2256010

Morgenmagazin vom Dienstag, 28. Februar 2017

28.02.2017 | 07:07 Uhr |

Nächste Beta für macOS 10.12.4 +++ Buffet erhöht sein Investment in Apple +++ Apple drängt iOS-10.3-Tester zur 2-Faktor-Authentifizierung +++ Archos zeigt seine neuen „Mobilgeräte“: Elektro-Roller +++ Nokia 3310 im Hands-On: Comeback eines Kult-Handys +++ Lenovo integriert Amazons Alexa in Moto-Smartphones +++

28. Februar: Sounds that can't be made

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Im Süden der Republik heißt der Karneval Fastnacht oder Fasching. Letzterer hat etymologisch mit dem Rutenbündel des Fascio nichts zu tun, obwohl der heutige Kehraus die Assoziation nahe legt, man wolle mit der Rute nun energisch den Winter auskehren. Das mit dem Ende des Winters stimmt heute ganz besonders, denn für Meteorologen ist ab Morgen schon Frühling. Das Wort Fasching kommt aber vom Fastenschrank her, aus dem noch bis Mitternacht der Alkohol floss. Am Aschermittwoch ist dann alles vorbei und die Fastenzeit wird natürlich streng eingehalten. Also zumindest bis zum Starkbieranstich. Denn wenn nach einem langen Winter die Vorräte aufgebraucht sind und erst langsam die Flur wieder grünt, kommt man mit Starkbier besser über die Runden. Sünden dieser Art sind durchaus erlaubt, wenn in der Fastenzeit vor allem Speisen knapp sind. Kräftig mit Alkohol gesündigt wird heute noch im Rheinland, das macht aber auch nichts, denn um Mitternacht kann man den Nubbel, eine Strohpuppe, ja stellvertretend für alle Sünden verbrennen und bis zur nächsten Session oder zumindest bis Ostern in Sack und Asche gehen.

Heute lassen wir es also nochmal so richtig krachen, ehe ab Morgen dann wieder die Nüchternheit regiert. Der Frühling sollte dagegen endlich mal seine Boten schicken, nach wie vor warten wir auf die Einladung zu einer Frühlingskeynote von Apple. Da werden wir noch eine Weile warten müssen, auch in diesem Jahr ist die zweite Märzhälfte die wahrscheinlichere für eine Produktvorstellung. Noch vor fünf Jahren war das anders, damals kursierte am 28. Februar die Ankündigung eines Special Events, das sich um das iPad drehen würde. Das hatte dann auch eine Woche später Premiere, zusammen mit einem leicht überarbeiteten Apple TV, dem der dritten Generation. Auch das iPad vom Frühjahr 2012 war das dritte seiner Art, hieß aber nicht iPad 3, sondern einfach nur „Das neue iPad“. Neue war vor allem das Retina-Display, ein neues iPad blieb das aus dem Frühjahr 2012 aber nicht lange, schon im Oktober legte Apple mit dem iPad 4 nach, das auch offiziell iPad 4 hieß und den neuen Lightning-Port brachte.

Ein anderes Apple-Gerät mit überschaubarer Lebensdauer kam heute vor elf Jahren auf den Markt, die Boombox iPod HiFi. Eines muss man dem Lautsprecher mit seinem Dock-Connector lassen: Der Klang war mehr als ordentlich. Vielleicht ein wenig basslästig, aber durchaus konkurrenzfähig zu Sounddocks wie dem von Bose. Aber schon im September 2007 war das iPod HiFi Geschichte, besonders viele Geräte wird Apple nicht verkauft haben. Heute dürfen die auch recht nutzlos in der Gegend herumstehen, auch die Geräte der Konkurrenz, die Mitte der Nullen Jahre mit einem festen Dock herausgekommen waren. Das erste Problem: iPos waren damals auf Firewire ausgelegt, spätere Modelle aber auf USB. Zwar konnte man USB-iPod noch an das iPod HiFI oder andere Sounddocks anschließen, aufladen konnte man sie aber nicht mehr, respektive nur noch mit Adapter. Das zweite Problem: Lightning löste den Dock-Connector ab, ein weiterer Adapter wäre für iPod Touch und iPhone fällig gewesen. Und das dritte Problem: Alte iPods mit Dock kann zwar auch heute noch weiter nutzen, aber nicht mehr mit Musik aus Apple Music. Denn für deren DRM ist ein iOS-Gerät notwendig. Das vierte Problem: Bluetooth bietet mittlerweile eine ausreichende Bandbreite, um Musik vom iOS-Gerät oder Mac auf Lautsprecher zu streamen. Folgt das fünfte Problem: An einer Neuanschaffung kommt man also gar nicht mehr vorbei.

Apple baut auch wieder Lautsprecher, wenn auch nicht unter eigenem Namen, sondern unter dem der Musik-Tochter Beats. Die gute Nachricht: Wem die Dinger auch heute zu basslastig sind, findet auch von anderen Anbietern großartige Geräte, die für die nächsten elf Jahre Musikgenuss völlig ausreichen sollten. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Nächste Runde: Apple hat anscheinend den Ehrgeiz, das nächste Wartungsupdate für Sierra noch vor dem potentiellen Keynotetermin Ende März fertig zu stellen - wer weiß, vielleicht gibt es ja auch Updates für lange vernachlässigte Macs. Entwickler haben in der Nacht die mittlerweile vierte Vorabfassung von macOS 10.12.4 bekommen, aller Voraussicht nach gibt Apple das Update heute in den Public-Beta-Test. Die interessanteste Neuerung für das Sierra-Update dürfte der Nightshift-Modus sein, den Apple von gut einem Jahr in iOS integriert hatte. Mit an Bord kommen aber auch die üblichen Verbesserungen und Fehlerbereinigungen.

Investor: Warren Buffet hat mit seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway das Engagement bei Apple gegenüber Ende Dezember mehr als verdoppelt. Mittlerweile hält der Großinvestor 133 Millionen Aktien, die einen Wert von 18 Milliarden US-Dollar haben. Berkshire hat in den letzten Wochen und Monaten kräftig investiert und Aktien nicht nur von Apple gekauft, sondern auch von großen US-Fluggesellschaften. Buffet verwendet zwar selbst keine Apple-Produkte, lobt diese aber für ihre "Stickyness": Apple können die Leute nicht nur vom Kauf überzeugen, sondern auch, lange dabei zu bleiben. Apples Geräte seien für ihre Nutzer äußerst nützlich, fährt Buffet im Interview mit CNBC fort und preist Tim Cook für seine intelligenten Strategien bei der Verwaltung des Kapitals.

Geht nur mit Einschränkungen: Internet über die Steckdose ist eine seit weit über zehn Jahren etablierte Technik, die bestehende Verkabelungen unterstützt. Iogear bringt mit dem HDMI Over Powerline Pro Kit nun eine Lösung auf den Markt, die High-End-Audio- und Video-Signale über das Stromnetz transportiert, idealerweise sogar bis zu 300 Meter weit, was etwa der zwanzigfachen Reichweite von HDMI-Kabeln entspricht. Macworld hat das aus Sender und Empfänger bestehende Kit getestet und einige Einschränkungen gefunden. So benötigen Sender und Empfänger jeweils eigene Wandsteckdosen, an Mehrfachsteckern oder Verlängerungen funktionieren sie nicht, und je nach Stromleitung sind mehr oder minder große Verluste bei der Bildqualität zu beklagen. Das Kit kostet immerhin 300 US-Dollar.

Alle zusammen: Teilen sich mehrere Familienmitglieder eine iCloud-Fotomediathek kann das dazu führen, dass man Bilder zu Gesicht bekommt, die man nicht ständig sehen will. Etwa die permanenten Selfies der Teenager-Tochter oder Screenshots der Spiel, die der Teenager-Sohn den ganzen Tag zockt. Die sauberste Lösung ist gewiss die Trennung auf individuelle Accounts auf dem Mac, dann muss man aber für jedes Familienmitglied einzeln Speicherplatz in der iCloud kaufen, denn nach wie vor kann man sich über Familiy-Sharing nicht die einmal angeschafften 200 GB oder das 1 TB aufteilen. Es gibt aber eine Lösung, wie man auf einem Mac und in einer Bibliothek die Fotos voneinander trennen kann: Mit intelligenten Ordnern. Dazu bekommen die Fotos schon beim Import ein individuelles Schlagwort, etwa den Namen des Familienmitglieds, und lassen sich so automatisch in die Smart Folder einordnen. So kann jeder ohne großen Aufwand in seine eigenen Bilder wechseln.

Unzureichend: Apples Geräte dienen auch wunderbar zur Navigation, haben dabei aber Einschränkungen, wie ein Brite dieser Tage erfahren musste. Denn um sein altes Segelboot aus Marinebeständen auf Kurs zu halten verwendete er ein iPad - das funktionierte im Hafen auch wunderbar, doch sobald nach wenigen Dutzend Metern die Verbindung zum WiFi abbrach, war es auch mit der Navigation Essig. Das Boot driftete ab und geriet in die für Fähren reservierte Fahrrinne, eine Kollision war unvermeidlich das Schiff sank und eine Geldstrafe folgte auf dem Fuß. Wir lernen daraus: iPad Pro - 800 Euro, Strafe für gefährlichen Eingriff in den Schiffsverkehr - 3000 Pfund, Wissen über technische Zusammenhänge - unbezahlbar.

Weitere Nachrichten:

Apple drängelt iOS-10.3-Tester zur 2-Faktor-Authentifizierung

Zwei-Faktor-Authentifizierung ist an sich eine feine Sache: Keiner kann an den Zugang zu den eigenen Daten der Apple ID gelangen, wenn dieser auch ein vertrauenswürdiges Gerät in den Händen hält. Selbst das bekannte Passwort bringt nichts. So sind solche Daten-Klaus wie zuletzt 2014 von Jennifer Lawrence und anderen Promis nicht mehr möglich.

Nun will Apple offenbar diesen Schutz bei so vielen Nutzern wie möglich aktiviert sehen. Deswegen erscheinen seit ein paar Tagen auf den Test-Geräten mit iOS 10.3 drauf neue Benachrichtigungen mit dem Hinweis , der Nutzer möge bitte die Zwei-Faktor-Authentifizierung einschalten, weil sie einen zusätzlichen Schutz für die Apple ID und die iCloud-Daten böte. Zusätzlich dazu erscheint in der Einstellungen-App ein Warn-Hinweis, falls die neue Art der Authentifizierung nicht eingeschaltet ist. Was die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist und wie sie sich von der älteren Methode der Zwei-Schritte-Authentifizierung unterscheidet, haben wir in unserem Ratgeber ausführlich erklärt

Unsere Meinung: Man kann gut gemeinte pädagogische Maßnahmen sehr leicht übertreiben. Apple hat seit iOS 10 eine deutlich aggressivere Benachrichtigungs-Politik für die aktuellen iOS-Updates gewählt, die Push-Nachricht erscheint fast jeden Tag, bis der Nutzer nachgibt und das Update installiert, damit das eigene Gerät wie Tamagochi endlich mal Ruhe gibt. Sicherlich, ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung ein guter und dazu komfortabler Schutz für eigene Daten, doch werden solche Drängeleien seitens Apple zu viel, nehmen die Nutzer diese irgendwann mal nicht wahr, so wie das mit der Online-Werbung passiert ist. Heißt, in einem Ernst-Fall drückt der Nutzer die Benachrichtigung weg, weil er denkt, das sei wieder ein Zusatz-Wunsch vom System.

Archos zeigt seine neuen „Mobilgeräte“: Elektro-Roller

Archos Urban eScooter, Archos Bolt und Archos X3 heißen die Elektro-Roller, die der französische Hersteller auf dem MWC in Barcelona zeigt.

Archos Urban eScooter : Der Archos Urban eScooter soll bei einer maximalen Geschwindigkeit von 20 km/h eine Reichweite von etwa 25 Kilometer haben. Der 14,15 Kilogramm schwere Elektro-Roller soll Steigungen bis zu 15 Grad nehmen können. Ein Button dient zum Beschleunigen, ein weiterer zum Bremsen. Der Elektro-Scooter ist mit Scheinwerfer, Klappständer und Fußrasten ausgerüstet und lässt sich kompakt zusammenfalten.

Der Urban eScooter soll sich in 180 Minuten an einer herkömmlichen Steckdose vollständig aufladen lassen. Eine dazugehörige App informiert über Geschwindigkeit und Ladestatus.

Der Archos Urban eScooter kommt für 749 Euro in den Handel.

Elektro-Roller im Preisvergleich der PC-WELT
 
Archos Bolt : Der Archos Bolt sieht aus wie ein herkömmlicher Tretroller. Er erreicht laut Hersteller eine Geschwindigkeit von 15 km/h und kann maximal 90 Kilogramm transportieren. Seine maximale Reichweite soll bei 12 km liegen. Ein integriertes LED-Display zeigt die gefahrenen Kilometer und den Akkustand an, die Geschwindigkeit ist am Lenker regelbar. Mit einem Handgriff soll sich der 8,28 Kilogramm wiegende Cruiser zusammenfalten lassen.

Der Archos Bolt kommt zu einer UVP von 399 Euro in den Handel.
 
Archos X3 : Der 1-kW-Motor des Archos X3 soll der Leistung eines 50 ccm³ Benzinrollers entsprechen, somit ist der Autoführerschein ausreichend. Der Archos X3 ist in coolem Mattschwarz lackiert, ein Topcase für Helm oder Tasche ist ebenfalls an Bord.

Der X3 soll mit einer Akkuladung im Schnitt 60 Kilometer im Stadtverkehr zurücklegen können. Nach sechs Stunden Ladedauer an der Steckdose soll der Roller wieder einsatzbereit sein.

Der Archos X3 kommt zu einer UVP von 999 Euro in den Handel.

Sie können die E-Roller von Archos auf dem MWC in Halle 6 an Stand Nr. B60 sehen.
 

Nokia 3310 im Hands-On: Comeback eines Kult-Handys

Die Gerüchte im Vorfeld des MWC haben sich bestätigt: 17 Jahre nach Marktstart des legendären Nokia 3310 bringt HMD Global, das den Namen Nokia lizenziert hat, eine Neuauflage des legendären Feature-Phones auf den Markt. Komplett ohne Android, Touchsccreen oder sonstigem Schnickschnack. Dafür mit einigen Besonderheiten.

Das Handy ist leicht und kompakt. Außerdem deutlich dünner als sein Urahn, aber immer noch doppelt so dick wie aktuelle Smartphones. Das 2,4 Zoll große Display ist mittlerweile farbig. Navigiert wird aber nicht via Toucheingaben, sondern über die physischen Tasten, die sich unter dem Display befinden - wie damals! Texte tippen Nutzer nicht über eine QWERTZ-Tastatur oder via Wisch-Gesten, sondern über T - kultig, oder?

Von den Laufzeiten, die Nokia angibt, können Smartphone-Nutzer nur träumen: 22 Stunden Gesprächszeit und ein Monat Standby-Zeit mit einer Akkuladung.

Auf dem Nokia 3310 läuft ein proprietäres System, also kein Android. Sie können demnach auch keine Android-Apps installieren. Zwar gibt es Apps, aber nur über den Opera-Mini-Browser. Um Anwendungen zu installieren, empfehlen wir eine Micro-SD-Karte, denn im Handy selbst gibt es nur rund 2-3 MB Speicherplatz. Das haben wir in unserem Hands-On auch schnell gemerkt, nachdem wir ein Foto knipsen wollten - denn ja, es gibt sogar eine Kamera - der Speicher aber bereits durch 7 Bilder voll war.

Die Kamera ist eher ein Gag als tatsächlich eine vollfunktionsfähige Knipse. Die Kamera ist langsam und die Qualität ist kaum zu gebrauchen. Aber so ein Schnappschuss mit dem 3310 ist schon witzig!

Snake, das Kult-Spiel überhaupt, darf auf dem Nokia 3310 natürlich nicht fehlen. Es ist zwar nicht identisch zu dem damaligen Spiel, aber es ist trotzdem ganz nett gemacht.

Nokia 3310: Preis und Verfügbarkeit

Das Nokia 3310 kommt im 2. Quartal 2017 auf den Markt zu einem Preis von 49 Euro in der Single-SIM-Variante. Für 10 Euro mehr können Se die Dual-SIM-Funktion nutzen.

Lenovo integriert Amazons Alexa in Moto-Smartphones

Lenovo will Googles Sprachassistenten loswerden. Im Rahmen des derzeit in Barcelona stattfindenden Mobile World Congress 2017 kündigte der Elektronik-Hersteller eine Partnerschaft mit Amazon an. Im Rahmen der Kooperation soll Amazons Alexa auf Lenovos Moto-Smartphones Einzug halten.

Den Anfang macht eine neue Block-Erweiterung für das modulare Smartphones Moto Z. Während über das Design des neuen Alexa-Blocks noch keine konkreten Details bekannt sind, bestätigt Lenovo die Auslieferung in diesem Jahr. Mit Alexa können Nutzer über ihr Moto Z unter anderem Smart-Home-Anwendungen steuern, Nachrichten lesen oder einen Uber-Fahrer bestellen.

Im Verlauf des Jahres soll Alexa in weitere Moto-Smartphones integriert werden. Für die Nutzung werden keine Buttons notwendig sein, denn Alexa ist laut Lenovo immer aktiviert. Ähnlich wie Amazons Echo oder Echo Dot hören künftig also auch Moto-Smartphones jedes Gespräch mit.

2256010