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Morgenmagazin vom Dienstag, 7. August 2018

07.08.2018 | 07:06 Uhr |

Sechste Betas für macOS Mojave und iOS 12 +++ Apple entfernt InfoWars-Podcasts +++ Neue Solaranlagen in Illinois und Virginia +++ Central Rechnungs-App: Für iOS-Nutzer derzeit unbrauchbar +++ Minecraft: Film-Start verschiebt sich, Regisseur hört auf +++ Google Maps zeigt Erde jetzt als Globus – realistische Größenverhältnisse +++ Facebook testet neue Dating-Funktion

7. August: Neue Hardware

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Böser Vorfall, der da bei TSMC in Taiwan passiert ist - ein Virenbefall hat die Produktion lahm gelegt. Da der Hersteller derzeit wohl einen Auftrag über 100 Millionen oder mehr Chips für die neuen iPhones bearbeitet, kann das auch auf Apples Pläne Auswirkungen haben. Wobei: Was sind schon ein oder zwei Wochen? Den Termin für die September-Keynote hat Apple noch nicht terminiert, wir rechnen ohnehin eher mit dem 12. September als mit dem 4. oder 5. des Monats. Wenn dann Tim Cook die neuen Modelle ausführlich gezeigt und gelobt hat, wird er den Erstverkaufstag bekannt geben. Wäre für Apple natürlich prima, könnte man etwas von "Vorbestellen ab 14. September, im Handel ab 28. September" erzählen. Aber das iPhone X kam letztes Jahr auch erst im November in den Handel, wenn es mit dem Nachfolger dann Mitte Oktober wird, sollte das kein großes Problem sein. Allenfalls für die Bilanz des vierten Quartals, das bei Apple Ende September endet. Mal sehen, wie schnell sich TSMC erholt und wie knapp die neuen iPhones in ihren ersten Wochen wieder sein werden - es ist ja fast in jedem Jahr das gleiche Spiel.

Bis zum vermutlich 12. September wird es aber erst einmal ruhig sein in Cupertino, neue Produkte sind erst einmal nicht zu erwarten. Den August hatte der Mac-Hersteller eher selten für Keynotes und Pressekonferenzen genutzt, man muss in der Geschichte des Unternehmens schon ein wenig zurück gehen.

Am 7. August 2007 beispielsweise zeigte Apple den iMac im Alu-Glas-Design , das in modifizierter Weise noch heute das Aussehen des Desktop-Macs bestimmt. Vor elf Jahren war der iMac noch ein wenig dicker als heute, was dem optischen Laufwerk geschuldet war. Und der Bildschirm war noch im Format 4:3 gehalten und wahlweise in 20 oder 24 Zoll erhältlich. Zwar hatte schon der unmittelbare Vorgänger des Alu-Glas-iMacs vom Januar 2006 einen Intel-Chip an Bord, sah aber noch genau so aus wie der iMac G5. So kann man das Modell vom August 2007 mithin als ersten "echten" Intel-iMac betrachten.

Ebenfalls an einem 7. August brachte Apple den letzten Rechner heraus, der noch die Markenbezeichnung Performa trug, im Jahr 1996. An sich handelte es sich bei dem Gerät um einen Power Mac der zweiten Generation im Tower-Gehäuse, Mitte der Neunziger klebte Apple aber auf fast jeden Rechner, den es an Endverbraucher verkaufen wollte, das Etikett "Performa" drauf. Was gut gemeint war, ging gar nicht gut aus, Händler und Endverbraucher waren von den vielfältigen, sich teilweise überschneidenden Produktbezeichnungen heillos überfordert. Apple schrieb in Folge dessen Quartalsverlust nach Quartalsverlust und verlor zusehends die Orientierung.

Das Ende der Geschichte ist bekannt: Steve Jobs kehrte zurück und räumte vor allem erst einmal die Produktpalette auf. Zwei mal zwei lautete wenige Jahre später die Devise: Es gibt je einen Desktop und ein Laptop jeweils für professionelle und private Anwender, mehr nicht. Die Marke Performa war schon eher dahin gesiecht, der Performa 6400/200 war der letzte seiner Art, schon der ein Jahr später veröffentlichte Nachfolger trug das Etikett Power Mac und nur das. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag:

Da fehlt was: Das nächste iPad Pro könnte mit dünneren Rahmen und ohne Homebutton kommen, das ist aber nicht genug, meint Macworld's Michael Simon. Vor allem dann nicht, wenn das Tablet tatsächlich den PC vom Schreibtisch und Schoß verdrängen soll. Samsung biete mit dem neuen Galaxy Tab S4 eine bessere 2-in-1-Lösung an, ein Tablet, das mit Anstecken in ein Dock zum Desktop-Computer wird. Auch Microsoft sei mit dem Surface Go, auf dem Windows laufe, einen Schritt weiter. Das neue iPad Pro werde zwar gewiss ein hervorragendes Tablet mit einem starken Prozessor, um aber die Post-PC-Ära voranzubringen, fehlt aber noch viel.

Sechste Runde: Apple hat gestern Abend die sechsten Betas für iOS 12 und macOS 10.14 Mojave veröffentlicht - zeitgleich für registrierte Entwickler und für Teilnehmer des Public-Beta-Tests. Die Release-Notes führen die behobenen Fehler auf sowie eine Liste von noch zu fixenden Problemen, wesentlich Änderungen sind bisher nicht bekannt.

Eingriff: Apple hat fünf der sechs Podcasts von Alex Jones und InfoWars aus dem iTunes Store und der Podcast-App entfernt. Jones ist für krude Verschwörungstheorien bekannt, so hat er etwa behauptet, dass die Schießerei an der Sandy-Hook-Grundschule nur ein Schauspiel gewesen sei. Auch "Pizzagate" und Chemtrails gehören zu seinen  bevorzugten Themen. Zur Begründung der Entfernung der Podcasts nannte Apple die Neigung des Pocasters zu Hassreden und Gewaltaufforderungen. Das toleriere man nicht, man habe klare Richtlinien für Publisher aufgestellt, um die Sicherheit des Publikums zu gewährleisten. Podcasts, die sich daran nicht halten, werde man entfernen. Man glaube an eine große Meinungsvielfalt, solange die Leute respektvoll miteinander umgehen. Apples Handlung bekommt Vorbildcharakter für Facebook, Youtube und Spotify, die nun auch die kompletten Inhalte von Alex Jones aus ihren Angeboten entfernen. Bisher hatten sie nur einzelne Folgen verbannt und den Podcaster zeitweise gesperrt.

Langfristige Strategie : Apple liegt im zweitgrößten Smartphonemarkt der Welt, in Indien, nur auf Platz 11 - im ersten Halbjahr 2018 hatte Apple weniger als eine Million iPhones im Land verkauft. Bloomberg geht den Gründen nach, vor allem könne Apple bei den Preisen nicht mithalten, während chinesische Marken wie Xiaomi, Vivo und Oppo ihre Kunden finden. Apple produziert bereits iPhoe SE und iPhone 6s für den lokalen Markt vor Ort. Mit der Eröffnung von drei Apple Stores in Mumbai, Bangaluru und Neu-Delhi will Apple ein besseres Standing erreichen, Forschungs- und Entwicklungszentren könnten weiter helfen. Immerhin entwickle sich der Verkauf von Macs positiv, zahlreiche Entwickler programmieren damit Apps für iOS.

Grüne Energie : Apple will in Cooperatin mit Akamai, Etsy und Swiss Re zwei Solaranlagen in Illinois und Virginia errichten. Diese sollen eine Leistung von 290 Megawatt in das Netz einspeisen, 74.000 Haushalte lassen sich damit mit Strom versorgen. Apple betreibt bereits seine eigenen Gebäude und Fabriken zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie und weitet die Energiewende auch auf seine Lieferkette aus. Die Kooperation zeige, dass Unternehmen jeder Größe etwas gegen den Klimawandel unternehmen können, wenn sie zusammenkommen, erklärt Apples Vice President of Environment, Policy and Social Initiatives, Lisa Jackson.

Weitere Nachrichten:

Central Rechnungs-App: Für iOS-Nutzer derzeit unbrauchbar

Die aktuelle Version der Central Rechnungs App ist nicht kompatibel zum aktuellen iOS 11.4.1. Das erfährt man, wenn man die App-Hotline der Central für iPhone-Nutzer anruft: 0221 1636-1800. Benutzer der App können deshalb derzeit keine Belege wie Rechnungen oder Rezepte einreichen. Wer das versucht, erhält beim Einschicken des gescannten Beleges die oben abgebildete Fehlermeldung.

Außerdem scheint auch die Anmeldung per Touch-ID gestört zu sein. Wer deshalb sein Passwort eingibt und sich bei der App anmeldet, muss auf jede Aktion in der App lange warten und kann trotzdem keine Rechnungen einreichen. Nur das Lesen von bereits vorhandenen Abrechnungen ist möglich.

Die Central-Kunden werden gebeten mit dem Einreichen von Rechnungen einige Tage zu warten, bis die Central ein Update für die App bereitgestellt hat.

Minecraft: Film-Start verschiebt sich, Regisseur hört auf

Warner Bros. Entertainment plant seit 2014 einen Minecraft-Film, seit 2016 gibt es einen konkreten Plan. Der Kino-Start des „Klötzchen“-Films soll nach der ursprünglichen Planung im Mai 2019 sein. Doch dieser Termin ist nicht zu halten.

Denn Warner Bros. ging der Regisseur verloren, wie die Cineasten-Webseite The Wrap jetzt berichtet. Rob McElhenney (der auch Drehbuchautor der Serie „It’s Always Sunny in Philadelphia“ ist) sollte nach der ursprünglichen Planung Regie führen und schrieb zudem am Drehbuch mit. Doch McElhenney hat sich von dem Minecraft-Projekt laut The Wrap verabschiedet.

McElhenney war im Juli 2015 als Regisseur zum Team gestoßen. Kurz vorher hatte sich der Besitzer von Minecraft geändert: Microsoft kaufte das Unternehmen Mojang für 2,5 Milliarden US-Dollar. Mojang entwickelt das Spiel Minecraft. Microsoft hätte Minecraft wohl schon früher kaufen können, doch damals lehnte der bei Microsoft verantwortliche Manager ab. Nach der Übernahme kursierten bald Befürchtungen, dass Microsoft Minecraft ruinieren könnte.  

Mit dem Ausscheiden von McElhenney soll der Kino-Start am 24. Mai 2019 nicht mehr zu halten sein. Warner Bros. hat jetzt die Drehbuch-Autoren Aaron und Adam Nee (die auch an einer Masters-of-the-Universe-Adaption arbeiten) damit beauftragt das Drehbuch auf Basis des bekannten Spiels neu zu schreiben. Das ursprüngliche Drehbuch schrieb Jason Fuchs (Drehbücher zu Pitch, Ice Age 4 und Wonder Woman) zusammen mit Rob McElhenney.

Die Nee-Brüder sollen wohl auch Regie führen. Damit wären sie der dritte Regisseur für den Minecraft-Film, denn 2014 war noch Shawn Levy als Regisseur genannt worden. Shawn Levy schied nach Differenzen mit Warner Bros. aber bereits 2014 aus.

Google Maps zeigt Erde jetzt als Globus – realistische Größenverhältnisse

Die Erde ist eine Kugel. Das beweist jetzt auch Google Maps. Allerdings nur auf dem Desktop-PC, nicht aber in der Smartphone-App.
Denn ab sofort zeigt Google Maps im Desktop-Browser die Erde als Globus an und nicht mehr als flache Karte, wenn Sie weit genug herauszoomen. Das teilte Google via Twitter mit.

Dieser „3D Globe Mode“ stellt die Größenverhältnisse zwischen den einzelnen Kontinenten auf der Erde also mit den korrekten Größenverhältnissen dar. Und nicht mehr verzerrt wie bisher. Denn bisher schien die Insel Grönland fast genauso groß wie der riesige Kontinent Afrika zu sein, wenn man auf Google Maps weit genug herauszoomte. Ebenso werden Routen rund um die Erde nun gekrümmt dargestellt.

Dieser realistische 3D Globe Mode steht in Google Maps aber nur auf dem PC zur Verfügung, siehe oben das Aufmacherbild zu dieser Meldung. In der Smartphone-App von Google Maps sowie im Browser auf einem Mobilgerät ist die Erde nach wie vor eine flache Scheibe, wenn Sie weit genug herauszoomen.

Die Google-Maps-Darstellung der Erde entspricht damit zumindest auf dem Desktop-Rechner der von Google Earth, das die Erde schon immer als Globus darstellt.

Facebook testet neue Dating-Funktion

Im Rahmen der F8-Konferenz im Frühjahr 2018 hatte Facebook vor einigen Monaten eine neue Dating-Funktion für das soziale Netzwerk angekündigt . Doch anstelle eine Stand-Alone-App für Singles zu veröffentlichen, soll die Dating-Funktion laut Techcrunch nun Teil der Facebook-App werden. Um am Dating im sozialen Netzwerk teilnehmen zu könnnen, müssen Facebook-Nutzer die Dating-Funktion in ihren Einstellungen per Opt-in erst aktivieren. Ihr Profil wird im Anschluss dann den Facebook-Nutzern angezeigt, die die Dating-Funktion in ihrem Profil ebenfalls freigeschaltet haben.

Ist die Dating-Funktion aktiviert, können Nutzer bestimmen, welche potenziellen Partner ihnen in Bezug auf ihre sexuelle Orientierung angezeigt werden sollen. Facebook versucht sich auf Basis der angegebenen Informationen im Facebook-Profil außerdem als Amor und will eigenen Aussagen zufolge Nutzer mit gemeinsamen Interessen zusammenbringen. Wenn zwei Facebook-Nutzer einander interessant finden, können sie per Messenger oder Whatsapp Kontakt aufnehmen. Facebook Dating erlaubt außerdem Zugriff auf spezielle Dating-Events und -Gruppen. Um Spam zu vermeiden, will Facebook die Anzahl der Nutzer an denen Mitglieder ihr Interesse bekunden können, limitieren. Teilnahmeberechtigt sind alle Facebook-Nutzer über 18 Jahren. Facebook Dating wird aktuell intern getestet. Ein Release-Termin steht noch nicht fest.

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