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Morgenmagazin vom Dienstag, 21. August 2018

21.08.2018 | 06:24 Uhr |

Bloomberg: Macbook Air und Mac Mini kommen im Herbst +++ Neunte Beta für iOS 12 +++ Patent: Siri könnte bald mehrere Nutzer erkennen +++ Fire TV: Angeblich Videorekorder in Arbeit +++ EU: Soziale Netzwerke müssen Propaganda innerhalb einer Stunde löschen +++ Hue Play: Philips stellt Hue-Lightbar für Gamer vor +++

21. August: Sommernachtsträume

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Wie alle Jahre herrscht in der letzten Dekade des August in Cupertino die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Der kalifornische Sommer treibt zwar zahlreiche Apple-Mitarbeiter für kurze Zeit in die Sommerfrische, angesichts der wenigen Urlaubstage, die in den USA üblich sind und der immensen Zahl von im Apple Park Beschäftigten wird es aber nicht nennenswert leer auf den Zufahrtsstraßen und in der Kantine sein - an diesen Orten merkt man die Abwesenheit der Kollegen bei uns immer am deutlichsten.

Ganz im Gegenteil werden alle Abteilungen Apples jetzt auf allen Zylindern feuern, in weniger als vier Wochen sollte iOS 12 final sein, die neue iPhone-Modellreihe zur Auslieferung kommen und dazu noch ein paar "Nebenprodukte" wie tvOS 12, watchOS 5 und vor allem das Betriebssystem für das einstige Kerngeschäft: macOS 10.14 Mojave.

Es gibt also sicher gut zu tun, die Hardware-Ingenieure dürften ihr Scherflein längst beigetragen haben und hoffen nun, das in der Produktion nichts mehr schief geht, die Software-Ingenieure werden bis zuletzt am System "schrauben". Das Marketing finalisiert die Werbekampagnen für die neuen iPhones und muss eventuell noch auf letzte Entscheidungen von oben warten, wie denn die Modell tatsächlich heißen. Unser Tipp: iPhone (6,1 Zoll, LED), iPhone X (5,8 Zoll, OLED) und iPhone X Plus (6,5 Zoll, OLED). Aber vielleicht kommt alles ganz anders.

Wenn wir mit der Prognose für den 12. September als Termin der Keynote richtig liegen sollten  – dafür spricht aber auch einiges – dürfte gegen Ende nächster Woche die Einladung für das Special Event eintrudeln. Und falls Apple doch schon am 4. oder 5. September die neuen Produkte enthüllen will, kann uns das schon am Donnerstag dieser Woche widerfahren. Dann kennen wir auch das Motto der Keynote, um das es derzeit in den  Chefbüros durchaus noch Diskussionen geben könnte.

Tim Cook dürfte aber schon mal die Präsentation aufsetzen und sich überlegen, welche Details welcher Kollege aus der Chefetage oder knapp darunter im Steve Jobs Theater vorführen darf. Und die Finanzabteilung von Luca Maestri justiert derweil die neuen Geldzählmaschinen, denn es wird womöglich kein heißer Herbst, aber für Apple in jedem Fall ein lukrativer. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Nummer neun: Betas für iOS 12 erscheinen in immer kürzeren Abständen, gestern Abend hat Apple die neunte Fassung für Entwickler veröffentlicht, nur eine Woche nach der zurückgezogenen siebten Beta und der am Mittwoch nachgelieferten achten Vorabversion. Neues bietet die Nummer neun nicht, heute oder morgen sollte sie auch als Public Beta vorliegen.

Neue Macs im Anmarsch: Der in der Regel recht gut von zuverlässigen Quellen informierte Bloomberg-Autor Mark Gurman will nun Genaueres über Mac-Updates für diesen Herbst wissen. Das Macbook Air bekomme demnach ein Update, der 13-Zoll-Formfaktor bleibe zwar, doch das Display bekomme nun die Retina-Auflösung. Ebenso werden die Prozessoren erneuert, das zuletzt aktualisierte Macbook Air muss noch mit Core-Chips der fünften Generation auskommen. Spannender dürfte aber das Update für den seit vier Jahren unveränderten Mac Mini werden, der sich an Enthusiasten und Profis richtet, die ihn etwa für die Entwicklung, als Home-Media-Server oder in Server-Farmen einsetzen. Intels NUC-System Hades Canyon vereine einen Core-Chip der achten Generation mit einer Vega-GPS von AMD, was dem Mac Mini nicht nur einen Leistungsschub verpasse, sondern ihn auch für Thunderbolt 3 qualifiziere. Zwei Ethernetports für den Einsatz im Server-Schrank sollen auch dabei sein, der Einstiegspreis könnte aber über den bisherigen 499 US-Dollar liegen.

Termin: Ob die iPhone-Keynote wirklich am 12. September steigt, bleibt so lange ungewiss, bis Apple einen Termin nennt. Doch die Site Macerkopf berichtet, dass sich deutsche Mobilfunkprovider auf den 14. September als den Tag einrichten, ab dem man die neuen Modelle vorbestellen kann. Das würde zu einer Keynote am Mittwoch davor passen. Aus dem Bericht geht aber nicht hervor, ob Telekom, O2 und Vodafone tatsächlich mehr wissen, oder selbst nur den gängigsten Spekulationen folgen.

Andersrum: Logitech will mit der MX Vertical gewissermaßen die Maus neu erfinden. Anstatt das Eingabegerät so flach und klein wie möglich zu gestalten, wächst die MX Vertical in die Höhe, die Handhaltung ist daher eine ganz andere und stresst Sehnen und Nerven des Mausarms nicht mehr so sehr. Macworlds Leif Johnson hat die Maus getestet und ist nur bedingt begeistert. Denn sie mag zwar dem Karpaltunnelsyndrom und anderen Problemen vorbeugen, ist aber nicht für jeden Zweck geeignet. Allein ihre Größe macht sie eher zu einer stationären Maus, in der Notebooktasche brächte man deutlich mehr Platz als für  Magic Mouse und andere Geräte.

Programmiert: In macOS 10.14 Mojave wird es möglich sein, mit wenigen Klicks einige Automator-Aktionen auf die Touchbar des Macbook Pro zu bringen. Der OLED-Kontrollstreifen könnte dadurch an Nützlichkeit gewinnen. Wie das funktioniert, erklärt unser Computerworld-Kollege Johny Evans. Aktionen, für die sich etwa die Touchbar eignet, wären etwa ein schnelles Umschalten vom Tag- auf den Nachtmodus oder der schnelle Zuschnitt von Bildern.

Weitere Nachrichten:

Patent: Siri könnte bald mehrere Nutzer erkennen

In der vergangenen Woche wurde Apple ein neues Patent vom U.S. Patent and Trademark Office gewährt. Dem Schriftstück zufolge will Apple seine digitale Assistentin künftig noch intelligenter machen und arbeitet an einer Methode, mit der Siri mehrere Menschen, die mit ihr sprechen, unterscheiden kann. Siri soll auf diese Weise ihre Antworten nicht nur individuell auf den Fragenden zuschneiden können, sondern auch dessen persönliche Vorlieben und Abneigungen kennen.

Entsprechende Profile soll Siri auf Grundlage eines so genannten „Voice Prints“ - eines individuellen Stimmabdrucks – erstellen. Die Assistentin soll abhängig von dem Profil, das mit ihr spricht, wissen, welche Aufgaben sie ausführen soll. Die Aufforderung, Nachrichten vorzulesen würde also nur dann funktionieren, wenn der entsprechende Nutzer auch die Berechtigung hierfür hat. Mit Hilfe der unterschiedlichen Stimmabdrücke und Profile soll Siri künftig eine Profil-Bibliothek erstellen, in der Sprache, Wörter und Sprechstil hinterlegt sind. Je öfter die Assistentin genutzt wird, desto besser soll ihre Erkennung funktionieren.

Siri, die mehrere Nutzer erkennt und auf deren Befehle reagiert, könnte sich beispielsweise bei Apples iPad mit mehreren Familienmitgliedern oder dem HomePod als nützlich erweisen. Ob das Patent am Ende tatsächlich Anwendung finden wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Fire TV: Angeblich Videorekorder in Arbeit

Amazon will offenbar im Geschäft mit DVRs (digitale Videorekorder) mitmischen. Bloomberg will aus vertraulichen Quellen von der Existenz eines Geräts namens Frank erfahren haben, mit dem das Live-TV-Programm aufgezeichnet werden kann. Im Gegensatz zur aktuellen Plattform Fire TV soll Amazon in Frank einen physischen Speicher zur Aufnahme verbauen. Die Verbindung zu einem Fire TV erfolge drahtlos, die Streaming-Lösung von Amazon soll auf dem Fire TV zudem auf die aktuellen TV-Inhalte hinweisen.

Sogar das Streaming der TV-Aufzeichnungen auf ein Mobilgerät will Amazon mit Frank ermöglichen. Dann stünden aufgenommene TV-Inhalte auch unterwegs auf dem Smartphone zur Verfügung. Genau diese Funktion sei aktuell aber noch nicht final, sie könnte auch später folgen. Amazon wollte zu den Gerüchten keine Stellung beziehen. Den Termin für die Veröffentlichung des digitalen Videorekorders Frank konnte auch Bloomberg nicht ausmachen. Ob das System in Deutschland in den Handel kommt, bleibt zusätzlich ein Rätsel. Schließlich müssen Kabelnetzbetreiber strenge Vorgaben der Sender einhalten, welche TV-Inhalte überhaupt aufgenommen werden dürfen. Zudem muss sich zeigen, ob Nutzer zusätzliche Investitionen für einen DVR tätigen wollen, schließlich unterstützen auch die meisten TV-Geräte die Aufnahme von Sendungen.

EU: Soziale Netzwerke müssen Propaganda innerhalb einer Stunde löschen

Die Europäische Union will strengere Vorschriften für Social-Media-Plattformen einführen. Wie die Financial Times am Wochenende berichtete, plant die EU die Einführung von Strafzahlungen, wenn Unternehmen wie Twitter oder Facebook terroristische Propaganda nicht innerhalb von einer Stunde nach Veröffentlichung von ihren Plattformen entfernen. Die neuen EU-Richtlinien sollen den Angaben zufolge im nächsten Monat veröffentlicht werden.

Bislang war die Löschung von Propaganda-Inhalten für soziale Medien freiwillig . Nun legt die Europäische Union jedoch eine härtere Gangart ein. Wie Julian King, EU-Kommissar für Sicherheit gegenüber der Financial Times erklärt, soll das neue Gesetz nicht nur für soziale Netzwerke, sondern auch für Webseiten gelten.

Facebook entwickelt bereits seit Ende 2016 zusammen mit anderen Unternehmen an der Entwicklung einer gemeinsamen Datenbank , die terroristische Inhalte auf Websites und in sozialen Netzwerken automatisch identifizieren soll. Dafür werden in der Datenbank Bilder und Videos, die zur Terror-Propaganda benutzt werden, gespeichert. Über einen Abgleich findet das System diese Bilder und Videos wieder, wenn sie erneut zur Verbreitung von Propaganda in Beiträgen eingesetzt werden.

Hue Play: Philips stellt Hue-Lightbar für Gamer vor

Auf der Gamescom stellt Philips sein neustes Hue-Produkt vor: Hue Play. Dabei handelt es sich um eine Lightbar, die horizontal oder auch vertikal betrieben werden kann. Aber auch als Hintergrundbeleuchtung für ein TV-Gerät oder Monitor lässt sich die Lightbar einsetzen.  Hue Play richtet sich ganz klar an die Nutzung mit Hue-Entertainment und Hue-Sync, kann aber auch als ganz normale Hue-Lampe eingesetzt werden.

Die Farbtemperatur beträgt 2000 bis 6500 Kelvin und es lassen sich bis zu 16 Millionen Farben über die Hue-App darstellen. Das Produkt ist auch für jeden interessant, der vor einem Lightstrip, der angeklebt werden müsste, bisher zurückgeschreckt hat. Philips verspricht ein "neues Level an Spannung und Intensität beim Gaming", in dem beispielsweise das Spielgeschehen nicht nur auf dem Bildschirm beschränkt ist, sondern auch das Licht im Hintergrund eine Rolle spielt.

Dank des smart konzipierten Netzteils kann Hue Play mit nur einer Steckdose auf bis zu drei Einheiten erweitert werden. Das Produkt wird erstmals auf der Gamescom in Köln (Razer-Stand, Halle 5.1, Stand B10) gezeigt, vor der offiziellen Präsentation auf der IFA 2018.

Marktstart ist der 15. Oktober 2018. Auf Amazon kann die Hue-Play Lightbar für einen Preis von 76,21 Euro bereits vorbestellt werden. Philips spricht von einer UVP von 69,99, wir gehen davon aus das der Amazon-Preis bald angepasst wird. Bei Amazon greift hier jedoch sowieso die Vorbesteller-Preisgarantie die Ihnen den günstigsten Preis bis zum Auslieferungstermin verspricht.

Auf der kommenden IFA 2018 in Berlin zeigt Philips eine ganze Palette an weiteren Hue-Produkten. Darunter die Pendelleuchte Philips Hue Ensis, die Tisch- und Stehleuchte Philips Hue Signe, die Wandleuchten Philips Hue Sana und Liane, die LED-Panelleuchte Philips Hue Aurelle, die Badezimmerkollektion Philips Hue Adore, die dimmbare Philips Hue White GU10 Spot-Leuchte sowie die Philips Hue Outdoor Lightstrips.
 

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