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Morgenmagazin vom Donnerstag, 11. Januar 2018

11.01.2018 | 07:13 Uhr |

Neuer Passwort-Bug in High Sierra +++ Apple verlegt iCloud-Daten auf chinesische Server +++ Starke Nachfrage nach Phone X +++ Hue wird zur Licht-Orgel und bekommt Outdoor-Leuchten +++ Toyota integriert Amazons Alexa +++ WPA3 soll Ihr WLAN künftig sicherer machen +++ Erste Nutzerberichte: iMac Pro deutlich leiser als 5K-iMac

11. Januar: Nur ein kleiner Wunsch

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Und wenn wir uns noch etwas für das Jahr 2018 wünschen dürften, dann ist das ein neuer Mac Mini. Sicher, schafft man sich ein Komplettsystem an, mit Apple-Tastatur und -Maus sowie einem adäquaten Bildschirm kam man beim Mac Mini schon immer in Preisregionen, in denen bereits die günstigeren iMac-Modelle lauerten. Natürlich wäre man mit einem echten Mobilgerät auch recht gut bedient, den Mac Mini könnte man zwar ganz leicht einstecken und überall hin mitnehmen, aber was ist dann mit dem Monitor? Nein der Mac Mini ist ein Rechner für den Schreibtisch im Büro oder ein idealer Zweitrechner für daheim, etwa als Medienserver oder Ablageort für andere gemeinsam genutzte Dateien. Gerne würde man einen Mac Mini einfach auch mal einem Skeptiker hinstellen, der immer noch nicht von Windows auf den Mac umgestiegen ist. Aber guten Gewissens kann man das mit dem derzeit immer noch verkauften Modell aus dem Jahr 2014 mit seiner Technik aus dem Jahr 2012 heute nicht mehr machen. Das Nutzungsszenario des derart zu Bekehrenden müsste recht eingeschränkt sein, aktuelle Spiele fallen vollkommen aus und mit Final Cut Pro X oder Logic Pro X hat man auf der alten Mühle nun wirklich keine Argumente. Es muss also ein neuer her, aber das sagten wir an dieser Stelle auch schon vor einem Jahr und waren seinerzeit davon überzeugt, dass Apple seinen Einsteiger-Desktop tatsächlich in einer renovierten Fassung binnen zwölf Monaten herausbringen würde. So kann man sich täuschen.

Aber vielleicht erhört uns doch jemand in Cupertino und denkt neu über den Mac Mini nach, der heute vor 13 Jahren auf der Macworld Expo in San Francisco seine Premiere feierte. Die damalige Strategie benötigt Apple heute aber nicht mehr. BYOMDK hieß das Motto: "Bring your own mouse, display and keyboard" und sollte diejenigen überzeugen, die den Mac einfach mal unverbindlich ausprobieren wollten. Die Übermacht des auch seinerzeit so genannten Wintel-Kartells war schier übermächtig und neun von zehn PCs mit Intel-Chip und Windows ausgestattet. Der iPod begann mit seinem Halo-Effekt zwar schon an der Vormachtstellung zu nagen, nicht wenige PC-Besitzer hatten sich aufgrund der Strahlkraft des Players dazu entschieden, dass ihr nächster Desktop ein Mac sein würde. Doch dieser Effekt würde mit dem iPhone sich einerseits noch viel mehr verstärken und andererseits kann Apple in seiner Nische nun zufrieden sein. in einem allgemein rückläufigen Markt behauptet sich der Mac nicht nur, sondern hat in den letzten 13 Jahren gegen den Trend noch zugelegt. Zur Zeit des ersten Mac Mini verkaufte Apple pro Quartal ungefähr eine Million Macs, mittlerweile sind es fünfmal so viele. Was der Mac Mini dazu beigetragen hat, lässt sich aber schwer beziffern. Vor allem Macbooks hat Apple seither in großen Stückzahlen verkauft - und ihnen auch deutlich öfter eine Produktpflege angedeihen lassen.

Ein anderes Produkt, das Apple an diesem Tag vor 13 Jahren der Öffentlichkeit präsentierte, hatte etwas mit dem Mac Mini gemein: Kein Display. Den iPod Shuffle benötigt Apple aber nun überhaupt nicht mehr, mit Ausnahme des iPod Touch gibt es keine Player mehr zu verkaufen. Außer eben diejenigen, die in iPhone und iPad integriert sind. Der iPod Shuffle hatte seinerzeit lediglich den Zweck, etwa zehn Alben - zum Beispiel die jüngst im iTunes Store erworbenen - spazieren zu tragen, auch beim Sport. Denn die iPods hatten zu jener Zeit noch Festplatten als ihren Hauptspeicher, Musik musste erst in einen Zwischenspeicher geladen werden, damit der iPod nicht während er erschüttert wird, auf die Festplatte zugreifen musste. Das hatte unter anderem die Folge, dass man nach gut zwanzig Minuten Laufen mit Musik für eine Minute stehen bleiben musste, um weiter hören zu können. Der iPod Shuffle mit seinem Flash-Speicher war da ein echter Fortschritt. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Kritische Nachfragen: Nicht nur in Frankreich ermitteln Behörden gegen Apple wegen der iPhone-Bremse, die das Unternehmen in iOS eingebaut hat und die die Leistung der Smartphones bei schwachem Akku drosseln soll. Nun droht auch in den USA Ungemach. Der Senator John Thune, Republikaner aus South Dakote, hat Apple in einem Schreiben zu ausführlichen Stellungnahmen aufgefordert. Thune, der einem Senatsausschuss vorsitzt, der sich um Gesetze für Technologiefirmen kümmert, will unter anderem wissen, warum Apple keine kostenlosen Akkutauschprogramme anbietet und wie der iPhone-Hersteller generell über die Angelegenheit denke. Die starke Kritik an Apple habe gezeigt, dass es bei den Maßnahmen vor allem an Transparenz gefehlt habe. Thune will bis zum 23. Januar Antworten von Apple erhalten.

Noch ein Bug: Den peinlichen Root-Bug in macOS High Sierra hat Apple mittlerweile geschlossen und versprochen, seine Prozesse in der Softwareentwicklung auf den Prüfstand zu stellen, um derartige Fehler in Zukunft zu vermeiden. Dass das bitter notwendig zu sein scheint, beweist nun ein neuer Fehler in der Nutzerverwaltung, den Nutzer bei Open Radar entdeckt haben. Dieser ist jedoch wenig sicherheitsrelevant und in den Systemeinstellungen recht versteckt. Klickt man dort in die des App Store, findet man dort in der Regel ein offenes Schloss. Klickt man nun auf dieses, um die Einstellungen zu schützen und erneut, um sie wieder verändern zu können, benötigt man dafür ein Passwort. Aber nicht nur das zu dem Konto gehörige öffnet das Schloss, sondern ein jedes beliebige - dies konnten wir auch reproduzieren. Immerhin scheint Apple den Fehler bereits gefunden zu haben, in der Beta von macOS 10.3.3 ist er nicht mehr vorhanden.

Is there anybody out there: Das Arecibo-Radioteleskop hat von einem drei Milliarden Lichtjahre entfernten Sternensystem wiederholt polarisierte Mikrowellensignale empfangen und im Wissenschaftsmagazin Nature darüber ausführlich berichtet. Natürliche Ursprünge für die polarisierten, teils sehr kurzen Impulse seien denkbar, denn bei dem Objekt handele es sich um eine junge Galaxie. In dieser könnte ein schnell rotierender Neutronenstern die Quelle der Strahlung sein, ein zentrales schwarzes Loch könnte die Ursache für die Polarisation sein. Doch wollen die Forscher auch nicht ausschließen, dass es sich um künstlich erzeugte Strahlung einer hoch entwickelten Zivilisation handeln könnte.

Datenlager: Wer die iCloud benutzt, vertraut seine Daten Apple an, das diese auf Serverfarmen etwa in Reno, Nevada, speichert. Das gilt in Kürze aber nicht mehr in China, denn nach chinesischem Recht muss der iCloud-Anbieter einen lokalen Partner mit dem Hosting der Daten betreuen. Ab 28. Februar werde Apple die iCloud-Daten an die chinesische Firma Guizhou on the Cloud Big Data (GCBD) und deren Server übertragen, hat Cupertino bestätigt. Kunden in China müssen daher neue Nutzungsbedingungen akzeptieren, in diesen ist unter andrem geregelt, dass sowohl Apple als auch der chinesische Partner Zugriff auf alle dort gespeicherten Daten bekommen. GCBD gehört der Provinzregierung von Guizhou in Südchina, in jener Provinz hat Apple im vergangenen Jahr ein Rechenzentrum eröffnet, um mit dem seit letzten Juli geltenden Gesetz über Cloud-Computing zu entsprechen. Wer dem Transfer seiner Daten nach China nicht zustimmt, dem bleibt nur übrig, sein iCloud-Konto aufzulösen. Apple betont jedoch Vorteile der gesetzlich erzwungenen Partnerschaft mit GCBD: Das Vorhalten der Daten im Land würde die Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit der iCloud-Services erhöhen. Apple garantiere große Sicherheit und einen starken Schutz der Privatsphäre und verspricht, keine Hintertüren eingebaut zu haben, Kritiker zweifeln das an.

Hohe Nachfrage: Vor allem in China zeigt das iPhone X starke Verkaufszahlen, haben die Analysten von Kantar World Panel ermittelt. Dennoch habe der verzögerte Verkauf des neuen Flaggschiffs kurzfristig der Konkurrenz geschadet, vor allem im Vereinigten Königreich konnte zwischen September und November Samsung mit dem Galaxy S8 vorbeiziehen. Ab November ergebe sich aber wieder ein anderes Bild, in den USA hätte etwa Apple in dem Monat die ersten drei Plätze bei den Smartphoneverkäufen belegt, wobei sich iPhone 8 und iPhone 8 Plus noch besser als das iPhone X verkauften. Das Galaxy S8 sei nur auf dem sechsten Platz gelandet, war zu der zeit aber auch nicht mehr ganz neu.

Weitere Nachrichten:

Hue wird zur Licht-Orgel und bekommt Outdoor-Leuchten

Philips hat auf der CES 2018 in Las Vegas zwei Neuerungen für sein Lichtsystem Hue angekündigt: Hue Sync und Hue für den Outdoor-Bereich.

Hue Sync ist eine App für Windows 10 und macOS High Sierra. Hue Sync soll die Hue-Leuchten über „Licht-Skripte“ (Light Scripts) passend mit den Spielen und einigen anderen Anwendungen, die gerade auf dem PC oder Mac laufen, synchronisieren. Das soll nicht nur mit Filmen funktionieren, sondern die Synchronisation soll auch passend zur gerade auf dem Rechner gespielten Musik klappen. Die Hue-Leuchten ändern dann automatisch ihr Licht und/oder ihre Helligkeit passend zum Film oder zum Lied. Ebenso sollen sich die Hue-Leuchten dank Hue Sync passend zum Spiel, das Sie gerade auf dem Windows-Rechner oder Mac daddeln, ändern. Der Benutzer soll dabei einstellen können, wie intensiv diese Anpassungen ausfallen.

Philips wird Hue Sync und vermutlich auch eine überarbeitete Version seiner Hue-App im zweiten Quartal 2018 vorstellen. Diese Hue App 3.0 für iOS und Android soll nicht nur ein neues Design besitzen, sondern zum Beispiel auch den Schnellzugriff auf die zuletzt genutzten Szenen ermöglichen. Insgesamt will Philips bei der neuen App-Generation die Bedienbarkeit verbessern.

Im Laufe des Sommers 2018 sollen dann die ersten Hue-Leuchten für den Einsatz im Freien erscheinen. Besonders viele Details dazu verriet Philips noch nicht, nur so viel: Es soll auch farbige Hue-Outdoor-Leuchten geben, und die Leuchten sollen sowohl dekorativen Zwecken als auch Sicherheitszwecken dienen.

Toyota integriert Amazons Alexa

Toyota hat im Rahmen der CES 2018 eine Partnerschaft mit Amazon angekündigt. Die digitale Assistentin Alexa soll demnach noch in diesem Jahr in ausgewählten Toyota- und Lexus-Modellen Einzug halten. Unterstützung gibt es für Toyota-Modelle mit dem Infotainment-System Entune 3.0 und Lexus-Modelle mit Enform 2.0. Mehr Unterstützung für eine erweiterte Modellauswahl soll es dann 2019 geben.

Die Partnerschaft zwischen Amazon und Toyota wurde bislang nur für die USA bestätigt. Wann auch deutsche Toyota- und Lexus-Besitzer auf Alexa zurückgreifen können, ist bislang noch nicht bekannt. Mit Alexa können ausgewählte Funktionen des Autos wie etwa die Navigation oder das Radio per Sprachbefehl gesteuert werden. Diese Eingabeform soll den Fahrer weniger ablenken als die herkömmliche Button-Bedienung von Infotainment-Systemen, da er durch die Sprachsteuerung stets die Hände frei hat. Alexa liest außerdem aktuelle Nachrichten vor und erweitert Einkaufslisten oder Notizen auf Wunsch um neue Einträge.

Panasonic kündigte im Rahmen der CES ebenfalls die Integration von Alexa und dem Google Assistant für zukünftige Infotainment-Systeme an. Kia plant Google-Assistant-Support für ausgewählte Automodelle, die in diesem Jahr erscheinen. Google bestätigte außerdem, seinen Google Assistant in Android Auto integrieren zu wollen.

WPA3 soll Ihr WLAN künftig sicherer machen

Den WLAN-Verschlüsselungsstandard WPA gibt es schon seit dem Jahr 2003 - er gilt längst als unsicher und sollte nicht mehr genutzt werden. Sein Nachfolger WPA2 kam darum schon ein Jahr später auf den Markt und bot lange Zeit ausreichenden Schutz. Ende 2017 dann der Schock: Millionen WLAN-Nutzer waren von einer kritischen WPA2-Lücke betroffen , die unter dem Namen KRACK bekannt wurde. Die KRACK-Lücke ist zwar gestopft, doch sie hat gezeigt, dass man sich nicht ewig auf einem Standard ausruhen kann. Mehr als ein Jahrzehnt nach WPA2 - eine Ewigkeit in der IT-Sicherheit - kommt daher nun WPA3.

Die Wi-Fi Alliance hat mit WPA3 einen neuen Standard vorgestellt . Dieser soll die Einrichtung vereinfachen und gleichzeitig mehr Schutz bieten. Sogar wenn der Nutzer ein schwaches WLAN-Passwort wählt, soll WPA3 vor Angriffen schützen. Besonderes Augenmerk legt die Alliance auf WLAN-fähige Geräte ohne Display (Sicherheitskameras und Alexa lassen grüßen). Bei diesen soll die Einrichtung des WLANs deutlich erleichtert werden. Zudem sollen offene WLAN-Netzwerke besser abgesichert werden. Eine neue optionale Verschlüsselung mit 192 Bit soll sogar Regierungen und sensiblen Datenbanken Genüge leisten. WPA3 soll noch im Jahr 2018 auf den Markt kommen.

WPA2 soll derweil aber nicht aufgegeben werden, sondern zunächst unbestimmte Zeit weiterhin unterstützt und verbessert werden. Sie müssen also nicht fürchten, dass Ihre WPA2-fähigen Geräte plötzlich den Dienst versagen. Bis WPA3 beim Privatanwender ankommt, vergeht noch einige Zeit und dank der versprochenen WPA2-Fortführung ist es extrem unwahrscheinlich, dass man sich wegen des neuen Standards neue Geräte anschaffen muss.

Erste Nutzerberichte: iMac Pro deutlich leiser als 5K-iMac

Workstations waren früher für hohe Lärmentwicklung bekannt. Laut ersten Berichten scheint dagegen der neue iMac Pro auffallend leise zu sein. So berichtet Jason Snell von Six Colors , dass sein neuer iMac Pro nicht nur fast doppelt so schnell, sondern auch deutlich leiser als sein bisheriger 5K-iMac von 2014 sei. Vor allem bei prozessorintensiven Tätigkeiten wie Video-Encoding mit Handbrake sorgte der Lüfter des alten iMac für einigen Lärm. Anders der neue iMac Pro, der auch bei hoher Systemlast leise bleibe.

Das wird von weiteren Nutzern bestätigt. Sehr leise soll der iMac Pro im direkten Vergleich mit einem voll ausgestatteten iMac 5K i7 von 2017 sein. Laut Stephan Hackett von iMore scheinen vor allem die Modelle mit der schnelleren i7-CPU unter Last recht laut zu werden und auch bei eher niedriger Systemlast schnell die Drehzahl zu erhöhen. Sein neuer iMac Pro sei dagegen so leise, dass selbst bei Audioaufnahmen per Mikro kein Lüfter auf den Aufnahmen zu hören sei - für einen Podcaster ein echter Vorteil. Ursache ist vermutlich das umfangreiche Kühlsystem des iMac Pro, das aus zwei großen Lüftern besteht.

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