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Morgenmagazin vom Freitag, 22. Dezember

22.12.2017 | 06:55 Uhr |

Schwacher Akku: Sammelklage wegen iOS-Bremse Apple +++ Apple Watch soll bald EKG erstellen +++ Neue Richtlinien für Bitcoin- und VPN-Apps +++ Verbraucherschützer: Amazon Alexa / Echo lauscht auch ungewollt +++ Angreifer kapern Wordpress-Seiten für Mining +++ Fire TV: Firefox und Silk Browser veröffentlicht +++ 12 Star Apps: Apps und Programme europäischer Entwickler deutlich günstiger

22. Dezember: Alles in der Norm

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Auch heute früh ist es so dunkel wie gestern und die Tage davor. Aber immerhin sehen wir Licht am Ende des Tunnels, das Jahr geht zu Ende und ab heute am späten Nachmittag, wenn die Sonne schon wieder untergegangen ist, stürzen wir uns in die Feierlichkeiten. Was natürlich auch heißt, dass das nächste Macwelt-Morgenmagazin erst am Montag, den 8. Januar erscheint, zwei Tage nach Heiligdreikönig, am Geburtstag des King. Bis dahin wünschen wir Frohes Fest, eine gute Reise in das neue Jahr und insgesamt eine erholsame und friedliche Weihnachtszeit.

Damit sind wir aber noch nicht fertig, heute haben wir noch ein bisschen was zu tun. Gegen Mittag werden Sie eine Benachrichtigung unserer iOS-App Macwelt erhalten, sofern Sie diese installiert haben und das Versenden von Nachrichten erlaubten. Aber sagen wir's schon jetzt: Um 12 Uhr veröffentlichen wir in der App ein digitales Special mit unseren Prognosen für Apples Jahr 2018. Sie als Abonnenten von Macwelt Plus können diese digitale Ausgabe auch über das Heftarchiv unserer Website beziehen. Damit aber nicht genug: In den Ferien werden wir noch mehrere, jeweils Themen bezogene Specials mit Rückblicken auf das Jahr 2017 veröffentlichen. Lesen Sie nochmals die wichtigsten Tests, Tipps und Ratgeber zu iPhone, iPad, Mac und allem anderen, was mit Apple zu tun hat.

Sie werden in den Ferien auch stets neue Artikel auf unserer Website finden, nun ja, neu aus dem Archiv gezogen und den aktuellen Gegebenheiten angepasst. Ihnen soll ja auf unserer Site nicht langweilig werden, selbst dann, wenn wir ein wenig die Füße hochlegen.

Aber bevor wir uns ein letztes Mal in diesem Jahr um die wirklich neuen Nachrichten der Mac-Welt kümmern, schauen wir noch einmal in das Kalenderblatt des 22. Dezember und entdecken darin zwei gar nicht unwichtige Einträge. Heute vor 100 Jahren etwa gründete sich der Normenausschuss der deutschen Industrie, der heute als das Deutsche Institut für Normung e. V. (DIN) firmiert. Herzlichen Glückwunsch und denken Sie daran, wenn Sie heute noch eine Weihnachtskarte im Format DIN-A5 in einen DIN-C5-Umschlag stecken.

Wenn Sie Ihre Weihnachtpost aber eher elektronisch verschicken, sei Ihnen der 22. Dezember 1947 an das Herz gelegt. Denn an jenem Tag erreichten die Physiker John Bardeen, Walter  Brattain und William B. Shockley in den Bell Laboratories den Durchbruch bei ihren Forschungen und konnten den zuvor nur theoretisch vorhergesagten Transistor tatsächlich herstellen. Ohne dieses bahnbrechende Experiment heute vor 70 Jahren, wären unsere Computer immer noch mechanisch-elektrische Schreibmaschinen mit Vakuumröhren als Schaltelementen. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Klage: Im Fall der ausgebremsten iPhones bei schlechterer Energieversorgung ist es nun beinah erwartungsgemäß zur ersten Klage gekommen. In Kalifornien hat der iPhone-Käufer Stefan Bogdanovich seine Klage damit begründet, dass die Bremse in iOS niemals nachgefragt wurde und er so wie andere Kunden, die sich seiner Sammelklage anschließen könnten, niemals einer derartigen Techni zugestimmt habe. Dadurch sei der Wert gemindert, Apple wolle damit lediglich erreichen, dass iPhone-Käufer schon nach einem Jahr zu einem neuen Telefon greifen, eben jetzt dem iPhone 8 (Plus) oder dem iPhone X. Apple solle daher entweder die Bremse aus iOS entfernen oder einen Schadensersatz zahlen.

Alternativen: Dass weltweit Kunden zornig sind und es nun auch zu Klagen kommt, hat sich Apple selbst zuzuschreiben. Es hätte bessere Möglichkeiten gegeben, den Limitierungen von Lithium-Ionen-Batterien zu begegnen, meint iFixit-CEO Kyle Wiens gegenüber Wired. Vor allem hätte Apple die Kunden darüber aufklären müssen, dass nach etwa 500 Ladezyklen die Batterie nur noch 80 Prozent ihrer Ladung hält und somit den Prozessor auch nicht mehr für intensive Berechnungen ausreichend versorgen kann. Eine leicht zu verstehende Lösung für ein dann eher akzeptiertes Problem wäre auch das Angebot eines Batterieaustauschsets, jedenfalls besser als Manipulationen an der Software, führt Wiens weiter aus. Apple habe aber aktiv gegen Gesetze gekämpft, die eine leichtere Reparierbarkeit von elektronischen Geräten fordern. Die Begründung dafür: Würde man es Kunden erlauben, den Akku leichter zu tauschen, wäre das iPhone eher anfällig für Hacks, auch Industriespionage fiele leichter, käme jeder so einfach an die Innereien des iPhone heran. Apple sollte aber das Verschleißteil Batterie leicht austauschen, fordert Wiens und die Kunden des Konzern zu Zorn auf den Hersteller auf. Lediglich im Rahmen der einjährigen Garantie ersetze Apple "defekte" Akkus. Die Definition dessen ist aber ein wenig schwammig und 500mal geladene Akkus fallen eher nicht darunter.

Gewinnen und verlieren: Aus Sicht Apples ist die US-Steuerreform auf der einen Seite natürlich ein Gewinn. Die Unternehmenssteuer sinkt von 35 auf 21 Prozent, will Apple im Ausland verdientes und angelegtes Geld zurück in die USA holen, wird eine deutlich geringere Steuer als bisher fällig. Doch hat das vom Kongress verabschiedete Gesetz auch eine Kehrseite, von der zuvor niemand sprach und die auch erst in der letzten Fassung in den Text kam. Denn auf Gewinne von im Ausland gewährten Patenten werden nun mehr Abgaben nötig, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Patente und Markenrechte versteuert Apple in der Regel in Ländern mit einer niedrigen Steuerrate, etwa in Irland, und verlangt von anderen Niederlassungen in Hochsteuerländern Gebühren, die etwa in die Europazentrale nach Cork fließen. Eine Strategie der Steuerreduzierung, die auch andere international agierende Konzerne anwenden und die nun nicht mehr so ohne weiteres funktionieren soll. Der Steuersatz auf im Ausland gehaltene Patente soll mindestens 13 Prozent betragen, immerhin soll auch die Besteuerung von Patenten in den USA nicht unter den allgemeinen Unternehmenssteuersatz fallen, sondern auch nur 13 Prozent betragen. So soll es keine Rolle mehr spielen, wo genau die Patente angemeldet sind.

Gesundheit: Die Apple Watch misst seit ihrer ersten Version den Puls und die Algorithmen der Uhr sind laut Studien in der Lage, Vorhofflimmern akkurat zu erkennen. Doch hat die Pulsmessung ihre Grenzen, d a sie nur einen der drei von einem Herzschlag erzeugten Werte tatsächlich erfasst . Das soll sich nun ändern und die Apple Watch in Lage geraten, ein komplettes EKG erstellen zu können, berichtet Bloomberg. Die Messung läuft aber nicht nebenbei, die Probanden müssen mit der Hand, welche die Uhr nicht trägt, den Rahmen der Uhr mit zwei Fingern drücken. Diese schickt dann einen nicht spürbaren elektrischen Strom durch den Körper, der den Herzschlag genauer vermessen hilft. Damit soll eine genauere Diagnose der Herzgesundheit möglich sein und vor allem eine Prognose des Infarktrisikos.

Reality Check : An diesem Artikel unseres Macworld-Kollegen Jason Snell nehmen wir uns ein Beispiel – auch wir werden Ende nächsten Jahres unsere Prognosen  für 2018 überprüfen. Immerhin konnte Snell in der Rückschau sehen, dass Apple doch einige seiner Wünsche umgesetzt, wenn auch nicht in allen Details oder auf eine andere Weise.

Weitere Nachrichten:

Apple: Neue Richtlinien für Bitcoin- und VPN-Apps

Apple hat seine  Richtlinien für den App Store  aktualisiert. Konkret geht es um Apps zum Handel mit Kryptowährungen und Apps für den sicheren Zugang per Virtual Private Network (VPN). Auch die Verwendung von Templates ist nun konkreter geregelt: Wer als App-Entwickler derartige Vorlagen verwendet, muss seine App am Ende selbst im App Store einreichen. Der Template-Anbieter darf dies nicht im Auftrag übernehmen. Damit zwingend verbunden ist auch eine Mitgliedschaft für Entwickler, die 99 US-Dollar pro Jahr kostet.

Auch im Bereich VPN hat Apple seine Richtlinien für den App Store aktualisiert: Demnach dürfen Apps, die einen VPN-Zugang ermöglichen, nicht gegen das lokal geltende Recht verstoßen. In Ländern, in denen eine spezielle VPN-Lizenz erforderlich ist, muss diese beim Einreichen der App beigelegt sein. Zudem müsse ersichtlich sein, welche Nutzerdaten vom Betreiber erfasst werden. Auch Apps zum Handel mit Kryptowährungen will Apple künftig reglementieren: Sie müssen von etablierten Banken, Sicherheitsfirmen oder anerkannten Finanz-Institutionen stammen. Anbieter von Apps, bei denen Loot-Boxen gewonnen werden können, müssen Apple beim Einreichen über die Wahrscheinlichkeit eines Preisgewinns unterrichten. Auch Käufer der Download-Inhalte müssen über die Wahrscheinlichkeiten für einen Gewinn informiert werden. Der Trend zu derartigen In-App-Käufen mit einer zufälligen Auswahl an Preisen ist zwar noch recht jung, Apple will aber offenbar frühzeitig reagieren. 

Verbraucherschützer: Amazon Alexa / Echo lauscht auch ungewollt

Die Verbraucherzentrale NRW warnt: Amazon Alexa/Echo hört mitunter auch dann mit, wenn der Benutzer das gar nicht will. Grund: Alexa „erkennt“ versehentlich das Signalwort „Alexa“ und schaltet dann die Mikrofone ein. Wer ein Amazon Echo besitzt, kann zwischen vier Signalwörtern zum Start von Alexa wählen: "Alexa", "Amazon", "Echo" und "Computer". Wenn Sie das festgelegte Signalwort aussprechen, dann hört Ihnen Echo zu und überträgt Ihre Worte an die Amazon-Server.

Die Verbraucherschützer machten mit mehreren Personen den Test, ob Alexa die gesprochenen Worte mit den festgelegten Signalwörtern verwechseln kann. Anscheinend kann das tatsächlich der Fall sein: Alexa reagierte im Test auch auf ähnlich klingende Begriffe. Das hat zur Folge, dass Echo auch dann Ihre Gespräche aufzeichnet und an die Amazon-Server überträgt, wenn Sie das gar nicht wollen.

So soll Echo zum Beispiel "Alexander" mit "Alexa" verwechselt haben, wenn „Alexander“ am Satzanfang verwendet wurde. Aber auch mitten im Satz gab es Probleme: "Ich möchte unbedingt Urlaub am Amazonas machen" identifizierte Alexa offensichtlich mitunter als das Signalwort „Amazon“ – und Echo schaltete daraufhin die Mikrofone ein. Sogar "komm Peter" soll Alexa mit dem Signalwort "Computer" verwechselt haben.

Der Selbsttest wurde am Beispiel von Amazon Alexa durchgeführt. Das voreingestellte Signalwort wurde im Original und in abgewandelter beziehungsweise erweiterter Form genannt. Das vorbereitete Textmaterial wurde durch zwei Sprecher separat eingesprochen, jeder Testsatz wurde pro Sprecher zehn Mal gesprochen.

Angreifer kapern Wordpress-Seiten für Mining

Das Sicherheitsunternehmen Wordfence hat einen massiven Anstieg bei den Angriffen auf Webseiten festgestellt, die mit Wordpress betrieben werden. Bis zu 14,1 Millionen Brute-Force-Angriffe pro Stunde registrierten die Sicherheitsexperten; mittlerweile sind die Angriffszahlen aber wieder rückläufig. Vor dem Anstieg waren es um die 5 Millionen Brute-Force-Attacken pro Stunde. Bei den jetzt bemerkten Brute-Force-Attacken gegen Wordpress-Webseiten handelt es sich um die größte Angriffswelle, seit Wordfence Angriffe auswertet, also seit dem Jahr 2012.

Die Angreifer versuchen sich Zugriff zum Administrationsbereich der Wordpress-Webseiten zu verschaffen, indem sie Benutzernamen und Passwörter durchprobieren. Dabei nutzen sie offensichtlich auch eine im Internet verfügbare Datenbank, die gestohlene Kombinationen aus Nutzernamen und Passwörtern enthält. Ist der Angriff erfolgreich, übernehmen die Angreifer die Kontrolle über die Wordpress-Installation.

Gegen solche Brute-Force-Attacken nach dem „Try and Error“-Prinzip können Sie sich schützen, indem Sie nur eine begrenzte Anzahl von gescheiterten Login-Versuchen erlauben. Außerdem sollten Sie unbedingt keine Standard-Benutzernamen („admin“) und keine einfachen oder gar vorgegebenen Passwörter verwenden. Nicht benutzte Admin-Konten sollten Sie löschen. Die Einrichtung einer Zwei-Faktor-Authentifizierung schützt Ihren Admin-Zugang ganz besonders effektiv.

Wordfence vermutet, dass ein einziges Botnet hinter den Angriffen steckt. Ziel der Angriffe ist es offensichtlich, Webseiten zu kapern, von denen aus weitere Botnet-Attacken gestartet werden können oder aber auf den eroberten Webseiten die Kryptowährung Monero mithilfe der Mining-Software XMRig zu schürfen. Um Monero schürfen zu können, reicht auch die Leistung von Prozessoren; es wird also nicht die Rechenleistung von Grafikkarten benötigt, wie es beispielsweise bei Bitcoin und Ethereum der Fall ist. Der Kurs von Monero ist in den letzten Wochen stark gestiegen.

Bis zu dem Zeitpunkt, an dem Wordfence ein Update zu diesem Angriff veröffentlicht hat, konnten die Angreifer rund 217 XMR (Monero) schürfen. Das sind umgerechnet über 84.000 Euro.

Fire TV: Firefox und Silk Browser veröffentlicht

Amazon hat in dieser Woche die beiden Browser Firefox und Silk für sein Amazon Fire TV in mehr als 100 Ländern veröffentlicht . Die Software erlaubt das Surfen im Internet über das heimische Fernsehgerät. Neben Filmen und TV-Serien haben Fire-TV-Nutzer über die Browser nun auch Zugriff auf soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, News-Seiten oder Video-Sharing-Services.

Die beiden Browser stehen ab sofort in allen Ländern zur Verfügung, in denen Amazons Fire TV angeboten wird. Laut Amazon wurde der Browser Silk speziell für das Surfen auf der Couch optimiert. Die Software verfügt über eine Bookmark-Funktion und bietet einen kuratierten Homescreen mit Website-Empfehlungen. Die Bedienung erfolgt über die Buttons der Fire-TV-Fernbedienung.

Amazons digitaler Media-Player Fire TV ist weltweit seit 2014 erhältlich. Ende September 2017 wurde bereits die dritte Generation der Hardware angekündigt. Sie läuft mit einer ARM-CPU, 2 GB RAM und dem Betriebssystem Fire OS 6. Als Fire TV Stick ist die Streaming Box auch in einer abgespeckten Version mit eingeschränktem Funktionsumfang erhältlich.

12 Star Apps: Apps und Programme europäischer Entwickler deutlich günstiger

Auch in diesem Jahr gibt es das Angebot von 12 Star Apps. Diesmal sind insgesamt 23 Apps und Mac-Programme von verschiedenen europäischen Entwicklern bis zum 2. Januar 2018 im Umfang, teilweise um bis zu 70 Prozent reduziert. So gehört etwa die App Wohin? (Where To?) von Futuretap dazu, mit der sich beispielsweise Restaurants, Sehenswürdigkeiten und anderes mehr in der Umgebung über das iPhone finden lassen und die nun das iPhone X in der vollen Auflösung bis in die Ränder unterstützt – diese App kostet vergünstigt 99 Cent statt regulär 3,40 Euro. Ähnlich ist es mit iStop Motion für Trickfilmaufnahmen auf dem iPad von Boinx – hier zahlt man statt normalerweise 11 Euro im Angebotszeitraum lediglich 5,49 Euro. Weiter finden sich Programme wie Notebooks, Prizmo oder Money for iOS und auch für den Mac. Wie es auch Prizmo für macOS sowie weitere Programme für das Apple-Betriebssystem gibt, darunter GIF-ted (Filme zu animierten Gifs) oder Remote Buddy, mit dem sich über 100 Mac-Applikationen via unterstützten Fernbedienungen, darunter Apple Remote oder Logitech Harmony Smart und andere, fernsteuern lassen.

Alle Programme finden sich auf dieser Website mit kurzen englischen Beschreibungen, optionalen Unterteilungen nach Betriebssystem und Kategorien sowie Standardpreisen und reduzierten Gebühren bis Anfang nächsten Jahres.

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