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Morgenmagazin vom Freitag, 24. November 2017

24.11.2017 | 06:58 Uhr |

Razzia bei Apple in Südkorea +++ Statt Rabatten: Gutscheine bei Apple - nur heute +++ Macbook mit iOS? +++ "Alice AR" für iPhone X macht Lust auf mehr AR +++ Breitbandausbau: Geringes Interesse an schnellem Internet +++ Bcon: Fußcontroller ergänzt Maus und Tastatur +++ Kostenloser Ratgeber für Aktfotografie

24. November: Kaufrausch und Lizenztroll

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Sie haben es mit Sicherheit schon gemerkt, wir haben ja auch öfter darauf hingewiesen. Der Einzelhandel schreit heute vergnügt: „I’m back in Black“ In diesem Jahr ist der Termin exakt einen Monat vor dem Heiligen Abend, es ist wieder Black F …, halt, das dürfen wir ja gar nicht schreiben.

Die Wortmarke an dem Begriff, den man mit „Schwarzer Freitag“ ja doch nur unzulänglich beschreibt, hält ein Unternehmen aus Hongkong, das diesen Begriff nicht einmal in seinem Namen führt. So weit, so gut. Was immer noch rechtens ist: Jeder, der den Begriff nun verwendet, um damit Geld zu verdienen, muss eine Lizenz an das Unternehmen abführen. Das ist dessen Geschäftsmodell, Lizenzen von Händlern zu kassieren oder diese abzumahnen, wenn sie - womöglich arglos - ihre Rabatte unter der geschützten Wortmarke anbieten, ohne die Lizenz zu zahlen. So weit, so unschön. Aber rechtens.

Für die Löschung der Marke haben schon mehrere erfolglos geklagt. Doch bisher entschieden die Gerichte: „Brack Fliday“ ist mit richtig gesetztem „l“ und „r“ in Deutschland kein so generischer Begriff, dass ihn jeder kostenfrei verwenden dürfte. „Heiliger Abend“ ließe sich nicht schützen und wahrscheinlich auch nicht „Schwarzer Freitag“. Also klagt man sich halt durch die Instanzen, vielleicht kassiert ein höheres Gericht bisherige Urteile dann doch noch. Bis dahin muss man eben Lizenzen abdrücken oder sich mit „Flack Briday“ oder „Black Week“ oder „Black Hole Sun“ auf dem Markt positionieren.

Was die Sache aber richtig widerlich macht: Die Eigner der Marke mahnen auch Medien ab, die unter dem Begriff „Frack Bliday“  – also dann, wenn er richtig geschrieben ist – von den Rabatten berichten. Zugegeben, bei jedem Kauf verdienen Medien, die das tun - also auch wir - eine kleine Provision, sofern der Käufer von unserer Seite aus zu Amazon, Cyberport , Gravis oder anderen weiter gezogen ist. Das geschieht im gegenseitigen Einvernehmen von Händler und Berichterstatter, der Leser und Käufer hat dadurch keine Nachteile. Sondern eher den Vorteil, über ein Schnäppchen zu erfahren, dass er sonst vielleicht übersehen hätte. Sprich: Auch Medien müssten Lizenzen bezahlen, wollten sie sich vor Abmahnungen schützen.

Das geht aber selbst so weit, dass es nicht einmal einen mit Provision vergüteten Link benötigt, um eine kostenpflichtige Abmahnung zu kassieren. In die Gefahr sind wir gestern an dieser Stelle geraten, als wir über den anstehenden lack riday berichteten, und dabei auch Großbuchstaben einsetzten. Denn unsere Redaktionssystem war so klug, die Veröffentlichung des gestrigen Morgenmagazins so lange zu verzögern, bis wir den bösen Begriff im Text löschten und durch einen unverfänglicheren ersetzten.

Sicher, bisher ist der Markeninhaber im Recht. Bis vielleicht eine höhere Instanz zu einem anderen Urteil kommt, wenn überhaupt, vergeht noch Zeit. Mehr als ärgerlich ist das schon, wenn man bestimmte Begriffe nicht mehr verwenden darf. Vielleicht hätten wir besser auf unsere Rechtschreibkorrektur gehört, die konsequent aus dem B**** F***** eine Black Frieda macht – ohne Witz. Peter Müller

Lesetipps für die Frieda:

Razzia: In Südkorea hat Apple Behördenbesuch erhalten, unmittelbar vor Verkaufsstart des iPhone X im Land. Ein offizieller Grund für die Durchsuchung der Büros ist nicht bekannt, das Magazin Metro meint jedoch, die Behörden seien dem Verdacht nachgegangen, Apple habe mit südkoreanischen Unternehmen "unfaire" Verträge abgeschlossen. Ob nur Apples Mitarbeiter befragt wurden oder ob die Besucher auch Akten beschlagnahmten, ist nicht bekannt. Die Untersuchungen gegen Apple laufen schon länger, dem iPhone-Hersteller wirft die Handelsbehörde vor, lokale Mobilfunkprovider nur unter harten Bedingungen iPhones verkaufen zu lassen. So müssten diese eine gewisse Mindestzahl in Cupertino abnehmen und wären für Reparaturkosten verantwortlich, Reparaturunternehmen könnten gegen Apples Niederlassung im Streitfall nicht klagen. Im Laufe der Untersuchung hatte Apple bereits einige Klauseln angepasst, so besteht der Verdacht, dass die Behörden versuchen, ausländische Unternehmen zugunsten heimischer zu behindern. Das iPhone X sie jedenfalls in Südkorea sehr begehrt, die angeblich 150.000 ins Land gelieferten Geräte seien schon drei Minuten nach Beginn der Vorbestellung ausverkauft gewesen.

Wiederholte Forderung: Hier Macbooks (Pro, Air) mit macOS, dort iPads (Pro) mit iOS – unser Macworld-Kollege Jason Snell meint, diese strikte Trennung sei nicht mehr zeitgemäß. Im Gegenteil sei es nun endlich an der Zeit für ein echtes iOS-Laptop. Das iPad Pro mit iOS 11 ist für Snell bereits ein "richtiger Computer" - mag da Microsoft-CEO Satya Nadella sagen, was er will. Einzig die Laptop-Erfahrung ist noch nicht so richtig gut, also das Balancieren der Maschine mit einer angeschlossenen Tastatur in der Hülle auf den Knien. Zwar gebe es bereits einige Tastaturhüllen, welche die iPad-Keyboard-Kombi so stabil machen, dass es schon gut in die gewünschte Richtung geht, so ganz ist das Ziel aber noch nicht erreicht. Das könne man also besser machen, also: Apple. Das Macbook (Pro) könne ein solches Gerät nicht ersetzen, für viele Zwecke würde es aber dienen und seine Kunden daher finden. Als Beispiel führt Snell das Pixelbook von Google an: Ein Chromebook mit Touchscreen, das auch Android-Apps laufen lassen kann. Wie wäre es etwa mit der Wiederbelebung des iBook? Und wenn Apple schon mal dabei sei, wäre nicht auch ein darauf aufbauender Desktop, ähnlich dem Surface Studio von Microsoft nicht auch eine Idee?

Rabatt: Oh, Apple macht in diesem Jahr beim B.F. dann doch mit. Riesige Rabatte darf man aber nicht erwarten, im Gegenteil, einen echten Preisnachlass gibt es nicht. Aber immerhin bekommt man Gutscheine für den Apple Store, wenn man am heutigen Tag bei Apple einkauft, weshalb diese Aktion auch konsequent nicht B.F. heißt, sondern "Eintägiges Shopping-Event". Gutscheine in Höhe von 50 Euro gibt es beim Kauf eines neuen iPad oder iPad Mini, dem iPhone 7 (Plus) und dem iPhone 6 (Plus). Gar 100 Euro in Form künftiger Preisnachlässe legt Apple beim iPad Pro drauf, beim Kauf eines Mac gar 150 Euro. Wer ein iPhone SE oder eine Apple Watch (Series 1) kauft, bekommt noch einen 25-Euro-Gutschein draufgelegt.

Warnung : Mozilla arbeitet mit Troy Hunt, dem Betreiber der Website "Have I been pawned" zusammen, um Nutzer des Browsers Firefox rechtzeitig vor gehackten Websites zu warnen. Besucht man eine solche, blendet der Browser eine entsprechende Warnung ein. Eine Vorabversion des Add-Ons ist bereits bei GitHub zu bekommen, dieses funktioniert derzeit aber nur mit der Entwicklerversion von Firefox.

Maßnahme : Foxconn kündigt an, die nach chinesischem Recht illegale Praxis beendet zu haben, Schüler und Studenten länger als 40 Wochenstunden arbeiten zu lassen. Anfangs der Woche hatte die Financial Times berichtet, dass Minderjährige Überstunden leisteten, Apple hatte nach einer Untersuchung die Vorfälle bestätigt, aber der Darstellung widersprochen, die jungen Leute seien dazu gezwungen worden. Foxconn räumt in einem Statement ein, dass die Bemühungen um den Schutz von Arbeitern nie zu einem Ende kommen können, man sich aber darum sorge, dass über die gesamte Lieferkette die Gesetze eingehalten würden.

Auf Umwegen: Apple hat auch Druck der chinesischen Regierung aus dem dortigen App Store 674 VPN-Apps entfernt, mit deren Hilfe man die staatliche Zensur im Internet umgehen konnte. Kritik musste nicht lange auf sich warten lassen, mehrere Senatoren beider großer US-Parteien wollten von Apple Erklärungen, warum man Chinas Zensoren unterstütze. Diese kommt prompt von Apples Vice President of Public Policy Cynthia Hogan und fällt überraschend aus. Denn Apple helfe den Behörden bei der Unterdrückung der Meinungsfreiheit um diese davon zu überzeugen, dass freie Rede und eine offene Gesellschaft große Vorteile bieten. Konkret schrieb Hogan an die Senatoren, dass man nicht glücklich mit den Maßnahmen sei, die Alternative, nicht zu kooperieren, aber weit schlimmer wäre: "Wir glauben, dass unsere Präsenz in China dabei hilft, eine größere Offenheit zu fördern und den freien Fluss von Informationen und Ideen unterstützt. Wir sind davon überzeugt, dass Apple am Besten Grundrechte fördert, darunter das recht auf frei Meinungsäußerung, indem wir uns engagieren, auch wenn wir bestimmte Gesetzen eines Landes ablehnen." Mag sein, dass das Reality Distortion Field in Cupertino immer noch hält und auch den US-Senat überzeugt.

Weitere Nachrichten:

"Alice AR" für iPhone X macht Lust auf mehr AR

Was eignet sich besser als Vorlage für ein geiles AR-Spiel als das Märchen von Lewis Carroll "Alice im Wunderland", wandert darin doch die Protagonistin durch surreale Welten? Die Entwickler von Avatariko haben sich wohl das Gleiche gedacht und die Vorlage von Carroll in ein AR-Spiel umgesetzt. Das eigene Wohnzimmer verwandelt sich dann in den Wald, wo vormals Alice eingeschlafen ist. Auf dem Boden, besser gesagt, aus Löchern im Boden springen plötzlich Märzhasen heraus, mal eröffnen sich Portale in andere Realitäten. Das Spiel ist sehr schön umgesetzt, auch die Idee hinter ARKit kommt zur Geltung, muss sich doch der Spieler im Raum bewegen um einige Aufgaben zu erledigen. Schade finden wir allerdings, dass das Spiel sehr kurz geraten ist, mit nur zwei Levels ist es eher eine Demo als ein vollwertiges Game. Die Entwickler versprechen jedoch, bald neue Levels zu bringen. Zumindest finden sich am Ende die bekannten Charaktere wie die Grinsekatze in einer Teegesellschaft, die auf die Fortsetzung warten.

Das Spiel " Alice AR" gibt es kostenlos im App Store, die App erfordert mindestens iOS 11, ist auch mit iPads (ab iPad 5. Generation) kompatibel. Dies folgt nicht aus der Beschreibung, aber das Spiel ist ebenfalls für Deutsch lokalisiert.

Breitbandausbau: Geringes Interesse an schnellem Internet

Kabelnetz-Anbieter könnten in vielen Gebieten schon jetzt Anschlüsse mit einem Gigabit pro Sekunde anbieten. Laut einem Bericht von Golem lassen sich die Unternehmen mit derart schnellen Breitbandtarifen jedoch Zeit. Der Grund dafür ist einfach: Die Nachfrage sei schlicht zu gering. Frank Posnanski, Finanzvorstand von Tele Columbus, geht davon aus, dass Datenraten von einem Gigabit pro Sekunde lediglich für Nerds interessant sind. Beim Rest der Bevölkerung bestehe hingegen kaum Bedarf an so schnellen Internetzugängen.

Bei der Telekom ist selbst mit Vectoring derzeit bei 100 MBit pro Sekunde Schluss. Kabelanbieter können hingegen viel schnellere Internetzugänge anbieten. Wolf Osthaus, Vizepräsident bei Unitymedia, ist ebenfalls der Meinung, dass derart schnelle Zugänge marktgerechte Preise erfordern, die Investitionen rechtfertigen und eine Marktentwicklung zulassen. Der Übertragungsstandard DOCSIS 3.1 ermöglicht Kabelanschlüsse mit einem GBit pro Sekunde und damit ein Tempo, wie man es sonst nur im heimischen LAN kennt. Im Upload sind maximal 100 MBit pro Sekunde möglich. Ein Austausch der Kabel sei hierfür nicht erforderlich. Lediglich die Modems müssten ausgetauscht werden. In Bochum baut Unitymedia Anschlüsse mit Docsis 3.1 aus, danach sollen Gebiete außerhalb von Nordrhein-Westfalen angebunden werden.

Bcon: Fußcontroller ergänzt Maus und Tastatur

Die in Deutschland entwickelte Gaming-Peripherie mit dem Namen Bcon (Better Control) soll die Steuerung mit Maus und Tastatur um einen zusätzlichen Eingabekanal erweitern. Konkret handelt es sich bei Bcon um einen Fußcontroller, der kabellos mit dem PC verbunden wird. Durch integrierte Sensoren erfasst das am Schuh oder Fuß befestigte Gadget seine Lage im Raum in Echtzeit und übersetzt Änderungen in Eingabebefehle. Vorgesehen sind sechs Bewegungen, die zusätzliche Aktionen im Spiel auslösen. Das Anheben der Ferse könnte beispielsweise den lautlosen Schleichmodus aktivieren.

Bcon ist grundsätzlich kompatibel mit allen PC-Spielen, die eine Steuerung über Tastatur zulassen. Die zugehörige Software soll komplexe Konfigurationen ermöglichen. So könne eine fließende Bewegung des Fußes ganze Tastenfolgen auslösen. Ihre Konfigurationen sollen Spieler auf der Webseite des Herstellers teilen können. Bcon richtet sich einmal an Core-Gamer, die in ihrem Lieblingsspiel mehr Leistung anstreben. Doch auch Spieler auf der Suche nach mehr Komfort sollen vom Gadget profitieren. Für Menschen mit Behinderung könnte Bcon ebenfalls das Spielen erleichtern. Bcon soll 2018 in den Handel kommen. Einen Preis nennt der Hersteller noch nicht. Durch eine Registrierung auf der offiziellen Webseite sollen sich jedoch bis zu 40 Prozent sparen lassen.

Kostenloser Ratgeber für Aktfotografie

Sie haben genug von Landschafts-, Tier- und Architekturaufnahmen – jetzt soll es mal der menschliche Körper werden. Nackt. Dass dabei einiges schiefgehen kann, was den Kontakt zwischen Fotograf und Modell danach möglicherweise belastet, liegt auf der Hand, wenn vorab nicht genau darüber gesprochen wird: Wie nackt darf es sein, mit welcher Art Kleidung soll eventuell noch eine besondere Wirkung erzeugt werden, welche Pose soll das Modell einnehmen und soll das Shooting in einem Raum (Gestaltung?) oder besser in der Natur stattfinden?
 
Ob Sie ein schönes ästhetisches Foto hinbekommen, hängt also nicht nur von der vorhandenen Kamera ab, sondern von einer guten Planung. Der Fotograf Charlie Dombrow, seit über 40 Jahren in der Fotobranche unterwegs, macht Aktaufnahmen am liebsten mit einfachen Mitteln. Tipps für Modell-Posen zeigt er mit seinen Fotos in "Easy Akt – 7 Schritte für ein sexy Shooting daheim", einem kostenlosen Ratgeber, den Sie sich als PDF herunterladen können .

Der Profi-Fotograf gibt außerdem Tipps zur Gestaltung der Aufnahmen, zum Einsatz von Smartphone oder Hobbykamera und wie Sie Aufheller und extra Lichtquellen nutzen können. Erklärt wird, was Sie bei der Wahl der Location beachten müssen (etwa in leerstehenden Gebäuden) und wie Sie Ihr Modell dazu bringen, möglichst entspannt zu posieren. Und welche Tricks lassen sich anwenden, um Problemzonen zu kaschieren und wie können Sie Bilder im Nachhinein noch ein wenig aufpeppen?
 
Der kleine Ratgeber, der mit einem kurzen Interview mit Charlie Dombrow schließt, ist durchaus hilfreich.
Es wäre allerdings schön gewesen, nicht nur Aktaufnahmen mit weiblichen, sondern auch mit männlichen Darstellern in die Fotoauswahl aufzunehmen.

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