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Morgenmagazin vom Dienstag, 24. April 2018

24.04.2018 | 06:57 Uhr |

EU prüft Shazam-Übernahme +++ Streaming lässt Musikindustrie wieder wachsen +++ Apples UK-Entwikler präsentieren sich Schülern +++ Apple A12-Chip: Mehr Leistung bei weniger Strombedarf +++ Kabelmarkt: Vodafone will Unitymedia übernehmen +++ Facebook verschiebt seine smarten Lautsprecher auf Oktober +++ Aldi: 65-Zoll-Smart-TV mit HDR und Triple Tuner für 799 Euro

24. April: Für immer

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Heute müssen wir mal kurz über die Ewigkeit nachdenken, selbst zu früher Stunde. Immer wieder wird diese gerade in der populären Musik thematisiert, besonders im Zusammenhang mit ewigen Schüren. "Forever won't be long enough", sang Ed Kowalczyk zur Jahrtausendwende mit seiner damaligen Band "Live", gut zwanzig Jahre zuvor hoffte ein von Meat Loaf gesungener Ich-Erzähler in "Paradise at the Dashboard Light" auf das Ende der Zeiten, weil er jemanden versprochen hatte, bis dahin auszuharren. Bob Dylan wollte "Forever Young" bleiben und Joe Jackson konkrete "19 Forever".  Wir wissen aber doch: In der realen Welt hält nichts ewig. Selbst wenn man wie der HSV scheinbar seit ewig und drei Tagen immer wieder den Kopf aus der Schlinge zieht - das Ende aller Tage in der Bundesliga könnte am Wochenende gekommen sein.

Nun ja, nicht wirklich das Ende aller Tage. Der "Bundesliga-Dino" scheint zwar ein Auslaufmodell zu sein, man darf den HSV aber eben so wie den 1. FC Köln im Falle des Abstieges schon bald wieder im Oberhaus erwarten. Nicht einmal die 2. Liga ist eine ewige Verdammnis.

So hüte man sich also, etwas "für immer" oder auf "immer und ewig" oder eben "forever" anzukündigen. So eine Ewigkeit könnte recht bald vorbei sein, in der IT-Industrie hat das bisher noch ein jedes Unternehmen erfahren und bisher hat sich auch ein jedes Produkt als sterblich erwiesen.

Klar musste Apple am 24. April seiner Kundschaft versichern, dass nach der Vorstellung des spektakulären Macintosh genau drei Monate zuvor nicht all ihre Investitionen in Hardware, Software, Services und vor allem Computer-Wissen obsolet geworden waren. Also lud man zur Vorstellung eines neuen Apple-II-Modells unter dem beruhigenden Motto "Apple II Forever" nach Cupertino ein. Der Apple IIc war auch ein schickes Gerät, aufgebaut auf dem Apple IIe aus dem Vorjahr und etwas tragbarer und kompakter - das "c" stand ja auch für "compact". Man hätte beinahe von einem ersten portablen Apple-Rechner sprechen können, doch hatte der IIc keinen Akku und keinen integrierten Bildschirm und verfehlte daher die Definition eines "Portable". Immerhin wog der Apple IIc nur 3,4 Kilogramm und damit weniger als halb so viel wie der Macintosh Portable fünf Jahre später.

Da war der Apple IIc bereits eingestellt, "forever" dauerte für ihn etwas länger als vier Jahre. Den Apple IIc gab es immerhin noch bis November 1993, dann war die Ewigkeit vorbei.

Die Ewigkeit des Macintosh dauert nun seit 34 Jahren an, einige Tage wird der Mac noch haben. Für Apple ist das iPhone zwar weit wichtiger als der Mac, das iPad steht in vielen Nischen bereits als Nachfolger des Mac bereit, wie dieser einst immer mehr den Apple II verdrängte. Ewige Treue hat uns Apple nicht versprochen, aber ein Leben lang wird das dann doch halten. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Ausgerechnet: Nein, das iPad hat immer noch keine Taschenrechner-App, wie sie seit dessen Anfangszeiten auf dem iPhone vorhanden war. Der Grund ist lediglich ein historischer, das Entwicklerteam, das für den iPad-Taschenrechner zuständig war, hatte angeblich nur die iPhone-App genommen und skaliert - Steve Jobs war das zu wenig. Einen großen Schaden richtet das Fehlen des Calculators auf dem iPad aber nicht an, es fehlt ja auch die Apple eigene Wetter-App. Zahlreiche Anbieter füllen die Lücke, mit Apps, die auch auf dem iPhone nicht nur eine gute Figur machen, sondern erweiterte Funktionen wie einen Einheitenumrechner anbieten. Oder eine Variante für die Apple Watch. Unsere Kollegen der Macworld haben sich durch das Angebot gewühlt und einige Empfehlungen gesammelt. Als beste App dieser Kategorie sehen sie PCalc an, das zwar zehn Euro kostet, aber jeden Cent wert ist. Jede Menge Layouts und Konfigurationsmöglichkeiten, zehn Zwischenspeicher, einen Einheitenumrechner, Zugriff auf jede Menge an Konstanten, 3D-Abkürzungen für die wichtigsten Aufgaben, Varianten für iPad und Apple Watch - nur die Ausgabe von Grafen fehlt. Doch hier springen andere Apps wie Calculator ∞ ein.

Untersuchung: Apples 400 Millionen US-Dollar schwere Übernahme von Shazam steht auf dem Prüfstand der EU-Behörden. Eine intensive Untersuchung soll klären, ob der iPhone-Hersteller mit der Akquise des Musikerkennungsdienstes seine Konkurrenten behindert. Bis zum 4. September will die Kommission wissen, ob Apple unfairen Zugang zu kommerziell relevanten Daten der Nutzer anderer Musikstreamingdienste wie Spotify erhält. Zudem soll geprüft werden, ob es den Konkurrenten schade, wenn Shazam nicht mehr auf sie verweise. Der Zugang zu sensitiven Nutzerdaten würde Apple es erlauben, direkt die Kundschaft der Konkurrenz anzusprechen und diese zu einem Wechsel zu Apple Music zu bewegen.

Personalie: Apple hat einen neuen Chef für seine Niederlassung in Südkorea, wie aus dem LinkedIn-Profil von Brandon Yoon hervorgeht, der bis dato bei Samsung einer der Vice Presidents war. Yoong, der auch lange Zeit für Microsoft gearbeitet hatte, steht eine komplizierte Aufgabe bevor. Apple hat es im Land des größten Rivalen und gleichzeitig wichtigen Zulieferers Samsung nicht leicht, so hatten die Behörden zum Start des iPhone X im vergangenen Jahr eine Hausdurchsuchung bei Apple veranlasst. Ein Gerichtsstreit über die Weitergabe von Marketingkosten an die Telekomprovider ist anhängig.

Aufwärts: Die Musikflatrates von Streamingdiensten wie Apple Music und Spotify verhelfen der Musikindustrie wieder zu Wachstum. Wie Daten von Midia Research zeigen, stiegen die Umsätze durch Streaming von 2016 auf 2017 um 2,1 Milliarden US-Dollar oder 39 Prozent auf 7,4 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig sanken die Umsätze aus CD-Verkäufen und Downloads um 783 Millionen US-Dollar - netto bleibt aber ein kräftiges Plus. Streaming fährt mittlerweile 43 Prozent der Umsätze der gesamten Plattenindustrie ein. Spotify mit seinen 71 Millionen zahlenden Abonnenten bei 159 Millionen aktiven Hörern und Apple Music mit seinen 40 Millionen Kunden sind die wesentlichen Wachstumstreiber.

Aus der Deckung: Apple hat sein Entwicklerteam aus St. Albans nördlich von London mit Schülern zusammengebracht und somit einen kleinen Teil seiner Verschwiegenheit aufgegeben. Dies geschah im Rahmen einer Aktion des von der UK-Regierung angestrengten "Jahrs des Ingenieurswesens": Apple und andere High-Tech-Firmen sollen Kinder für den Ingenieursberuf begeistern. Nicht nur Großbritannien hat Probleme, ausreichend Nachwuchs für High-Tech-Berufe zu finden, nach dem Brexit dürfte es aber schwieriger werden. Denn Johny Srouj, Apples Senior Vice Preident für Hardware-Technologien, erklärte, Apple würde europaweit die besten Talente für Silizium-Design heuern und ebenso Spezialisten für Software. Das Vereinigte Königreich sei Heimat für viele der begabtesten Hardwareentwickler und Apple sei stolz, sein UK Silicon Desing Center in der Nähe weltberühmter Universitäten betreiben zu können, wo es eine hohe Dichte von Talenten gebe.

Weitere Nachrichten:

Apple A12-Chip: Mehr Leistung bei weniger Strombedarf

Bleibt Apple seiner Namengebung treu, wird das kommende iPhone X eine neue (und schnellere) A12-CPU erhalten. Herstellen wird diese CPU laut übereinstimmenden Berichten der taiwanische Hersteller TSMC – voraussichtlich im 7-nm-Verfahren. Digitimes berichtet nämlich unter Berufung auf ungenannte Quellen, dass der taiwanische Hersteller in der zweiten Hälfte von 2018 seine Produktion im 7nm-Prozess stark ausbauen wird – wobei es sich vor allem um die Produktion von A12-CPUs für Apple handeln soll. TSMC ist allerdings auch Auftragsfertiger von Qualcomm. Zwar hatte TSMC erst vor kurzem wegen schlechter Umsätze seine Umsatzerwartungen für 2018 reduziert, Ursache dafür sollen aber schlechte Umsätze im zweiten Quartal sein.

Offensichtlich stehen die Smartphone-Hersteller und einem starken Innovationsdruck: Während die Chips des Macbook Pro im 14-nm-Verfahren hergestellt werden, wurde der A11 des iPhone X bereits im 10-nm-Verfahren produziert. Laut Hersteller soll aber allein durch das neue Fertigungsverfahren die Performance um 20 Prozent steigen und zugleich der Energiebedarf (zumindest des Prozessors) um 40 Prozent sinken.

Mit dem Umstieg auf die neueste Technologie ist Apple ja nicht allein: HiSilicon hat Apples Lieferanten TSMC auch mit der Herstellung des neuen Kirin 980 beauftragt, der etwa im Handy Mate 20 von Huawei landen könnte. Samsung kommender Exynos-9820-Prozessor und Qualcomms Snapdragon-Prozessor 855 sollen ebenfalls 7-nm-Technik bieten.

Interessant ist der kommende A12-Chip aber nicht nur für iPhone-Fans, auch das iPad Pro könnte von dem neuen Chip profitieren. Ist doch das gerade erschienene iPad (ohne Pro) zumindest in der Single-Core-Performance dem iPad Pro 10,5 mit A10-CPU schon sehr nahe gekommen. Denkbar ist allerdings auch, dass das iPad Pro schon bald auf den Markt kommt und noch mit einem A11-Chip ausgestattet wird.

Kabelmarkt: Vodafone will Unitymedia übernehmen

Vodafone hat ein Auge auf die europäischen Kabelsparten von Liberty Global geworfen, das berichtete am Wochenende die Financial Times unter Berufung auf brancheninterne Quellen. Die Zeitung schrieb bereits im Februar von möglichen Übernahmegesprächen zwischen den beiden Konzernen. Sowohl Vodafone als auch Liberty Global hatten diese Verhandlungen später bestätigt. Dem aktuellen Bericht zufolge, stehe die Übernahme mittlerweile kurz bevor.

Der britische Vodafone-Konzern ist gleich an mehreren Liberty-Global-Töchtern in Europa interessiert – unter anderem auch am deutschen Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Das Unternehmen ist in Deutschland in den Bundesländern Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen mit entsprechenden Angeboten vertreten. Bereits 2004 hatte sich Kabel Deutschland an der Übernahme von Unitymedia versucht, scheiterte jedoch am Bundeskartellamt. Im April 2014 war Kabel Deutschland schließlich von Vodafone geschluckt worden.

Für die europäischen Liberty-Global-Teile hat Vodafone den Gerüchten zufolge 16,5 Milliarden Euro geboten. Ob der Milliarden-Deal tatsächlich zustande kommt und ob er vom Bundeskartellamt genehmigt wird, bleibt abzuwarten. Laut Konkurrent Telekom sei die Zusammenlegung der beiden großen Kabelnetzbetreiber in Deutschland „nicht genehmigungsfähig“

Facebook verschiebt seine smarten Lautsprecher auf Oktober

Das taiwanische IT-Nachrichtenmagazin Digitimes berichtet, dass Facebook die Vorstellung seiner beiden smarten Lautsprecher - Codename Fiona und Aloha (die hochpreisigere Variante) - auf Oktober 2018 verschoben haben soll. Die Massenproduktion der smarten Facebook-Lautsprecher soll zwar im Juni 2018 wie geplant beginnen. Facebook soll aber das anvisierte Verkaufsvolumen für 2018 um 20 Prozent gegenüber den ursprünglichen Plänen reduziert haben. Das will Digitimes von Zulieferern erfahren haben.

Für 2019 soll Facebook die geplanten Ordervolumen dagegen nicht gesenkt haben. Offensichtlich vertraut das soziale Netzwerk darauf, dass die Facebook-Nutzer bis zum nächsten Jahr den Datenskandal um Cambridge Analytica vergessen haben.

Ursprünglich wollte Facebook bereits im Mai 2018 seine beiden ersten smarten Lautsprecher als Konkurrenz zu Amazon Alexa, Google Home oder Apple Homepod vorstellen (zum Homepod will Digitlmes von Quellen aus der Lieferkette erfahren haben, dass Apple das Ordervolumen drastisch gesenkt habe. Von bisher 500.000 Geräte pro Monat auf jetzt nur noch 200.000). Doch als bekannt wurde, in welchem Ausmaß das britische Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica die Daten von über 87 Millionen Facebook-Nutzern missbraucht hat, verschob Facebook den Produktlaunch zunächst auf Herbst und jetzt ganz konkret offensichtlich auf Oktober 2018.

Beide Speaker sollen mit 15-Zoll-Touchscreen von LG Display ausgestattet sein. Das taiwanische Unternehmen Pegatron soll die beiden Lautsprecher produzieren. 

Aldi: 65-Zoll-Smart-TV mit HDR und Triple Tuner für 799 Euro

Aldi Süd verkauft ab dem 3. Mai nicht nur ein wirklich günstiges LTE-Tablet, ein preiswerters Einsteiger-Smartphone und ein cooles Klapphandy sowie einen leistungsfähigen Spiele-PC. Sondern auch noch ein Kombi-Gerät aus Notebook und Tablet sowie vor allem einen großformatigen Smart-TV - rechtzeitig vor der im Juni startenden Fußball-Weltmeisterschaft in Russland.

65-Zoll-Smart-TV mit HD Triple Tuner: Ab dem 3. Mai 2018 steht in den Regalen der Aldi-Süd-Filialen ein Medion Life X16506 zum Verkauf. Für 799 Euro bekommt man nicht nur einen Fernseher mit 163,8 cm Bildschirmdiagonale, Ultra-HD-Display (3.840 x 2.160 Pixel, 16:9 Format, Motion Picture Index: 1.200) und LED-Backlight-Technologie, sondern auch mit HD Triple Tuner und HDR für einen erweiterten Kontrastumfang. Dank des integrierten Triple Tuners empfangen Sie Fernsehen via Kabel, Satellit und DVB-T2. Mit einem entsprechenden CI+ Modul und einer Smart Card bietet die CI+ Schnittstelle außerdem Zugang zu verschlüsselten Programmen.

Drei HDMI-Anschlüsse mit HDCP-Entschlüsselung ermöglichen den Anschluss mehrerer externer Geräte. Außerdem sind ein LAN-Anschluss und ein WLAN-Modul integriert. Filme, Musik oder Fotos können so in Verbindung mit der AVS (Audio Video Sharing) Funktion im heimischen Netzwerk auf dem Fernseher abgespielt werden. Mit der Wireless Display Funktion lassen sich Inhalte oder der Bildschirm von Smartphone oder Tablet auf dem Medion X16506 spiegeln. Über die vorinstallierte Netflix-App können auch auf Netflix erhältliche Filme und Serien direkt auf dem Smart TV angesehen werden. Allerdings ist dazu ein Netflix-Abonnement erforderlich. Ein Internetbrowser ist ebenfalls vorhanden.

Den Medion X16506 bedienen Sie per Medion-Life-Remote-App für iOS und Android von Smartphone oder Tablet aus. Eine klassische Fernbedienung liegt allerdings auch bei.

Preis und Verfügbarkeit: Der Medion X16506 ist ab dem 3. Mai für 799 Euro bei Aldi Süd erhältlich. Sie können sich den Smart-TV nach dem Bezahlen in einer Filiale nach Hause liefern lassen. Kunden bekommen drei Jahre Garantie.

Einschätzung: Der Fernseher ist genau das richtige Zubehör für die kommende Fußball-Weltmeisterschaft. Für diesen Preis bekommen Sie laut unserem Preisvergleich sonst nur deutlich kleinere Fernseher.

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