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Morgenmagazin vom Freitag, 2. November 2018

02.11.2018 | 07:07 Uhr |

Apple legt Rekordbilanz für Q4 vor +++ Deutlich höherer iPhone-Umsatz bei stagnierenden Verkäufen +++ Wall Street über zurückhaltende Aussichten geschockt +++ Künftig keine Verkaufszahlen mehr in der Bilanz +++ Aus Protest: Frauenmarsch bei Google +++ Happy Birthday: Bitcoin feiert 10ten Geburtstag +++ Abschaffung der Zeitumstellung könnte sich verschieben

2. November: Eine Reihe von Feiertagen

Wir wünschen allseits Guten Morgen! So ist es denn flugs November geworden, der Monat, der als der finsterste des Jahres verschrien ist. Kein Wunder, Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag sind nicht gerade fröhliche Anlässe. Aber der Tod gehört zum Leben, die seltsamen Mummenschanze zu Halloween basieren auf alte Rituale aus vorchristlicher Zeit. Die gleich mehrtägigen Feiern des Dias de los Muertes in Mexiko gehen am heutigen Allerseelen zu Ende - den Pixar-Film Coco, der in diesem Setting spielt, kann man sich aber immer wieder anschauen. Gewiss öfter als John Carpenter’s Halloween, irgendwann hat sich’s ausgegruselt und ausgeschrien.

Einen lebenden Toten sehen wir in Kürze wieder auferstanden im Apple Store und dabei gar nicht wie ein Zombie anmutend: Den neuen Mac Mini. Apple hatte zwar nie behauptet, der Einsteigerrechner, für den man Monitor, Maus und Tastatur mitbringen muss, sei dahingeschieden und bekomme ein Staatsbegräbnis, es fühlte sich aber so an. Die Floskel „der Mac Mini ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des Angebotes“ glaubte man erst so richtig, als Tim Cook am Vorabend des Vorabends von Allerheiligen den kompakten Rechner zeigte, dem Apple neues Leben eingehaucht hatte.

Nach vier Jahren war es an der allerhöchsten Zeit für ein Update, die Hoffnung besteht, dass man nicht weitere vier Jahre warten muss. Zwar ist der Mac Mini nur dann ein Schnäppchen, wenn man in der Tat  einen oder zwei Monitore schon daheim stehen hat, kauft man ein 4K- oder 5K-Display dazu, Apples Tastatur, Maus und Trackpad in Space Grey und geizt auch bei der Ausstattung des Mac Mini nicht, kommt man schnell in Preisregionen, die sogar höher liegen als die des iMac.

Unschlagbar ist der Mac Mini aber für die Zwecke, in denen man gar keinen Monitor benötigt. Also als Knoten in einem Servercluster oder als Daten- und Druckerserver im Mehrpersonenhaushalt oder in einer überschaubaren Bürogemeinschaft. Wegen des HDMI-Ports ist der Mac Mini auch ein Kandidat, an den Fernseher angeschlossen zu werden, wenn man Filme lieber besitzt als sie via Apple TV streamt. Es steckt also jede Menge Leben in dem Kleinen. Und doch freuen wir uns schon auf seinen größtmöglichen Bruder, den Mac Pro von 2019. Der Zylinder ist zwar noch nicht tot, liegt aber schon auf der Intensivstation. Immerhin kann er dann als seine eigene Urne dienen. In Frieden ruhe die Seele des gut gemeinten, aber nicht gut genug geratenen Mac Pro von 2013. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Apple mit Birnen : Warum Apple die dreimonatige Berichtspflicht überhaupt nicht schätzt, erklärt Jason Snell auf Macworld. Gerade in diesem Jahr stehe man vor einem schwierigen Vergleich zum Vorjahr, weil Apple im Jahr 2018 eine andere Strategie bei der Veröffentlichung von iPhones fährt als im Jahr 2017. Das hat Auswirkungen auf die Bilanz, das Wachstum im ersten Quartal 2018/19 werde daher auch ein wenig gebremst sein - für die Börse eine schlechte Nachricht mit Folgen für dem Kurs (siehe Artikel weiter unten). Eine erste Konsequenz zieht Apple ab dem nächsten Quartalsbericht, in dem es keine Verkaufszahlen für das iPhone, iPad und Mac mehr geben werde, sondern nur noch die damit erzielten Umsätze. Mehr Freude macht Apple und den Finanzanalysten die Lage in China, wo die Umsätze im Vorjahresvergleich um 16 Prozent stiegen. Probleme hatte es jedoch in Ländern gegeben, deren Währungen schwächelten, Apple musste daher in Brasilien, Russland, Indien und der Türkei die Preise anheben.

Weitere Nachrichten:

Apple: Neues Rekordquartal, zurückhaltende Aussichten

Apple hat für das vierte Quartal seines Geschäftsjahres 2017/18 ein weiteres Rekordquartal vorgelegt, mit seinem Ausblick auf das erte Quartal 2018/19 Wall Street aber enttäuscht. Für das Septemberquartal bilanzierte Apple einen Umsatz von 62,9 Milliarden US-Dollar, was einen Zuwachs von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Der Gewinn pro verwässerter Aktie stieg gar um 41 Prozent auf 2,41 US-Dollar. Das gesamte Nettoeinkommen beträgt für das Quartal 14,125 Milliarden US-Dollar. Im gesamten Geschäftsjahr hat Apple 101,839 Milliarden US-Dollar eingenommen und dabei einen Nettogewinn von 59,531 Milliarden US-Dollar mitgenommen. Vor einem Jahr waren das noch 88,186 Milliarden US-Dollar Umsatz und 48,351 Milliarden US-Dollar Nettogewinn.

Außerhalb der USA hat Apple im vierten Quartal 61 Prozent seiner Umsätze eingefahren, besonders in Asien waren diesmal die Zuwächse stark, 34 Prozent in Japan und 22 Prozent im Rest des Wirtschaftsraumes.

Eindrucksvolle Zahlen - und dennoch fiel der Aktienkurs des Unternehmens nachbörslich um sieben Prozent, womit der Börsenwert wieder unter die Bilionenmarke fiel und Apple vorerst seinen Status als wertvolltes Unternehmen der Welt los ist. Denn für das angelaufene Quartal gibt Apples Finanzchef einen Umsatzhorizont von 89 bis 93 Milliarden US-Dollar vor. Das ist mehr als die 87 Milliarden US-Dollar aus dem Weihnachtsgeschäft 2017, aber weniger als die Wall-Street-Erwartungen von 98 Milliarden US-Dollar. Es ist nicht das erste Mal, dass Apples Aktienkurs nach Bekanntgabe einer Rekordbilanz fällt, weil das Unternehmen zeitgleich nur vorsichtige Aussichten für den nächsten Dreimonatszeitraum gibt, die dann meist deutlich übertroffen werden.

Im Berichtszeitraum hatte Apple 46,89 Millionen iPhones verkauft, kaum mehr als die 46,7 Millionen Geräte des Vorjahres. Das iPhone XR, das nach Ansicht der Analysten zum Kassenschlager werden dürfte, ging in die Bilanz noch gar nicht ein, dafür die neuen Modelle iPhone XS und iPhone XS Max. im Vorjahr war es umgekehrt, iPhone 8 und 8 Plus konnte Apple noch vor Ende September herausbringen, das teurere iPhone X folgte im November.  Entscheidend ist aber der Umsatz, den Apple in der Sparte macht - und dieser ist deutlich gestiegen, von 28,846 Milliarden US-Dollar auf 37,185 Milliarden US-Dollar, der Umsatz pro Gerät stieg also von 618 auf 793 US-Dollar. Wenn das etwas günstigere iPhone XR merklich in die Bilanz eingeht, wird dieser Wert aber wieder fallen.

Wie viele Geräte von jedem Modell Apple verkauft hat, sagt das Unternehmen nicht - und in Zukunft wird man auch gar nicht mehr die Stückzahl erfahren. Finanzchef Luca Maestri begründet dies damit, dass diese Kennzahl den aktuellen Stand der Geschäfte nicht wiedergebe. Schon ab dem nächste Quartal muss man sich also mit dem Umsatz allein begnügen und kann die Geräteanzahl nur noch mehr abschätzen.

Weniger Umsatz hat Apple in der iPad-Sparte gemacht, dieser fiel von 4,8 Milliarden im Vorjahr auf 4,01 Milliarden im September 2018. Die Verkäufe fielen von 10,3 auf 9,7 Millionen Stück. Im Berichtszeitraum hatte es jedoch keine neuen iPads gegeben, das iPad 6 war schon Ende März herausgekommen, die neuen iPad Pro hat Apple erst in dieser Woche vorgestellt. Vor einem Jahr waren die iPad Pro 10,5 und 12,9 aber noch relativ neu.

Der Mac legt beim Umsatz zu, von 7,17 auf 7,41 Millionen US-Dollar, die Verkäufe sinken leicht um zwei Prozent auf 5,3 Millionen Stück.

Das Services-Geschäft hat gegenüber dem Vorjahr um beeindruckende 17 Prozent zugelegt, die 9,98 Milliarden US-Dollar Umsatz verfehlen die Wall-Street-Erwartungen von 10,2 Milliarden US-Dollar aber knapp. In die Services gehen unter anderem Apple-Music-Abos und App-Verkäufe ein. Auch einen starken Zuwachs erlebten die "anderen" Verkäufe, von 3,2 auf 4,23 Milliarden US-Dollar. Die Apple Watch hat dabei sicher wesentlichen Anteil, Apple nennt dafür aber seit jeher keine konkreten Zahlen, ebensowenig für Homepod und Airpods.

Aus Protest: Frauenmarsch bei Google

Am morgigen Donnerstag organisiert eine Gruppe von 200 Google-Mitarbeiterinnen einen firmenweiten Frauenmarsch gegen sexuelles Fehlverhalten im Unternehmen. Wie firmeninterne Quellen gegenüber Buzzfeed berichten , prangern die Protestierenden an, dass Google Mitarbeiter in Führungspositionen schütze, die wegen sexueller Belästigung angezeigt wurden.

Anlass für den Frauenmarsch ist ein Enthüllungsartikel , der in der vergangenen Woche in der New York Times veröffentlicht wurde. Der Artikel deckt das sexuelle Fehlverhalten von Android-Schöpfer Andy Rubin und anderen Führungskräften auf. Diese Taten würden von Google nicht ausreichend abgestraft. So soll Rubin eine Mitarbeiterin vor fünf Jahren zum Oralsex gezwungen haben. Anstelle Rubin ohne Abfindung zu kündigen, schnürte Google dem Android-Erfinder ein Rücktrittspaket mit einer Abfindung in Höhe von 90 Millionen US-Dollar. Weitere ranghohe Mitarbeiter, die ebenfalls durch sexuelles Fehlverhalten aufgefallen waren, sind noch immer in Führungspositionen bei dem Internetkonzern beschäftigt.

In der vergangenen Woche hatte die Führungsetage von Google zwar bereits ein Meeting zu den Vorfällen veranstaltet. Doch über die müden Erklärungsversuche um Rubins Rücktritt zeigten sich viele der weiblichen Beschäftigten so wütend und enttäuscht, dass sie in dieser Woche kurzerhand einen Protestmarsch organisierten.

Happy Birthday: Bitcoin feiert 10ten Geburtstag

Heute vor 10 Jahren war die Geburtsstunde der Kryptowährung Bitcoin. Auf der einige Wochen vorher eingerichteten Website Bitcoin.org erschien am 31. Oktober 2008 das Whitepaper "Bitcoin: A Peer-to-Peer- Electronic Cash System", in dem eine Person namens Satoshi Nakamoto die Funktionsweise einer dezentralen und dennoch sicheren digitalen Währung beschrieb. Das achtseitige Werk findet sich hier im PDF-Format.

Über die Person von Nakamoto ranken sich weiterhin viele Legenden. Eindeutig identifiziert wurde sie bisher noch nicht. Somit ist auch bisher nicht bekannt, wer Bitcoin tatsächlich erfunden hat. Am 9. Januar 2009 war der zweite, große Meilenstein der noch jungen Bitcoin-Geschichte: Damals erschien Bitcoin 0.1 und die ersten der maximal 21 Millionen möglichen Bitcoin wurden "geschürft".

Die erste Transaktion, bei der Bitcoin gegen ein reales Gut getauscht wurden, fand am 22. Mai 2010 statt. Ein Tag, der seit dem als Bitcoin Pizza Day gefeiert wird. An diesem Tag erklärte sich ein Verkäufer bereit, zwei Pizzas gegen 10.000 Bitcoin zu tauschen. Gemessen am heutigen Bitcoin-Wert kosteten die beiden Pizzas damit 56 Millionen Euro...

Aktuell ist der Bitcoin nämlich um die 5.600 Euro wert und hat bewegte 12 Monate hinter sich. Mitte Dezember 2018 wurde der bisherige Höchstwert von knapp 17.600 Euro pro Bitcoin erreicht. Seit dem gab der Wert wieder deutlich nach und schwankt an vielen Tagen.

Bitcoin begründete auch den Markt der Kryptowährungen und dominiert diesen mit aktuell etwas über 54 Prozent. Zu den am weitesten verbreiteten Kyprowährungen gehören neben Bitcoin auch Ethereum und Ripple, jedenfalls was die Marktkapitalisierung angeht. Mit etwa 97 Milliarden Euro ist die Marktkapitalisierung beim Bitcoin am höchsten. Ethereum und Ripple folgen mit deutlichem Abstand mit 18 Milliarden beziehungsweise 15,7 Milliarden Euro.

Über die Ursachen für die starken Wertschwankungen wird oft spekuliert. Aufgrund der dezentralisierten Struktur ist Bitcoin auf viele Einflüsse anfällig. Manipulationen aber auch oft emotionale Reaktionen der Marktteilnehmer, haben sicherlich den Bitcoin-Wert vor allem in den vergangenen 12 Monaten, immer wieder stark beeinflusst.

Dennoch gibt es auch weiterhin "Experten", die davon ausgehen, dass Bitcoin spätestens zum 20sten Geburtstag einen Wert von über 100.000 US-Dollar haben wird. Ob das stimmt? Das wissen wir wohl spätestens am 31. Oktober 2028. Kurz- und mittelfristig ist eher weiterhin mit hohen Wertschwankungen zu rechnen.

Derzeit ist zu beobachten, dass Bitcoin knapp über seinen "Betriebskosten" läuft. Das Prinzip von Bitcoin basiert auf dem Rücken von "Minern", die leistungsstarke Computer verwenden, um komplexe Algorithmen zur Verarbeitung von Transaktionen abzuschließen.

Diese Algorithmen erfassen und verschlüsseln Datensätze von Bitcoin-Transaktionen in der Blockchain. Die Miner werden für diese Arbeit mit neuen Bitcoins bezahlt, die nach Abschluss dieser Arbeit "abgebaut" werden. Dies ist jedoch nur dann rentabel, wenn die Miner einen Anreiz haben, den "Abbau" fortzusetzen, was bedeutet, dass der Preis für einen Bitcoin immer etwas höher sein muss als die Kosten für den Abbau - sonst hören die Miner auf...

Dieses Mining von Bitcoin verbraucht aber auch viel Energie. Forscher haben kürzlich davor gewarnt, dass die steigende Popularität dieser und anderer Kryptowährungen der Erde aufgrund steigender Erderwärmung schaden könnte.

Abschaffung der Zeitumstellung könnte sich verschieben

Ursprünglich war die Abschaffung der halbjährlichen Zeitumstellung in Europa bereits für das nächste Jahr geplant. Dieser Zeitplan ist einigen EU-Ländern jedoch zu knapp kalkuliert. Mehrere EU-Verkehrsminister haben sich gegen die Abschaffung im Jahr 2019 ausgesprochen. Einigen Ländern sei es lieber, wenn die Abschaffung erst im Jahr 2021 erfolge, bestätigte der österreichische Verkehrsminister Norbert Hofer in dieser Woche bei einem informellen Treffen der EU-Verkehrsminister in Graz. Bis Ende 2018 wollen sich die EU-Länder auf einen konkreten Termin einigen.

Nach einem Vorschlag der EU-Kommission sollen die EU-Länder im nächsten Jahr wählen , ob sie künftig die Normal- oder die Sommerzeit bevorzugen. Die Länder, die sich für eine permanente Sommerzeit entscheiden, würden dann ein letztes Mal im März 2019 die Uhren umstellen, alle anderen Länder stellen im Oktober 2019 ein letztes Mal die Uhren um. Zu der Entscheidung für die Abschaffung der Zeitumstellung kam es durch eine Online-Umfrage, bei der mehr als 80 Prozent der 4,6 Millionen Teilnehmer für eine Abschaffung stimmten. Für eine Umsetzung der Vorschläge der EU-Kommission müssen das Europaparlament und die EU-Staaten mehrheitlich zustimmen.

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