2310717

Morgenmagazin vom Freitag, 10. November 2017

10.11.2017 | 06:59 Uhr |

Update auf iOS 11.1.1 behebt A[?]-Bug +++ Clips 2.0 vor allem für iPhone X interessant +++ Ive über verschwindendes Design und dominante Software +++ Unterschätztes Highlight? Lautsprecher im iPhone X +++ Telekom Magenta Mobil S & M: Dauerhaft mehr Datenvolumen +++ Erster Einsatztag: Autonomer Bus stößt mit LKW zusammen +++ Google Maps zeigt bald Restaurant-Wartezeiten

10. November: Einkaufserlebnis der neuen Generation

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Es begab sich aber zu jener Zeit, dass … Nein, halt, für Zitate aus der Weihnachtsgeschichte ist es ein paar Wochen zu früh. Obwohl sich die Innenstädte allmählich mit Lichtern und Bäumen schmücken und unsere Briefkästen offline wie online vor lauter Hinweisen auf die angeblich so staade Zeit geradezu überquellen. Beginnen wir den Blick zurück also etwas nüchterner.

Am 10. November 1997 nahm Apple sein Schicksal wieder in die Hand und läutete eine längst nicht mehr für möglich gehaltene Wende ein, die das angeschlagene Unternehmen wieder zurück zur Profitabilität brachte. Zwei wesentliche Gründe für den Erfolg stellte Apple justament heute vor 20 Jahren vor: Den Apple Store und den G3.

Über den Apple Store brauchen wir nicht viel zu sagen, er ist seit 20 Jahren ein Internetphänomen, dass dessen Grundregeln außer Kraft setzt. Zumindest eine davon. Denn seine Kunden freuen sich, wenn der Store mal nicht erreichbar ist, besonders dienstags. Während durchschnittliche Kunden – von sagen wir mal Media Markt Leipzig – sich über ein virtuelles Schild "Komme gleich zurück" stundenlang aufregen würden, freut sich der Apple-Käufer auf die bald darauf anstehende Wiedereröffnung mit allerlei neuen Produkten. Mit Sicherheit könnte Apple sein Warenwirtschaftssystem auf seiner Website auch ohne längere Unterbrechung mit neuen Macs, iPads und iPhones bestücken, aber dann wäre ja der ganze Spaß weg. Ist so ähnlich wie Weihnachten: Nicht morgen, sondern in ein paar Stunden, Kinder, wird's was geben. So ganz in die analoge Welt zurückgeführt hat Apple das nicht, die gut 500 Stores aus Ziegel und Mörtel weltweit schließen nur wegen Renovierung der Räumlichkeiten, machen an einem vorangekündigten Erstverkaufstag aber zur normalen Uhrzeit auf. Und schließen nicht spontan am Dienstag Mittag für ein paar Stunden.

Der 10. November 1997 war zwar ein Montag, Apple hatte aber auch damals neue Produkte dabei, die das Unternehmen über den neuen Verkaufskanal über das seinerzeit noch junge Internet gleich feil bot. Desktop- und Tower-Mac ähnelten ihren unmittelbaren Vorgängern zwar äußerlich, doch setzte auch hier Apple mit zwei Maßnahmen an. Erstens waren die neuen PowerPC-Chips um Längen schneller als diejenigen, die Apple zuvor verbaut hatte. Und zweitens bekamen die Maschinen nicht irgendwelche kryptischen Bezeichnungen, sondern hießen einfach nur Power Mac G3. Jeder wusste sofort: Da war eine neue Rechnergeneration am Start und nicht nur ein Produktupdate.

Rückblickend kann man sagen, dass auch hier wieder eines der Reality-Distortion-Fields am Start war, die Steve Jobs so sehr schätzte. Denn wirklich neu wurden die Rechner erst mit der nächsten Auflage vom Januar 1999, der Power Mac G3 blue & white (Yosemite) war der neue Profirechner, auf den die Nutzer gewartet hatten. Schnell, elegant, leicht erweiterbar und unkompliziert zu öffnen, keine Trennung mehr zwischen Desktop (auf dem Schreibtisch zu platzieren) und Tower (darunter aufzustellen).

Der G3 vom November 1997 rockte aber bereits so sehr, dass die Klonhersteller, denen Apple kurz zuvor die Lizenzen entzogen hatte, nichts mehr entgegen zu setzen hatten. Der Mac-Hersteller war wieder alleine auf diesem Feld. Das schlug sich alsbald in die Bilanzen des Unternehmens nieder, das im Sommer 1997 noch vor dem Abgrund stand. Seine Show auf der Macworld Expo 1998 (man beachte: ohne neue Hardware!) beendete der Interims-CEO Steve Jobs mit den legendären Worten: "Da ist noch eine Sache … wir machen wieder Gewinn." Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Der Star war's : Apple hat die zweite Fassung seines einfachen Schnittprogramms für iOS veröffentlicht. Clips 2 bringt einige Neuerungen, für die sich die Genereation Selfie brennend interessieren dürfte, solange sie das iPhone X nutzt. Denn die von dessen Frontkamera (True Depth) ermittelte Tiefeninformation ermöglicht es, das Selbstportrait in ganz andere Umgebungen zu versetzen. Apple bietet dabei unter anderem den Millennium Falken an, in dem man in seinem Clip Platz nimmt, ganz authentisch, mit einem im Hintergrund herumrollenden BB8. Diese Selfie-Szenen bieten einen 360-Grad-Anblick und ändern sich entsprechend, wenn man sich vor und mit der Kamera bewegt. Andere Szenen führen nach Metropolis, in einen Teegarten oder ein Notizbuch, insgesamt stehen zwölf virtuelle Umgebungen zur Verfügung. Clips 2 bietet zudem eine Reihe neuer Filter für die Kamera, etwa Holzkohle, Indigo, Sienna und Wasserfarben und Sticker wie Luke Skywalker, Darth Vader, R2D2 und Prinzessin Leia, die man in sein Selfie-Video mit hinein packen kann. Was wäre der Millennium Falke auch ohne Besatzung. Die Soundtracks passen sich automatisch an die Länge des Films an. Dank iCloud-Integration kann man seine Filme auf jedem an die Apple ID angeschlossenen Gerät bearbeiten, die Oberfläche hat Apple soweit überarbeitet, dass nun alle Werkzeuge am Fuß des Fensters platziert und mit dem Daumen erreichbar sind.

Lästiger Fehler: Apple hat gestern Abend das Udpate auf iOS 11.1.1 veröffentlicht. Der Grund passt ein wenig in die fünfte Jahreszeit, die am 11.11. beginnt, der Fehler, der jetzt nicht mehr auftreten soll, war recht jeck. Denn die Autokorrektur machte gerne aus einem großen I ein großes A, gefolgt von der Zeichenkette [?]. Da die Entwickler schon mal dabei waren, behoben sie auch ein Problem, bei dem das iPhone auf "Hey Siri!" nicht reagierte. Helau und Alaaf!

Direkt bezahlen: Einige Wochen wird es wohl noch dauern, bis Apple iOS 11.2 veröffentlicht, gerade erst ist die zweite Beta erschienen. Diese bringt aber bereits die schon auf der WWDC im Juni angekündigte Erweiterung für das digitale Bezahlsystem des iPhones, Apple Pay Cash. Nutzer können damit unter iOS 11.2 (und höher...) sich direkt Geldbeträge gegenseitig überweisen. Bleibt die vage Hoffnung, dass es nach Veröffentlichung von iOS 11.2 auch nicht mehr ewig dauert, bis Apple Pay überhaupt mal nach Deutschland kommt, valide Hinweise darauf, dass das noch in diesem Jahr passieren könnte, gibt es aber nicht. Unsere Kollegen der Macworld erklären in einem Ratgeber ausführlich, wie Apple Pay Cash funktioniert und welche Voraussetzungen man dafür erfüllen muss.

Interview: Apples Design-Vorstand Jony Ive hat dem Magazin Wallpaper* ein ausführliches Interview gegeben, in dem er vor allem über den neuen Apple Park und das iPhone X spricht. Interessanter Aspekt dabei: Ive macht vor allem die Software des iPhone X dafür verantwortlich, dass es schon in einem Jahr "ganz anders als heute" aussähe, auch wenn es physikalisch nicht verändert sei. Der Grund dafür sei das auf den randlosen Bildschirm abgestimmte Design. Die Softwareentwicklung führe dazu, dass das iPhone X in zwölf Monaten Dinge tun könne, die es heute nicht beherrsche. Fasziniert sei Ive ohnehin mehr als von einem völlig neuen Produkt, wie es sich über die Zeit tiefgreifend verändere - der Wegfall des Home Buttons beim iPhone X sei ein solcher Fall. Das Ziel seines Design-Teams sei ohnehin, dass die Gestaltung als so unvermeidlich erscheine, dass das Design als solches in den Hintergrund trete. So habe man auch den Apple Park konzipiert. Das neue Bürogebäude solle die Zusammenarbeit über Teamgrenzen hinweg allein durch seine Architektur fördern. Anstatt geschlossene Büros mit spezialisierten Teams habe man nun einen großen, offenen Bereich. Genau das scheint aber auch einige Entwickler und Gestalter bei Apple zu stören …

Erwarteter Boom: Gerade erst hat Apple eine Rekordbilanz vorgelegt - nie hatte das Unternehmen ein viertes Quartal besser abgeschlossen. Wenn man den Umsatz betrachtet, in allen Bereichen. Und es kommt noch besser, Apple selbst prognostiziert für das bereits laufende erste Quartal des neuen Geschäftsjahres einen Umsatz zwischen 84 und 87 Milliarden US-Dollar. Hauptsächlicher Umsatztreiber wird das iPhone mit seinen drei neuen Modellen sein, doch darf man weder den Mac noch das iPad unterschätzen, führt Jason Snell auf Macworld aus. Die Zahlen für das neue Rekordgeschäft in der Vorweihnachtszeit wird Apple jedoch erst im kommenden Februar vorlegen.

Kleine Korrektur: Sicher, die Apple-Aktie legt weiter zu, der Börsenwert hat die 900 Milliarden US-Dollar überschritten. Apple ist - und das auf Dauer - das an der Börse wertvollste Unternehmen. Aber nicht die erste Trillion-Dollar-Company, wie Fortune anmerkt ( Anmerkung unsererseits: One trillion = eine Billion... ) Denn das war für einen kurzen Moment schon im Jahr 2007 an der Börse von Shanghai das chinesische Energieunternehmen PetroChina, dessen Marktkapitalisierung für einen Moment die Billionen-Marke überschritt. Apple ist vermutlich auch nicht heute das wertvollste Unternehmen, der Titel bezieht sich nur auf öffentlich gehandelte Firmen. Denn der saudische Öl-Riese Aramco würde bei einem Börsengang eher zwei Billionen US-Dollar erlösen, sind sich Experten sicher.

Weitere Nachrichten:

Unterschätztes Highlight? Lautsprecher im iPhone X

Musik über die internen Lautsprecher des iPhones zu hören gilt als Notlösung. Im neuen iPhone X hat Apple allerdings neue Lautsprecher verbaut, die „25 Prozent lauter als beim iPhone 7" seien. Der Klang ist nach unserem Eindruck hervorragend und sogar besser als bei dem iPhone 8 Plus, das ja ebenfalls klangstärker als das Standardmodell ist. Das ist bereits vielen Nutzern und Testern aufgefallen, auf erste Labor-Messungen sind wir gespannt.

Einen direkten Vergleich zwischen iPhone X, iPhone 8 Plus und Galaxy Note ermöglichen etwa zwei Videos der Seite Appleinsider, bei der man abwechselnd iPhone X und Vergleichsgerät hören kann – wir empfehlen beim Vergleich einen guten Kopfhörer zu benutzen.

Genaugenommen sind es ja zwei Lautsprecher im iPhone X, die für Stereo-Sound sorgen: Ein Lautsprecher im unteren Bereich und ein Lautsprecher in Ohrhöhe. Vor allem letzterer scheint lauter als bei früheren Modellen zu sein, mit besserem Bass und Höhen. Auch der Klang wirkt ausgewogener.

Eine echte Stereo-Anlage oder hochwertigen Bluetooth-Lautsprecher kann das iPhone X natürlich nicht ersetzen, vor allem bei höheren Lautstärken stößt das Gerät schnell an seine Grenzen. Für Filme, Podcasts und ein wenig Musik ist der Klang aber recht ansprechend.

Telekom Magenta Mobil S & M: Dauerhaft mehr Datenvolumen

Im Sommer 2017 hatte die Deutsche Telekom für die beiden Mobilfunktarife Magenta Mobil S und Magenta Mobil M das monatliche Datenvolumen kostenlos erhöht. Wer einen Magenta-Mobil-S-Vertrag neu abgeschlossen oder einen alten Vertrag verlängert hat, bekam nun statt 1 GB monatliches Freivolumen 2 GB. Wer Magenta Mobil M buchte, konnte statt 3 GB 4 GB pro Monat versurfen. Diese Aktion lief ursprünglich vom 8. August bis zum 6. November 2017; sie ging also kürzlich zu Ende. Bestandskunden kamen damals regulär nicht in den Genuss der Aufstockung, auch wenn anscheinend einigen Bestandskunden versehentlich doch ein größeres Datenvolumen zur Verfügung gestellt wurde.



Die Deutsche Telekom hat diese befristete Erhöhung des monatlichen Datenvolumens für die beiden genannten Mobilfunkverträge nun dauerhaft übernommen. Wer also Magenta Mobil S (34,95 Euro pro Monat bei einem Vertrag ohne eingeschlossenes Smartphone) bucht, bekommt 2 GB monatliches Datenvolumen, und wer Magenta Mobil M (44,95 Euro pro Monat ohne Smartphone) bucht, dem stehen 4 GB pro Monat zur Verfügung.

Doch es kommt noch besser: Wer bereits vor dem 8. August 2017 einen der beiden Tarife abgeschlossen hatte, bekommt nun ebenfalls 2 beziehungsweise 4 GB dauerhaft pro Monat zur Verfügung gestellt. Dies gilt aber nur für Bestandskunden, die ihren Vertrag ab dem 4. April 2017 abgeschlossen haben. Dabei handelt es sich um Bestandskunden der "dritten Generation von Magenta Mobil".

Dirk Wende, Pressesprecher der Deutschen Telekom, erklärte hierzu auf unsere Nachfrage: “Das neue Datenvolumen gilt unbefristet für Neu- und Bestandskunden mit einem Magenta Mobil Vertragsabschluss ab dem 4. April 2017. Die technische Umstellung der Bestandskunden erfolgt automatisch und in mehreren Schritten im Laufe der kommenden Wochen. Bestandskunden mit einem Magenta-Mobil-Vertrag der 2. Generation (gebucht ab dem 19. April 2016) erhalten das zusätzliche Datenvolumen durch einen kostenlosen Tarifwechsel in den jeweils aktuellen MagentaMobil Tarif.“

Wer einen noch älteren Vertrag hat (1. Generation) und in den neuen Vertrag wechseln will, muss eine höhere monatliche Grundgebühr akzeptieren.

Für Magenta Mobil L (54,95 Euro pro Monat ohne Smartphone) und Magenta Mobil L+ (79,95 pro Monat ohne Smartphone) bleiben die monatlichen Datenvolumen unverändert bei 6 GB beziehungsweise 10 GB. Das kostenlos zubuchbare Stream-on Music steht übrigens erst ab Magenta Mobil M zur Verfügung. Wie gehabt bekommen Kunden, die einen der vier Tarife online abschließen, in den ersten beiden Jahren einen monatlichen Preisnachlass.

Erster Einsatztag: Autonomer Bus stößt mit LKW zusammen

Der in Las Vegas autonom fahrende Bus stieß gleich an seinem ersten Einsatztag mit einem LKW zusammen, der gerade von einer Laderampe losgefahren war. Die Sensoren des autonomen Busses erkannten den LKW und stoppten den selbstfahrenden Bus korrekt. Doch der LKW-Fahrer fuhr einfach weiter, so dass der Bus den LKW rechts vorne berührte. Menschliches Versagen also, der LKW-Fahrer und nicht der autonome Bus ist schuld an dem Unfall.

Der Schaden fällt gering aus, nur der vordere Stoßfänger des Busses wurde beschädigt. Die acht Insassen des Busses blieben ebenso unverletzt wie der LKW-Fahrer.

Der Bus stellte für den Rest des Tages den Fahrbetrieb ein, er wurde auf weitere Schäden überprüft. Der LKW-Fahrer bekam eine Anzeige.

Google Maps zeigt bald Restaurant-Wartezeiten

Google will seinen Nutzern den Umstand ersparen, umsonst zum Lieblingsrestaurant zu fahren und dort keinen Tisch mehr zu bekommen. Wer vorab spontan bleiben und nicht telefonisch reservieren will, soll bald in der Google-Suche und in Google Maps sehen können, wie voll das bevorzugte Restaurant gerade ist, wie hoch die Chance ist, dort noch einen Tisch zu bekommen und mit welchen Wartezeiten Nutzer eventuell rechnen müssen.

Die neue Funktion prognostiziert laut Google die Wartezeiten für mehr als eine Million Restaurants auf der ganzen Welt. Nutzer müssen ihr Lieblingsrestaurant nur bei Google suchen und die Seite mit den Google-Details öffnen. Im Bereich „beliebte Zeiten“ zeigt Google dann, zu welchen Uhrzeiten, das Restaurant voraussichtlich voll sein wird. Mit einem Klick auf die gewünschte Uhrzeit, wird die voraussichtliche Wartezeit angezeigt. Die Prognose ist für mehrere Tage verfügbar. So können Nutzer planen, wann sie mit der höchsten Wahrscheinlichkeit einen Tisch im Restaurant bekommen werden.

Die neuen Wartezeit-Prognosen basieren laut Google unter anderem auf Nutzer-Feedback und Standortdaten. Wie zuverlässig die Voraussagen sind, wird sich erst zeigen müssen. Die Funktion soll in den nächsten Tagen in den USA ausgeliefert werden. Wann und ob das Feature auch nach Deutschland kommt, ist bislang noch nicht bekannt .

2310717