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Morgenmagazin vom Dienstag, 5. Februar 2019

05.02.2019 | 06:53 Uhr |

iOS 12.2 mit neuen Animojis und Einschränkungen bei AR und VR +++ Analyst: Apple soll Netflix kaufen - für 189 Mrd. Dollar +++ RAM-Aufrüstung Mac Mini im Fachhandel +++ Deutsche Telekom passt Mobilfunk-Tarife für Profis an +++ Forschung: Algorithmus erkennt Fake News und Hetze +++ Patent: PS5 soll abwärtskompatibel werden +++

5. Februar: Schwein gehabt

Wir wünschen allseits Guten Morgen und nach China: Frohes Neues Jahr! Das Jahr des Erde-Schweins hat das des Erde-Hundes abgelöst, im 60-jährigen Zyklus sind wir an der 36sten Stelle angelangt, am 24. Januar 2020 wird das Erde-Schwein wieder abtreten und der Metall-Ratte Platz machen. Neujahr definiert China als den Tag des zweiten (oder selten: dritten) Neumondes nach der Wintersonnenwende, im gregorianischen Kalender ist das die Zeit zwischen 21. Januar und 21. Februar. Das letzte Hundejahr hatte am 16. Februar 2018 begonnen.

In unserem gewohnten Systems mit sieben Tage die Woche, zwölf Monaten, die nur etwa so lang sind wie synodische Mondmonate und etwas weniger als 365,25 Tagen im Jahr ist das neue Jahr schon zu einem guten Zwölftel vorbei.

Es ist Dienstag geworden, der zweite Tag dieser Arbeitswoche.  Die bereits die zweite, wenn auch nicht komplette, Woche in diesem Monat ist, der wiederum als der zweite des Jahres durchgeht.

Man merkt der leicht schrägen Definition des Safer Internet Day an, dass Algorithmen in unserer digitalen Welt eine immer wichtigere Rolle spielen. Nicht nur diejenigen, die bei unserer Suchmaschine ausrechnen, was für uns am relevantesten sein könnte oder für unser Internetkaufhaus, was wir denn schon jetzt wieder kaufen sollten.

Algorithmen, also Rechenvorschriften, müssen auch wir analoge Systeme (andere sagen ja "Biochemische Hochleistungscomputer") verinnerlichen, etwa, wenn wir uns unser Masterpasswort merken wollen. Wie das geht, hatten wir ja letzten Freitag schon zum "Change Your Password Day" erklärt.

Nur sind sichere Passworte nur ein Punkt der Internetsicherheit, viel mehr ist notwendig, um das allgegenwärtige Medium und Werkzeug für sich gewinnbringend zu nutzen. Dazu gehört auch ein gewisse Skepsis, denn nicht alles, was wir in unserem Browser oder unserem Maileingang lesen, ist auch wirklich wahr. Die "Nachrichten" aus unserer Filterbase bedürfen ebenso der kritische  Überprüfung wie die Versprechungen vermeintlicher Erblasser, man würde bald einen Batzen Geld bekommen, überweise man vorher eine Bearbeitungsgebühr. In analogen Zeiten nannte man die Filterblase "Stammtisch", den Trickbetrüger auch "Nepper", "Schlepper" oder "Bauernfänger", durch die digitale Revolution kommen wir nur mit einer schieren Unendlichkeit derartiger Phänomene in Kontakt.

Aber nicht nur Anwender sind in der Pflicht, noch mehr sollten es die Anbieter von Produkten und Dienstleistungen sein, für wirklich sichere Systeme auf ihrer Seite zu sorgen - und nicht zu viele Daten von ihren Kunden zu speichern. Wo nichts ist, kann nicht gestohlen werden.

Sicherheit im Internet ist eine Sache, die alle angeht. So steht der Safer Internet Day im Jahr 2019 auch unter dem Motto: „Together for a better Internet". Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag:

Restriktion: Apple führt laut Digiday in iOS 12.2 eine weitere Restriktion ein: Apps und Websites dürfen fortan nicht mehr ohne Genehmigung auf Beschleunigungssensoren und Gyroskop zugreifen. Werbeagenturen, die auf VR- und AR-Formate setzen, sehen sich laut des Branchenblattes ausgebremst; Benötigt man eine zusätzliche Freigabe, wäre es unwahrscheinlicher, dass die Nutzer sich diese Formate auch auf ihren iPhones und iPads ansehen würden. Unklar sei es, ob man die Freigabe mittels eines Popups direkt auf der Website oder in der App erhalten könne oder ob man in die Einstellungen dazu wechseln müsse. Die Erfahrung mit den Ortsinformationen zeigt aber, dass dieser Freigabeprozess ohne größere Umstände durchführbar ist - und die Anwender nicht wesentlich stört, ihnen aber mehr Informationen an die Hand gibt, welche Anwendung nun auf welche Hardware zugreift.

Bewegte Gesichter: Wie aus der zweiten Beta für Entwickler ersichtlich wird, die seit gestern zur Verfügung steht, bekommt iOS 12.2 auch vier neue Animoji. Nutzer von iPhone X und aufwärts können sich nun als Hai, Giraffe, Eule oder Wildschwein mit ihren Freunden unterhalten.

Nicht vorgesehen: Gruppenfacetime bleibt noch abgeschaltet, für diese Woche hat Apple ein Update versprochen, das die von einem Bug betroffen Funktion von iOS 21.1 und höher wieder nutzbar macht. CNBC berichtet nun über Probleme beim Fehlerreport. Denn entdeckt hat diese Lücke nicht einer der zahlreichen Entwickler, sondern ein Teenager aus Tucson, Arizona, namens Grant Thompson der auf die Idee kam, einen Gruppenchat bei Facetime zu initiieren und sich dann selbst aus der Teilnehmerliste zu nehmen - ein völlig unerwartetes Verhalten. Das aber zu einem noch unerwarteteren Ergebnis führte: Die verbliebenen Teilnehmer konnte man nun abhören, auch dann, wenn sie das Gespräch gar nicht annahmen. Beim Melden des Fehlers kam es aber zu weiteren nicht vorhergesehenen Ereignissen. Die Mutter des Teenagers musste sich erst als Entwickler bei Apple registrieren, bevor überhaupt die Möglichkeit zur Meldung bestand. Anscheinend haben letzte Woche bei Apple die zuständigen Stellen dann auch erst von dem Fehler erfahren, als der Tweet der Mutter über den seltsamen Fehler viral gegangen war. Laut CNBC bekam die Familie Thompson am Wochenende hochrangigen Besuch aus Cupertino, der sich für das Entdecken des Fehlers bedankte und versicherte, Grant würde die in diesen Fällen zustehende Belohnung erhalten. Der Betrag soll nin in die Ausbildung des 14-Jährigen fließen.

Kostet teuer: Apples Zukunft sind wachsende Service-Umsätze, so viel ist allen Beteiligten klar. Diese wachsen schon heute aus eigener Kraft deutlichm der womöglich schon im April startende Video-Dienst wird einen deutlichen Schub erzeugen und Gerüchte über ein Gaming-Abo passen insofern ins Bild, als dass Apple auch hier eine permanent wachsende Einnahmequelle schaffen könnte. Das ist den Analysten der Investmentbank J.P. Morgan aber nicht genug, die eine alte Forderung neu auflegen und erweitern: Apples solle Netflix kaufen. Und dazu noch den Spielepublisher Activision Blizzard, der am besten zu Apples Strategien passen würde. Um Apple Music zu stärken, würde Sonos auch noch gut ins Portfolio passen. Apple hat zwar noch rund 250 Milliarden US-Dollar auf der hohen Kante, doch wird das nicht reichen, um sich das Wachstum dazu zu kaufen, denn keine der genannten Firmen steht zum Verkauf. Auch würden derart teure Zukäufe nicht zu Apple passen, das sich lieber auf kleinere Firmen stürzt - die bisher teuerste Akquise war die von Beats für drei Milliarden US-Dollar, merkt J.P. Morgans Analyst Samik Chatterjee in seiner Anlegernotiz aber auch noch an. Allein Netflix würde anhand von derzeitigem Börsenwert plus Aufschlag 189 Milliarden US-Dollar kosten.

Gegenmaßnahme : Aus einem Dokument des FBI geht hervor, wie Apple seine Firmengeheimnisse schützt. Konkret geht es um den Fall des ehemaligen Mitarbeiters Jizhong Chen, der mit gestohlenen Informationen zum Project Titan nach Hause fliehen wollte. Apple sei auch gegenüber seinen eigenen Mitarbeitern geheimnisvoll, nur 5.000 der 140.000 Mitarbeiter wären über das Projekt informiert, davon dürften aber auch nur 1000 das Gebäude betreten, in dem die eigentliche Arbeit vor sich geht. An den dort verwendeten Rechnern sind Screenshots nicht möglich, Chen wurde auch dabei erwischt, wie er einen Bildschirm abfotografierte - ein Kollege hatte ihn bei der Security gemeldet. Mitarbeiter werden regelmäßig geschult, wie wichtig der Schutz der Firmengeheimnisse sei und was zu tun wäre, würde man ein Leck entdecken. Über die von Chen angefertigten Kopien weiß man nun auch ein klein wenig mehr Bescheid, bei dem einen Foto soll es sich um eine Abbildung eines von Apple designten Kabelbaums handeln, ein anders Bild zeige Sensoren und Steuergeräte für das selbst fahrende Auto.

Weitere Nachrichten:

RAM-Aufrüstung Mac Mini im Fachhandel

Seit kurzem bietet auch Gravis den RAM-Upgrade eines Mac Mini an, im Februar 2019 ist der Einbau im Rahmen der Aktion "Service Hero" etwas günstiger zu haben. Ein Upgrade auf 16 GB kostet in diesem Monat zur Einführung jetzt 219,95 Euro, später dann 259,94 Euro. Das Aufrüsten auf 32 GB RAM ist für 359,95 Euro statt 419,94 Euro zu haben. Für 859,77 Euro bekommt man 64 GB an RAM, ab März dann für 1039,76 Euro. Gravis verspricht, dass die Herstellergarantie beim Einbau erhalten bleibt.

Auch beim Händler Cyberport gibt es einige Neuerungen beim RAM-Service : Statt zum RAM ein zusätzliches Service-Paket zu buchen, gilt im Webshop nun bei einigen RAM-Kits das Angebot inklusive Einbau in den Mac Mini 2018. Zwischen mehreren RAM-Modulen für den Mac Mini von Kingston und Samsung kann man auswählen. Günstiger sind die SO-DIMMs von Kingston, hier erhält man 32 GB inklusive Einbau für 387 Euro , 16 GB inklusive Einbau für 202 Euro. (Ohne Einbau kosten die 16 GB-Module 168 Euro, der Einbau kostet also knapp 34 Euro). 64GB Samsung DDR4-2666 MHz kosten inklusive Einbau 1013 Euro.

Zum Vergleich: Ein Upgrade von 8 GB auf 16 GB kostet im Apple Store 240 Euro. Will man den Einbau selbst übernehmen gibt es passende Module von Crucial ab etwa 120 Euro.

Deutsche Telekom passt Mobilfunk-Tarife für Profis an

Die Deutsche Telekom hat ihre Mobilfunktarife für Unternehmen angepasst. Im günstigsten Tarif Business Mobil S für 36,95 Euro sind 2,5 GB Datenvolumen enthalten. Mit voller LTE-Geschwindigkeit mit bis zu 300 MBit/s im Download surfen Sie, soweit das technisch vor Ort verfügbar ist. Wichtig: Das EU-Roaming beinhaltet auch die Schweiz.

Dazu kommen eine Telefonie- und SMS-Flatrate in alle deutschen Netze und 30 Freiminuten für die EU und weitere Länder der Ländergruppe 1*. Die Hotspot-Flatrate der Telekom ist immer enthalten.

Der nächste Tarif ist Business Mobil M für 49,95 Euro. Hier sind 5 GB Datenvolumen enthalten sowie 60 Frei-Telefonie-Minuten in die EU und andere Länder der LG 1. Außerdem gibt es hier eine MultiSIM. Damit können Sie den Tarif auf bis zu drei Geräten gleichzeitig nutzen, also zum Beispiel auf zwei Smartphones und einem Tablet. Nutzer können zudem frei festlegen, welches Mobilgerät bei einem Anruf klingeln soll.

Für 59,95 Euro bekommen Sie den Tarif Business Mobil L mit 10 GB Datenvolumen und 120 Frei-Telefonie-Minuten in der EU und weiteren Ländern. Dazu kommen zwei MultiSIM.

Der Top-Unternehmenstarif ist Business Mobil XL Plus . Er besitzt keine Obergrenze für das monatlich verbrauchte Datenvolumen und beinhaltet zudem eine Telefonie- und SMS-Flatrate in der EU und in weiteren Ländern.

In allen Tarifen lassen sich bis zu zehn MultiSIM Karten hinzubuchen – im Tarif Business Mobil XL Plus für monatlich 29,95 Euro (brutto) und in den Tarifen L bis S für monatlich 4,95 Euro (brutto) je MultiSIM.

Optional bietet die Telekom die CountryFlat World für monatlich 99,95 Euro (brutto) an. Damit können Sie weltweit unbegrenzt Gespräche zu Festnetz- und Mobilfunkanschlüssen führen.

Mehrkartenangebot: Abhängig von der Anzahl der gebuchten Business Cards für ihre Mitarbeiter erhalten Unternehmen gestaffelte Rabatte von bis zu 20 Prozent auf den Grundpreis.

Business Mobil L und M erhalten mit Data Flex Option ein definiertes Datenvolumen für ein Jahr. Dieses Datenvolumen lässt sich auf Wunsch flexibel einteilen, sodass Unternehmen auf Urlaubsphasen oder saisonale Schwankungen reagieren können.

BusinessPlus bietet darüber hinaus persönliche Services wie eine Business-Hotline mit 24/7-Erreichbarkeit und den Austausch von SIM-Karten und Endgeräten innerhalb von 24 Stunden.

Alle vier Tarife gibt es optional auch mit Smartphone.

Forschung: Algorithmus erkennt Fake News und Hetze

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie haben einen Machine-Learning-Algorithmus entwickelt , der Fake News und Hetze in sozialen Netzwerken erkennen soll. Dem Klassifikationstool liegt die Annahme zugrunde, dass Falschmeldungen und Hetze zur Manipulation der öffentlichen Meinung meist von Portalen aus anderen Ländern stammen. Sie werden von Nicht-Muttersprachlern einfach ins Deutsche übersetzt und verbreitet. 

Hier setzt der Algorithmus an. Er scannt Texte beispielsweise nach Formulierungen und Wortkombinationen ab, die weder im allgemeinen Sprachgebrauch noch in der journalistischen Berichterstattung benutzt werden – wie etwa „die aktuelle Bundeskanzlerin“. Hinweise können außerdem Satzbaufehler oder falsche Gedankenstriche liefern. Die Software schaut sich außerdem die Metadaten genauer an. Eine hohe Sendefrequenz deutet beispielsweise auf Bots hin, was wiederum ein Indiz für Fake News sein kann.

Laut den Forschern erkennt das Machine-Learning-Tool nicht nur Fake News, sondern auch Hetze, die häufig über einen Link auf Fake News weiterleitet. Die Forscher wollen ihr System an unterschiedliche Arten von Texten anpassen und sowohl Behörden als auch Unternehmen zur Verfügung stellen.

Patent: PS5 soll abwärtskompatibel werden

Vor der Veröffentlichung einer neuen Konsole fragen sich Spieler, ob die neue Hardware noch mit den Spielen der Vorgängergeneration kompatibel sein wird. Ein in Japan eingereichtes Patent deutet nun darauf hin, dass Sony der PS5 die Möglichkeit zum Abspielen älterer Spieler spendieren möchte. Das Patent beschreibt Probleme beim Emulieren anderer Plattformen sowie die Vortäuschung einer anderen CPU-Identifikation. Eine konkrete Lösung für derartige Probleme wird im Patent nicht beschrieben, dafür taucht Mark Cerny als Entwickler auf. Der als „Vater der PS4“ geltende Entwickler könnte nun also an der Playstation 5 arbeiten.

Als Grundlage nennt das Patent x86-Hardware, also Prozessoren, wie sie auch in Desktop-Rechnern oder Notebooks zum Einsatz kommen. Voraussichtlich setzt auch die neue Playstation auf einen x86-Prozessor, der wohl von AMD gefertigt wird. Als Grundlage könnte demnach ein Chip auf Basis der Zen2-Architektur mit 8 Kernen und 16 Threads sowie eine Grafikeinheit auf Basis der Navi-Generation von AMD dienen. Zudem scheint sich Sony mit der Abwärtskompatibilität der Konsole zu beschäftigen. Da auch von Emulation die Rede ist, scheint der Hersteller nicht komplett auf das Streaming älterer Spiele zu setzen. Der Marktstart der PS5 erfolgt voraussichtlich erst 2020. Die hauseigenen Studios dürften schon mit der Entwicklung neuer Spiele begonnen haben. Sony hat derweil lediglich die Arbeiten an einer neuen Plattform bestätigt.

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