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Morgenmagazin vom Donnerstag, 25. Oktober

25.10.2018 | 07:03 Uhr |

Tim Cook warnt vor militärischer Präzision der Datenindustrie +++ Dark Mode bald für Websites möglich +++ Adobe Photoshop Elements 2019 mit KI +++ DxO PhotoLab 2 mit neuer Bildverwaltung und mehr +++ Facebook überarbeitet seinen Messenger +++ Hubble-Teleskop arbeitet wieder fehlerfrei +++ Netflix verschuldet sich für Eigenproduktionen weiter

25. Oktober: Pasta!

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Es wird derzeit immer später Tagliatelle. Das Cannelloni doch nicht wahr sein, aber so ist es nun mal im Herbst. Eine gefährliche Jahreszeit, denn wenn das Wetter widerlich wird, tappen wir gerne in die Farfalle, zu viel zu Essen und zu Trinken. Davon werden wir doch nur Fettuccine. Auch wenn man noch so gerne und lange Penne, sollte man sich doch dazu zwingen, dem etwas entgegen zu setzen. Man könnte sich die Tortellini antun, regelmäßig das Fitnessstudio zu besuchen, auch wenn da zu viele Makkaroni herumhängen. Schaut man die schief an, bekommt man auch gerne mal eine in die Pappardelle, das Gnocchi 't einen out. Also besser die Fusili in die Hände nehmen und ordentlich Rotelle. Auf dem Ergometer von hier bis nach Riga, Toni.

Guten Morgen nochmal und Verzeihung, dass wir heute ein wenig albern sein mussten, aber am Welt-Pasta-Tag sei uns das erlaubt. Der Feiertag ist zwar alles andere als ein offizieller und dürfte auch in den meisten Trattorie und Ristorante völlig unbekannt sein, aber immerhin schon seit vier Jahrzehnten definiert. Nudeln sind vielleicht das einzige Nahrungsmittel, das sich weltweiter Beliebtheit erfreut.

Aber wer hat's erfunden? Nur eines ist sicher: Nicht die Schweizer. Die Legende, der erste global tätige Handelsunternehmer Marco P. aus V. hätte die Nudel als solche aus China nach Europa gebracht, ist zwar eine schöne Geschichte, aber vermutlich nicht haltbar. Schon vor Polos Reisen war in seiner Heimat bekannt, was man denn Feines aus Mehl, Wasser und eventuell noch ein paar Eiern machen kann. Gleichwohl lässt sich nicht bestreiten, dass das Nudelmachen in China eine große Handwerkskunst ist - aber auch und vor allem in Italien.

Die gigantische Vielfalt von hand gemachten Nudeln nimmt leider immer mehr ab, viele Techniken und Rezepte sterben aus. Übrig bleiben dann nur die Klassiker, die geradezu schlicht sind: Spaghetti, Lasagne, Ravioli und noch ein paar mehr Sorten, die man mit großindustriellen Anlagen herstellt. Kulturpessimismus? Vielleicht, aber wie aus schillernder Vielfalt geschmacklose Einfalt werden kann, sehen wir fast jeden Morgen auf unserem Frühstückstisch, wenn wir lieblose Aufbacksemmeln zu uns nehmen und keine kleinen Meisterwerke aus der Bäckerei. Dennoch wünschen wir ein schmackhaftes Frühstück und regen an, am Wochenende vielleicht mal ein paar hundert Meter oder wenige Kilometer weiter zu laufen, um richtiges Brot zu erwerben. Man wird unsereins in der Schlange treffen. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Rede : Apples Einstellungen zu Datenschutz sind bekannt, Tim Cook hat bei seiner Rede auf der International Conference of Data Protection and Privacy Commissioners in Brüssel die Position seines Unternehmens aber nochmals vehement vorgestellt und der Sorge vor Datenmissbrauch Sorge verliehen. Gewinne über Datenschutz zu stellen, sei – für andere Unternehmen – nichts Neues, aber die Nutzung von Daten habe sich derart industrialisiert, dass Daten mit militärischer Präzision nun als Waffen gegen die Kunden eingesetzt würden. Daten, die einzeln nur harmlos seien, würden sorgfältig gesammelt, aufbereitet und verkauft. Das berge aber eine Gefahr in sich, warnt Cook mit einem Bild: "Wenn grün Ihre Lieblingsfarbe ist und sie viel feststellen, dass Sie viele Artikel lesen und Videos anschauen, die sich über die Gefahren drehen, die von Leuten ausgehen, die orange mögen." Man solle diese Art der Überwachung nicht ignorieren, die Unmengen von persönlichen Daten würden nur den Firmen wirtschaftlich nutzen, die sie sammeln. Besonders demokratische Staaten müssten aber aufpassen, dass die Daten seiner Bürger nicht dazu missbraucht würden, Wahlen zu manipulieren. "Plattformen und Algortihmen, die versprochen haben, unsere Leben zu verbessern, können in der Tat unsere schlechtesten Seiten verstärken", warnt Cook weiter. Schurken und sogar Regierungen haben sich des Vertrauens der User bedient, um Spaltungen voranzutreiben Gewalt zu fördern und den gemeinschaftlichen Konsens über das, was wahr ist und was gelogen, zu zerstören.

Mit Intelligenz : Adobe hat nicht nur seine Abosoftware der Creatve Cloud aktualisiert, sondern auch Photoshop Elements, das es als Bildbearbeitungsprogramm für Privatleute nach wie vor als Volllizenz für 99 Euro bei Adobe zu kaufen gibt. Jackie Dove hat Photoshop Elements 2019 für Macworld getestet und stellt die Neuerungen vor. Das Programm verlässt sich wie die Bestandteile der Creative Cloud immer mehr auf die künstliche Intelligenz Sensei, neu ist auch die Unterstützung der Formate HEIF und HEVC, in denen das iPhone seit letztem Jahr Bilder und Videos aufnimmt. Hinzugekommen sind vier geführte Bearbeitungen, in denen man etwa lernt, Bilder in einen Text zu laden, ein Foto in einen Sketch zu wandeln, ein Meme zu erstellen oder elegante Rahmen um die Bilder zu ziehen. Wie seine CC-Anwendungen aktualisiert Adobe auch Photoshop Elements einmal im Jahr, die Änderungen sind also nicht allzu üppig gegenüber der Vorjahresversion ausgefallen, den größten Sprung macht aber die Unterstützung vieler Prozesse durch die KI. Wer schon länger keine neue Fassung von PSE gekauft hat, bekäme nun aber ein wesentliches Update.

Zweiter Versuch: Goup Facetime, über das bis zu 32 Leute miteinander konferieren können, hatte Apple aus iOS 12 und macOS Mojave inmitten der Beta-Phase zurückgezogen. Das aber nur vorläufig, das neue Feature feuert nun sein Comeback. Bereits in den Betas von iOS 12.1 ist die Konferenzsoftware enthalten, nun auch in der fünften Beta von macOS 10.14.1. DAs erste Mojave-Update wird Group Facetime also ebenso enthalten wie die erste große Aktualisierung von iOS 12. Die finalen Versionen könnten bereits nächste Woche kommen, wenn Apple neue Macs und iPad Pro vorstellt. iPad Pro sollen die FaceID auch im Querformat nutzen können, weswegen zu deren Verkaufsstart iOS 12.1 fertig sein sollte.

Dunkelheit: Der Dark Mode von macOS Mojave hat seine Grenzen, wenn auch nach und nach Entwickler ihren Programmen ein dunkles Erscheinungsbild verpassen. Beim Surfen bleiben aber Websites weiß - der Server der Anbeiter kann nicht wissen, ob der Client auf den Dark Mode gestellt ist. Das ändert sich aber nun. In der jüngsten Safari Technology Preview 68 stellt Apple nun die Unterstützing für das prefered color scheme CSS vor. Darüber meldet der Browser dem Server, dass sich der Client auf einem Mac im Dunkelmodus bewegt und erhält somit eine dunkle Anmutung, sofern der Anbieter eine vorgesehen hat. Wann diese Funktion in die reguläre Safari-Fassung wandert, ist aber noch nicht abzusehen.

Theorie: Das iPhone Xr muss man sich erklären. Was bringt Apple dazu, die fortschrittliche Technik des iPhone XS (max) in ein wesentlich günstigeres Smartphone zu packen? Die Antwort, die der Analyst Wayne Lam von IHS Markit gibt, erstaunt: Apple untergräbt sich selbst und seine High-End-Produkte, bevor es andere machen. Das Grundproblem sei, dass iPhone XS und XS Max so fortschrittlich seien, dass sie die Anforderungen des Marktes übererfüllen. Sprich: Die Kunden gäben sich auch mit weniger Technik zufrieden. Und hier käme normalerweise die Konkurrenz ins Spiel, welche die fortschrittliche Technik auf einem niedrigerem Niveau und zu einem geringeren Preis kopiere und damit Kunden abgreife. Aber nicht mit Apple, zumindest diesmal nicht. Denn der iPhone-Hersteller liefere neben dem High-End-Produkt auch noch gleich das disruptive mit. Cupertino gestehe damit gewissermaßen sich selbst und dem Markt ein, nicht alle potentielle Kunden zum Kauf der besten Technologie verlocken zu können. Aber bevor diese zu einem Gerät der Konkurrenz greifen, legt man lieber ein alternatives Angebot auf.

Weitere Nachrichten:

DxO PhotoLab 2 mit neuer Bildverwaltung und mehr

Die französische Software-Schmiede DxO hat PhotoLab 2 vorgestellt – ältere Versionen sind unter DxO OpticsPro bekannt. PhotoLab 2 bietet eine komplett neue Bildverwaltung Namens DxO Fotothek und die von den Nik Filtern bekannte U-Point-Technologie, mit der intuitiv lokale Anpassungen möglich sind. DxO ClearView, bislang kostenpflichtiges Extra, ist nun in PhotoLab 2 integriert. ClearView entfernt atmosphärischem Dunst und verbessert den lokalen Kontrast. Außerdem werden nun DCP- Farbprofile unterstützt. Den Adobe-Lightroom-Konkurrent gibt es als Kauf-Version, während Lightroom Classic CC nur im Abo erhältlich ist.

Seine Stärke hat DxO PhotoLab bei der Korrektur von Objektivfehlern. Zudem unterstützt das Programm die Raw-Formate von über 400 Kameras .

Autokorrektur Die intelligente Belichtungskorrektur DxO Smart Lighting sorgt für eine automatische Korrektur der Bilder.

Rauschreduzierung Als weitere Besonderheiten zählt DxO die Rauschreduzierung PRIME auf. Der Dynamikumfang eines Bildes soll bestmöglich ausgereizt werden, gleichzeitig bleibt laut DxO das Bildrauschen unter Kontrolle.

Lokale Anpassungen Für lokale Korrekturen hat DxO die U-Point-Technologie von Nik Software in DxO PhotoLab integriert. Diese Technologie ermöglicht mit nur wenigen Klicks komplexe Auswahlen. Dazu setzt das Werkzeug Kontrollpunkte, die Schieberegler für die verschiedenen Einstellungen bieten.

Dunst entfernen Integriert ist auch das Werkzeug DxO ClearView. Es vermindert den atmosphärischen Dunst und ist das Gegenstück zu dem Dunst-entfernen-Filter von Adobe Lightroom. DxO hat nach eigener Aussage  die Funktionalität von DxO ClearView Plus verbessert, so sollen in besonders kontrastreichen Bildbereichen keine Halo-Effekte auftreten. Details und Übergänge werden natürlicher. DxO ClearView Plus lässt sich außer auf dem gesamten Bild auch auf lokale Bildbereiche anwenden.

Bildverwaltung Einen umfassenden Workflow will DxO mit der neuen DxO Fotothek bieten. Die Bildverwaltung wartet mit neuen Funktionen für Suche, Auswahl, Sortierung und Anzeige von Bildern auf. Ein dynamisches Werkzeug für die Texteingabe mit automatischen Vorschlägen ermöglicht dem Anwender eine einfache Suche. Die Dateisuche kann nach Aufnahmeparameter (Blende, Belichtungszeit, ISO), Dateiname und Suffix, Aufnahmedatum und Anzahl im Rahmen der Bildbewertung vergebener Sterne erfolgen. Die Suchergebnisse werden in einem neuen Raster von beweglichen und anpassbaren Miniaturansichten angezeigt.

Die Editionen ESSENTIAL und ELITE von DxO PhotoLab 2 (PC und Mac) sind bis zum 18. November 2018 zu einem Einführungspreis verfügbar. Die ESSENTIAL Edition kostet 99,99 Euro statt 129 Euro und die ELITE Edition 149,99 Euro statt 199 €. Zudem kann man DxO PhotoLab 2 für 30 Tage kostenlos testen

Facebook überarbeitet seinen Messenger

Das soziale Netzwerk Facebook bringt seinen Messenger in dieser Woche zurück zu den Wurzeln . Die überarbeitete Version der Software lenkt den Fokus wieder zurück auf die ursprüngliche Chat-Funktionalität. Zusätzliche Features, die in den vergangenen Jahren eingeführt wurden – wie etwa Widgets, Spiele oder Zahlungsmöglichkeiten – wurden für eine bessere Übersicht zusammengefasst.

Die Anzahl der Tabs wurde von neun auf drei reduziert. Nach dem Öffnen zeigt die App wie gewohnt die Chat-Übersicht. Das Layout bietet nun größere weiße Flächen, die für eine bessere Lesbarkeit sorgen sollen. Der große Foto- und Video-Button am unteren Rand wurde durch ein kleineres Kamera-Icon ersetzt, das sich direkt neben dem Button zum Versenden einer Textnachricht findet.

Der zentrale Tab „People“ fungiert als Telefonbuch. Aktive Freunde, die den Messenger regelmäßig nutzen, werden in diesem Tab ganz oben angezeigt. Obwohl nur wenige Facebook-Nutzer Gebrauch von den an Instagram orientieren Stories machen, findet sich dieses Feature im neuen Messenger gleich doppelt – auf der Startseite und im „People“-Tab. Facebook scheint die ungenutzte Funktion also noch nicht aufzugeben und wird nicht müde, die Nutzer zum Gebrauch zu animieren. Der dritte Messenger-Tab trägt den Namen „Discover“. Hier bringt Facebook unter anderem Spiele, Bots und Seiten unter.

An den eigentlichen Chats nimmt Facebook ebenfalls einige Verbesserungen vor. Der Hintergrund kann nun als Farbverlauf angelegt werden und Nutzer können ihren Freunden einen Spitznamen geben. Mit einem Wisch nach rechts auf dem Namen des Chat-Partners startet der Messenger einen Anruf oder Video-Chat. Einen Dark Mode für die Nutzung in den Abendstunden soll der Messenger in den nächsten Monaten auch noch bekommen.

Hubble-Teleskop arbeitet wieder fehlerfrei

Ingenieuren der Nasa ist es offenbar gelungen, den Kreiselkompass des Weltraumteleskops wieder in Betrieb zu nehmen. Mit einer Mischung aus Neustarts und Bewegung des Teleskops und des Kreisels konnten die Fehler weitestgehend behoben werden.

Hierzu gab es auch eine offizielle Pressemitteilung der Nasa: „Um die meist falschen hohen Raten des Backup-Kreisels zu korrigieren, führte das Hubble-Betriebsteam am 16. Oktober einen Neustart des Kreisels durch. Bei diesem Vorgang wurde der Kreiselkompass für eine Sekunde ausgeschaltet und dann neu gestartet. Ziel war es, eventuelle Fehler, die während der Inbetriebnahme am 6. Oktober aufgetreten waren, zu beheben. Der Kreiselkompass war mehr als 7,5 Jahre lang ausgeschaltet. Die resultierenden Daten zeigten jedoch keine Verbesserung der Leistung des Gyros.

Am 18. Oktober befahl das Hubble-Operationsteam eine Reihe von Manövern und Drehungen des Teleskops in die entgegengesetzte Richtung, um zu versuchen, Blockaden, die zu den hohen Raten an falschen Daten des Kreisels beitrugen, zu beseitigen.“

In Kürze soll das Hubble-Weltraumteleskop wieder komplett in den normalen Wissenschaftsbetrieb übergehen.

Netflix verschuldet sich für Eigenproduktionen weiter

Netflix konnte in diesem Jahr weitere sieben Millionen Neukunden gewinnen. Die Nutzerzahl des Streaming-Dienstes liegt mittlerweile weltweit bei 137 Millionen. Diesen kräftigen Zuwachs konnte sich das Unternehmen vor allem durch eigenproduzierte Filme und Serien sichern. Die sind jedoch teuer und ließen den Schuldenberg des Streaming-Anbieters bereits in den vergangenen Jahren wachsen. Waren es 2017 noch 4,89 Milliarden US-Dollar, lagen die langfristigen Verbindlichkeiten Ende September 2018 bei 8,34 Milliarden US-Dollar.

Um seinen Platz als weltgrößter Streaming-Dienst auch weiterhin gegen die Konkurrenz verteidigen zu können, will Netflix diese riskante Strategie weiterverfolgen. In dieser Woche kündigte das Unternehmen an , sich am Kapitalmarkt weitere zwei Milliarden US-Dollar besorgen zu wollen. Damit wächst der Netflix-Schuldenberg auf über zehn Milliarden US-Dollar. Gewinne erwirtschaftet Netflix mit der Spekulation auf in Zukunft signifikant steigende Nutzerzahlen aktuell nicht. In den ersten neun Quartalen 2018 landet Netflix mit 1,7 Milliarden US-Dollar in den roten Zahlen. Es bleibt abzuwarten, ob sich das Geschäftsmodell für Netflix langfristig rentieren wird.

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