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Morgenmagazin vom Donnerstag, 7. Februar 2019

07.02.2019 | 07:13 Uhr |

Session Replay: Apps schneiden unbemerkt User-Aktionen mit +++ 230 neue Bilder in Emoji 12.0 +++ iOS 13 und der neue Honescreen +++ Gerücht: Apple soll bald „legale“ iPhone 7 und 8 anbieten +++ Mann trickst Geldautomat aus und Bank verzeiht ihm +++ Samsung-Patent: Kamera-System im S Pen +++ Eilantrag: Telefónica will 5G-Versteigerung stoppen

7. Februar: Der Mann, der vom Himmel fiel

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Die Geschichte des einen Apple-Gründers ist bekannt, in vielen Büchern beschrieben und mehrmals verfilmt: Praktisch jeder kennt Steve Jobs und seine Bedeutung für das Unternehmen, seine Produkte und an sich für die gesamte Computerindustrie. Den dritten Gründer und seine seine Geschichte kennt praktisch niemand, so, als sei Ronald G. Wayne ein gut gehütetes Firmengeheimnis. Lang war der dritte Mann auch nicht dabei, an sich hatte ihn Jobs nur zur Mitgründung bewogen, dass auch Nummer zwei seinen gut dotierten Job aufgab und in das Abenteuer einwilligte. Die Geschichte von Stephen Wozniak ist ebenso nicht ohne. Dass er in Jobs-Filmen und -Biographien meist nur eine Nebenrolle spielt, liegt auch daran, dass er zwar heute noch offiziell Angestellter Apples ist, für das Unternehmen aber seit 1985 nicht mehr tätig ist, von einem kurzen Intermezzo als Gallionsfigur auf der Keynote zur Macworld Expo im Januar 1997 ausgenommen.

Die lange Auszeit hat wiederum ihren Grund im Ereignis des 7. Februar 1981, als "The Woz" vom Himmel fiel. Buchstäblich.

Denn an jenem Tag steuerte der erst wenige Wochen zuvor durch Apples Börsengang zum Multimillionär gewordene Ingenieur ein Kleinflugzeug des Typs Beechcraft Bonanza A36TC, an dem noch seine Verlobte Candi Clark, deren Bruder und dessen Freundin an Bord waren, bei einer unsanften und unfreiwilligen Landung durch den Zaun einer Eislaufbahn. Alle vier Insassen überlebten den Flugzeugabsturz in Kalifornien, Wozniak trug jedoch einige Kopfverletzungen und in Folge dessen eine partielle Amnesie davon, die ihn eine Weile in das Krankenhaus zwangen - und damit auch in eine längere Auszeit von Apple.

So richtig zurück kam er nach dem Unfall nicht mehr, das Apple, das er mit gegründet hatte, verwandelte sich zusehends in etwas ganz anderes. Die Szene in einer der Filme über Steve Jobs, in der Wozniak vor einer Keynote sich bei Jobs beklagt, er würde die Entwickler des Apple II missachten, hat sich zwar kaum so wie im Film zugetragen, Woz sah aber den Mac durchaus skeptisch und sich und sein Werk zur Seite gedrängt.

Aber gewiss mag auch der Flugzeugunfall als solcher Auswirkungen darauf gehabt haben, wie Woz seine Work-Life-Balance angeht. Heute ist "The Woz" 68 Jahre und erfreut sich bester Gesundheit - mit Candice Clark ist er seit 1987 nicht mehr verheiratet, bei Apple aber nach wie vor angestellt. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag:

Ohne Rückfrage: Dass Apps Informationen über ihre Nutzer auf iPhone und iPad sammeln, um einerseits ihre Services zu verbessern und andererseits diese Daten zu Werbezwecken an Dritte verkaufen, ist nicht neu – gegen die meisten Sammelkationen gibt es Gegenmaßnahmen. Eine von TechCrunch in Auftrag gegebene Untersuchung hat aber entdeckt, dass Marktforscher im Auftrag von Unternehmen wie Air Canada, Hollister oder Expedia noch viel weiter gehen und ohne Wissen des Anwenders Aktionen auf dem Bildschirm filmen und auswerten. Vor allem Anbieter von Hotel- und Reise-Apps, Banken und Mobilfunkcarriern nutzen die Dienste der Marktforscher von Glassbox, um an Informationen zu gelangen, die auch sensible Daten enthalten können, welche die Nutzer freiwillig eher nicht freigegeben hätten. Technisch nutzen die Apps die Funktion des "Session Replay", die Entwicklern wertvolle Informationen über das Verhalten ihrer Software und die Interaktion der User damit geben können. Jedes Wischen jeder Druck und jede Eingabe wird dabei protokolliert. Doch können Anwendungen wie der der Air Canada bei unsachgemäßer Implemetation auch Informationen über Kreditkartennummern oder Adressen an den Entwickler zurück spielen. Schlecht, wenn dann wie bei dieser Anwendung ein Datenleck hinzukommt, das 20.000 Nutzerprofile in die Öffentlichkeit sickern ließ. Zwar gab nicht jeder der untersuchten Apps maskierte Daten weiter, aber keine der Anwendungen unterrichtete ihre Anwender darüber, ganze Sessions an den Entwickler direkt oder den Server von Glassbox zurück zu spielen. Hier besteht ein enormes Sicherheitsrisiko, wenn Kreditkarten- oder Passnummern im Klartext unterwegs sind. Ob eine App derart Daten sammelt und auswertet, lässt sich nur mit einer Man-in-the-middle-Software ermitteln, die den ausgehenden Traffic überwacht, in den Datenschutzrichtlinien, die jede App anbieten muss, steht nirgends etwas dazu.

Bildersprache: Das Unicode-Konsortium hat die Liste Emoji 12.0 finalisiert und damit festgelegt, welche neuen Emojis in diesem Jahr dem Standard hinzugefügt werden. Insgesamt handelt es sich um 59 neue Bilder, etwa von Waffeln oder Butter. Bei den neuen Tieren finden sich etwas Flamingo und Faultier. Kleidungsstücke wie Sari und INstrumente wie Banjo kommen ebenso hinzu, aber auch bestehende Symbole bekommen neue Farben, etwa ein weißes Herz oder neue Töne für Kreise und Quadrate. Vor allem legt Emoji 12.0 aber Wert auf Symbole der Inklusion und ergänzt Ohren mit Hörgeräten, Blindenhunde, Prothesen und Menschen in Rollstühlen. Die 59 neuen Grundsymbole erweitern sich mit den Varianten für Hautfarben und Geschlecht – auch Genderneutrale Symbole sind dabei – auf insgesamt 230. Nun ist es an den Softwareherstellern, ihre eigene Gestaltung der Bilder vorzunehmen, Apple, Microsoft, Samsung und Google unterscheiden sich dabei zum Teil recht deutlich. In der Beta von iOS 12.2 sind noch keine Spuren der neuen Emojis zu sehen, Apple hatte zuletzt mit iOS 12.1 neue Bilder hinzugefügt. Ob der neue Satz noch mit einem Update für iOS 12 kommt oder erst mit iOS 13 ist noch offen.

Neue Heimat : iOS 13 soll nach unbestätigten Gerüchten vor allem für das iPad substantielle Änderungen bringen, etwa einen neuen Home Screen. Das sei längst überfällig, seit neun Jahren ist dieser nichts weiter als ein gestreckter iPhone-Homescreen mit zu viel Platz zwischen den App-Symbolen, meint Jason Snell. Er hat auch einige Vorschläge, wie der Home Screen unter iOS 13 werden könnte. So wäre es etwa wünschenswert, auch Zugriff auf eine alphabetische App-Liste zu bekommen, wie man es etwa aus dem Programme-Ordner von macOS kennt. Da iOS 13 auch mehr Wert auf die Verwaltung von Dateien legt, wären auch solche Schnellzugriffe wie etwa auf Ordner mit Projekten oder solchen auf Dateiservern wünschenswert. Die Widgets aus der "Heute"-Ansicht könnte man auf dem Homescreen viel schneller erreichen als heute, wo sie ein paar Wische entfernt sind. Ebenso wäre dann Platz für eine permanente Statusleiste, die etwa einige Regler aus dem Kontrollzentrum versammelt.

Fußabdruck: Apples erster Verantwortliche für die Apple Stores Ron Johnson war ein Glücksgriff, nicht nur, aber auch weil er gegen eine von Steve Jobs getroffene Entscheidung Widerspruch eingelegt hatte, weil er eine bessere Idee für die Präsentation der Produkte nach Lösungen hatte. Sein Nachfolger John Browett hatte nur wenig Fortune und gilt als erste personelle Fehlentscheidung des damals neuen CEO Tim Cook. Mit Angela Ahrendts hatte Apple jedoch in den letzten fünf Jahren eine Retail-Verantwortliche, die den Store wesentlich umkrempelte und auf ein neues Niveau hob, wie Michael Simon in seinem Rückblick für Macworld darlegt. Vor allem fünf wesentliche Entscheidungen gingen auf die vormalige Burberry-Chefin zurück: Die Veranstaltungen unter dem Motto "Today at Apple", die Gestaltung neuer Stores und ihrer unmittelbarer Umgebung als Stadtplätze, das Zurückdrängen der teils unschönen Schlangen vor Produktlaunches, die zunehmende Bedeutung des iPhones für die Fotografie (vielleicht nur eine Koinzidenz und keine Korrelation) und nicht zuletzt die Apple Watch aus Massivgold, die ein Statement für das Luxussegment abgab. Immerhin revidierte Apple später letztere Entscheidung und positioniert die Apple Watch klugerweise eher als Gesundheitsgerät denn als Modegadget. 

Besser so: Erst vor gut zwei Wochen hatten wir aus gegebenem Anlass hier im Morgenmagazin nochmals an Apples Werbespot "1984" erinnert, der zwar das TV-Publikum des Superbowl XVIII nachhaltig irritierte, aber massiv zur Legendenbildung der Marken "Apple" und "Macintosh" beigetragen hatte. Beinahe wäre er nicht ausgestrahlt worden, Steve Jobs hatte den Aufsichtsrat gegen sich und vor allem das Glück, dass der Spot nicht mehr kostenfrei zu stornieren war. Wie nun Business Insider berichtet, gab es in der Vorgeschichte des von Ridley Scott ("Blade Runner", "Alien") gedrehten 60-sekündigen Werbefilms ein weiteres Glücksmoment: Denn die Bewertung des Testpublikums war derart miserabel, dass Fred Goldberg, der verantwortliche Accountmanager bei Apples Werbeagentur Chiat\Day die Ergebnisse lieber in der Schublade versteckte. Bei einem Testscreening wird das Publikum vor und nach Ansehen einer Werbung nach ihrem Eindruck von der Marke befragt, die daraus ermittelten Werte zeigen, wie sehr ein Spot die Ansichten darüber ändert. Ein 30-Sekünder für das Fernsehen würde im Schnitt einen Wert von 29 erhalten, "1984" kam im Test nur auf fünf Punkte. Goldberg wusste jedoch, dass sein Kunde Steve Jobs eher auf seine Intuition hören würde als auf die Marktforschung, so entschied er sich dafür, die Ergebnisse nicht zu zeigen.

Gerücht: Apple soll bald „legale“ iPhone 7 und 8 anbieten

Für Apple war es ein herber Schlag: Der Chip-Hersteller Qualcomm konnte dem Smartphone-Hersteller nach einem Urteil des Landgerichts München den Verkauf der iPhone-Modelle iPhone 7, iPhone 8 und iPhone X in Deutschland untersagen. Betroffen ist davon aktuell nur der Apple Store, hier sind seit einigen Wochen nur noch iPhone XS und iPhone XR im Angebot.

Nach einem Bericht von Winfuture soll Apple deshalb in vier Wochen neue Versionen der Modelle iPhone 8 und iPhone 7 vorstellen, die nicht mehr gegen Qualcomm-Patente verstoßen – die Grundlage für das Verkaufsverbot. Laut Quellen aus dem Handel ist in den Modellen ein anderer Envelope Tracker Chip verbaut, der keine Patente von Qualcomm verletzt. Neue Modellnummern für die Modelle iPhone 7  und iPhone 8 sind bereits veröffentlicht worden. Das iPhone 8 mit 64 GB soll etwa die neue Modellnummer MQ6K27D/A erhalten, der Vorgänger hatte die Modellnummer MQ6G2ZD/A.

Von anderen Quellen wurde dies bisher allerdings nicht bestätigt. Vor allem das iPhone 8 ist aber  eines der meistverkauften iPhone-Modelle in Deutschland, weshalb eine Reaktion von Apple sehr glaubwürdig ist. Auf der anderen Seite steht das Verkaufsverbot schwer auf der Kippe, Apple hat bereits beim Oberlandegericht dessen Aufhebung beantragt. Jüngste Urteile in den USA könnten Apple dabei zu Hilfe kommen: In Washington und San Diego haben zwei Gerichte Apple respektive dessen Lieferanten Qorvo von der Urheberrechtsverletzung frei gesprochen, das Landgericht München hatte entsprechende Beweise nicht gewertet .

Mann trickst Geldautomat aus und Bank verzeiht ihm

Von einem äußerst kuriosen "Banküberfall" berichten chinesische Medien derzeit. Demnach habe ein unzufriedener, 43 Jahre alter Programmierer einer chinesischer Bank durch einen Trick die Geldautomaten seiner Bank geplündert. Durch eine Lücke im System wurden Abhebungen um Mitternacht herum nicht richtig registriert und damit auch das Konto der abhebenden Person nicht belastet. Bei entsprechenden Abhebungen sollte das System eigentlich Alarm schlagen. Der Bankmitarbeiter kannte aber nicht nur die Geldautomaten-Schwäche, sondern konnte auch mit einem einfach Script verhindert, dass das System beim Abheben der Beträge und fehlerhafter Konto-Zuordnung Alarm schlug.

Durch den Trick konnte der Programmierer unbemerkt zwischen November 2016 und Januar 2018 mit über 1.300 Abhebungen umgerechnet etwa 8,8 Millionen Euro aus Geldautomaten stehlen. Das Geld überwies er auf sein Konto und investierte es zum Teil in Aktiengeschäfte. Der Bank fiel das Problem dann schließlich doch auf und sie stopfte das Loch und der Programmierer wurde verhaftet.

Und die Bank? Nachdem der Mitarbeiter ein Teil des Geld zurück gegeben hatte und sich entschuldigte, verzieh ihm die Bank und sie forderte die Behörden dazu auf, den Fall abzuschließen. Die Bank akzeptierte damit die Erklärung des Mannes, er habe die Lücke nur durchtesten wollen. Vermutlich wollte die Bank aber einfach nur nicht in der Öffentlichkeit bloßgestellt werden.

Ein chinesisches Gericht wollte sich der Ansicht der Bank ohnehin nicht anschließen und verurteilte den Mann in dieser Woche zu zehneinhalb Jahren Haft.

Samsung-Patent: Kamera-System im S Pen

Elektronik-Hersteller Samsung könnte seinen S Pen aus der Galaxy-Note-Reihe in Zukunft mit weiteren Funktionen ausstatten. Wie ein Patent verrät, will das Unternehmen den Eingabestift möglicherweise um ein Kamera-System erweitern. Seit dem Release des Galaxy Note 9 verfügt der S Pen bereits über Bluetooth-Konnektivität, was beispielsweise den Einsatz als Fernauslöser für die Smartphone-Kamera ermöglicht. In einem der nächsten Note-Modelle könnte der S Pen nun selbst als Kamera fungieren.

Laut dem Patent, das Samsung in den vergangenen Tagen vom U.S. Patent and Trademark Office gewährt wurde, ist ein Kamera-System im oberen Teil des S Pen verbaut. Über zwei oder mehr integrierte Objektive könnte der Eingabestift einen optischen Zoom erlauben. Den zugehörigen Bildsensor will Samsung ebenfalls im S Pen unterbringen. Gesteuert wird der Zoom über einen entsprechenden Button am S Pen. Am Stift ist außerdem ein Button für den Auslöser untergebracht.

Bei seinen Smartphones beschränkt sich Samsung aufgrund der schlanken Gehäuse-Abmessungen bislang auf einen Digitalzoom. Die Auslagerung des Kamera-Systems in den S-Pen würde neue Funktionen wie etwa einen optischen Zoom möglich machen. Der neue S Pen könnte außerdem in Kombination mit Desktop-PCs und Notebooks zum Einsatz kommen.

Eilantrag: Telefónica will 5G-Versteigerung stoppen (Update)

Telefónica nimmt neben Deutscher Telekom, Vodafone und United Internet an der für März 2019 geplanten Versteigerung der 5G-Mobilfunk-Lizenzen teil. Doch Telefónica versucht nun vor dem Verwaltungsgericht Köln per Eilantrag die Versteigerung zu stoppen. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf einen Sprecher des Verwaltungsgerichts Köln. Telefónica wolle demnach "eine vorläufige Aussetzung des Frequenzvergabeverfahrens".

Telefónica Deutschland hat eine Stellungnahme zu seinem Eilantrag zur rechtlichen Klärung der Auktionsregeln veröffentlicht. Darin bezeichnet Telefónica die Ausbau-Auflagen als nicht erfüllbar und kritisiert zudem die „Unklarheit in den Regelungen zur Zusammenarbeit mit alternativen Anbietern und zum innerdeutschen Roaming.“ Und weiter: „Diese Rechtsunsicherheit ist Gift für die notwendigen massiven Investitionen in den künftigen Netzausbau. Milliarden-Investitionen können nicht auf Basis unklarer Regeln getätigt werden.“ Mit dem am 5.2.2019 am Verwaltungsgericht Köln gestellten Eilantrag wolle Telefónica vor der Auktion "Klarheit und Planungssicherheit" erreichen, so das Unternehmen. Telefónica räumt ein, dass ein positiver Bescheid zu einer Verzögerung des Vergabeverfahrens führen könnte. „Einfluss auf einen großflächigen Start von 5G in Deutschland hätte dies allerdings nicht“, behauptet Telefónica, da das Frequenzspektrum ohnehin erst ab Ende 2020 den erfolgreichen Teilnehmern an der Auktion zugeteilt werde.

Telefónica ist also offensichtlich genauso wie seine Konkurrenten von den Auflagen der Bundesnetzagentur für die Umsetzung der 5G-Verbindungen nicht begeistert. Denn diese sehen unter anderem vor, dass die 5G-Mobilfunkbetreiber Versorgungslücken im ländlichen Raum schließen sollen und entlang der Verkehrswege eine durchgehende 5G-Abdeckung gewährleisten müssen. Ein weiterer Streitpunkt ist außerdem das lokale Roaming, bei dem Mobilfunkanbieter die Netze von Konkurrenten mitnutzen dürfen, wenn sie vor Ort keine Abdeckung haben.

Bereits vor einigen Wochen haben Vodafone, die Deutsche Telekom und auch Telefónica Klagen gegen die Regeln für die 5G-Frequenzvergabe eingereicht. Der jetzige Eilantrag von Telefónica kommt zu diesen Klagen noch hinzu und könnte anders als die Klagen die Auktion verschieben. Damit ist United Internet derzeit das einzige der vier bei der Auktion mitbietenden Unternehmen, das gegen die Versteigerung noch nicht vor Gericht gezogen ist. United Internet beteiligt sich zum ersten Mal an einer Mobilfunk-Lizenzversteigerung.

Diese Auflagen für die 5G-Versteigerung sind auch innerhalb der Bundesregierung umstritten: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zum Beispiel schämt sich für das deutsche Mobilfunknetz, weil es eine der größten Blamagen des Technologiestandorts Deutschland sei. Bundes-Forschungsministerin Anja Karliczek dagegen sorgt für Unmut mit ihrem Satz: „5G ist nicht an jeder Milchkanne notwendig“.

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