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Morgenmagazin vom Dienstag, 24. Juli 2018

24.07.2018 | 07:04 Uhr |

Homepod: iOS 12 soll Neuerungen bringen +++ Qualcomm-Modems deutlich schneller als die von Intel +++ Apple ID: Neue Phishing-Mails im Umlauf +++ Sensible Roboter sollen erkennen, was der Mensch will +++ Tesla fordert Geld zurück von Zulieferbetrieben +++ Nintendo: ROM-Anbieter auf 100 Millionen Dollar verklagt +++

24. Juli: Anlass zur Freude

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Heute ist Tag der Freude. Klar, werden Sie jetzt sagen, ist ja nicht mehr Montag und der Hochsommer nimmt es überall im Lande voll Fahrt auf. Da muss man sich gar nicht in den Stau stellen oder in einen überfüllten Zug oder Flieger begeben, das ist immer Anlass zur Freude. Aber der 24. Juli ist in jedem Jahr "Tag der Freude". Dummerweise weiß anscheinend keiner mehr, wer wann genau den 24. Juli dazu ausgerufen hat. Angeblich soll das um das Jahr 1981 herum geschehen sein.

"Happiness is Easy" heißt ein fünf Jahre später auf der LP "The Color of Spring" veröffentlichter Song der britischen Band Talk Talk. Die Wege zur Freude, dem schönen Götterfunken, sind mannigfaltig, wir wollen Ihnen hier keine Tipps geben, sie kennen Ihren Weg zur Tochter aus Elysium selbst am besten. Meistens hilft ja vor die Tür gehen und sich bewegen, aber da hört dann die Gemeinsamkeit auch gleich wieder auf. Denn der eine klagt über zu hohe Temperaturen, die andere über zu niedrige und so manchem oder mancher werden die Temperaturen heute einfach immer noch zu mittel sein.

Einen besonderen Anlass zur Freude gab heute vor vier Jahren unser Lieblingscomputerhersteller aus Cupertino. Am 24. Juli 2014 gab Apple erstmals eine Public Beta eines kommenden Betriebsystems heraus, vor OS X 10.10 Yosemite hatten nur registrierte Entwickler das Vergnügen oder auch die Last gehabt, Vorabversionen ausprobieren zu dürfen oder zu müssen.

Für Apple ist das eine Win-Win-Situation: Je mehr Tester, desto mehr Erkenntnisse über Fehler im System und ihre Häufigkeit. Daraus lässt sich prima eine Priorisierung ableiten: Welche Baustellen muss man zuerst schließen? Für den Teil der Kunden, der sich als Fan begreift und der nicht auf die alljährlich im Frühsommer angekündigten neuen Features warten will, ist das ebenso ein Vorteil: Zufrieden installieren sie das neue System vor den meisten anderen, der ab und an eintretende Frust über Probleme mit Betasoftware ist insgesamt nicht so groß wie die Freude am Neuen. Kluge Beta-Tester haben natürlich zuvor ein Backup angefertigt und installieren das neue System - in diesem Jahr heißt es Mojave - auf einem Zweitrechner oder wenigstens auf einer zweiten Partition. Damit die Freude möglichst lang anhält. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Lange Leitung: Verständlich, dass Apple seinem Zulieferer Qualcomm die Partnerschaft aufkündigt, da man sich in einen Rechtsstreit über Lizenzen für Mode-Chips verstrickt hat und stattdessen auf die Lösungen von Intel setzt. Der Schuss könnte aber nach hinten losgehen, legt die Analyse von mehr als einer Million Ookla-Speedtests nahe. Denn diese besagt, dass Android-Smartphones mit dem Chipset Snapdragon 845 deutlich höhere Geschwindigkeiten im Internet erreichen als mit die mit Intel-Modems ausgestatteten Smartphone - also iPhones. In den Netzen von AT&T und Telekom in den USA erreichten mit Qualcomm-Modems ausgestattete Smartphones signifikant höhere Geschwindigkeiten bei Upload und Download, auch die Latenzen waren deutlich geringer. Apple hatte auch über lange Jahre hinweg Modemchips von Qualcomm bezogen und baut nun vermehrt Lösungen von Intel ein. Laut Venture Beat soll Apple gar in aktuellen iPhone-Modellen mit Qualcomm-Modem dessen Leistung künstlich drosseln, damit der Unterschied zum Intel-Modem nicht auffalle.

Update: Mit iOS 12 soll auch der Homepod wesentliche Verbesserungen bekommen. Wie iGeneration berichtet, werde die neue Firmware derzeit nur intern bei Apple getestet, während iOS 12 in Public Beta vorliegt und watchOS 5 immerhin registrierte Entwickler laden können. Die mit dem Update verbundenen Neuerungen sind aber bedeutend. So könne der HomePod nun auch dazu dienen, Telefongespräche zu führen, bisher kann er sie nur annehmen. Voicemails soll der Homepod dann auch vorlesen können. Ebenso werde die iPhone-Suche in den smarten Lautsprecher integriert, der Lautsprecher könne auch mehrere Timer ausführen und problemlos das WiFi wechseln, in das er eingebucht ist. Einige Funktionen, die bisher nur auf die englischsprachige Welt beschränkt sind, wie das Erstellen von Terminen, sollen auch international ausgerollt werden. Das Problem an der Prognose: iGeneration nennt keine genaue Quelle, die Website lag schon öfter bei ihren Vorhersagen daneben. Glaubwürdig klingt der Bericht über die neuen Features durchaus, einige sind längst überfällig.

Überholt: Apples Ladematte AirPower für drahtloses Laden von iPhone und Apple Watch lässt noch auf sich warten, im September ist die Ankündigung ein Jahr her. So kann es kommen, das Samsung für seine Geräte eine ähnlich Lösung schneller auf den Markt bringt. Der Wireless Charger Duo ist laut der niederländischen Site Let's Go Digital eine Erweiterung des Wireless Chargers für die Galxy Smartphones, auf den man noch eine Samsung Watch auflegen kann. Anders als Apples Lösung ist aber ein konkreter Ablageort für Uhr und Handy vorgesehen, während Apples Ingenieure offenbar noch mit der komplizierten Elektronik kämpfen, die gewährleisten soll, dass sich die Geräte überall auf der Matte laden lassen.

Wertstabil: Wer sich ein iPhone kauft, zahlt zwar mehr, hat dafür aber ein in der Regel länger haltendes Gerät und vor allem eines mit hohem Wiederverkaufswert. Das gilt besonders für das iPhone X, wie Zahlen des Spezialisten für Liquidation B-Stock zeigen. Demnach erhalte man derzeit beim Verkauf eines gebrauchten iPhone X im Schnitt 85 Prozent des Neupreises, derart hohe Werte habe man noch nie zu diesem Zeitpunkt für ein iPhone ermittelt. B-Stock führt den hohen Wert auf die starke Nachfrage nach dem iPhone X in den USA zurück, nur zwei Prozent aller iPhone X würden im Ausland verkauft. Bei Gebrauchtkauf gebe es auch keine Altermativen, da die Kunden speziell den Formfaktor des iPhone X haben wollten.

Weitere Nachrichten:

Apple ID: Neue Phishing-Mails im Umlauf

Mehrere Nutzer berichten auf Facebook, seit gestern eine neue Variante einer Phishing-Mail erhalten zu haben. Die Autoren spekulieren darauf, wenn man dem Empfänger richtig Angst einjagt, schaltet der sein Gehirn ab und er gibt sensible Daten an die gefälschten Seite ab. In der Mail wird behauptet, dass die eigene Apple ID "aufgrund einiger verletzten Richtlinien deaktiviert wird". Der Nutzer wird dazu aufgefordert, die eigene Apple ID zu verifizieren. Ansonsten droht Schlimmes: "Deaktivierte Konten können zusammen mit E-Mails, iCloud und anderen mit Apple gespeicherten Daten gelöscht werden."

Wer bis jetzt ob der etwas gewagter Formulierungen und der Drohung zur Apple-ID-Löschung nicht misstrauisch geworden ist, wird nach der Unterschrift "Apple-Unterstützung" wohl endgültig sicher sein, hier handelt es sich um eine Fälschung. Falls Sie eine solche Mail erhalten haben, leiten Sie diese als Anhang an Apple weiter. Dazu existiert eine spezielle E-Mail-Adresse reportphishing@apple.com . Um eine Mail als Anhang weiterzuleiten, klicken Sie darauf und wählen Sie anschließend aus der Menüleiste die Option "E-Mail", weiter "Als Anhang weiterleiten". 

Sensible Roboter sollen erkennen, was der Mensch will

Stellen Sie sich vor, Sie warten im Foyer eines Gebäudes und ein anderer Mensch in einigen Metern Entfernung schaut in Ihre Richtung. Normalerweise ist Ihnen sofort klar, ob die Person Sie bewusst anschaut und Kontakt sucht oder der Blick nur beiläufig in Ihre Richtung fällt. Entsprechend unterschiedlich werden Sie sich verhalten.

Doch was der Mensch intuitiv und mit Leichtigkeit bewältigt, kann für Roboter eine schwierige Angelegenheit sein. Menschen nehmen vielfältige Signale wie Gesichtsausdruck, Körperhaltung und Blickrichtung unterbewusst wahr und reagieren darauf. Das ebnet oftmals den Weg für eine reibungslose, effiziente Kommunikation. Robotern fehlt jedoch eine vergleichbare Sensibilität.

Das zu ändern, ist unser Ziel in dem auf drei Jahre angelegten Projekt "Aufmerksamkeits-Sensitiver Assistenzroboter“ (ASARob) , das im August 2017 startete und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund zwei Millionen Euro gefördert wird. Daran beteiligt sind neben dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB auch das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, das Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW, Unity Robotics, das Cognitive Systems Lab der Universität Bremen sowie die Semvox GmbH.

Die Motivation dafür sind zukünftige Anwendungsszenarien: Damit Roboter Menschen im Haushalt oder in der Pflege unterstützen können, müssen sie grundlegende Fähigkeiten der Interaktion erlernen. Damit ein Roboter sich erwartungskonform, also zwischenmenschlich kompatibel verhalten kann, muss er beispielsweise registrieren, worauf sein menschliches Gegenüber gerade die Aufmerksamkeit richtet und welche Absichten der Mensch verfolgt.

Wenn es gelingt, dass Roboter und Mensch ihre Aufmerksamkeit auf dasselbe Objekt richten und sich dessen auch bewusst sind, spricht man von Joint Attention. Diese Fähigkeit hilft Robotern, Menschen besser zur Seite zu stehen und konkreter auf ihre Wüsche eingehen zu können – denn schon das simple Übergeben eines Gegenstands würde ohne Joint Attention schwierig.

Dafür muss der Roboter aber neben Sprache nicht nur Blickrichtungen, Kopfdrehung und Gesten erkennen und deuten, sondern auch aktiv in der Lage sein, die Aufmerksamkeit seines Gegenübers mit Hilfe seiner eigenen Körperhaltung und Blickrichtung zu lenken. Und er muss im weiteren Verlauf den Menschen beobachten, um sicherzustellen, dass dessen Aufmerksamkeit ausgerichtet bleibt.

Joint Attention ist ein Teilbereich des Affective Computing. Der Begriff steht für die Fähigkeit technischer Systeme, Emotionen des Menschen zu erkennen, angemessen darauf zu reagieren und dadurch die Emotionen des Menschen wiederum (positiv) zu beeinflussen. Kurz: Der Computer soll Empathie simulieren und so die Grundlage für eine gute Mensch-Computer-Beziehung schaffen.

Auf technischer Ebene heißt das: Aus zahlreichen Informationen von Sensoren, die das Gesicht, die Stimme und die Körperhaltung der Person beobachten, leiten Algorithmen – beispielsweise auf Basis maschineller Lernverfahren – die momentane Stimmungslage der Person ab. Darauf soll der Computer eine gefühlvolle und intelligente Antwort geben.

Der Ansatz des Affective Computing wurde erstmals 1995 von Rosalind Picard, einer amerikanischen Elektroingenieurin, beschrieben. Ausgehend von der Erkenntnis, dass Emotionen in der menschlichen Kognition eine wichtige Rolle spielen, postulierte Picard: Damit Computer Menschen effektiv unterstützen können, müssen sie auch in der Lage sein, menschliche Emotionen zu verstehen.

In die gleiche Richtung weist die „Media Equation“. Diese auf Byron Reeves und Clifford Nass zurückgehende Kommunikationstheorie besagt, dass Menschen Computer automatisch und zumeist unbewusst wie eine andere Person behandeln. Menschen sind zum Beispiel höflich gegenüber Computern. Um den damit einhergehenden Erwartungen gerecht zu werden, ist Affective Computing ein entscheidender Ansatz: Er vermeidet negative Emotionen, erhöht die Akzeptanz und erleichtert die Kommunikation.

Das ist genau die Richtung, die mit ASARob verfolgt werden soll. Dabei geht es uns nicht darum, neue Hardware zu entwickeln. Stattdessen wollen die Expertinnen und Experten die Steuerungssoftware mobiler Roboter dahingehend erweitern, dass diese den Aufmerksamkeitszustand des jeweiligen Gegenübers erfassen und bei Bedarf durch entsprechende Aktionen beeinflussen können.

Dafür müssen wir zunächst den Menschen studieren: „Wir beobachten, wie sich Menschen in bestimmten Situationen verhalten, um die kognitiven Grundlagen zu verstehen, auf deren Basis der Mensch Aufmerksamkeit erkennt und nutzt“, sagt Dr. Michael Voit, Leiter der Gruppe Perceptional User Interfaces am Fraunhofer IOSB. „Mit Hilfe dieser Erkenntnisse wollen wir dann ein mathematisches Modell und die entsprechenden Algorithmen entwickeln, welche diese Art der Interaktion nachbilden.“

Damit der Roboter die Aufmerksamkeit von Menschen erkennen kann, verwenden die Fraunhofer-Forscher multimodale Verfahren, nutzen also verschiedene Wahrnehmungskanäle, die sich ergänzen, aber bewusst auch bestimmte Redundanzen beinhalten. Dadurch wird gewährleistet, dass die Aufmerksamkeit von Personen auch in unstrukturierten Umgebungen, wie sie im Alltag zu erwarten sind, robust und fehlertolerant nachvollzogen werden kann: Wenn ein Kanal einmal ausfallen sollte, etwa, weil der Roboter hinter dem Menschen steht und dessen Augen nicht sehen kann, sind Rückfalloptionen nötig.

Für den aktiven Teil – Aufmerksamkeit lenken und den Dialog aufrechterhalten – kommen Sprache und Bewegungen des Roboters zum Einsatz. So kann sich der Roboter nach vorn beugen, zum Nutzer hindrehen oder diesen ansprechen. Die Herausforderung liegt hier darin, diese Ausdrucksmittel so einzusetzen und Dialoge so zu gestalten, dass es den intuitiven Erwartungen der menschlichen Nutzer entspricht.

Wie genau solche „erwartungskonformen Roboter-Reaktionen“ aussehen sollten, untersucht das Fraunhofer IMW anhand bereits existierender und neuer Nutzeranalysen. Als Hardware-Basis für eine exemplarische Umsetzung dient der vom Stuttgarter Fraunhofer IPA und der Unity Robotics GmbH entwickelte Care-O-bot 4 .

Dieser mobile Roboter wurde speziell für die Interaktion mit und Unterstützung von Menschen in Alltagsumgebungen entwickelt. Zudem ist er modular aufgebaut, beispielsweise kann er mit oder ohne Arme eingesetzt werden. Dadurch lässt er sich einfach an unterschiedliche Aufgaben anpassen. Und er beherrscht bereits einfache Assistenzfunktionen: Er kann Gegenstände holen und bringen oder auch Menschen zu vorgegebenen Orten führen.

Mit dem Forschungsprojekt wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Roboter dazu befähigen, Menschen in zwei konkreten Szenarien zu unterstützen. Zum einen soll er im Eingangsbereichs eines Klinikums auf Basis der akustischen und visuellen Merkmale die Aufmerksamkeit einer Person einschätzen. Wirkt diese unsicher oder an einer Interaktion interessiert, soll der Roboter aktiv auf sie zugehen und Unterstützung anbieten. Er kann die Person etwa zur Rezeption weiterleiten oder sie zu ihrem Ziel führen. Unterwegs soll er dann regelmäßig überprüfen, ob die Person ihm noch folgt, ihre Hilfsmittel verwendet und ob sie ihre Aufmerksamkeit noch dem Roboter zuwendet. Am Ziel angekommen, verabschiedet sich der Roboter und bewegt sich zurück zum Eingangsbereich.

Im anderen Szenario soll der Roboter in einem Gruppenraum mit Hilfe geeigneter Unterhaltungsmedien zur kognitiven Aktivierung der Patienten beitragen. Dazu soll er auf interessierte Menschen zugehen und ihnen verschiedene Formen der Beschäftigung vorschlagen, zum Beispiel Memory-Spiele. Neben der reinen Softwareentwicklung für den Roboter sind im Projekt ASARob noch einige weitere Aufgaben zu erfüllen.

Die Bedürfnisse potenzieller Anwender und durch das Projektvorhaben aufgeworfene ethische, rechtliche und soziale (sogenannte ELSI-) Aspekte werden vom Leipziger Fraunhofer IMW erforscht. Die Fraunhofer-Ökonomen stellen frühzeitig eine Marktorientierung sicher und nehmen wirtschaftliche Aspekte im Projekt wie die Werttreiber und die Zahlungsbereitschaft zukünftiger Anwender unter die Lupe.

Und um herauszufinden, ob die Einschätzung des Roboters bezüglich der Aufmerksamkeit seines Gegenübers auch den Tatsachen entspricht, werden in Nutzerstudien zusätzlich Biosignale aufzeichnet und ausgewertet. Für diesen Part des Projekts ist das Cognitive Systems Lab CSL der Universität Bremen verantwortlich.

Nach der Aufmerksamkeitsschätzung folgt die Umsetzung in passendes Verhalten. Dazu gehört neben Gesten auch die sprachliche Kommunikation in Form von Dialogen. Diese Fähigkeit wird die Semvox GmbH beisteuern. Das geriatrische Zentrum in Karlsruhe-Rüppurr und das geriatrische Netzwerk Gerinet Leipzig sind als potentielle Nutzer des Roboters am Projekt beteiligt. In deren Einrichtungen wird der Roboter Praxistests in den zwei beschriebenen Szenarien unterzogen und evaluiert. Der Roboter soll am Ende in der Lage sein, intuitiv mit Menschen zu interagieren. Er soll insbesondere auf ältere Menschen zugehen und diese im Alltag unterstützen können.

Wenn es gelingt, die geplante Aufmerksamkeitssensitivität zu realisieren, ist das für weitere Anwendungsbereiche relevant: Naheliegende Transfers finden sich in Szenarien in Hotels, Krankenhäusern oder Kaufhäusern, in denen Kunden oder Besucher ebenfalls von Robotersystemen begrüßt, informiert und begleitet werden könnten.

Das Potenzial von Maschinen, die erkennen können, wie und warum ein Mensch gerade handelt, reicht aber noch viel weiter: In Produktion und Qualitätssicherung könnte diese Fähigkeit ebenso nützlich sein wie in der Fahrzeugsteuerung. Von nicht minderem Interesse ist es, Computer allgemein intuitiver bedienbar zu machen.

Tesla fordert Geld zurück von Zulieferbetrieben

Tesla will Geld von seinen Zulieferern zurück. Sogar für bereits erbrachte Leistungen sollen Teslas Kooperationspartner Geld zurückerstatten, das Ihnen Tesla bereits gezahlt hat.

Laut dem Wall Street Journal will Tesla an einige seiner Zuliefererbetriebe weniger bezahlen. Doch nicht nur für künftige Lieferungen und Dienstleistungen: Tesla fordert sogar Geld zurück, das es seit 2016 für bereits erbrachte Leistungen und Lieferungen seiner Zulieferer bezahlt hat. Tesla will also nicht nur eine Preissenkung für kommende Leistungen, sondern auch eine rückwirkend geltende Preissenkung. Letzteres ist selbst in den von harten Preisdruck geprägten Verhandlungen zwischen Automobil-Herstellern und deren Zulieferern ungewöhnlich.

Und warum das Ganze? US-Medien vermuten, dass diese Kostensenkung ein fast schon verzweifelt anmutender Versuch von Elon Musk ist Tesla doch noch in die schwarzen Zahlen zu bringen. Denn Elon Musk hatte zuletzt versprochen, dass Tesla im dritten und vierten Quartal 2018 Gewinn erwirtschaften werde.

Das Wall Street Journal beruft sich bei seinem Bericht auf ein Memo, das ein Global-Supply-Manager von Tesla einem seiner Zulieferbetriebe in der vergangenen Woche geschickt hat. Der Elektro-Auto-Bauer soll in dem „Bettelbrief“ sogar ausdrücklich geschrieben haben, dass Tesla um die Rückerstattung bittet, um sein Profitabilitätsziel zu erreichen. Tesla soll in dem Schreiben um einen „bedeutenden“ Teil seiner seit 2016 geleisteten Zahlungen gebeten haben – also nicht nur um einen symbolischen Preisnachlass, wie das Wall Street Journal betont. In dem Schreiben versucht der Tesla-Manager die Rückzahlung dadurch schmackhaft zu machen, dass dies eine Investition in das langfristige Wachstum von Tesla sei und davon auch die Zulieferer profitieren würden.

Tesla hat sich weder gegenüber dem Wall Street Journal noch gegenüber Techcrunch zu dem Bericht geäußert. Das Unternehmen von Elon Musk bestätigte aber, dass es nach Preissenkungen bei einigen Projekten suche. Einige davon würden bis 2016 zurückreichen und seien noch nicht abgeschlossen. Zudem seien solche Nachverhandlungen normal für das Geschäftsgebahren zwischen Auto-Herstellern und Zulieferern, so Tesla.

Tesla könnte mit diesem aggressiven Vorgehen wichtige Zulieferer verlieren.

Nintendo: ROM-Anbieter auf 100 Millionen Dollar verklagt

Nintendo fährt im Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen schwere Geschützen auf. Für das japanische Unternehmen sind ROMs und Emulatoren schon längere Zeit ein Problem. Anbieter von jener Software bewegen sich meist in einer rechtlichen Grauzone. Einerseits können durch Emulatoren, Spiele die sonst kaum noch zugänglich sind, auf aktuellen Geräten wieder genutzt werden, auf der anderen Seite handelt es sich bei einer ROM, sofern man den Original-Titel nicht selbst besitzt, schlicht und einfach um eine Raubkopie.

Und wenn es um die eigenen Marken geht, kennt Nintendo kein Erbarmen. So hat Nintendo aktuell zwei populäre ROM-Hosting-Seiten verklagt: LoveROMs und LoveRETRO. Der Vorwurf ist klar: Verstoß gegen Urheber- und Markenrechte. Die Seiten werden allem Anschein nach von einer einzigen Person betrieben. Die Seiten bieten Zugang zu einer Vielzahl an ROMs für verschiedene Plattformen, darunter natürlich auch Nintendo-ROMs.

TorrentFreak liegt die Klage vor und kann auch als PDF-Dokument eingesehen werden. Darin heißt es, die beiden Plattformen zählen „zu den offensten und berüchtigtsten Online-Schnittstellen für illegal kopierte Videospiele“. Über die beiden Portale würde eine riesige Anzahl an nicht autorisierten Kopien verbreitet werden, ohne Erlaubnis von Nintendo.

Nintendo verlangt pro Titel und Verstoß 150.000 US-Dollar sowie zwei Millionen US-Dollar pro eingetragenem Markenrecht an Schadensersatz. Grob geschätzt handelt es sich um etwa 140 Spiele und 40 Markenrechte; theoretischer Schadensersatz: 100 Millionen US-Dollar.

In der Zwischenzeit hat der Betreiber die Webseite LoveRETRO.co offline genommen, LoveROMs.com ist hingegen noch online, hier hat der Betreiber allerdings alle Nintendo-Spiele entfernt.

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