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Morgenmagazin vom Freitag, 26. Januar 2018

26.01.2018 | 06:58 Uhr |

TV-Offensive: Damien Chazelle dreht für Apple +++ Apple versucht's wieder mit E-Books +++ 27 autonome iCars unterwegs +++ Neue Privatsphäre-Warnung für iOS 11.3 und 10.13.4 +++ Chrome 64 erschienen: Google schließt 53 Lücken +++ Termin enthüllt: Google I/O 2018 startet am 8. Mai +++ Geschenkt: 100 GB gratis für Vodafone-Kunden

26. Januar: Do you come from a land Down Under?

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Relativ gelassen gehen wir hierzulande auf die Website Apples, wenn uns heute überhaupt danach ist. In den USA und in Großbritannien hingegen dürften viele Fans bereits begierig erwarten, dass nun endlich die Vorbestellung des HomePod los geht. Kann ja sein, dass wieder ein derartiger Run einsetzt, dass zwischen einer Bestellung um 8.01 Uhr und einer um 8.02 Uhr (UK) respektive einer um 0.01 und 0.02 Uhr (USA, Westküste) ein Unterschied bei der Auslieferung von mehreren Tagen wen nicht gar Wochen besteht. Vielleicht aber ist die Nachfrage gar nicht mal so groß und die Kunden lassen den schlauen Lautsprecher in seinen virtuellen Regalen stehen. Darauf sollte man sich aber eher nicht verlassen, wie das Beispiel AirPods zeigt. Da hatte im Vorfeld auch kaum jemand geglaubt, dass sich die Siri-Stöpsel verkaufen wie geschnitten Brot und man eben warten muss, war man nicht gleich bei Eröffnung des Ladens dort.

Noch in einem weiteren Land beginnt heute die Vorbestellung: Australien. Wenn nun aber Apple wie zuletzt beim iPhone X und den iPhones 8 die virtuelle Bestelltheke zu einer zentralen Uhrzeit öffnet, nämlich eine Minute nach Mitternacht in Cupertino, könnten die meisten Australier den Beginn der Bestellfrist verpassen, weil um 19.01 Uhr Ortszeit in Sydney sicherlich kaum jemand am Computer oder Smartphone hängt, sondern eher bei australischem Bier und gegrilltem Känguru am Strand abhängt: Heute ist Australia Day, der Nationalfeiertag des Land Down Under. Aber da es allen Australiern so geht, bestellen sie halt morgen, die heute Abend nicht zwischen Perth und Sydney, zwischen Darwin und Adelaide georderten HomePods werden gewiss nicht in den Verkauf im Land des ehemaligen Kolonialherren gehen.

Australien feiert heute, dass eine Ladung den umgekehrten Weg ging und nach einer beschwerlichen Schiffsreise am 26. Januar 1788 in Sydney anlandete. An Bord keine smarten Lautsprecher, sondern vorwiegend vom Schicksal gebeutelte arme Schlucker. Australien begann bekannter Maßen als Sträflingskolonie. Wobei viele der auf die andere Seite der Welt verbannten schlicht und ergreifend ihre Schulden nicht mehr bezahlen konnten und zur Zwangsarbeit verdonnert wurden.

Zwanzig Jahre später waren die meisten der Verurteilten längst frei gelassen, wenn auch in prekären Verhältnissen lebend und arbeitend. Fast so wie in der alten Heimat, möchte man meinen, nur eben bei besserem Wetter und vermutlich besserer Küche. Es war allerdings kein Aufstand der Armen und Geplagten, der da am 26. Januar 1808 als Rum Rebellion in die Geschichte einging, eher ein wirtschaftlich-politischer Interessenkonflikt. Während die Regierung des späteren Bundesstaates New South Wales an einer Art von Gefängniswirtschaft festhalten wollte, sahen Unternehmer in einer freieren Wirtschaft bessere Chancen. Um Schnaps aus Zuckerrohr ging es diesen auch, aber nicht nur, das war eine Legende, die später gestrickt wurde, um die Rebellen zu diskreditieren. Aus dem Amt gejagt wurde an jenem Sommertag vor 210 Jahren der Gouverneur, sein Name: William Bligh. Genau der, den Fletcher Christian und seine Mitmeuterer etwas 20 Jahre zuvor von der Bounty vertrieben. Darauf einen Rum. Muss ja kein Pott sein. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Geduld gefragt: Ziemlich sicher arbeitet Apple an einem neuen Video-Streaming-Service, der im Ernstfall vor allem Netflix und Amazon Konkurrenz machen soll. Doch wird es noch eine Weile dauern, bis Apple aus den Startlöchern kommt, das Jahr 2018 könnte auch ohne eine Apple-TV-Service zu Ende gehen. Welche Hürden Apple noch zu überspringen hat, erklärt Jason Snell. Zum einen ist die Entwicklung und Produktion von Shows nicht trivial und kann sich von den ersten Konzepten bis zum abgenommenen Pilotfilm hinziehen. Dann muss Apple auch eine Streming-Infrastruktur aufbauen respektive die für Apple Music geschaffene soweit ausbauen, dass sie auch TV-Inhalte an den Kunden bringen kann. Schließlich stellt sich auch die Frage der Kundenbasis, Netflix hatte mit dem Verleih von DVDs angefangen und Amazon mit dem Verkauf von Büchern - beide hatten für ihre neuen Inhalte gleich jede Menge Kunden, die man allenfalls upgraden müsste. Apple hat mit den rund 30 Millionen Abonnenten von Apple Music jedoch einen Pfeil im Köcher, es fällt aber schwer zu glauben, dass diese für Apple Video nicht noch extra zahlen müssten. Man darf gespannt sein, wie Apple diesen Herausforderungen begegnet.

Prominent: Dass Apple es ernst meint mit den TV-Inhalten, erkennt man auch an der Nachricht über ein neues Projekt des Osccar prämierten Regisseurs Damian Chazelle (La La Land, Whiplash). Dieser werde für Apple eine neue Serie verantworten und dabei alle Folgen schreiben und als Regisseur verantworten, habe Cupertino laut New York Times bestätigt. Chazelle ist auch mit der Serie "The Eddy" für Netflix beauftragt, wird dort aber nur zwei Folgen drehen. Weitere Details zur Chazelle-Serie nennt Apple im Gegensatz zu Netflix keine. Weder ist bekannt, worum es geht noch wie viele Folgen das Projekt umfasse. Einen Pilotfilm werde es nicht geben, das Vertrauen in Chazelle scheint also groß zu sein.

Werkzeuge: Apple will nicht nur von den Spitzenkräften des Filmgeschäfts Inhalte produziert bekommen, sondern auch Nachwuchsregisseure, -drehbuchautoren und -cutter unterstützen. Wie der Mac-Hersteller in seinem Newsroom erklärt, sind Nachwuchskünstler in Hollywood intensiv Apples Hardware- und Softwareprodukte, um mit geringem Budget Kurzfilme zu drehen und zu schneiden. Zum Einsatz kommen dabei iPad, Macbook Pro und als Software Final Cut Pro X. Wenn die jungen Leute sich dann erstmal einen iMac Pro oder gar einen der kommenden Mac Pro samt 8K-Display leisten können, wird es wohl nicht nur bei Kurzfilmen bleiben, auf die Apple stolz verweisen kann...

Neuauflage: Apple hat in iOS 11.3 nicht nur seinen E-Book-Reader iBooks in "Books" umbenannt und wird das früher oder später so auch in macOS umsetzen, wie Bloomberg berichtet, hat Apple weitere Pläne mit dem Vertrieb elektronischer Bücher und will den Kampf gegen Amazon wieder aufnehmen. Dazu werde Apple nicht nur die App umgestalten, sondern habe sich auch extern Hilfe geholt und einen Top-Manager von Amazon abgeworben der auch Erfahrungen beim Großverlag Barnes & Noble gesammelt hatte. Bei der Neugestaltung lege Apple wert darauf, dass das aktuelle gelesene Buch deutlicher erkennbar ist der virtuelle Buchladen soll im Desing dem App Store gleichenm den Apple erst letztes Jahr renoviert hat. Der neue Mitarbeiter Kashif Zahar war zuvor bei Amazon eine Senior Vice President der Hörbuch-Tochter Audible, bei Barnes and Noble Programmverantwortlicher. Apples letzte E-Book-Offensive vor gut zehn Jahren hatten letztendlich Gerichte gestoppt, im Versuch, das Quasimonopol Amazons zu stoppen, hatte sich Apple zu illegalen Preisabsprachen mit fünf Verlagen hinreißen lassen, wie die Justiz letztinstanzlich befand. Die Geschäftsmodelle unterscheiden sich deutlich: Apple will mit einen attraktiveren E-Book-Store seine margenträchtige Hardware begehrenswerter machen, während Amazon die Lesegeräte zu günstigen Preisen anbietet, um mehr Inhalte an die Kunden bringen zu können.

Flottenzuwachs: Apple hat auf Kaliforniens Straßen mittlerweile 27 Fahrzeuge der Marke Lexus unterwegs, die dort autonome fahren und die Entwicklungen aus dem Labor in realen Umgebungen testen. Im April letzten Jahres hatte Apple die Genehmigung für die ersten drei Fahrzeuge erhalten, jeweils vom SUV-Modell RX450h. Über die letzten neun Monate sind 24 weitere Autos hinzugekommen, wie das California Department of Motor Vehicles gegenüber Bloomberg bestätigt. Im letzten Juni hat Apple-CEO Tim Cook offiziell die Entwicklung von Technik für autonome Fahrzeuge bestätigt, aber kein konkretes Ziel genannt oder gar ein bestimmtes Produkt in Aussicht gestellt.

Weitere Nachrichten:

Neue Privatsphäre-Warnung für iOS 11.3 und 10.13.4

Die kommenden Versionen iOS 11.3 und High Sierra 10.13.4 erhalten laut Berichten von Entwicklern eine neue Privacy-Funktion. Ab diesen Systemversionen blendet sich immer ein "Privacy-Symbol" ein, wenn eine Apple-App oder Systemfunktion auf persönliche Daten zugreift. Apple betont bei der Dokumentation zu dieser Funktion, dass seine Geräte und Dienste darauf ausgelegt sind, nur beschränkt Personendaten zu sammeln, Transparenz bei der Sammlung zu zeigen und soweit möglich die Daten nur auf dem jeweiligen Gerät zu verwenden. Ein wenig erinnert uns die Funktion an das Symbol, das sich beim Zugriff auf die Ortungsfunktion einblendet.

Wie einige Entwickler vermuten, könnte die Funktion aber auch die Sicherheit des System verbessern. Will ein Hacker an die kostbare Apple ID eines Nutzers gelangen, gibt es laut dem Entwickler Felix Krause nämlich eine simple Methode: Man integriert einfach in eine unverdächtig erscheinende App ein Abfragefenster: Das Fenster muss nur wie die Passwortabfrage des Systems aussehen, dann würden die meisten Anwender es ohne Nachzudenken ausfüllen. Dazu muss man zwar eine Betrugs-App im App Store platzieren, das ist aber keineswegs undenkbar. Die Anzeige auf Systemebene ist dann aber für eine App eines Drittherstellers nicht möglich, die gefälschte Abfrage wäre dann leicht als "fremde" Abfrage zu erkennen.

Chrome 64 erschienen: Google schließt 53 Lücken

Kurz nach dem Erscheinen von Firefox 58 zieht Google mit Chrome 64.0.3282.119 nach. Für die neue Browser-Version haben die Google-Entwickler den integrierten Pop-up-Blocker weiterentwickelt, um Benutzer besser vor missbräuchlicher Verwendung einiger HTML-Elemente zu schützen. Außerdem haben sie wieder etliche Schwachstellen ausgemerzt. Diese Patches behandeln auch die Spectre- und Meltdown-Anfälligkeiten.

Im Chrome Release Blog schreibt Abdul Syed, es seien 53 Sicherheitslücken beseitigt worden. Er führt allerdings nur die 24 Lücken auf, die durch externe Sicherheitsforscher entdeckt und an Google gemeldet wurden. Dafür schüttet Google Bug-Prämien in einer Gesamthöhe von mindestens 22.000 US-Dollar aus. Drei dieser Schwachstellen sind als hohes Risiko eingestuft. Darunter ist eine Use-after-free-Lücke in PDFium, dem in Chrome integrierten PDF-Betrachter. Mit Details zu den gestopften Lücken hält sich Google wie immer zurück.

Beschwerden über unerwünschte Web-Inhalte machen nach Angaben von Charles Harrison im Chromium Blog 20 Prozent des Feedbacks der Chrome-Benutzer aus. Dazu zählen etwa „Play“-Buttons, die in Wirklichkeit Links zu externen Web-Seiten sind, oder auch transparente Overlays, die alle Mausklicks abfangen und neue Fenster oder Tabs öffnen. Daher haben Harrison und seine Kollegen dem in Chrome enthaltenen Pop-up-Blocker beigebracht, solche Praktiken zu unterbinden.

Schließlich haben die Chrome-Programmierer dem Browser wieder ein paar neue Fähigkeiten mitgegeben, die vor allem für Web-Entwickler interessant sein können. Auch dazu finden Sie im Chromium Blog nähere Angaben sowie weiterführende Links.

Termin enthüllt: Google I/O 2018 startet am 8. Mai

Wie schon im vergangenen Jahr enthüllte Google den Termin für seine Entwicklerkonferenz Google I/O 2018 ebenfalls wieder über mehrere Rätsel. Mit Hilfe von mehr als 100 Discord-Nutzern ist es dem IT-Magazin The Verge in dieser Woche gelungen, die Herausforderungen zu meistern. Die Google I/O 2018 findet demnach vom 8. bis 10. Mai im Amphitheatre in Mountain View im US-Bundesstaat Kalifornien statt.

Das diesjährige Rätsel um den Google-I/O-Termin umfasste unter anderem das Absuchen von Räumen in Google Maps. In diesen versteckten sich Hinweise wie etwa ein Ananas-Kuchen – möglicherweise eine Namensandeutung für die neue Android-Version P, die laut The Verge Android Pineapple heißen könnte.

Auf der Google I/O im vergangenen Jahr standen unter anderem Android Oreo, der Google Assistant, Google Photos und das Daydream-Headset im Mittelpunkt. Auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz wird die Enthüllung der nächsten Android-Version erwartet. Da der Alexa- und Siri-Konkurrent Google Assistant auch bereits auf der CES bei Google im Mittelpunkt stand, werden auch auf der Google I/O 2018 neue Enthüllungen zum digitalen Assistenten erwartet. 

Geschenkt: 100 GB gratis für Vodafone-Kunden

Im Rahmen der Gigaboost-Aktion konnten sich Vodafone-Kunden im Frühjahr 2017 ganze 100 GB zusätzliches Datenvolumen zum Nulltarif sichern. Wie Caschys Blog berichtet , wird Vodafone die Gigaboost-Aktion in diesem Jahr erneut durchführen. Ab 1. Februar 2018 kann das kostenlose Datenvolumen unter anderem als Freikarte über diese Seite geordert werden. Die Aktion läuft bis zum 28. Februar 2018 und beschenkt neben Vertrags-, auch Prepaid- und Festnetzkunden mit 100 GB zusätzlichem Datenvolumen, das innerhalb von 28 bzw. 30 Tagen aufgebraucht werden kann.

Vodafone-Vertragskunden aktivieren den Gigaboost einfach in der Vodafone-App über die zugehörige Anzeige. War die Aktivierung erfolgreich, erhalten sie eine Bestätigungs-SMS von Vodafone. Für Nutzer von Vodafone-Prepaid-Tarifen ist der Gigaboost an eine Vorgabe geknüpft: Sie müssen im Rahmen der Aktivierung über die App 15 Euro Guthaben aufladen. Im Anschluss können sie das Gratis-Datenvolumen ebenso einfach nutzen wie Vertragskunden. Festnetz-Kunden und Besitzer eines Gigacube können sich den Gigaboost als Freikarte über die oben genannte Website bestellen. Wer ein Windows-Phone oder ein Blackberry mit reinen Datentarifen nutzt, kann den Vodafone-Gigaboost über die Hotline hinzubuchen. Das zusätzliche Gratis-Volumen ist nicht im Ausland gültig. 

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