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Morgenmagazin vom Dienstag, 20. Februar 2018

20.02.2018 | 06:55 Uhr |

Updates gegen Telugu-Fehler: iOS 11.2.6 und macOS 10.13.3 Supplemental Update +++ Experte wirft Apple mangelnde HomePod-Tests vor +++ Flippy: Dieser Roboter brät Hamburger +++ Landkreise wollen Glasfaser-Breitbandausbau konsequent bis ins Haus +++ Vodafone: Beschädigte Glasfaserkabel legen tausende Haushalte lahm +++ APFS-Problem: Datenverlust beim Kopieren auf Image-Datei +++

20. Februar: Steinalt

Wir wünschen allseits guten Morgen! Wer möchte das nicht: Steinalt werden. Nicht steinalt sein, die Mühen des Alters sahen aus der Ferne doch weit weniger herausfordernd aus als sie es tatsächlich sind. Nein, steinalt werden. Bleibt die Frage: Welcher Stein?

Die ältesten bekannten irdischen Gesteine sind gut 3,5 Milliarden Jahre alt, also kaum jünger als der Planet selbst. Dass es derart alten Boden gibt, ist auch eher selten. Mit ein Grund, warum Leben die Erde besiedeln und auf ihr bleiben konnte, sind die steten Erneuerungsprozesse. Alter Meeresboden verschwindet in den Subduktionszonen in den Erdmantel, wird dort eingeschmolzen und kommt mit einem frischen Mix von Mineralien wieder an anderen Stelle an die Oberfläche.

Anderswo stoßen auf dem flüssigen Erdmantel schwimmende Kontinente aufeinander und falten riesige Gebirge auf - die Alpen, den Himalya. Aber das sind recht junge Steine, gegenüber denen, die wir hier ein wenig abschätzig Mittelgebirge nennen. Denn diese sind Reste weit älterer Faltengebirge, die über hunderte von Milliarden Jahren von Wind und Wetter abgetragen wurden. So alt wie der Stein auch werden kann, der Zahn der Zeit nagt unerbittlich an ihm.

Nun neigen wir, seitdem wir Sprache entwickelt haben, auch unbelebter Natur Namen zu geben. Zu Bergen angehäuften Steinen etwa. Um so manche drehen sich Legenden, die ihre Entstehung erklären sollten, die des verwunschenen Watzmanns etwa. Und doch kann man nicht genau wissen, wann denn die Alpen zu wachsen begonnen haben, ob das vor 200 Millionen Jahren oder so auf einen Dienstag fiel oder es doch eher ein Freitag war.

Was man an diesem Dienstag aber sagen kann: Der Berg Paricutín in Mexico ist exakt 75 Jahre alt. Denn am 20. Februar 1943 begann sich der neue Vulkan aus dem Michoacán-Guanajuato-Vulkanfeld zu erheben, schon innerhalb der ersten  beiden Tage um 50 Meter. Mittlerweile ist der Paricutín 424 Meter höher als seine Umgebung und damit insgesamt 2880 Meter. Alt wie ein Stein ist also relativ, 75 Jahre sind für einen Berg aber nichts. Der Paricutín wird noch ein ganze Weile weiter wachsen. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Zwischenschritt: Apple hat gestern Abend ein Supplemental Update für macOS 10.13.3 veröffentlicht, das den Telugu-Crash vermeiden soll, da es den zugrunde liegende Fehler behebe. macOS 10.1.3.3 hatte Apple erst im Januar herausgebracht, mit diversen Fixes gegen die Sicherheitslücken Meltdown und Spectre. Der nun behobene Fehler brachte Safari oder die App Nachrichten zum Absturz, wenn ein bestimmtes Zeichen der indischen Sprache Telugu versandt oder empfangen wurde. In iOS besteht der gleiche Fehler, hier liefert Apple mit dem Update auf iOS 11.2.6 ebenfalls eine Behebung. Ursprünglich waren die Fixes erst für macOS 11.14 und iOS 11.3 angedacht, diese werden aber noch ein paar Wochen auf sich warten lassen, Apple war zum Handeln gezwungen.

Comeback mit Hindernissen: Vor gut zwanzig Jahren hat Apple sein Regenbogenlogo abgeschafft und durch einen einfarbigen angebissenen Apfel ersetzt. Dennoch hat nun Cupertino das bunte Signet mit den sechs Farbstreifen wieder zum Schutz beim Marken büro Trademark Office's Trademark Reporting and Monitoring System (TRAM) des US-Patent- und Markenamtes eingereicht, schon im Dezember, wie Apple Insider berichtet.  Konkret hängt der Markenschutz mit der Anbringung des Logos auf Kleidung und Accessoires zusammen. Daraus geht aber eher nicht hervor, Apple wolle zurück in die Vergangenheit und die Achtziger wieder aufleben lassen. Denkbar wäre allenfalls eine kleine Kollektion von Retroklamotten, T-Shirts und Mützen, die Apple etwa in seinem Besucherzentrum im Apple Park verkaufen würde. Wahrscheinlicher ist aber, dass Apple mit diesem Markenantrag schlicht und ergreifend verhindern will, dass andere Hersteller Bekleidungsstücke mit dem bunten Apfel verzieren und sich damit mit fremden Federn schmücken.

Verifiziert: Man wird vermutlich nie genau sagen können, wie sehr eine Troll-Fabrik aus Sankt Petersburg die letzten US-Präsidentschaftswahlen beeinflusst hat oder überhaupt die Beteiligung ausländischer Mächte die Meinungsbildung beeinflussen konnte. Laut eines Berichts der Nachrichtenagentur Reuters will Facebook aber bei den nächsten Wahlen eine Beeinflussung von außen zu verhindern versuchen. Dabei wolle sich die Plattform einer tradierten Technik bedienen: Der Briefpost. Denn wer eine Werbung für einen zur Wahl stehenden Kandidaten auf Facebook buchen möchte, muss seine US-Adresse bestätigen: Mittels einer Postkarte, die Facebook an die angegebene Adresse schickt. Dies erklärte Katie Habarth, Facebooks Direktorin für globale Policy-Programme auf einer Konferenz der National Association of Secretaries of State an diesem Wochenende. Die Authentifizierungsmaßnahme werde immer dann aktiv, wenn in einer Facebook-Anzeige ein Kandidat für ein Bundesmandat erwähnt werde. Bis zum November dieses Jahres, wenn die sogenannten Mid-Term-Elections eine neue Zusammensetzung von Seant und Repräsentantenhaus bestimmen, sollen die Verfahren etabliert sein. Dies werde nicht alle Probleme mit möglicher Wahlmanipulation lösen, räumt Harbath ein, doch würde eine derartige Maßnahme fremden Mächten den Eingriff erschweren.

Symptom: Der HomePod kann unschöne weiße Ringe auf Holzoberflächen hinterlassen, hat Apple schon letzte Woche eingeräumt. Und die Sache gleich herunter gespielt. Das sei völlig normal, weil die Öle im Silikondämpfer, auf dem der Lautsprecher stehe nun einmal mit dem Holz reagieren könnten, andere Lautsprecher würden gleiche Effekte produzieren. Nein, das sei nicht normal, widerspricht nun der Experte für Industriedesign Cesar Viramontes von Y Studios aus San Francisco via Business Insider. Apple habe offensichtlich den HomePod nicht ausführlich genug getestet, hätte man die Verfahren zur Qualitätssicherung ausgereizt, wäre auch aufgefallen, dass in vollkommen üblichen Nutzungsszenarien dieser Effekt auftreten könne. Die gute Nachricht: Apple könne die Produktion in vier bis sechs Wochen anpassen und ein weniger Abdrücke hinterlassendes Silikon einsetzen. Auch noch eine halbwegs gute Nachricht: Der Fehler, wenn man ihn als einen solchen betrachtet, tritt bei weitem nicht auf allen Oberflächen auf, in unserem Test war auf dem rauen Brett aus Kieferholz nichts zu sehen.

Weitere Nachrichten:

Flippy: Dieser Roboter brät Hamburger

Das US-Unternehmen Miso Robotics hat einen Roboter entwickelt, der Burger brät. Investoren haben dem Startup nach anfänglich vier Millionen Dollar nun weitere zehn Millionen US-Dollar für die Expansion zur Verfügung gestellt, wie Techcrunch schreibt. Miso Robotics will seinen automatisierten Burgerbrater Flippy nun an 50 Filialen der Fastfood-Kette CaliBurger ausliefern.
 
Dave Zito, CEO von Miso Robotics, will das frische Geld nutzen um die eigene AI/KI-Plattform und die Möglichkeiten seines Roboters weiterzuentwickeln. Zito zufolge würden die Menschen die Idee eines intelligenten Küchenassistenten, der als dritte Hand fungiert, lieben. Die Filialen, die Flippy bereits einsetzen, würden von steigenden Umsätzen und gestiegener Kundennachfrage nach frisch zubereitetem Essen bei gleichzeitig günstigen Preisen berichten.
 
Was Zito jedoch verschweigt: Was halten die bei den Burgerbratern beschäftigten Mitarbeiter von dem Roboterkollegen? Bei diesen Menschen handelt es sich um in der Regel wenig qualifizierte Angestellte aus dem Niedriglohnsektor, die nur schwer eine andere Arbeit finden. Werden sie durch den Roboter ersetzt – der weder Sozialleistungen, noch Urlaub fordert und auch nicht krank wird – dann stellt sich die Frage, womit die entlassenen Ex-Burgerbrater denn künftig ihren Lebensunterhalt verdienen sollen?
 
Flippy brät die Burger und legt sie dann selbstständig auf die bereit liegenden Burgerbrötchen. Mit Hilfe von Wärmebildkameras erkennt der Roboter, welche Burger bereits durch sind. Ein menschlicher Kollege stellt die Burger dann fertig. Und natürlich nimmt derzeit auch noch ein Mensch die Bestellungen entgegen, auf die hin Flippy die Burger brät. Doch der Bestellvorgang wird bei einigen Burgerbratern wie McDonalds ohnehin schon automatisiert. Übernimmt dann auch noch das Burgerbraten ein Roboter, so ist nur noch für die Fertigstellung (Salatblatt und Tomate auf das Fleisch legen) und die Ausgabe ein Mensch erforderlich. Und selbst diese Arbeitsschritte dürfte man ohne Probleme bald automatisieren können. Dann wäre der Weg frei für die Menschen-freien Burgerbraterei.

Landkreise wollen Glasfaser-Breitbandausbau konsequent bis ins Haus

Die deutschen Landkreise setzen beim Breitbandausbau in den ländlichen Regionen auf eine konsequente Glasfaserkabelverlegung, die nicht am Bürgersteig endet. Der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, forderte am Montag in Berlin, die Glasfaser müsse tatsächlich bis ins Gebäude verlegt werden. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD wird zwar die Glasfaser als die einzig zukunftsfähige Breitbandtechnologie im Festnetzbereich bezeichnet. Das Papier lässt allerdings offen, ob tatsächlich durchgehend das Verfahren FTTB (Fibre To The Building) gemeint ist, also das Verlegen von Glasfaserkabeln bis ins Gebäude. Das Versprechen im Koalitionsvertrag wird durch das Wort "möglichst" eingeschränkt: "Glasfaser in jeder Region und jeder Gemeinde, möglichst direkt bis zum Haus".

Sager bewertete die Koalitionsvereinbarung zwar positiv. "Jetzt muss allerdings Dampf unter den Kessel, damit wir tatsächlich zügig eine flächendeckende Verfügbarkeit von Glasfaser erreichen können", betonte der DLT-Präsident zugleich.

Bei dem Treffen am Montag berieten Vertreter der Landkreise mit der Unternehmensspitze von Vodafone Deutschland, wie der Ausbau von Glasfasernetzen vorangetrieben werden kann. Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter erklärte, über die Hälfte aller deutschen Firmen surfe nach wie vor mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde. "Und auf dem Land werden selbst solche Werte selten erreicht. Hier regiert - für Unternehmen und Bürger - noch viel zu oft Kriech-, statt Lichtgeschwindigkeit. Das wollen wir ändern."

Immer mehr Landkreise und Gemeinden nähmen ihr Breitband-Schicksal selbst in die Hand, sagte Ametsreiter. "Das begrüßen wir. Und wollen als Partner helfen." Mit einem neuen Landkreis- und Gemeindemodell bringe Vodafone gemeinsam mit den Partnern Glasfaser fürs Land. Sein Unternehmen habe deshalb ein zwei Milliarden schweres Ausbauprogramm gestartet - für Gemeinden wie Gewerbegebiete. "Inzwischen rollen in zwei Dutzend Gewerbeparks mit 6000 Firmen bereits die Bagger für unsere Gigabit-Offensive." (dpa/ib)

Vodafone: Beschädigte Glasfaserkabel legen tausende Haushalte lahm

´In der Nacht zum Sonntag fielen in mehreren Berliner Ortsteilen im Südwesten der Stadt plötzlich Internet, Kabelfernsehen und Telefon bei rund 40.000 Haushalten aus. Wie Polizeisprecher Martin Halweg gegenüber dem rbb bestätigte , hatten mehrere Täter die Kabel in der Nacht mit Vorsatz durchtrennt. Sie hatten laut Polizeiangaben im Ortsteil Schmargendorf in Charlottenburg-Wilmersdorf einen Kabelschacht in der Nähe einer Sparkassen-Filiale aufgebrochen. In diesem Schacht verliefen insgesamt 16 Glasfaserkabel unterschiedlicher Anbieter, die von den Tätern beschädigt wurden. Aus diesem Grund fielen unter anderem bei 40.000 Vodafone-Kunden in Friedenau, Steglitz, Schöneberg und Wilmersdorf Telefon, Internet sowie Kabel-TV aus.

Nachdem die Polizei alle Spuren am Tatort sichern konnte, begann Vodafone am Sonntag Nachmittag mit der aufwändigen Reparatur der Glasfaserverbindungen. Gegen 17:20 Uhr war die Störung laut Vodafone dann komplett behoben. Im Gegensatz zu Vodafone, wurden bei der Deutschen Telekom gleich mehrere Kabel bei dem Angriff beschädigt. Betroffene Kunden werden wohl erst Anfang der Woche wieder ans Netz angeschlossen. Die Polizei geht davon aus, dass die Kabel für einen versuchten Einbruch in der nahegelegenen Sparkassen-Filiale durchtrennt wurden. 

APFS-Problem: Datenverlust beim Kopieren auf Image-Datei

Auf einen fast schon heimtückisch zu nennenden Fehler von High Sierra macht Mike Bombich aufmerksam . Wie der Programmierer des Backup-Programms Carbon Copy Cloner feststellte, gibt es einen Fehler im Program "diskimage-helper", der zu Datenverlust führen kann. Das Problem betrifft ausschließlich so genannte Sparse-Images im Format APFS. Images mit der Dateiendung .dmg, auch im Format APFS, sind nicht betroffen, nur die mitwachsenden Images mit der Dateiendung .sparsebundle. Erfahrene Anwender nutzen Diskimages etwa um auf einem NAS Mac-Daten zu sichern oder in einem passwortgeschützten Diskimage Daten auf einem USB-Stick zu schützen.

Das Problem: Man kann einem Diskimage eine bestimmte Kapazität zuweisen, beispielsweise eine Kapazität von 500 GB, auf die das Image anwachsen kann. Befindet es sich aber auf einer 500 GB großen Festplatte und es sind schon 400 GB belegt, kann man nur 100 GB in diesem Diskimage speichern. Wie Bombich beobachtet, gilt dies aber nicht für APFS-Medien unter High Sierra: Obwohl nur 100 GB Speicherplatz verfügbar sind, kann man auf ein solches Diskimage beispielsweise 200 GB an Fotos kopieren! Der für diese Aufgabe zuständige Systemprozess diskimage-helper sollte nach dem Kopieren von mehr als 100 GB eigentlich eine Fehlermeldung bringen wie „Nicht genug Speicherplatz“. Stattdessen läuft der Kopiervorgang aber einfach weiter und wird aus Sicht des Nutzers problemlos durchgeführt. In Wirklichkeit hat man aber seine Dateien „ins Leere“ kopiert. Was Bombich besonders überrascht: Auf dem Image scheinen die Daten völlig in Ordnung zu sein, es ist unter Umständen sogar ein Prüfsummentest möglich. Anscheinend sind die Daten bei gemountetem Image noch im Arbeitsspeicher vorhanden. Nach dem Auswerfen des Images und erneuten Mounten sind die Daten dann allerdings verloren. Bombich hat deshalb für sein Backup-Programm ab Version 5.0.9 die Option entfernt, neue APFS-Images zu erstellen. Nutzt man aktuell APFS-Images, sollte man besser den noch verfügbaren Speicherplatz auf dem Speichermedium kontrollieren.

Unsere Meinung: Der Fehler sollte nicht unterschätzt werden, betroffen sich aber wohl vor allem erfahrene Anwender. Heimanwender nutzen dagegen nur selten Image-Dateien, so muss man auch bei der Erstellung eines Images sowohl das Format APFS als auch Sparsebundle erst gezielt auswählen.

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