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Morgenmagazin vom Freitag, 7. Juli 2017

07.07.2017 | 07:08 Uhr |

Qualcomm will Importstopp für iPhones +++ Was sich für Podcasts in iOS 11 ändert +++ Logitech Pop im Test +++ Analyst: Switch 2017 erfolgreicher als Xbox One +++ Forschung: Smartphone ohne Batterie +++ Preisanstieg: Grafikkarten werden wegen Mining teurer +++ Spotify in Riva-Lautsprechern integriert

7. Juli: Um die Welt in einem Tag

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Der Stadt Hamburg steht ein heißes Wochenende bevor und damit ist nicht die Wetterlage gemeint – es hat bereits angefangen, was die Süddeutsche schon als " Höllennnacht " bezeichnet. Wir wollen hier nicht über Sinn oder Unsinn des G20-Gipfels streiten und auch nicht die versammelten Staats- und Regierungschefs beurteilen, diese sprechen ja meist für sich selbst. Aber ob es wirklich eine so gute Idee war, angesichts des allgemeinen Sicherheitsbedürfnisses und der zu erwartenden (und meist berechtigten) Proteste, mitten in der Großstadt zu veranstalten? Nicht wenige Hamburger fliehen für das Wochenende aus der Stadt, aber immerhin sind wunderbare Küsten in gut erreichbarer Nähe.

Dass aber die Mächtigen der Welt miteinander sprechen müssen, daran besteht kein Zweifel. Nur eben allenfalls am Ort und womöglich sitzen nicht die wirklich Mächtigen in den Messehallen Hamburgs beieinander. Der ein oder andere mag nur ein Scheinriese sein, weitere sind weder zuverlässige Verhandlungs- noch Vertragspartner.

Dem Gastgeber, der Bundesregierung, liegt das Thema Afrika auf diesem Gipfel sehr am Herzen und es bleibt zu hoffen, dass es bei Themen wie Bekämpfung der Armut, der Korruption und der Ungleichverteilung des Reichtums Fortschritte gibt. Aber es soll ja Interessen geben, die an den aktuellen Zuständen lieber nichts ändern würden. Denn korrupte Regierungen sind von außen betrachtet recht praktisch, wenn man sie selbst schmieren kann.

Ein wesentliches Interesse für alle Teilnehmer und diejenigen, über die nur gesprochen wird, sollte aber der Klimaschutz sein, nur ist der im G20-Kreis nicht mehr bei allen so populär wie er sein sollte. Denn steigende Meeresspiegel sind nur das eine, die eine Stadt wie Hamburg schon jetzt massiv bedrohen. Der Klimawandel hat auch verstärkte Dürren und Unwetter zur Folge, gerade in Afrika. Das baut zusätzlichen Migrationsdruck auf, der sich irgendwann auch explosionsartig entladen könnte.

Heute vor zehn Jahren versuchten die Organisatoren des weltweiten Konzertereignisses Live Earth mit einem Event, wie es die Welt zuvor noch nicht gesehen hat, das Reden und handeln über und für den Klimaschutz auf ein neues Level zu heben. Sicher, es ist fragwürdig, ob man Unmengen von Energie aufbringen und Millionen von Flugkilometern zurücklegen musste, ob das nicht im Kontrast zum Anliegen stünde. Gewiss, aber auch ohne Live Earth hätten die Menschen an jenem 7. Juli 2007 Unmengen von Energie verbraucht und Flugkilometer zurückgelegt, nicht nur in der 777. Und doch hatte es gewissen Charme, dass die Galeonsfigur des Klimaschutzes Al Gore das Festival in Australien eröffnete und einen guten Tag später in Kalifornien beendete - er war entgegen der Sonne um die halbe Welt geflogen.

Vielleicht sind Veranstaltungen wie Live 8 oder eben Live Earth nur naiv und ändern am Hunger in Afrika und am Klimawandel nichts. Aber immerhin war vor zehn Jahren die Zeit reif, den Klimaschutz voran zu treiben, das Festival mag dabei sogar ein wenig geholfen haben. Bush der Jüngere saß seine letzte Zeit im Weißen Haus ab, zur Wahl standen ein erfahrener Politiker oder ein visionärer Hoffnungsträger, der letztendlich erst das später geschlossene Pariser Abkommen möglich machen sollte.

Wofür die Zeit heute reif ist und was die heute in Washington Verantwortlichen auslösen können, darüber wollen wir lieber nicht mehr so viel Nachdenken. Hilft nur, Hamburg ein gutes Überstehen des Gipfels zu wünschen. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Vier Neuerungen: Apple hat das Podcast-Format schon im Jahr 2005 angenommen und ist mit seinen Podcast-Lösungen in iOS und iTunes auf Mac und PC der führende Anbieter von Software und Plattformen. Jason Snell, selbst erfahrender Podcaster, erklärt, welche Verbesserungen Apple in iOS 11 hinsichtlich Podcast bringen wird. Dazu gehört unter anderem, dass die Hörer bei manchen Podcasts, die sie neu entdecken, mit der ersten Folge beginnen können - bisher nahm die App immer an, man wolle die aktuelle Sendung zuerst hören. Podcasts lassen sich nun auch in Staffeln wie Fernsehserien unterteilen, Anbieter bekommen endlich Einsicht in das Nutzerverhalten. Zudem lassen sich nun Trailer und Vorschauen definieren.

Schlechte Idee: Das iPhone 7 verabschiedete sich von der Klinkenbuchse, mittlerweile haben sich die Nutzer daran gewöhnt und das Fehlen des Ports ist längst kein Thema mehr. Nun soll aber auch die Tocuh ID aus dem iPhone verschwinden, lauten durchaus glaubwürdige Spekulationen von Ming-Chi Kuo. Das sei aber eine schlechte Idee, meint unser Macworld-Kollege Michael Simon. Denn der Fingerabdrucksensor habe die Sicherheit des iPhone enorm erhöht, weil er es leicht mache, sein iPhone zu schützen. Der Sensor sei zu 100 Prozent akkurat, der angeblich angedachte Ersatz, die 3D-Gescihtserkennung wäre weniger bequem und vermutlich auch weniger zuverlässig. Aber noch ist nicht aller Tage Abend für den Fingerabdrucksensor, Ming-Chi Kuo hat zwar auch eine hohe Trefferrate, verfehlt die der Touch ID aber bei weitem. Seine Prognosen sind in der Vergangenheit etwa zu 44 Prozent eingetroffen.

Gute Idee : Das Smart Home kommt bei vielen Usern nicht an, weil dessen Bedienung im Endeffekt doch ein wenig kompliziert ist. Niemand will lange auf dem Smartphone herumfummeln, um etwa eine Lichtstimmung einzuschalten oder den TV zu starten. Siri, Alexa und Konsorten machen es womöglich etwas leichter, aber nicht jeder Gast des vernetzten Hauses würde intuitiv "Mehr Licht!" in den Raum rufen. Logitech hat indes eine schlaue Lösung gefunden, wie das Smart Home ein Stück intuitiver wird: Mit den smarten Schaltern Pop und der sie mit allerlei Geräten verknüpfenden Bridge. Das Prinzip ist simpel: Jedem der bunten Knöpfe kann man auf Druck, Doppeldruck und langen Druck bestimmte Funktionen zuweisen, etwa "Mache blaues Licht im Wohnzimmer" oder "Schalte auf dem TV das ZDF ein" oder "Schalte einfach alle vernetzten Steckdosenleisten aus". Die Konfiguration geschieht bequem über die App, die Bridge findet praktisch alle Smart-Home-Geräte im Netz und verbindet sich mit ihnen. Zu Apples HomeKit ist das System in seiner zweiten Fassung ebenso kompatibel. TechHive hat sich Logitech Pop einmal näher angesehen und ist nicht restlos begeistert. Vor allem bemängeln die Tester, dass es am Schalter selbst an Feedback fehlt und den Preis: Das Einstiegsset mit zwei Schaltern und einer Bridge kostet etwa 100 Dollar, weitere Schalter jeweils 40 Dollar.

Gute Freunde : Wie das taiwanische Branchenblatt Digitimes berichtet, können Apples Zulieferer SK Hynix und Toshiba für die iPhones des Herbst 2017 nicht ausreichend 3D NAND Flash-Speicher liefern. Die Unterlieferung betrage bis zu 30 Prozent. In seiner Not müsse sich Apple nun wieder an einen guten alten Bekannten wenden: Samsung. Der koreanische Hersteller liefert Apple auch den OLED-Bildschirm für das nächste iPhone, dass mittlerweile TSMC für Apple die Ax-Chips produziert und nicht mehr Samsung, lies aber darauf schließen, Apple wolle von Samsung unabhängiger werden, mit dem man wegen verletzter iPhone-Patente seit Jahren im Streit ist.

Eskalation: Ein weiterer Zulieferer, mit dem Apple im Rechtsstreit ist, zieht nun die Daumenschrauben an. Qualcomm will bei der US-Handelsbehörde ITC ein Importverbot für neue iPhones und iPads und einen Verkaufsstopp von bereits in die USA gebrachten Geräten erwirken, ein entsprechender Antrag werde am Freitag gestellt. Qualcomm wirft Apple vor, sechs Patente zu verletzen, die nicht essentielle Standards seien. Apple seinerseits hatte Qualcomm verklagt, weil es für seine Modemchips zu hohe Lizenzgebühren verlange und Apple wie andere Hersteller geradezu erpresse.

Weitere Nachrichten:

Analyst: Switch 2017 erfolgreicher als Xbox One

Der Branchenanalyst Michael Pachter geht davon aus, dass Nintendos Switch sich weiter gut verkaufen wird. Bis zum Jahresende könnte Nintendo 14 Millionen Einheiten seiner Hybrid-Konsole absetzen. Damit wäre die Switch sogar erfolgreicher als Microsofts Xbox One, von der jährlich zehn bis elf Millionen Exemplare über die Ladentheke wandern.

Über den gesamten Lebenszyklus der Switch könnte Nintendo nach Ansicht von Pachter sogar über 50 Millionen Konsolen verkaufen. An den großen Erfolg der Wii mit über 100 Millionen Geräten wird Nintendo mit der Switch aber nicht noch einmal anknüpfen können. Als besonderen Pluspunkt der Switch sieht Pachter die Mobilität der Plattform: Die Hardware lässt sich unterwegs wie ein Handheld nutzen, über eine Docking-Station wird sie am Fernseher aber zur vollwertigen Spielkonsole.

Forschung: Smartphone ohne Batterie

Ein Forscherteam der University of Washington in Seattle hat ein Smartphone entwickelt , das komplett ohne Akku auskommt. Bis darüber tatsächlich ein erster Anruf getätigt werden konnte, waren jahrelange Tüftel- und Bastelarbeiten nötig. Denn die herkömmliche Funktionsweise eines Handys ist nicht für den batterielosen Betrieb geeignet. Um Energie zu sparen, wird unter anderem für einen Prozess zur Übertragung von Sprache eine analoge Technik benutzt.

Das batterielose Smartphone ist außerdem mit einer Basisstation verbunden, die das Gerät mit dem Mobilfunknetz verbindet und weitere stromhungrige Aufgaben erledigt. Der Nachteil: Das Smartphone darf sich nie weiter als 15 Meter von der Basisstation entfernen, um zu funktionieren. Ein Display hat das Gerät ebenfalls noch nicht und zum Telefonieren muss wie bei einem Walkie-Talkie ein Button gedrückt werden. Die Forscher wollen das Modell weiterentwickeln und in der nächsten Generation eine Selfie-Kamera und ein E-Ink-Display verbauen.

Preisanstieg: Grafikkarten werden wegen Mining teurer

Der Mining-Boom sorgte in den letzten Wochen dafür , dass die AMD-Grafikkarten Radeon RX 470/480 und RX 570/580 teurer geworden sind. Nun klettern auch die Preise für die Nvidia-Modelle GeForce GTX 1060 , GTX 1070 und GTX 1080 nach oben. Eine sofort lieferbare GTX 1060 kostet aktuell über 300 Euro. Für eine GTX 1070 müssen Käufer 470 Euro auf den Tisch legen. Vor einem Monat kostete die Karte noch 380 Euro. Auch die GTX 1080 hat preislich zugelegt: Das günstigste Modell ist aktuell für 550 Euro zu haben.

Alle Karten eignen sich für das Schürfen der Kryptowährung Ethereum, wobei die AMD-Karten eine deutlich höhere Leistung erzielen als gleich teure Nvidia-Karten. Gleichzeitig fällt der Euro-Kurs für eine Ethereum deutlich. Während eine ETH-Einheit Mitte Juni noch 350 Euro wert war, bringt sie aktuell nur noch 230 Euro.

Spotify in Riva-Lautsprechern integriert

Mit der RIVA-WAND-Reihe will der Hersteller „Audio Design Experts“ allem voran die Streaming-Nutzer ansprechen. In einer Pressemitteilung gab das Unternehmen bekannt, dass Premium-Abonnenten von Spotify von nun an in der Lage seien, „ganz flexibel ihre Lieblings-Songs und Stationen aus den Millionen von Tracks auf Spotify“ auszuwählen und diese „spielend einfach vernetzt im ganzen Haus aus ihren WAND-Boxen“ zu hören.
 
Die Lautsprecher, wie etwa der RIVA ARENA oder der RIVA FESTIVAL, werden dabei über eine App gesteuert, die Musik wird direkt aus dem Internet gestreamt. Darüber hinaus soll es möglich sein, mit seinem Smartphone während des Streaming-Vorgangs Anrufe zu tätigen, ohne dass die Wiedergabe der Musik währenddessen unterbrochen werde.
 
Der Hersteller verspricht den Musikfans sowohl im Haus als auch im Freien einen Sound in High-Fidelity-Qualität: „Mit der in den USA bereits patentierten Trillium-Technologie, einer Eigenentwicklung von RIVA Audio, und dem einzigartigen Audio-Design erleben Spotify-Nutzer einen Musikgenuss, der so nah wie möglich am Liveerlebnis ist.“

 
Bei der Frage, wie die Musikquelle mit dem Lautsprecher verbunden werden soll, stehen dem Anwender verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl: Über WI-FI, Bluetooth, AirPlay oder DLNA wird das Smartphone mit dem Lautsprecher gekoppelt.
 
Eine geplante Integration von Apple Music hat der Hersteller bisher noch nicht angekündigt, dank der AirPlay-Funktion müssen bestehende Apple-Music-Nutzer aber nicht extra zum schwedischen Konkurrenten wechseln.

 


Die Lautsprecher sind vor Spritzwasser geschützt und bieten dank eines optionalen Akku-Packs besonders lange Akkulaufzeiten.
 
Die Modelle ARENA (269 Euro) und FESTIVAL (549 Euro) sind in den Farben Black/Titanium und White/Silver erhältlich, der zusätzliche ARENA Akku (schwarz oder weiß) kostet 109 Euro.

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