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Morgenmagazin vom Freitag, 31. März 2017

31.03.2017 | 06:54 Uhr |

iFIxit: Neues iPad wie iPad Air +++ Analystenreaktionen auf Galaxy S8 +++ IT-Industrie will Kampf gegen Klimawandel fortführen +++ So schnell ist Apples neues iPad +++ Apple Music überholt Spotify und Pandora +++ Amazon-CEO ist zweitreichster Mensch der Welt +++ Microsoft eröffnet Labor fürs Internet der Dinge +++ Facebook arbeitet an Gruppenchat-Bots

31. März: 10 Sicherungskopien

Wir wünschen allseits guten Morgen! Man sagt, es gebe nur 10 Arten von Menschen: Jene, die das Binärsystem begriffen haben und jene, die nicht. Sie sehen, der Witz geht nur schriftlich, denn was Sie vermutlich zunächst als "zehn" gelesen haben, steht im Zusammenhang des Binärsystems als einmal zwei hoch eins plus null mal zwei hoch null, also als "zwei". Binär gesagt gibt es auch nur 10 Arten von Computeranwendern, nämlich solche, die schon einmal Daten verloren haben und solche, denen das noch bevorsteht.

Tieferer Sinn dieses Spruchs: Datenverlust kann jeden treffen, mal mehr, mal weniger heftig. Auch wer akribisch auf all seine elektronischen Daten aufpasst, mehrfach redundante Backups anlegt, veraltete Festplatten rechtzeitig gegen frische austauscht und seine Rechner an unterbrechungsfreien Stromversorgungen betreibt, minimiert zwar das Risiko, kann aber dennoch nie zu hundertprozentiger Sicherheit gelangen. Und sei es, dass nach dem Schreiben eines Textes vor dem Abspeichern das Textprogramm abstürzt, auch das ist ein Datenverlust, wenn auch in der Regel ein verschmerzbarer. Denn erfahrene Computernutzer speichern praktisch ständig oder lassen das gleich ihre Apps erledigen. Meist sind sie aus Erfahrung klug geworden, da sie zur ersten Gruppe der binären 10 gehören und schon mal Daten verloren.

Aber Datenverlust im großen Umfang, komplette Doktorarbeiten oder Urlaubsbilder aus 10 digitalen Dekaden, das muss längst nicht mehr sein. Das Zauberwort heißt Backup, darauf wollen wir am heutigen World Backup Day nur noch mal dezent hinweisen. In das Mac-Betriebssystem ist seit 2007 mit Time Machine eine einfache, aber wirkungsvolle Systemfunktion eingebaut, die selbst notorische Backupverweigerer einschalten sollten. So eine externe Festplatte ist nicht besonders teuer, man nimmt daher am besten gleich zwei. Denn bei einem Brand, einem Wasserrohrbruch oder einem Einbruch ist nicht nur der Mac weg oder kaputt, sondern auch die meist daneben auf dem Schreibtisch stehenden Backup-Festplatten. Das zweite Backup sollte daher tunlichst an einem anderen Ort lagern. Time Machine unterstützt ein solches Vorgehen ab Werk und legt auch abwechselnd auf unterschiedlichen Platten Sicherungskopien an, auf Wunsch auch verschlüsselt, die an einem anderen Ort gelagerte Platte ist zumindest beim Transport einem höheren Diebstahl-Risiko ausgesetzt.

iPhone- oder iPad-Nutzer müssten sich um das Thema Backup an sich gar keine Sorgen machen, solange das Telefon nachts an der Steckdose hängt und ein bekanntes WLAN in der Nähe ist, legt es in der iCloud regelmäßig von allein Kopien seiner selbst an. Nun mag mancher einwenden: "Vertrauliche Daten in der iCloud? Noch nie von Hackern gehört?" Das mag sein, dass man ein derartige, bisher nur theoretisches Risiko scheut - wir haben ja gelernt, wie wichtig starke Passworte und die 2FA sind - aber eine Ausrede für unterbleiben des Backups ist das auch nicht. Schließlich kann man sein iOS-Gerät via iTunes auch auf den Mac sichern - und dann per Time Machine ein Backup des Backups erstellen. Oder besser noch: 10. Für ganz harte Fälle sogar zehn. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Besser hören: Jedes Ohr ist anders, der Frequenzgang eines Kopfhörers aber sehr spezifisch. So mag man zwar noch halbwegs objektiv gute von schlechten Kopfhörern unterscheiden, aber gerade in der Oberklasse ist der Sound manchmal Geschmackssache. Wenn dann der von der Fachpresse empfohlene und sündteure Lauscher nicht gefällt, liegt das nicht daran, dass der Tester kein Gehör hatte, sondern einfach ein anderes. Der EQ von iPhone und Co. hilft auch nicht unbedingt dabei, den Klang zu verbessern, er wird zwar bei jedem Filter spürbar anders, aber meist auch schlechter. Abhilfe verspricht der digitale Soundprozessor Aumeo, der sich zwischen iPhone und Kopfhörer dazwischen schaltet und den Sound für drahtlose wie kabelgebundene Kopfhörer verbessert. Das ist aber recht individuell, wie unsere Macworld-Kollegen in ihrem Test darlegen und erfordert Mithilfe des Nutzers. Bei der Erstellung eines Profils gibt der Aumeo Töne in genau definierten Frequenzen aus, der Nutzer soll dann die Lautstärke in der Aumeo-App so weit aufdrehen, bis er einen Ton wahrnimmt. Aus diesen Messwerten ermitteln die Algorithmen dann eine ideale Soundbearbeitung. Aber auch hier hängt vom hörbaren Erfolg viel vom verwendeten Kopfhörer und den eigenen Lauschern ab. Aus einer Billigtröte aus dem Elektromarkt lässt sich kein Klangwunder zaubern. Mit 200 US-Dollar ist das Vergnügen auch nicht ganz billig.

Zerlegt: Die Reparaturspezialisten von iFixit haben sich bereits ein neues iPad besorgt und im Teardown wie erwartet alte Bekannte unter den Komponenten gefunden. Im Prinzip handelt es sich hier um ein iPad Air mit einigen Verbessderungen, Display und Batterie sind aber die gleichen wie beim 2013 veröffentlichten Modell neu. Neu sind freilich der A9-Prozesossor und die Touch ID. Was an der Verwandschaft zum älteren iPad Air positiv ist: LCD und andere Komponenten sind nicht miteinander verklebt, lassen sich also leichter austauschen.

Limit reduziert: In 140 Zeichen kann man nicht die Welt und schon gar nicht die Politik erklären, mit diesem Missverständnis müssen Twitter und seine Nutzer weiter leben. Immerhin reduziert Twitter das Limit nun ein wenig und zählt die Buchstaben eines Usernamens bei Antworten nicht mehr dazu. Tweets sehen auch ein wenig anders aus, der Usernamen ist nicht mehr im Text der Antwort enthalten, sondern steht über dem Beitrag. In der Antwort-Funktion lassen sich nun auch bestimmte Usernamen ausschließen und einmal begonnene Gruppengespräche auf einen kleineren Kreis einschränken.

Reaktionen: Man muss kein großer Prophet sein, um das Galaxy S8 als den größten Konkurrenten für Apples iPhone und vor allem dem für den Herbst erwarteten Modell zu sehen. Die Reaktionen der Szene sind bisher eher gelassen, Apple hat aus Cupertino auch nur das übliche Schweigen verlauten lassen. Der Anleger-Blog Barron's hat nun ein paar Reaktionen von Analysten zusammengefasst, die bekanntlich immer genau wissen, was Apple tun und unterlassen sollte, um Aktionäre glücklich zu machen. Auch hier herrscht eher Gelassenheit vor, das Galaxy S8 bringe zwar einige interessante Features, Apple müsse diese aber nicht zwangweise kopieren.

IT gegen Klimawandel: Diese Woche hat Präsident Trump ein Dekret unterschrieben, das sie Klimaschutzpolitik der Vorgängerregierung beenden soll. Dagegen sprechen sich nicht nur weltweit Experten und Regierungen aus, auch aus dem eigenen Land kommt massive Kritik. Apple hat ein Schreiben zusammen mit Google, Microsoft und anderen Branchengrößen unterzeichnet, das die Regierung dazu auffordert, weiter in erneuerbare Energien und damit Klimaschutz zu investieren."Wir glauben, dass eine starke Politik der sauberen Energie und des Klimaschutzes wie der Clean Power Plan die Vorräte von erneuerbarer Energie robuster machen und die ernsthafte Bedrohung des Klimawandels angehen kann, während das zudem die amerikanische Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Arbeitsplatzwachstum unterstützt", heißt es in dem Schreiben.

Weitere Nachrichten

So schnell ist Apples neues iPad

Das neue iPad von Apple kostet in den USA nur 329 US-Dollar, deutlich weniger als das nicht mehr erhältliche iPad Air 2. Gehäuse und Display des iPads stammen offensichtlich vom alten iPad Air 1, so ist das Gerät dicker und schwerer als das iPad Air 2. Dies bestätigen übrigens die ersten Berichte vor iFixit . Dafür ist das neue iPad deutlich schneller als das iPad Air 2, wie erste Tests auf Youtube zeigen. Laut mehreren veröffentlichten Testergebnissen, die sich nur in wenigen Punkten unterscheiden, liegt die Leistung über dem iPad Air 2, aber deutlich unter dem iPad Pro.

Der CPU-Benchmark Geekbench liefert beim Test des neuen iPad im Single-Core-Test 2519 Punkte, beim Multi-Core-Test 4177 Punkte. Apple verwendet beim neuen iPad einen A9-Dualcore-Prozessor mit 1,85 GHz, die Speicherausstattung liegt laut Geekbench bei 2 GB. MIt 3030 Punkten im Single-Core und 4818 Punkten im Multi-Core-Test schneidet das iPad Pro mit dem deutlich schnelleren A9X-Prozessor besser ab, die Unterschiede sind aber wenig beeindruckend. Beim Multicore-Test schneidet sogar das alte iPad Air 2 mit 4332 Punkten noch relativ gut ab, nutzt es doch als einziges der Geräte den Dreikern-Prozessor A8X. Dafür schneidet es beim Single-Core-Test mit 1816 Punkten schlechter ab - das sollte etwa bei Apps spürbar sein, die nur einen CPU-Kern nutzen.

Für die Messung der Grafikleistung ist der Test Antutu ein Standard, hier leistet das neue iPad 128 403 Punkte. Das iPad Air schafft hier nur 107 053 Punkte, das iPad Pro 165 333.

Auch ein anderes Thema können die ersten Tests bestätigen: Das Display sei leider nicht mehr laminiert, was zu einer sichtbaren Lücke zwischen den Komponenten führe. In den Youtube-Videos können wir allerdings kaum einen Unterschied zwischen iPad Air 2 und iPad feststellen. Größer ist aber der Abstand zum Display des iPad Pro, das noch zusätzlich einen erweiterten Farbton und Optionen wie True Tone bietet.

Apple Music überholt Spotify und Pandora

In den USA konnte Apple Music den erbitterten Konkurrenten Spotify auf mobilen Geräten überholen. In einer Analyse von Verto zum Musik-Streaming-Markt wurden hierfür die Nutzer pro Monat als Kenngröße herangezogen. 

Apple Music kommt demnach im Februar auf knapp 41 Millionen Nutzer, allein auf Mobilgeräten. Bezieht man auch das Publikum am PC mit ein, liegt Apple Music dennoch noch 20 Prozent vor dem stärksten Mitbewerber Pandora, der auf 32,6 Millionen Nutzer pro Monat kommt. Kurz dahinter liegt Spotify mit 30,4 Millionen Nutzern pro Monat.

Die Analyse setzt darüber hinaus die Anzahl der täglichen Nutzer mit den monatlichen Nutzern ins Verhältnis: die „Stickiness“. Hier liegen Dienste wie YouTube Music, Amazon Music oder Tidal oft noch vor Spotify oder Apple Music. 

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Amazon-CEO ist zweitreichster Mensch der Welt

Im aktuellen Billionaires Index der Nachrichtenagentur Bloomberg bekommt Bill Gates Konkurrenz von Amazon-CEO Jeff Bezos. Der Chef des Online-Versandriesen ist mittlerweile nach dem Microsoft-Gründer der zweitreichste Mensch der Erde.

Bezos, der im vergangenen Jahr noch auf dem vierten Rang stand, hat inzwischen einen Vermögenswert von 75,6 Milliarden US-Dollar. Damit überholt der Amazon-CEO den Berkshire-Hathaway-CEO Warren Buffet (75,5 Mrd. US-Dollar) und Amancio Ortega, Vorstandsvorsitzenden der Inditex Fashion Group, mit einem Vermögenswert von 74,1 Milliarden US-Dollar. Bill Gates bleibt mit einem Vermögen von 86 Milliarden US-Dollar auch weiterhin auf der Spitzenposition.

Die anhaltende Erfolgswelle verdankt Amazon unter anderem seinen Amazon Web Services sowie dem Abo-Dienst Amazon Prime. Erst in der vergangenen Woche schoss die Aktie erneut in die Höhe, als der E-Commerce-Gigant ankündigte, den Online-Händler Souq.com übernehmen zu wollen.

Microsoft eröffnet Labor fürs Internet der Dinge

Das neue Lab im Münchner Stadtteil Lehel stehe Unternehmen aller Branchen und Größen kostenlos als produktives Umfeld zur Verfügung, teilte Microsoft am Donnerstag mit. Neben Unterstützung durch Entwickler von Microsoft haben Nutzer dort Zugang zu Software und Hardware-Komponenten für die Erprobung auch großer Industrieprojekte, hieß es. Bis zu 20 Nutzer könnten dort gleichzeitig ihre Projekte verfolgen, sagte Microsoft-Managerin Laura Geier.

Microsoft unterhält bereits solche Labs am Unternehmenssitz in Redmond (US-Bundesstaat Washington) sowie im chinesischen Shenzhen. Ein Maschinenraum ist etwa mit Fräsen, Lötkolben, 3D-Druckern und kleinen Robotern ausgestattet. An Software stehen unter anderem Microsofts Cloud-Plattform Azure sowie Technologien für das Internet der Dinge und künstliche Intelligenz zur Verfügung. Dort können Lösungen für die Datenspeicherung und -analyse getestet werden.

Zu den ersten erfolgreichen Kunden in Redmond zählt Microsoft zufolge der größte Hersteller von Kaffeevollautomaten in Nordamerika. Das Unternehmen Cafection habe die erste vernetzte Kaffeemaschine auf den Markt gebracht, die Online-Videos und andere Medieninhalte im Display anzeige. Im Microsoft Lab habe man die Gelegenheit gehabt, gleich zu Beginn die richtigen Technologien für das Projekt zu wählen, sagte Simon Gagné, Entwicklungschef von Cafection. Partner des IoT-Labs ist unter anderem der IT-Dienstleister Cisco. (dpa/rs)

Facebook arbeitet an Gruppenchat-Bots

Facebook arbeitet an Gruppenchat-Bots für den Facebook Messenger. Das will das IT-Magazin TechCrunch aus Branchenkreisen erfahren haben. Das Feature wird voraussichtlich im Rahmen der F8 Konferenz am 18. oder 19. April 2017 enthüllt.

Gruppenchat-Bots können den Angaben zufolge in Gruppenchats integriert werden und informieren die Chat-Teilnehmer dort beispielsweise über aktuelle Nachrichten, Sport-Ergebnisse oder den Status einer Lieferung. In den USA sind bereits Chat-Bots von theScore oder der NBA-Mannschaft Sacramento Kings im Einsatz. Mit der neuen Funktion könnten sie bald auch in Gruppenchats zum Einsatz kommen.

Laut den Gerüchten bereitet Facebook für Mitte April bereits den Launch der neuen Chatbots vor. Der Social-Network-Betreiber will zudem die APIs öffnen und Drittanbietern so die Entwicklung eigener Gruppenchat-Bots ermöglichen.

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