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Morgenmagazin vom Donnerstag, 6. April 2017

06.04.2017 | 06:51 Uhr |

iPhone 8 erst Oktober/November? +++ Amazon kauft Rechte an Thursday Night Football +++ Patent: Magsafe-Adapter vor Rückkehr +++ Turing Award: Erfinder des WWW erhält eine Million Dollar +++ Spotify: Gratis-Nutzer bekommen neue Alben später +++ Apple Music für Android bekommt iOS-Funktionen +++ "Hey, Siri": Assistent reagiert künftig nur auf Inhaber +++ „Schwarzer Tag für das freie Internet?“ Zwei neue Gesetzesvorschläge sind auf dem Weg

6. April: Der Weltraum und seine Folgen

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Der heutige 6. April steht als World Teflon Day in den Kalendern und dabei denkt man unweigerlich an die Raumfahrt. Das ist aber vollkommen falsch, das korrosionsbeständige Material, mit der sich wunderbare Anti-Haft-Beschichtungen machen lassen, synthetisierte erstmals heute vor 79 Jahren in einem höchst irdischen Labor, mehr oder minder aus Zufall. In einem Druckbehälter in einem Labor in New Jersey polymerisierte das für die Herstellung des Kühlmittels FCKW benötigte Tetrafluorethylen zu Polytetrafluorethylen, der unfreiwillige Erfinder Roy Plunkett warf das dabei entstandene Pulver nicht einfach weg und siehe da: Es erwies sich als äußert nützlich, wenn auch nicht für Kühlschränke. Teflon, ein  Nebenprodukt, aber keines aus der Raumfahrt.

Der 6. April hat aber dennoch mit der Raumfahrt zu schaffen, an diesem Tag vor 52 Jahren wurde der erste kommerzielle Nachrichtensatellit Intelsat - Spitzname "Early Bird" – in seine geostationäre Umlaufbahn geschossen. Damals waren seine Leistungsdaten revolutionär, konnte er doch immerhin 240 Telefonate gleichzeitig oder eine Fernsehsendung übertragen. Der Anfang war aber gemacht, in einer heute komplett vernetzten Welt halten wir es für so selbstverständlich, dass wir stets und ohne Zeitverzögerung mit fast aller Welt kommunizieren können, dass wir oft vergessen, wie groß die Erde tatsächlich ist.

So ist es zu dem Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Morgenmagazins an der Westküste noch nicht der 6. April, das wird noch etwa eine Stunde dauern. Dann jährt sich aber der Tag zum 25sten Mal, an dem Apple die Kollegen aus Redmond wohl am liebsten ebenso in eine Umlaufbahn geschleudert hätte, denn mit Windows 3.1 erschien an jenem Tag die erste kommerziell wirklich erfolgreiche Windows-Fassung, die Apple und dem Mac beinahe den Garaus gemacht hätte. Erstmals veröffentlichte Microsoft ein Windows als Update, wenngleich die meiste Software für Windows 3.0 nicht mit dem neuen System kompatibel war. Wesentliche Neuerungen waren damals die Farbtiefe von 32 Bit, TrueType-Schriften, Drag-and-drop sowie das Protokoll "Object Linking and Embedding": OLE.

Und über all dem stand die Ähnlichkeit zum Vorbild aus Cupertino, Apple hatte Microsoft längst wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt und auch in diesem Wettstreit verloren, und nicht nur in dem um Marktanteile. Nur eine Sache traute sich Microsoft (noch) nicht zu kopieren, da die zuständigen Gerichte einzig dieses Merkmal für originär hielten: Sowohl Windows 3.1 als auch dem Nachfolger Windows 3.11 fehlte der Papierkorb, den Microsoft erst nach Beilegung des Rechtsstreits in Windows 95 integrierte. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag:

Verspätung: Das neue iPhone des Jahrgangs 2017 wird spektakuläre Änderungen bringen, unter anderem ein gebogenes OLED-Display. Doch genau bei diesem soll es laut Digitimes Probleme beim Laminierungsprozess geben, zudem auch solche mit dem 3D-Sensoren, welche die Fertigstellung des Produkts verzögern. Nicht zum üblichen Septembertermin werde daher das iPhone 8 in den Handel kommen, sondern erst im Oktober oder November. Die Spekulationen von Digitimes sind stets mit Vorsicht zu genießen, wobei auch schon andere Quellen von einer Verzögerung bei der Produktion berichtet hatten. Aller Voraussicht wird Apple also am Termin für eine Septemberkeynote festhalten, iPhone 7s und 7s Plus sofort in den Handel bringen und ein neues iPhone 8 nur vielleicht ein paar Wochen später.

Noch ein Adapter: Auch wer akzeptiert hat, dass die Zukunft der Schnittstellen am Mac in USB-C und Thunderbolt 3 besteht, wird den Magsafe-Anschluss vermissen, der so manchen Stolperer über das Ladekabel verhinderte, weil sich die Verbindung bei schon schwachem Zug am Kabel lösen kann. Es gibt zwar keine Berichte über deshalb massenhaft verunfallte Macbooks und ihre Besitzer, einen Magsafe-Anschluss kann man sich dennoch zurück wünschen. In Cupertino hört man derartige Wünsche offensichtlich auch und überlegt wohl, sie zu erfüllen. Schon vor einem Jahr hat Apple einen Patentantrag über einen USB-C-auf-Magsafe-Adapter gestellt, der nun auch veröffentlicht wurde. Nur der Antrag, nicht der Adapter, um das noch einmal klar zu stellen. Nicht jedes Apple-Patent wird auch zum Produkt, doch ist dieses so speziell, dass es nicht nur der Abwehr von unerwünschten Produkten Dritter dienen dürfte. Wir werden mal öfter in der Adapter-Sektion des Apple Store vorbeischauen, mal sehen, ob die nicht doch bald einen Neuzugang zu vermelden hat.

An zehn  Donnerstagen: Die Rechte für Live-Übertragungen der am Donnerstag Abend ausgetragenen Football-Spiele wechseln erneut den Besitzer. Nachdem Twitter für die vergangene Saison zehn Millionen US-Dollar ausgegeben hatte, zahlt Amazon für zehn Spiele der nächsten Saison immerhin 50 Millionen US-Dollar für die Internetübertragungsrechte. Für so manchen Football-Fan in den USA, der sein teures Kabelabo mit vielen uninteressanten oder gar überflüssigen Kanälen schon gekündigt hat, ist das gleichwohl eine schlechte Nachricht. Denn anders als Twitter, das die Spiele weltweit frei im Netz zugänglich machte, lässt Amazon nur seine Prime-Kunden zusehen.

Botschaft für Profis : Das Apple-Mantra "We don't talk about future products" hat am Dienstag einen Kratzer abbekommen, als Cupertino darüber sprach, mit dem Mac Pro in eine Sackgasse geraten zu sein und einen Nachfolger in Arbeit zu haben. Immerhin kann man aus diesem Pressegespräch Apples Verpflichtung für Profis herauslesen, wenn auch nur für einen kleinen Teil der professionellen Anwenderschaft eine Zwischenlösung erhältlich ist. Aber da ist noch mehr, wie unser Macworld-Kollege Jason Snell zusammengefasst hat: Apple erkennt in bemerkenswerter Weise Fehler an und akzeptiert, dass sich das veraltete und auch das renovierte Modell eben kaum verkaufen lassen.

Vorreiter : Den Opfern der Umstellung auf DVB-T2 nützt das nicht, doch das in einigen Metropolregionen der USA gestartet Youtube Live TV zeigt, wie es TV über Internet in den nächsten Monaten und Jahren weiter gehen könnte. Für 35 US-Dollar im Monat bekommen Einwohner von New York, Los Angeles, San Francisco Bay Area, Chicago und Philadelphia 50 Sender über Internet angeboten, darunter die Programme von ABC, CBS, NBC, Fox, ESPN, Fox Sports Network und Comcast SportsNet. Weitere Städte und Regionen sollen in Kürze folgen, über eine Ausweitung außerhalb der USA ist bisher nichts bekannt. Auf den großen Bildschirm bekommt man den Dienst bisher auch nur über Chromecast, andere Plattformen sollen aber folgen. Dazu gibt es Youtube Live TV für iOS und Android.

Weitere Nachrichten:

Turing Award: Erfinder des WWW erhält eine Million Dollar

Der MIT-Professor Tim Berners-Lee gilt gemeinhin als der Erfinder des World Wide Web . Gemeinsam mit Kollegen entwickelte er HTML, HTTP und die URL als Eckpfeiler des modernen Internets. Nun erhält Bermers-Lee den mit einer Million US-Dollar dotierten Turing Award, der oft auch als Nobelpreis der Rechentechnik bezeichnet wird.

Die für die Vergabe zuständige Association for Computing Machinery (ACM) schreibt Berners-Lee die Erfindung des Internets, des Web-Browsers und weiterer Grundbausteine der Computervernetzung zu. Das zum Award gehörende Preisgeld von einer Million US-Dollar wird von Google beigesteuert. 

Berners-Lee wurde 2003 zum Ritter geschlagen und ist mittlerweile Vollzeit-Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Außerdem unterhält er einen Lehrstuhl an der Universität Southampton und steht dem World Wide Web Consortium (W3C) vor.

Spotify: Gratis-Nutzer bekommen neue Alben später

Spotify will den Anreiz für sein kostenpflichtiges Premiumangebot erhöhen. Wie US-Medien berichten, sollen Nutzer von Spotify-Premium einige neue Alben zwei Wochen früher hören können als die Benutzer des kostenlosen Spotify-Angebotes. Dafür schließt das schwedische Musikstreaming-Unternehmen Spotify ein Abkommen mit der Universal Music Group (UMG). Die Vereinbarung ist auf mehrere Jahre ausgelegt.

Darin verpflichtet sich Spotify neu erscheinende Musikalben von den bei Universal unter Vertrag stehenden Künstlern bis zu zwei Wochen nach Erscheinen ausschließlich seinen zahlenden Kunden zur Verfügung zu stellen. Spotify soll im Gegenzug etwas niedrigere Lizenzgebühren bezahlen müssen, wie The Verge aus gut informierten Kreisen erfahren haben will.

Spotifys CEO Daniel Ek räumte ein, dass Spotify seine bisher praktizierte Vorgehensweise, nach der alle Alben gleichzeitig für Nutzer des kostenlosen und des kostenpflichtigen Spotify-Angebotes zur Verfügung stehen, nicht mehr durchhalten könne. Spotify habe deshalb zusammen mit UMG eine neue flexible Veröffentlichungspolitik entwickelt. Das bedeutet eine Abkehr von Spotifys bisheriger Vorgehensweise: Erst Ende 2016 hatte Spotify sein Gratis-Angebot aufgewertet.

Vom heutigen Tag an können demnach bei UMG unter Vertrag stehende Künstler entscheiden, ob sie ihre neuen Alben zwei Wochen lang nur für das kostenpflichtige Spotify Premium zur Verfügung stellen wollen. Diese Einschränkung gelte nur für Alben, nicht aber für Singles. Letztere sollen nach wie vor für alle Spotify-Nutzer gleichzeitig verfügbar sein.

Es erscheint naheliegend, dass Spotify mit den beiden anderen großen Musiklabels, nämlich Warner Music Group und Sony Music Group, ähnliche Vereinbarungen unterschreiben wird. Sobald diese Verhandlungen abgeschlossen sind und Spotifys Musik-„Nachschub“ damit langfristig auf sicherer und rentabler Basis steht, kann der Musikdienst seinen Börsengang in Angriff nehmen. Nach den derzeitigen Planungen will Spotify noch 2017 an die Börse, möglicherweise verschiebt sich das Ganze aber noch bis 2018.



Apple Music für Android bekommt iOS-Funktionen

Apple Music für Android hat in dieser Woche ein großes Update bekommen . Version 2.0 bringt die Android-App auf den neuesten Stand und versorgt die Software unter anderem mit dem iOS-10-typischen Design. Große Header und klar gegliederte Bereiche sollen so auch in der Android-Version für bessere Übersicht sorgen.

Android-Nutzer können über die Aktueller-Titel-Funktion nun außerdem Songtexte mitlesen, während sie ihr Lieblingslied hören. In der Mediathek bringt Apple weiterhin alle Playlisten unter. Diese lassen sich übersichtlich anzeigen und rücken Download-Musik, die für das Offline-Hören zur Verfügung steht, in den Vordergrund.

Apple Music für Android gibt im „Für dich“-Bereich außerdem Empfehlungen für den persönlichen Musikgeschmack, bietet in der „Entdecken“-Sektion neue Musik für jede Gefühlslage oder ermöglicht unter „Radio“ das Hören von Mixtapes.

"Hey, Siri": Assistent reagiert künftig nur auf Inhaber

Laut Patently Apple soll ein neues Patent von Apple darüber Aufschluss geben, wie der intelligente Sprachassistent Siri in Zukunft für mehr Sicherheit sorgen kann. Heute nutzen wir noch Passwörter oder Touch ID, aber in der Zukunft könnten wir entsprechende Angelegenheiten auch über Gesichts- oder Stimmerkennung regeln. Technisch gesehen handelt es sich dabei um Stimmen-Biometrie – ein Feature, welches bei Siri derzeit noch nicht zu finden ist. Anmerkung: Die menschliche Stimme ist genau so individuell wie Fingerabdrücke und gehört somit zu den mehreren biometrischen Parameters eines Menschen. Ein anderes Beispiel wäre die Regenbogenhaut im Auge oder vielmehr die Verwebung der Muskelfaser in ihr. 

Digitale intelligente Assistenten ermöglichen dem Anwender eine nützliche Bedienung zwischen Mensch und elektronischem Gerät. Wir können ganz einfach mit unseren Computern, Smartphones oder Tablets sprechen und schreiben, die daraufhin unsere Befehle ausführen.

Bis jetzt ist die Spracherkennung nicht an einen bestimmten Nutzer gekoppelt, die Assistenten reagieren auf die Sprache an sich, nicht aber ausschließlich auf einen bestimmten Menschen.  Im Prinzip kann somit jeder mit dem Sprachassistenten eines fremden Geräts interagieren, was bei manchen Anwendungen lieber nicht der Fall sein sollte.

Apples neueste Innovation beinhaltet eine Methode, mit der man Siri trainieren kann, nur auf die eigene Stimme zu hören. Darüber hinaus soll Siri in der Zukunft auch auf unterschiedliche Phrasen reagieren können. Anstatt „Hey Siri“ könnte der Hamburger Apples Sprachassistenten auch mit „Moin, Siri“ aufwecken, der Münchner vielleicht mit „Servus, Siri“.

Um Siri in der Zukunft nutzen zu können, muss der Anwender also vielleicht zunächst ein Passwort eingeben, mit Hilfe des Fingerabdrucks Siri entsperren oder mittels Stimmen-Biometrie erkannt werden.

„Schwarzer Tag für das freie Internet?“ Zwei neue Gesetzesvorschläge sind auf dem Weg

Die sogenannte WLAN-Störerhaftung könnte bald Geschichte sein. Die alte Regel hatte Schadensersatzklagen und Abmahnungen verursacht. Zusammen mit dem so genannten Netwerkdurchsetzungsgesetz wurde jetzt eine neue Regelung vom Kabinett übernommen. Beide sind aber nicht frei von Gegnern, so lehnen Bürgerrechtler und der Verband eco beide neuen Gesetze ab. So spricht eoc gar von einem " Schwarzen Tag für das Internet ".

Bis Mitte letzten Jahres musste man als Betreiber eines WLAN-Netzes auch für alle Nutzer haften. Verbreitet etwa der Besucher eines WLAN-Cafés illegale Raubkopieen, bekam der Café-Besitzer Ärger. Kein Wunder, dass offene WLANs in Deutschland kaum noch zu finden sind. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes sollte dies eigentlich entschärfen. Seit dem Urteil des EuGH Rechtssache C-484/14- McFadden ./.Sony. haftet der Betreiber eines offenen WLAN-Netzes nicht mehr als Störer. Das schützt ihn allerdings nur vor Schadensersatz, man kann ihn immer noch per Unterlassungsklage auffordern, sein Netz per Passwort zu schützen. Weiterhin kann der Betreiber eines offenen WLAN-Netzes, in dem kein Kennwort erforderlich ist, abgemahnt werden. Auch so riskiert er wieder hohe Gebühren und Gerichtskosten. Das Bundeswirtschaftministerium will dies mit einem neuen Gesetzesentwurf ändern, einer neuen Änderung des Telemediengesetzes. Wie die zuständige Ministerin Zypries sagt, ist die Absicht, dass der „Café-Betreiber, der WLAN für seine Gäste anbieten will, keine Vorschaltseite mehr braucht“. Wie ein Zugangsanbieter oder Provider soll er nicht für seine Nutzer haften müssen. Zumindest Unterlassungsklagen werden ausdrücklich ausgeschlossen, sofern er nicht selbst für die Rechtsverstöße verantwortlich ist (§8 (1) Satz 2 TMG-neu).

Was aber den Bundesverband eco und viele Bürgerrechtler am neuen Gesetz stört: Gleichzeitig will man sich um die Interessen der Urheber kümmern und führt mit dem §7 (4) TMG-neu einen neuen Anspruch ein: „Der Rechtsinhaber kann vom Zugangsanbieter die Sperrung der Nutzung von Informationen verlangen“. Gemeint wird die Sperrung bekannter Tauschbörsen.

Der Verband eco interpretiert dies nun so, dass eine neue Rechtsgrundlage für Internetsperren geschaffen wird und die Rechtssicherheit für WLAN-Betreiber damit hinfällig ist. Auch ohne Richtervorbehalt, also „auf Zuruf“ könnten Netzsperren verlangt werden, was bisher nicht möglich war.

Wenig zufrieden ist aber eco, wie auch viele andere Institutionen, mit dem zweiten Gesetz, das vom Bundesjustizminister Heiko Mass jetzt vorgestellte Gesetz zur Verbesserung der Rechtsdurchsetzung in sozialen Netzwerken (Netzwerkdurchsetzungsgesetz – NetzDG). Das vom Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz stammende Gesetz ist als Handhabe gegen Hasspostings und Fake-News geplant. Auf Grundlage des Strafgesetzbuches  (§§ 185-187 StGB) sollen Seitenbetreiber Inhalte löschen - und zwar innerhalb von 24 Stunden, sonst wird ein Bußgeld fällig. Bei strittigen Themen gilt eine siebentägige Prüffrist. Es gibt auch einen zivilrechtlichen Auskunftsanspruch um die Identität des Täters festzustellen.

 

Hier hat nicht nur eco an vielen Einzelheiten etwas zu bemängeln . So kritisiert der Verband an dem Gesetz etwa, dass der Anwendungsbereich „Soziale Netze“ viel zu vage definiert sei, die Begrenzung auf Netzwerke mit mehr als 2 Millionen Nutzer sei problematisch. Auch weitere Dienste wie Nachrichtendienste, Bewertungsportale und Onlineshops könnten betroffen sein. Journalistisch-redaktionelle Angebote wären zwar nicht direkt betroffen, wohl aber die Veröffentlichung journalistischer Beiträge auf diesen Plattformen. Auch Sicht der Betreiber versprechen außerdem Pflichten wie Berichtspflicht und Löschpflicht steigende Kosten, gegenüber ausländischen Nutzern außerdem juristische Probleme. Von Bürgerrechtlern kritisiert wird außerdem der Auskunftsanspruch. Juristen sehen etwa die Gefahr, dass sich jemand gegen berechtigte negative Bewertungen bei Ebay oder Amazon mit einer Abmahnung wehrt.

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