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Morgenmagazin vom Donnerstag, 22. November 2018

22.11.2018 | 07:08 Uhr |

Warum das iPad den Computer noch nicht ersetzen kann +++ Foxconn muss sparen +++ Apple plant angeblich TV-Stick +++ Cyber Week: Adobe CC 40 Prozent günstiger +++ Facebook zeigt, wie viel Zeit Nutzer im Netzwerk verbringen +++ Elon Musk kifft: NASA überprüft SpaceX auf Drogen +++ Google reicht Patent für VR-Laufband ein +++

22. November: Music in da House

Wir wünschen allseits einen Guten Morgen! Wenn man heute Kinder und Jugendliche fragt, welche Instrumente sie denn spielen, sagen sie meistens: "iPhone und iPad". Früher war gewiss nicht alles besser, aber vieles anders. Damals lautete die Antwort: "Plattenspieler und Radio". Seien wir also nicht zu kulturpessimistisch, das Erlernen eines Musikinstruments ist eben nicht jedem gegeben. Mehr als Talent erfordert es Ausdauer, Hingabe und Konzentration - und vor allem auch das Vorbild der Verwandten, Bekannten und Freunde. Wenn denn nämlich am Feierabend auch die Eltern lieber die Füße hochlegen und via iPad in der Zeitung von morgen schmökern, anstatt zur Gitarre zu greifen oder sich an das Klavier zu setzen, woher soll der Nachwuchs denn Lust bekommen, selbst zu Musizieren?

In den letzten drei Jahrzehnten, also über gut eine Generation hinweg, haben sich die am meisten bewunderten Berufe in den vergangenen deutlich geändert. Was früher der Rockstar mit Plattenvertrag und Hitsingle war, dem man unbedingt nacheifern wollte, ist heute der YouTuber mit Millionen von Abonnenten.

Bleibt alles anders: Denn früher hatte man gemeint, man müsse nur drei Akkorde lernen und könne dann selbst vor Zehntausenden auf die Bühne gehen und Millionen von Platten verkaufen, ist der Trugschluss heute der, dass man nur ein paar halb reflektierte Gedanken und Aufnahmen von Aktionen hochladen muss, schon kommt der Ruhm von allein.

Aber wie gesagt, Kulturpessimismus ist nicht angebracht, neben vielen uninteressanten Möchtegerninfluencern und anderen Youtubern gibt es aber auch jede Menge kompetente und interessante Leute im Netz, so wie es auch verdammt viele schlechte Gitarristen gibt. Greifen wir heute mal lieber wieder zum Instrument, und wenn es die Fernsteuerung für die Rockstar-Spiele in Form einer Gitarre ist. Denn der 22. November ist nicht nur der Heiligen Cäcilie von Rom gewidmet, der katholischen Patronin der Kirchenmusik, sondern vor allem als Tag der Hausmusik im Kalender etabliert.

Wichtig ist hierbei das gemeinsam Spielen, Hören und Erleben, sonst ist es nur Gedudel. Die wenigsten von Ihnen werden daheim eine Kirchenorgel stehen haben, um den Cäcilientag angemessen zu begehen, aber ein Klavier tut es ja auch. Vielleicht mal wieder ein Stück von Billy Joel spielen, muss ja nicht das sehr anspruchsvolle "Angry Young Man" sein oder das nicht minder schwere "Piano Man". Gerade heute auch empfehlenswert die Hit-Single des 89er-Albums "Stormfront" – "We Didn't Start The Fire". Sie wissen schon: Die auf 4:51 Minuten komprimierten Jugenderlebnisse der US-Nachkriegsgeneration. Besonders die Zeile vor dem vierten Refrain wird uns heute wieder einen Schauer über den Rücken jagen, 55 Jahre danach: "JFK - Blown away, what else do I have to say?" Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Liste: Wenn es Apple mit dem Anspruch ernst meint, das iPad Pro als Alternative zum Desktop- oder Laptop-Computer auszubauen, wird iOS 13 ein paar Funktionen benötigen, die dem Tablet vorbehalten sind. Jason Snell hat seine Wunschliste aufgeschrieben. Darin kommen die Unterstützung für eine Menüleiste vor, solange an das iPad ein externer Monitor angeschlossen ist. Cool wäre ja, wenn das kommende Apple Display auch berührungsempfindlich wäre und man in dem Fall nicht nur auf dem iPad wischt, sondern auch auf dem großen Monitor. Eine Funktionstastenleiste für das Smart Keyboard wäre ebenso eine feine Sache wie eine Verbesserung der Audio-Funktionen. Warum können sich nicht zwei oder mehr Apps die Ausgabe teilen? Entwickler würden sich gewiss über Tools für iOS freuen, damit man die Arbeit nicht komplett und ausschließlich auf dem Mac erledigen muss. Dazu gehört auch, dass Apple seine eigenen Pro-Apps wie Logic und Final Cut auf das iPad brächte. Die Dateien-App sollte schlussendlich auch auf externe Speichermedien zugreifen können.

Fünf Gründe und der Widerspruch : Apple hat einen einen neuen Werbespot herausgebracht, der fünf Gründe aufzeigt, warum man ein iPad sich als seinen nächsten Computer anschaffen soll. Darin heißt es, das iPad sei leistungsfähiger als die meisten Computer, dabei aber unglaublich vielseitig und dank LTE überall online. Die einfache Bedienbarkeit kommt hinzu und nit Apple Pencil werde es glich noch viel besser. Michael Simon legt auf Macworld Widerspruch ein. Denn es mag zwar stimmen, dass das iPad bei recht einfachen Aufgaben als Computerersatz wunderbar diene, die meisten Kunden aber dennoch auf ihren Mac zurückgreifen müssen, wenn es etwas komplizierter wird. Konkret merkt Simon an, dass das ipad Pro trotz seiner unbestrittenen Leistungsfähigkeit keine Pro-Anwendungen von Apple ausführen könne - und auf Photoshop muss man ja auch noch ein wenig warten. Eine richtige Dateienstruktur wie unter macOS fehle auch nach wie vor. So richtig könne man ein iPad nicht für längere Arbeiten auf den Schoss oder den Tisch ablegen, das ist auf die Dauer unbequem. Eine externe Festplatte kann man auch nicht beliebig anschließen - und dann ist das iPad Pro auch noch teuer als so mancher Mac.

Sparzwang: Apples größter Zulieferer Foxconn richtet sich laut Bloomberg auf ein schwieriges Jahr 2019 ein. Laut eines internen Memos, das dem Blatt vorliege, wolle Foxconn seine Ausgaben um 2,9 Milliarden US-Dollar reduzieren, fast um die Hälfte. Der Grund sei die Aussicht auf ein "sehr schwieiriges und wettbewerbsintensives" Jahr. Auch die iPhone-Sparte sei davon betroffen, sie müsse etwa 850 Millionen US-Dollar einsparen. Etwa zehn Prozent der Belegschaft werde Foxconn abbauen. Laut des Analysten Jun Zhang von Rosenblatt Securities ist in China im Rahmen des Single-Tages am 11.11. das iPhone XR dank der angebotenen Rabatte gut verkauft worden und habe insgesamt bereits iPhone XS und XS Max überholt, die einen Monat länger im Handel waren. Die Zuwächse des günstigeren Modells hätten jedoch laut Apple Insider den allgemeinen Rückgang nicht kompensieren können.

Verkleinert: Amazon hat den Fire TV Stick, Google den Chromecast, die beide größere Settopboxen ersetzen und auch hinsichtlich des Preises den Einstieg in das Thema Streaming TV erleichtern. Für den Start seines TV-Services, der in der ersten Jahreshälfte 2019 erfolgen könnte, soll Apple nun eine ähnliche Hardware herausbringen, einen Dongle, der noch kleiner ist als das Apple TV, dabei aber zum günstigeren Preis annähernd die gleiche Funktionalität bringt. Die will zumindest The Information aus informierten Kreisen erfahren haben. Womöglich müssten Käufer des Dongles auf Spiele verzichten, welche das aktuelle Apple TV mit seinem A10X-Prozessor in beeindruckender Weise auf den großen Bildschirm bringt, für den Zugang zu Netflix, Amazon Prime und eben Apples künftiges Angebot reicht ein auf Steckergröße geschrumpftes Gerät mit HDMI-Anschluss aber vollkommen aus. Sollten die Berichte zutreffen, dürfte es aber sehr wohl Apples Strategie sein, mit den Inhalten Geld zu verdienen und nicht nur mit den Geräten. Zuletzt hatte es auch einige Spekulationen gegeben, Apple würde seinen Streamingdienst für die Käufer (teurer) Geräte kostenlos anbieten, mit einem günstigen TV-Stick als Einstiegsangebot würde das eher nicht aufgehen. Zudem hatte sich das verhältnismäßig teure Apple TV zuletzt recht gut verkauft, wie 9to5Mac eine Statistik von Thinknum zitiert. Es handelt sich hier zwar nur um eine Stichprobe - der Verkäufe bei der Elektronikhandelskette best Buy - doch sei hier das Apple TV hinter dem Fire TV Stick bereits das zweitpopulärste Gerät. Das Apple TV 4K habe damit weit günstigere Lösungen wie die von Roku und Google überholt.

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Es ist wieder Cyber Week und viele Konzerne locken mit Rabatten auf ihre Produkte. Adobe ist natürlich auch wieder dabei und bietet die Adobe Creative Cloud vergünstigt an. Das Abo enthält alle Produkte des Konzern inklusive Photoshop, Audition, Premiere Pro und viele weitere. Es ist also alles dabei was das kreative Herz begehrt. Der Rabatt beträgt stolze 40 Prozent bei Abschluss eines Jahresabos. Statt 59,49 € kostet das Abo nur noch 35,60 € monatlich. 

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Facebook zeigt, wie viel Zeit Nutzer im Netzwerk verbringen

Nachdem Instagram in der vergangenen Woche um ein neues Digital-Wellbeing-Dashboard erweitert wurde, ist nun Facebook an der Reihe. In dieser Woche liefert der Konzern eine neue Version seiner Facebook-App aus. Diese beinhaltet ein neues Dashboard . Im Bereich „Your Time on Facebook“ können Nutzer detaillierte Statistiken über ihre Zeit im Social Network einsehen. Die App zeigt unter anderem, wie viele Minuten pro Tag sie mit der Facebook-App auf dem Smartphone oder Tablet verbringen und errechnet daraus einen durchschnittlichen Tageswert.

Um die Zeit in der App zu reduzieren, bietet das neue Dashboard zwei Optionen. Mit dem Daily Reminder können Nutzer eine Zeit festlegen, die sie beim täglichen Gebrauch der App nicht überschreiten wollen – beispielsweise 45 Minuten oder eine Stunde. Ist dieses Limit erreicht, zeigt die Facebook-App einen Reminder auf dem Bildschirm. Nutzer können außerdem die Facebook-Benachrichtigungen für eine bestimmt Zeit stumm schalten, um nicht ständig wieder zum Handy gelockt zu werden.

Die Einführung entsprechender Zeit-Management-Tools bei Facebook, Instagram, Apple oder Google ist Teil der „time well-spent“-Bewegung. Diese will Menschen bewusst machen, wie viel Zeit sie mit ihrem Smartphone und in sozialen Netzen verschwenden.

Elon Musk kifft: NASA überprüft SpaceX auf Drogen

Der kiffende Elon Musk bereitet nicht nur Tesla, sondern jetzt auch SpaceX Ärger. Denn die US-Weltraumbehörde NASA hat eine Sicherheitsüberprüfung von SpaceX und Boeing angeordnet, wie die Washington Post berichtet. Diese Sicherheitsüberprüfung sei Voraussetzung, damit die beiden Unternehmen ab 2019 Astronauten ins Weltall transportieren dürfen. Die NASA wolle damit die größtmögliche Sicherheit für ihre Astronauten sicherstellen.

Ein Anlass für diese jetzt neu angesetzte Überprüfung scheint Elon Musks legendärer Joint bei einem Podcast zu sein. Denn die NASA begründet gegenüber The Verge die Sicherheits-Uberprüfungen damit, dass sie kontrollieren wolle, ob die Partnerunternehmen die NASA-Voraussetzungen für die Arbeitsplatzsicherheit erfüllen, wozu auch eine Drogen-freie Umgebung gehöre. SpaceX arbeitet beim Transport von Astronauten für die Bundesbehörde NASA und beim Transport von Spionagesatelliten zudem für das US-Militär. Beide Einrichtungen verbieten Drogen.

Tesla-Chef Elon Musk hatte im September 2019 bei einem Podcast Marihuana geraucht. Der Podcast wurde in Kalifornien aufgenommen, dort ist der Genuss von Marihuana erlaubt; in vielen anderen Bundesstaaten sowie auf Bundesebene sind Joints dagegen verboten. Prompt handelte sich Musk massive Kritik mit seinem öffentlichen Drogengenuss ein. Der Verdacht liegt nahe, dass die NASA Musks öffentlichen Drogengenuss zum Anlass für ihre neu angesetzte Sicherheitsüberprüfung nahm. Die NASA nannte allerdings Musk nicht beim Namen.

Die Sicherheitsüberprüfung soll Monate dauern und Hunderte von Gesprächen umfassen. Ob diese Überprüfung zu einer Verschiebung der geplanten bemannten Raketenstarts führen könnte, ist noch unbekannt. SpaceX hat bereits mitgeteilt, dass es davon ausgehe, dass es alle Anforderungen der NASA an die Arbeitsplatzsicherheit erfüllen werde, inklusive der Drogen-Freiheit. Ähnlich äußerte sich auch Boeing.

Beide Unternehmen sollen ab 2019 Astronauten zur ISS bringen und entwickeln dafür die nötigen Raketen und Transportkapseln. Die NASA besitzt selbst derzeit nicht die dafür nötigen Transportmittel. Boeing baut NASAs nächste Rakete für Flüge tief ins All: Das Space Launch System. SpaceX wiederum ist für die Versorgungsflüge zur ISS verantwortlich und soll bald auch Astronauten zur ISS fliegen. Die dafür vorgesehene Transportkapseln, die Crew Dragon, soll im Januar 2019 ihren ersten Testflug unternehmen. Sofern dieser erfolgreich verläuft soll im Juni 2019 ein bemannter Testflug mit der Crew Dragon folgen. Boeing wiederum will im März 2019 einen unbemannten Testflug mit dem CST-100 Starliner unternehmen. Bei dessen erfolgreichen Verlauf soll im August 2019 ein bemannter Testflug folgen.

Google reicht Patent für VR-Laufband ein

Wer in VR-Spielen und -Programmen ein echtes Gefühl von Bewegung mit den Füßen erleben will, muss bislang die Investition für ein spezielles Laufband tätigen. Für das an ein Lauflerngerät für Kinder erinnernde Omni werden beispielsweise 700 US-Dollar fällig. Google will ein ähnliches Erlebnis mit einem neuen Patent ermöglichen. Das schlicht „ Augmented and/or Virtual Reality Footwear“ genannte Gadget besteht aus Schuhen mit Motoren und Rollen sowie einem runden Laufband. Durch eine flexible Plattform lassen sich die Füße auf dem Laufband für Laufbewegungen nutzen. Das Laufband reagiert auf diese Bewegungen und steuert die ursprüngliche Position wieder an. Diese Zurückstellung soll für den Anwender nicht bemerkbar sein. Sensoren übertragen die Bewegung schließlich in die virtuelle Welt.

Durch die Kombination aus Schuhen und Laufband soll in VR das endlose Laufen in jede beliebige Richtung simuliert werden. Wie Google das versehentliche Herunterfallen verhindern will, bleibt offen. Schließlich sind die Nutzer durch die VR-Brille quasi blind. Ob Google das Patent tatsächlich zur Marktreife bringen wird, bleibt ebenfalls fraglich. Lange Laufwege wie beispielsweise in Fallout oder Skyrim würden die Spieler schnell ermüden. Diese Spiele sind für eine Steuerung über Gamepad oder Tastatur ausgelegt, deren Bedienung ist mit deutlich weniger Aufwand möglich. Das Patent zeigt jedoch, dass Google auch weiterhin an Anwendungen für VR und AR arbeitet. 

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