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Morgenmagazin vom Donnerstag, 15. November 2018

15.11.2018 | 07:11 Uhr |

Withings kommt mit Pulse HR zurück +++ Mensch über Technik: Woz lobt Apple +++ Krankenversicherung läst Apple Watch ablaufen +++ Drei Wochen warten? Bei diesen Händlern kann man noch ein iPad Pro bestellen +++ Update für Nik Collection by DxO +++ EU-Parlament stimmt über günstigere Auslandsgespräche ab +++ NASA: Mars-Landung wird am 26.11 live übertragen +++ Bundeswehr kämpft mit Computer-Problemen

15. November: Absolute und relative Wahrheiten

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Im Wein liegt bekanntlich Wahrheit. Das ist aber vermutlich nicht der Grund, dass sowohl der Beaujolais Day als auch der Welttag der Philosophie auf den dritten Donnerstag im November fallen. Denn die Wahrheit des Weines ist trügerisch: Alkohol enthemmt, die Kontrollinstanz des Über-Ich hat das Es nicht mehr im Griff, weshalb das Ich gerne mal Unsinn daherplappert, den man besser für sich behalten hätte. Und den man im nüchternen Zustand auch für sich behält, denn was die Urtriebe für wahr empfinden, hält der sachlichen Überprüfung selten stand und wird besser nicht ausgesprochen. Si tacuisses, philosophus mansisses - hättest du geschwiegen, wärst du Philosoph geblieben. Die Liebe zur Wahrheit - die Philosophie - muss sich so manches Mal in Schweigen hüllen.

Was Wahrheit überhaupt ist? Gute Frage, viele Wahrheiten entpuppen sich als Irrungen oder einfach nur Ansichtssachen, ein objektiver Bestand kann so auf mehrere Wahrheiten aufgespalten sein. Selbst die Mathematik, die in ihren Sätzen, Thesen und Beweisen einer absoluten Wahrheit recht nahe kommt, kennt ihre Grenzen. Kurt Gödel hat nicht nur herausgefunden, sondern sogar bewiesen, dass es wahre Sätze gibt, die nicht beweisbar sind. Das ist dann schon beinahe keine Mathematik mehr, sondern – Philosophie.

Schwierig wird es, wenn sich Institutionen und Autoritäten im Besitz der absoluten Wahrheit wähnen und dann keine andere mehr zulassen. Notorische Lügner und Wahrheitsverdreher in höchsten politischen Ämtern sind meist nur temporärer Natur, über Jahrhunderte hingegen reklamiert die katholische Kirche ihre Wahrheit. Irrtümer einzugestehen ist solchen Organisationen von Natur aus schwierig, Galileo Galilei ist immerhin rehabilitiert, denn sie bewegt sich doch.

Schon vor dem offiziellen Dekret von Papst Johannes Paul II, dass Galilei richtig lag, hatte Rom bereits eine über lange Zeiten fatal wirkende Liste abgeschafft, am 15. November  1966 wurde der Index Librorum Prohibitorum gestrichen - seither gibt es für Katholiken keine verbotenen Bücher mehr. Und so darf man ohne Furcht vor ewiger Verdammnis auch die Werke von Johannes Kepler lesen, der am 15. November 1630 verstarb. Dieser war mit Rom jedoch zu Lebzeiten in einem Punkt einig: Die Erde kreist nicht um die Sonne. Wie Kepler anhand der von Galilei und anderen erhobenen Daten erkannte, handelt es sich um Ellipsen, auf denen sich die Planeten um das Zentralgestirn bewegen das in einem der Brennpunkte steht. Weitere empirische Schlüsse wie die Tatsache, dass die Planeten bei ihrer Bewegung um die Sonne in gleichen Zeiten gleich große Sektoren überstreichen, also die Bewegung am dem der Sonne entferntesten Punkt - dem Aphel - schneller verläuft als im Perihel, dem sonnennächsten Punkt, waren gut hundert Jahre später wichtige Grundlagen für die Entwicklung der Infinitesimalrechnung und des Gravitationsgesetzes durch Isaac Newton. Philosophie ist stetes Nachdenken und Weiterentwickeln von Ideen und nicht das sture Beharren auf einer These, die man mal als absolute Wahrheit kennen und lieben gelernt hat. P eter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Comeback: Nach einem eher unglücklich verlaufenen Intermezzo unter dem Dach von Nokia ist das Unternehmen Withings wieder zurück bei seinem Gründer - und meldet sich mit dem Fitnesstracker Pulse HR zurück. Das Armband, das den Herzschlag permanent misst, muss nach Angaben des Herstellers nur alle 20 Tage an das Ladegerät - was etwa die dreifache Zeit gegenüber Konkurrenzprodukten wie Alta und Charge 3 von Fitbit bedeutet. Ganz ohne externe Hilfe klappt das aber nicht, GPS-Daten erhebt beispielsweise das mit dem Band gekoppelte iPhone - aber das muss ja ohnehin ständig an den Strom. Das Withings Pulse HR ist auch für Schwimmer geeignet, da es Wasserdruck bis zu fünf Atmosphären aushält. Der Preis soll um die 130 Euro betragen.

Lücke : Über einen manipulierten WiFi-Zugangspunkt ist es dem Hackerduo Fluoroacetate im Rahmen des Mobile Pwn2Own-Contests gelungen, Daten von einem iPhone zu ziehen. Dabei handelte es sich konkret um ein an sich gelöschtes Foto, das die beiden mit ihrer Software in die Hände bekamen. Ausgenutzte hatten sie eine Lücke im JIT-Compiler des Betriebssystems. Jender JIT (Just in Time) kompiliert Code während des Ausführens des Programms und macht das iPhone somit schneller. Die Lücke hat das Duo gemäß der Regeln des Wettbewerbs mittlerweile an Apple gemeldet und 50.000 US-Dollar Preisgeld für ihre Entdeckung eingestrichen. Experten nennen den Angriff über einen manipulierten WiFi-Access-Point ein "Kaffeehaus-Szenario", es ist also relevant, dass Apple davon erfahren hat und nun etwas gegen das Loch im JIT-Compiler unternehmen kann.

Gesundheit: Die Apple Watch ist ein Gesundheitsgerät, das seine träger dazu ermuntert, sich mehr zu bewegen. Die These kann man als erwiesen betrachten. Diesen Umstand will nun die Krankenversicherung UnitedHealth Group für sich und ihre Kunden ausnutzen. Wie CNBC berichtet, können Versicherte eine Apple Watch (bis Series 3) allein zu den Kosten der Mehrwertsteuer und der Lieferung im Rahmen des Programms "Motion" bei ihrer Versicherung bestellen und den restlichen Preis gewissermaßen in Schritte tauschen. Mehr als 10.000 Schritte pro Tag bringen jeweils 4 US-Dollar Rabatt. Wer sich bereits eine Apple Watch Series 4 gekauft hat, kann aber ebenso an dem Programm teilnehmen und sich mit seinen Schritten finanzielle Vorteile bei der Versicherung erlaufen. Apple könnte auf diese Weise mehrere hunderttausend oder wenige Millionen Uhren an UnitedHealth Group verkaufen, der Hersteller ist auch mit anderen Versicherungskonzernen über den Verkauf subventionierte Smartwatches im Gespräch. Die Initiative ist aber eine zweischneidige Angelegenheit für die Versicherten. Gewiss ist es gesund, sich eine Apple Watch zu erlaufen, doch damit entsteht auch ein Riss im Solidaritätsgefüge der Versicherung. Denn Leute, die nicht mit der Uhr herumrennen, werden effektiv durch höhere Prämien bestraft. In letzter Konsequenz würden Kranke wieder selbst für ihre Krankheit verantwortlich gemacht. Apple hingegen profitiert ohne jede Frage von Programmen wie diesen, egal, ob die Kunden gesund bleiben oder werden.

Wohlwollend: Apple-Mitgründer Steve Wozniak hatte sich immer wieder über aktuelle Entwicklungen bei Apple ausgelassen und war dabei nicht immer freundlich geblieben, aber stets sachlich. Dennoch bekam man den Eindruck. auch Woz würde das Lied von "Früher war alles besser" und "Seit Steve tot ist, geht alles nur noch bergab" singen - dem ist aber nicht so. Im Gegenteil hat Woz nun in einem Interview Apple mit dem höchsten Lob bedacht, das Veteranen wie er aussprechen können: Steve Jobs würde am Apple von heute Gefallen finden. Der Grund sind keine konkreten Produkt- oder Designentscheidungen wie eine Liquid-Retina-Display oder eine Notch (die würde ihm ja eher nicht gefallen, aber wer weiß), sondern ein grundsätzlicher Ansatz. Denn Apple stelle auch heute wie zu Jobs' Lebzeiten den Menschen über die Technik. Keine Technologie sei so wichtig, dass der Anwender zu ihrem Opfer werden dürfe und sich ihr unterordnen müsse. Er solle hingegen sein Leben so menschlich wie nur möglich führen können. Und darin sei Apple nach wie vor stark. Auch einen Mangel an Innovation sieht Woz keineswegs. Denn während Konkurrenten wie Samsung mit einer Funktion, die lächelnde Gesichter erkennt und erst dann die Kamera auslöst, eher "Fun-Features" entwickle, gebe es bei Apple sehr wohl wirklich Neues. Als Beispiel nannte Wozniak Touch ID und Apple Pay. Einer gewaltigen Innovation traut Woz indes noch nicht über den Weg, dem autonomen Fahren: "Ich glaube nicht an selbstfahrende Autos, das ist noch nicht möglich."

Weitere Nachrichten:

Drei Wochen warten? Bei diesen Händlern kann man noch ein iPad Pro bestellen

Apples neue iPad Pro sind offensichtlich ein Erfolg, bei einigen Top-Modellen verweisen Händler bereits auf mehrere Wochen Lieferfrist. Sogar im Apple Store wird man bei einem Modell sogar auf Anfang Dezember vertröstet. Bei einigen Händlern sind aber Geräte sofort verfügbar.

Apple Store

Beste Verfügbarkeit bietet in der Regel der Apple Store, Apple gibt seinen eigenen Läden bei der Belieferung den Vorzug. Das gilt aber nur bei persönlichem Erscheinen in einer Filiale: Die meisten Modelle kann man auf der Webseite bestellen und in einem nahen Store abholen. Will man das Gerät allerdings geliefert bekommen, muss man aktuell bis zum 26. oder 29. November warten. Bei einigen Modellen beläuft sich die Lieferzeit sogar bereits auf die Woche 29. November bis 6. Dezember.

Nicht verfügbar waren bei unserer heutigen Abfrage im Raum Bayern die Topmodelle mit LTE und 1 TB Speicher: In den Stores ist weder das Modell mit 11-Zoll noch das Modell mit 12,9-Zoll-Display zu haben, eine Abholung ist erst ab 6. Dezember möglich. Liefertermin bei einer Bestellung ist der 29. November bis 6. Dezember. Bei den Modellen mit 12,9-Zoll-Modellen ist außerdem die Version mit 512 GB Speicher kaum zu bekommen.

Cyberport

Bei Cyberport ist das iPad Pro 11-Zoll in silber sofort bestellbar, allerding nur in der Wi-Fi-Version mit 64 GB. Bei den meisten anderen Modellen verspricht Cyberport eine Verfügbarkeit ab 15.11 an (unter Verweis auf Angaben des Lieferanten). Erst ab 6.12 ist allerdings das Topmodell verfügbar, das iPad Pro 12,9 LTE mit 1TB Speicher. Die Version mit 512 GB und LTE ist erst ab 29.11 verfügbar.

Gravis

Bestellt man ein iPad Pro bei Gravis, muss man zwischen zwei und sechs Wochen warten - genauere Angaben bietet der Zulieferer nicht. Lieferbar ist aktuell nur ein einziges Modell, das iPad Pro 12,9 mit 1 TB Speicher und WiFi in spacegrau.

Euronics

Der einzige Händler, bei dem man aktuell ein iPad Pro 11-Zoll in Spacegrau noch bestellen kann, ist laut unserer Abfrage bei einer Preissuchmaschinen eine Filiale der Kette Euronics. Für 879 Euro kann man hier noch das Apple iPad Pro 11“ (64GB) WiFi spacegrau bestellen. Innerhalb von wenigen Tagen verspricht Euronics die Lieferung, dabei handelt es sich um Bestand einzelner Filialen. Neben einigen Versionen des iPad Pro 12,9 ist auch das iPad Pro 11-Zoll mit LTE und 256 GB noch im Angebot.

Comtech

Sofort liefern kann der Händler Comtech einige Modelle des iPad Pro 12,9 mit WiFi. Modelle mit 11-Zoll-Display sind ebenfalls nur vorbestellbar.

Mediamarkt und Saturn

Besonders lange Lieferfristen von 12 Wochen gibt Mediamarkt aktuell für Apples iPad Pro an. Diese Angabe sollte man aber nach unserer Erfahrung nicht ernst nehmen: Die Lieferfristen bedeutet so viel wie „nicht bekannt“ und könne schon bald auf wenige Tage sinken.

Update für Nik Collection by DxO

Nik Collection ist eine beliebte Bildeffekte-Sammlung, die Google bereits 2012 aufgekauft und ohne Produktpflege als kostenlosen Download angeboten hat. Vor kurzem hat DxO die Nik Collection von Google übernommen und im Juni 2018 an die aktuelle Technik angepasst. So unterstützt sie nun die 64-Bit-Versionen von Windows und Mac. Gleich geblieben ist allerdings der Funktionsumfang. Seit Juni gibt es die Nik Collection daher nicht mehr als kostenlosen Download – zumindest nicht auf offiziellen Weg. DxO verlangt für die Nik Collection 69 Euro.

 Nik Collection by DxO 2018 v1.1

Heute (14.11.2018) präsentiert DxO nun die zweite Version der  Nik Collection. Wer bereits die Nik Collection by DxO besitzt, erhält das Update kostenlos. Diese Version bietet eine vollständige Kompatibilität mit macOS Mojave und den 2019-Versionen von Adobe Lightroom Classic CC, Photoshop CC und Photoshop Elements. Zudem wurden einige Schnittstellen-Bugs und die Kompatibilität mit anderen Hostanwendungen behoben. So unterstützt die Nik Collection  laut DxO nun auch problemlos Serif Affinity Photo auf macOS.

Die sieben Module der Nik Collection

Die Nik Collection by DxO beinhaltet sieben Plug-ins. Diese lassen sich als eigenständige Anwendung oder als Plug-in beispielsweise in Photoshop verwenden. Die Module im Kurz-Überblick:

  • Analog Efex Pro, Analogfilmsimulationen von Analogkameras und -objektiven.

  • Color Efex Pro für Farbkorrektur, Retusche und kreative Effekte.

  • Dfine zur Verringerung des Rauschens bei digitalen Bildern.

  • HDR Efex Pro zur Verarbeitung von HDR-Bildern.

  • Sharpener Pro für mehr Präzision und Details bei digitalen Bildern.

  • Silver Efex Pro für die Umwandlung von Bildern in Schwarzweiß-Aufnahmen, zurückzuführen auf Dunkelkammertechniken.

  • Viveza für die lokale Anpassung von Farbe und Tonalität in bestimmten Bereichen des Bilder.

EU-Parlament stimmt über günstigere Auslandsgespräche ab

Telefongespräche in das europäische Ausland könnten ab dem 15. Mai 2019 nur noch maximal 19 Cent pro Minute kosten. Jedenfalls dann, wenn das EU-Parlament bei der Abstimmung am heutigen Mittwoch sich für eine deutliche Senkung der Preise für EU-Auslandstelefongespräche entscheidet.

Im Sommer 2017 hatte das EU-Parlament schon die Roaming-Gebühren abgeschafft , jetzt sollen also auch die Preise für die Telefongespräche innerhalb der EU drastisch sinken. Sollte die Mehrheit des EU-Parlaments dem Vorhaben heute zustimmen, dann dürfen die Anbieter künftig maximal 19 Cent pro Minute verlangen, wenn ein Gespräch per Festnetz oder Mobilfunknetz ins EU-Ausland geführt wird. Für eine SMS dürfen maximal sechs Cent verlangt werden.

Im Vorfeld hatte das EU-Parlament sogar eine völlige Abschaffung der Extra-Gebühr für EU-Auslandsgespräche gefordert. Mit den europäischen Mitgliedsstaaten hat sich das Europaparlement dann aber schließlich im Juni 2018 auf eine Obergrenze von 19 Cent pro Minute und 6 Cent pro SMS geeinigt. Die Abstimmung am heutigen Mittwoch gilt als Formsache. Nachdem die Mehrheit der Parlamentarier dafür gestimmt hat, kann die neue Regel zum Gesetz werden. Dieses wird dann schließlich am 15. Mai 2019 in Kraft treten.

 

NASA: Mars-Landung wird am 26.11 live übertragen

Die NASA startete Anfang Mai die Sonde „Insight“ in Richtung Mars. Die Sonde hob von der US-Westküste ab und hat als Ziel den Mars. Diesen erreicht die Sonde voraussichtlich am 26. November 2018. Die Landung soll  nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit passieren – die NASA wird die Insight-Landung im Internet übertragen. Über die NASA-Webseite, NASA.TV, dem NASA-Youtubekanal sowie Ustream.tv wird das Schauspiel übertragen, Informationen zur Mission werden aber auf auf Twitter und Facebook geteilt, dass kündigte jetzt die NASA an.

Neben der Übertragung im Internet gibt es weltweit auch verschiedene Public-Viewing-Hotspots. Hierzulande gibt es zwei: Das Berliner ZEISS Grossplanetarium in Berlin sowie das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) im niedersächsischen Göttingen. Dort werden am 26. November zwischen 19:00 und 22:00 Uhr neben der Live-Übertragung auch Experten zugegen sein, die technische Aspekte, die Mission sowie deren Vor-Ort-Experimente der Insight-Mission erklären werden.

Insight soll die Oberfläche des Mars und die darunterliegende Struktur erforschen und dabei Rückschlüsse über die Entstehung unseres Sonnensystems liefern. Die letzte Mars-Landung der NASA liegt nun schon sechs Jahre zurück, damals sorgte die Landung des Mars-Rover Curiosity für spannende Bilder. Nach der Insight-Landung wird es wiederum eine längere Pause geben, die nächste Mars-Landung der NASA soll erst wieder 2020 stattfinden, dann soll der Exo-Mars-Rover auf der Oberfläche aufsetzen und dort nach Leben suchen.

Bundeswehr kämpft mit Computer-Problemen

Die Bundeswehr kämpft an allen Fronten. In Afghanistan gegen die Reste von Al Quaida und Taliban, in Berlin gegen den knausrigen Finanzminister und in den heimischen Kasernen für die Integration weiblicher Soldaten in den langjährigen Männerverein. Aber auch in der IT-Abteilung der Landesverteidiger geht es rund, die Einführung einer neuen kaufmännischen Standardsoftware verzögert sich immer mehr und belastet die ohnehin schon leeren Kassen mit 350.000 Euro pro Tag.

Unklare Zuständigkeiten im Verteidigungsministerium und fehlende Fachkräfte sollen nach einem Bericht des Handelsblatt der Grund für die andauernde Verzögerung der SAP R3-Einführung sein. Peter Bröhl, bei der Bundeswehr zuständig für das SASPF-Projekt, warnt: "Es ist Viertel vor Zwölf". Pro Tag soll das Projekt 350.000 Euro an an Beraterhonoraren verschlingen, doch immer wieder verstreichen Termine, ohne dass wichtige Entscheidungen getroffen werden.

Ein Scheitern des SASPF-Projekts wäre für die Struck-Truppe ein Desaster. Die SAP-Software soll 250 kaufmännische Einzelanwendungen an 700 Standorten ablösen und vereinheitlichen. Gelingt das nicht, müssen eine Menge unterschiedlicher Programme weiter gewartet werden und bei der Bundeswehr gäbe es dann eine Vielzahl von Insellösungen, so Bröhl.

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