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Morgenmagazin vom Dienstag, 19. Februar 2019

19.02.2019 | 07:01 Uhr |

Huawei will Apple-Zulieferer ausspionieren +++ Apple trennt sich von fünf Zuliefern von potentiellen Konfliktmineralien +++ Dritte Beta von macOS 10.14.4 +++ Lightroom-Konkurrent Luminar bekommt Update +++ Youtube schuld am "flache Erde"-Boom? +++ Firefox 67 mit neuem about:config für Browser-Konfiguration +++ Star Wars: Episode IX ist nun abgedreht

19. Februar: Wenig charmant

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Zwar war es Steve Jobs, der im Jahr 1984 den Macintosh der Öffentlichkeit vorgestellt hatte und auf das finale Ergebnis hatte der Apple-Gründer auch bedeutenden Einfluss, auf den Weg gebracht und benannt hatte das Projekt jedoch ein anderer: Jef Raskin. Seine Vision war eine andere. Während Jobs von Features ausging und das Projekt anhand dessen definierte, was das fertige Produkte leisten sollte, war für Raskin der Preis entscheidend. Seine Version des Macintosh sollte nur 500 US-Dollar kosten, aus vorhandener und bald verfügbarer Technik wollte Raskin das Maximum heraus holen. Von der Maus und damit der grafischen Benutzeroberfläche, die Jobs bei einem Besuch des Palo Alto Research Center mitgebracht hatte, hielt Raskin wenig. Nichts dürfe den Anwender ablenken und ihn dazu bringen, die Hände von der Tastatur zu nehmen. Nicht einmal ein Programmwechsel sollte stören: Der Computer müsse selbst erkennen, ob sein Nutzer nun eher einen Texteditor oder einen Kalkulator benötigte, lautete die Vision.

Steve Jobs, der kurz davor aus „seinem“ Lisa-Projekt geflogen war, hatte zum 20. Januar 1981 im Macintosh-Team ein neues Betätigungsfeld gefunden und war dort schnell mit Raskin über Kreuz geraten. Nicht nur aufgrund der unterschiedlichen Zielsetzungen.

Raskin sah sich genötigt, am 19. Februar 1981 ein Schreiben an den damaligen CEO Mike Scott zu schicken, in dem er sich bitterlich über den Kollegen beschwerte. Jobs halte sich nicht an Vereinbarungen, komme zu spät zu Terminen, entscheide intuitiv und nicht faktenbasiert, höre nicht zu, lasse Leute nicht ausreden und greife sie in Diskussionen persönlich an und nicht ihr Argument. Alles in allem sei er ein schlechter Manager.

Derartige Vorwürfe hatten zu jener Zeit auch andere Mitarbeiter Jobs’ erhoben, Raskin war nicht allein mit seiner Einschätzung. Nicht von ungefähr war auch in der Lisa-Gruppe kein Platz mehr für ihn.  Doch mag Raskin der Initiator des Projekts gewesen sein und Scott der Chef, Jobs war aber der Gründer und große Teile des Ladens gehörten ihm noch. So verwunderte es wenig, dass er im Machtkampf mit Raskin obsiegte und letztendlich den Mac mit seinem Team, das ihm auch nicht immer wohlgesonnen war, zur Marktreife entwickelte. Scott ging bereits im Juli 1981, Raskin etwa ein halbes Jahr danach.

Mag Raskins Charakterisierung von Jobs durchaus zutreffend gewesen sein, so ohne waren die Ideen des Steve Jobs nicht. Die Computergeschichte gab Jobs letztlich  Recht: Der Mac ist 1984 gekommen, um zu bleiben. Zumindest nach Stand 2019ff. Aus Raskins Visionen wurde tatsächlich auch noch ein Produkt, der Canon Cat war aber kein langes Leben beschert und keinerlei Nachruhm.

Lesetipps für den Dienstag

Nächste Runde : Gestern Abend hat Apple die dritte Beta-Version von macOS 10.14.4 veröffentlicht, eine neue Vorabversion von iOS, die sonst zeitgleich erscheint, fehlt jedoch. In macOS 10.14.4 wird Apple Smart TVs von Drittherstellern unterstützen, Apple News kommt zudem nach Kanada.

Schwierigkeiten : Apple will mit seinem Videoservice sein Wachstum voran trieben, steht nach Ansicht des Jefferies-Analysten Tim O'Shea aber vor großen Schwierigkeiten. Denn Filmstudios werde Apple nur schwer davon überzeugen können, ihre Inhalte über Apple TV zu streamen, zumal Apple 30 Prozent der Umsätze für sich behalten will. Die Konkurrenz insbesondere von Netflix, Hulu und Amazon ist zudem recht groß, die Kunden werden sich kaum mehr als einen Streamingdienst leisten wollen, Apple werde für sein Angebot vermutlich 15 US-Dollar im Monat verlangen. Für originale Inhalte will Apple zwar eine Milliarde US-Dollar investieren, das ist aber nur ein Bruchteil dessen, was Netflix ausgibt.

Firmengeheimnisse: Huawei versucht laut eines Berichts von The Information, Details von Apples Zulieferern über Bauteile der Apple Watch zu erfahren. Wie das Magazin berichtet, ist Huawei aber in Sachen Pulssensor aber auf Granit gestoßen, der Zulieferer wollte keine Details über den Preis für die Komponente verraten. Huawei scheint aber an einer eigenen Smartwatch zu arbeiten.

Zulieferer: In seinem jüngsten Conflict Minerals Report erklärt Apple, im vergangenen Jahr fünf Hütten und Raffinerien aus seiner Lieferkette entfernt zu haben, im Bemühen um eine "saubere" Zulieferung von Rohstoffen wie Zinn, Coltan oder Gold, bei deren Gewinnung oft Kinderarbeit und andere Menschenrechtsverletzung eine Rolle spielen. Die fünf nun ehemaligen Zulieferer hätten sich einer gründlichen Prüfung verweigert, heißt es in dem Bericht. Die anderen 258 Zulieferer würden sich jedoch an die von Apple geforderten Standards halten.

Weitere Nachrichten:

Lightroom-Konkurrent Luminar bekommt Update

Mit Skylum Luminar lassen sich Fotos in einer eigenen Bibliothek verwalten. Zudem bietet das Programm viele Bildbearbeitungswerkzeuge, von denen einige Künstliche Intelligenz nutzen. So etwa Accent AI und AI Sky Enhancer. Neben neuen Funktionen soll das Update auf Version 3.0.2 die Stabilität und Geschwindigkeit von Skylum Luminar erhöhen.

Dank dem Feedback der Benutzer, die verschiedene Probleme gemeldet haben, soll die Windows- und Mac-Version von Luminar 3.0.2 nun große Stabilitätsverbesserungen bieten. In der  Windows-Version lassen sich laut Skylum nun Fotos und Ordner schneller zum Katalog hinzufügen. Außerdem soll die Startzeit beim erneuten Laden des Katalogs nun kürzer sein. Die Verbesserungen der Mac-Version umfassen unter anderem eine Fehlerbehebung beim Verschieben von Dateien zwischen externen und internen Laufwerken. Diese nun nicht mehrmals dupliziert. Einige Kameras zeigten beim Export mit dem sRGB-Profil Farbverschiebungen, auch dieser Bug wurde behoben. Zudem sollen das Importieren und Öffnen von Luminar-Dateien (.lmnr-Dateien) verbessert worden sein.

Skylum möchte dieses Jahr noch einige weitere Updates für Luminar veröffentlichen. So soll bald eine RAW + JPEG-Unterstützung folgen, auch die Vorschau der Luminar Looks soll schneller werden. Auch eine Möglichkeit virtuelle Kopien anzulegen und die IPTC-Infos zu bearbeiten soll dieses Jahr noch folgen. Zudem soll die Suchfunktion verbessert werden und weitere AI-Funktionen folgen. Für Lightroom-Umsteiger wird zudem eine Funktion zur Lightroom-Migration folgen.

Das Update auf Luminar 3.0.2 ist sofort verfügbar und für Besitzer von Luminar 3 kostenlos. Auf bis zu fünf Geräten (Windows und Mac) kann man Luminar gleichzeitig verwenden. Luminar 3.0.2 kostet für Neukunden 69 Euro .

Youtube schuld am "flache Erde"-Boom?

Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass Youtube zum Großteil Schuld an dem Aufkommen der „Flat Earther“ hat und die Community rund um die flache Erde populär gemacht habe, berichtete The Guardian .

Auf dem weltweit größten „Flat Earth“-Treffen 2017 in den USA in Raleigh, im Bundesstaat North Caroline bei Denver, interviewten die Studienmacher dazu rund 30 Teilnehmer. Hier zeigte sich schnell ein Muster. 29 von 30 Teilnehmern gaben dabei an, dass sie vor zwei Jahren die Erde noch nicht als flach betrachteten, ihre Meinung allerdings durch Youtube-Videos geändert wurde. Die einzige Person, die etwas anderes angab, war ein Vater, der mit seiner Tochter und dem Schwiegersohn an der Konferenz teilnahm. Ihm trugen seine Tochter und deren Mann Theorien, die allerdings ebenfalls aus Youtube-Videos stammten, zu.

Auch zeigte sich, dass die meisten der Interviewten über andere Verschwörungstheorien, wie etwa Theorien zum 11. September, dem Sandy-Hook-Massaker oder dem angeblichen Fake der Mondlandung, zum Thema „Flat Earth“ stießen. Youtube hatte die Videos beim Ansehen von Videos der genannten Verschwörungstheorien angeboten.

Eines der beliebtesten Flat Earth-Videos, "200 Beweise, dass die Erde kein rotierender Ball ist", scheint besonders effektiv zu sein, weil es Argumente bietet, die viele Denkweisen ansprechen, von biblischen Literaturwissenschaftlern und Verschwörungstheoretikern bis hin zu solchen mit einer eher naturwissenschaftlichen Ausrichtung.

Auf die eine oder andere Weise glaubten die Befragten bald der Flat-Earth-Theorie und fragten sich schon bald: "wo ist die Kurve" und "warum liegt der Horizont immer auf Augenhöhe"?

Youtube selbst möchte den Hype um krude Verschwörungstheorien eindämmen, und Video-Empfehlungen zu solchen Theorien zukünftig möglichst vermeiden. Dazu wurde ein spezieller neuer Algorithmus entwickelt, der Verschwörungstheorien schon vorher erkennen soll, und diese dann nicht mehr in den Empfehlungen landen. Die Videos selbst landen aber auf keiner Blacklist, wenn man explizit danach sucht, können die Videos weiterhin angesehen werden. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: Youtube entfernt Empfehlungen zu Verschwörungstheorien

 


Firefox 67 mit neuem about:config für Browser-Konfiguration

Wenn Sie in die Adresszeile von Firefox about:config eingeben, bekommen Sie Zugriff auf eine Fülle von Konfigurationsmöglichkeiten des Mozilla-Browsers. Damit können Sie Firefox viel umfangreicher an Ihre Bedürfnisse anpassen, als es mit dem Einstellungen-Menü von Firefox möglich ist. Diese about:config-Seite wird mit Firefox 67 komplett anders gestaltet, wie der Mozilla-Experte Sören Hentzschel schreibt.

Die bisherige about:config-Oberfläche basiert bis einschließlich Firefox 66 auf der Mozilla-eigenen Oberflächen-Sprache XUL, wie Hentschel erklärt. Ab Firefox 67 setzt Mozilla diese Konfigurationsseite aber komplett mit den gewohnten Webstandards HTML und Javascript um. Das sorgt nicht nur für eine neue Optik, sondern auch für ein anderes Bedienkonzept.

Der Benutzer kann dann auf about:config Einträge entweder durch Ziehen mit gedrückter Maustaste oder Dreifachklick markieren. Mehrere Einstellungen sollen sich gleichzeitig kopieren lassen. Lange Werte werden anders als bisher nicht mehr abgeschnitten, sondern dann mehrzeilig angezeigt. Die gewohnte Textsuche für Webseiten funktioniert dann auch im neuen about:config. Auch das Kontextmenü soll ab Firefox 67 dem normalen Kontextmenü von Webseiten entsprechen.

Bisher müssen Sie in about:config eine Zeile doppelt anklicken, um sie bearbeiten oder einen Schalter zurücksetzen zu können. Ab Firefox 67 gibt es dafür stattdessen Schaltflächen zum Anklicken (siehe Screenshot oben). Eine neue Einstellung fügen Sie wiederum hinzu, indem Sie in das Suchfeld den gewünschten Einstellungsnamen eingeben, den passenden Options-Typ auswählen und dann die Hinzufügen-Schaltfläche anklicken.

Übrigens werden nicht alle Funktionen des bisherigen about:config in die neue Oberfläche übertragen, sondern nur solche, die bisher auch tatsächlich benutzt wurden. Das soll die Wartbarkeit von about:config erleichtern. Stattdessen will Mozilla aber auch neue Optionen in about:config nachtragen wie eine Liste von Favoriten oder eine Anzeige kürzlich veränderter Einstellungen, wie Hentzschel ankündigt.

Das neue about:config erscheint wie gesagt mit Firefox 67. Dieser soll laut Mozillas derzeitiger Planung am 14. Mai 2019 veröffentlicht werden.

Star Wars: Episode IX ist nun abgedreht

Es ist geschafft: Die Dreharbeiten für "Star Wars: Episode IX" sind Ende letzter Woche abgeschlossen worden. Das bestätigt auch Regisseur, Produzent und Autor J.J. Abrams in einem durchaus emotionalen Tweet. Als Zugabe gibt es auch ein Foto vom Set, auf dem unter anderem Rey (Daisy Ridley) und Finn (John Boyega) zu sehen sind, wie sie sich umarmen. Der Text von J.J. Abrams zu dem Foto: "Es fühlt sich unglaublich an, aber heute sind die Aufnahmen von Episode IX beendet worden." Er dankt der "magischen Crew und Besetzung" und verspricht: "Ich stehe für immer in eurer Schuld."

Nach Star Wars: Episode VII (Das Erwachen der Macht) aus dem Jahre 2015 und Star Wars: Episode VII - Die letzten Jedi aus dem Jahr 2017 sind damit auch die Dreharbeiten an dem letzten Film der Trilogie von J.J. Abrams abgeschlossen. Am 19. Dezember 2019 kommt der Film nun in die deutschen Kinos. Genügend Zeit für die Post-Production und dem letzten Feinschliff.

Das gleiche Foto wie J.J. Abrams nutzt auch John Boyega (er spielt Finn), um das Ende der Dreharbeiten per Tweet mitzuteilen. Es sei ihm eine Freude gewesen, an diesen Filmen mit so "wundervollen Meschen" zu arbeten. Und er dankt J.J. Abrams dafür, dass er seine Träume verwirklichen konnte. Joonas Suotamo, der in der Trilogie und im Film Solo: A Star Wars Story den Chewbacca verkörpert, tweetete ein Foto von der Party der Star-Wars-Crew anlässlich des Drehschluss.

Eine wichtige Frage bleibt aber offen: Noch ist der konkrete Titel für Star Wars: Episode IX noch nicht verkündet worden. Bis zum Kinostart sind es ja aber auch noch 305 Tage.

Jedes Ende ist auch ein Anfang: Mit dem Ende der J.J.Abrams-Trilogie ist noch lange nicht Schluss mit Star Wars. Die nächste Trilogie entsteht unter der Federführung des Regisseurs Rian Johnson, der auch bei Star Wars: Episode VIII - Die letzten Jedi die Regie führte und am Drehbuch mitschrieb, ehe dann in Teil IX wieder J.J. Abrams die Regier übernahm. Die Handlung der nächsten Filme, also Star Wars X bis XIII, sollen nach denen der Teile VII bis IX spielen. Falls Sie den Überblick über alle Star-Wars-Folgen verloren haben - hier stellen wir alle Folgen vor und ordnen sie chronologisch ein.

 

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