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Morgenmagazin vom Donnerstag, 5. Juli 2018

05.07.2018 | 07:03 Uhr |

Samsung entwickelt gebogene Batterie für Falt-Smartphone +++ Apple will mit HPE fürs Business kooperieren +++ Kepler-186f: Exoplanet hat stabile Jahreszeiten +++ Verbraucherschützer klagen gegen Vodafone Pass +++ Polaris 30: Neue Gerüchte zu AMD-Grafikkarten

5. Juli: Badehose

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Ein wenig Besorgnis erregend ist es dann doch, wenn Kleidungsstücke überinterpretiert werden. Das Kopftuch beispielsweise, das gewiss auch ein religiöses Symbol ist, aber durchaus von Nutzen ist. Wir tragen etwa immer eines unter dem Fahrradhelm, schützt nicht nur die Ohren vor dem Wind, sondern im Ernstfall auch vor Verrutschen und hilft zudem gegen drückende Stellen. Noch vor wenigen Jahrzehnten war ein Kopftuch vor allem bei Landarbeiterinnen  sehr weit verbreitet, nicht nur im Alpenraum.

Oder nehmen wir die zerrissene Jeans: Vor 40 Jahren Attitüde der Punks, heute groß in Mode. Ohne Löcher in der Hose traut sich mancher auch kaum noch vor das Haus. Hier hat ein Kulturwandel durch Annäherung stattgefunden, Punk wurde irgendwann einmal cool, von wegen alles kaputt machen.

Und immer noch löst so manches neuartiges Kleidungsstück einen Skandal aus, man denke nur an die pragmatische Lösung des Burkini. Es ist nicht unbedingt ein Ausweis von gelungener Integration, gehen Frauen, die sich sonst aus Gründen in der Öffentlichkeit lieber mehr oder weniger verhüllen, nun plötzlich im Bikini an den Strand und ins Schwimmbad. Es wäre eher eine Assimilation, aber eine recht seltsame.

Denn es war eben genau jener zweiteilige Badeanzug, der am 5. Juli 1946 auf der Pariser Modenschau für einen handfesten Skandal sorgte. Vier Dreiecke, nur von ein paar Schnüren gehalten, die nur das Wesentliche verdeckten und damit umso mehr betonten. Der Erfinder des Zweiteilers, der Modedesigner Louis Réard engagierte für die Vorführung eine Stripperin, damals waren Models in Frankreich offenbar zu prüde, in das neuartige Kleidungsstück zu schlüpfen und es der Öffentlichkeit zu präsentieren. Damals also großes Geschrei: "Zieht doch der Frau wieder etwas an!" und heute: "Zieht doch der Frau wieder etwas aus!". Gewiss ändern sich die Zeiten und der Bikini ist heute alles andere als ein anstößiges Kleidungsstück. Aber sollten das nicht besser die Frauen entscheiden, was für sie die passende Kleidung ist? Und ebenso die Männer für sich? Auf dem Fahrrad tragen wir nicht nur Kopftuch und Helm, sondern unter der Short auch noch – nein, natürlich keinen Bikini, sondern eine einteilige Fahrradhose, die beinahe so aussieht wie die Männerbadeanzüge von vor hundert Jahren. Bilder davon gibt es natürlich keine. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Bessere Bilder: Phone X nimmt über sein Dualobjektiv durchaus gute Bilder auf, der Zoom ist aufgrund der Bauart aber nur auf zweifach beschränkt. Bei Makroaufnahmen kennt das Smartphone ebenso Grenzen, Aufnahmen in Fischaugenoptik sind gar nicht möglich. Zusätzliche Objektive helfen dabei weiter, unsere Kollegen haben das Dreierset von Sndmarc getestet, für das der Hersteller immerhin 190 US-Dollar aufruft, inklusive Case und Klammer für das Aufsetzen der Weitwinkel-, Fischaugen- und Makroobjektive, die einzeln jeweils 80 US-Dollar kosten. Die Ergebnisse beeindrucken, die Sandmarc-Objektive schlagen sich im Vergleich zu anderen Lösungen der Preisklasse sehr gut. Allenfalls an der Qualität der Hülle für das iPhone X müsse der Hersteller noch arbeiten.

Neue Partner: Apple sucht in London neue Mitarbeiter für eine Partnerschaft mit Hewlett Packard Enterprises (HPE), wie aus einer von The Register entdeckten Stellenanzeige bei Linked In hervor geht. Gesucht wird ein Enterprise Strategic Parnter Manager für HPE, Dimension Data und GE. Das Ziel sei es, Apples Unternehmensgeschäft auszuweiten. Apple kooperiere weltweit mit Experten im Business, um die Art und Weise zu ändern, wie Menschen arbeiteten. Partnerschaften unterhält Apple bereits mit IBM, SAP, Cisoc, HP und anderen.

Schräge Vergleiche : Die USA haben gestern Geburtstag gefeiert, am 4. Juli unterzeichneten die Gründerväter die Unabhängigkeitserklärung. Mashable wagt anlässlich des Independence Day den schrägen Vergleich, welcher (ehemalige) Tech-CEO  denn welcher historischer Figur am meisten gleichen. Steve Jobs ist dabei Benjamin Franklin: Beides unbestrittene, exzentrische Genies. Bill Gates fungiert wie George Washington als elder statesman unter den CEOs, die Google-Gründer Sergeyj Brin und Larry Page sind John und Abigail Adams, das Dreamteam, das das Konzept USA zur Realität werden ließ und diesem einen moralischen Kompass verlieh (by the way: wo ist der heute abgeblieben?) Mark Zuckerberg hingegen ähnele dem jungen und hungrigen Alexander Hamilton, auf den das Finanzsystem der USA basiert und der sich viele Feinde gemacht hat. Zuckerberg wird wohl aber kaum in ein Duell mit Aaron Burr gehen müssen …

Fortschritt: Klapphandys erlebten zur Jahrtausendwende nur einen kurzen Boom, in der iPhone-Ära ergibt ein derartiges Design keinerlei Sinn. Es sei denn, man kann den Bildschirm zusammenklappen. An genau so einem faltbaren Smartphone arbeitet angeblich Samsung seit geraumer Zeit, die Produktion eines flexiblen OLED-Screens habe bereits begonnen. Doch auch auf andere Komponenten kommen große Herausforderungen zu, vor allem auf die Batterie. Nun berichtet TheNextWeb unter Bezug auf die chinesische Site ITHome, es sei Samsung gelungen, eine gebogene Batterie mit Kapazitäten von 3000 bis 6000 mAh zu konstruieren. Der Weg zu einem Klapp-Smartphone wäre damit frei. Völlig ungewiss ist aber, wann Samsung das vermutlich Galaxy X genannte Telefon auf den Markt bringen werde. Dieses würde auch bis zu 1.900 US-Dollar kosten und wäre zunächst nur eine Demonstration dessen, wozu man technisch in der Lage ist. Ob die Konkurrenz die Idee aufgreift und Klapphandys einen neuen Boom erleben, sie dahingestellt.

Weitere Nachrichten:

Kepler-186f: Exoplanet hat stabile Jahreszeiten

Seit Jahrzehnten sucht die Menschheit nach Exoplaneten, deren Bedingungen die Entstehung von Leben ermöglichen könnten. Mit Kepler-186f wurde 2014 ein solcher Exoplanet in einer Entfernung von etwa 500 Lichtjahren entdeckt, der erdähnlicher als bisher angenommen ist. Zwar ist Kepler-186f etwas größer als unsere Erde, dennoch gibt es offenbar stabile Jahreszeiten. In 130 Tagen umkreist Kepler-186f seine Sonne, einen Roten Zwerg im Sternbild Schwan. 

Auch die Neigung der Rotationsachse ist nach Ansicht von Wissenschaftlern des Georgia Institute of Technology in Atlanta sehr stabil. Dies sorgt für ein stabiles Klima und regelmäßige Jahreszeiten ohne allzu große Extreme. Doch nicht nur Kepler-186f erfüllt diese Eigenschaften, auch Kepler-62f in einer Entfernung von 1200 Lichtjahren soll eine stabile Neigung der Rotationsachse besitzen. Die Bedeutung dieser Achse zeigt unser Nachbar Mars: In seiner Geschichte schwankte die Neigung der Rotationsachse zwischen 0 und 60 Grad. Dies sorgte dafür, dass der einst feuchte Mars vor drei Milliarden Jahren seine Atmosphäre verlor und damit zu einer sehr lebensfeindlichen Umgebung wurde. Die Achsenneigung eines Planeten bestimmt, wie viel Licht auf die Oberfläche trifft. Eine starke Achsenneigung sorgt für extreme Temperaturunterschiede zwischen Nord- und Südpol.

Verbraucherschützer klagen gegen Vodafone Pass

Nach Ansicht des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) verstößt Mobilfunkanbieter Vodafone mit seinen Vodafone-Pass-Angeboten gegen geltendes EU-Recht. Die Option ist bei Vodafone in insgesamt vier Kategorien erhältlich. Damit können Nutzer die Apps ausgewählter Vertragspartner nutzen, ohne dass die dabei verbrauchten Daten ihr monatliches Inklusivvolumen belasten. Im Chat-Pass sind beispielsweise Messenger wie WhatsApp und der Facebook Messenger inbegriffen, im Social-Pass ist die Nutzung von Instagram und Twitter inklusive, im Music-Pass können Spotify und Deezer gratis genutzt werden und der Video-Pass deckt Dienste wie Netflix und Amazon Prime Video ab.

Laut dem Verbraucherzentrale Bundesverband birgt der Vodafone Pass jedoch mehrere Einschränkungen . So weist Vodafone im Kleingedruckten darauf hin, dass der Service nur auf das Inland begrenzt ist. Im EU-Ausland werden verbrauchte Daten, die eigentlich von den vier Pässen eingeschlossen werden, auf das Datenvolumen angerechnet. Der vzbv sieht darin einen Verstoß gegen die europäische Telekom-Binnenmarkt-Verordnung (TSM-VO). Die Verordnung sieht vor, dass Verbraucher ihren Mobilfunktarif auch im EU-Ausland nutzen können. Das muss nach Ansicht des Bundesverbandes auch für die Vodafone-Pässe gelten.

Vodafone schließt in den Vertragsbedingungen außerdem die Nutzung über einen Hotspot, im Falle des so genannten Tetherings aus. Der Vodafone Pass kann also nur von dem Gerät genutzt werden, das auch die entsprechende SIM-Karte enthält. Werden die jeweiligen Partner-Apps auf einem anderen Gerät genutzt, das nur per Tethering mit der SIM-Karte verbunden ist, wird das verbrauchte Datenvolumen angerechnet. Laut TSM-VO haben Verbraucher das Recht, ein Gerät ihrer Wahl zu nutzen.

Als irreführend stuft der vzbv auch die Werbung für den Vodafone-Pass auf der Website des Mobilfunkanbieters ein. Das Unternehmen erwecke dabei den Eindruck, als könnten die Pass-Angebote ohne Einschränkung genutzt werden. Lediglich in einer kleinen Fußnote, die auf die Preisliste verwies, konnten Verbraucher die Beschränkungen für das Zusatzangebot einsehen. Hier hat Vodafone inzwischen nachgebessert und die Bedingungen auf seiner Website deutlicher hervorgehoben. Eine Unterlassungserklärung, die Vodafone dazu verpflichtet, irreführende Werbung in Zukunft zu unterlassen, wollte der Konzern jedoch nicht unterzeichnen.

Es bleibt abzuwarten, ob der vzbv mit seiner Klage vor dem Landgericht Düsseldorf Erfolg haben wird. Entscheidet das Gericht zugunsten der Verbraucherschützer, muss Vodafone bei seinen Vodafone-Pass-Optionen eventuell nachbessern.

Die besten günstigen Handytarife im Vergleich

Polaris 30: Neue Gerüchte zu AMD-Grafikkarten

Im Internet machen derzeit Gerüchte über ein Update der AMD-Grafikkarten die Runde. Demnach soll AMD ein zweites Update für die Polaris-GPU planen. Die Mitte 2016 veröffentlichte Polaris 10, die im Frühjahr 2017 mit Polaris 20 runderneuert wurde, könnte mit Polaris 30 also einmal mehr verbessert werden. Die ersten Karten mit der aktualisierten GPU könnten in Form der Serie Radeon RX 600 in den Handel kommen. Die Performance-Steigerung von Polaris 30 soll im Vergleich zu Polaris 20 beachtliche 15 Prozent ausmachen. Ein Grund hierfür könnte in der Fertigung im 12-Nanometer-Verfahren liegen. Welchen Speicher und welche Taktraten AMD nutzen will, bleibt jedoch offen.

Mit Vega erschien im vergangenen Jahr zwar schon ein Nachfolger für Polaris. Die im 7-Nanometer-Verfahren gefertigten Karten sind jedoch primär im Profi-Segment zu finden. Der Vega-Nachfolger Navi könnte noch bis mindestens Anfang 2019 auf sich warten lassen. Mit Polaris 30 hätte AMD auch in der Zwischenzeit noch ein interessantes Angebot für Gamer. Die Karten sollen laut PC Games Hardware primär auf eine höhere Leistung abzielen, die Effizienz spiele eher eine untergeordnete Rolle. Auch der Name der neuen Serie könnte sich noch einmal ändern: AMD könnte anstelle von RX 600 Zwischenschritte wie RX 585 oder 575 einlegen. Mit den ersten Karten ist wohl aber nicht vor Ende 2018 zu rechnen.

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