2372047

Morgenmagazin vom Freitag, 24. August 2018

24.08.2018 | 07:09 Uhr |

iOS 12 Beta 10 erschienen +++ Apple unterstützt US-Nationalparks +++ Apple nennt Spiele-Stars von morgen +++ Neue Mac-Malware Lazarus tarnt sich als Krypto-Tool +++ Photoshop, Indesign, Lightroom bis zu 40% billiger – Angebot +++ Explodiertes Akku-Ladegerät tötet Mann in Hamburg +++ EU-Stopp für Halogenlampen ab dem 1. September

24. August: Feiertage

Wir wünschen allseits Guten Morgen! "Unglücklicherweise ist dieser Tag gekommen", erklärte Steve Jobs dem Apple-Aufsichtsrat am 24. August 2011 seinen Rücktritt als Apple-CEO. Im Verwaltungsrat werde er verbleiben, die Pflichten des Tagesgeschäftes könne er aber nun endgültig nicht mehr wahrnehmen, weswegen er seinen CEO-Stellvertreter Tim Cook, bisher als COO die Nummer zwei im Unternehmen, als Nachfolger vorschlage. Die im Jahr 2003 diagnostizierte und 2004 erstmals operativ behandelte Krankheit hatte Jobs seither zu mehreren, teils monatelangen Auszeiten gezwungen, in denen er völlig von der Bildfläche verschwunden war (die Lebertransplantation 2009) oder immer wieder für einzelne Auftritte aus dem Krankenstand zurück kehrte: Vorstellung von iPad und iPad 2, WWDC-Keynotes und der allerletzte öffentliche Auftritt bei der Präsentation des heute Apple Park genannten neuen Bürogebäudes für den Stadtrat von Cupertino.

Tim Cook ist also seit heute sieben Jahre Apple-Chef, die Umstände, unter denen er auf den Posten gelangte, sind aber gewiss kein Anlass zum Feiern. Feiertag ist heute nicht in Cupertino, dafür aber in Kyiv, die Ukraine feiert heute 27 Jahre Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Drei Tage nach Scheitern des Putschversuchs gegen den Generalsekretär der KPdSU Michail Gorbatschow und damit dem besiegelten Ende eines neuen Unionsvertrages der sozialistischen Sowjetrepubliken erklärte die Ukraine die Union damit gewissermaßen für beendet. Drei Tage später sollte Moldawien folgen, auch andere Republiken inklusive Russland folgten dem Beispiel, im Dezember hörte die UdSSR tatsächlich zu existieren auf. Man benötigt wohl einen ziemlich schrägen Blick auf die Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts um das Ende der Sowjetunion als dessen größte geopolitische Katastrophe zu betrachten, aber es soll Leute geben, die das nicht nur denken und sagen, sondern auch ihre Politik danach ausrichten. Wollen wir daher heute der Ukraine auf diesem Weg einen friedlichen und freudvollen Feiertag wünschen.

Den 24. August markiert aber auch eine Naturkatastrophe, im 79 n.Chr explodierte im Golf von Neapel plötzlich der Berg, an dessen fruchtbaren Hängen sich eine hoch entwickelte und reiche Zivilisation angesiedelt hatte. Dass der Vesuv ein Vulkan ist, konnten die Siedler nicht wissen, die sich im Altertum an dessen Fuß niederließen. Die Bucht zwischen Surentum und Misenum mit der Nea Polis im Nordwesten ist aber auch zu verlockend gewesen und die Böden rund um den Berg zu fruchtbar, um sie einfach hangaufwärts liegen zu lassen. So staunten die Menschen nur über die seltsamen Manifestationen des Berges, wie sie Plinius der Ältere so eindrucksvoll beschrieb. Die Bewohner von Stabiae, Herculaneum und Pompeji wunderten sich indes nicht mehr lange, die vom Vesuv herabstürzenden pyroklastischen Ströme töteten die Einwohner noch ehe sie hätten "pyroklastisch" aussprechen können. Seither sollte man wissen, mit welch gefährlichem Berg man es in der Gegend zu tun hat. Aber ist nun einmal die Bucht viel zu schön – Stichwort "Neapel sehen und sterben". Vor allem ist der Boden so fruchtbar, nicht trotz, sondern eher wegen der gelegentlichen Ausbrüche. Wann denn nun unglücklicherweise der nächste Tag des Vesuvs kommen wird – wir wissen es nicht. Ein Feiertag wird das aber bestimmt nicht.

Wir hingegen verabschieden uns an diesem Freitag in die Ferien, die ja nichts weiter sind, als lateinische Fest- oder Feiertage (feriae). Richtung Süden zieht es trotz der unbestrittenen Schönheit des Golfs von Neapel diesmal nicht, auch nicht nach Osten gen Kyiv oder nach Westen gen Cupertino, sondern nach Norden. Das Morgenmagazin pausiert daher für zwei Wochen, am 10. September melden wir uns wieder an dieser Stelle. Das ist dann vermutlich zwei Tage vor dem Festtag der iPhone-Keynote.  Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Schlechte Idee: Das Macalope, ebenso scharfzüngiger wie witziger Kolumnist der Macworld, hat sich in seinem jüngsten Beitrag des Themas "Apple soll Tesla kaufen" angenommen. Nein, das ist keine gute Idee, meint der Gehörnte, nur weil Elon Musk und seine Firma offenbar einen Babysitter brauchen, müsste Tim Cook nicht gleich als solcher einspringen. Und die Erfahrung mit Automobiltechnologie, die Tesla in Apple einbringen könnte darf man nicht überschätzen. Denn Apple hat in den letzten Jahren schon etliche Experten angeheuert, auch solche, die zuvor bei Tesla tätig waren. Es besteht also keinerlei Bedarf.

Nachgelegt : Apple hat sein Schema der Veröffentlichungen von Beta-Versionen für iOS gestern durchbrochen und nicht am Montag eine neue Fassung vorgelegt, sondern am Donnerstag Nachmittag nach Cupertino-Zeit. Zudem kommen Developer Beta 10 und Public Beta 8 zeitgleich, sonst lag meist ein Tag dazwischen. Die Versionsnummern unterscheiden sich, weil der Public-Beta-Test erst später begonnen hat und die siebte Developer-Beta nicht zur Public Beta wurde, die Build-Nummer und damit wohl auch die Software ist aber identisch: 16A5364a. Bis zur Golden Master kann es an sich nicht mehr weit sein.

Initiative: Von heute an bis zum 31. August unterstützt Apple die Stiftung der US-Nationalparks mit einer Aktion. Für jede Zahlung, die über Apple Pay in den USA auf Apples Website geleistet wird oder über die Apple Store App, spendet Apple 1 US-Dollar an die Organisation. Abschließend bekommen US-Bürger auch noch eine Challenge auf ihre Apple Watch, mit einem 50-minütigem Training können sie sich am 1. September anlässlich des 50sten Geburtstags des Redwood-Nationalparks eine Sonderauszeichnung verdienen.

Selten: Am 15. September kommt in Boston ein voll funktionsfähiger Apple I zur Auktion, berichtet Newsweek. Die Maschine sei unverändert im Design des Logicboards und kaum gebraucht. Bei einem jüngsten Test sei sie acht Stunden ohne Fehler gelaufen. Von den 200 seinerzeit von Steve Jobs und Steve Wozniak gebauten Apple I sind noch etwa 60 bis 70 erhalten. Experten schätzen, dass für den Rechner in Boston bei ungefähr 300.000 US-Dollar der Hammer fallen sollte, der Rekordpreis, der je bei einer Auktion für einen Apple I erzielt wurde, liegt bei 815.000 US-Dollar.

Kontrovers : Am 4. September erscheint die Auto-Biographie der ältesten Jobs-Tocher Lisa Brennan-Jobs unter dem Titel "Beifang" (im Original: "Small Fry"). In einer Reihe von Interviews, zuletzt mit der New York Times, versucht die 40-jährige, den Eindruck ein wenig gerade zu rücken, der in ersten Rezensionen entstand. Ihren Vater habe sie als kalt und oft verletzend beschrieben, doch habe sie ihm alles verziehen und wolle den Leser dazu bringen, ihm ebenso zu verzeihen. Irritiert sind von dem Buch nicht zuletzt die Witwe Laureen Powell Jobs und deren drei Kinder, die in einem gemeinsamen Statement ausdrückten, Lisa habe "immer zur Familie gehört" und die Beschreibungen in dem Buch träfen nicht den "Vater und Ehemann, an den wir uns erinnern".

Weitere Nachrichten:

Apple nennt Spiele-Stars von morgen

In Köln findet gerade die größte europäische Spiele-Messe Gamescom 2018 statt. Einer der größten Spiele-Distributoren weltweit ist nicht dabei – Apple. Schließlich setzt die Messe immer noch einen Schwerpunkt auf Desktop-Spiele, "richtige" Spiele, würden viele sagen, doch der Vormarsch der Spiele-Apps und mobilen Spielen auf iPhones und Android-Smartphones dieser Welt wird wohl nicht aufzuhalten sein.

Passend zur Gamescom präsentiert der deutsche App Store einige coole Geschichten rund um mobile Spiele unter iOS. Während sich in Köln die Gaming-Stars von heute tummeln, stellt Apple die europäischen Gaming-Stars von morgen vor, wohl eine dezente Andeutung an die Desktop-Rivalen, wohin die Reise in den nächsten Jahren gehen soll... 

Der eine angehende Spiele-Star kommt aus Malmö, Schweden und heißt Martin Jonasson. Mit seiner Ein-Mann-Firma hat Jonasson sein erstes Spiel " Rymdkapsel " entwickelt, dieses wurde ein Riesenerfolg. Sein nächstes Spiel "Twofold" hat es sogar in die Empfehlungen des App Stores geschafft, Jonasson hat vor Kurzem sein drittes Spiel " Holedown " veröffentlicht, das Spiel schaffte es prompt auf den Platz fünf unter Arcade-Spielen.

Der nächste Spiele-Star der Zukunft kommt nach Ansicht Apples aus Paris. Der Gründer von Pixel Hunt Florent Maurin hat im vergangenen Jahr ein Spiel mit einem aktuellen Settings vorgestellt: In "Begrabe mich, mein Schatz" muss sich eine syrische Migrantin in Sicherheit bringen. Über einen Chat berät sie ihr Mann, wie sie dies am besten bewerkstelligen soll – ein klassisches Text-Spiel.

Noch eine Spiele-Schmiede mit Potential sitzt nach Auffassung Apples in Hamburg. Das Entwickler-Team Flaregames GmbH ist mit seinem drei Wochen alten Spiel gleich auf Platz vier der Strategie-Spiele gelandet. " Super Spell Hero " ist ein Puzzle-Duell-Spiel mit Entdecker-Elementen.

Weitere Spiele und Entwicklerstudios findet man in der hübschen Story im App Store . Leider funktionieren die Inhalte nur auf einem iPhone oder iPad ab iOS 11.

Eine Übersicht " Europas größte Spieleentwickler " ist hier zu sehen (Achtung – ebenfalls nur ab iOS 11 lesbar).

Eine Auswahl der Lieblingsspiele auf eigenem Land präsentieren App-Store-Redakteure in dieser Aufzählung (ab iOS 11).

Neue Mac-Malware Lazarus tarnt sich als Krypto-Tool

Auch Malware-Autoren haben den Hype um Kryptowährungen für sich längst entdeckt, dabei bleibt selbst die Apple-Plattform nicht ungeschoren. So machen die Forscher von Kaspersky auf eine neue Mac-Malware der Gruppe Lazarus aufmerksam. Die auch als Operation AppleJeus benannte Malware tarnt sich als ein plattformübergreifend nutzbares Tool für den Handel von Kryptowährungen namens Celas Trade Pro. Das Tool macht einen gebrauchsfähigen Eindruck, nach der Installation kommuniziert es allerdings über einen entfernten Server und lädt über ein Update-System eine Malware, die den Gastrechner komplett kontrollieren kann. Den komplexen Prozess der Kontaktaufnahme und Installation haben die Entdecker auf der Seite Securelist ausführlich dokumentiert. Bei der Malware handelt es sich um ein bereits länger bekanntes Tool namens Fallchill, das die Autoren jetzt auch in einer Mac-Version testen.

Vordergründig funktioniert das Programm wie es soll, auch die Webseite des Anbieter bietet ein wenn auch schwaches SSL-Zertifikat. Auffällig ist laut Forschern aber, dass die Firma Celsas LLC (bei Redaktionsschluss war die Seite nicht mehr erreichbar) für die Registrierung auf Anbieter zurückgriff, die per Bitcoin bezahlt werden können. Allerdings sind sie sich nicht ganz sicher, ob die Firma an den Angriffen beteiligt ist oder nur von den Hackern unwissentlich für die Verbreitung der Malware verwendet wird.

Trotz erschwerter Identifizierung glaubt Kaspersky, dass es sich um eine Malware der Gruppe Lazarus handelt, die Verbindungen nach Nordkorea haben soll. Auffallend finden die Autoren vor allem, dass die als sehr aggressiv bekannte Gruppe erstmals auch auf die Mac-Plattform zielt. Sie sehen darin einen Weckruf, dass man in Unternehmen Software von Drittherstellern nur begrenzt trauen könne. Eine Lösung wie die firmeneigene Sicherheitssoftware wird deshalb empfohlen, die verdächtiges Verhalten erkennen könne. Für Finanztransaktionen wird außerdem Multifaktor-Authentifizierung und die Nutzung von Hardware-Wallets empfohlen, besser noch ein separater eigenständiger Rechner, der weder für Internet noch E-Mail verwendet wird.

Photoshop, Indesign, Lightroom bis zu 40% billiger – Angebot

Normalerweise zahlen Nutzer für alle Apps der Adobe Creative Cloud 59,49 Euro im Monat. Wer allerdings noch bis zum 27. August ein Abonnement abschließt, zahlt nur noch 60 Prozent des ursprünglichen Preises.
 
Für 35,69 Euro erhält der Käufer sämtliche Applikationen der Creative Suite. In dem Paket enthalten sind über 20 Applikationen und Apps von der Creative Cloud, einschließlich Photoshop CC, Indesign CC, Lightroom CC, Illustrator CC und XD CC. Zusätzlich erhält der Nutzer Zugriff auf 100 GB Cloud-Speicher (gegen Gebühr erweiterbar auf bis zu 10 TB), sowie eine eigene Portfolio-Website mit hochwertigen Schriften und Social-Media-Tools.
 
Wer gleich ein Jahres-Abonnement abschließen möchte, spart rund 285 Euro. Anstatt der ursprünglichen 713,86 Euro zahlt der Käufer nun 428,13 Euro.

Explodiertes Akku-Ladegerät tötet Mann in Hamburg

Einen dramatischen Noteinsatz meldet die Feuerwehr Hamburg. Über den Notruf 112 war eine "unklare Explosion" in einem Bürogebäude in St. Pauli gemeldet worden. Aufgrund der unbekannten Situation wurde ein Einsatz mit der Alarmstufe "Feuer mit Explosion" ausgelöst. Vor Ort trafen die Retter allerdings nicht auf ein Feuer, sondern auf einen schwerverletzten Mann.

Der 26-jährige Mann sei durch die Explosion eines Akku-Ladegeräts so schwer verletzt worden, dass er nicht mehr ansprechbar war und reanimiert werden musste. Er wurde nach notärztlicher Versorgung ins Krankenhaus gebracht, so die Feuerwehr in ihrer Mitteilung vom Mittwochabend. Dort starb der Mann dann später, wie die Deutsche Presseagentur am Donnerstag meldet.

Die tödliche Verletzung soll eine Batterie verursacht haben, die bei der Explosion aus dem Ladegerät wie ein Pistolenprojektil schoss und den Mann am Oberkörper traf. Die genaue Ursache der Explosion ist noch unbekannt, und das Landeskriminalamt Hamburg ermittelt in diesem Fall.

EU-Stopp für Halogenlampen ab dem 1. September

Ab dem 1. September 2018 dürfen die meisten Halogenlampen in der EU nicht mehr produziert werden. Damit wird die letzte Stufe der EU-Lampenverordnung wirksam. Vor sechs Jahren, am 1. September 2012, wurde die Produktion der Glühbirnen verboten. Damals war der Aufschrei groß. Mittlerweile haben sich Verbraucher daran gewöhnt, denn die LED-Leuchten sind nicht nur besser geworden, sondern vor allem ihr Preis ist gesunken und sie sind in ausreichender Menge und in vielen Varianten verfügbar.

Die Produktion der Halogenlampen sollte schon vor zwei Jahren gestoppt werden, allerdings verschob die EU den Termin. Ähnlich wie bei den Glühbirnen gilt nun ab dem 1. September 2018: Es dürfen die meisten Halogenlampen nicht mehr produziert werden. Die bereits produzierten Einheiten dürfen noch abverkauft werden.

Ziel der EU-Verordnung ist es, dass alle Produkte vom Markt verschwinden, die eine schlechte Energieeffizienz haben und damit auch schlecht für die Umwelt sind. Am Ende sollen nur noch die Produkte mit dem geringsten Stromverbrauch erhältlich sein. Die dadurch erzielbaren Einsparungen, rechnet die EU-Kommission vor, sind enorm. In der gesamten EU könne so viel Strom gespart werden, wie bisher Portugal allein in einem Jahr verbraucht habe.

Als Erstes traf die EU-Lampenverordnung dabei die besonders energie-ineffiziente Glühbirne. Dadurch wurde dann aber die Halogenlampe beliebter. Diese benötigt allerdings laut EU immer noch fünf Mal mehr Energie als LED-Leuchten, deshalb werden nun die Halogenlampen verboten. Vom Produktionsstopp betroffen sind alle birnen- und kerzenförmigen Halogenlampen mit ungebündeltem Licht. Für Lampentypen, für die es derzeit noch keine Alternativen gibt, gilt das Verbot nicht. So dürfen beispielsweise auch weiterhin R7 Halogenstäbe produziert werden, die an vielen Decken benötigt werden. Halogenlampen mit den Sockeln G4 und G9 dürfen ebenfalls weiterhin produziert werden, wenn sie nicht mehr als 450 Lumen abstrahlen.

Macwelt Marktplatz

2372047