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Morgenmagazin vom Dienstag, 16. Januar 2018

16.01.2018 | 07:00 Uhr |

Chinesischer Verbraucherschutz will Antworten von Apple +++ Mac im Businnes: "Apple at Work" mit neunen Infos +++ iPhone 7 in China erfolgreich +++ Google patcht CPU-Bugs ohne Performance-Verlust +++ Samsung hat faltbares Smartphone auf der CES gezeigt +++ Google Home und Chromecast: Bugs bei WLAN-Verbindung +++ Akkuprobleme bei Macbooks? Nutzer beklagen kurze Standby-Zeit

16. Januar: Rekordversuch

Wir w√ľnschen allseits Guten Morgen! Wir haben es an dieser Stelle ja schon √∂fter gefragt: Was wird aus dem Mac Mini? Kommt da noch was? Eine Antwort haben wir nicht bekommen, zumindest keine von Apple. Immerhin auch keine abschl√§gige. Cupertino k√∂nnte sich ja auf den Standpunkt stellen: Wozu? Die Zielgruppe ist √ľberschaubar und nicht besonders anspruchsvoll, wird also weder 4K-Videoschnitt auf der Maschine betrieben noch die neuesten Mac-Spiele zocken wollen. Technik aus dem Jahres 2014 kann heute doch nicht schlecht sein. Selbst wenn sie an sich noch ein, zwei Jahre √§lter ist, denn die neuesten Chips hatte der Mini ohnehin nie bekommen.

Also wird Apple den Mac Mini weiterhin verkaufen, seit nunmehr drei Jahren und etwa drei Monaten unver√§ndert. Wenn in diesem Jahr kein Nachfolger kommt wir der Mini auch nicht aus dem Angebot fallen. Wom√∂glich hat Apple mit dem Einsteigermac in der Version late 2014 ja gro√üe Pl√§ne und will seinen eigenen Rekord brechen hinsichtlich Verf√ľgbarkeit. Den h√§lt bisher der Mac Plus, der am 16. Januar 1986 auf den Markt kam und den Apple unver√§ndert bis zum 15. Oktober 1990 verkaufte. Anderthalb Jahre, also etwa bis Juli 2019 m√ľsste der Mac Mini (late 2014) noch durchhalten, um zum neuen Dauerbrenner der Mac-Geschichte zu werden.

Ein Verkaufsstopp oder die Abl√∂sung durch einen Nachfolger w√ľrde ja nicht einmal das Ende bedeuten, High Sierra l√§uft auch auf dem Mini von 2014 und weitere zwei oder drei Iterationen von macOS sollte der Rechner mit seinen Intel-Core-Chips der vierten Generation noch verkraften k√∂nnen. Auch der Mac Plus hielt noch l√§nger durch, selbst das im Oktober 1996 ver√∂ffentlichte System 7.5.5 lie√ü sich noch auf der alten M√ľhle installieren, erst mit System 7.6 war dann Schluss.

Wie der Mac Mini heute war der Mac Plus in seiner Sp√§tphase eine Erg√§nzung des Sortiments am unteren Ende der Preiskategorie, mit Macintosh SE und Macintosh II hatte Apple besser ausgestattete und teurere Rechner im Angebot. Dabei bot der Mac Plus bei seiner Premiere vor 32 Jahren schon wesentliche Neuerungen, der RAM von 1 MB war f√ľr damalige Verh√§ltnisse geradezu riesig, vor allem, weil er sich auf bis zu 4 MB aufr√ľsten lie√ü. Neu am Mac war damals auch die SCSI-Schnittstelle, √ľber die vielf√§ltige Peripherie Anschluss an den Mac fand. Peter M√ľller

Lesetipps f√ľr den Dienstag

Erfolg: Der chinesische Markt ist f√ľr Smartphonehersteller aus dem Ausland schwierig, doch einer hat es geschafft, in die Liste der zehn am besten verkauften Smartphones im Jahr 2017 zu kommen: Apple. Das iPhone 7 Plus war demnach das zweitmeist verkaufte Smartphone im vergangenen Jahr, nur das Oppo R9s ging noch besser weg, hat Counterpoint Research ermittelt. Dass der Markt aber stark fragmentiert ist, zeigt sich an den Anteilen der beiden Top-Seller: Das iPhone 7 Plus hat nur 2,8 Prozent Marktanteile erreicht, das Oppo R9s gerade einmal drei Prozent. Auf Platzt f√ľnf der Liste steht das iPhone 7 mit einem Anteil von 2,4 Prozent. Laut Counterpoint haben die Verkaufszahlen von einer Preissenkung in der zweiten Jahresh√§lfte profitiert, aber auch in den ersten sechs Monaten des Jahres habe sich Apple beachtlich geschlagen.

Aktualisiert: Ohne weitere Ank√ľndigung hat Apple letzten Freitag seine Website "Apple at Work" aktualisiert, auf der der Mac-Hersteller Informationen zum Einsatz seiner Produkte in Unternehmen gibt. Apple und das Business, das waren lange Zeit unvereinbare Begriffe, in B√ľros und Produktion bevorzugten Firmen meist die Konkurrenz. Das hat sich in den letzten Jahren nicht nur dank des iPhone ge√§ndert. Laut einer Studie von Jamf w√ľrden 75 Prozent der Anwender in Unternehmen einen Mac als ihren n√§chsten Computer verwenden, wenn sie die Chance dazu h√§tten, IBM sieht Apple mittlerweile in Corporate America angekommen. Auf seiner aktualisierten Website bereitet Apple neue Informationen √ľber Anwendungen seiner Produkte auf, die aber nicht nur in B√ľros zum Einsatz kommen, sondern auch bei Produktionsjobs hilfreich sind. In letzter Zeit ist Apple immer mehr Kooperationen mit Businessspezialisten wie IBM, Cisco, Deloitte, SAP oder Accenture eingegangen.

Vorfall: Die chinesische Verbraucherschutzorganisation Shanghai Consumer Council will bis zum Freitag dieser Woche Antworten von Apple zum Thema ausgebremste iPhones und schlie√üt sich damit weltweitem Druck auf den iPhone-Hersteller an. Die Statistik spricht klar gegen Cupertino, meldet die Nachrichtenagentur Reiters. Denn w√§hrend beim Shanghai Consumer Council¬† im Jahr 2015 insgesamt 964 Beschwerden √ľber Apples Produkte und Services eingingen, seien es im Jahr 2017 2615 Vorf√§lle gewesen.

Herzschlagfinale : Die Apple Watch warnt ihre Tr√§ger, √ľberschreitet der Ruhepuls einen bestimmten Wert. Dieser Mechanismus funktioniert laut Apple nur dann, wenn man mindestens zehn Minuten in Ruhe verbraucht hat, also nicht w√§hrend oder unmittelbar nach eines Trainings, denn da darf der Puls ruhig erh√∂ht sein. Weltweit wollten Tester die Behauptungen Apples √ľberpr√ľfen, was aber nicht so leicht ist. Wer will sich schon in einen Zustand bringen, der potentiell ungesund ist und vor allem wie? Hilfe brachte am Wochenende der US-Sport und damit eine Best√§tigung, dass der Mechanismus tats√§chlich funktioniert. Denn als im Playoff-Spiel der Divisional Round gegen Ende der Partie der New Orleans Saints bei den Minnesota Vikings die F√ľhrung mehrmals wechselte und die Vikings schlie√ülich knapp obsiegten, regte das viele Football-Fans vor den Fernsehern so auf - postitiv wie negativ - dass ihr Puls auch im Sitzen in die H√∂he schnellte und die Apple Watch Alarm schlug. In der Bundesliga ist die Aufregung ja recht begrenzt, wir hoffen auf ein spannendes Champions-League-Viertelfinale oder -Halbfinale, um das Warnsystem der Apple Watch zu √ľberpr√ľfen. Zur Not warten wir auch bis Mai auf das Finale in Kyiv.

Weitere Nachrichten:

Google patcht CPU-Bugs ohne Performance-Verlust

Auch Google muss seine riesigen Serverfarmen gegen die CPU-Bugs Meltdown und Spectre absichern. Die Kunden der Cloud-Produkte seien laut Google mittlerweile vor den Schwachstellen gesch√ľtzt . Seit Monaten seien dazu Mitarbeiter von Google und anderen Unternehmen auf Spectre und Meltdown angesetzt worden. Schon seit September seien Dienste wie Gmail, die Google Suche und Google Drive ohne Ausf√§lle abgesichert worden. Ein Performance-Verlust sei bei keinem der Dienste nach der Absicherung feststellbar gewesen.¬†

Eine simple Deaktivierung der f√ľr die Schwachstellen verantwortlichen Funktionen im Prozessor w√ľrde laut Google zwingend zu einer Leistungsverminderung f√ľhren. So w√ľrden einige Apps langsamer laufen. Arbeitet auf dem gleichen Kern ein weiteres Programm, k√∂nnte dies den Tempoverlust noch verst√§rken. Dank einer Software von Paul Turner namens Retpoline konnte der CPU-Bug behoben werden, ohne dass hierf√ľr alle betroffenen Funktionen des Prozessors deaktiviert werden mussten. Der Performance-Verlust sei laut Google dadurch minimal. Der Suchmaschinenriese stellt die Technik laut eigenen Angaben auch anderen Herstellern und Anbietern zur Verf√ľgung. Seit Dezember seien alle zur Google Cloud Plattform (GCP) geh√∂renden Dienste vor Spectre und Meltdown gesch√ľtzt.

Samsung hat faltbares Smartphone auf der CES gezeigt

In Geheim-Briefings soll Samsung auf der CES 2018 in Las Vegas ausgew√§hltem Publikum sein erstes, faltbares Smartphone vorgestellt haben. Ger√ľchte dar√ľber, dass Samsung ein derartiges Smartphone entwickelt, kursieren bereits seit Jahren. Nun scheint die Technik so weit fortgeschritten zu sein, dass solche faltbaren Smartphones tats√§chlich auf den Markt kommen k√∂nnten. Eine koreanische IT-News-Seite berichtet jedenfalls, dass mit der Massenproduktion der Ger√§te noch Ende des Jahres begonnen werden k√∂nnte. Im ersten Quartal 2019 k√∂nnten dann solche Smartphones auf den Markt kommen. Vielleicht als Galaxy 10 (oder X) als Nachfolger des Galaxy S9, welches in diesem Fr√ľhjar vorgestellt wird?

Und was genau wurde nun auf der CES 2018 gezeigt? Angeblich ein 7,3 Zoll großes Smartphone mit in beide Richtungen faltbarem Smartphone-Display, welches von Samsung Display entwickelt wurde. Das war es auch schon, denn mehr Informationen liegen nicht vor.

Den Prototypen eines faltbaren Smartphones hatte Samsung bereits auf dem Mobile World Congress 2017 in Barcelona hinter verschlossenen T√ľren pr√§sentiert. Bei dem auf der CES 2018 gezeigten Modell soll es sich um ein Upgrade des fr√ľher gezeigten Mondells gehandelt haben. Eine allererste Version eines faltbaren Displays hatte Samsung sogar bereits auf der CES 2011 vorgestellt. K√∂nnte nun endlich Ende 2018 die Zeit reif f√ľr das Samsung Galaxy X sein? Vielleicht, aber noch steht eine offizielle Ank√ľndigung aus.

Ein faltbares Smartphone wirft au√üerdem viele wichtige Fragen auf: Die Apps f√ľr faltbare Panels m√ľssen entsprechend angepasst werden, aber wie gut gelingt dies dem Hersteller? Wie hoch f√§llt die Akku-Laufzeit angesichts des geringen Platzes aus? Wie teuer wird das erste faltbare Smartphone kosten und wie gut wird es angesichts des Preises ausgestattet sein?

Google Home und Chromecast: Bugs bei WLAN-Verbindung

Google-Ger√§te wie Chromecast oder Google Home k√∂nnen das Heimnetzwerk blockieren : Ein Fehler sorgt weltweit daf√ľr, dass die Ger√§te ihre WLAN-Verbindung nicht mehr aufrecht erhalten k√∂nnen. Konkret sind Router von Asus, Linksys, Netgear, TP-Link und Synology von dem Fehler betroffen. Teilweise waren die Router zeitweise gar nicht mehr erreichbar oder waren zumindest f√ľr einen Zeitraum vom Internet abgeschnitten.

Laut einem Mitarbeiter von TP-Link tritt der Fehler speziell dann auf, wenn sich Chromecast oder Google Home im gleichen Netzwerk mit einem Android-Ger√§t mit der aktuellen Version des mobilen Betriebssystems befinden.¬†Wenn eine App, beispielsweise YouTube, den Chromecast oder Google Home aus dem Schlafmodus aufweckt, sendet das Ger√§t Pakete an das Netzwerk, um weitere kompatible Ger√§te zu finden. Normalerweise findet diese Suche aller 20 Sekunden statt, aktuelle Android-Versionen hingegen √ľberfluten das Netzwerk beim Aufwachen mit derartigen MDNS-Paketen (Multicast Discovery Packets). Teilweise werden √ľber 100.000 Pakete in kurzer Zeit an den Router geschickt. Je l√§nger sich das Ger√§t im Schlafmodus befunden hat, desto mehr Pakete prasseln auf das Netzwerk ein. Der Router steigt irgendwann aus und verweigert die Verbindung mit dem Ger√§t oder sogar die Verbindung zum Internet. Besitzer eines Routers von Linksys oder TP-Link k√∂nnen die Firmware ihrer Ger√§te aktualisieren. Auch andere Hersteller d√ľrften in K√ľrze entsprechende Updates ver√∂ffentlichen. Alternativ sollten die betroffenen Ger√§te zeitweise aus dem Netzwerk entfernt werden, um eine Blockierung des Routers zu verhindern.

Akkuprobleme bei Macbooks? Nutzer beklagen kurze Standby-Zeit

Probleme mit Akkus sind bei Notebooks keine Seltenheit, dank der iPhone-Problematik sind aber wohl auch viele Anwender sensibilisiert. So erregten in den letzten Tagen Berichte einiger Anwender Aufmerksamkeit , ihr Macbook w√ľrde im Standby-Modus rapide an Akkukapazit√§t verlieren . Schaltet man sein nagelneues Macbook mit geladenem Akku in den Ruhezustand, soll es ja laut Apple ‚Äěbis zu‚Äú 30 Tage durchhalten. Dagegen berichtet ein Nutzer schon von 27 Prozent Kapazit√§tsverlust nach drei Tagen, ein anderer von 15 Prozent pro Tag. Sogar bei ausgeschaltetem Macbook sinke die Akkuleistung um knapp f√ľnf Prozent pro Tag. Ein Test des Akkus im Apple Store verlief ohne Beanstandung, laut Apple-Angestellten w√§ren f√ľnf Prozent Kapazit√§tsverlust bei neueren Modellen √ľblich. Ein Austausch des Akkus wurde abgelehnt.

Unsere Meinung:

Ist Apples Versprechen langer Standby-Zeit also falsch? Wie die Probleme mit dem Ruhezustand entstanden, l√§sst sich von au√üen leider schwer einsch√§tzen. Das Thema hat n√§mlich einige Hintergr√ľnde, die man beim Messen der Standby-Zeit kennen sollte: So haben leider die meisten Anwender nur den Akkustand nach dem ersten Tag gepr√ľft, nicht den Akkuverbrauch √ľber mehrere Wochen. Nach dem Aktivieren des Ruhezustandes verl√§uft der Leistungsverlust eines voll geladenen Akkus aber nicht gleichf√∂rmig . Er ist am ersten Tag sehr hoch und sinkt nach einigen Tagen deutlich. F√ľr die l√§ngere Aufbewahrung eines Notebooks empfehlen Hersteller sogar, den Akku auf etwa 50 Prozent zu entladen. Bei sehr alten Akkus mit hunderten Zyklen sind lange Standby-Zeiten ebenfalls nicht mehr zu erwarten.

Ein weiteres Problem: Es gibt im Ruhezustand zwei unterschiedliche Modi, Apple unterscheidet hier zwischen Ruhezustand (bei dem u.a. der RAM aktiv bleibt) und Standby-Modus (alle Komponenten deaktiviert). Schaltet man einen nach 2013 hergestellten Mac in den Ruhezustand, wird erst nach drei Stunden Verz√∂gerung der stromsparende Standby-Modus aktiviert. Dabei wird etwa der Arbeitsspeicherinhalt auf die SSD kopiert. Allein diese drei Stunden sorgen f√ľr zus√§tzlichen Strombedarf.

Dieser stromsparende Standby-Modus wird außerdem nur aktiv, wenn das Macbook mit irgendwelchen Medien, Geräten oder Netzwerkkabeln verbunden ist. Auch eine SD-Karte oder Bluetooth-Verbindung kann anscheinend diesen Standby-Modus verhindern. Es ist außerdem nicht auszuschließen, dass Softwareprobleme die Ursache sind, weniger ein Hardwarefehler. So berichtete etwa im Apple-Forum ein Anwender von ähnlichen Problemen, die nach einem Systemupdate wieder verschwanden .

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