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Morgenmagazin vom Freitag, 10. August 2018

10.08.2018 | 07:07 Uhr |

Google-Hacker reklamiert Belohnung bei Tim Cook +++ Galaxy Home will gegen Homepod antreten +++ Siri soll lokale Geschäfte finden +++ WPA2 Sicherheitslücke bei WLAN-Routern entdeckt +++ Tesla: US-Börsen-Aufsicht prüft Tweets von Elon Musk +++ Fritz OS 7 für neue Fritzbox-Modelle und neues Labor +++ Unitymedia erhöht gratis Grundgeschwindigkeit auf bis zu 30 Mbit/s

10. August: Spektakel in der Nacht

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Das ist ja nicht mehr auszuhalten, diese Kälte und der Dauerregen dazu. Nur 17 Grad Höchsttemperatur und das an einem 10. August, der auf einen Freitag fällt und somit zum frühzeitigen Besuch des Freibades oder des Biergartens einlädt. Wir von Macwelt und PC Welt werden wegen eines Umzugs von technischen Systemen heute früher Schluss machen, weil wir nach 15 Uhr keine neuen oder aktualisierten Geschichten veröffentlichen können - und dann das!

Aber im Ernst: Wir nehmen den früheren Feierabend heute gelassen hin und freuen uns wie Karl Valentin, wenn es regnet. Würden wir uns nicht freuen, regnete es ja auch und wir wissen wie wichtig ein wenig Abkühlung und ein bisschen Regen für Flora und Fauna sind. Es ist ein außergewöhnlich trockenes Jahr, zuletzt kam auch noch die Hitze hinzu, die uns nach der heutigen Pause ein weiteres Wochenende im Schatten von Kastanien nahe legen wird. Mit dem Sommerwetter haben auch die heutigen Bauernregeln zu Sankt Laurentius zu tun. Glatter Unfug ist die hier: "Ist’s von Petri (1. August) bis Lorenzi heiß, dann bleibt der Winter lange weiß" - das Wetter im Sommer hat keine Auswirkungen auf das im Winter. Nicht ganz verkehrt aber die hier: "Sankt Laurenz mit heißem Hauch, füllt dem Bauern Fass und Schlauch". Immerhin können Winzer nicht klagen, die Weinlese kann heuer ungewöhnlich früh beginnen und der Jahrgang 2018 dürfte ein besonders exquisiter werden. Beinahe schon korrekt die hier:  "Sankt Lorenz kommt in finstrer Nacht ganz sicher mit Sternschnuppenpracht." Das Maximum der Perseidenschauern wird zwar erst am 12. August erreicht, aber schon heute Nacht lohnt der Blick in den Himmel.

Beziehungsweise morgen und Sonntag früh. Denn das Sternbild Perseus, aus dem die Schnuppen scheinbar kommen, steht um 6 Uhr morgens im Zenit, in den Stunden vor Sonnenaufgang ist daher mit dem Maximum zu rechnen. Die Laurentiustränen - wie das Phänomen auch heißt - sind natürlich keine Sterne oder Bruchstücke davon, sondern Hinterlassenschaften des Kometen Swift/Tuttle, dessen Bahn um die Sonne die Erde immer am 12. August quert. Erste Berichte über das Himmelsereignis gab es schon vor über 2000 Jahren in China, in Mitteleuropa reifte erst im 18. Jahrhundert die Erkenntnis über die Regelmäßigkeit. Das war lange nach der Kalenderreform, weswegen die Zuordnung zum Heiligen auch annähernd zum Datum passt.

Wenn Sie nun also heute Nacht lange wach bleiben oder am Samstag oder Sonntag früh aufstehen, suchen Sie das markante Sternbild der Cassiopeia, das "Himmels-W". Perseus, der in der griechischen Heldengeschichte um die eitle Königin Cassiopeia eine wesentliche Rolle spielt, ist die etwas schwächer leuchtende Formation links darüber, wenn sie nach Südwesten schauen. Aber die Sternschnuppen werden Ihnen auch so auffallen.

Natürlich können Sie sich etwas wünschen, wenn Sie eine sehen, auf die Erfüllung der Wünsche haben diese Minimeteore aber keinerlei Einfluss. Wir wissen schon jetzt, dass wir uns wünschen, am Montag Morgen ein funktionierendes Publishing-System zu haben, damit wir Ihnen auch dann das Morgenmagazin zum Frühstück servieren können. Wenn's klappt, stand das aber nicht in den Sternen. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Konkurrent : Samsung hat gestern einen smarten Lautsprecher angekündigt, der mit dem Homepod, den Echoes und Google Home konkurrieren will. Galaxy Home genannt, soll der Smartspeaker mit dem Assistenten Bixby ausgerüstet sein und Smart-Home-Geräte steuern können, die dem Standard Smart Things gehorchen. Wie beim Homepod soll der Klang hochwertig sein, sechs Tweeter und ein Subwoofer, die von AKG beigesteuert werden, sollen das gewährleisten. Wann genau der Galaxy Home auf den Markt kommen soll, ist noch nicht bekannt, Samsung will auf seiner Entwicklerkonferenz im November mehr Details verraten.

Auf dem Schirm : Die Infowars-App des Verschwörungstheoretikers Alex Jones bleibt weiter im App Store, im Gegensatz zu seinen Podcasts, die Apple in dieser Woche wegen Verletzung seiner Richtlinien entfernt hatte. Wie das Unternehmen der Nachrichtenagentur Reuters erklärt, beobachte man die Inhalte von Apps regelmäßig und entferne sie dann, wenn die Inhalte die Richtlinien des Stores verletzen und den Nutzern Schaden zufügen könnten. Insbesondere akzeptiere man keine Hassreden, unterstütze aber die Meinungsvielfalt der Angebote im App Store.

Belohnung: Google unterhält das Project Zero, eine Elite-Hacker-Gruppe, die nach Fehlern in den Systemen der Konkurrenz sucht, insbeisndere Zero-Day-Exploits. Der angeblich talentierteste iOS-Hacker Ian Beer hat sich von der Black-Hat-Konferenz in Las Vegas an Apples CEO Tim Cook per Twitter gewandt und ihn daran erinnert, dass Apple schon vor zwei Jahren Belohnungen für entdeckte und berichtete Fehler ausgeschrieben hat. Beer hat nach eigenen Angaben 30 Lücken entdeckt – und sie nicht an Startups mit mehr oder minder zweifelhaften Geschäftsmodellen verkauft, sondern an Apple gemeldet. Der iPhone-Hersteller solle ihm aber den fälligen Betrag von 2,45 Millionen US-Dollar ausbezahlen, sondern das Geld an Amnesty International spenden. Dafür würde Beer aber gerne mit Tim Cook direkt sprechen und ihm Wege aufzeichnen, wie man iOS sicherer machen könnte.

Total lokal: Für Siri ist es kein Problem, die nächste Starbucks- oder McDonalds-Filliale zu finden, doch kennt der Assistent lokale Geschäfte mit seltsamen Namen noch nicht. Das ändert sich jetzt, wie TechCrunch berichtet. Zunächst nur in Englisch, den Donisl in München oder das Vinocchio vor den Toren der Stadt wird die KI noch nicht finden. Um aber zu verstehen, dass ein User in Seattle mit "Saint John's" eine Bar meint und keine Kathedrale, zieht Siri Daten aus der lokalen Suche in Apple Maps heran. In anderen Sprachen soll die Suche nach lokalen Geschäften später zur Verfügung stehen.

Weitere Nachrichten:

WPA2 Sicherheitslücke bei WLAN-Routern entdeckt

Der 2004 eingeführte Sicherheitsstandard WPA2 galt bislang als relativ sicher. Nur durch das Belauschen von Nutzern mit dem WLAN-Router konnte mit viel Aufwand ein Angriff gefahren werden. Sicherheitsforscher haben nun jedoch eine Methode entdeckt , die deutlich einfacher ist und die WLAN-Verschlüsselung direkt attackiert. Dazu wird die Tool-Chain hcxdumptool, hcxtools und hashcat genutzt. Voraussetzung für den Angriff ist, dass der Router gemäß der IEEE-Spezifikationen 802.11i, p und r sowie 802.1Q arbeitet und WLAN-Roaming aktiviert ist. Dies sei bei dem größten Teil der aktuellen Router gegeben.

Im Gegensatz zu früheren Angriffen muss nicht mehr die Kommunikation mit einem regulären WLAN-Nutzer belauscht werden. Stattdessen attackiert der Angreifer direkt den Access-Point. Ungültige Passwörter oder zu hohe Entfernungen spielen dabei ebenfalls keine Rolle mehr. Der Angriffsvektor war eher ein Zufallsfund, schließlich wollten die Sicherheitsforscher die neue WPA3-Methode aushebeln. Die erst kürzlich standardisierte WPA3-Verschlüsselung scheint bislang deutlich sicherer als ihr Vorgänger. Neue Router mit WPA3 könnten noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Ob sich die WPA2-Lücke dauerhaft schließen lässt, bleibt jedoch fraglich. Nutzer sollten daher regelmäßig nach neuen Updates für ihren Router suchen.

Tesla: US-Börsen-Aufsicht prüft Tweets von Elon Musk

Die US-Börsen-Aufsichtsbehörde SEC untersucht jetzt Musks Vorgehen, wie das Wall Street Journal berichtet. Die SEC will wissen, ob die von Musk via Twitter verbreiteten Aussagen, dass er Tesla von der Börse nehmen und zu einem  Privat-Unternehmen machen wolle und die Finanzierung des Aufkaufs der Aktien zum Stückpreis von 420 Dollar gesichert sei, auf Tatsachen beruhen und warum er das via Twitter mitgeteilt hat. Denn Musks Tweets hatten erhebliche Kursbewegungen der Tesla-Aktie ausgelöst. Börsennotierte Unternehmen dürften nicht einfach nach Lust und Laune Nachrichten, die den Aktienkurs beeinflussen, verbreiten. Schon gar nicht über soziale Netzwerke wie Twitter. Sondern Aktiengesellschaften verbreiten solche Informationen in der Regel über so genannte "Ad-hoc-Mitteilungen" oder „Pflichtmitteilungen“. Musk könnte sich mit seinen Tweets also der (bewussten) Kursmanipulation schuldig gemacht haben. Das wiederum könnte Tesla-Aktionäre dazu bringen, deswegen vor Gericht zu klagen. 

Fritz OS 7 für neue Fritzbox-Modelle und neues Labor

AVM hat Fritz OS 7 für drei  weitere Fritzbox-Modelle veröffentlicht. Ab sofort bekommen also auch die Fritzbox 7530, Fritzbox 7560 und die Fritzbox 4040 die neue Firmware in der finalen Version als Update angeboten. Das hat AVM via Twitter mitgeteilt. Das Fritz-OS-Update zeigt Ihnen das Webfrontend der Fritzbox über die integrierte Update-Funktion an.

Damit bekommen auch diese Fritzboxen solche Neuerungen wie höhere Geschwindigkeit (auch beim NAS-Betrieb), eine verbesserte Benutzeroberfläche mit übersichtlicherer Anzeige der zur Verfügung stehenden Updates für die einzelnen AVM-Geräte, verbessertes WLAN und erweiterte Mesh-Funktion sowie eine bessere Unterstützung von DECT HAN FUN, das für den Betrieb von Smart-Home-Geräten an der Fritzbox wichtig ist. Bereits seit 24. Juli 2018 steht Fritz OS 7 für Fritzbox 7590 und Fritzbox 7580 zur Verfügung. Für die beliebte Fritzbox 7490 ist die finale Version von Fritz OS 7 dagegen noch nicht verfügbar, hierfür gibt es nur eine Labor-Version.

Für die Fritzbox 6890 LTE wiederum hat AVM eine neue Labor-Software bereitgestellt. Zu den Verbesserungen dieses Update liegen noch keine Informationen vor, grundsätzlich soll diese Fritzbox mit der nächsten finalen Version von Fritz OS aber den Parallelbetrieb von DSL/WAN und LTE sowie erweiterte Fallback-Szenarien bekommen.

Auf der Fritzbox 6820 LTE kann ebenfalls eine neue Labor-Version von Fritz OS installiert werden, den Download finden Sie hier.

Wie immer gilt: Die Installation und Verwendung der Laborversion von Fritz-OS, die eine Betaversion darstellt, erfolgt auf eigene Gefahr. AVM übernimmt keine Garantie und keine Haftung und gibt auch keinen Support bei der Installation einer Laborversion von Fritz-OS. Diese Laborversion ist zudem nicht für Router geeignet, die von Internetprovidern zur Verfügung gestellt werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind laut AVM und 1&1 nur 1&1-Produkte.

Unitymedia erhöht gratis Grundgeschwindigkeit auf bis zu 30 Mbit/s

Unitymedia beschleunigt die Basis-Anschlüsse von laut eigener Angabe mehr als einer halben Million Bestandskunden auf bis zu 30 Mbit/s im Download. Ohne Mehrkosten: Die Unitymedia-Bestandskunden müssen für die höhere Grundgeschwindigkeit nicht extra bezahlen. Die schrittweise Einführung dieser neuen Internet-Grundgeschwindigkeit soll Ende November 2018 abgeschlossen sein. In Frankfurt am Main, Köln und Düsseldorf will Unitymedia außerdem bis Ende 2019 Gigabit-Anschlüsse anbieten. Unitymedia hatte laut eigenen Angaben zum 30. Juni 2018 7,2 Millionen Kunden.

Solche Jubelarien und eifriges sich-selbst-auf-die-Schulter-klopfen sind allerdings mittlerweile bei fast allen großen deutschen Internetzugangsprovidern üblich. So meldete die Deutsche Telekom am 1. August 2018, dass sie ab sofort bei rund sechs Millionen Haushalten die ersten 250-MBit/s-Anschlüsse freischalten würde. Nur wenige Tage später schickte die Telekom die Nachricht hinterher, dass sie in bisherigen Fördergebieten das Internet-Tempo von bis maximal 50 Megabit pro Sekunde auf nun 100 Megabit pro Sekunde verdoppeln würde. Ebenfalls Anfang August 2018 teilte Vodafone mit, dass es für über 60.000 Haushalte jetzt 500-Mbit/s-Anschlüsse anbieten würde und bis Ende 2020 alle Kabel-Haushalte 1-Gbit/s-Internet erhalten sollen. Ein Versehen von Vodafone war dagegen, dass Kabelkunden von Vodafone die Upload Option 50 kostenlos dauerhaft dazu buchen konnten. Wer damals aber schnell genug war, kann die Option trotzdem dauerhaft gratis behalten.

Bei so viel Jubel von Telekom, Vodafone und Unitymedia geht fast unter, dass Deutschland nach wie vor beim Breitbandausbau europaweit nur Mittelmaß ist und das EU-weite Ziel für das Jahr 2025 wohl verfehlen dürfte. Auch der EU-Rechnungshof warnt vor schweren Mängeln beim Breitbandausbau in Deutschland. Bewohner ländlicher Regionen können von ihren viel zu langsamen Internetzugängen ein trauriges Lied singen und von Netflix und anderen Breitband-hungrigen Internetangeboten nur träumen. Der Jahresbericht der Bundesnetzagentur zeigt zudem, dass viele Kunden nicht annähernd das maximale Tempo ihres Breitbandanschlusses nutzen können.

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