2267197

Morgenmagazin vom Dienstag, 18. April

18.04.2017 | 07:02 Uhr |

Apples Schwierigkeiten mit der Touch ID im iPhone 8 +++ Apple erhält Erlaubnis für autonome Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen +++ Externe Nvidia-GPU beschleunigt Macbook Pro +++ iOS und Android beherrschen den Markt +++ Fast jeder Dritte nutzt TV-Streamingdienste +++ Amazon gibt Mikrofon-System des Echo-Lautsprechers weiter +++ Facebook will Fake-Accounts sperren

18. April: Der überspringende Funke

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Im Jahr 1981 startete MTV sein Programm frech mit "Video Killed the Radio Star" von den Buggles - mittlerweile ist aber die Technikgeschichte längst auch über das Musikfernsehen gerollt. Das Format Musikvideo erfreut sich zwar weiterhin großer Beliebtheit, doch findet man die mal mehr oder minder wertvollen Kurzfilme auf anderen Kanälen - bei Youtube und in den diversen Streamingservices Apple Music, Spotify, Tidal und Konsorten. Das Radio indes hält sich besser als das Musikfernsehen, als überall verfügbares Echtzeitmedium, für das man - von der allgemeinen Abgabe pro Haushalt und den Endgeräten einmal abgesehen - nichts ausgeben muss. Das Radio hat es als Gesamtmedium aber auch leichter als einzelne Fernsehsender und wird auch in der digitalen Ära bestehen. Ob denn nun der Sender per Ultrakurzwelle, digital per DAB+ oder gleich über das Internet empfangen wird, spielt letztlich keine Rolle. Die Digitalisierung ist zudem die Chance für das Radio, seine eigenen Produkte von einem festen Sendeschema entkoppelt anzubieten.

Es spielt zudem keine Rolle mehr, ob denn der Anbieter eines Programms dieses in Hilversum, Wladiwostok oder vom Wendelstein aus anbietet. Das Internet kennt in dem Sinne keine Langwelle, Mittelwelle oder Kurzwelle . Die Funkwelle als solche wird zum Anachronismus, mit Ausnahme der letzten Meter vom Telefonsendemast oder dem WLAN-Router. Doch allein das Wort "Funk" ist bereits ein Relikt aus den Anfangszeiten der drahtlosen Informationsübertragung, Funken schlagen die Transmitter schon lange nicht mehr.

Der international gebräuchliche Begriff "Radio" für den Funk trifft es besser, es handelt sich hier um elektromagnetische Strahlung, die in Frequenz oder Amplitude verändert ist, um Informationen zu tragen - oder in der digitalen Variante mal sendet, mal nicht. So feiern Technikfreunde heute auch den 92sten Geburtstag der International Amateur Radio Union (IARU) und damit den Weltamateurfunktag. Das Wort "Amateur" trägt dabei im Deutschen noch dazu eine Konnotation, in der sich die Angesprochenen in ihrem anspruchsvollen Hobby kaum wiederfinden dürften: Die des Laien, des Stümpers. Wer aber auch in digitalen Zeiten eine Heidenfreude daran hat, Signale anderer Amateure aus fernen Ländern aufzuspüren und seine Kennung so weit wie irgend nur möglich zurück zu senden, ist ein Liebhaber der Materie - die wahre Bedeutung des Wortes "Amateur".

So lauschen auch wir Laien heute begeistert nicht im Äther, denn dieses hypothetische Trägermedium der elektromagnetischen Welle hat seit 130 Jahren ausgedient, seit dem weiß man, das Licht aller Frequenzen sich auch im Vakuum ausdehnt und von Materie nur abgebremst und damit abgelenkt wird. Aber wir hören heute mal wieder genau hin, was sich so im Flurfunk und auf den offiziellen Kanälen dieses großen Experiments Internet so tut. Seien Sie live mit dabei! Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Notlösung: Laut des Analysten Andy Hargreaves von Pacific Crest Securities hat Apple technische Probleme mit der Touch ID des kommenden iPhone 8, das ohne einen festen Homebutton auskommen wird. Noch sei es nicht zufriedenstellend gelungen, den Fingerabdrucksensor auf dem Display an beliebiger Stelle unterzubringen. Dies müsse aber in den nächsten Wochen gelingen, sonst blieben Apple nur drei Optionen, eine schlechter als die andere. Denn das iPhone 8 könnte deshalb entweder erst später in den Handel kommen, Apple könnte wie beim Samsung Galaxy S8 die Touch ID auf die Rückseite des Gehäuses verlegen oder sogar ganz auf das Feature verzichten.

Erlaubnis: Ob aus Apples ominösen Project Titan eines Tages das Apple Car entsteht, ob Cupertino nur wesentliche Technologien für autonome Automobile zur Marktreife entwickelt oder ob sich die von Bob Mansfield angeleiteten Ingenieure in eine Sackgasse manövriert haben, ist nicht gewiss. Doch scheint Apple das Projekt zumindest nicht auf Eis gelegt zu haben und hat nun vom Staat Kalifornien die Genehmigung erhalten, selbstfahrende Autos auf öffentlichen Straßen zu testen. Diese Erlaubnis hatten auch Google und Uber für ihre entsprechenden Projekte einholen müssen. Apple darf nun mit Elektronik für autonomes Fahren ausgerüstete drei Lexus-Fahrzeuge des Baujahres 2015 ausprobieren, zudem sind sechs Fahrer benannt, die während der Tests hinter dem Steuer sitzen, die Elektronik überwachen und gegebenenfalls eingreifen müssen.

Enormer Leistungszuwachs: Apple dreht beim Mac Pro eine Rolle rückwärts, weil vor allem die Grafikleistung des Zylinders zu wünschen übrig und sich nicht verbessern lässt. Dass externe GPUs aber prinzipiell eine Lösung für das Problem sein könnten, zeigen die Experten von egpu.io in einem Benchmark mit dem Macbook Pro von 2016. Dessen interne Grafik erreicht im Luxmark-3.1-Benchmark zwar immerhin 5822 Punkte mit der Radeon Pro 450 und 6056 Punkte mit der Radeon Pro 460, die neuen Nvidia-Titan-GPUs, per Thunderbolt 3 in externen Gehäusen von Akitio und Mantiz angesprochen warten aber mit der vierfachen Grafikleistung auf. So erreicht das Macbook Pro mit einer Nvidia GeForce GTX 980 Ti 22.673 Punkte und sogar 23.172 Punkte mit der neuen 1080 Ti. Bleibt zu hoffen, dass die Karten oder ihre Nachforlger, für die Nvidia auch Mac-Treiber bereit stellt, tatsächlich auch ihren Weg in den Mac Pro von 2018 finden. Per PCI-E sollten dann noch bessere Ergebnisse möglich sein.

Nostalgie: Wie macOS 10.13 aussehen wird, wissen wir in gut sieben Wochen, wie denn das klassische Mac-OS vor 25 oder 30 Jahren ausgesehen hat, das können wir uns im Internet Archive ansehen. Die Dauerausstellung von alten Computersystemen hat ihr Angebot nun um Installationen von System 6 und System 7 erweitert und bietet auch die passende Software wie MacPaint oder MacWrite zum Ausprobieren an - ohne dass man ständig Floppy-Disks wechseln müsste.

Kommissar Technik: Auf großen Menschenansammlungen wie Festivals geht die größte Gefahr von Taschendieben aus, die es heutzutage weniger auf Geldbörsen und mehr auf Smartphones abgesehen haben. Anders als die Lederbeutel lassen sich aber iPhone und Co relativ einfach wieder aufspüren, was Diebe beachten und deshalb besser die Finger davon lassen sollten. Mit den Tücken der Technik musste sich auf dem Coachella am Ostersonntag laut eines Berichts von Consequence of Sound ein Taschendieb befassen, der sich von den Besuchern insgesamt rund 100 Geräte gemopst hatte. Opfer, die den Verlust rechtzeitig bemerkten, konnten jedoch auf den noch nicht gestohlenen Telefonen ihrer Freunde die Funktion iPhone-Suche aktivieren und so den Dieb auf dem Gelände lokalisieren und verfolgen sowie das Sicherheitspersonal alarmieren. Dieses konnte den Langfinger dann auch dingfest machen und der Polizei übergeben.

iOS und Android beherrschen den Markt

Laut den neuesten Smartphone OS-Daten von Kantar Worldpanel ComTech ist auf dem Markt eine eindeutige Dominanz der Betriebssysteme iOS und Android zu erkennen. iOS konnte sein Wachstum in vielen Regionen der Erde erhöhen. Lediglich in Japan, Spanien und China muss sich iOS gegenüber Android geschlagen geben.
 
Die Zeiten, in denen ein BlackBerry OS oder etwa Windows Mobile eine ernstzunehmende Konkurrenz darstellen, sind längst vergangen. In Zukunft wird der Smartphone-Markt lediglich von iOS und Android bestimmt werden, wonach sich auch die Telefonhersteller richten werden, findet auch Lauren Guenveur von Kantar Worldpanel:
 
„Im Februar zeigte der Mobile World Congress 2017 das wahre Gesicht des Marktes, auf welchem zwar Nokia und BackBerry für viel Aufmerksamkeit sorgten, nun aber unter Android anstatt ihrem eigenen OS laufen.“
 
Auf den fünf größten europäischen Märkten – Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien – hat Android mit 74,3 Prozent der verkauften Smartphones eindeutig die Oberhand – im Vergleich zum letzten Jahr waren es 72,9 Prozent. Rund 22,7 Prozent der verkauften Smartphones laufen unter iOS, wobei das iPhone 7 in Deutschland, Frankreich und Großbritannien mit so den begehrtesten Modellen zählt.


Im ersten diesjährigen Quartal kann Android rund 83,2 Prozent der verkauften Smartphones für sich beanspruchen. Im Vergleich zum letzten Jahr entspricht dies einer Steigerung von 9,3 Prozent. Neben Apple (16,6 Prozent) und Xiaomi (14,5 Prozent) bleibt Huawei im asiatischen Raum weiterhin an der Spitze.
 
Im Vergleich zum letzten Jahr sanken die Nutzerzahlen von Android-Geräten um 1,8 Prozentpunkte auf insgesamt 56,4 Prozent, iOS konnte allerdings 2,9 Prozent mehr Nutzer für sich gewinnen und liegt somit bei 42 Prozent.
 

Fast jeder Dritte nutzt TV-Streamingdienste

Fast jeder Dritte in Deutschland nutzt im TV bisher Streamingdienste. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov veröffentlichte. Dabei gaben 28 Prozent der Befragten an, Filme, Serien oder Dokumentationen bei Netflix und Co. anzuschauen.

Insgesamt 76 Prozent der Verbraucher entscheidet sich aber gegenwärtig noch für das klassische, linear verbreitete Fernsehen. Gut jeder Dritte (35 Prozent) nutzt den Service der Mediatheken, 11 Prozent der Befragten haben sich Abo-Anbieter zugelegt wie zum Beispiel Sky. Mehrfachnennungen waren dabei möglich.

Der in Deutschland mit Abstand am häufigsten genutzte Streamingdienst ist Amazon Prime Video. Diesen Anbieter nannten 64 Prozent der befragten Streamingnutzer. Deutlich dahinter folgt mit 36 Prozent Netflix vor Maxdome mit 15 Prozent. Auf "Sonstige" entfielen 24 Prozent.

Wenn es um das Abspielgerät geht, auf dem Bewegtbildinhalte gesehen werden, hat der gute, alte Fernseher immer noch Vorrang: 88 Prozent haben ihn in Betrieb. Am PC oder am Notebook schauen sich 41 Prozent der Leute ihre Inhalte an. Das Smartphone sowie das Tablet nannten jeweils 17 Prozent.

Beim technischen Empfang liegen der Satellit (44 Prozent) und das Kabel (43 Prozent) fast gleichauf. 6 Prozent der Befragten gaben an, das IPTV-Signal im Netz zu nutzen. Immerhin haben sich seit der Einführung Ende März schon 5 Prozent für DVB-T2 entschieden.

Und: Mehr als jeder Fünfte in Deutschland (21 Prozent) geht generell nicht ins Kino. Ebenfalls 21 Prozent sehen sich dort weniger als einmal im Jahr einen Film an. Nur 2 Prozent sind echte Kinofans und gucken mindestens einmal in der Woche einen Film. Und nicht einmal jeder Zehnte (9 Prozent) geht mindestens einmal im Monat ins Kino.

Jeweils rund jeder siebte (15 Prozent) schafft das mindestens einmal im Vierteljahr, einmal im halben Jahr (13 Prozent) oder einmal im Jahr (15 Prozent). (dpa/rs)

Amazon gibt Mikrofon-System des Echo-Lautsprechers weiter

Das Gerät hat sieben Mikrofone, die es ihm erlauben, die Anweisungen des Nutzers aus verschiedenen Richtungen zu hören und zu erkennen. Die Hersteller bekommen auch Zugang zum dafür nötigen Know-How, erklärte Amazon am Donnerstag.

Der Echo-Lautsprecher war ein Überraschungserfolg und Google brachte inzwischen das Konkurrenz-Gerät Home mit seinem eigenen digitalen Assistenten auf den Markt. Beide Unternehmen versuchen, ihre Software in viele Geräte anderer Anbieter zu bringen. Apple und Microsoft sind mit ihren Assistenten Siri und Cortana auf dem Markt. (dpa/rs)

Facebook will Fake-Accounts sperren

Facebook will künftig Fake-Accounts sperren. Das erklärte Shabnam Shaik vom Facebook Protect and Care Team. Dazu würde Facebook nach Accounts Ausschau halten, die sich verdächtig benehmen - also beispielsweise die immer gleichen Postings wiederholt veröffentlichen oder Unmengen von Nachrichten absetzen würden.

Die nun offensichtlich verstärkte Suche nach Fake-Accounts gehört zu dem Maßnahmenpaket, mit dem das soziale Netzwerk Fake-News besser bekämpfen will. „Wenn Menschen sich auf Facebook genauso darstellen wie im richtigen Leben, dann handeln sie verantwortungsbewusst“, so Shaik. „Fake Accounts dagegen folgen nicht diesem Muster“, führt sie weiter aus.

Wenn Facebook einen verdächtig erscheinenden Account entdeckt, dann sperrt es ihn zunächst. Der Inhaber wird dann gebeten, seine Identität zu beweisen. In Frankreich habe Facebook mit dieser Vorgehensweise bereits 30.000 Fake-Konten enttarnt und gesperrt.

Erst vor wenigen Tagen haben Facebook und Google neue Tools gegen Fake-News vorgestellt. Facebook kennzeichnet seit kurzem verdächtig erscheinende Postings. Allerdings hat Facebook Probleme, Fake-News-Prüfer zu finden.

Wegen seines lange Zeit recht nachlässigen Umgangs mit Fake-News und Hasskommentaren kritisierte Bundesjustizminister Heiko Maas wiederholt das populäre soziale Netzwerk.

.


2267197