Jason Cross für Macworld aufgeschrieben. Einiges liest sich so, als sei es von der iOS-12-Wunschliste kopiert, aber wenn Apple sich auch nicht nach uns richtet, müssen wir penetrant werden. So will Cross endlich das Pop-Up loswerden, das erscheint, wenn man über die Tasten an iPhone und iPad die Lautstärke verstellt.  Los werden möchte Cross auch einige Altgeräte, Apple hatte bei iOS 12 ja starken Wert darauf gelegt, dass das neue System auch auf alten Geräten flotter läuft - jetzt könnte man aber wieder einen Cut machen. Das iPad sollte nun endlich sein eigenes Betriebssystem bekommen, respektive sich dessen iOS-Variante deutlich abheben. Die neuen iPad Pro sprechen ja durchaus in dieser Sprache. Apple sollte zudem den 4K-Codec VP9 unterstützen, bis etwas besseres fertig ist und iOS-Geräten ein Allways-On-Display gewähren. Was aber sicher eine gute Idee ist, wäre die Synchronisation von Benachrichtigungen, die auf den verschiedenen Geräten aufpoppen und dann auf jedem weg geklickt werden müssen.

Vorgezogen : Intel hat angekündigt, sein Mobilfukmodem XMM 8160, das auch mit dem kommenden 5G-Standard kompatibel sein wird, ganze sechs Monate vor der bisher geplanten Veröffentlichung heraus zu bringen. Konkret werde man den Chip, der sich auch auf 4G, 3G- und 2G-Netze versteht und der gleichzeitig 4G- und 5G-Verbindungen aufrecht erhalten kann, in der zweiten Jahreshälfte 2019 ausliefern. Apple, das in seine iPhone XR und XS das Intel-Modem XMM 7560 eingebaut hat, dürfte zu den ersten Kunden gehören, nur wird der neue Funkchip trotz seine vorgezogenen Erscheinens zu spät für die Modelle des Jahres 2019 kommen, ein 5G-iPhone wird also nicht vor 2020 in den Handel kommen.

Rückläufig: Der in der Regel recht gut informierte Analyst Ming-Chi Kuo von TF International hat seine Verkaufsprognose für das iPhone XR deutlich reduziert. Bis September 2019, wenn Apple vermutlich einen Nachfolger vorstellt, werde Cupertino nur 70 Millionen Stück verkaufen anstatt der von Kuo ursprünglich veranschlagten 100 Millionen. Die Gründe sieht der Marktexperte in Verunsicherungen der Verbraucher im eskalierenden Handelskrieg, zunehmende Konkurrenz von Geräten wie dem Huawei P20 gerade in Wachstumsmärkten sowie dem Kundenwunsch nach Dualkameras, den das iPhone XR anders als die XS-Modelle nicht erfüllen kann. Für Apple muss das aber keine negative Aussicht sein, im laufenden vierten Kalenderquartal rechnet Kuo weiterhin mit 80 Millionen verkauften iPhones, die Kunden würden eben verstärkt zum iPhone XS und XS Max greifen oder die Modelle aus den Vorjahren kaufen, iPhone 7 (Plus) und iPhone 8 (Plus). Apple hat bereits angekündigt, ab der nächsten Bilanz, die das Unternehmen Anfang Februar 2019 vorlegen wird, keine Stückzahlen mehr zu nennen, sondern nur noch die Umsätze auszuweisen, die man mit dem iPhone insgesamt macht. Stückzahlen einzelner Modelle hat Apple indes noch nie genannt.

Design oder Nichtsein: Apples Chief Design Officer (CDO) Jony Ive sieht den Umgang mit Materialien als einen wesentlichen Bestandteil des Gestaltungsprozesses, weswegen es in der Apple-Geschichte immer wieder Experimente mit Titan (Powerbook), Aluminium und Glas (alle Macs) oder Keramik und Gold (Apple Watch) gibt und gab. Was Ive zusammen mit seinem Kollegen Marc Newson nun aber für die alljährliche Auktion (RED) für den Global Fund produziert hat, setzt neue Maßstäbe, wenn auch nicht für Apple-Produkte: Ein Diamantring völlig aus Diamant. Normalerweise setzen Schmuckdesigner einen oder mehrere Diamanten auf einen Metallring, Ive und Newson jedoch frästen den Ring aus einem Block, mit Hilfe einem nur wenige hundert Mikrometer dicken Wasserstrahl. In den Ring sind 2000 bis 3000 Facetten geschliffen, so viele wie noch nie zuvor in einem einzelnen Schmuckstück. Auf der Auktion am 5. Dezember in Miami sollte der Ring zwischen 150.000 und 250.000 US-Dollar einbringen.

Zerlegt: Die Spezialisten für Reparaturanleitungen von iFixit haben iPad Pro und Apple Pencil zerlegt, kaum dass die beiden Geräte in den Handel gelangten. Dabei fiel beim Apple Pencil eine Anordnung von Kapazitätssensoren auf. Diese erlauben Spekulationen darüber, dass der Stift nach einem mögliche Softwareupdate auch Wischgesten verstehen könnte. Bisher reagiert er nur auf Doppeltipp und wechselt dabei das Werkzeug, etwa von Stift zu Radiergummi. Insgesamt bringe das iPad Pro leichte Fortschritte in Sachen Reparierbarkeit, meint iFixit. Der modulare USB-C-Port lasse sich leichter austauschen, auch die Batterie sei nur mit Klebestreifen fixiert. Doch sei nach wie vor zu viel zusammengeklebt, was Reparaturen erschwere, etwa auch LCD und Glasvorderseite. Der Verzicht auf einen Homebutton erhöhe aber die Ausfallsicherheit.

Weitere Nachrichten:

iMovie: Unterstützung für mehrere Video-Formate eingestellt

Das Videoschnittprogramm iMovie ist für viele Hobbyfilmer- und Filmemacher das Programm der Wahl. Durch die übersichtliche Benutzeroberfläche und die unkomplizierte Bedienung ist es wesentlich zugänglicher als Programme wie zum Beispiel Final Cut Pro oder Adobe Premiere. Außerdem ist es auf jedem Mac vorinstalliert und kostenlos. Nutzer des Programms sollten allerdings ihre Mediatheken überprüfen, denn Apple hat bekannt gegeben mit der nächsten MacOS-Version einige Dateiformate in iMovie nicht mehr zu unterstützen . Dabei gehe es um „alte Videoformate“, als Beispiele führt Apple unter anderem die Videocodecs DivX und CineForm an. Eine genaue Auflistung der Formate gibt es nicht. Allerdings erhalten Nutzer von iMovie aktuell einen Hinweis, wenn sie ein Projekt öffnen, dass dieses zukünftig nicht mehr unterstützte Videoformate enthält.

Das Vorgehen passt zur Firmenphilosophie von Apple, sich von alten Technologien relativ schnell zu trennen. Für einige Nutzer könnte das aber zum Problem werden. Es gibt durchaus noch viele Anwender, die größere Mengen Videomaterial in den alten Formaten besitzen. Für diese heißt es jetzt entweder das Material zu konvertieren oder ihre Projekte abzuschließen, während die Formate noch unterstützt werden. Letzteres ist übrigens auch die Empfehlung von Apple. Wer seine Dateien konvertieren möchte, findet dafür online zahlreiche Apps. Bei größeren Datenmengen könnte das allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen.

T-Mobile Mini: Streaming-Box geleakt

Schon seit 2017 gibt es Gerüchte, dass T-Mobile in den USA ins Internet-TV-Geschäft einsteigen möchte. Ein neues Patent der FCC zeigt nun eine Streaming-Box namens T-Mobile Mini, die wohl schon in Kürze in den Handel kommen soll. Erste Fotos erinnern an die Streaming-Box Apple TV von Apple. Auf der Rückseite der schwarzen Hardware T-Mobile Mini befinden sich zwei HDMI-Ports, einer dient als Eingang, der andere als Ausgang zum TV. Dazu kommt ein LAN-Port sowie der Stromanschluss. Auf der Vorderseite hingegen bringt T-Mobile einen USB-Port für Updates und den Anschluss von Festplatten unter. Ein Koax-Anschluss fehlt hingegen, daher wird T-Mobile Mini wohl nur Internet-TV unterstützen.

Zusätzlich unterstützt die Streaming-Box von T-Mobile WLAN nach dem ac-Standard, Bluetooth LE und wohl auch die Steuerung über eine Fernbedienung. Diese ist auf den Bildern aber nicht zu sehen. Wann genau das TV-Angebot von T-Mobile in den USA starten soll, bleibt unklar. Auf der letzten Anlegerversammlung teilte das Unternehmen aber mit, dass man sich noch im Zeitplan befinde und den Dienst zum Jahresende starten möchte. Über die monatlichen Preise liegen hingegen noch keine Informationen vor. Unklar bleibt auch, ob die Box eine einmalige Gebühr kosten oder als Teil des TV-Abos angeboten werden soll.

 

Windows 10 soll für Gamer besser werden

"Ich denke, wir haben eine Menge Arbeit unter Windows zu erledigen."

Diese Worte hat am Wochenende der Microsoft-Chef-Sparte Phil Spencer auf dem XO18-Event von Microsoft in Mexico gesagt. Und er fügte hinzu, dass er sich nun persönlich darum kümmern wolle, dass Gaming in Windows 10 besser wird. Die US-IT-Site The Verge zitiert Spencer mit den Worten: "Windows ist etwas, dem ich mich sehr verpflichtet fühle, ich habe das Feedback zu unserem Shop gehört. Ich werde eine größere Führungsrolle bei dem, was mit dem Windows Store passiert, übernehmen. Es wirklich auf die Spieler zugeschnitten machen, von denen wir wissen, dass sie das Beste aus dem, was wir zu bieten haben, sehen wollen."

Damit will Microsoft auf die Kritik der Gamer auf den Microsoft Store reagieren, über den Microsoft seine eigene Spiele nicht nur für die Xbox One, sondern auch für Windows 10 zum Download anbietet. Gamer kritisieren dabei häufig, dass die Spiele mit starken Einschränkungen daherkommen und Funktionen nicht unterstützen, die man von Desktop-Spielen gewohnt ist, die man über Steam & Co. erworben hat. Sogar die Installation oder die Aktualisierung der Spiele sind oft mit Schwierigkeiten verbunden.

Spencer verspricht in dem Interview, dass alle diese Probleme in naher Zukunft gelöst werden sollen. Bereits jetzt arbeitet Microsoft an einer verbesserten Xbox-App für Windows 10. Das Feedback der Windows-10-Nutzer habe aber auch gezeigt, dass sie sich mehr Verbesserungen im Bereich der WIndows-10-Spiele wünschen. Etwa verbesserte Chat-Funktionen, die es auf der Xbox One (und Xbox 360) schon gibt und komfortablere und schnellere Spiele-Downloads und -Aktualisierungen.

 

Star Wars: John Williams veröffentlicht Theme neu

Da schlägt das Star-Wars-Fan-Herz gleich um ein Vielfaches höher: Der legendäre Film-Komponist John Williams hat jetzt ein neues Arrangement des Star-Wars-Themes "Across the Stars" aus Star Wars: Episode VII - Angriff der Klonkrieger veröffentlicht.

Den Liebes-Song hat John Williams für die Star-Violinistin Anne-Sophie Mutter neu für Violine mit Orchester arrangiert. Dazu hat John Williams auch noch ein paar weitere seiner Werke neu bearbeitet. Das Ganze soll dann im kommenden Jahr in Form eines neuen Albums von Mutter auf den Markt kommen. Außerdem ist am 14. September 2019 auf dem Münchner Königsplatz ein großes Konzert mit Orchester geplant, auf dem die John-Williams-Stücke zu hören sein werden.

Wer nicht so lange warten möchte, der findet im nächsten Clip den neu arrangierten Star-Wars-Themes  "Across the Stars". Zu sehen ist ein Auftritt von Anne-Sophie Mutter an diesem Wochenende. Die Weltpremiere fand bereits einige Tage vorher - am 6. November - mit der Berliner Philharmonie statt.

Der nächste, für 2019 geplante, Star-Wars-Film wird wohl der letzte Star-Wars-Film sein, für den John Williams neue Musik komponieren wird. Nach dieser Trilogie wird es dann keine neuen Star-Wars-Werke mehr von Williams geben. Williams war bisher als Komponist für alle Star-Wars-Filme mit Ausnahme von Rogue One beteiligt.

 

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