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Morgenmagazin vom Donnerstag, 30. November 2017

30.11.2017 | 06:51 Uhr |

Apple zieht Konsequenzen aus Root-Bug +++ Fünf Patente verletzt: Qualcomm verklagt Apple, Gegenklage eingereicht +++ Macwelt-Adventskalender 2017: Es werde Licht – Rätseln und gewinnen +++ HDMI 2.1: Das kann der neue Standard +++ Media Markt verschenkt PS4 an TV-Käufer +++ Microsoft baut Redmond-Campus für mehrere Milliarden komplett um

30. November: Andreas und die Sicherheit

Wir wünschen allseits Guten Morgen!  Der November geht zu Ende und mit ihm der meteorologische Herbst - ab morgen ist für die Wetterexperten Winter angesagt. Der letzte Tag des vorletzte Monats des Jahres bringt eine Wetterregel: „Andreas, hell und klar, verspricht ein gutes Jahr", die natürlich keinerlei Aussagen über den Verlauf des Jahres treffen kann. So mag es heute überwiegend trüb sein, egal, ab morgen ist dann Winter und die Träume vom nächsten Sommer dürfen einsetzen.

Andreas, der Heilige des Tages, war einer der zwölf Jünger und wird heute noch als Nationalheiliger in Russland, der Ukraine, Rumänien, Zypern und vor allem Schottland verehrt. Dort hat er nicht nur sein Symbol - das Andreaskreuz - in der Nationalflagge hinterlassen, sondern auch einen Bankfeiertag, arbeitsfrei ist indes zwischen Dumfries und John O'Groats, zwischen Glasgow und Edinburgh nicht.

Für uns in der IT-Branche ist aber - sofern wir nicht schottisch oder katholisch oder beides sind - der 30. November aber nicht als Andreastag wichtig, sondern als Computer Security Day. Und diesbezüglich hat uns die gestrige Meldung darüber, dass macOS 10.13 leicht zu überlisten ist und sich Unbefugte an einem (eingeschalteten) Computer Root-Rechte verschaffen können, einigermaßen umgehauen. Diese Sicherheitslücke darf man nicht verharmlosen, auch wenn anscheinend nur wenige Rechner betroffen sind. Eben jene, die unter macOS 10.13.1 laufen und an denen ein beliebiger Nutzer angemeldet ist. Wenn Sie an Ihren Mac niemanden heranlassen, brauchen Sie sich keine Sorgen machen, auch abhanden gekommene Macs kann man nicht einfach entsperren, wenn sie mit einem Passwort gesichert sind. Apple sollte jedoch schleunigst ein Update herausbringen, auf macOS 10.13.2 sollte man nicht unbedingt warten müssen.

Die Lücke zeigt, dass Cupertino nicht unfehlbar ist. Für einen Abgesang à la "Mit Steve Jobs wäre das nie passiert!" ist es viel zu früh. Weil auch unter der Ägide des Apple-Gründers vereinzelte Probleme und Sicherheitslücken auftauchten und macOS auf der einen Seite und iOS auf der anderen Seite nach wie vor die sichersten Systeme für Desktops/Laptops oder mobile Geräte bleiben. Was bei dieser Lücke aber neu war: Der Entdecker hat sie über Twitter verbreitet und eben nicht zunächst das Sicherheitsteam in Cupertino informiert.

Wollen wir aber noch einen bescheidenen Vorschlag anlässlich des Andreastages der Computersicherheit vorbringen: Lesen wir mal wieder Jonathan Swift. Der geniale irisch-britische Satiriker wurde heute vor 350 Jahren geboren. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Update: Das ist ja schnell gegangen, aber bis macOS 10.13.2 konnte es auch nicht warten. Apple hat auf die Root-Lücke reagiert und am Abend des 29.11. (MEZ) das Security Update 2017-001 veröffentlicht . Nutzer von macOS High Sierra sollten das tunlichst installieren, Anwender von macOS Sierra 10.12.6 und älteren Versionen waren ohnehin nicht betroffen, wie Apple in den Release-Notes schreibt. Ein Logikfehler in den Validierungen der Credentials sei die Ursache gewesen, die Apple mit dem Sicherheitsupdate nun beseitigt hat. Aufgetreten ist das seltsame Phänomen nur dann, wenn der Gast-Account auf einem Mac aktiviert war, dann konnten sich Dritte an einem eingeschalteten Mac über die Systemeinstellung "Benutzer und Gruppen" Root-Rechte verschaffen. In der Beta  von macOS 10.13.2 war der Fehler offenbar auch vorhanden, in der finalen Version sollte er nicht mehr auftreten.

Konsequenzen: Fehler bei der Entwicklung können vorkommen, der mit dem Root-Login in High Sierra ist aber mehr als peinlich, da er von hoher Sicherheitsrelevanz ist. Immerhin hat Apple flott reagiert, nach Veröffentlichung des Updates kündigt der Mac-Hersteller aber gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters noch interne Konsequenzen an. Konkret werde man den Entwicklungs- und Veröffentlichungsprozess  auf den Prüfstand stellen, um derartige Fehler für die Zukunft ausschließen zu können. "Wir bedauern diesen Fehler zutiefst und bitten alle Mac-Anwender um Verzeihung," heißt es in einer Stellungnahme, "Unsere Kunden haben Besseres verdient. Wir überprüfen nun unseren Entwicklungsprozess, um so etwas in Zukunft zu verhindern."

Eskalation: Apple und Qualcomm weiten ihren Streit mit Klagen und Gegenklagen aus. Diese Woche hatte Apple zunächst eine Klage eingereicht, die behauptete, der in die meisten Android-Handys eingebaute Snapdragon-Chip würde Apples Patente verletzen. Aber auch Qualcomm fährt neue Geschütze auf und verklagt Apple vor dem Gericht des Bezirks Südkalifornien. Konkret würden iPhone 7 (Plus), iPhone 8 (Plus) und iPhone X in fünf Qualcomm-Patenten geschützte Techniken verwenden, etwa Funkempfänger, Energieeffiziente CPUs oder das Energiemanagement der Geräte. Sogar der Portraitmodus ab iPhone 7 Plus verletzte ein Qualcomm-Patent. Der Streit zwischen Apple und einem seiner wichtigen Zulieferer hatte mit dem Vorwurf begonnen, Qualcomm würde Lizenzen zu unangemessenen Bedingungen für seine Chips vergeben, in diesem Fall fordert Apple einen Schadensersatz in Höhe von einer Milliarde US-Dollar. Nun beklagt sich Apple darüber, Qualcomm würde sich aufführen wie ein Patenttroll - für eigene Produkte setzt das Unternehmen die fraglichen Patente der jüngsten Klage schließlich nicht ein.

Love me Fender : Bluetooth-Lautsprecher, der aussieht wie ein Gitarrenverstärker? Was Marshall schon mit Erfolg vorgemacht hat, wagt nun auch Fender - und das laut des Tests von Techhive ebenso mit einem guten Resultat. Denn der immerhin 200 US-Dollar kostende Newport ist wegen seines Klangs den Preis auch wert, lautet das Fazit. Aber auch die Verarbeitung weiß zu überzeugen, etwa der Frontgrill aus Metall und die taktil sehr ansprechenden Drehknöpfe auf dem Deckel des Geräts.

Frische Titel: Der November geht zu Ende, Anlass für unsere Kollegen der Macworld, die wichtigsten Spieleneuerscheinungen der letzten 30 Tage zu betrachten. In dieser Ausgabe ist etwa die neue Fassung des Rennklassikers Dirt Rally mit dabei, ebenso die Kriegssimulation Tannenberg, die zu einer wesentlichen Schlacht des Ersten Weltkriegs führt. Ebenso strategisch, aber weit friedlicher geht es im Football Manager 2018 zu, im Weltraum spielt der zweite Teil von Space Pirates and Zombies.

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Macwelt-Adventskalender 2017: Es werde Licht – Rätseln und gewinnen

Advent – Zeit des Erwartens, angeblich eine „staade“, also stille Zeit. Nun ja, nicht wirklich. Es mag einem vorkommen, dass der Advent von Jahr zu Jahr stressiger und hektischer wird, noch mehr in noch kürzerer Zeit zu erledigen ist. Die Erinnerung trügt aber, weil sie gnädig zu uns ist und negative Erfahrungen schneller vergessen lässt als positive. Letztes Jahr war es genau so hektisch und im Jahr davor auch, das haben wir nur verdrängt. Vermutlich haben wir auch den Neujahrsvorsatz längst vergessen, uns von dem Stress und der Hektik nicht mehr anstecken zu lassen.

Aber in der Tat ist der Advent heuer kürzer als letztes Jahr und im Jahr davor. Das liegt daran, dass im Jahr 2017 der Heilige Abend auf einen Sonntag fällt und gemäß der Folgen des Straßburger Adventsstreits gleichzeitig der vierte Advent ist – Kaiser Konrad II wollte nicht schon am 26. November den ersten Advent feiern. Letztes Jahr war der 24.12. aber ein Samstag, der erste Adventssonntag sonst der 27. November – länger kann die Adventszeit seit fast 1000 Jahren also nicht mehr sein, aber auch nicht kürzer als in diesem Jahr.

Was aber gleich ist, in langen wie ihn kurzen Adventsjahren: Der Adventskalender hat immer 24 Türchen. Auch wir eröffnen ihn daher am Freitag, den 1. Dezember und machen bis einschließlich Heilig Abend an jedem weiteren Tag ein Türchen auf. Dort finden Sie aber keine Schokolade, wir sind schließlich digital. Dafür jeden Tag eine kleine Kalendergeschichte mit einer abschließenden Quizfrage, die sich nicht nur um Apple, seine Produkte und Services, seine Geschichte und seine Köpfe dreht.

An jedem Tag verlosen wir auch einen Preis, den uns unterschiedliche Sponsoren zur Verfügung gestellt haben. Freuen Sie sich auf Zubehör, Software, Gadgets und Bücher und vor allem auf 24 Kalendergeschichten. Insbesondere an den Adventssonntagen und an Heilig Abend lohnt sich der Blick in unseren Kalender, denn dann warten besondere Highlights auf Sie. Da ist zum Beispiel ein drahtloser Lautsprecher im Wert von 300 Euro oder ein schlaues Thermostat für Ihr Smart Home oder eine wertvolle Fitness-Uhr. An einem bestimmten Donnerstag wartet noch ein besonderes Schmankerl. Das hat mit Lichtspielen zu tun, respektive einem ganz bestimmten. Lassen Sie sich überraschen! Insgesamt verlosen wir Preise im Wert von über 5000 Euro.

Die Kalendergeschichten drehen sich in diesem Jahr um etwas, das wir nur zwischen etwa 400 und 700 Nanometer sehen können, aber viele weitere vor unseren Augen verborgene Wellenlängen hat und in der IT eine entscheidende Rolle spielt: Licht. Respektive elektromagnetische Wellen.

Denn auch das ist der Advent: Eine dunkle Zeit. Hoffentlich in diesem Jahr nur im buchstäblichen und nicht im übertragenen Sinn. Sonnenaufgang erst gegen acht, Sonnenuntergang schon kurz nach vier,  kein Wunder, dass seit Jahrhunderten das künstliche Licht von Kerzen eine wichtige Bedeutung bei den Weihnachtsfeierlichkeiten hat. Die Bedeutung des Lichts rund um die Wintersonnenwende ist weit älter als das Christfest, das vermutlich auch nicht von ungefähr seit dem frühen vierten Jahrhundert auf die Zeit der kürzesten Tage festgelegt ist.

Wollen wir uns also in freudiger Erwartung in einen leuchtenden Advent stürzen. Wir wünschen viel Spaß mit unserem Gewinnspiel. Das erste Türchen öffnet morgen um Mitternacht auf macwelt.de

HDMI 2.1: Das kann der neue Standard

Das HDMI-Forum hat die finalen Spezifikationen für HDMI 2.1 verkündet und die Hersteller können nun damit beginnen, mit ihren Geräten HDMI 2.1 zu unterstützen. Der neue Standard ist rückwärtskompatibel zu früheren Versionen. Zu den wesentlichen Neuerungen gehört die Unterstützung von höheren Videoauflösungen von bis zu 10K, was einer Auflösung von 10.240 x 4.320 Pixeln entspricht. Im Vergleich zu 4K (3.840 x 2.150 Pixel) verdoppelt sich also knapp die Anzahl der in der Höhe darstellbaren Pixel, während sich die Zahl der Pixel in der Breite etwa verdreifacht.

Auch die Bildwiederholrate wird deutlich gesteigert. So werden mit HDMI 2.1 Bildwiederholraten von bis zu 60 Bildern pro Sekunde in 8K (7.680 x 4.320 Pixel) und 120 Bildern pro Sekunde in 4K möglich. Die Bandbreitenkapazität erhöht sich auf bis zu 48 Gigabit pro Sekunde, und neu hinzu kommt auch die Unterstützung von Dynamic-HDR-Formaten.

"Das brandneue und ultraschnelle HDMI-Kabel unterstützt Bandbreiten bis zu 48 Gbps", heißt es auch in der Mitteilung des HDMI-Forums. Und weiter: "Das neue Kabel ist ideal für Anwendungen, die eine hohe Bandbreite erfordern, inklusive unkomprimierter 8K-Videos mit HDR." Die neuen "Ultra High Speed"-HDMI-Kabel sollen außerdem eine außergewöhnlich geringe elektromagnetische Störung bieten, wodurch Interferenzen mit in der Nähe befindlichen WLAN-Geräten deutlich verringert werde.

Dynamic HDR sorgt dafür, dass bei Videos in jedem Augenblick die idealen Werte für Tiefe, Detail, Bildhelligkeit und breiteres Farbspektrum angezeigt werden. Und das nicht nur bei einzelnen Szenen, sondern auch Frame für Frame.

Laut früheren Aussagen von Microsoft gehört übrigens die seit Anfang November verfügbare Xbox One X zu den ersten Unterhaltungsgeräten, die HDMI 2.1 bereits unterstützen. In einem Tweet hatte Mike Ybarra bereits Ende August mitgeteilt, dass die Xbox One zunächst eine Zertifizierung für HDMI 2.0 erhalten habe, weil seinerzeit HDMI 2.1 noch nicht final vorlag. Nun kann die Nach-Zertifizierung erfolgen.

Der folgenden Grafik können Sie entnehmen, welche Funktionen die einzelnen HDMI-Versionen unterstützen:

Media Markt verschenkt PS4 an TV-Käufer

Bei MediaMarkt kann man ab dem 30. November sparen. Zum Start in den Advent bekommen Kunden beim Kauf von ausgewählten Produkten aus dem MediaMarkt-Sortiment ein weiteres Markenprodukt kostenlost dazu. So gibt es als Beispiel beim Kauf eines neuen Smart-TVs eine Soundbar gratis. Oder zu einem Smartphone einen Fitness-Tracker.

Die Aktions-Produkte und Zusatzgeschenke finden Sie mit dem Start der Aktion am 30. November im neuen MediaMarkt-Prospekt. Die Aktion findet in allen Märkten in Deutschland sowie im Onlineshop statt. Allerdings gibt es die Zusatzgeschenke nur solange der Vorrat reicht.

Einige Zusatzgeschenke können wir Ihnen bereits nennen, jedoch noch keine endgültigen Preise nennen, sobald wir Ihnen die Preise nennen können, werden diese jedoch aktualisiert.

So erhalten Sie zum Beispiel beim Kauf der Spiegelreflexkamera: Nikon D3400 ein hochwertiges Tamron-Objektiv kostenlos dazu.

Für eine bisher nicht näher genannte Espresso-Siebträgermaschine von De’Longhi erhalten Sie einen Gratis-Milchaufschäumer derselben Marke dazu.

Ein weiteres Highlight: Beim Kauf des 65-Zoll Smart-TV Sony KD-65XE7005 gibt es kostenlos die PlayStation 4 Slim mit 500GB Speicher dazu.

Und auch ein altbewährtes MediaMarkt-Angebot kehrt zurück, dieses Mal jedoch nur für Musik, Filme und Games. Beim Kauf von drei unterschiedlichen Filmen, Musik-Alben oder eben Games erhalten Sie das günstigste Produkt umsonst. Sie können allerdings beliebig kombinieren, so ist es egal, ob Sie Musik-CD, Schallplatte, DVD, Blu-Ray PC- oder Konsolen-Spiel kaufen. Das Angebot gilt auf vorrätige Titel.

MediaMarkt hat zumdem zum Start der Aktion angekündigt, Konsolen-Bundles mit Games anzubieten.


Microsoft baut Redmond-Campus für mehrere Milliarden komplett um

Microsoft hat seine Pläne für den Campus in Redmond (einem Vorort von Seattle, im Bundesstaat Washington an der US-Westküste) vorgestellt. Auf dem etwa 200 Hektar großen Gelände befindet sich seit dem 26. Februar 1986 das Hauptquartier von Microsoft. In den nächsten fünf bis sieben Jahren soll der Campus komplett umgebaut werden. Dabei soll laut Aussagen von Microsoft ein "Campus der Zukunft" entstehen. Im Laufe der Zeit soll damit Platz für 8.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Dazu werden 18 neue Gebäude gebaut und bereits existierende Gebäude umgebaut. Microsoft rechnet damit, dass die ersten neuen Gebäude in fünf Jahren fertig sein werden.

Insgesamt sollen über 620.000 Quadratmeter an neuer oder umgebauter Fläche für Arbeitsplätze geschaffen werden. Microsoft investiert zusätzlich 150 Millionen US-Dollar in die Verkehrsinfrastruktur. Zu den Plänen gehören auch großzügig angelegte Grünflächen, Sportstätten und weitere Verbesserungen. Es sollen Bedingungen geschaffen werden, die das Erreichen der Orte innerhalb des Campus ohne Autos möglich machen. Auf einem riesigen, 8.000 Quadratmeter großen "Campus Community Space" sollen bis zu 12.000 Menschen an Events teilnehmen können.

Am Ende der Umbauphase soll der Microsoft-Campus aus 131 Gebäuden für die bereits existierenden 47.000 Angestellten und bis zu 8.000 neuen Mitarbeiter bestehen. Dabei soll es sich um besonders moderne Arbeitsplätze handeln.

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