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Morgenmagazin vom Freitag, 8. Dezember 2017

08.12.2017 | 06:31 Uhr |

Amazon Prime Video auf Apple TV enttäuscht Tester: Nicht nativ +++ Apples Probleme in der Softwareentwicklung +++ Sicherheitsupdates für Sierra und El Capitan, Safari 11.0.2 +++ Wiso: Steuererklärung ganz ohne Papier +++ Smart Home: Ikea kooperiert mit Sonos +++ 5 Mythen über die EU-Datenschutz-Grundverordnung +++ Advent 2017: Instant Karma

8. Dezember: Weiße Weihnacht auf weißem Papier

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Und schon wieder eine Woche (fast) vorbei. Der zweite Advent steht bevor und es ist dann ja noch jede Menge Zeit bis Weihnachten. Von wegen. Erstens haben wir in den letzten Wochen gesehen, wie sehr die Zeit mal wieder dahinrast – okay, ja, wir fühlen das nur. Aber zweitens ist der Advent heuer so kurz wie nur möglich und der zweite Adventssonntag somit fast eine Woche näher am Fest als es letztes Jahr der Fall war. Heute ist ja schon der 8. Dezember.

Es ist also im allerhöchsten Maße an der Zeit, sich um die Weihnachtskarten zu kümmern. Gewiss, wir leben in digitalen Zeiten, zur Not tut's ja auch eine E-Mail, vielleicht mit einer hübschen  Vorlage aufgepeppt. Aber eine E-Mail kann man sich nicht auf den Kaminsims stellen. Also gestalten wir für unsere Verwandten, Freunde und Bekannten doch etwas auf Papier, das kann aber durchaus dauern, bis das Druckwerk überhaupt bei uns ist.

Morgen ist in den USA der Christmas Card Day, sicher keinen Tag zu früh, eher ein klein wenig zu spät, erinnert man sich erst jetzt daran, dass man heuer Weihnachtsgrüße per Briefpost verschicken wollte.

Man muss ja nicht jede Tradition übernehmen, die von jenseits des Atlantik kommt, hiesige Häuser und Wohnungen dürften auch nicht mehr allzuviele Kaminsimse für das Aufstellen von Grußkarten bieten. Es waren aber exakt solche Weihnachtskarten aus dem Osten der USA, die uns und unseren Vorfahren ein paar falsche Vorstellungen davon vermittelten, wie die Jahreszeit zu sein habe. Nämlich bitter kalt und schneereich.

Nur wirkt in Mitteleuropa noch der Golfstrom nach, grüne Weihnachten sind wesentlich häufiger als weiße. Kälter ist der Januar, schneereicher der Februar, White Christmas ein Traum von jenseits des Atlantiks, im dem Gegenden ohne Golfstrom und östlich von in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Gebirgen um die Zeit schon ordentlich Polarluft abbekommen haben.

Träumen wir aber weiter von Weißen Weihnachten. Denn eines muss man frisch gefallenem Schnee lassen: Er deckt all den Schmutz der Stadt sanft ab und verringert ihren Lärm. Das wäre doch was, auch schon für dieses Wochenende des zweiten Advent. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag

Shit happens : Apple hat eine unangenehme Woche mit teils mehrfach gefixten, teils schweren Bugs in seinen Betriebssystemen hinter sich. Das nagt am Selbstbewusstsein und am Image der Firma. Unser Macworld-Kollege Jason Snell will nicht über die Gründe spekulieren, Softwareentwicklung ist ein zu komplexer Prozess, um es an einzelnen Personen oder Strukturen auszumachen, wo der Fehler lag. Es könnte schlicht ergreifend auch Pech gewesen sein, dass gleich zwei Fehler mehr oder minder gleichzeitig auftauchten und in aller Eile nach einem Fix verlangten. Womöglich könne es Apple sogar gelingen, bei der versprochenen Revision seiner Prozesse den ein oder anderen Haken zu finden, womöglich übersieht man dabei aber ein größeres strukturelles Problem. Was aber Hoffnung gebe, hörte sich zunächst nach einer schlechten Nachricht an. Apple muss den HomePod auf das Jahr 2018 verschieben und höchstwahrscheinlich steckt der Teufel im Detail der Software für den smarten Lautsprecher. Ebenso hat Apple erst mit iOS 11.2 Apple Pay Cash an den Start gebracht, gut drei Monate nach dem großen Update auf iOS 11. Bei Apple gebe es offenbar noch genügend Leute und Prozeduren, die verhinderten, dass unreife und fehlerhafte Software heraus kommt. Unfehlbar sind diese nicht, weil sie das nicht sein können.

Hilfe von außen : Bei der Entwicklung künstlicher Intelligenz ist Apple gegenüber der Konkurrenz Amazon und Google ein wenig ins Hintertreffen geraten, was auch daran liegt, dass die Konkurrenten weit weniger Sorgen um die Privatsphäre der Nutzer bei der Erhebung derer Daten umtreibt. Das Zukunftsthema steht bei Apple aber weit oben auf der Prioritätenliste, weswegen sich Cupertino Hilfe von außen holt und gezielt Firmen übernimmt, die in diesem Bereich arbeiten. In den letzten fünf Jahren habe Apple insgesamt elf kleinere Unternehmen aus diesem Bereich geschluckt, führt TheStreet aus. Die beiden größten Akquisen waren die von Lattice Data und Turi im Mai 2017 respektive August 2016, die sich Apple jeweils 200 Millionen US-Dollar hat kosten lassen.

Personalie: Auch sein Videoteam stärkt Apple mit Neuzugängen. Wie Cult of Mac berichtet, stößt Michelle Lee als Kreativdirektorin zu Apple Worldwide Video. Zuvor hatte sie bei dem zu Universal gehörenden Studio Jack Productions einige Serien mit entwickelt, etwa "Rise" und "About A Boy" für NBC oder "The Patch" für Hulu. Bei Apple wird sie an Matt Cherniss berichten, der im August nach Cupertino gekommen war.

Vergleich: Apple ist bereit, den Mac aufzugeben und sich auf das iPad als Nachfolger zu konzentrieren, meint der IT-Veteran John C. Dvorak im PC Magazine. Zur Unterstützung seiner Argumentation zieht er Parallelen aus der Geschichte, speziell aus der der Apple-Werbespots. Die neueste iPad-Werbung "Was ist ein Computer" erinnere ihn an die Kampagne "Apple II forever", die letztlich das Totenglöckchen für den bewährten, aber vom Mac überholten Klassiker einläutete. Apple rede nicht nur in der jüngsten iPad-Werbung den "Computer" als solchen schlecht und präsentiere das iPad als legitimen Nachfolger, der alles das könne, was ein Macbook auch kann, nur eben ein bisschen anders und sogar mehr. In den Apple Stores finde man Macs immer schlechter, insgesamt behandle Apple das Segment stiefmütterlich. Der Mac werde nicht schon im kommenden Jahr von der Bildfläche verschwinden, aber lang könne das nicht mehr dauern. Was den Consumer-, Office- und Bildungsmarkt für Laptops betrifft, könnte Dvorak sogar Recht behalten. Profimaschinen wie der iMac Pro und der kommende Mac Pro sprechen jedoch ganz andere Zielgruppen an, die nicht auf die Power eines Desktop-Computers verzichten können.

Enttäuschung: Amazon Prime Video hat es nun endlich auf das Apple TV geschafft, besonders positiv sind die Reaktionen der ersten Tester aber nicht. Denn offenbar hat Amazon bei der Entwicklung relativ wenig Mühe investiert, es handelt sich nach Ansicht der ersten Nutzer um eine auf OpenGL, HTML5 und Webview basierende Cross-Plattform-Anwendung und nicht um eine native tvOS-App. Die jahrelange Wartezeit, bis Amazon und Apple im Videobereich zusammen kamen, haben also weniger Entwickler in Anspruch genommen, sondern sie ging für Verhandlungen über die Konditionen drauf. iMore hat die Reaktionen der Tester und die Vorgeschichte von Prime Video auf dem Apple TV zusammengefasst.

Weitere Nachrichten:

Sicherheitsupdates für Sierra und El Capitan, Safari 11.0.2

Zeitgleich mit dem Update auf macOS High Sierra 10.13.2 hat Apple auch für die beiden älteren Systemversionen Sierra und El Capitan ein Sicherheitsupdate auf den Weg gebracht. Dieses schließt Sicherheitslücken in den Systemkomponenten apache, curl, IOAcceleratorFamily, IOKit, dem Kernel, OpenSSL und bei Sierra auch beim Screen Sharing Server.  Außerdem gibt es für beide Systemversionen auch ein Update auf Safari 11.0.2. Informationen über damit geschlossene Sicherheitslücken (in Safari) sind momentan aber noch nicht verfügbar.

Wiso: Steuererklärung ganz ohne Papier

Die Wiso-Steuersoftware 2018 für die Steuererklärung 2017 ist verfügbar, und sie bringt mit der Steuerautomatik neue Funktionen mit, die Papier völlig überflüssig machen. Intelligente digitale Schnittstellen ersparen Ihnen Suche und Abtippen, und auch der Ausdruck zum Unterschreiben kann entfallen.

Wenn Sie die Wiso-Software bereits im letzten Jahr verwendet haben, übernimmt der Steuerimport die Daten vom Vorjahr und entfernt dabei schon die Themen, die nicht mehr aktuell sind. Der Steuerabruf aktualisiert automatisch die Daten, die dem Finanzamt schon vorliegen: Angaben zu Lohnsteuer, Renten, Versicherungen, aber auch Informationen der Krankenkasse, wenn Sie beispielsweise an einem Bonusprogramm teilgenommen haben. Sie müssen sich nicht mehr darum kümmern, an welcher Stelle in der Steuererklärung und in welchen Zeilen Sie etwas eintragen müssen – das nimmt Ihnen die Automatik ab.

Buhl bietet unter Steuerbanking noch mehr Erleichterungen an: kostenloses Online-Banking auf finanzblick.de . Finanzblick schaut sich alle Buchungen in Ihrem Girokonto an, welche Zahlungen für die Steuererklärung relevant sein könnten, beispielsweise Telefonkosten, Spenden usw., und sortiert sie nach Kategorien. Damit entfällt die Suche in Belegen und die Überlegung, wo man was unterbringen könnte. Mit einem Klick lassen sich die Beträge dann in die Steuererklärung übernehmen. Finanzblick lernt automatisch dazu und verfeinert kontinuierlich die Ergebnisse. Den Einträgen können Sie digitalisierte Belege hinzufügen.

Anfang nächsten Jahres wird es eine neue Funktion geben: die Steuerbox, in der Sie Ihre digitalisierten Belege sammeln, die dann automatisch mit der Steuererklärung verknüpft werden können.

Wie gewohnt, gibt es zu allen Programmen eine Vielzahl von Ratgeber- und Hilfe-Videos und Prüfassistenten, Musterschreiben sowie kostenlosen Telefonsupport über eine Festnetznummer und natürlich kostenlose Updates.

Ist die Steuererklärung fertig, übernimmt Buhl den Versand via ELSTER – und damit entfällt auch der Ausdruck der Kurzfassung, die Sie normalerweise unterschreiben und ans Finanzamt schicken müssen. Ihr Steuerbescheid wird automatisch geprüft und bei Unstimmigkeiten

Alle Daten werden sicher per HTTPS übertragen, ausschließlich verschlüsselt gespeichert (AES 256 Bit) und auf mehrfach gesicherten Servern im eigenen Rechenzentrum in Deutschland gehostet.

Die Wiso-Steuersoftware gibt es in etlichen Versionen: das Wiso Steuer-Sparbuch 2018 für den PC, Wiso Steuerweb 2018 im Browser (je 29,95 Euro), das Wiso Steuer-Sparbuch 2018 für den Mac (39,99 Euro). Eine einfache Variante (ohne Steuerautomatik) bietet Buhl mit Wiso Steuerstart 2018 für 15,95 Euro an.

Die Wiso Steuer-App 2018 gibt es sowohl für Android als auch für iOS jeweils in den Stores. Die App-Version können Sie kostenlos nutzen. Für die Abgabe mit ELSTER wird die App per In-App-Kauf freigeschaltet.
Informationen zu allen weiteren Versionen finden Sie auf der Buhl Website .

Smart Home: Ikea kooperiert mit Sonos

Das schwedische Möbelhaus Ikea und der US-amerikanische Heimelektronik-Hersteller Sonos wollen künftig zusammenarbeiten. Die beiden Unternehmen haben in dieser Woche eine Kooperation für den Bereich „Music & Sound“ angekündigt . Ikea sieht die Partnerschaft als dritten Schritt seiner Smart-Home-Initiative, die 2015 mit der Integration der kabellosen Qi-Ladetechnik in seine Möbel startete. Schritt zwei folgte in diesem Jahr mit dem Launch von smarten Lampen und Leuchtmitteln . Die ersten Ergebnisse der Sonos-Ikea-Kooperation werden nicht vor 2019 in den blauen Möbelhäusern erwartet. Einen konkreten Termin sowie Details zu ersten geplanten Produkten nannte Ikea bislang noch nicht.

Branchenexperten zufolge könnte das bereits bestehende Sonos-Produktportfolio im Rahmen der Kooperation bei Ikea angeboten werden. Wahrscheinlicher ist jedoch die Entwicklung neuer gemeinsamer Produkte. Sonos selbst hat sich ebenfalls bereits um Partnerschaften im Smart-Home-Bereich bemüht. Die Lautsprecher des Herstellers unterstützen mittlerweile Amazons Alexa, Googles Assistant wurde bestätigt. Aktuell wirbt das US-Unternehmen auch um Apples Siri. Die passenden Grundlagen für eine gelungene Smart-Home-Integration der Gemeinschaftsprodukte sind also bereits gelegt.

5 Mythen über die EU-Datenschutz-Grundverordnung

Um die DSGVO ranken sich unzählige Mythen. Das und gefährliches Halbwissen behindern eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema. Im folgenden Artikel möchten wir auf die fünf größten Mythen eingehen, die wir immer wieder zu hören bekommen.

Mythos Nr. 1: Ich bin nicht betroffen, denn ich habe ja kein großes Unternehmen

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (im Folgenden DSGVO ) unterscheidet bis auf wenige Ausnahmen nicht nach der Unternehmensgröße, sondern es gelten alle Regeln unmittelbar für Unternehmen jeglicher Größe. Gerade kleinere Unternehmen, die weniger als zehn Angestellte haben, oder Einzelunternehmer glauben häufig, dass das Thema Datenschutz-Grundverordnung sie gar nicht betrifft.

Als weiteres Argument wird häufig angeführt, dass man gar keine personenbezogenen Daten verarbeitet, wobei es heutzutage schwer vorstellbar ist, dass es überhaupt noch eine Tätigkeit geben könnte, bei der keine solche Daten anfallen. Spätestens wenn der Handwerker eine Kundenrechnung schreibt und dies nicht mehr auf einer guten alten Schreibmaschine mit Durchschlagspapier vornimmt, verarbeitet und speichert er oder speichern eben Sie personenbezogene Daten.

So können grundsätzlich alle Unternehmen und Unternehmer von der DSGVO betroffen sein insofern, dass künftig jeder Kunde oder Geschäftspartner seine (Datenschutz-) Rechte geltend machen und auf sein Recht auf Auskunft pochen kann, um zu erfahren, welche Daten von ihm gespeichert sind. In dieser Situation müssen alle Unternehmen innerhalb von vier Wochen reagieren.

Machen Sie sich also von dem Gedanken frei, dass Sie nicht betroffen sind. Praktisch jedes Unternehmen ist betroffen.

Informieren Sie sich deshalb lieber umfassend und schauen Sie sich konkret an: Wo liegen meine Daten im Unternehmen? Wie habe ich diese gespeichert? Wie sicher sind diese, und welche Daten erfasse ich überhaupt und warum?

Mythos Nr. 2: Der Mai 2018 ist noch nicht relevant, weil dann erst die einzelnen Landesgesetze verhandelt werden

In der Vergangenheit wurden in der Tat in Brüssel häufig Empfehlungen bzw. Richtlinien verabschiedet, die erst in Landesgesetze umgesetzt werden mussten. Bei der Datenschutz-Grundverordnung ist dies jedoch anders. Diese ist eine Verordnung und gilt somit direkt und unmittelbar.

Es ist richtig, dass dies normalerweise auf europäischer Ebene eher die Ausnahme ist, aber hier wollte der europäische Gesetzgeber eine tatsächliche Einheitlichkeit zwischen den Staaten schaffen. Daher sollte man sich sofort damit auseinandersetzen:

Der 25.Mai 2018 ist nämlich nicht das Datum des Inkrafttretens der DSGVO, sondern es ist das Ende der Schonfrist! Ab diesem Zeitpunkt wird keine “Gnade mehr gewährt“. Auch dieser Mythos ist somit falsch.

Es gilt daher: Handeln Sie noch heute und informieren Sie sich jetzt. Sonst stehen Sie im Juni 2018 vor den ersten Anfragen von Betroffenen und wissen überhaupt nicht, wie damit umzugehen ist. Wer dann erst anfängt, seinen Betrieb mit dem neuen Datenschutzrecht in Einklang zu bringen, wird in echte Schwierigkeiten kommen.

Mythos Nr. 3: Es ändert sich nichts, weil der deutsche Datenschutz sowieso schon streng ist

Es stimmt, dass Deutschland im Bereich Datenschutz eher zu den Vorreitern gehört und teilweise hohe Anforderungen an Unternehmen und Unternehmer hat. Die Datenschutz-Grundverordnung hat jedoch ein anderes Ziel: nämlich nicht nur in allen EU-Ländern den Datenschutz zu verbessern, sondern vor allem ihn zu vereinheitlichen.

Somit werden teilweise Regelungen, die vorher sehr streng waren, nun gar nicht mehr so streng sein. Andererseits sind aber neue Regelungen hinzugekommen, die teilweise strenger bzw. ganz neu sind. Im Folgenden zwei Beispiele:

1. Die Rechte der Betroffenen: Wie schon in Mythos 1 erwähnt, muss die Anfrage eines Betroffenen, etwa zur Auskunft darüber, welche Daten von ihm genau bei dem Unternehmen hinterlegt wurden, binnen vier Wochen beantwortet werden. Wird diese Frist nicht eingehalten, könnte es beispielsweise zu einer Anzeige beim Landesdatenschutzbeauftragten kommen. Hier wurden die Fristen früher deutlich weniger restriktiv gehandhabt als es ab dem 25.05.2018 der Fall sein wird.

2. Die Portabilität der Daten: Die Datenschutz-Grundverordnung regelt, dass Sie jederzeit alle Daten, die zu einer Person gehören (personenbezogene Daten), sofort, d.h. binnen vier Wochen, auch zu einem Konkurrenten übertragen müssen. Konkret müssen Sie diese Daten in einer auslesbaren Form, etwa einer Excel-Tabelle, zur Verfügung stellen, so dass Ihr Kunde bzw. die Person, von der Sie die Daten gespeichert haben, die Daten erhalten und diese weitergeben kann. Natürlich kann dies auch für Sie zum Vorteil sein, wenn Sie derjenige sind, der die Daten übertragen bekommt.

Jedenfalls ist davon auszugehen, dass hier künftig mehr Anfragen erfolgen werden als dies in der Vergangenheit der Fall war. Die meisten Ihrer Bestandssysteme werden irgendeine Art von Datenexport bieten. Das Problem ist jedoch häufig, dass die relevanten Daten über mehrere Systeme verteilt sind. Ein Arzt muss so beispielsweise den Personenstammsatz, die Behandlungsprotokolle, gegebenenfalls Kopien der Röntgenaufnahmen und sämtliche Rechnungen zur Verfügung stellen. Zu wissen, in welchem System überhaupt die Daten liegen, ist der erste Schritt.

Einen halbwegs vernünftigen Prozess zu haben, um diese Daten bereitzustellen, wird die zwingende Hausaufgabe für das erste Halbjahr 2018 sein. Wenn Sie dann erst anfangen, die Datenstrukturen zu sichten und Exportmöglichkeiten zu schaffen, werden Sie die Fristen kaum halten können oder Sie binden erhebliche Arbeitskapazitäten, die Sie wahrscheinlich für Wichtigeres brauchen.

Es ist somit falsch, dass sich in Deutschland nichts ändern wird. Der Datenschutz in Deutschland war schon immer sehr wichtig und wird es in Zukunft auch bleiben. Trotzdem gibt es durchaus Regelungen, die durch die DSGVO hinzugekommen sind und die Sie unmittelbar betreffen.

Mythos Nr. 4: Irgendjemand wird mich schon informieren, was ich zu tun habe

Fragen Sie sich mal ehrlich: Wer soll Sie denn informieren? Wen sehen Sie denn hier in der Pflicht?

Die Gesetze wurden schon verabschiedet und nun gilt es, diese anzuwenden. Der Landesdatenschutzbeauftragte wird daher ab Ende Mai 2018 die Einhaltung überprüfen und wird bestimmt nicht für Sie noch schnell vorher eine Infoveranstaltung anbieten. Sie sind kein Verbraucher, den man über die neuesten AGB informieren muss, sondern Sie sind Teilnehmer am Wirtschaftsverkehr und haben daher die Pflicht, sich selber zu informieren und das Gesetz einzuhalten. Es gilt der alte Spruch: “Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.” Sicherlich, es werden viele Veranstaltungen angeboten, aber letzten Endes die Verpflichtung, diese wahrzunehmen oder sich anderweitig zu informieren, liegt allein bei Ihnen.

Allerdings, allein am Informieren wird es nicht liegen. Sie müssen hier natürlich auch in die Umsetzung gehen und anfangen, im Betrieb genau zu schauen, welche Abläufe Sie eventuell verbessern und welche Sie vielleicht verändern müssen. Fangen Sie bitte sofort an, zu dokumentieren und Ihre Abläufe in einem Verfahrensverzeichnis festzuhalten.

Auch dieser Mythos ist somit falsch. Es wird Sie keiner informieren, wenn Sie sich nicht selber informieren.

Mythos Nr. 5: Wo kein Kläger, da kein Richter

Dieser Mythos beschreibt das Spiel mit dem Feuer. Gerade die Betroffenen, deren Daten Sie gespeichert haben oder auch Ihre Konkurrenz werden ein großes Interesse haben, einmal bei Ihnen anzuklopfen bzw. anklopfen zu lassen.

Weiterhin ist es leicht, ins Visier genommen zu werden. Eine kurze E-Mail an Ihren Landesdatenschutzbeauftragten oder an die Verbraucherschutzverbände genügt, und diese müssen tätig werden. Den Verbraucherschutzverbänden ist es ausdrücklich erlaubt, den Betroffenen zu helfen und stellvertretend deren Rechte geltend zu machen.

Es ist demnach nichts einfacher, als Betroffener bei beispielsweise

- Versäumnis einer Frist bezüglich der Beantwortung einer Anfrage,

- Ignoranz der kompletten Anfrage,

- Nichtmitteilung der Daten oder

- Herausgabe der Daten

sich an einen Verbraucherschutzverband zu wenden, damit dieser für einen den „Kampf“ mit dem Unternehmen führt.

Unterschätzen Sie auch nicht das Risiko durch andere EU-Behörden. Teilweise finanzieren sich diese durch Bußgelder, die sie dringend benötigen, um Mitarbeiter bzw. die gesamte Behörde zu bezahlen. Demnach ist das Interesse, jemanden zu finden oder einem Hinweis nachzugehen, wahrscheinlich noch höher.

Sollten Sie im europäischen Ausland tätig sein, könnten Sie auch durch eine andere Behörde angeschrieben werden.

Auch dieser Mythos ist somit falsch. Beten und wegducken ist keine wirkliche Option. Der einzige wirkungsvolle Weg sich gegen Strafen zu schützen, ist sich vorzubereiten.

Ignorieren Sie die DSGVO nicht

Alle fünf Mythen haben zwar das Potenzial, Sie Zeit, Geld und Nerven zu kosten. Aber mit überschaubarem Aufwand können Sie sich diesen Ärger ersparen. Holen Sie sich im Zweifelsfall Hilfe und bereiten Sie sich auf die neue Gesetzgebung vor. Analysieren Sie genau, welche personenbezogenen Daten Sie erfassen. Überlegen Sie, wie Sie diese Daten schnell und unkompliziert zur Verfügung stellen können und legen Sie ein Verfahrensverzeichnis an. Dann werden Sie im Mai 2018 ruhig schlafen können.

Advent 2017: Instant Karma

In der Weihnachtszeit legt man gern mal ganz andere Platten auf, die man sonst nie hören würde  oder lädt sie sich in seine iTunes-Mediathek. Darunter gewiss schöne Sachen, die man beinahe auch zu anderen Jahreszeiten hören könnte, wie etwa Jazz von Nils Landgren oder Til Brönner . In den letzten Jahren sind auch ein paar interessante Platten mit meist amerikanischen Weihnachtsklassikern erschienen, in diesem Jahr gibt es solche Scheiben etwa von Sia (nun ja..), Cheap Trick (gibt’s die auch noch?) und Ritchie Blackmore (längst Ex-Deep-Purple).

Zeug zum Klassiker haben aber eher das Werk von Michael Bublé und noch mehr das von Paul Carrack mit der WDR-Big Band . Neben ein paar üblichen Standards wie „Jingle Bells“ oder „A Child is Born“ ist auf „Swinging Christmas“ aber viel erstaunliches zu hören, auch einige Werke von Carrack selbst, wie „The Living Years“. Das Highlight ist aber John Lennons „Imagine“. Nicht wirklich ein Weihnachtslied, aber vielleicht die ultimative Friedensbotschaft. Man stelle sich vor, alle lebten hier in Frieden und bräuchten keine Waffen mehr. Man mag Lennon zwar als Träumer schimpfen, aber er ist ja nicht der einzige.

Einen Preis, den man dafür bezahlen müsste, nennt Lennon ebenso: Kein jenseitiges Paradies, keine Hölle unter uns, über uns nur Himmel. Und keine Nationen oder Religionen.

Ein anderer Song aus Lennons Repertoire aus der Zeit nach den Beatles sollte derzeit wieder öfter  im Radio laufen, die Friedensbotschaft trägt er schon im Titel: Happy Xmas (War is Over). Stattdessen verstopft uns wieder „Last Christmas“ des gewiss nicht unbegabten George Michael die Ohren…

Lennon kann man mit und ohne die anderen Beatles ohnehin das ganze Jahr über rauf und runter hören, selbst die Weihnachtssongs im Repertoire, zu dem wir vielleicht auch Instant Karma zählen sollten, eine Hommage an das Licht in uns: „We all shine on, like the moon and the stars and the sun…“

Heute vor 37 Jahren wurde John Lennon vor dem Dakota Building in New York von Mark David Chapman erschossen.

Die Frage von heute: Wo viel Licht, da ist auch Schatten. Fragen wir lieber nach einem anderen Chapman, der schönere Spuren in der Geschichte der Rockmusik hinterlassen hat, nämlich unter anderem als Sänger von Mike Oldfields Hit „Shadow on the Wall“. Wie heißt der gleich noch mal mit Vornamen?

  1. Colin

  2. Roger 

  3. Lee

Wenn Sie die Antwort wissen, tragen Sie diese mitsamt Ihrer Adresse und E-Mail in das  Gewinnspielformular ein, das heute bis 23.59 Uhr geöffnet hat (Link für mobile Nutzer) . Unter den Einsendern der richtigen Antworten verlosen wir:

Fünf iPhone-Schutzhüllen Mitch von Feuerwear . Was macht man mit ausgedienten Feuerwehrschläuchen? Man muss sie weder verbrennen noch wegwerfen, sondern kann sie wunderbar zu anderen Dingen verarbeiten, Upcycling nennt man das. Das Unternehmen Feuerwear hat sich das auf die Fahnen geschrieben und baut Taschen für Laptops und Tablets und Hüllen für Smartphones aus dem robusten Material. Innen sind die Mitch-Hüllen natürlich wattiert, damit das edle Gerät nicht verkratzt. Die Gewinner werden sich aussuchen dürfen, für welches Modell sie ihre Mitch bekommen. Denn diese ist passgenau gefertigt.

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