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Morgenmagazin vom Donnerstag, 16. November 2017

16.11.2017 | 07:00 Uhr |

Apple Park eröffnet Besucherzentrum +++ Vergleich: iPhone X schlägt alle Android-Smartphones +++ Apples Video-Dienst soll 2018 kommen +++ Firefox 57: Wieder Alternative zu Safari und Chrome? +++ Lasst mich doch 1.319 Euro für ein iPhone zahlen, wenn ich will! +++ E-Autobahn von Italien nach Norwegen bis 2020 +++ Amazon Music Unlimited: 3 Monate für nur 99 Cent! +++ Facebook: 270 Millionen Fake-Accounts

16. November: Weit reisende Botschaften

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Is there anybody out there? Und wenn ja, wie viele? Sind sie uns wohl gesonnen oder müssen wir uns für ihnen fürchten? Wäre es überhaupt eine gute Idee, mit ihnen zu telefonieren, wenn wir nicht wissen, wer sie sind oder bleiben wir besser unter ihren Radaren?

Gedanken, die die Menschheit umtreiben, seitdem die Wissenschaft festgestellt hat, dass unser Heimatplanet nur einer von etlichen Milliarden alleine in unserer Galaxis ist. Es ist ja nun mal so: Entweder sind wir allein in diesem riesigen Universum oder nicht, und beide Vorstellungen sind schrecklich.

Noch haben wir keinen Weg gefunden, die riesigen Entfernungen – schon zum nächsten Sternsystem braucht selbst das Licht über vier Jahre – zu überwinden. Ein Trost: Sollte es anderswo in den schier unendlichen Weiten ähnlich "intelligente" Zivilisationen geben, stehen die vor dem gleichen Problem.

Nicht völlig auszuschließen, dass man uns da draußen schon entdeckt hat, in  der Atmosphäre Spuren unseres Lebens und Stoffwechsels in Form von Sauerstoff oder im Kurzwellenspektrum Überbleibsel der weltweiten Funkübertragungen, die erst seit 80 Jahren durch das Weltall wabern und von daher 80 Lichtjahre weit gekommen sind. Innerhalb dieses Radius haben zumindest wir noch keine Indizien auf bewohnte Planeten gefunden.

Genau 43 Lichtjahre weit und daher auch noch nicht in kosmische Wohngegenden gelangt ist die Arecibo-Botschaft, die am 16. November 1974 von dem gleichnamigen Radioteleskop auf seine Reise ging. "Hey, da sind wir und können jetzt sogar gerichtete Radiosignale über eine weite Distanz schicken" lautete der Kern der bewusst ausgesandten Nachricht. Irgendwann sollte eine ferne Zivilisation daraus Rückschlüsse ziehen können wer denn genau wir sind und von welchem Planeten wir die Botschaft geschickt haben.

Nur wird die Nachricht vermutlich nie irgendeine andere Spezies lesen können, das Ziel der Sendung ist ein 25.000 Lichtjahre entfernter Kugelsternhaufen. Und in einem solchen Gebilde wird es kaum Leben geben können, die dort versammelten Sterne sind aus einer Generation, die noch kaum höherwertige Elemente wie Kohlenstoff oder Phosphor ansammeln konnte. Diese Elemente sind essentiell für Leben der Art, wie wir es kennen und von daher auch als Symbole in der Arecibo-Botschaft enthalten.

Die Sorgen dürften unbegründet sein, dass eine uns überlegene Zivilisation anhand der Funksignale erkennt, dass es auf dem kleinen Planeten, der da um den unscheinbaren Stern kreist, nicht nur primitives Leben auf Kohlenstoffbasis kreucht und fleucht. Vermutlich müsste das aber die größte Sorge der Menschheit sein, wenn sie von irgendjemanden da draußen entdeckt wird. Dieser Jemand wäre uns in  technischer Hinsicht dermaßen überlegen, dass er selbst die dominante Spezies auf unserem Planeten nur als eiweißhaltiges Futter oder Hersteller von Nahrung begreifen würde, wie wir etwa gigantische Fischschwärme oder Bienenstöcke als ausbeutbar betrachten. Dann mögen Arecibo-Botschaft oder die Goldenen Schallplatten der Voyager-Sonden vor allem den Zweck haben, den Weltraumreisenden zu vermitteln, dass wir Freunde sein könnten, und nicht Futter.

Vielleicht sollten wir aber noch genauer in die Weltmeere, die Felder und Wälder lauschen: Versucht uns nicht die ein oder andere scheinbar primitive Spezies eine derartige Botschaft zu geben? Fragen wir also besser: Is there anybody in there? Just nod if you can hear me, ist there anyone at home? Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Der große Vergleich: Wir haben das iPhone X bisher eher mit iPhone 8 (Plus) oder älteren Generationen verglichen, davon ausgehend, dass die Leser dieser Tests in der Regel die System- und Markenentscheidung für iOS und Apple bereits getroffen haben. Michael Simon hat nun aber die Gelegenheit, das iPhone X in Relation zu den Spitzenmodellen der Androidwelt zu setzen, dem Samsung Galaxy 8 und dem Google Pixel 2. Der Test ist ein wenig länglich, da die Smartphones in den unterschiedlichsten Kategorien wie Bildqualität oder Akkulaufzeit gegeneinander antreten müssen, deshalb beschränken wir uns hier auf das Fazit: Das iPhone X bietet das beste Gesamtpaket. In einigen Kategorien erwies sich die Konkurrenz zwar besser, aber niemals mit einem deutlichen Abstand.  Selsbt eine hypothetische Kombination aus Pixel 2, Galaxy S8 und LG V30 könne dem iPhone X nicht das Wasser reichen. Das ist ja mal eine Aussage.

Eingelenkt: Nach einem Treffen mit indischen Regierungsvertretern hat Apple nun Hilfe bei der Entwicklung einer staatlichen Anti-Spam-App zugesichert. Ein Jahr lang hatte Apple wegen Bedenken um die Privatsphäre der Nutzer die Kooperation schleifen lassen. Seinerzeit hatten die Behörden in den Google Play Store eine App gestellt, mit deren Hilfe Besitzer von Android-Smartphones unkompliziert  unerwünschte Werbung in Form von Anrufen oder Nachrichten melden konnten. Nun werde man bei der Entwicklung helfen, die App soll aber nur limitierten Zugriff auf die Texte der Nutzer bekommen. Denn deren Privatsphäre will Apple weiterhon vehement schützen.

Nun doch: Während Amazon offenbar überlegt, zu seinem Prime Video noch einen kostenfreien, aber werbefinanzierten Videostreamingservice zu stellen, soll Apple im kommenden Jahr seinen Netflix-Rivalen an den Start schicken. Dies behauptet Paolo Pescatore, der für CCS Insight Medienunternehmen beobachtet. Apple habe eine "starke Hardwarebasis" und seine Services-Saprte wachse stark. In einer Zeit, in der "jeder" um seine Position kämpfe, sei Apple gewappnet, mit um Marktanteile im Videobereich zu streiten. Das "wahre Schlachtfeld" sei nun das, in dem exklusive Inhalte entstehen, auch hier sei Apple bestens aufgestellt. Als Reaktion werde sich aber nun Netflix neue Preisstrukturen überlegen und etwa auch einzelne Filme und Serien zum Kauf oder Verleih anbieten. Zumal auch Facebook mit den Hufen scharre und einen Pay-per-View-Dienst anstrebe.

Eröffnung: Seit April beziehen Mitarbeiter den neuen Apple Park, im September eröffnete das Steve Jobs Theater mit der Keynote zum iPhone X seine Pforten, an diesem Freitag lässt der Hausherr nun erstmals die Öffentlichkeit in das Besucherzentrum ein. Die Kollegen von iMore haben bereits eine exklusive Führung erhalten. Das Zentrum lockt mit einem Café, einem Apple Store und natürlich einen Blick auf das auch als Raumschiff bezeichnete Torus förmige Bürogebäude und die Gärten rundherum. Der Store bietet nicht nur die üblichen Produkte an, sondern auch wie sein Pendant am Infinite Loop diverse Fanartikel: T-Shirts, Tassen, Kugelschreiber. Inmitten des Raumes ist ein Modell des Apple Park aufgestellt, Gäste können es dort durch iPads mit einer AR-App betrachten, die weitere Informationen gibt, was in dem Gebäude vor sich geht. In den Torus selbst lässt Apple keine Besucher rein.

Kann ja mal passieren: Wichtiger Tag in Australien – In einer landesweiten Abstimmung sprach sich eine deutliche Mehrheit für die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe aus und die Socceroos qualifizierten sich für die WM in Russland, aber das nur nebenbei. In einem Tweet gratulierte Apple-CEO Tim Cook dem Land - für die Entscheidung in der Abstimmung und nicht für die Fußballer. Leider vergriff er sich dabei im Tuch, denn nicht die Landesflagge Australiens zierte seinen Beitrag, sondern die des Übersse-Nachbarn Neuseeland. Zugegebenermaßen sind sich die beiden Fahnen aufgrund der Mitgliedschaft im Commonwealth und des gemeinsamen Staatsoberhauptes QE II auch recht ähnlich. Die Fußballer der Kiwis müssen nach einer 0:2-Niederlage in Peru nächsten Sommer (auf der Südhalbkugel natürlich Winter) daheim bleiben, zumindest eingetragene Partnerschaften sind im Inselstaat schon länger möglich. Cook bemerkte seinen Fehler jedoch bald und korrigierte ihn mit einem Tweet mit korrekter Fahne. Australier und Neuseeländer sind ein wenig heikel, verwechselt man ihre Fahnen. Weshalb es in Neusaeeland auch Überlegungen gab, eine neue Flagge zu küren. Diese Abstimmung ging jedoch im letzten Jahr verloren.

Weitere Nachrichten:

Firefox 57: Wieder Alternative zu Safari und Chrome?

Neben Chrome und Safari ist der auf dem Mac einst äußerst beliebte Firefox etwas ins Hintertreffen geraten. Die neue Version 57 "Quantum" soll dies ändern, handelt es sich doch trotz der unauffälligen Versionsnummer um einen komplett neuen Browser. Optisch macht die neue Firefox-Ausgabe einen guten Eindruck, die Entwickler des Mozilla-Projekts haben sich um eine einfachere Bedienung und ein modernes Design bemüht. Bei der Bedienung muss man sich trotzdem kaum umgewöhnen. Ein wenig erinnert die Oberfläche nach unserer Meinung an Konkurrenten wie Edge und Opera, mehrere Themes stehen zur Wahl. Auf Wunsch kann man weiterhin zwei separate Eingabemöglichkeiten für Suchanfragen und Adressen verwenden, Standard ist aber jetzt die auch bei anderen Browsern übliche Kombi-Suchleiste. Gut: Weiterhin kann man aus einer ganzen Palette an alternativen Suchmaschinen auswählen und die neue Version schließt auch zahlreiche Sicherheitslücken . Den Archiv-Dienst Pocket haben die Entwickler außerdem in die Adressleiste integriert, mit einem Klick kann man eine Webseite jetzt in einer Leseliste speichern.

Ärgerlich für Fans alter Browser-Erweiterungen und deren Entwickler: Mozilla hat die Möglichkeiten für Entwickler beschnitten und XUL durch das neue WebExtensions API ersetzt. Das führt dazu, dass beliebte Erweiterungen wie NoScript noch nicht für Firefox 57 verfügbar sind, weitere sogar niemals erscheinen werden. Eine kompatible Version des Sicherheits-Tools NoScript soll aber noch in dieser Woche erscheinen.

Ist man auf eine bestimmte alte Erweiterung angewiesen oder hat andere Kompatibilitätsprobleme, kann man aber auf eine ESR-Version von Firefox zurückgreifen, die hier verfügbar sind.

Performance

Die neue Firefox-Version startet schneller und auch die Oberfläche reagiert deutlich zügiger als frühere Programmversionen. So will Mozilla etwa den RAM-Bedarf und CPU-Last beschnitten haben, indem nicht aktive Tabs weniger Rechnerleistung zugeteilt bekommen. Entscheidend bei einem Browser ist aber vor allem die Webperformance: Erstmals nutzt Firefox statt der alten Rendering-Engine Gecko die neue HTML-Engine Quantum. Doppelt so schnell wie Firefox 52 soll Firefox 57 laut Hersteller mit der neuen Engine sein, so sollen GPUs und CPUs besser genutzt werden.

Mit Safari 11 kann Firefox aber nach unseren ersten Messungen weiterhin nicht mithalten, beim Mozilla-Benchmark Speedometer schafft Safari 41,59 sogenannte Runs pro Minute, Firefox nur 30,61. Google Chrome ist bei diesem Test mit 37,25 ebenfalls schneller. Bei diesem Test wird die Schnelligkeit von Webanwendungen gemessen, etwa das Ergänzen von To-Do-Enträgen in eine Liste. Für das Testen der Javascript-Performance empfiehlt sich der Benchmark ARES-6 , hier schafft der Apple-Browser die Lösung der Aufgaben in guten 48,41 ms, Chrome 58,98 ms der Mozilla-Browser benötigt im besten Durchlauf 125,92 ms. Auch durch die Anpassung der Leistungseinstellungen von Firefox ließ sich am großen Abstand zu Safari nichts ändern, möglicherweise ist aber die Mac-Version noch unzureichend an High Sierra angepasst. Zumindest beim HTML5-Test, der die Unterstützung von fortgeschrittenen HTML-Funktionen testet, schneidet Firefox mit 483 zu 452 Punkten besser als Safari ab. Ist der alternative Browser doch nicht ohne Grund bei Webentwicklern sehr beliebt.

Fazit : Die moderne Optik und neue Browser-Engine wirken vielversprechend. Die mäßigen Performance-Ergebnisse und fehlenden Erweiterungen sind aber etwas enttäuschend.

Lasst mich doch 1.319 Euro für ein iPhone zahlen, wenn ich will!

Wer in der heutigen Zeit mit Online-Journalismus Geld verdienen will, benötigt Klicks. Das Geheimrezept lautet: Ein paar hetzerische Schlagzeilen hier, ein paar Neugierde erweckende Teaser-Bilder da, gekoppelt mit Clickbait-Fragen (die am Ende des Artikels letztendlich doch nicht aufgelöst werden und den Leser mit noch mehr Fragen hinterlassen). Tadaa, schon hat man Klicks. 

Vor dieser Methode schrecken auch nicht alt eingesessene Zeitungen ab. Wäre Joseph Pulitzer nicht gerade damit beschäftigt, wie verrückt im Grabe zu rotieren, würde er wahrscheinlich das ein oder andere Tränchen vergießen. So stolz wäre er auf die heutige Medienlandschaft. 

Wie auch immer... Wenn man jedenfalls ganz viele von diesen Klicks ergattern möchte, stürzt man sich am besten auf ein Thema, welches momentan die ganze Welt berührt. Nein, nicht scheiternde Sondierungsgespräche, AfD, Flüchtlingskrise, Terroranschläge oder Vollzeit-Hetzer Trump. Über die wird momentan ohnehin ständig berichtet.

Es müsste ein neues Thema her. Etwas, was die Menschen berührt. Etwas, was es so noch nie gegeben hat. Das iPhone X bietet sich doch bestens an. Technische Neuerungen? Völlig egal! Apple nutzt jetzt Buchstaben anstatt Zahlen, das muss an Neuerungen doch reichen. Viel besser aber noch: der Preis. 

Spätestens zu dem Zeitpunkt, als Apple den Preis für das iPhone X ankündigte, war allen Qualitätsjournalisten klar: Darüber müssen wir reden. Nein, nicht reden. Darüber müssen wir uns beschweren! WIE KANN EIN GEWINNORIENTIERTES UNTERNEHMEN ES WAGEN, SO VIEL GELD FÜR EIN SMARTPHONE ZU VERLANGEN?!

Entschuldigung. Da hat sich das alte Schweiger’sche Shift-Tasten-Problem eingeschlichen. Aber im Ernst: Sachliche Berichterstattung findet man zum Thema iPhone X nur sehr selten. Außer natürlich auf der Macwelt-Seite. Wir sind immer sachlich und objektiv. ( Der war gut. Anm. d. Red. )

Der 13. September dieses Jahres geht als der Tag in die Geschichte ein, an dem Journalisten wettkämpferisch darum stritten, wer den schönsten Echauffier-Artikel schreibt. 

  • „1319 Euro für ein iPhone? Wirklich, Apple?“ – Welt, 13.09.2017

  • „Das iPhone X: Ein Sprung in düstere Vergangenheit“ – SZ, 13.09.2017

  • „Wie teuer darf ein Smartphone sein?“ – Spiegel, 13.03. 2017

Nur, um ein paar Beispiele zu nennen. Gewonnen hat eindeutig Andrian Kreye von der SZ, der Apples Face-ID mit der „Schädelvermesserei des Kolonialismus“ vergleicht. Immer wieder schön, wenn man Artikel liest, in denen das intellektuelle Ego des Autors zwischen den Zeilen durchschimmert. Oder wie in diesem Fall: Es einem mitten ins Gesicht schlägt. 

Fasst man die allgemeine Stimmung zum iPhone X in den sozialen Netzwerken zusammen, kommt das neue Apple Smartphone – vom Preis jetzt mal abgesehen - sehr schlecht weg: OLED-Display hat es ja vorher schon gegeben, die Notch sieht außerdem auch „Scheiße“ aus – genauso wie das Design im Ganzen – und die Face-ID sei überhaupt nicht sicher. 

Dann liest man in der Kommentar-Funktion, dass Verbrecher den Nutzer ja dazu zwingen könnten, sein Gesicht vor das Telefon zu halten und zu entsperren. Touch-ID war ja viel besser. Und sicherer. Dass besagte Verbrecher vielleicht auf die Idee kommen könnten, den Nutzer dazu zu zwingen, den Finger auf den Abdruck-Sensor zu legen, darauf ist der Urheber dieses Kommentars offensichtlich nicht gekommen. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Ist ja nur seine Meinung! 

Aber die Apple-Hater haben schon Recht. Wie die Süddeutsche Zeitung heute schreibt, wurde „Apples Face ID erfolgreich getäuscht – von Maske und Kind “. Im Artikel wurde zwar verschwiegen, dass die Face ID mit jedem Entsperrvorgang dazu lernt und dass beim Test die standardgemäße Aufmerksamkeitsprüfung deaktiviert wurde, war anscheinend auch nicht so wichtig. Wen interessieren denn Fakten? Klicks sind wichtig! Klicks sind die neuen Fakten.

Auch die vietnamesischen „Hacker“ bleiben uns immer noch den Beweis schuldig, dass sie die Face ID mit dem Gesicht eingerichtet haben und mit der Maske dann das iPhone entsperrt haben. Selbst das neuere Video von BBC zeigt das nicht. Aber egal. Hauptsache Klicks.

Man liest  weiter: Rationales Denken sei wohl keine Eigenschaft, die einem Apple-Käufer zugesprochen werden kann. So lautet ein Kommentar (mangelhafte Rechtschreibung und fehlende Interpunktion wurden zu Vorführzwecken aus dem Original übernommen):

„neulich ist ein gebrauchter ipod generation 1 für 4000 dollar über den tisch gegangen. Apple kunden scheinen nicht bis ins letze rational zu sein“

Dass aber der alte VW-Golf des früheren Papstes, Benedikt XVI., für fast 190.000 Euro verkauft wurde, daran denkt mal wieder keiner. Typisch. Oder will dieselbe Person behaupten, dass die rund 8,4 Millionen interessierten Käufer ebenfalls nicht rational denken können? Und nein, ich vergleiche hier nicht Steve Jobs mit dem Papst.

Hachja, freie Meinungsäußerung, welch wertvolles Gut. Falls man jedenfalls mich dabei erwischen sollte, wie ich für einen alten Samsung YP-U7 4GB MP3-Player 4000 Dollar bezahlen sollte, erteile ich hiermit offiziell mein Einverständnis, mich einliefern zu lassen. Am liebsten irgendwo in der Nähe eines Apple Stores, damit ich auch in Zukunft meine Kohle für „überteuerten Technikscheiß“ rauswerfen kann. 

Allerdings gehöre ich nicht zu den Käufern, die sich vom Spiegel vorschreiben lassen wollen, wie teuer ein Smartphone (oder ein sonstiges Apple-Produkt) sein darf. Daher möchte ich abschließend folgendes sagen: 

Ich zahle das Geld, weil das iPhone X es mir Wert ist. Ich habe Spaß an der Technik, an der leichten Bedienung, an der Kompatibilität mit anderen Apple-Geräten. Und hätte ich das Geld übrig, würde ich mir wahrscheinlich auch einen teuren Sportwagen kaufen – oder den alten Golf vom Papst. So viel Geld habe ich dann aber doch nicht gespart, es reicht „nur“ für das iPhone X. Natürlich handelt es sich hierbei um eine Menge Geld. Aber Apple zwingt mich ja nicht, so viel Geld auszugeben. Stattdessen könnte ich auch einfach einen überteuerten Tarif bei einem X-beliebigen Anbieter nehmen. Dann halte ich das iPhone X letztendlich auch in den Händen. Zahle am Ende halt nur drauf. 

Was man allerdings auf keinen Fall von mir erleben wird, ist, dass ich mich darüber aufrege, warum sich jemand ein Smartphone kauft, welches nicht den heiligen Apfel auf der Geräterückseite eingraviert hat. Und falls doch, möge man mich mit explodierenden Samsung Galaxy Note 7 steinigen. Es gibt letztendlich größere Probleme auf der Welt, als den Preis eines Telefons. Wie zum Beispiel die Wartezeiten beim neuen iPhone X. Ganz im Ernst, Apple. Das nervt. 

E-Autobahn von Italien nach Norwegen bis 2020

Der Energie-Anbieter E.ON und der E-Mobilitätsdienstleister Clever wollen bis 2020 eine Elektroautobahn bauen , die von Norwegen bis nach Italien reicht. Die beiden Unternehmen bauen dabei nicht das Straßennetz aus, sondern stellen an den bereits vorhandenen Autobahnen mehr als 180 Ladestationen mit 150 kW auf. Das E-Mobilitätsnetz erstreckt sich über sieben Länder und soll dafür garantieren, dass E-Auto-Besitzer von Nord- bis nach Südeuropa fahren können, ohne dass ihnen dabei unterwegs der Saft ausgeht. Im Rahmen des Connecting-Europa-Facility-Programms (CEF) wird das Projekt von der Europäischen Kommission mit zehn Millionen Euro gefördert.

E.ON und Clever wollen ihre Ladestationen in Deutschland, Norwegen, Schweden, Frankreich, Italien, Dänemark und Großbritannien aufstellen. Der Bau beginnt in Deutschland und Dänemark. In Norwegen übernimmt der Tankstellenbetreiber XY den Ausbau, da das Königreich kein EU-Mitglied ist. Nach der Fertigstellung sollen E-Auto-Besitzer entlang der Autobahnen alle 120 bis 180 Kilometer eine Ladestation mit zwei bis sechs Ladepunkten finden.

Die Ladesäulen könnten laut E.ON von 150 kW auch auf das so genannte High Power Charging (HPC) mit 350 kW aufgerüstet werden. Damit könnten E-Autos in kürzerer Zeit geladen werden. Diese Technik wird jedoch von noch so gut wie keinem Auto-Hersteller unterstützt. Eines der wenigen Modelle mit CCS ist der Hyundai Ioniq Elektro. 

Amazon Music Unlimited: 3 Monate für nur 99 Cent!

Die Amazon Cyber-Monday-Woche startet am nächsten Montag (20.11.-27.11.) und im Vorfeld gibt es bereits täglich Technik-Schnäppchen . Aktuell hat Amazon aber auch ein weiteres, sehr attraktives Angebot: Amazon Music Unlimited kann für nur 99 Cent drei Monate lang genutzt werden.

Das ist durchaus ein attraktives Angebot, um bei Amazon Music Unlimited hineinzuschnuppern. Denn regulär müssen Prime-Mitglieder für die Nutzung von Amazon Music Unlimited immerhin 7,99 Euro pro Monat beziehungsweise 79 Euro pro Jahr zahlen. Echo-Besitzer zahlen 3,99 Euro pro Monat. Für Kunden ohne Prime-Mitgliedschaft kostet Music Unlimited 9,99 Euro pro Monat. Die Mitgliedschaft bei Music Unlimited ist jederzeit kündbar.

Über Music Unlimited von Amazon erhalten Sie den Zugriff auf über 40 Millionen Songs. Es gibt dabei keine Werbeunterbrechungen und die Songs können auch offline angehört werden. Dafür bietet Amazon die passenden Apps für Android, iOS, PC, Mac, Sonos und Echo-Geräte an.

Auch für Fußball-Fans ist der Dienst interessant: Seit der aktuellen Saison überträgt Amazon Music Unlimited auch alle Spiele der Bundesliga, 2. Bundesliga, Spiele der deutschen Teams in den europäischen Wettbewerben und viele weitere Partien als Einzelspiel oder in der Konferenz. Auch hier live und ohne Werbung.

Eine Einschränkung: Das Aktions-Angebot für Music Unlimited gilt nur für die Nutzer, die den Dienst noch nicht ausprobiert haben. Für alle Music-Unlimited-Nutzer gibt es von Amazon noch ein großes Gewinnspiel, bei dem man einen Amazon-Gutschein im Wert von 10.000 Euro gewinnen kann. Am Gewinnspiel nimmt teil, wer vom 20.11.2017 bis zum 27.11.2017 die Playlist "Pop für Gewinner” in Prime Music oder Amazon Music Unlimited streamt. Weitere Infos zum Gewinnspiel finden Sie hier bei Amazon.

Amazon-Prime-Mitglieder haben übrigens auch Zugriff auf Musik-Inhalte, allerdings nur auf etwa 2 Millionen Songs. Auch diese dürfen aber ohne Werbeunterbrechungen und ohne Internet-Verbindung angehört werden. Weitere Informationen zu Amazon Music Unlimited finden Sie auf dieser Seite bei Amazon.

Amazon Music Unlimited für Familien können sechs Mitglieder einer Familie nutzen. Das Familienoberhaupt zahlt hierfür 14,99 Euro im Monat bzw. 149 Euro im Jahr, wenn er Prime-Mitglied ist. Nicht-Prime-Mitglieder zahlen 14,99 Euro im Monat. Das günstigere Jahresabonnement gibt es also nur für Prime-Mitglieder.

Facebook: 270 Millionen Fake-Accounts

Facebook hat sich in seinem aktuellen Quartalsbericht zu dem heiklen Thema Fake-Profile geäußert. Demnach gehen die Betreiber davon aus, dass es sich bei 12 bis 13 Prozent aller Konten um Fake-Accounts handeln könnte. Facebook unterscheidet hier in zwei Kategorien: Einmal gebe es falsch klassifizierte Konten, die bei der Registrierung falsch zugeordnet wurden. So kann beispielsweise ein Unternehmensprofil auch als privates Konto angelegt werden, um mehr Vertrauen bei den Besuchern zu erwecken. Dazu kommen unerwünschte Facebook-Accounts, also Konten, mit denen bewusst gegen die Nutzungsbedingungen der Plattform verstoßen werden soll. Hier kommen oft falsche Angaben zum Einsatz, die Profile dienen in erster Linie zur Verbreitung von Spam.

Weltweit sollen bis zu 13 Prozent aller Konten in diese beiden Kategorien fallen. Zu den Fake-Profilen gehören außerdem Zweit- und Dritt-Accounts realer Personen. In Anbetracht der 2,1 Milliarden Nutzer im Monat dürften ungefähr 270 Millionen Konten in die Kategorie Fake-Account fallen. Die Verteilung über den Globus ist hierbei nicht gleichmäßig. Facebook rechnet in Wachstumsmärkten wie Indonesien oder Indien mit deutlich mehr Fake-Accounts. In Deutschland dürfte der Wert deutlich geringer ausfallen. Doch auch hierzulande gibt es auf Facebook viele Konten, die nicht mehr genutzt oder für Werbezwecke verwendet werden.

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