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Morgenmagazin vom Freitag, 17. Februar 2017

17.02.2017 | 06:57 Uhr |

Mit dem Mac SE zur Genius Bar +++ Apple bleibt meist bewundertes Unternehmen +++ Apple TV 5 soll 4K-Streaming bieten +++ WWDC 2017 Anfang Juni in San Jose +++ Hirnforschung mit Donkey Kong +++ Neue NASA-Seite lädt zum Entdecken neuer Planeten ein +++ Arbeitsamt stellt 60-Millionen-Euro-Software ein +++ Ärger mit iOS: iPhone-Systemdienst frisst Datenguthaben

17. Februar: RAM und RAK

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Bald vier Jahre ist es her, dass Daft Punk uns an ihren Ramdom Access Memories teilhaben ließen. Nicht nur der Hit "Get Lucky" mit der Stimme von Pharell Williams und der Gitarre von Nile Rodgers lief rauf und runter, das ganze Album konnte man einfach nur in Dauerschleife hören. Apple ließ den ein oder anderen Track bei der Übertragung der Keynote der WWDC (die mit Mavericks, der Namenskrise und dem Mac Pro) laufen und die Hit-Single war so etwas wie der Soundtrack auf dem Weg des FC Bayern und des BVB nach Wembley. Nur einer der beiden hatte dann aber ein wirklich gute Nacht in London...

Auch heute noch hat sich das Album nicht abgehört, man entdeckt immer wieder etwas Neues. Die beiden Franzosen haben mit ihren Gastmusikern reichlich lange daran gearbeitet, das merkt man. Das nächste Daft-Punk-Album wird kaum weniger komplex sein, wir werden uns noch eine Weile auf den Nachfolger von RAM gedulden müssen. Derweil können sich der FC Bayern und der BVB auf den Weg nach Cardiff ins Millennium Stadium machen, eine Begleitmusik dafür werden wir schon finden.

Heute ist ja Freitag - schon wieder - Apple Musik bringt uns neue Playlist, die auf unserem Geschmack basieren und gelinde gesagt etwas seltsam sind. Bei uns ist von Klassik bis Heavy Metal alles dabei, mögen wir wirklich beides und noch viel mehr, aber irgendwie gefallen uns Wiedergabelisten mit etwas weniger Varianz besser. Da hat Apple Music also noch viel zu tun.

Heute wäre aber eine prima Gelegenheit, Musik an jemanden zu verschenken, unsere wilde Playlist etwa oder Daft Punk's RAM. Schließlich ist am 17. Februar der RAK, der Random Acts of Kindness Day. Dieser seltsame Aktionstag wird an sich nur in den USA begangen und man muss sich schon fragen, ob es wirklich einen Tag braucht, der einen daran erinnert, dass man hin und wieder mal seinen Mitmenschen einen Gefallen tun soll, so ganz ohne Hintergedanken und ohne Profiterwartung. Das mag der Unterschied der westlichen (in Sinne von kapitalistischen) Philosophie zur östlichen (im Sinne von buddhistischen-hinduistischen-shintoistischen) Philosophie sein. In diesem Osten ist der Gedanke vom Karma weit verbreitet, von der steten Wirkung der eigenen Taten, die immer in irgend einer Weise auf einen zurückfallen. Da ist jeden Tag RAK. Will man schließlich auch von den anderen zurückbekommen, was man ihnen Gutes tut.

Am heutigen 17. Februar ist 20 Jahre her, dass Apple zum bis dato letzten Mal ein wirre neue Produktpalette präsentierte. Wir erinnern uns. Das Unternehmen war kräftig in Schieflage geraten, hatte zum Jahreswechsel 1996/97 aber die entscheidende Übernahme getätigt: Mit NeXT kam Steve Jobs nach Cupertino zurück. Sein Wirken sollte sich aber erst später als segensreich erweisen, am 17. Februar 1997 regierte noch das Chaos. Sechs neue Rechner kamen auf den Markt, die sich auf den ersten Blick durch ihre Seriennummern unterschieden: Die Power Macintosh 5500, 6500, 7300, 8600 und 9600, dazu das Powerbook 3400. Je höher die Nummer, desto teuer und leistungsfähiger, das stimmte im Prinzip, aber sonst war die Verwirrung groß. Welches war der All-in-One? Welches der Tower, welches der Desktop? Ach ja, das Book wird wohl ein Mobiler gewesen sein. Kein Wunder, dass Fachmagazine einem kleinen, aber interessierten Kreis das näher erläutern mussten. Das Ende der 90er war für die Computerpresse das goldene Zeitalter, nicht zuletzt wegen völlig unverständlichem Produktmarketings der Hersteller.

Die irre und wirre Produktpalette führte letztendlich zu Rekordverlusten von mehreren Milliarden US-Dollar, die Apple beinahe in den Ruin getrieben hätten. Im November des gleichen Jahres kam die Übersichtlichkeit zurück, mit dem Power Mac G3. Den gab es zwar in zwei Gehäuseformen (Desktop und Tower) und unterschiedlichen Ausstattungen, die Kunden wussten aber sofort, woran die waren. Und auch technisch waren die schnellen G3 ein deutlicher Schritt nach vorne, mit dem iMac G3 sollte ein weiterer entscheidender folgen, weit weg von allen Abgründen. In Zeiten als Random Access Memory noch nicht für ein geniales Elektronik-Pop-Jazz-Album stand. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Der alte Mac und das Mehr: Was tun, wenn man einen seit 25 Jahren im Lager verstaubenden Macintosh SE gerne wieder zum Leben erwecken will, aber die Disketten mit der Originalsoftware nicht mehr findet? Apple Store, Genius Bar, klar, das wäre eine Idee. Aber sind nicht etliche der Geniuse zwar topausgebildet, was aktuelle Apple-Produkte betrifft, aber selbst noch jünger als der Computer-Klassiker? Mag sein, dass man nicht in jedem Apple Store in einem solchen Fall auch kompetente Hilfe bekommt, der Podcaster, Fotograf und Filmer Ewen Rankin aus Birmingham machte aber in seinem Store die Probe aufs Exempel und war erfolgreich, wie Appleworld Today berichtet. Der SE war nicht irgendeiner von der Stange, sondern eines von nur wenigen Exemplaren, die Entwicklern in UK vor 30 Jahren zur Verfügung gestellt wurden. Rankin hatte über Umwegen einen bekommen und ein Vierteljahrhundert gelagert, ein Aufruf in seinem Podcast The Mac Show brachte ihm eine Sendung eines Entwicklers aus Kanada mit all der benötigten Software. Er meinte zwar, das zur Not selbst hinzubekommen, stellte aber die Angestellten des Stores in Birmingham auf die Probe. Und tatsächlich konnten die mehrheitlich jungen Leute den Oldie aus Cupertino tatsächlich wieder zum Arbeiten bewegen. Einzig die Maus machte Probleme, doch konnten die Geniuse einen Experten finden, der noch wusste, wie man auf der Antiquität den Cursor mit Hilfe von Tastatureingaben bewegen konnte. Die interne 20-MB(!)-Festplatte machte zudem Probleme, aber auch da wusste der Experte Rat. Die damals verbaute Komponente war anfällig dafür, das sich der Schreib/Lese-Kopf festsetzte, mit sanftem Hin- und Herrütteln ließ sich eine solche Blockade aber lösen.

Update: Seit gestern können alle Nutzer von Office for Mac ein Update laden, das auf dem Macbook Pro von 2016 die Touch Bar unterstützt. Bisher war das auf die Mitglieder des Programms Office Insider beschränkt. In Word etwa kann man die Touch Bar dazu verwenden, Bilder, Links oder Kommentare in seine Dokumente einzufügen, in Power Point sind über die Multifunktionsleiste bestimmte Steuerelemente für die Vorführung von Präsentationen erreichbar. Auch lassen sich mittels Touch Bar Objekte wie Ebenen rotieren.

Höhere Auflösung, sonst nichts : Laut eines Bloomberg-Berichts hat Apple zahlreiche Pläne für das Apple TV verworfen. Lediglich das Streaming von 4K-Inhalten soll die nächste Generation der Box leisten können. Verabschiedet hat sich Apple indes von Plänen, einen Koaxial-Port einzubauen, um über Apple TV auch Live-Fernsehen von Kabelkanälen beziehen zu können. Diesbezügliche Verhandlungen mit TV-Anbietern seien gescheitert. Ebenso wenig werde man einen personalisierbaren Home-Screen anbieten oder Sprachsteuerung direkt am Apple TV. Einen dedizierten Gamecontroller wird Apple auch weiterhin nicht beilegen. Statt auf technische Features werde Apple in Zukunft verstärkt Wert auf exklusive Inhalte legen. So plane man laut Financial Times die Übernahme von Ron Howards Imagine Entertainment, das in der Vergangenheit Filme wie "Apollo 13" oder TV-Shows wie "Empire" produziert hat.

Spitze: Apple hat zum zehnten Mal in Folge die Spitzenposition der Fortune-Liste der am meisten bewunderten Unternehmen der Welt eingenommen. Der Erzrivalen Samsung ist indes aus den Top 50 gefallen, die Probleme mit den Akkus der Galaxy Note 7 sind der Grund dafür. Die Liste ergibt sich aus der Beurteilung von 3800 Managern und Analysten, die die weltgrößten Unternehmen nach neu Kriterien bewerten. Dazu gehören unteranderem Innovation, Personalwesen, soziale Verantwortung, die Qualität des Management und die finanzielle Stärke sowie die Produktqualität und die globale Wettbewerbsfähigkeit. Hinter Apple belegen Amazon und SStarbucks die Plätze auf dem Stockerl.

Weitere Nachrichten:

WWDC 2017 Anfang Juni in San Jose

In den letzten Jahren hatte Apple stets lange ein Geheimnis um den Termin seiner Entwicklerkonferenz WWDC gemacht und diesen erst wenige Wochen zuvor genannt und dabei gleich den Ticketverkauf gestartet – respektive seit einigen Jahren die Bewerbungsphase, denn Zutrittsberechtigungen werden aufgrund der immensen Nachfrage verlost.

Doch wussten Entwickler, die nach Kalifornien zur WWDC wollten dennoch, dass sie ihre Reise für die ersten Juni-Hälfte zu planen hätten. Ungewöhnlicher Weise nennt Apple nun schon dreieinhalb Monate vor der Veranstaltung deren Termin: Die WWDC steigt in diesem Jahr vom 5. bis 9. Juni. Nach vielen Jahren in San Francisco zieht das Entwicklertreffen wieder in das Silicon Valley zurück, genauer gesagt in das McEnery Convention Center in San Jose, nur wenige Autominuten von Apples Hauptquartier in Cupertino gelegen. Dieses muss sich mit seinen insgesamt 33.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und seinen zahlreichen Konferenzräumen aber nicht hinter dem bisherigen Veranstaltungsort Moscone West verstecken, es ist davon auszugehen, dass wieder rund 6000 Entwickler sich eine Eintrittskarte kaufen dürfen. Die Registrierung für die Verlosung öffnet Apple "im Frühjahr" – vermutlich zu einem Zeitpunkt gegen Ende April, zu dem früher erst der Termin der Veranstaltung bekannt wurde.

Apple verspricht die Anwesenheit von 1000 seiner Ingenieure, die gleiche Zahl galt auch in den letzten Jahren. Öffentlich sein wird indes wie üblich nur die Keynote am Pfingstmontag und die Prämierung der besten Apps für iPhone, iPad und Mac, die in der Regel am Abend des ersten WWDC-Tages stattfindet. Apple wird jedoch wieder jede Menge der Seminare und Workshops in seiner WWDC-App übertragen, auch wird die Eröffnungsveranstaltung breites Publikum finden.

Auf der WWDC 2017 wird Apple wie in den Vorjahren vor allem neue Versionen seiner Betriebssysteme für iPhone/iPad, Apple Watch, Apple TV und Mac mit all deren Neuerungen zeigen, Services wie Apple Pay oder Apple Music nahmen auf den letzten Keynotes ebenfalls viel Raum ein. Neue Hardware hatte Apple zuletzt in einem anderen Rahmen vorgestellt, eine Ausnahme bildete der Mac Pro auf der WWDC 2013.

Hirnforschung mit Donkey Kong

Heutzutage können schon künstliche Gliedmaßen allein durch Willenskraft bewegt werden , Hirnschrittmacher helfen bei Epilepsie und Parkinson , und sogar unsere Gedanken können maschinell ausgelesen werden. Bis das Gehirn wissenschaftlich vollkommen verstanden ist, kann es also nicht mehr lange dauern. Oder?

Doch, sagt eine kürzlich veröffentlichte Studie  von zwei amerikanischen Forschern. Der Informatiker Jonas und der Rehabilitationswissenschaftler Kording versuchten, die Herangehensweise der Hirnforschung auf einen ziemlich alten Prozessor zu übertragen und stellten fest – dass sie nichts Aussagekräftiges feststellten.

Um ihre Ergebnisse zu verstehen, muss man zunächst wissen, dass die US-Regierung unter dem damaligen Präsidenten Obama 2013 das Projekt BRAIN angekündigt hat, das ein Jahr später gestartet ist. In BRAIN sollen – unter anderem – anhand vieler Daten aus vielen Quellen die Verbindungen aller Nervenzellen des Gehirns untereinander kartographiert und funktionell verstanden werden. Dieses System von Verbindungen wird auch als Konnektom bezeichnet. Die Erkenntnisse daraus sollen helfen, neue Therapien für neurologische Erkrankungen zu entwickeln.

Ähnliche Initiativen laufen auch in Europa (das viel kritisierte Human Brain Project ), in Japan (Brain/MIND) und China (China Brain Project).

Eine von Wissenschaftlern häufig geäußerte Kritik an BRAIN und ähnlichen Projekten: Statt zuerst ein Modell des Systems zu entwickeln, das die Verhaltensweisen dieses Systems vorhersagt, und dieses Modell dann anhand von Daten aus sorgfältig designten Experimenten zu bestätigen, würden so viele Daten wie möglich, aber von ungewisser Qualität erhoben – in der Hoffnung, dass sich daraus ein Modell ableiten lasse. Anders gesagt: Es werde ein Haufen Geld ausgegeben, um eine Unmenge von Daten aufzuzeichnen, von denen nicht bekannt sei, ob sie irgendeine Aussagekraft hätten.

In diese Kerbe schlägt nun auch die neue Studie. Jonas und Kording verwendeten als „Modellorganismus“ eine Simulation des Prozessors MOS 6502. Diese war von einer anderen Arbeitsgruppe (Visual6502) entwickelt worden. In dieser Software-Simulation ist die Spannung auf jeder Leitung und der Zustand jedes Transistors zu jedem Zeitpunkt bekannt - sie liefert also gewissermaßen ein Konnektom des Prozessors. Obwohl es sich bei dem Prozessor um ein im Vergleich zum Gehirn sehr einfaches System handelt, produziert die Simulation etwa 1,5 GB an Daten pro Sekunde.

Der Modellorganismus wurde nun einer Reihe von Untersuchungen unterzogen, die in der Neurowissenschaft üblicherweise an Tieren oder Menschen durchgeführt werden. Ziel: den Prozessor zu verstehen. Dies ist eine ziemlich schwammige Zielvorgabe, daher machten die beiden Autoren sie noch etwas konkreter: Anhand der Versuchsergebnisse wollte man in der Lage sein, den Aufbau des Prozessors (siehe Abbildung 1 ) zumindest im Groben zu rekonstruieren.

Ein häufiger neurowissenschaftlicher Versuchsansatz ist etwa folgender: Man beobachtet gut zu definierende Verhaltensweisen des Modellorganismus. Eine Verhaltensweise ist beispielsweise, ob eine Ratte ein Pedal betätigt, ein bestimmtes Nahrungsmittel zu sich nimmt oder sich versteckt. Bei einer Reihe von Tieren werden dann bestimmte Hirnareale gezielt ausgeschaltet (beispielsweise durch eine Operation) und es wird geschaut, ob dies einen Einfluss auf das Verhalten hat – ob die Ratte sich beispielsweise weniger versteckt, also furchtloser geworden ist.

Ähnliches wurde mit dem MOS 6502 versucht. Der Prozessor wurde so programmiert, dass er drei „"Verhaltensweisen"“ zeigen konnte: die Spiele Donkey Kong, Space Invaders und Pitfall.

Als nächstes wurden abwechselnd verschiedene Transistoren des Prozessors ausgeschaltet und Jonas und Kording beobachteten, ob er das Verhalten trotzdem noch zeigte - ob also jedes der drei Spiele noch gespielt werden konnte. Sie stellten fest, dass für jedes Spiel das Ausschalten von gewissen Transistoren dazu führte, dass das Spiel nicht mehr startete, aber es waren nicht die gleichen Transistoren für alle Spiele (siehe Abbildung 2 ). Für jedes Spiel waren also bestimmte Transistoren essenziell.

In der Neurowissenschaft hätte man vermutlich den Schluss daraus gezogen, dass die lädierten Regionen auf das Verhalten spezialisiert waren – das man beispielsweise die „Furchtregion“ der Ratte ausgeschaltet hatte. Im Prozessor, so stellten die Autoren fest, ist diese Aussage nicht sehr sinnvoll: Der 6502 hat keinen dedizierten „Donkey-Kong-Transistor“.

Ergebnis der Läsionsanalyse: 1560 Transistoren sind notwendig für alle drei Spiele, 1565 beeinflussen die Fähigkeit zu keinem der Spiele, und jeweils 98, 39 und 49 sind essenziell nur für Donkey Kong (DK), Pitfall (PF) bzw. Space Invaders (SI).

Weiter ging es mit anderen Arten der Datenaufzeichnung: Einzelne Transistoren wurden daraufhin untersucht, wie häufig sie schalteten – dies wurde mit Aktionspotenzialen in lebenden Nervenzellen verglichen, die ebenfalls mit wechselnden Frequenzen „feuern“. Die Frequenzen der Transistoren wurden damit korreliert, wie hell das zuletzt dargestellte Pixel auf dem Bildschirm war. Ergebnis: Die Frequenzen einiger Transistoren korrelierten gut mit der Helligkeit, andere weniger. Zu ersteren gehörten aber überraschenderweise häufig solche Transistoren, die funktionell eigentlich nichts mit der Helligkeit in diesem Moment zu tun hatten.

Zudem wurde untersucht, wie die Frequenzen verschiedener Transistoren paarweise miteinander korrelieren – Antwort: schwach – und wie Gruppen verschiedener Transistoren miteinander korrelieren – Antwort: stark. Der Durchschnitt der Aktivitäten mehrerer Transistoren ergibt ebenfalls eine Frequenz – dies entspricht in etwa einem EEG ( Elektroenzephalogramm ) beim Menschen, also einer Ableitung der Gehirnströme. Hier fanden die Forscher heraus, dass verschiedene Regionen des Prozessors tatsächlich mit verschiedenen Frequenzen oszillierten.

All diese und andere Untersuchungen lieferten nach Ansicht der Autoren interessante Ergebnisse, brachten sie aber dem Verständnis des MOS 6502 keinen Schritt näher. Keines der Ergebnisse ermöglichte konkrete und zutreffende Rückschlüsse auf die zugrundeliegende Architektur des Prozessors. In einigen Bereichen führten die üblichen Interpretationsweisen aus der Neurowissenschaft sogar in die Irre: So hat der MOS 6502 keine „Donkey Kong“- und keine „Space Invaders“-Transistoren. Die unterschiedlichen Oszillationsfrequenzen in verschiedenen Regionen werden in der Neurowissenschaft beispielsweise auf die dort vorherrschenden Zelltypen zurückgeführt. Der Prozessor hat jedoch keine unterschiedlichen Zelltypen, sondern nur einen Typ von Transistor.

Die Autoren nehmen ihre Ergebnisse nicht zum Anlass, die Erkenntnisse einer ganzen Fachrichtung für ungültig zu erklären. Sie weisen aber darauf hin, dass es in der Hirnforschung ungleich schwerer ist, zu erkennen, welche Analysemethoden funktionieren und welche nicht. Denn: Wenn man einen Prozessor betrachtet, dann kann man die Ergebnisse dieser Methoden leicht mit der tatsächlichen Funktionsweise des Prozessors abgleichen und feststellen, wie weit man daneben lag.

Im Falle des Gehirns ist das nicht möglich: Man hat die Hirnfunktion bei weitem noch nicht gut genug verstanden, um zu sagen, mit welchen Verfahren man ihr am besten auf die Schliche kommt. Das heißt auch: Das unkritische Sammeln von möglichst vielen Daten wird nicht unbedingt dazu führen, dass wir die Hirnfunktion immer besser verstehen.

Die Studie zog einiges an Kritik auf sich. Der am häufigsten gehörte Einwand: Ein Gehirn sei nun mal kein Prozessor, und somit gebe es auch keinen Grund, warum man auf beide die gleichen Untersuchungsmethoden anwenden können müsse.

Das, sagen auch die Autoren selbst, stimme zwar. Trotzdem gebe es aber genug Ähnlichkeiten zwischen Hirn und Prozessor, um die Herangehensweise zu rechtfertigen. Wie das Gehirn besteht auch der Prozessor aus einer großen Anzahl von Modulen, die Input und Output verarbeiten. Und auch in der Neurowissenschaft sind viele Konzepte Vereinfachungen der Realität, beispielsweise dass die Fortleitung von Informationen lediglich durch Aktionspotenziale vermittelt wird.

Das Ziel von Neurowissenschaftlern auf der ganzen Welt - die Hirnfunktion des Menschen vollständig zu verstehen und nachbilden zu können - scheint damit wieder ein bisschen mehr in die Ferne gerückt zu sein.

Das ist in der Praxis aber nicht so schlimm, wie es klingt: Schon mit dem bisherigen bruchstückhaften Wissen über das Gehirn und seine Teile ist es Wissenschaftlern gelungen, die erstaunlichsten Anwendungen zu bauen.

Neue NASA-Seite lädt zum Entdecken neuer Planeten ein

Die NASA ruft interessierte Nutzer dazu auf, gemeinsam nach unentdeckten Planeten zu suchen. Auf einer eigens eingerichteten Webseite namens Backyard Worlds: Planet Nine lassen sich Bilder und Videos des NASA-Teleskops Wide-field Infrared Survey Explorer nach unbekannten Objekten absuchen.

Besonders großes Interesse hat die NASA am Himmelskörper Planet Nine, der sich hinter Neptun befinden und eine starke Anziehungskraft auf Objekte haben soll. Zu finden sind auf den Fotos zudem braune Zwerge, also Objekte mit einer Masse zwischen dem 13-fachen und 75-fachen der Jupitermasse. Sie gelten als Mischform zwischen Planeten und Sternen.

Für Anfänger der Sternkunde stellt die NASA eine Anleitung bereit. Im Anschluss können interessierte Nutzer ihre Funde auf den vom Teleskop erzeugten Fotos markieren. Für diesen Job sind Computersysteme laut NASA noch nicht geeignet.

Arbeitsamt stellt 60-Millionen-Euro-Software ein

Die Bundesagentur für Arbeit wollte mit einer neuen Software namens Robaso die Arbeitsabläufe deutlich vereinfachen. Das teure IT-Projekt sollte die Daten von 14 unterschiedlichen Anwendungen zentral abrufbar machen. Nach zahlreichen Pannen müssen die 90.000 Mitarbeiter künftig weiter mit den alten Programmen arbeiten.

Die von der Bundesagentur selbst entwickelte Software hat bislang schon 60 Millionen Euro gekostet. Dennoch wies sie immer wieder große Schwächen auf. So lassen sich Kontonummern von Kunden nachträglich nicht mehr ändern – eigentlich eine Grundfunktionalität. Möglich ist eine Änderung nur dann, wenn sämtliche Leistungs- und Vermittlungsdaten erneut eingegeben werden.

Im ersten Praxiseinsatz erwies sich die über vier Jahre entwickelte Software als unflexibel. Eine Anpassung sei laut Bundesagentur zu teuer. Daher wird Robaso nicht weiter getestet und eingestellt.

Ärger mit iOS: iPhone-Systemdienst frisst Datenguthaben

Kaum einem iPhone-Besitzer steht ein unbegrenztes Datenvolumen zur Verfügung, bei den Mobilfunkverträgen der Telekom sind noch immer magere 1 GB die Grundversorgung. Bei einigen Nutzern sorgt deshalb ein iOS-Hintergrunddienst für viel Ärger. Manchmal scheint nämlich der Systemdienst "iTunes-Accounts" in kürzester Zeit hunderte an MB zu verbrauchen. Man erhält dann viel zu schnell eine Nachricht des Providers, das Datenvolumen sei aufgebraucht.

Ob der Systemdienst der Schuldige ist, erfährt man über die Statistiken der Datennutzung. Zu finden ist der Eintrag unter Mobiles Netz – Systemdienste – iTunes Accounts - die Systemdienste findet man ganz weit unten in der Liste. Bei unserem iPhone und mehreren iPhones der Redaktion sind hier nur wenige MB an verbrauchtem Datenvolumen aufgeführt, bei einem Nutzer des Apple Support-Forums waren es dagegen 5,6 GB in drei Monaten! Leider ist nicht ersichtlich, welche der iTunes-Dienste für das Problem verantwortlich sind, wahrscheinlich handelt es sich vor allem um Synchronisierungs-Verbindungen. Das Problem ist nicht neu, so sorgten auch Dienste wie der „iTunes-Mediendienst“ schon oft für den Verbrauch großer Datenvolumen. Bei einigen Anwendern scheint hier ein Hintergrundprozess zu viele Daten zu verbrauchen, einige Nutzer tippen auf Funktionen wie Podcasts oder Apple Music. Wir empfehlen bei Problemen unter Einstellungen – Mobiles Netz die Nutzung mobiler Daten für iCloud Drive, Apple Music und App Store zu deaktivieren. Auch der Dienst „WLAN-Unterstützung“ soll schon öfter für hohe Datenvolumen gesorgt haben und sollte besser ausgeschaltet sein. Ein guter Tipp ist außerdem die Deaktivierung der Hintergrundaktualisierung , gibt es doch einige Apps, die im Hintergrund große Datenmengen hoch- und herunterladen. Besonders Snapchat und Instagram sind hier als Problemfall bekannt, zudem wird der Akku dadurch stark belastet. Verwalten kann man die Hintergrundaktualisierung über Allgemein/Hintergrundakatualisierung.

Man sollte außerdem nicht vergessen: Bei vielen Anwendern ist trotz großer Datenvolumen in der Statistik alles in Ordnung: Die Statistiken müssen manuell mit der Funktion „Statistiken zurücksetzen“ zurückgesetzt werden, nach einigen Jahren stehen hier sonst riesige Beträge. Hat man aber die Statistiken aber erst vor einem oder wenigen Monaten zurückgesetzt, sind mehrere GB einfach zu viel.

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