2331004

Morgenmagazin vom Freitag, 16. Februar 2018

16.02.2018 | 07:03 Uhr |

Warren Buffen stockt Apple-Anteile auf, verkauft IBM +++ VW orientiert sich im E-Auto-Design an Apple +++ HomePod: Das muss besser werden +++ Sponsoring für Apple Music? HomePod für Apple kaum profitabel +++ US-Geheimdienste raten vom Kauf von Huawei- und ZTE-Geräten ab +++ EU-Kommission bemängelt Verbraucherschutz bei Facebook +++ Krypto-Mining behindert Suche nach Aliens

16. Februar: Ein gutes neues Jahr!

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Horoskope sind wie ähnliche Prognose- oder Diagnosemethoden amüsant, sagen aber nichts aus. Ob man nun im Zeichen des Wassermanns geboren ist (heute tritt die Sonne auf ihrer scheinbaren Bahn um die Erde in den Bereich dieses Sternzeichens ein und eben nicht wie noch vor 2000 Jahren nach dem Wochenende wieder aus) oder als Hund, ist einerlei für das, was einem in den nächsten zwölf Monaten widerfährt. Aber so wie Glücksbringer auch dann helfen sollen, wenn man nicht an sie glaubt, ist es vielleicht so, dass nun für uns in den Jahren 2006, 1994, 1982, 1970, 1958, 1946 und 1934 Geborene: 2018 wird wieder unser Jahr. Das Jahr des Hundes, genauer des Erd-Hundes. Weil, Hund' samma scho.

Spaß beiseite, stattdessen ehrliche Neujahrswünsche: In China und Vietnam, wo das Fest Tet heißt, beginnt heute ein neues Jahr. Wie üblich richtet sich der Termin nach den Mondphasen, es ist wieder Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. Das chinesische Horoskop kennt wie das hiesige zwölf "Tiere", die sich aber nicht auf monatlicher Basis abwechseln, sondern auf jährlicher. Mit dem Hund beginnt der neue Zyklus, das am 28. Januar 2017 begonnene letzte Jahr war eines des Hahns. Genau genommen des Feuer-Hahns. Und nun eben ist nicht nur der Hund dran, sondern wieder auch ein neues Element, die Erde. In China kennt man deren fünf, neben Feuer und Erde sind das noch Metall, Holz und Wasser, es wiederholen sich also alle 60 Jahre gleichartige Jahre. Nur ist es nicht ganz so einfach, denn auf zwölf Feuer-Jahren folgen nicht zwölf Erd-Jahre, 2020 und 2021 sind Metall-Jahre, des Schweins und des Rindes. Klingt kompliziert, ist es auch, wie die meisten anderen nicht evidenzbasierten Wissenssysteme. So richtig herleiten und ableiten lässt sich da wenig.

Bleiben wir aber auf den Boden der Tatsachen und gönnen unseren chinesischen und vietnamesischen Freunden und Geschäftspartnern die Auszeit, die wir an Weihnachten hatten. Ein paar Tage noch, dann legen die Kollegen wieder los. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Volle Kontrolle: Der HomePod kommt anders als etwas die Apple Watch ohne eine eigene App. Bei Einrichten hilft ein Dialog, der unter iOS 11.2.5 aufpoppt und durch die notwendigen Schritte führt, dann spricht man ja mit Siri, wenn der HomePod Internetverbindung bekommen hat. Und doch lässt sich der Lautsprecher in gewissen Grenzen per iPhone oder Mac steuern, Jason Snell zeigt im Detail wie das geht. Auf dem iPhone findet man die Einstellungen in der App Home, will man vom Mac aus mit dem HomePod zu schaffen haben, ist vor allem iTunes die Anlaufstelle, der HomePod lässt sich dort im gleichen Rahmen regeln wie auch andere Airplay-Lautsprecher - also nicht besonders umfassend.

Wechsel: Ist Siri männlich oder weiblich? Mit Sicherheit weder noch, doch muss man sich entscheiden, ob man mit einer männlichen oder weiblichen Stimme spricht, die Werkseinstellungen unterscheiden sich von Land zu Land. Wie uns die Einrichtung des HomePod wieder bewusst gemacht hat, gibt es auch mehrere Tönungen des Englischen, Australier, Amerikaner und Briten klingen ganz anders. Die Stimme von Siri lässt sich in den Einstellungen "Siri und Suche" auf dem iPhone ohne Weiteres verstellen, hier kann man auch die Sprache wechseln. Im Fall des HomePods mussten wir das tun, um seine volle Wirkung zu entfalten - Personal Requests wären sonst nicht möglich gewesen - ansonsten kommt man eher seltener auf die Idee, die Sprache zu ändern. Auch das findet sich in der genannten Einstellung, aber Achtung: Die Änderung gilt nicht pro Gerät, sondern für die gesamte AppleID. Man kann also nicht wegen des HomePods auf diesem und dem iPhone mit einer britischen Siri sprechen, auf dem iPad mit einem Amerikaner und auf dem Mac mit einer Deutschen. Siri ist zwar weder männlich noch weiblich, dafür in einem gewissen Sinne eindeutig.

Vorschläge: Der HomePod ist in vielerlei Hinsicht schon jetzt sehr gut, der Klang lässt kaum zu wünschen übrig und Siri schlägt sich als DJ recht wacker. Es gibt aber Verbesserungsbedarf, nicht nur bei Funktionen, die eine höhere Siri-Intelligenz erfordern. Michael Simon hat acht Vorschläge, die Apple bei der Weiterentwicklung des HomePod berücksichtigen könnte. Da wäre zum Beispiel ein Equalizer, der ja vor allem dazu dienen würde, den Sound noch weiter nach individuellem Geschmack anzupassen. Oder ein besseres Verständnis des virtuellen Plattenauflegers, was andere Versionen des aktuell gespielten Songs betrifft, etwa Live-Fassungen. Sehr wünschenswert wäre es auch, wenn man am HomePod direkt neue Wiedergabelisten erzeugen könnte und nicht einfach nur bestimmte Songs bestehenden zufügen. Eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Geräten wäre auch noch ein Plus: Warum zeigt etwa das iPhone nicht den Text des aktuell auf dem HomePod gespielten Songs an oder der Lautsprecher zu Hause spielt beim Betreten der Wohnung den Song weiter, den man zuletzt im Auto hörte? Siri ist auch noch schwach darin, Musik für bestimmte Gelegenheiten zu finden, etwa eine solche zum Einschlafen oder zum Kochen. Und wenn man in acht Minuten "born to run" hören möchte, muss man sich einen Timer setzen und nach dessen Ablauf noch mal direkt nach Bruce Springsteen fragen. Siri könnte auch lernen, das aktuelle Stück noch zu Ende zu spielen und erst dann die Musikwiedergabe zu stoppen. Der größte Raum in der Welt ist bekanntlich der Raum für Verbesserungen, bei Apple bleibt die Entwicklung gewiss nicht stehen.

Aufgestockt: Das Vertrauen der Anleger in Apple bleibt groß - kein Wunder, bei den letzten Geschäftszahlen. Doch bleibt die Zukunft stets ungewiss, die diversen kleineren und nicht so kleinen Probleme, mit denen sich Apple zuletzt herumschlagen musste, trüben die Glaskugel so mancher Hellseher ein. Voller Optimismus ist jedoch der Großanleger Warren Buffet, einer der reichsten Männer der Welt. Seine Beteiligungsfirma Berkshire Hathaway hat ihren Anteil am Mac-Hersteller um beinahe ein Viertel erhöht und hält nun 165,3 Millionen Apple-Aktien. Gleichzeitig stieß die Firma fast alle ihre IBM-Aktien ab, reduzierte sie um 94,5 Prozent und hat nun nur noch etwas über zwei Millionen Aktien des einstigen Platzhirschen. Schon im letzten Jahr hatte Buffet gegenüber CNBC erklärt, er glaube mehr an Apples Zukunft als an die von IBM - die Anlagestrategie gibt dem nun einen deutlichen Ausdruck.

Orientierung: In der Frühphase der Gerüchte um Apples Project Titan respektive iCar war ein beliebtes Gerücht, dass Apple einen Partner aus der Autoindustrie suche. Neben BMW, dessen Leipziger Werk Tim Cook auch  mal besuchte, war auch immer wieder  der Volkswagen-Konzern als potentieller Hersteller des Apple-Autos im Gespräch. Das ist längst vom Tisch, so wie es aussieht, entwickelt Apple vor allem die Elektronik für selbstfahrende Elektroautos, lässt vom Fahrzeugbau selbst aber die Finger. Und doch könnten künftige E-Autos aus Wolfsburg ein wenig so aussehen, als ob sie aus Cupertino kämen - und den Weg über Dessau und Weimar dabei genommen hätten. Denn ein Interview der Nachrichtenagentur Reuters mit dem VW-Design-Chef Klaus Bischoff lässt aufhorchen. Künftige Elektrofahrzeuge des Konzerns und der Marke VW sollten sich in ihrer Gestaltung an der "Einfachheit und Moderne" von Apple und Bauhaus orientieren. VW definiere gerade die "Volkswagen-Werte für das elektrische Zeitalter" - was nach Dieselgate geradezu überfällig schient. Einen ersten Blick auf kommende E-Auto-Generationen wolle man auf dem Autosalon in Genf Anfang März geben. Es scheint nicht ausgeschlossen, dass VW in Zukunft auch die Entwicklungen des Project Titan nutzen wird - doch ein Apple-VW-iCar wird dann daraus noch lange nicht.

Weitere Nachrichten:

Sponsoring für Apple Music? HomePod für Apple kaum profitabel

Bei der Vorstellung des HomePod erschien uns der neue Apple-Lautsprecher geradezu günstig - zumindest für ein Apple-Gerät. Enthält das Gehäuse doch hochwertige Komponenten, nicht zu vergessen eine A8-CPU, 1 GB RAM und 16 GB Speicher. Dass hier Apple auf einen niedrigen Preis setzt, bestätigt nun eine Analyse von Techinsight, die Bloomberg vorliegt . Die Kosten für Komponenten und Produktion liegen laut Analyse bei geschätzten 216 US-Dollar, was eine magere Profitmarge von 38 Prozent bedeutet.
Das klingt nach relativ viel, beinhaltet aber noch nicht die Kosten für Entwicklung und Vertrieb und ist für Apple ungewöhnlich niedrig. So liegen die Produktionskosten für eine Apple Watch mit gleichem Kaufpreis gerade einmal bei 84 Dollar. Die Marge liegt auch deutlich unter der von Google Home und Amazon Echo, die 66 und 56 Prozent betragen soll.


Unsere Meinung: Die Schätzung der Produktionskosten ist zwar recht ungenau, da Apples Einkaufspreise für Komponenten nicht bekannt sind. Offensichtlich hält sich Cupertino aber beim Preis zurück. Schon bei der Vorstellung hatten wir vermutetet, dass der HomePod nicht zuletzt auch als Verkaufsförderungsmaßnahme für Apple Music gedacht ist. Ist doch der Apple-Lautsprecher ohne Apple-Music-Abo eigentlich ziemlich nutzlos und der Abschluss eines Abos fast schon obligatorisch.

Mehr zum HomePod lesen Sie hier .

US-Geheimdienste raten vom Kauf von Huawei- und ZTE-Geräten ab

Die chinesischen Hersteller ZTE und Huawei stehen in der Kritik der US-Sicherheitsbehörden. Vertreter von FBI, CIA und NSA warnten US-Amerikaner bei einer Anhörung des US-Senats vor dem Kauf von Smartphones der beiden Unternehmen . Durch eine starke Verbreitung von Geräten von ZTE und Huawei könne die chinesische Regierung eine Machtposition in den US-Netzwerken erlangen. Dies sei insbesondere bedenklich, da China die Werte der USA nicht teilen würde. Die Unternehmen könnten den Besitzern der betreffenden Smartphones Informationen stehlen oder diese modifizieren. Die Gefahr einer unentdeckten Spionage sei ebenfalls groß.

Das chinesische Unternehmen Huawei reagierte auf die Anschuldigungen. Das Risiko bei der Verwendung von Huawei-Produkten sei nicht größer als bei der Nutzung anderer Smartphones. Der weltweit drittgrößte Smartphone-Hersteller hinter Apple und Samsung hatte im Januar noch US-Mobilfunkanbieter dafür kritisiert, dass diese keine Huawei-Geräte anbieten würden. Mit der US-Regierung befindet sich das Unternehmen ebenfalls im Streit, da sich die USA gegen eine Verwendung von Netzequipment des Herstellers, beispielsweise LTE-Basisstationen, wehrt. Die öffentliche Kritik der Geheimdienste dürfte diese Konflikte noch weiter anheizen.

EU-Kommission bemängelt Verbraucherschutz bei Facebook

In einem aktuellen Papier , das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, kritisiert die EU-Kommission in dieser Woche den mangelnden Verbraucherschutz bei Twitter und Facebook. So würden beispielsweise Beiträge in beiden Netzwerken ohne das Wissen der Nutzer gelöscht. Bei Twitter bemängelt die Kommission außerdem, dass das Unternehmen Änderungen an seinen AGB vornehmen würde, ohne seine Nutzer darüber in Kenntnis zu setzen. Die EU-Verbraucherschutzregeln würden in diesen Bereichen noch nicht eingehalten.

Nachgebessert haben Facebook, Twitter und Co. allerdings bei den übrigen EU-Regeln. Die sozialen Netzwerke haben ihre Geschäftsbedingungen angepasst und erlauben europäischen Nutzern mittlerweile Klagen in ihrem Heimatland. Werbung und gesponserte Inhalte kennzeichnen die Netzwerke nun ebenfalls. Lob hat die EU-Kommission für Google Plus übrig. Das soziale Netzwerk halte die EU-Regeln in jedem Punkt ein und informiere seine Nutzer sowohl über AGB-Änderungen als auch über gelöschte Inhalte. Hier besteht bei Facebook und Twitter noch Nachholbedarf.

Zwingen kann die EU Facebook und Co. zu den geforderten Änderungen allerdings nicht. Verbraucherschutz liegt noch immer in den Händen der Mitgliedsstaaten. Und nur diese können entsprechende Strafen verhängen und Druck ausüben. 

Krypto-Mining behindert Suche nach Aliens

Seit 1960 hören Forscher im Rahmen von Seti (Search for Extraterrestrial Intelligence) in die Weiten des Weltraums, um dort Signale von Außerirdischen ausfindig zu machen. In zwei Observatorien wollen Forscher nun ihre Hardware aufrüsten, dem steht jedoch das steigende Interesse am Krypto-Mining im Weg. Die gewünschten Grafikkarten stehen nicht zur Verfügung, da sie zum Erzeugen von Kryptowährungen wie Ethereum benötigt werden und entsprechend vergriffen sind. In den vergangenen Monaten seien Bestellungen häufig ins Leere gelaufen, berichten die Astronomen gegenüber der BBC

Die hohe Rechenleistung aktueller Grafikkarten benötigen die Forscher, da sie so viele Frequenzen aus dem All wie möglich belauschen wollen, da nicht absehbar sei, auf welchen Kanälen Außerirdische mit uns Kontakt aufnehmen. Im Observatorium von Berkeley seien beispielsweise 100 Grafikkarten im Einsatz, die die riesigen Datenmengen mehrerer Teleskope bewältigen müssen. Chiphersteller Nvidia will der Knappheit mit Händler-Vereinbarungen beikommen. So sollen Shops maximal zwei Grafikkarten desselben Modells an einen Kunden versenden. Caseking, Mindfactory, Alternate und Mix halten sich bereits an diese Beschränkungen. Es handelt sich jedoch nur um eine Empfehlung von Nvidia, die Händler halten sich freiwillig an die Begrenzung, um Gamern die begehrten Grafikkarten zur Verfügung zu stellen. Diese gingen in der Vergangenheit immer wieder leer aus.

Macwelt Marktplatz

2331004