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Morgenmagazin vom Donnerstag, 6. Dezember 2018

06.12.2018 | 07:00 Uhr |

Updates: iOS 12.1.1 und macOS 10.14.2 +++ Macworld-Erstausgabe mit Steve-Jobs-Autogramm steht zur Versteigerung +++ Zeh Jahre Apple Store in Deutschland +++ Schlaf-Tracker von Beddit: Apple beantragt ein neues Modell +++ Netflix zahlt für ein Jahr "Friends" 100 Millionen US-Dollar +++ Telekom: 2,4 Millionen neue 250-MBit/s-Anschlüsse +++ Update auf Chrome 71 beseitigt 43 Lücken

6. Dezember: Zehn Jahre

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Die Bescherung steigt in den Niederlanden schon heute, am Tag des Heiligen Nikolaus verteilt der Sinterklaas die Geschenke. Hierzulande ist es üblich, am späten Abend des 24. Dezember die Geschenke zu verteilen und auszupacken, in UK und USA ist es der Weihnachtsmorgen. In der Sowjetunion, die offiziell kein Weihnachten konnte, war am 1. Januar das Geschenkefest - die Leute feierten aber meist bis zu  orthodoxen Weihnachten weiter, das am Abend des 6. Januar (nach gregorianischem Kalender) beginnt. Und an jedem 6. Januar gibt es auch erst im katholischen Spanien die Geschenke, während die Lotterie den El Gordo am 22.12. zieht - meist werden ganze Dorfgemeinschaften durch "den Dicken" reich.

Es ist also kompliziert mit Weihnachten. Hinzu kommt auch noch das Nebenweihnachten um den Nikolaustag, zu dem es längst nicht mehr nur Apfel, Nuss und Mandelkern gibt, sondern Geschenke im Durchschnittswert von 35 Euro, wie dieser Tage zu lesen war. Und wann kommt der Nikolaus nun? Am Abend des 5.12., in der Nacht auf den 6.12. oder erst in der danach? Es wird immer komplizierter, dabei sollte es doch ein Fest der Freude nach der staaden Zeit sein.

Wer wirklich eine "staade Zeit" genießen will, der kann das in der Vorweihnachtszeit ja mal auf einem der Christkindl-, Weihnachts-, Winter- oder Lichtermärkte versuchen. Oder im Kaufhaus daneben. Oder gleich im Apple Store.

Dass man mit gleichgesinnten Freunden der Marke mit dem Apfel und engagierten Kundenberatern bei voller Lautstärke dicht an dicht stehen darf und nur mit Mühe das Wort versteht, dass der Promoter des heutigen Seminars an die Zuhörer richtet, dieses Vergnügen kennt man in Deutschland nun seit exakt zehn Jahren. Wir wollen nicht unfair sein, nicht an jedem Tag ist der Apple Store ein lauter, überfüllter und wenig einladender Ort, meist bekommt man doch in einer halbwegs entspannten Atmosphäre die Produkte und Informationen, wegen derer man den Store aufgesucht hat.

Am 6. Dezember 2008 war der Apple Store in der Rosenstraße zu München aber so ein Ort, den man definitiv nicht besuchen sollte, wenn man auch nur den leisesten Ansatz von Klaustrophobie hat. Um den ersten Laden seiner Art hatte es ja schon monate- und jahrelang Spekulationen gegeben, wann würde Apple endlich die erste Filiale seiner erfolgreichen Kette in Deutschland eröffnen und wo genau? Die Wahl fiel nicht von ungefähr auf München - die Fußgängerzone rund um Kaufinger-, Neuhauser-, Sendlinger- und auch Rosenstraße gilt als eine der lukrativsten Einkaufsmeilen der Republik. Eine 1A-Lage. Und damit ideal für Apple.

Nur ist die Ecke zwischen Marienplatz, Kaufhof und Sport Schuster schon ohne Eröffnung eines Flaggshipstores einer Weltmarke an den Samstagen vor Weihnachten hoffnungslos überlaufen, am Nikolaustag vor zehn Jahren war schon Stunden vor dem Öffnen der Tore kein Durchkommen mehr - spätere iPhone- und iPad-Verkaufsstart liefen trotz des Hypes vergleichsweise gesittet ab. Man darf aber nicht vergessen: Zu Schaden gekommen ist niemand, nur so mancher wird ein bisschen mehr gekauft haben, als ursprünglich geplant.

Gestern Abend hatten wir nach Feierabend noch mal vorbei geschaut, Nikolausgeschenke kaufen. Leider fanden wir nichts für 35 Euro, eine schöne Bescherung! Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

Die neue Offenheit : Schon seit einem guten Jahr gibt es Amazon Prime Video auf dem Apple TV, nun verkauft Apple seine Hardware auch über die Kanäle des Konkurrenten - mit dem man auch noch in Sachen Apple Music kooperiert und den Streaming-Service auf Alexa kompatible Geräte bringt. Sieht also sehr danach aus, als ob Apple an seiner Strategie des "Walled Garden" nicht mehr so strikt fest hält wie in den letzten Jahrzehnten. Apple Music gibt es nicht nur auf den Homepod, sondern auch auf anderen Geräten, mit denen der smarte Lautsprecher Apples nun zu konkurrieren hat. Was sich daraus für den für kommendes Jahr erwarteten Video-Streaming-Dienst ergibt, hat Jason Snell extrapoliert. Wie wäre es, würde Apple auch diesen für die Geräte der Konkurrenz frei geben? Die Argumente für den Kauf eines Apple TV werden dadurch natürlich weniger, aber wenn auf Amazons Fire TV und den Roku-Boxen die Kunden auch Apple TV (den Service) abonnieren können, wäre die angesprochene Zielgruppe ungleich größer. Apple hat nicht von ungefähr bei den letzten Bilanzpressekonferenzen immer wieder auf den Servicesbereich verwiesen, der seit Jahren starkes Wachstum zeigt, während die Hardware aufgrund von Sättigungseffekten stagniert. Apple scheint dabei zu sein, sich als Services-Company neu zu erfinden.

Mit Sicherheit : Was soll man jemanden schenken, der schon alles hat? Mac, iPad und iPhone? Und vor allem, sich selbst? Glenn Fleishmann hat eine Idee, die aber auch zu jeder anderen Jahreszeit und Gelegenheit passt: Gönnen Sie sich mehr Sicherheit, vor allem online. Konkret beschreibt unser Macworld-Kollege einige einfache und nicht zu teure Maßnahmen, mit denen Sie sich selbst das beste Geschenk machen können. Etwa ein Passwortmanager und ein zweiter Faktor für die Authentifizierung. Oder einen Schutz vor Malware, der sogar gratis sein kann. Es gibt aber noch viele weitere Sicherheitsmaßnahmen wie FileVault oder VPN, die zu mehr Sicherheit Ihrer Daten und digitalen Identität führen.

Anatomisch falsch: Seit Jahren gaukelt uns Apple eine falsche Realität vor - in einem minder schweren Fall. Zum "Squidgate" wird es daher nicht reichen, aber wie das Monterey Bay Aquarium in einer Reihe von Tweets dargelegt hat, ist das Tintenfisch-Emoji, wie es Apple gestaltet, anatomisch falsch. Was die Meeresbiologen stört, ist die Darstellung des Sipho, jenes Organs, mit dem der Tintenfisch Wasser ansaugt und ausscheidet. Dies müsse hinter dem Kopf des Tieres sein, im Emoji von Apple prangt es aber mitten im Gesicht und sieht daher wie eine recht seltsame Nase aus. Wir sind gesapnnt, ob und wann Apple auf die sachliche Kritik reagiert. Das Bagel-Emoji hat das Unternehmen nach Kritik, das Gebäck würde nicht lecker genug aussehen, ja recht fix korrigiert. Aber haben Tintenfische eine ausreichend starke Lobby? Es handelt sich zwar um eine ausgesprochen intelligente Spezies, wir haben aber noch nie einen Squid im Apple Store ein Smartphone kaufen sehen.

Eine Reihe von Updates : Man darf davon ausgehen, dass der Tintenfisch in den enuen Versionen von iOS und macOS, die Apple gestern Abend veröffentlichte, noch falsch dargestellt ist. iOS 12.1.1 und macOS 10.14.2 bringen dennoch eine Reihe von kleinen Verbesserungen. In iOS 12.1.1 hat Apple etwa die Oberfläche von Facetime verbessert, mit einem Fingertipp wechselt man nun von der Vorder- zur Rückkamera. Das iPhone XR unterstützt in den Benachrichtigungen nun auch Haptic Touch, der eSIM-Support wird auf allen neuen Geräten des Jahrgangs 2018 auf weitere Provider ausgeweitet. Hinzu kommen einige Bugfixes und der Homepod ist nun auch in China zu gebrauchen. macOS Mojave 10.14.2 unterstützt Echtzeittext bei Wi-Fi-Calls, Safari öffnet Artikel aus der News-App. Wenn das Passwort bei Verwendung eines MDM (Multi Device Management) ablaufen kann, lässt es sich nun im Sperrbildschirm aktualisieren. Auch im Mac-System hat Apple einige Fehler korrigiert, so hatten Macbook Pro des Jahrgangs 2018 etwa Probleme beim Anschluss externer Displays

Versteigerung: Unser US-Schwestermagazin Macworld wird zwar längst nicht mehr gedruckt, ist aber so alt wie der Macintosh selbst. Die erste Ausgabe erschien im Februar 1984 mit Steve Jobs und dem völlig neuen Rechner auf dem Titel - Jobs geriet dabei mehr oder minder widerwillig auf das Cover. Seit dem Jahr 2006 und der Eröffnung des derzeit wegen Renovierung geschlossenen Apple Stores an der Fifth Avenue in New York prangt auf einem Exemplar der Erstausgabe auch ein Autogramm von Steve Jobs, einem Matt gewidmet. Dieses rare Heft steht von heute bis zum 13. Dezember auf RR Auction zur Versteigerung, Experten schätzen, dass das Höchstgebot etwa 10.000 US-Dollar betragen dürfte.

Weitere Nachrichten:

Schlaf-Tracker von Beddit: Apple beantragt ein neues Modell

Wieder einmal wird ein kommendes Apple-Produkt durch eine Zulassungsbehörde „geleakt“: Bei der Federal Communications Commission hat nämlich gerade ein neues Apple-Produkt seine Zulassung erhalten . Es handelt sich um einen so genannten Sleep Monitor mit der Bezeichnung „Model 3.5“, der das Schlafverhalten eines Nutzers erfasst. Das abgebildete Produkt gleicht einem schon bekannten Gerät, dem Beddit 3 Schlafmonitor, der für 149 Euro im Apple Store verkauft wird .

Apple hatte die Firma im Mai 2017 übernommen . Vermutlich wird in Kürze eine neue Version 3.5 erscheinen, über neue Funktionen ist bisher nicht bekannt. Auch die neue Version trägt auf dem Kabel die Bezeichnung „Designed by Beddit in California Assemblede in China Model 3.5“.

Der dünne und flexible Sensor wird unter dem Betttuch auf der Matratze positioniert und erfasst Schlafdauer, Puls, Atmung, Temperatur, Schnarchen, Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit. Die Daten werden per iOS-App ausgewertet, es gibt auch eine App für das Watch OS. Vermutlich gibt es also bald eine neue Version des Schlaf-Trackers.

Netflix zahlt für ein Jahr "Friends" 100 Millionen US-Dollar

Die bereits vor 14 Jahren endende Serie „Friends“ hat weltweit eine riesige Fangemeinde. Vor kurzem machte in sozialen Netzen die Runde, Netflix würde zum 1. Januar 2019 nicht weiter ausstrahlen. Reihenweise kündigten Fans an, dann auch ihr Netflix-Abo kündigen zu wollen.

Netflix reagierte allerdings recht schnell auf die Gerüchte: „'Friends' wird Netflix 2019 nicht verlassen“, schrieb der Streaming-Dienst über Instagram. Und die treuen Netflix-Kunden zu halten ist dem Unternehmen auch einiges wert: Die New York Times fand nämlich heraus, dass Netflix die „Friends“-Ausstrahlung rund 100 Millionen US-Dollar wert ist, pro Jahr! In den Jahren davor hatte Netflix Warner Media nur 30 Millionen Dollar für ein Jahr gezahlt.

Der extreme Preisanstieg kommt wohl daher, dass Warner Media seit Juni zum Konzern AT&T gehört, der für Ende 2019 eine eigene Streaming-Plattform plant - auf der „Friends“ vermutlich auch laufen soll. Für das Jahr 2019 ist die „Friends“-Ausstrahlung auf Netflix jedenfalls vorerst gesichert.


Telekom: 2,4 Millionen neue 250-MBit/s-Anschlüsse

Die Deutsche Telekom hatte am 1. August bei rund sechs Millionen Haushalten die ersten neuen 250-MBit/s-Anschlüsse (Super-Vectoring) freigeschaltet. Seit dem werden nach und nach bei immer mehr Anschlüssen die Geschwindigkeit auf 250 MBit/s erhöht. Allein in den letzten vier Wochen sind 2,4 Millionen Anschlüsse neu dazugekommen, wie die Telekom am Mittwoch mitteilt.

Die Anzahl der Anschlüsse, für die ein Tempo von 250 MBit/s zur Verfügung steht, hat sich damit auf insgesamt bereits 14 Millionen erhöht. Im Zuge der VDSL-Nachrüstung mit der Vectoring-Technik hat sich auch die Anzahl der Anschlüsse erhöht, die mit maximal 100 MBit/s surfen können. Deren aktuelle Zahl gibt die Telekom mit 25,4 Millionen Anschlüssen an.

"Klares Ziel: Das Netz in Richtung Gigabit-Gesellschaft zu entwickeln. Basis ist das ständig wachsende Glasfaser-Netz der Telekom. Schließlich muss der Anschluss-Knoten, der den Kunden mit dem Kernnetz verbindet, mit Glasfaser angebunden sein. Dann können die Daten mit hohem Tempo fließen", heißt es in der Mitteilung der Telekom.

Mit welcher Geschwindigkeit die Telekom Anschlüsse in Ihrem Gebiet anbietet, können Sie über telekom.de/schneller feststellen.

Nicht jeder Router kommt mit der höheren Geschwindigkeit von 250 MBit/s zurecht. Die Telekom selbst bietet den Speedport W925V und den Speedport Smart 3 als 250-MBit/s-fähige Router zur Miete an. Wer bereits eine Fritzbox besitzt, muss unter Umständen wechseln: Das frühere Spitzenmodell Fritzbox 7490 ist beispielsweise nicht für den 250-MBit/s-Anschluss geeignet. Als Ersatz empfiehlt sich hier das aktuellere Top-Modell Fritzbox 7590.

Hier können Sie Ihre momentane DSL-Geschwindigkeit herausfinden

Update auf Chrome 71 beseitigt 43 Lücken

Die neue Chrome-Version 71.0.3578.80 soll Nutzer vor Web-Seiten warnen, die nicht deutlich genug darauf hinweisen, dass der Anbieter Geld verlangt. Auch schädliche oder irreführende Werbeanzeigen soll Chrome 71 besser erkennen und blockieren. Und schließlich haben die Entwickler wieder etliche Sicherheitslücken gestopft.

Im Chrome Release Blog führt Krishna Govind die 34 der insgesamt 43 beseitigten Schwachstellen auf, die durch externe Sicherheitsforscher entdeckt und an Google gemeldet wurden. Insgesamt zahlt Google diesmal mindestens 59.000 US-Dollar an Bug-Prämien aus. Die Summe wird noch steigen, da für einige Lücken noch keine Prämie festgesetzt worden ist. Als hohes Risiko stuft Google 13 der Sicherheitslücken ein. Sie betreffen etwa die Web-Engine Blink, das Javascript-Modul V8, die quelloffene 2D-Grafikbibliothek Skia und den PDF-Viewer PDFium.

Insbesondere Smartphone-Nutzer können noch immer in Abo-Fallen tappen oder auf andere Abzockermaschen hereinfallen. Beim Aufruf einer Seite prüft Chrome nun, ob eine Seite, die eine Zustimmung zu einer Zahlung abfragt, auch die wesentlichen Informationen dazu hinreichend klar und deutlich erkennbar anzeigt. So gibt es Seiten, die auf den ersten Blick nur die Handynummer abfragen, damit jedoch die Zustimmung zu einer Zahlung verbinden und nur im Kleingedruckten (wenn überhaupt) darüber informieren. Das Geld wird dann über die Mobilfunkrechnung eingezogen. Chrome ab Version 71 warnt vor dem Aufruf solcher Seiten, sofern es sie erkennt.

Der seit einiger Zeit in Chrome integrierte Pop-up-Blocker schützt offenbar bislang nur unzureichend vor potenziell schädlichen oder irreführenden Werbefenstern. Das können etwa die sattsam bekannten falschen Warnungen vor einer vorgeblichen Malware-Infektion sein. Auf Seiten, die ständig solche bestenfalls fragwürdigen Werbeangebote anzeigen, soll Chrome nun jegliche Werbung blockieren . Website-Betreiber erhalten eine Frist von 30 Tagen, um ihre Seiten zu bereinigen, bevor der Werbeblocker aktiv wird.


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