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Morgenmagazin vom Freitag, 20. April 2018

20.04.2018 | 06:52 Uhr |

Cook erteilt iOS-macOS-Merger klare Absage +++ Alexa Skills noch einfacher erstellen +++ TSMC wanrt vor schwacher Nachfrage +++ Ärger für iPhone-Knacker: Neue iOS-Funktion blockt GrayKey-Box +++ Malware: Zehntausende Facebook-Konten gekapert +++ Amazon vereinfacht US-Bestellungen für deutsche Nutzer +++ Amazon Prime hat über 100 Millionen Mitglieder

20. April: Pflanzliche Wirkstoffe

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Gestern sprachen wir an dieser Stelle über die Gefahren der Substanz LSD, die schwere Psychosen auslösen kann und deshalb bei der Freizeitgestaltung besser keine Nebenrolle spielen sollte. Auch von anderen Mitteln raten wir mal besser ab, den Kiffen macht dumm, wie in der Vergangenheit mehrere Studien bewiesen haben. Wobei die meisten dieser Studien einen schweren Haken hatten. Zwar konnten diese mit wissenschaftlichen Methoden nachweisen, dass der IQ von Leuten, die regelmäßig die Blüten der Cannabis sativa genossen, niedriger ist als der einer vergleichbaren Kontrollgruppe. So weit, so schlecht für die Kiffer, aber nicht unbedingt die Ausgangsthese stützend. Könnte es nicht so sein, dass Menschen mit eher geringem geistigen Niveau eher zur verbotenen Droge griffen als solche mit mehr Grips in der Birne? Im Jahr 2012 wollte dann aber die Duke Universität in Durham, North Carolina, mit Hilfe einer Langzeitstudie nachgewiesen haben, dass der IQ von Jugendlichen, die Gras rauchten, in der Tat mit der Zeit absank. Aber auch hier ein kleiner Haken: Mag sein, dass THC der Gehirnentwicklung in der Pubertät extrem schadet, wer aber im Erwachsenenalter öfter mal zur Bong greift, muss deshalb nicht verblöden.

Dumm ist, wer dummes tut, lässt Robert Zemeckis seinen Helden Forrest Gump im gleichnamigen Film philosophieren. Besonders klug erscheint es uns in der Tat nicht, sich täglich zuzudröhnen. Dabei spielt es aber keine Rolle, ob das mit Marihuana oder mit Alkohol geschieht. Wissenschaftliche Studien und weniger wissenschaftliche Alltagsbeobachtungen zeigen aber, dass Saufen durchaus zur Verblödung führt, das Glas Wein zum Essen und das Feierabendbier aber weniger schädlich sind. Die Dosis macht eben das Gift.

Und genau hier hat die ansonsten recht nützliche Hanf-Pflanze nun einmal ein Problem. Denn da Kiffen in der Regel illegal ist, setzen die Produzenten auf eine hohe Wirksamkeit ihrer Erzeugnisse, das ist mit den Zeiten der Alkoholprohibition in den USA durchaus vergleichbar. Auch damals wurden in den illegalen Kneipen eher stark alkoholhaltige Getränke und Destillate verzehrt, während heute Genießer einen nicht immer zu ungesunden Mix von leichten Bieren und Weinen zu sich nehmen. Drogenexperten sind der Auffassung, dass es auch Light-Produkte aus Cannabis-Pflanzen geben werde, wenn die Pflanze nicht mehr im Verborgenen blühen und gedeihen muss. Mittlerweile gibt es Cannabis in Deutschland legal auf Rezept, der Haken dabei ist aber ein gewaltiger. Denn nur Schmerzpatienten erhalten auf Verschreibung Zugriff zu der Droge, tauschen möchte man gewiss mit keinem der legalisierten Cannabiskonsumenten.

Warum aber ausgerechnet der 20. April als Weltkiffertag im Kalender steht, hat mit einer wohl übertriebenen Verharmlosung der auch als Medikament nutzbaren Substanz zu tun. Jeden Tag um 20 nach vier oder 4.20 sollen sich Freunde des Krauts in Kalifornien zum gemeinsamen Quarzen verabredet haben und wenn der Tag in amerikanischer Schreibweise auf jene 420 fällt, ist das Grund für einen Extrazug am Joint. Für uns nicht, wir bevorzugen weiterhin eher ein kühles und leichtes Feierabendbier und das weit später als um zwanzig nach vier. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Letzter Ausweg: Die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) ist zum Schutz der Apple ID an sich unerlässlich. Passieren kann auch nicht viel, es ist kaum möglich, einen der zwei Faktiren zu verlieren: ein anderes iOS- oder macOS-Gerät oder Mac, das mit der Apple ID verknüpft ist, die hinterlegte Telefonnummer (es geht auch Festnetz) oder Ausweichnummern. Sollten aber alle Stricke reißen, bietet Apple einen letzten Rettungsanker in Form einer halbautomatischen Wiederherstellung der Apple ID. Dies kann mit allen dafür notwendigen Prüfungen aber ein paar Tage dauern.

Klare Ansage: macOS und iOS werden nicht zu einem Betriebssystem verschmelzen, hat Apple-CEO Tim Cook diesbezügliche Gerüchte gegenüber dem Sydney Morning Herald dementiert. Bei Apple glaube man nicht daran, die Produkte verwässern zu müssen. iPad und Mac seien beide großartig und das, weil Apple die beiden Geräte dazu gebracht habe, ihre Aufgaben bestens zu erledigen. Ein Zusammenschluss der Plattformen würde aber für Mac und iPad allerlei Kompromisse bedeuten, die man nicht eingehen wolle. Auch die Anwender wollten diese Art von Merger, von denen viele sprechen, nicht wirklich haben.

Vereinfacht: Das Erstellen von Alexa Skills wird nun noch einfacher. Bisher musste man einige Programmierkenntnisse mitbringen, um Amazons Echo-Lautsprechern die Fähigkeiten zu verleihe, bestimmte Aufgaben zu erledigen, die man mit eine Sprachkommando auslöst, etwa: "Lies mir die Nachrichten von Macwelt.de vor". Mit Alexa Blueprints kann nun jeder aus 20 Vorlagen im Browser in wenigen Minuten Skills erstellen, die auch sofort auf allen angeschlossenen Echo-Geräten zur Verfügung stehen. Wie Michael Simon von Macworld lobt, ist es Amazon, das ein Feauter bringt, das man eher von Google und besonders Apple erwartet. Der Handelskonzern habe verstanden, was die Leute wirklich von Smartspeakern erwarten: Einfache Benutzung, Kontrolle über eine große Zahl von Smart-Home-Geräten und Antworten auf alles. Mit Blueprints könne man Alexa gewissermaßen personalisieren und dem AI-Assistenten Dinge beibringen, die er nur auf den eigenen Geräten wissen und nicht dafür sein gesamtes Netz in Einsatz bringen muss.

Vorzeichen: In gut sechs Wochen beginnt die WWDC in San Jose. Apple wird auf der Entwicklermesser erstmals Einblick in iOS 12 und macOS 10.14 geben, schon jetzt aber sind deutliche Spuren der Systeme zu sehen, berichtet 9to5Mac. Es sei jedes Jahr das geliche Muster, ab Januar könne man in den Weblogs vereinzelte Zugriffe von Safari in neuen Systemversionen erkennen, bis zum Frühjahr nehme das zu und mehrere hundert Seitenaufrufe geschehen mit internen Vorabversionen von Apples Büros und Laboren aus. So ist es auch heuer, in dieser Woche habe man einen ersten signifikanten Peak in den Statistiken gesehen - die Testerei bei Apple wird also immer intensiver.

Warnung: TSMC, Apples Chip-Zulieferer aus Taiwan, warnt vor einer schlechteren Bilanz im zweiten Quartal. Es gebe eine "andauernd schwache Nachfrage" im mobilen Sektor. Dies dürfte auf den größten Kunden Apple zurück zu führen sein, was Befürchtungen neuen Auftrieb gibt, das iPhone habe seinen Gipfel erreicht und könne nicht mehr weiter wachsen. Apple wollte zu den Berichten keine Kommentare abgeben, an der Wall Street verlor die Aktie des iPhone-Herstellers in Folger der TSMC-Warnung aber gleich mal fast drei Prozent an Wert.

Weitere Nachrichten:

Ärger für iPhone-Knacker: Neue iOS-Funktion blockt GrayKey-Box

Mit der Entschlüsselungsbox GrayKey des US-Unternehmen Grayshift können Behörden gesperrte iPhones entsperren – sogar Codes mit sechs Stellen werden innerhalb eines halben Tages per Lightning bzw. USB-Zugriff geknackt. Die Geräte nutzen dazu eine Schwachstelle von iOS, gegen die Apple aber anscheinen bereits eine Abwehrfunktion entwickelt hat.

Schlecht für Grayshift: Schon in der Betaversion von iOS 11.3 war eine neue Schutzfunktion aufgetaucht, die GrayKey unbrauchbar macht. Wie die Seite Motherboard unter Berufung auf einen Kunden von Grayshift berichtet, handelt es sich dabei um den neuen iOS-Sicherheitsmodus "USB Restricted Mode": Ist diese Systemoption aktiv, sperrt sich nach einer Woche ohne Nutzung die USB-Funktion der Lightning-Schnittstelle automatisch – und der Zugriff von GrayKey ist geblockt.

Der Benutzer muss den USB-Modus (etwa ein iTunes-Backup) offenbar mindestens einmal pro Woche verwenden, sonst erfolgt die Sperre und das Gerätepasswort wird für die Entsperrung abgefragt. Das Aufladen zählt offenbar nicht als Entsperrung: Man kann das ein gesperrte iPhone weiter über die Lightning-Schnittstelle aufladen, durch Sperrung der USB-Schnittstelle ist aber kein Zugriff auf das System mehr möglich. Bisher ist uns allerdings nicht klar, wann die Frist von einer Woche beginnt, Apples Dokumentation ist da etwas unklar. Da nur noch wenige Anwender regelmäßig iTunes oder einen USB-Adapter verwenden, wäre der USB Restricted Mode ja bei den meisten Anwendern fast immer aktiv. So ist ebenfalls unklar ob der Lightning-Audio-Adapter ebenfalls den USB-Modus freischaltet.

Der Grayshift-Mitarbeiter Braden Thomas, ein ehemaliger Apple-Mitarbeiter, musste laut Motherboard deshalb vorsorglich seine Kunden informieren, dass es Probleme mit Geräten mit iOS 11.3 geben könnte. Mit dieser neuen Funktion hätten sie dann nämlich nur eine Woche oder 168 Stunden Zeit ab dem Sperren des Gerätes Zeit, danach wäre Graykey nicht mehr nutzbar. Allerdings konnte Braden dann nach Erscheinen von iOS 11.3 seinen Kunden Entwarnung geben. Apple hatte aus unbekannten Gründen bei Einführung von iOS 11.3 auf die Aktivierung dieser neuen Funktion verzichtet. Bei einem per MDM verwalteten Gerät kann man ihn aber anscheinend manuell aktivieren. Wir vermuten, dass Apple vor Aktivierung dieser USB-Sperre die Funktion erst ausführlich auf mögliche Komplikationen testen will.

Malware: Zehntausende Facebook-Konten gekapert

Sicherheitsforscher von Radware haben ein neues Schadprogramm aufgespürt, das sich in einem Malprogramm namens "Relieve Stress Paint" versteckt. Die Malware wird über Spam-Mails verbreitet, die ein legitimes Malprogramm in Aussicht stellen, das Stress abbauen soll. Nach der Installation lassen sich tatsächlich mit jedem Mausklick Farben und Strichdicke verändern. Im Hintergrund durchforstet die Malware jedoch die im Browser Chrome gespeicherten Cookies und sucht darin nach gespeicherten Passwörter, unter anderem auch für Facebook-Konten.

Die gesammelten Daten werden unbemerkt an einen Server der Kriminellen geschickt. Bislang seien laut Radware schon 40.000 Computer infiziert worden. Darunter dürften sich auch viele gekaperte Facebook-Konten befinden, da viele Nutzer ihre Zugangsdaten für das soziale Netzwerk komfortabel im Browser speichern. Die Sicherheitsforscher entdeckten in der Malware zudem eine Schnittstelle zum Auslesen von Amazon-Logindaten. Von Antiviren-Programmen sei die Malware nicht erkannt worden, da sie sehr behutsam vorgehe. Nutzer von "Relieve Stress Paint" sollten das Programm schnell deinstallieren und neue Passwörter einrichten. Bei Facebook bietet sich zudem die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung an.

Amazon vereinfacht US-Bestellungen für deutsche Nutzer

Amazon will die Ableger seines Online-Shops künftig international besser vernetzen. Für deutsche Kunden soll es so beispielsweise einfacher werden, Produkte im US-amerikanischen Shop zu bestellen. Mehr als 45 Millionen Artikel von Amazon.com stehen laut dem Unternehmen nun auch international zur Verfügung. Um etwaige Probleme bei der Einfuhr der Produkte in den Heimatländern der Kunden will sich Amazon selbst kümmern. Schon bei der Bestellung zeigt Amazon an, welche Einfuhrgebühren und Zölle auf den Kunden zukommen könnten. Dafür wird in einigen Fällen eine Abschlagszahlung fällig, mit der Amazon die gesamten Einfuhrkosten abdecken will. Im Anschluss kümmert sich der Online-Versandriese selbst um die Einfuhrabwicklung und eventuelle damit verbundene Dienstleistungen.

Amazon.com bietet nach wie vor das größte Sortiment. Über den Browser und die Amazon-App können Kunden aus Deutschland den US-Shop nun auch in ihrer Landessprache durchstöbern – unterstützt werden aktuell die Sprachen Deutsch, Spanisch, Portugiesisch und Chinesisch. Auch die Preise werden in der jeweiligen Landeswährung angezeigt, eine Umrechner-App benötigen Kunden nicht mehr. Amazon akzeptiert Zahlungen in insgesamt 25 unterschiedlichen Währungen.

In bestimmten Produktkategorien können Kunden bei einer Bestellung in den USA trotz Einfuhrgebühren und Zoll sparen. Bei unserer Stichprobe schlägt das neue Galaxy S9+ auf Amazon.com inklusive Versandkosten und Zollgebühren mit nur 814 Euro zu Buche. Kunden, die das Smartphone-Flaggschiff direkt beim deutschen Ableger Amazon.de ordern zahlen 832 Euro. Die etwaige lange Lieferzeit sollte bei Bestellungen im US-Shop von Amazon jedoch berücksichtigt werden.

Amazon Prime hat über 100 Millionen Mitglieder

Die Zahl der Amazon Prime Mitglieder ist auf über 100 Millionen angestiegen. In der Vergangenheit hatte Amazon keine konkreten Zahlen zu den Prime-Mitgliedern verraten. In seinem jährlichen Brief an die Aktionäre hat Amazon-Chef Jeff Bezos nun aber zum ersten Mal die Zahl der Prime-Mitglieder beziffert. "13 Jahre nach dem Start, haben wir über 100 Millionen zahlende Prime-Mitglieder weltweit", heißt es in dem Brief.

Im Jahr 2017 seien über 5 Milliarden Objekte über Prime weltweit versendet worden. Außerdem sei in diesem Jahr die Zahl der Mitglieder stärker als in allen Jahren zuvor gestiegen. Auf immer mehr Märkten sei außerdem mit Prime Same-Day oder Free One-Day eine schnellere Zulieferungsart für Bestellungen eingeführt worden. Prime Now ist mittlerweile in 50 Städten in 9 Ländern verfügbar. Der Prime Day 2017, der im Juli 2017 stattfand, sei außerdem der bisher größte Shopping-Event überhaupt gewesen. Der nächste Prime Day findet voraussichtlich um den 13. Juli 2018 statt.

Was die Anzahl der Amazon-Music-Abonnenten angeht, bleibt Bezos eher vage. Der Dienst habe "tens of millions" zahlender Kunden.

Sie können Amazon Prime hier kostenlos 30 Tage lang ausprobieren. Neben dem schnelleren und kostenlosen Premiumversand erhalten die Mitglieder unter anderem  Zugriff auf Amazon Prime Video, unbegrenzten Fotospeicherplatz und die Möglichkeit, 30 Minuten früher Amazon Blitzangebote zu erwerben. Hinzu kommen Twitch Prime und Prime Music. Die Mitgliedschaft kostet nach dem Ende der Probephase 69 Euro pro Jahr.



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