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Morgenmagazin vom Donnerstag, 29. März 2018

29.03.2018 | 06:59 Uhr |

Gründe für das iPad 9,7 +++ Starke Leistung nur 2 GB RAM +++ Tim Cook über Bildung und Apples Verantwortung +++ Nvidia setzt Tests mit autonomen Autos aus +++ Daten-Skandal: Facebook verschiebt seine smarten Lautsprecher +++ Xiaomi: Spiele-Notebook ab 770 Euro +++ Adobe stellt Muse ein – Nutzer beschweren sich

29. März: Festtage voraus

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Der letzte Arbeitstag vor dem Osterfest ist angebrochen, das heutige Abendmahl am Gründonnerstag läutet die Passion ein. Wie der Gründonnerstag zu seinem Namen kam, dazu gibt es die unterschiedlichsten Theorien. Das bevorzugt verzehrte Gemüse wie Spinat oder Grünkohl könnte natürlich Pate gestanden haben. Schließlich leitet der Gründonnerstag das Ende der Fastenzeit ein, die ja nicht aus Jux und Dollerei entstand, sondern aus der Not der am Ende des Winters immer leereren Speisekammern - das erste junge Gemüse der neuen Vegatationsperiode muss vor den Zeiten des Überflusses einen ganz besonderen Geschmack gehabt haben.

Möglich ist auch, dass für die Benennung des Gründonnerstag nicht die Farbe der Mahlzeit die wesentliche Rolle spielte, sondern das Wort "greinen". Andere Sprachen helfen auch nicht weiter: Im Englischen heißt der Heutige Tag "Maundy Thursday", was auf das lateinische "Mandatum", jenen Auftrag, den Jesus seinen Jüngern beim letzten Abendmahl erteilte. Für die Franzosen ist der heutige Tag einfach nur der Heilige Donnerstag, das gilt für Spanier und Italiener gleichermaßen. Aber mussten sich ja auch nicht mit so kurzen Vegetationsperioden herumschlagen wie die Menschen im deutschen Sprachraum. In Schweden begeht man heute übrigens einen roten Donnerstag, in den Niederlanden einen weißen, in Polen einen Großen Donnerstag. Der auch in der ukrainisch- und der russisch-orthodoxen Kirche so heißt, aber erst in einer Woche begangen wird. Dann ist auch in Griechenland Roter Donnerstag, angeblich wegen der Farbe der Ostereier, die man in Griechenland seit jeher monochrom hält.

Auf dem Speiseplan der meisten Kantinen hierzulande dürfte am heutigen Gründonnerstag etwas mit Spinat stehen - auch dort, wo nur wenige Katholiken auf korrektes Fasten bestehen. Doch irgendwie verleiten die großen Feste dazu, zumindest gesinnungskatholisch zu werden, mit Spinat am Gründonnerstag, Forelle am Karfreitag und Lamm am Sonntag. Mann kann ja zum Spinat noch eine Scheibe Leberkäs reichen und den Fisch in einen Speckmantel einhüllen. Aber egal, ob man nun ehrlich gefastet hat und tatsächlich sieben Wochen ohne ausgekommen ist – ohne Süßigkeiten oder ohne Kaffee oder ohne Fleisch oder ohne all dies – oder an den Umständen gescheitert ist, der Gründonnerstag leitet das Ende der Zeit der Entbehrungen ein. In diesem Jahr scheint es auch so zu sein, als würde der echte Frühling tatsächlich rund um Ostern loslegen. Zufrieden jauchzet groß und klein... Wir wünschen Frohe Ostern und erholsame Feiertage! Die wir vom Macwelt-Morgenmagazin noch um den Osterdienstag erweitern, wir sind dann am 4. April an der gewohnten Stelle zur gewohnten Zeit für Sie da. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Gute Gründe: Das iPad 9,7 (early 2018) verringert den Abstand zum iPad Pro 10,5 deutlich: Nun kann auch das weit günstigere Tablet mit dem Apple Pencil umgehen. Wenn sie auch feiner geworden sind, Unterschiede bestehen und seine Kaufentscheidung muss man an konkreten Fakten abwägen. Doch bleiben für das iPad Pro derzeit nun wenige Alleinstellungsmerkmale übrig. Der Chip A10X ist nur noch wenig leistungsstärker als der A10 Fusion des neuen iPad, dafür ist das Display etwas größer und mit ProMotion (hohe Bildwiederholrate) und der TrueTone-Technik noch klar besser. Der Preisunterschied beträgt aber über 300 Euro, ein Geschwindigkeitsgewinn ist kaum auszumachen. Wäre da noch der Smart Connector, über den man kompatible Tastaturen an das iPad Pro anschließt. Externe Tastaturen gehen auch am iPad 9,7, nur eben mit Bluetooth, was wegen des höheren Energieverbrauchs und des in der Peripherie zu beachtenden Akkus ein klein wenig unbequemer ist. Dafür sind Bluetooth-Tastaturen weit günstiger als solche für den Smart Connector. Insgesamt ist das neue iPad auch so günstig, dass man es ein Stück unbesorgter in Kinderhände geben kann. Auch von den Multitasking-Funktionen von iOS 11 profitiert das neue iPad, seine CPU ist dafür schnell genug.

Stark: Erste Leitungstests des neuen iPad zeigen, dass es etwa mit dem iPhone 7 mithalten kann - klar, es hat ja auch den gleichen A10-Prozessor. Der wesentliche Unterschied zum iPad Pro ist der Arbeitsspeicher, das iPad 9,7 ist mit 2 GB RAM ausgestattet, die iPad Pro in 10,5 und 12,9 Zoll haben doppelt so viel. Das wirkt sich vor allem beim Multitasking aus, nur die Pro-Modelle könnne auch drei Anwendungen gleichzeitig laufen lassen.

Neuer Wettstreit: Apple hatte am Dienstag nicht von ungefähr sich eine Schule für die Präsentation des neuen iPad ausgesucht, der Bildungsmarkt wird immer interessanter. Was auch bereits die Konkurrenz von Google und Microsoft erkannt hat. Apple kehrt also nicht nur zurück zu seinen Wurzeln, sondern will an einem wachsenden Bildungsmarkt für IT-Produkte eine Rolle spielen, den laut Time Magazine Analysten auf eine Volumen von 252 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 schätzen. Je früher man die Kundschaft auch mit seiner Marke konfrontiere, umso besser bleiben sie daran haften, lautet das Kalkül sicher auch. Der Apple Pencil könnte ein Türöffner sein, denn nicht alles in der Schule könne man mit Tastatur und Wischgesten erledigen. Bleibt als Hürde aber immer noch der Preis. Selbst der auf 299 US-Dollar für Bildungseinrichtungen gesenkte ist immer noch recht hoch für Lehranstalten.

Interview: Am Rande des Education-Events am Dienstag setzte sich Tim Cook noch zu einem Interview mit MSNBC und Recode zusammen. Vollständig ist das Gespräch nicht nicht veröffentlicht, die Ausstrahlung ist erst für den Freitag kommender Woche geplant. Doch da Live-Publikum anwesend war, ist in Auszügen bekannt, worüber Tim Cook sprach. So erklärte er Bildung als einen "großen Gleichmacher" der Gesellschaft, nur mit dem Zugang zu Wissen könnten Leute Chancengleichheit erreichen. Programmieren könne und müsse nicht jeder lernen, doch handele es sich um eine eigene Sprache, deren Grundzüge ein jeder verstehen sollte. Der Kritik an ausländischer Produktion entgegnete Cook, dass viele Teile des iPhone in den USA entstünden und nur der finale Zusammenbau in China erfolge. Apple habe nur in den USA entstehen und blühen können, man sehe sich als Patrioten. Unternehmen sollten nicht nur auf ihre Profite achten, sondern der Gesellschaft auch etwas zurückgeben. Bezüglich des Facebook-Skandals machte Cook klar, dass Apple so etwas nicht passieren würde, man habe klar entschieden, dass der Kunde nicht das Produkt sei, aus dem man noch mehr Geld ziehe.

Weitere Nachrichten:

Nvidia setzt Tests mit autonomen Autos aus

Am 18. März erfasste ein autonomes Uber-Auto in den USA eine 49-jährige Fußgängerin und verletzte sie tödlich . Als Reaktion auf den Unfall kündigte Nvidia heute an , sämtliche Tests mit autonomen Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen vorerst aussetzen zu wollen. Die Nvidia-Testfahrzeuge waren aktuell unter anderem in Japan, Deutschland sowie in den US-Bundesstaaten New Jersey und Kalifornien unterwegs. In den autonomen Fahrzeugen vom Fahrdienstleister Uber kommt Nvidia-Technik zum Einsatz – so auch in dem Unfallwagen, der die Fußgängerin rammte.

Wie Nvidia in einer offiziellen Stellungnahme mitteilte, sei der Unfall tragisch. Er zeige zudem, wie schwierig die Entwicklung von autonomer Fahrzeugtechnik sei. Nvidia wolle die Technik perfektionieren, denn das Unternehmen ist der Meinung, dass autonomes Fahren auf lange Sicht sehr viel sicherer sei als menschliche Fahrer. Toyota kündigte in der vergangenen Woche ebenfalls eine Pause für die Tests mit autonomen Autos an.

Neben Uber nutzt auch Tesla die autonome Fahrzeugtechnik von Nvidia. Ein Elektroauto des Herstellers verunglückte am vergangenen Freitag in Kalifornien ebenfalls tödlich. Aktuell ist jedoch noch unklar, ob der 38-jährige Fahrer zum Zeitpunkt des Unfalls die Fahrassistenzsysteme seines Tesla Model X aktiviert hatte. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde hat die Ermittlungen aufgenommen.

Daten-Skandal: Facebook verschiebt seine smarten Lautsprecher

Facebook verschiebt die geplante Vorstellung seiner beiden smarten Lautsprecher, die unter den Codenamen Aloha (vermutliche Verkaufsbezeichnung: Portal) und Fiona entwickelt werden. Das berichtet das Wirtschaftsnachrichtenportal Bloomberg. Der Grund für die Verschiebung sei der Facebook-Datenskandal in Zusammenhang mit Cambridge Analytica.

Im Mai 2018 wollte Facebook auf seiner großen Entwicklerkonferenz die neuen Speaker erstmals zeigen. Bloomberg will aus gut informierten Kreisen erfahren haben, dass Facebook die Vorstellung von Aloha und Fiona zumindest teilweise deshalb auf einen noch unbekannten Zeitpunkt verschiebt, weil das soziale Netzwerk derzeit wegen des Datenskandals um Cambridge Analytica heftig kritisiert wird. Dazu würde die Vorstellung eines „Lauschers“ für die heimischen vier Wände gar nicht passen. Zumal Facebook in seinen smarten Lautsprechern auch Kameras verbauen will – ähnlich wie bei Echo Spot und Echo Show. Facebook will die durch die Verschiebung gewonnene Zeit dafür nutzen um sicher zu stellen, dass der Umgang mit den Nutzerdaten korrekt gewährleistet ist. Oder zumindest das, was Facebook darunter versteht.

Ursprünglich hatte Facebook den Launch seiner ersten eigenen smarten Lautsprecher für Juli 2018 geplant. Der Verkaufsstart soll jetzt irgendwann im Herbst 2018 sein.

Mit den smarten Lautsprechern will Facebook stärker in das Leben der Facebook-Nutzer eindringen. Dank künstlicher Intelligenz sollen die Lautsprecher die Vernetzung und den Austausch zwischen den Facebook-Nutzern erleichtern und intensivieren. Dabei sammelt Facebook zwangsläufig noch mehr Daten über seine Nutzer. Und diese Daten lassen sich eben auch missbrauchen, wie die Vorgehensweise von Cambridge Analytica zeigt.

Der Missbrauch von Daten von Facebook-Nutzern durch Cambridge Analytica ist aber nicht der einzige Warnschuss, den Facebook erhalten hat. Laut Bloomberg soll Facebook mit Testgruppen von ausgewählten Facebook-Nutzern bereits herausgefunden haben, dass viele Nutzer sich vor einem Facebook-Gerät in ihrer Wohnung fürchten, weil dieses intime Daten über sie sammeln und an Facebook weitergeben könnte. 

Auf der für den ersten Mai angesetzten Entwicklerkonferenz will Facebook zudem strengere Vorgaben für App-Entwickler und das Sammeln und Verwerten von Nutzerdaten vorstellen.

Xiaomi: Spiele-Notebook ab 770 Euro

Mit dem Mi Gaming Laptop will der chinesische Hersteller Xiaomi ein spieletaugliches Notebook ab 770 Euro in den Handel bringen. Der 15,6 Zoll große Bildschirm bietet Full-HD-Auflösung und wird wahlweise mit einer Geforce GTX 1050 Ti (4 GB RAM) oder GTX 1060 (6 GB RAM) angeboten. Als Prozessor kommt je nach Modell ein Core i5-7300HQ  oder Core i7-7700HQ von Intel mit vier Kernen zum Einsatz. Der Arbeitsspeicher kann wahlweise 8 oder 16 GB groß sein. Dazu verbaut Xiaomi eine 128 bzw. 256 GB große SSD und in allen Modellen eine 1 TB große Festplatte als Datengrab. 

Geräte finden über die vier USB-3.0-Buchsen, eine USB-C-Buchse oder eine HDMI-2.0-Schnittstelle Verbindung zum Mi Gaming Laptop. Zudem stehen ein Gigabit-LAN-Anschluss, ein SD-Kartenleser und eine 720p-Webcam zur Verfügung. Der Akku mit einer Kapazität von 55 Wattstunden soll für lange Laufzeiten sorgen. Das Kühlsystem mit zwei Lüftern und fünf Heatpipes soll die entstehende Wärme links und rechts nach außen transportieren. Bislang wurde der Mi Gaming Laptop nur für China angekündigt. Dort soll das Einstiegsmodell (i5, 8 GB RAM, GTX 1050 Ti) für 770 Euro angeboten werden. Das Spitzenmodell (i7, 16 GB RAM, GTX 1060) kostet hingegen 1150 Euro. Es ist zu erwarten, dass Importhändler das Notebook für Gamer in kurzer Zeit auch hierzulande anbieten.

Adobe stellt Muse ein – Nutzer beschweren sich

Vor allem bei Grafikern ist das Webdesign-Tool Muse beliebt: Das 2012 veröffentlichte Programm gehört zur Creative Cloud und ähnelt in der Bedienung stark Grafik- oder Layoutprogrammen wie Indesign und Xpress. Beschäftigung mit HTML oder Javascript blieb den Nutzern so bisher erspart. Alle Nutzer der Software wurden jetzt allerdings von Adobe informiert , dass das Unternehmen die Weiterentwicklung einstellt. Technische Unterstützung wie Updates gibt es noch bis 20. Mai 2019, dann wird auch der für die Veröffentlichung zuständige Webdienst Business Catalyst abgeschaltet - und eine hier veröffentlichte Seite muss umziehen. Anwendern empfiehlt Adobe den Wechsel zu alternativen Lösungen wie Adobe XD, Adobe Portfolio und Adobe Spark Page.
Bei den Muse-Nutzern, welche die Muse oft kommerziell nutzen, hat diese Ankündigung große Empörung ausgelöst, was sich auch im Benutzerforum äußert . So gibt es bereits eine Petition auf Change.org , über die Unterschriften gegen die Einstellung gesammelt werden.

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