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Morgenmagazin vom Freitag, 17. März 2017

17.03.2017 | 06:55 Uhr |

Alexa kommt auf iOS +++ Weniger Widerstand gegen neues Einreisedekret +++ Macbook Pro auf CanSecWest gehackt +++ WhatsApp bringt Text-Status zurück +++ Media Markt startet Tausch-Rausch-Aktion +++ Yahoo: USA klagt zwei russische Geheimdienstler an +++ FritzOS 6.83 für weitere Fritzbox-Modelle verfügbar

17. März: iPhone lernt dazu

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Wann und wo stellt man Software Development Kits und was man damit machen kann wohl am Besten vor? Na, wenn sich ohnehin schon tausende Entwickler mit Apple-Ingenieuren treffen, um ihre Erfahrungen miteinander auszutauschen und Neues für ihre Arbeit zu lernen. Dafür hat Apple die WWDC etabliert, die schon seit fast dreißig Jahren alljährlich Programmierer  nach Kalifornien lockt. Bis zum Ende der Nullerjahre drehte sich dort alles um den Mac und nur um den Mac, während man heute das Gefühl bekommt, dass Mac-Experten halt auch da sind und Apple für seine einstige Stammklientel auch noch ein klein wenig Zeit übrig hat. Aber so wir in unserem Privat- und Berufsleben eben täglich Prioritäten setzen und Kompromisse schließen müssen, ist es klar, dass das Multimilliardenunternehmen Apple sich vor allem danach ausrichtet, was seine Kunden und seine Partner wünschen und benötigen.

Bekanntlich war das iPhone nicht von Anfang an dafür ausgelegt, Apps von Dritten nativ auszuführen. Zu Verkaufsbeginn vor zehn Jahren ließ Apple außer den eigenen Anwendungen nur noch einige von Google zu (Maps, YouTube) und vertröstete Entwickler darauf, sie mögen es noch mit Web-Apps versuchen, die man per XML und asynchronem Java anfertigen möge, kurz: Ajax. Den Kampfgeist des griechischen Kriegers aus dem Altertum hatten aber auch die Entwickler verinnerlicht, die schnell merkten, wie attraktiv denn das iPhone für mobile Anwendungen aller Art ist und suchen nach einem Weg, ihre Programme direkt auf dem tragbaren Computer ausführen zu lassen. Apple war wenig begeistert von den Jailbreaks, die eben genau zu dem führten, was man mit der Abschottung an sich vermeiden wollte: Das iPhone konnte instabil werden und nach dem nächsten Systemupdate völlig unbrauchbar.

Angeblich war es bei Apple schon von Anfang an geplant gewesen, Apps von Dritten auch nativ auf dem iPhone laufen zu lassen, doch das mag eine verklärende Rückschau sein. Denn gewissermaßen unter Druck brachte Apple erst ein gutes Jahr nach dem iPhone ein SDK, Apps nahm der App Store zeitgleich mit dem Verkaufsstart des iPhone 3G entgegen.

Wie rudimentär das originale SDK für das Betriebssystem iPhone-OS 2.0 und das System selbst waren, merkt man, wenn man sich heute die Apple-Pressemitteilung vom 17. März 2009 durchliest. An jenem Dienstag im Vorfrühling zeigte das Unternehmen auf einem Special Event eine Vorschau auf das neue iPhone-OS 3.0 und gab Entwicklern das passende SDK heraus. Man stelle sich vor: Erst mit der dritten Version lernte das iPhone so etwas elementares wie Copy-and-paste! Was damals auch eine Sensation war: Mit der Nachrichten-App ließen sich nun MMS versenden. Sieben Versionen später ist iMessages mit einem eigenen Store für Apps und Sticker auf dem iPhone gelandet. Bluetooth konnte nun endlich in Stereo funken und gab damit den Weg für höhere Qualität beim Musikhören frei, Apps wie Mail beherrschten endlich auch das Querformat. Was Entwickler freute: Sie bekamen nun Zugriff auf die iPod-Musikbibliothek und Programmierschnittstellen für die Karten-Anwendung. Das iPhone-OS sollte ein Jahr später mit Version 4.0, die schlussendlich als iOS 4 für iPhone und iPad herauskam, eine eigene Veranstaltung bekommen. Seither ist das System zwar nicht fertig entwickelt, aber immerhin doch so ausgereift, dass neue Funktionen nicht mehr nach Sensation klingen - "Wow, das kann das iPhone jetzt auch!" Neuheiten für iOS gibt es seit Version 5 immer auf der WWDC im Juni - wir sind schon ganz gespannt auf den ersten Blick auf iOS 12, den wir in diesem Jahr am Pfingstmontag bekommen werden.

Lesetipps für den Freitag

Hearable: Apples AirPods sind zwar gut gelungen, sofern man nicht gerade ein inkompatibles Ohr hat. Dennoch sind sie in ihrer aktuellen Fassung erst ein Anfang, wie drei gestern veröffentlichte Patentanträge zeigen, will Apple die Ohrhörer mit weiteren Sensoren ausstatten und damit quasi zu Wearables machen, die man in der Ohrmuschel trägt. Eine der Schriften legt dar, wie künftige Apple-Ohrhörer den Puls ihres Trägers messen könnten. Das soll wie bei der Apple Watch mittels Licht geschehen, die Methodik setzt dabei auf den Tragus genannten Knorpel unten in der Muschel: Die Leuchtdioden und Sensoren sollen also in unmittelbarer Nähe des Mikrophons der EarBuds angebracht sein. Weitere Sensoren sollen laut des zweiten Dokuments in der Lage sein, den Sauerstoffgehalt des Blutes zu messen oder ein EKG zu erstellen. Ebenso könnten AirPods künftiger Generationen auch die Körpertemperatur messen.

Zu einfach: Das mag aber alles noch Zukunftsmusik sein, eine zweite Generation der AirPods könnte aber schon ohne neue Sensoren sich als wesentlich nützlicher als die erste erweisen, meint Jason Snell. Denn es sei ein wenig enttäuschend, wie sehr einfach Apple die Bedienung gestaltet hat. Siri mag zwar ein nützliches und vielfältiges Werkzeug sein, nicht immer ist man aber in der Lage, laut mit seinen Kopfhörer zu sprechen. An Gestensteuerung lässt Apple derzeit aber nur zei zu: Durch Entnahme eines Ohrhörers und wieder Einlegen in die Muschel stoppt die Musik und startet erneut, ein Doppeltipper auf einen AirPod setzt entweder Siri in Gang oder stoppt und startet die Musik. Apple sichert zwar damit, dass die AirPods nicht einen versehentlichen Wischer als Tap interpretieren und vermeiden damit auch Fehlinterpretationen ob man nun zwei- oder dreimal gedrückt hat, konkurrierende EarBuds wie Bragi The Dash sind aber zu weit mehr Gestenverständnis in der Lage. So macht es bei diesen Hörern einen Unterschied, nicht nur wie oft man tippt, sondern auch auf welche Seite.

Wir müssen sprechen: Amazon integriert Alexa in seine iOS-App. Nach einer kurzen Testphase in dieser Woche werden ab nächster Woche alle iOS-Nutzer in den Genuss des Sprachassistenten kommen und ihr iPhone in einen Echo-Lautsprecher verwandeln können. Alexa beantwortet dann Fragen, spielt Prime-Musik oder Videos ab und steuert eine Reihe von Smart-Home-Geräten, mit Ausnahme jedoch von intelligenten Türschlössern. Alexa versteht sich mittlerweile auf mehr als 10.000 Funktionen, so genannte Skills, denen externe Entwickler immer mehr hinzufügen.

Konkurrenz: Snap, der Hersteller von Snapchat, ist vor kurzen an die Börse gegangen und hat dort jede Menge frisches Kapital eingesammelt. Nicht nur das: Auch Mitarbeiter von Apple, Google und HTC konnte das junge Unternehmen abwerben. Unser Macworld-Kollege Oscar Raymundo geht daher in der neuesten Folge seiner iPhone-Show der Frage nach, was daraus folgen könnte. Würde Snapchat tatsächlich einen iPhone-Konkurrenten bauen wollen, etwa das erste Smartphone mit integrierter 3D-Kamera?

Weniger Widerstand: Auch der zweite vom Weißen Haus verhängte Einreisestopp für Menschen aus sechs muslimischen Ländern wurde bereits von einem Gericht gestoppt und tritt nicht in Kraft. Verwunderlich ist jedoch, dass sich dem Gerichtsverfahren gegen die Anordung diesmal nur 59 statt 127 US-Unternehmen angeschlossen haben, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Es fehlen diesmal Schwergewichte wie Twitter, Alphabet, Facebook, Microsoft und vor allem Apple. Die Gründe dafür sind unbekannt, während Twitter lediglich auf seine Statements gegen das erste Einreiseverbot verwies, gab es von den anderen IT-Schwergewichten keinen Kommentar dazu.

Lücke ausgenutzt: Auf der Sicherheitskonferenz CanSecWest im kanadischen Vancouver hat der Wettbewerb Pwn2Own wieder einen Sieger hervorgebracht, dem es gelungen war, die Kontrolle über ein Macbook Pro zu übernehmen. Konkret nutzten die beiden Entwickler  Samuel Groß und Niklas Baumstark Zero-Day-Exploits in Safari aus, um über eine Eskalation der Root-Rechte den Computer zu übernehmen und eine Botschaft auf dessen TouchBar zu schreiben. Das Macbook Pro dürfen sie nun behalten und ebenso ein Preisgeld in Höhe von 28.000 US-Dollar mit nach Hause nehmen.

Weitere Nachrichten:

WhatsApp bringt Text-Status zurück

Im vergangenen Monat ersetzte WhatsApp den Text-Status in seinem Messenger mit einer an Snapchat angelehnten Stories-Funktion. Nutzer konnten ihren Account-Status dadurch nicht mehr mit wenigen Worten beschreiben. Stattdessen bekamen sie die Möglichkeit, Freunde und Bekannte mit kurzen Fotos und Videos auf dem Laufenden zu halten, die nach 24 Stunden gelöscht werden.

Diese Änderung scheint nicht allen Nutzern gefallen zu haben, denn WhatsApp bringt den Text-Status nun wieder zurück. Wie das Unternehmen gegenüber Techcrunch.com erklärt, wird im Verlauf der nächsten Woche ein Update ausgeliefert, das den Text-Status im Nutzer-Profil wieder verfügbar macht.

WhatsApp und der Facebook Messenger launchten die an Snapchat angelehnte Funktion fast zeitgleich. Für Unternehmen sind die Bilder- und Video-Slideshows eine gute Möglichkeit, ihren Nutzern Werbung anzuzeigen.

Media Markt startet Tausch-Rausch-Aktion

Nach der "Media Markt Energiewende" startet die Elektronikkette Media Markt in dieser Woche die zweite große Rabatt-Kampagne im neuen Jahr. Bei der Tausch-Rausch-Aktion bekommen Kunden beim Kauf von Neuware einen Media-Markt-Gutschein, den sie bei ihrem nächsten Einkauf einlösen können.

Die Aktion gilt für Fernseher, Beamer, Soundbars, Haushaltsgroß- und Einbaugeräte, Kaffeevollautomaten, Küchenmaschinen sowie Geräte zur Bodenpflege. Je nach Warenwert, der mindestens 299 Euro betragen muss, winken Gutscheine im Wert von 30, 50, 120 und 220 Euro. Die Höchstprämie in Höhe von 220 Euro gilt ab einem Einkaufswert von 1.499 Euro. 30 Euro gibt es ab 299 Euro, 50 Euro ab 499 Euro und 120 Euro für einen Warenwert ab 999 Euro.

Die Aktion läuft noch bis zum 25. März in allen Media-Markt-Filialen sowie im Online-Shop von Media Markt.

Yahoo: USA klagt zwei russische Geheimdienstler an

Das US-Justizministerium hat Anklage gegen zwei Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes FSB erhoben. Die beiden Agenten sollen Hacker angeheuert haben, um bei einem Angriff auf Yahoo Daten von Regierungsmitarbeitern und Journalisten zu erbeuten. 

Ein Verdächtiger wurde in Moskau festgesetzt und in seinem Heimatland bereits wegen Landesverrats vor Gericht gestellt. Darüber hinaus wird nach zwei Hackern gefahndet, die für die technische Umsetzung des Angriffs verantwortlich sein sollen.

Bei dem ersten Angriff auf Yahoo im Jahr 2013 wurden die Daten von über einer Milliarde Nutzern gestohlen. Darunter befanden sich Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Geburtsdaten und verschlüsselte Passwörter. 2014 kam es erneut zu einem Angriff, bei dem 500 Millionen Konten gestohlen wurden. In diesem Datenpaket befanden sich teilweise auch unverschlüsselte Sicherheitsfragen mit den zugehörigen Antworten.

FritzOS 6.83 für weitere Fritzbox-Modelle verfügbar

Für die Fritzbox 7490 und Fritzbox 7412 ist das Firmware-Update FritzOS 6.83 bereits seit Ende letzter Woche verfügbar. Der Hersteller AVM reicht nun auch für weitere Modelle das Update nach. So ist laut AVM FritzOS 6.83 nun auch für die FritzBox 3272, Fritzbox 6840 LTE und Fritzbox 6820 LTE verfügbar. Ebenfalls mit einem Update versorgt werden: Die Fritzbox 7362 SL, Fritzbox 7272, Fritzbox 7360 und Fritzbox 4040.

Zu den Neuerungen von FritzOS 6.83 gehört unter anderem, dass nun pro Gerät über eine Option für selbstständige Portfreigaben (UPnP/PCP) aktivierbar ist. Davon profitieren beispielsweise mit dem Router verbundene Spielekonsolen. Außerdem verspricht das Update eine schnelleres Surfen durch eine optimierte Behandlung von DNS-Anfragen. Die Neuerungen und Änderungen hängen vom Fritzbox-Modell ab. Bei einigen Modellen waren etwa Anpassungen an Veränderungen im Telefonnetz notwendig oder die Stabilität von IPTV bei gleichzeitiger Nutzung über LAN und WLAN wurde verbessert. Weitere Hinweise zu den jeweiligen Updates finden Sie auf dieser AVM-Website.

Die einfachste Möglichkeit, um die Fritzbox zu aktualisieren, ist die Nutzung der integrierten Update-Funktion. Nach Eingabe von Fritz.box im Browser (und dem Einloggen) finden Sie die Update-Funktion in „System -> Update -> Neues FRITZ!OS suchen“. Alternativ kann eine neue Version auch manuell über den Reiter "Fritz!OS Datei" installiert werden. Die Firmware-Updates bietet AVM auf dieser Seite zum manuellen Download an.

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