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Morgenmagazin vom Dienstag, 26. September 2017

26.09.2017 | 06:53 Uhr |

Lücke im Schlüsselbund von macOS High Sierra +++ Siri wechselt zu Google +++ Warum Apple wieder über einen Fernseher nachdenken sollte +++ Was denkt das Netz über das iPhone X? +++ Intel: 8te Generation der Core-CPUs für Desktops startet +++ Postbank-Kunden können jetzt per Smartphone zahlen

26. September: Relativ viel Zeit mit Musik verbracht

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Doch, es gibt sie noch, in den letzten Jahren werden sogar wieder mehr davon verkauft: Plattenspieler. Wie eine jede technische Lösung hat auch die Schallplatte ein Verfallsdatum, nachdem sie als Massenmedium ausgedient hatte. Der Wandel von der Vinyl-Scheibe zur Kompaktdisk hat vor ungefähr 30 Jahren richtig Fahrt aufgenommen - und wenn man bedenkt, dass heute die CD mehr oder minder tot ist, hat die Schallplatte ja ein sehr langes Leben gehabt. Nämlich hundert Jahre und mehr, heute vor 130 Jahren hat der Erfinder Emil Berliner das Patent für das Grammophon zugesprochen bekommen, jenes Apparates, der Aufzeichnungen von Klängen wiedergeben kann. Eben solche, die auf Schallplatten gespeichert waren.

Viel passte auf die Schellack-Scheiben aus dem vorvorigen und dem frühen vorigen Jahrhundert nicht drauf, erst allmählich erreichte das Medium ein Fassungsvermögen von gut einer Stunde. Die wollte gefüllt sein, weswegen Alben nicht von ungefähr etwa dreißig Minuten pro Seite fassen, die besseren unter den Werken nutzen nicht nur den Platz, sondern füllen ihn auch sinnvoll. Auf CDs wiederum passte von Anfang an mehr Musik, weshalb vor gut 30 Jahren der Bonustrack populär wurde: Stücke, die nur auf der teureren CD enthalten waren.

Alben in iTunes und Apple Music fehlt oft die sinnvolle Beschränkung auf die Grenzen des Mediums. Insbesonderen solchen, die schon zu Zeiten des Plattenspielers und der CD erschienen waren. Da werden die Stücke für das Abspielen auf Computer und Handy nicht nur neu gemastered, sondern die Pakete gerne neu zusammengestellt. Mit alternativen Fassungen. Oder Live-Versionen. Mag man manchmal auch hören, zerstört aber den Gesamteindruck des Werkes von zweimal dreißig oder einmal sechzig Minuten. Zeit ist eben relativ, sie verläuft schneller, je intensiver man der Musik lauscht und vergeht wie Kaugummi, wenn das Stück langweilt.

Aber das ist höchst subjektiv. Dass die Zeit aber messbar sich strecken und stauchen kann, verdanken wir einem Patentangestellten. Allerdings nicht demjenigen, der Emil Berliners Grammophon-Patent prüfte und gewährte, Albert Einstein reichte seine Spezielle Relativitätstheorie erst 18 Jahre später ein, in den Annalen der Physik erschien die Schrift am 26. September 1905. Damals eine schräge Erkenntnis: Die Zeit, die in einem System vergeht, wird in einem anderen System anders gemessen, je nachdem, wie sich die beiden Systeme relativ zueinander bewegen. Dabei können sie die Lichtgeschwindigkeit nicht überschreiten, jene universale Konstante, die in jedem System (sofern man die Ausbreitung im Vakuum betrachtet) gleich ist, egal, wie schnell sich darin Lichtquelle und -empfänger oder ein externer Beobachter bewegen.

Einsteins Theorien - auch die zehn Jahre später veröffentlichte Allgemeine Relativitätstheorie - sind längst bestätigt und Teil unseres Alltags geworden. GPS würde beispielsweise ohne die notwendigen relativistischen Korrekturen nicht funktionieren. Denn die Satelliten bewegen sich deutlich weiter vom Schwerpunkt der Erde weg als wir und mit Geschwindigkeiten, die nicht nur unwesentliche Bruchteile der Lichtgeschwindigkeit bedeuten - Längen und Zeiten messen sie daher anders als wir auf der Erde.

Nicht lange, nachdem er zu Ruhm kam, wurde Albert Einstein aus seinem Land vertrieben. Von Leuten, denen man mit wissenschaftlichen Argumenten, ja, mit Argumenten überhaupt nicht mehr kommen konnte. Emil Berliner, mit dem man Umdrehungsgeschwindigkeiten von 33 und 45 rpm assoziiert und wie Einstein in eine jüdische Familie geboren, musste den Wahnsinn von 33 bis 45 nicht mehr erleben. Er starb im Jahr 1929 im Alter von 78 Jahren in seiner Wahlheimat USA. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Schwacher Start I: Das iPhone 8 (Plus) ist trotz des am Horizont lauernden iPhone X kein Ladenhüter und aus ausbleibenden Schlangen kann man wenig auf den Verkauf schließen. Die Marktforscher von Localytics haben aber anhand ihrer Webmetriken herausgefunden, dass nach dem ersten Wochenende die neuen Modelle nicht so stark auf dem Markt präsent sind wie frühere iPhones. So habe das iPhone 7 nach dem ersten drei Tagen auf dem Markt vor einem Jahr einen Marktanteil von 1,0 Prozent erreicht, das iPhone 8 steht heute bei 0,29 Prozent. Das iPhone 6s erreichte jedoch im Jahr 2015 zwei Prozent, hat sich allem Anschein aber schlechter verkauft als der Nachfolger. Das iPhone 8 Plus schien in diesem Jahr die begehrtere Variante zu sein und steht derzeit bei einem Marktanteil von 0,39 Prozent. Damit schnitt es auch besser ab als die Plus-Modelle der Vorjahre.

Schwacher Start II: Kaum ist macOS 10.13 High Sierra über den Mac App Store erhältlich, ist auch bereits die erste Sicherheitslücke im neuen Mac-Betriebssystem aufgetaucht. Diese betrifft den Schlüsselbund, den Synacks Head of  Research Patrick Wardle umgehen und daraus Passworte extrahieren konnte, wie er in einem Video zeigt. Die dahinter liegende Lücke hat er jedoch nicht publiziert, es besteht also berechtigte Hoffnung, dass Apple diese schließt, bevor sie Dritte ausnutzen. Wardle verwendete für sein Vorgehen eine nicht signierte Anwendung, die sich also dank Gatekeeper nicht per Doppelklick öffnen lässt, aber per ctrl-Klick. Apple rät daher auch, grundsätzlich nur Apps aus dem Mac App Store oder solche von verlässlichen Entwicklern zu nutzen die eine Signatur des Mac App Store haben.

Wechsel: Siri kann viel, aber weiß nicht alles. Wenn die Assistentin ratlos ist, sucht sie im Web nach dem Begriff, den sie aufgeschnappt hat. Dabei nutzte die künstliche Intelligenz bisher Microsofts Suche Bing, nun hat Apple aber zu Google gewechselt, wie TechCrunch berichtet. Interessanter Weise läuft die Bildersuche nach wie vor auf Bing. Der Wechsel der Suchmaschine betrifft auch Spotlight auf Macs und iOS-Geräten. Apple begründet die Maßnahme damit, dass die Websuche unter macOS und iOS damit konsistenter werde, da bei Safari ebenso Google als Standardsuche eingestellt ist. Während man aber in Safari die Suchmaschine ändern kann und mit Plug-ins sogar solche nutzt, die nicht von den Einstellungen der Software vorgesehen sind, ist man bei Siri und Spotlight auf die Vorgaben Apples angewiesen.

Starke Nachfrage : Der Analyst von KIG-Securities Ming-Chi Kuo geht davon aus, dass Apple 40 bis 50 Millionen Stück des iPhone X bei seinen Manufakturen geordert habe. Besonders bei Nutzers der Reihen iPhone 6 und iPhone 6S werde das Gerät ankommen, diese seien gewillt, den heftigen Preis für das neue Modell auch zu zahlen. Besonders die Gesichtserkennung werde laut Kuo eine Nutzererfahrung bieten, welche die Konkurrenz so nicht habe. Gleichzeitig verursache die koplexe True-Depth-Kamera aber auch einen Flaschenhals in der Produktion. Die Lieferanten werden aber ab Oktober ihre Produktion hochfahren und dabei die des iPhone 8 vernachlässigen, um die große Nachfrage befriedigen zu können.

Wiederkehr : Dass Apple einen eigenen Fernsehapparat bauen wollte, wurde der Analyst Gene Munster nei müde zu betonen und auch Tim Cook räumte ein, der Bereich sei für Apple "von Interesse". Vermutlich hat Apple das aber sein lassen weil erstens die Margen zu gering waren und zweitens die Kontrolle über das Nutzerverhalten nur schlecht möglich ist: Die Leute stöpseln jede Menge Geräte zu unterschiedlichen Zwecken an. The Verge kommt nun mit dem Vorschlag, das Thema neu zu denken, das Apple TV 4K gebe dazu den Anlass. Denn was wirklich fehle, sei eine Fernsehgerät, das automatisch von einer Bildwiederholrate von 120 fps für Menüanimationen zu 25 fps wechsle, wenn der Film das verlange. Mit dem iPad Pro hat Apple eine derartige Technik in diesem Frühjahr eingeführt, Pro Motion schaltet automatisch von 120 fps auf 24 fps zurück, wenn Videos wiedergegeben werden. Auch HDR-Formate seien derart vielfältig, dass die richtige Einstellung für 4K HDR die Nutzer herausfordere. Seit Apple das mögliche TV-Projekt aufgegeben habe, haben sich zudem die Voraussetzungen für die Versorgung mit Inhalten geändert, die damals in den USA praktisch unumgängliche Kabel-Box werde immer mehr zugunsten von Streamingservices abgeschafft, die auch auf dem Apple TV laufen. Die Zukunft des Fernsehens besteht in Apps, aber gegen ein schickes Gerät habe auch kaum jemand etwas. Die Margen im Markt haben sich seither zwar kaum geändert, aber womöglich würden die Kunden dennoch für ihr Gerät von Apple etwas mehr ausgeben. Der Hersteller müsste dann aber auch in Kauf nehmen, dass sich die Leute nicht so oft einen neuen Fernseher anschaffen, wie das bei iPhone, iPad und sogar dem Mac der Fall ist.

Weitere Nachrichten:

Was denkt das Netz über das iPhone X? 40% finden Preis ok, Face ID nur 23%

Was denken die deutschen Smartphone-Käufer wirklich über das iPhone X? Um das herauszufinden, hat das auf Social Media-Monitoring spezialisierte Unternehmen Vico die Kommentare in deutschen Foren wie Macuser, Areamobile, Hardwareluxx und Pcagameshardware analysiert. Besonders stark wurde das iPhone laut Vico übrigens auf Computerbase diskutiert. Wenig überraschend: In den meisten Beiträgen ging es um den Preis von mindestens 1149 Euro. Über 50 Prozent der Kommentare handelten vom Preis, bei 45 Prozent der Themen ging es um das Thema Face ID. Was die Analysten überraschte: Etwa 40 Prozent äußerten sich positiv über den neuen Preis. Offensichtlich hatten die Forscher etwas mehr Ablehnung erwartet. Dagegen fanden nur 23 Prozent die neue Funktion Face ID gut. Weitere Themen wurden da an den Rand gedrückt: In 17 Prozent der Beiträge ging es auch um das Design, in 13 Prozent um die Kamera und gerade einmal 5 Prozent kommentierten die neue induktive Ladefunktion. Letztere schien offensichtlich nur wenige Nutzer zu beeindrucken. Das neue Design fanden übrigens 53 Prozent positiv, 64 die verbesserte Kamerafunktion. Immerhin: Bei den Beiträgen zum Thema drahtloses Laden fanden gleich 77 Prozent diese neue Funktion positiv - warum auch nicht?

Bei einer Zusammenzählung aller Kommentare sind aber nur 36 Prozent positiv: Grund dafür ist laut der Untersuchung die Kritik an Face ID: Die meisten Nutzer haben offenbar Bedenken zur Sicherheit der Funktion, weitere sorgten sich über ständige Videoüberwachung - muss doch die Kamera ständig eingeschaltet sein, um das Gerät zu entsperren. Weitere Kritikpunkte am iPhone ist die fehlende Neuheit vieler Technologien: So fallen auch nur 17 Prozent der Beiträge zum Display positiv aus, wobei die Kritik aber zum Teil auch der Gesichtserkennung und dem neuen Design gilt. Trotz überwiegender Kritik gehen die Autoren der Studie aber von einem großen Verkaufserfolg für Apple aus. Laut Marc Trömel, Geschäftsführer von Video, könnte das iPhone X dank großem Hype und erhöhten Preis sogar zum umsatzstärksten iPhone aller Zeiten werden.

Unsere Meinung: Bei der Beobachtung der Kommunikation in den IT-Foren sollte man eines nicht vergessen: In Deutschland ist Android mit 80 Prozent Marktanteil klarer Marktführer und vor allem bei männlichen Technikfans beliebt - typische Nutzer von Foren wie Computerbaser und Pcgames. Eine rein auf iPhone-Nutzer beschränkte Analyse hätte vielleicht für höhere Akzeptanzwerte gesorgt, hatten doch iPhone-Fans schon lange einen sehr hohen Preis erwartet. Überraschend erscheint die starke Kritik an Face ID, allerdings gab es in den ersten Tagen nach der Keynote fälschlicherweise Meldungen, Face ID hätte während der Keynote komplett versagt. Beim Thema Face ID muss Apple offensichtlich noch Überzeugungsarbeit leisten - und sollte vor der nächsten Keynote vielleicht länger proben .

Intel: 8te Generation der Core-CPUs für Desktops startet

Die neue 8te Generation der Core-Prozessoren für Desktop-PCs wird ab dem 5. Oktober bestellbar sein und im Laufe des vierten Quartals ausgeliefert. Das hat Intel nun bekannt gegeben. Das Top-Modell ist der Intel Core i7-8700K, der über 6 Kerne und 12 Threads verfügt. Intel bezeichnet die CPU als den "besten Gaming-Chip aller Zeiten". Die neuen Core i5-CPUs kommen ebenfalls mit 6 Kernen und bringt die ersten Core i3 mit 4 Kernen auf den Markt.

Alle CPUs werden in einem aktualisierten 14-Nanometer-Verfahren hergestellt. Im August hatte Intel bereits die 8te Generation der energieeffizienzen Laptop-CPUs vorgestellt. Die neuen Desktop-CPUs haben einen Verbrauch von 65 bis 95 Watt. Beim Top-Modell Core i7-8700K verspricht Intel bis zu 25 Prozent mehr Bilder pro Sekunde beim Spiel Gears of War 4 in Vergleich zum Vierkerner Core i7-7700K der siebten Core-Generation. Bei Multitasking-Szenarien, wie Spielen, Aufnehmen und Streaming, kann bei Play Unknown: Battlegrounds sogar eine Leistungssteigerung von bis zu 45 Prozent erreicht werden. Letztendlich wird die Leistungssteigerung aber durch die Erhöhung der Kerne erreicht.

Alle neuen Prozessoren nutzen den LGA 1151 Socket und den neuen Intel Z370 Chipsatz. Der alte Z270-Chipsatz kann also nicht weiterverwendet werden. Der Z370 unterstützt DDR4-2666 (Z2870: DDR4-2400) und bis zu 40 PCI 3.0 Lanes. Der neue Chipsatz sei nötig, so Intel, weil bei den neuen CPUs auch unter anderem eine neue Art der Stromversorgung und die Unterstützung für schnelleren Speicher nötig seien.

Postbank-Kunden können jetzt per Smartphone zahlen

Postbank-Kunden, die über ein NFC-fähiges Android-Smartphone (mit Android ab Version 4.4) verfügen, können künftig weltweit an Kassenterminals mit Kontaktlos-Akzeptanz mobil mit dem Smartphone bezahlen. Voraussetzung dafür sind die Nutzung der App Postbank-Finanzassistent für Android sowie das Vorhandensein einer Postbank-VISA-Kreditkarte.

Einkäufe unter 25 Euro bezahlen Sie einfach im Vorbeigehen – Sie halten Ihr Smartphone nur kurz vor das Kassenterminal und fertig ist der Bezahlvorgang. Der Finanzassistent prüft im Vorfeld eines Bezahlvorgangs, ob eine gültige Kreditkarte hinterlegt ist. Nur wenn dies der Fall ist, steht diese Bezahlfunktion überhaupt zur Verfügung, eine zusätzliche Eingabe einer Kreditkartennummer ist nun nicht mehr nötig. Die zur Bezahlung notwendige PIN kann von den Kunden jederzeit geändert werden. Sofern Kunden mehrere Postbank-VISA-Kreditkarten besitzen, können sie zwischen den Karten wechseln beziehungsweise bestimmen, mit welcher sie mobil bezahlen möchten.

Ein zusätzlicher Sicherheitsmechanismus soll Postbank-Kunden vor Missbrauch beim mobilen Bezahlen schützen. So müssen die Kunden alle Zahlungen ab 25 Euro aktiv freigeben - entweder mit PIN oder mit ihrem Fingerabdruck. Je nach persönlichem Sicherheitsempfinden kann der Kunde auch festlegen, dass Beträge schon ab 10 Euro oder 20 Euro aktiv freigegeben werden müssen.

Um Kunden vor dem Ausspähen ihrer PIN durch Dritte zu schützen, bietet der Finanzassistent ein dynamisches Feld zur Eingabe des fünfstelligen Codes. Anders als bei einer üblichen Zahlentastatur nehmen die Zahlen von 0 bis 9 bei jeder neuen Transaktion eine andere Position ein. So entsteht kein sich wiederholendes Eingabemuster. Zudem werden die Kreditkartendaten nicht auf dem Gerät gespeichert, sodass diese auch im Falle eines Smartphone-Diebstahls geschützt sind, wie die Postbank verspricht.

Die Abrechnung erfolgt über die Postbank Visa Card. In der App können Sie alle Transaktionen sehen. Die Transaktion kann nur dann erfolgen, wenn das Smartphone mit einem maximalen Abstand von 4 cm an das NFC-Kassenterminal gehalten wird. Außerdem werden Ihre Kreditkartendaten nicht auf Ihrem Smartphone gespeichert und sind somit auch dann geschützt, wenn Ihr Smartphone gestohlen wird.

Das Update des Postbank Finanzassistenten mit der neuen Funktion „Mobil bezahlen“ steht ab sofort im Google Play-Store zum Herunterladen bereit.






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