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Morgenmagazin vom Donnerstag, 24. August 2017

24.08.2017 | 06:55 Uhr |

iPhone 8 am 12. September? +++ Wie das Silicon Valley das Fernsehen verändert +++ Dongle macht iPad zum Zweitbildschirm +++ Elon Musk stellt schicken SpaceX-Raumanzug vor +++ Ostsee: Testlauf für Rettungsdrohne auf Usedom +++ DJI Spark Drohne erhält Zwangsupdate - Flugverbot ohne Installation +++ High Sierra, iOS 11: Apple veröffentlicht Tipps für Sys-Admins +++

24. August: Tage wie diese

Wir wünschen allseits Guten Morgen! "Unglücklicherweise ist dieser Tag gekommen", erklärte Steve Jobs dem Apple-Aufsichtsrat am 24. August 2011 seinen Rücktritt als Apple-CEO. Im Verwaltungsrat werde er verbleiben, die Pflichten des Tagesgeschäftes könne er aber nun endgültig nicht mehr wahrnehmen, weswegen er seinen CEO-Stellvertreter Tim Cook, bisher als COO die Nummer zwei im Unternehmen, als Nachfolger vorschlage. Die im Jahr 2003 diagnostizierte und 2004 erstmals operativ behandelte Krankheit hatte Jobs seither zu mehreren, teils monatelangen Auszeiten gezwungen, in denen er völlig von der Bildfläche verschwunden war (die Lebertransplantation 2008) oder immer wieder für einzelne Auftritte aus dem Krankenstand zurück kehrte: Vorstellung von iPad und iPad 2, WWDC-Keynotes und der allerletzte öffentliche Auftritt bei der Präsentation des heute Apple Park genannten neuen Bürogebäudes für den Stadtrat von Cupertino.

Tim Cook ist also seit heute sechs Jahre lang Apple-Chef, die Umstände, unter denen er auf den Posten gelangte, sind aber gewiss kein Anlass zum Feiern. Feiertag ist heute nicht in Cupertino, dafür aber in Kyiv, die Ukraine feiert heute 26 Jahre Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Drei Tage nach Scheitern des Putschversuchs gegen den Generalsekretär der KPdSU Michail Gorbatschow und damit dem besiegelten Ende eines neuen Unionsvertrages der sozialistischen Sowjetrepubliken erklärte die Ukraine die Union damit gewissermaßen für beendet. Drei Tage später sollte Moldawien folgen, auch andere Republiken inklusive Russland folgten dem Beispiel, im Dezember hörte die UdSSR tatsächlich zu existieren auf. Man benötigt wohl einen ziemlich schrägen Blick auf die Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts um das Ende der Sowjetunion als dessen größte geopolitische Katastrophe zu betrachten, aber es soll Leute geben, die das nicht nur denken und sagen, sondern auch ihre Politik danach ausrichten. Wollen wir daher heute der Ukraine auf diesem Weg einen friedlichen und freudvollen Feiertag wünschen.

Eine geologische Katastrophe, von der niemand weiß, wann genau sie eintreten wird, hat dieser Tage bereits seine Vorboten geschickt. Das Erdbeben, das die Insel Ischia erschütterte, zeigte wieder einmal, wie sehr es im Untergrund unter dem Vesuv, dem Golf von Neapel und den Phlegräischen Feldern rumort. Der nächste verheerende Ausbruch des Vesuv scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, mehrere Millionen Menschen wären im Großraum Neapel davon betroffen. Wenn in einer dicht besiedelten Gegend ein Vulkan ausbricht und der einzige halbwegs breite Fluchtweg in Form einer zwischen Meer und eben jenem Vulkan gelegenen Autobahn besteht, möchte man sich am Tag X nicht in der falschen Windrichtung aufhalten.

Dass der Vesuv ein Vulkan ist, konnten die Siedler nicht wissen, die sich im Altertum an dessen Fuß ansiedelten. Die Bucht zwischen Surentum und Misenum mit der Nea Polis im Nordwesten ist aber auch zu verlockend gewesen und die Böden rund um den Berg zu fruchtbar, um sie einfach hangaufwärts liegen zu lassen. Vermutlich wussten die Menschen auch am 24. August 79 nicht, dass sie am Fuß eines Vulkans lebten und staunten über die seltsamen Manifestationen des Berges, wie sie Plinius der Ältere so eindrucksvoll beschrieb. Die Bewohner von Stabiae, Herculaneum und Pompeji wundert sich indes nicht mehr lange, die vom Vesuv herabstürzenden pyroklastischen Ströme töteten die Einwohner noch ehe sie hätten "pyroklastisch" aussprechen können. Seither sollte man wissen, mit welch gefährlichem Berg man es in der Gegend zu tun hat. Aber ist nun einmal die Bucht viel zu schön – Stichwort "Neapel sehen und sterben". Vor allem ist der Boden so fruchtbar, nicht trotz, sondern eher wegen der gelegentlichen Ausbrüche. Wann denn nun unglücklicherweise der nächste Tag des Vesuvs kommen wird – wir wissen es nicht. Ein Feiertag wird das aber bestimmt nicht. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Kalendereintrag: Wir hatten an dieser Stelle schon mehrfach gemutmaßt, Apple werde am Dienstag, den 12. September die iPhones des Jahrgangs 2017 zeigen – evolutionäre 7s und revolutionäre 8er. Nun gibt es erste halbwegs valide Hinweise, dass Cupertino tatsächlich diesen Dienstag ins Auge gefasst hat. Denn wie die französische Site Mac4Ever berichtet, hätte der iPhone-Hersteller bereits Mobilfunkprovidern den Termin genannt. Die neuen Telefone wird man dann vermutlich am 15. September vorbestellen und ab dem 22. September im Laden kaufen können – sofern die Nachfrage nicht wieder das Angebot bei weitem übersteigt.

Digitaler Wandel : Für Wired hat der Autor Steven Levy zusammengefasst, wie sehr Internetfirmen wie Apple, Google Facebook und Amazon die Welt des TV verändert haben und noch verändern werden. Für Levy ist das nach dem Umstieg von Antennen- auf Kabel-Fernsehen bereits eine zweite Revolution, die nicht nur bewährte Distributionskanäle und die Firmen, die sie bedienen, hinwegfegen, sondern auch die Inhalte drastisch ändern. TV besteht nicht mehr lange aus 60-Minütern, die von drei kurzen Werbepausen unterbrochen werden. Vermissen werde man bei Sitcoms auch nicht das künstliche Lachen, das der Show unterlegt ist. Nichts mehr zu lachen hat indes Hollywood, das lange nicht geglaubt hat, dass die Geeks aus dem Silicon Valley sein Geschäft stören und verändern könnten.

Irgendwo in Iowa: Apple plant inmitten der USA ein weiteres Rechenzentrum zu bauen. Dies soll unter dem Projektnamen Project Morgan in der Gemeinde Waukee im US-Bundesstaat Iowa entstehen. Der dortige Stadtrat wird sich heute mit den Plänen befassen, die Öffentlichkeit ist für das Meeting zugelassen und soll in einer zehnminütigen Fragerunde auch zu Wort kommen können.

Bildschirmerweiterung: Das iPad als Zweitbildschirm für das Macbook? Das geht mit dem Dongle Luna Display des Herstellers Astro Pad. Die Hardware steckt dabei im USB-C-Port und überträgt das Bildsignal drahtlos an ein iPad. Kontrolliert wird das Bild dabei über die Systemeinstellung Monitore, auf dem Zweitbildschirm reagiert die Luna App auch auf Touch-Eingaben oder solche mit dem Apple Pencil. Auch eine Variante für den MiniDIsplayPort ist erhältlich, beide Fassungen kosten 55 US-Dollar.

Seltener Ausfall: Festplatten halten gerne mal etliche Jahre, nur kann man sich nicht darauf verlassen, weshalb regelmäßige Time-Machine-Backups Pflicht sind und dazwischen immer wieder mal Klone der kompletten Platte die Kür. Von einem Ausfall einer neuen Disk nach bereits sechs Wochen berichtet nun unser Macworld-Kollege Glenn Fleishman, der auch gleich Tipps dazu gibt, wie man überhaupt defekte Blöcke und Sektoren als Ursache für Störungen und Ausfälle identifiziert. Wenn etwa das Zurücksetzen des NVRAM nicht hilft und das Festplattendienstprogramm ebenso an seine Grenzen stößt, müssten spezialisierte Tools wie Tech Tool Pro ran, aber in Fleishmans Fall half das auch nicht wesentlich weiter. Nebenerkenntnis: Der Online-Backup-Anbieter Crash Plan hat darüber hinaus so seine Tücken, so musste eine 100 GB große Foto-Mediathek erneut von Apples iCloud aus den Weg auf den betroffenen mac nach Austausch der defekten Festplatte gelangen - das dauert.

Weitere Nachrichten:

Elon Musk stellt schicken SpaceX-Raumanzug vor

Auf seiner Instagram-Seite hat SpaceX-Gründer Elon Musk das erste Bild eines SpaceX-Raumanzugs gepostet. Es handele sich dabei um einen funktionstüchtigen Anzug, betont Musk und will in den kommenden Tagen weitere Details verraten. Im Vakuum habe man den Anzug bereits unter doppeltem Druck getestet. Es sei sehr schwierig gewesen, so Musk, den Anzug nicht nur funktionstüchtig zu gestalten, sondern auch gut aussehen zu lassen.

Mit dem klobigen NASA-Raumanzug hat der SpaceX-Anzug optisch nicht viel gemein. Das verwundert nicht, hatte Musk doch vor rund einem Jahr den Designer Jose Fernandez eingestellt. Dieser zeichnete sich schon für Superhelden-Anzüge in Filmen wie Batman vs Superman oder Iron Man verantwortlich. Konkurrent Boeing hatte im Januar ebenfalls einen Raumanzug vorgestellt - ganz in Blau .

Ostsee: Testlauf für Rettungsdrohne auf Usedom

Große Strände werden in der Urlaubssaison von Rettungsschwimmern überwacht. Doch bis zum Eintreffen der Retter vergehen oft wertvolle Minuten. Mit einer Drohne will der DRK-Kreisverband Ostvorpommern-Greifswald schneller zu in Not geratenen Menschen vorstoßen. Die Drohne kann eine Schwimmhilfe abwerfen, die sich beim Auftreffen auf das Wasser automatisch aufbläst.

In einer Woche soll die Drohne erstmals über dem Strand der Ostseeinsel Usedom ihre Runden drehen. Der Testlauf soll bis zum 30. September andauern. Da die Drohne auch Livebilder übermitteln kann, war neben einer Genehmigung der Luftfahrtbehörde auch eine Freigabe des Datenschutzbeauftragten nötig. In Frankreich gab es im vergangenen Jahr bereits ähnliche Tests. Mittlerweile sind dort schon drei Drohnen am Strand im Einsatz.

DPA-Informationen zufolge setzen die Retter bei der Schwimmhilfe auf einen Restube, den es bei Amazon auch als kleinen Gürtel zu kaufen gibt. Er eignet sich nicht nur für Bootfahrer und Angler, sondern behindert auch Schwimmer nicht.

DJI Spark Drohne erhält Zwangsupdate - Flugverbot ohne Installation

Der chinesische Drohnenhersteller DJI hat gestern ein neues Firmware-Update für die handliche  Spark-Drohne  veröffentlicht. Wer das Update bis zum 1. September nicht installiert, kann mit seiner Drohne nicht mehr fliegen. Der Grund für dieses harte Vorgehen ist ein Fehler in der bislang aktuellen Firmware, der bei einigen Drohnen zu unvermittelten Abstürzen führte. Offenbar gab es einen Fehler im Batterie-Management der Spark-Drohnen. Laut Hersteller betrifft der Fehler jedoch nur eine kleine Anzahl der ausgelieferten Drohnen.

Das Update für die Spark-Drohnen lässt sich über die DJI Go 4 App einspielen, sofern eine Internetverbindung besteht. Alternativ kann das Update auch über DJI Assistant 2 am PC aufgespielt werden. Hierzu muss die Drohne per USB mit dem Rechner verbunden werden.

High Sierra, iOS 11: Apple veröffentlicht Tipps für Sys-Admins

Neben dem Umstieg auf APFS ändert sich bei High Sierra doch etwas mehr, als an der Oberfläche zu sehen ist. Apple hat deshalb in den letzten Tagen ein halbes Dutzend an Info-Beiträgen im Support-Bereich veröffentlicht, die sich extra an System-Administratoren richten. Um den Umstieg auf macOS High Sierra und iOS 11 zu erleichtern werden hier manche Einschränkungen und Neuerungen beschrieben und einige Probleme erklärt.

Zum einen wird auf Neuerungen beim Umgang mit Kernel Extensions hingewiesen . Diese benötigen nämlich ab macOS High Sierra eine zusätzliche Autorisierung. Die Ausnahmen bilden Kext-Dateien, die bereits autorisierte Extensions ersetzen oder sich bereits vor der Installation auf dem Mac befanden.

Zum anderen beschreibt Apple alle zulässigen Installations-Wege für das neue System . Offenbar gibt es Änderungen, die durch den Umstieg auf APFS verursacht wurden. So lässt sich ein Netzwerk-Disk-Image im System-Image-Dienstprogramm nicht mehr aus einem geladenen Installer erstellen, sondern muss per Festplattenmodus von einem anderen Mac bezogen werden. Anmerkung: Ein Netzwerk-Disk-Image ist in etwa ein Klon-System mit  zusätzlichen Apps für mehrere Macs, das Administratoren ersparen soll, an jedem einzelnen Rechner immer wieder die gleichen Einstellungen vornehmen zu müssen.

Eine Komplettübersicht für das macOS High Sierra, iOS 11 und macOS Server 5.4 findet sich hier. Hier sind die wichtigsten Änderungen, die Systeadmins betreffen in Stichpunkten aufgelistet.

Mögliche Probleme bzw. Inkompatibilitäten mit APFS werden hier beschrieben . Grundsätzlich gilt etwa, dass bei einer Installation alle Macs mit Flashspeicher automatisch auf das neue Dateisystem portiert werden, Macs mit HDDs und manche Macs mit Fusion Drive bleiben dagegen beim alten HFS+. Wir raten außerdem, bei Peripherie-Geräten wie USB-Sticks noch nicht auf APFS umzusteigen. Diese können nur von den Macs mit dem APFS-System, also High Sierra oder von den Macs mit macOS Sierra 10.12.6 gelesen werden. Auf der anderen Seite kann daraus ein guter Schutzmechanismus für vertrauliche Daten werden, die nur für bestimmte Macs gedacht sind.

Für die Sysadmins, die viele iOS-Geräte auf einmal verwalten, werden die Änderungen bei Content Caching interessant.

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