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Morgenmagazin vom Freitag, 9. Juni 2017

09.06.2017 | 07:03 Uhr |

So klingt der HomePod +++ Warum Siri zurückgefallen ist +++ HEVC bzw. H.265 auf dem Mac: Vorteile für neue Macs und iPhones +++ LG München: Fake-Shop-Betreiber zu 5 1/2 Jahren Haft verurteilt +++ Amazon Drive: Kein unbegrenzter Speicher mehr +++ Schwere Sicherheitslücken in Foscam Internet-Kameras +++ Apple Design Awards 2017: Das sind die Gewinner

9. Juni: Volles Programm und voller Mond

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Schon wieder ist die Woche vorbei - das ging aber nicht nur deshalb schnell, weil der Montag ein Feiertag war. Arbeitsfrei mag er vielleicht für die meisten von Ihnen gewesen sein, für uns allenfalls bis 18 Uhr. Wobei: Arbeit ist relativ, das hatten wir an dieser Stelle schon öfter betont. Es mag zwar anstrengend gewesen sein, Tim Cook und seinen Mitstreitern weit  über zwei Stunden konzentriert zuzuhören, live darüber zu tickern oder sich Notizen zu machen und anschließend bis weit nach Mitternacht die Geschehnisse aus San Jose einzuordnen - aber doch war es ein Vergnügen. Das uns den Rest der Woche einschließlich heute noch weiter auf Trab hielt. Heute Nachmittag um 14 Uhr werden Sie in Ihrem Plus-Abo das neue digitale Specila der Macwelt finden, das sich komplett um die WWDC und ihre Konsequenzen dreht. Zumindest um die Auswirkungen, über die wir nach einer Woche schon schreiben können, es geht ja noch viel weiter. macOS High Sierra und iOS 11 sind da nur zwei Aspekte, die Hardware ohnehin flüchtig. Aber auf welche technologischen Entwicklungen wie AR und VR Apple in welcher Weise setzt, das wird uns noch über Jahre beschäftigen.

Aber jetzt steht erst einmal ein sonniges Wochenende an, womöglich müssen einige von uns heute noch durch ein paar Schauer und Gewitter, aber dann können wir uns die sonnige Pause nehmen, die wir uns redlich verdient haben. Heute Nacht ist dann auch noch Vollmond, der uns zwar nicht in Fantasiegestalten wandelt, uns aber womöglich den langen Abend im Freien illuminiert. Nur so nebenbei: Auch das ist ein Erdbeermond, da er in den Juni fällt. Den Begriff haben wir letztes Jahr erstmals überhaupt gehört und in manchen Fällen auch noch missverstanden. Denn die Erdbeere hat nichts mit der Farbe des Mondes zu tun. Der leuchtet immer nur knapp über dem Horizont oder zu Mondfinsternissen rötlich, die Rayleigh-Streuung, die auch den Himmel und damit indirekt das Meer blau färbt, trägt dafür die Verantwortung. Kurz erklärt: Das in der Atmosphäre verteilte Wasser streut vor allem das kurzwellige blaue Licht in alle Richtungen, weswegen nur noch langwellige Anteile beim Betrachter ankommen, wenn das Licht weit genug unterwegs war - also bei niedrigem Stand der Lichtquellen Sonne und Mond. Das Licht, dass den Mond bei einer Finsternis immer noch trifft, war quasi rechs, links, oben und unten herum durch die Atmosphäre abgelenkt und deshalb sehr rot. Mit dem Begriff "Erdbeermond" hat das nichts zu tun. Letztes Jahr hatte dieser aber eine Besonderheit, denn er fiel auf die Sommersonnenwende, also die kürzeste Nacht auf der Nordhalbkugel. Vollmond zu Sommerbeginn, das passiert erst wieder in gut 70 Jahren wieder. Eine Mondfinsternis zu Sommerbeginn (Vollmond muss dafür ja eh sein...) passiert in diesem Jahrhundert nicht mehr. Das kann man mit ein bisschen Aufwand ausrechnen oder bei Wikipedia nachschlagen. Schon eine tolle Erfindung, dieses Internet, nicht nur zum Erdbeermond in der WWDC-Woche. Peter Müller

Lesetipps für den Freitag:

Sounds that can't be made: In vielerlei Hinsicht sind wir gespannt auf den HomePod, Apples Antwort nicht auf Alexa und Google Home. Vor allem in Sachen Klang hat Apple viel versprochen und damit eine gewisse Fallhöhe erreicht. Es ist aber noch ein halbes Jahr hin, bis in den USA der Lautsprecher in den Handel kommen soll, der Rest der Welt wird noch länger warten müssen. Das mag der Grund sein, warum Apple auf der WWDC den HomePod zwar zeigte, aber neben dem ersten Blick nur einigen wenigen einen ersten akustischen Eindruck erlaubte. Denn Hardware und Software können sich bis zur Finalisierung des Produkts noch deutlich ändern. Nur die Grundausstattung dürfte gleich bleiben: Ein Subwoofer, sieben Tweeter und sechs Mikrophone, die nicht nur Siri dienen, sondern auch den Raum ausmessen, um den Sound zu optimieren. Einer der wenigen Glücklichen, die schon ein Ohr an den HomePad anlegen konnten, war unser Kollege Jason Snell. Der Klangzylinder könne nach seinen Eindrücken einen Raum mit "eindrucksvollem, dynamischen Klang" füllen. Die Elektronik des HomePod - gesteuert von einem A8-Chip - zerlege offenbar den Mix der Musik und entscheide situativ, auf welchen der Lautsprecher welche Teile ausgegeben werden. So entstehe eine Art von Raumklang - und das mit einem Mono-Lautsprecher. Dieser Klang bestehe rundum, da der Zylinder in 360 Grad abstrahle. Das gelinge aber nicht immer zum Wohl der Musik, stellt Snell fest, und rechnet damit, dass Apple seine Algorithmen noch bis Ende des Jahres optimieren werde. Die Hardware kann ja schon deutlich früher in Produktion gehen. Wie genau die erste Kalibration des Soundsystems anhand des Raumklangs geschehe, könne man daher auch noch nicht sagen.

Da fehlt noch was: Ein neues tvOS wird es - vermutlich mitsamt neuer Settopbox - im Herbst geben. Immerhin konnte Tim Cook auf der WWDC schon ankündigen, dass nun auch Amazon seine Inhalte auf das Apple TV bringt. Und zwar mit allem Drum und Dran, also auch mit einer Anbindung an die App "TV", die als übergreifender Programmguide für all die installierten Dienste fungiert. Das wirft aber nun die erstaunliche Frage auf, warum denn nicht auch Netflix diese Anbindung an "TV" bietet - eine App für das Apple TV hat Netflix ja herausgebracht. Die Antworten unserer TechHive-Kollegen sind vielfältig, aber ein wenig spekulativ. Netflix könnte etwa die Kontrolle darüber behalten wollen, welche Informationen außerhalb der eigenen App auf welche Weise verfügbar werden - die systemweite Suche unterstützt die App ja. Zum anderen setzt Netflix auf von Apples TV unterschiedliche Bewertungssysteme und darauf aufbauende Algorithmen zur Empfehlung von Inhalten.

Viel ist es nicht : Apple hat watchOS 4 sinnvoll weiter entwickelt und dem System für die Uhr vor allem zwei neue Zifferblätter spendiert. Während Kaleidoscope vor allem optisch beeindruckt, ist das Siri-Face recht sinnvoll, um anstehende Termine und Ereignisse auf einen Blick zu bekommen. Die Aktivitäten-App bekommt wie das Dock mit den wichtigsten Anwendungen einen neuen Look. Anders als iOS 11 und macOS 10.13 High Sierra gibt es für watchOS 4 aber keine öffentliche Beta-Version. Eine neue Hardware der Uhr steht derzeit nicht an, vielleicht wieder nächstes Jahr.

Gründe: Siri, Pionier unter den intelligenten Assistentinnen, ist nach Ansicht vieler Experten im Wettstreit mit Amazons Alexa und Google Now hinter die Konkurrenz gefallen. Eine Analyse des Wall Street Journal versucht nun zu erklären, wie das passieren konnte. Vor allem zwei Gründe seien dafür verantwortlich: Hybris der Apple-Ingenieure und die starke Betonung des Datenschutzes. So seien Apple-Entwickler bei einer Präsentation von Alexa im Jahr 2014 überrascht gewesen, auf wie viele Kommandos sich die in einen Lautsprecher integrierte Technik verstand und wie sie in der Alge war, auch Stimmen aus großer Entfernung zu verstehen und effektiv Nebengeräusche auszufiltern. Apple hatte sich bis dahin in der Sicherheit eines technologischen Vorsprungs gewähnt und sich nur auf die iPhone-Integration konzentriert. Apples nachvollziehbarer und von der Kundschaft begrüßter Ansatz, die Privatsphäre der Nutzer zu respektieren und zu schützen hat jedoch für die Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz eine Kehrseite. Denn es fehle Siri schlicht an den großen Datenmengen, auf die die weniger zimperliche Konkurrenz zugreifen kann.

Viel schneller: Erste Benchmarks der neuen Macbook Pro zeigen, dass das Modell von 2017 um bis zu 20 Prozent schneller sein soll als der Vorgänger vom Herbst 2016. Damals hatte Apple noch auf Skylake-Chips zurückgreifen müssen, nun sind die der Generation Kabylake eingebaut. Was die bessere Performance aber schließlich in der Praxis bedeutet, werden wir im Macwelt-Testcenter in Kürze ermitteln.

Weitere Nachrichten:

HEVC bzw. H.265 auf dem Mac: Vorteile für neue Macs und iPhones

Eine wichtige Neuerung von High Sierra ist die Einführung neuer Video- und Bildformate als Standard. HEVC und das Bildformat HEIF basieren auf dem neuen Videocodec H.265 bzw. HEVC. Vor allem auf iPhone und iPad sparen sie bei Foto- und Video-Aufnahmen viel Platz: Das Videoformat laut Apple etwa 40 Prozent. HEVC ist auch die Grundlage für das neue Fernsehformat DVB-T2 HD ist - allerdings kann es der Quicktime Player von macOS Sierra noch gar nicht abspielen.

Verwenden können dieses Format im Prinzip alle Macs, auf denen High Sierra läuft, neuere Apple-Geräte haben aber einen großen Vorteil: Sie können die Bild- und Videodateien mit Hilfe der Grafikkarte abspielen bzw. erzeugen. Für das Abspielen und Aufnehmen von hochaufgelösten Videos in diesem Format ist aber Hardware-Unterstützung sehr nützlich: Spielt man ein mehrstündiges HEVC-Video auf einem neuen Macbook, bleibt das Gerät kühl und der Akku hält Stunden. Auf einem älteren Macbook muss dagegen die CPU diese Arbeit übernehmen. In der Regel springt dann der Lüfter nach kurzer Zeit an und der Akku leert sich rapide. Gut: Versendet man eines der neuen Fotos oder Videos per Mail oder Nachrichten, werden die Dateien vor dem Versand anscheinend automatisch als JPEG oder H.264-Video transkodiert.

Diese Hardwareunterstützung beim Abspielen bieten laut erster WWDC-Berichte auf dem Mac allerdings nur Macbooks mit der 6. Generation der Intel Core-CPUs bzw. „Skylake“. Auf der iOS-Plattform sind es nur Geräte mit A9-Chip - also iPhones ab Version 6s und iPads ab dem iPad Pro. Die beste HEVC-Unterstützung bieten Geräten der neuesten Generation der Macbooks und iMacs mit CPUs der 7. Generation bzw. „Kaby Lake“. Diese können  sogar HEVC-Videos mit 10-Bit mit Hardwarebeschleunigung abspielen, die Vorgeneration nur Videos mit 8-Bit. Wichtig ist diese Hardwareunterstützung nach unserer Einschätzung auch für Nutzer von iMovie und Final Cut Pro, da diese Schnitt-Programme bald HEVC unterstützen werden. Ähnlich sieht es beim Erzeugen von HEVC-Videos aus: Das Hardware-Encoden von HEVC unterstützen Macs ab der sechsten Generation sowie iOS-Geräte mit dem A10-Chip. Bei älteren Geräten erfolgt die Encodierung per Software, was deutlich länger dauert. Video-Profis sollten deshalb bei der Wahl ihres Macs vielleicht besser gleich zur Kaby Lake-Generation greifen.

LG München: Fake-Shop-Betreiber zu 5 1/2 Jahren Haft verurteilt

Das Landgericht München I hat einen 35-jährigen Münchener wegen des Betriebs von 19 Fake-Shops zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und fünf Monaten verurteilt. Der Angeklagte hat nach Ansicht des Gerichts in über 700 Fällen hochwertige Elektroartikel verkauft. Im ging es jedoch nur um das Einstreichen des Kaufpreises per Vorkasse, ein Versand der Artikel sei nie geplant gewesen. Noch ist das Urteil aber nicht rechtskräftig.

An den Ermittlungen waren neben der Zentralstelle Cybercrime Bayern auch ausländische Behörden beteiligt. Nach einer Festnahme in Spanien befindet sich der Täter seit Februar 2016 in der Bundesrepublik in Haft. Trotz seiner Bemühungen zur Anonymisierung konnten die Behörden den Täter ermitteln. Der Schaden durch die Fake-Shops beläuft sich laut Gericht auf rund 428.000 Euro. Ob die ca. 750 Geschädigten jemals ihr Geld zurückbekommen, ist jedoch fraglich.

Amazon Drive: Kein unbegrenzter Speicher mehr

War es bislang möglich, bei Amazon Drive für einen entsprechenden Aufpreis unbegrenztes Speichervolumen zu buchen, wird es in Zukunft nur noch fixe Speicherplatzkontingente geben. Das teilt das Unternehmen heute seinen US-Kunden im FAQ-Bereich seiner Website mit. Die Umstellung soll noch am heutigen Donnerstag erfolgen. In Deutschland wird die Änderung ebenfalls in den nächsten Tagen erwartet.

Wer bereits ein Paket mit unbegrenztem Speicher gebucht hat, soll diesen noch bis zum Ende der Laufzeit nutzen können. Die neuen Angebote von Amazon Drive umfassen 5 GB als kostenfreies Paket, 100 GB für jährlich für 11,99 US-Dollar und 1 TB für eine Jahresgebühr von 59,99 US-Dollar. Pakete können für 59,99 US-Dollar pro TB außerdem auf bis zu 30 TB aufgestockt werden. Unlimitierten Speicherplatz erhalten nun nur noch Prime-Mitglieder für ihre Fotos.

Schwere Sicherheitslücken in Foscam Internet-Kameras

Die Sicherheitsexperten von F-Secure haben in Internet-Kameras der chinesischen Firma Foscam ganze 18, teils schwere, Sicherheitslücken entdeckt. In einem 12-seitigen Report bemängelt F-Secure, dass die Lücken noch immer nicht geschlossen wurden, obwohl Foscam bereits vor Monaten darauf hingewiesen wurde.

Foscam-Kameras werden unter verschiedenen Markennamen weltweit verkauft. Alle 18 Lücken finden sich beispielsweise in der Opticam i5 HD, eine kleinere Anzahl wurde auch in der Foscam C2 aufgespürt. Laut F-Secure ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Schwachstellen noch in weiteren, von Foscam hergestellten Modellen existieren.

Wie die Sicherheitsexperten in ihrem Bericht betonen, bieten die Sicherheitslücken eine Angriffsfläche für eine breite Auswahl an Hacks. Die Kameras könnten beispielsweise für DDoS-Attacken missbraucht werden. Hacker haben mit wenigen Handgriffen außerdem Zugriff auf den Live-Video-Feed der Geräte, können gespeicherte Dateien downloaden oder weitere Hardware im Netzwerk übernehmen. Allen Hacks liegt die Möglichkeit zugrunde, die herkömmliche Firmware mit einer manipulierten Firmware zu ersetzen. Diese übersteht sogar Neustarts, ohne entdeckt zu werden.

Zu den Flaws zählen unter anderem ein feststehendes Account-Passwort für das integrierte Dateitransfer-Protokoll und eine versteckte, undokumentierte Telnet-Funktion, mit der Angreifer die Geräte-Funktionen ausweiten können. Hacker könnten diese Lücken ausnutzen, um laut F-Secure dauerhaften Fernzugriff auf die Geräte zu bekommen. Das leere Passwort des FTP-Nutzer-Accounts dient dabei als Login. Nach der Aktivierung der versteckten Telnet-Funktion können Angreifer einfach ihr eigenes Programm zur Software hinzufügen, die beim Booten gestartet wird. Nach einem erzwungenen Neustart – der ebenfalls möglich ist - erhalten Hacker dann permanenten Zugriff.

F-Secure hat Foscam eigenen Angaben zufolge bereits vor Monaten über die Lücken informiert. Der Hersteller hat jedoch bis jetzt keine einzige davon geschlossen. Foscam-Kameras werden weltweit unter folgenden Markennamen vertrieben:

Wer eine Kamera mit einem dieser Marknnamen besitzt, sollte laut F-Secure in Erwägung ziehen, das Gerät über ein Dedicated Local Network zu betreiben, das keinen Zugriff auf andere Geräte hat und vom Internet aus nicht erreichbar ist. Generell gilt: Nutzer von Smart-Home-Hardware sollten nach dem Kauf immer die voreingestellten Passwörter ändern und regelmäßig nach Sicherheitsupdates suchen - auch wenn das im Falle der Foscam-Kameras wenig Nutzen bringt.

Apple Design Awards 2017: Das sind die Gewinner

Seit geraumer Zeit verkündet Apple nun schon im Rahmen der Worldwide Developers Conference die Gewinner des Apple Design Awards. In den letzten Jahren geschah das montags fast direkt im Anschluss an die Eröffnungskeynote, diesmal hat sich Apple für die Veranstaltung bis Mittwoch Abend (Ortszeit) Zeit gelassen. Während der WWDC 2017 zeichnete Apple insgesamt zwölf Apps mit dem Preis aus, darunter zum Beispiel Enlight, AirMail 3, Things 3 oder Bear. Die Entscheidung, welche App die Auszeichnung erhält, wird dabei jedoch nicht vom Umsatz oder der Platzierung im App Store beeinflusst, sondern von einer Jury getroffen. Mit dem Apple Design Award (ADA) erhalten die Entwickler mit ihrer ausgezeichneten App nicht nur für bestimmte Zeit einen besonderen Ausstellungsplatz im App Store, er dient auch als hervorragendes Werbemittel für zukünftige App-Vorstellungen. Ein Überblick über die diesjährigen Gewinner:

 

Blackbox

Bei Blackbox handelt es sich um ein iPhone exklusives Puzzle-Spiel auf Englisch, welches den Spieler „hinter“ den Bildschirm in eine Rätselwelt der besonderen Art entführt. Und das ist wortwörtlich gemeint. Im Gegensatz zu anderen Spielen aus dem Puzzle-Genre berührt der Spieler den Bildschirm des iPhones beim Lösen der Rätsel so gut wie nie, stattdessen muss man das iPhone in verschiedene Positionen bringen oder es etwa hin und her drehen oder gar in die Hände klatschen. Blackbox ist definitiv kein Spiel, welches man in der Bahn oder im Bus spielen kann, ohne dass die anderen Fahrgäste einen verwundert anstarren werden.

Blackbox wurde mit dem Apple Design Award ausgezeichnet, weil es ein „einzigartiges und einfallreiches Spielerlebnis mit starker iOS-Integrierung und cleveren Innovationen“ liefert. Das merkt man bereits ab dem dritten Level. So muss man beispielsweise bestimmte Funktionen aus dem Control Center für kurze Zeit deaktivieren, damit das Level gelöst werden kann.

Ein wichtiger Bestandteil des Spiels sind die Hinweise, denn mit dem minimalen Spieldesign dauert es wahrscheinlich sehr lange, bis man herausgefunden hat, wie man das Level lösen kann – was letztendlich ja auch Sinn und Zweck eines Rätsels ist. Wer jedoch nicht auf die Hinweise verzichten kann, muss diese über „Hint Credits“ freischalten. Zu Beginn bekommt der Spieler wenige von diesen Credits „geschenkt“, wer ohne die Hinweise jedoch die Level nicht lösen kann, muss diese für teures Geld nachkaufen. Ein einziger Hinweis kostet beispielsweise 0,99 Euro, der Preis für drei Hinweise liegt bei 2,29 Euro. Das sogenannte Ridiculous Pack ist – wie der Name schon vermuten lässt – preislich gesehen total lächerlich und mit 21,99 Euro das teuerste der Hinweis-Pakete. Dafür erhält der Spieler 42 Hinweise, die in den Rätseln wiederum eingesetzt werden können.

Blackbox steht im App Store kostenlos zur Verfügung und sollte von jedem Rätsel-Fan zumindest einmal ausprobiert werden.

 

Splitter Critters

Das nächste Puzzle-Game für das iPhone und iPad wurde von einem zwei Mann starken Team aus Kanada entwickelt. Ziel des Spiels ist es, in einer minimalistischen Fantasiewelt kleine blaue Aliens zu ihrem Raumschiff zu leiten. Dabei muss die Spielwelt „zerrissen“ und wieder neu zusammengesetzt werden. Für dieses Spielprinzip sowie für das faszinierende Sound Design wurde Splitter Critters unter anderem mit dem Apple Design Award ausgezeichnet.

In dem Spiel kommen verschiedene Mechaniken und Elemente zum Einsatz, darunter beispielsweise Laserstrahlen, Wasser oder sich bewegende Plattformen.

 

Splitter Critters kann aus dem App Store für 3,49 Euro heruntergeladen werden.

 

Mushroom 11

Ein Mix aus Action und Strategie – das ist das Puzzle-Spiel namens Mushroom 11 für jedes Multi-Touch-Gerät. Den Apple Design Award erhielt das Spiel für seine faszinierenden Alien-Landschaften, die per Hand gezeichnet wurden, sowie für seine einzigartiges Gameplay auf dem iPhone und iPad.

 

Der Spieler muss einen wild wuchernden Pilz taktisch klug durch die verschiedenen Level einer post-apokalyptischen Welt lenken und dabei in jede denkbare Form verwandeln, die notwendig ist, um die Level zu bestehen. Die Unterstützung von Multi-Touch und 3D Touch ermöglichen zudem eine ganz neue Spielweise.  

 

Mushroom 11 kostet im App Store 5,49 Euro.

 

Old Man’s Journey

„Eine gute Geschichte braucht nicht viele Worte. Das beweisen die Gewinner des Apple Design Awards von Studio Broken Rules“, beschreibt Apple das Spiel namens Old Man’s Journey. Wie der Name des Spiels schon vermuten lässt, begibt man sich mit einem alten Man auf eine emotionale und nostalgische Reise. „Wir haben dieses Spiel mit dem Apple Design Award wegen seines außergewöhnlichen Spielerlebnisses und der liebevoll handgezeichneten Illustrationen ausgezeichnet“, so Apple.

Gerade wegen letzterem Argument sollte man das Spiel lieber auf einem Gerät mit einem größeren Display erleben. Auch wenn es hierbei um ein Rätsel-Spiel geht, in welchem man wortwörtlich Berge versetzen muss, um den alten Mann auf seine Reise zu schicken, bleibt das Spiel vor allem wegen seiner Aussage in Erinnerung.

Old Man’s Journey kostet derzeit 5,49 Euro im App Store.

 

Severed

Das Spiel namens Severed ist nicht nur in diesem Jahr mit dem Apple Design Award ausgezeichnet worden, sondern ist unter anderem auch das Apple iPad-Spiel des Jahres 2016.

 

In dem Spiel begibt man sich als Kriegerin Sasha auf die Suche nach ihrer Familie. Mit diversen Wischtechniken muss man sich in einer bunten Spielwelt behaupten und Kämpfe austragen. „Dieser Gewinner des Apple Design Award ist zwar ziemlich abgefahren, aber auch ein grandioses, atmosphärisch dichtes Abenteuer, das du so schnell nicht vergessen wirst“, verspricht Apple. Überzeugt hat das Spiel  vor allem durch das intuitive und effektive Gameplay und den durchdachten Gebrauch der Touchscreen-Only-Steuerung.

 

Severed kostet derzeit im App Store 3,49 Euro, wobei laut App-Beschreibung der Entwickler für einen begrenzten Zeitraum einen Rabatt von 50 Prozent gewährt.

 

Lake

„Öffnen, losmalen und allen Stress vergessen!“ – so lautet die Beschreibung von Apple über den diesjährigen Apple Design Award. In der kostenlosen App Lake stehen verschiedene Motive zur Auswahl, die mit oder ohne Apple Pencil unterschiedlich ausgemalt werden können.

 

Eine große Farbpalette sowie verschiedene Pinsel, Sprühdosen und Co. sorgen dafür, dass jedes Bild am Ende so aussieht, als würde es aus der Feder eines professionellen Illustrators stammen.

 

Pro Tag steht ein neues Motiv zur Verfügung, in der App kann man darüber hinaus aber auch bekannten Illustratoren folgen, die wiederum jeweils ein Motiv gratis bereitstellen. Wer mag, kann außerdem gegen Geld zusätzliche Motive kaufen und somit die Künstler unterstützen.

 

Die fertig erstellten Kunstwerke können direkt aus der App entweder bei Instagram veröffentlicht, bei iMessage, Twitter oder Facebook geteilt und einfach als Foto abgespeichert werden.

 

Bear

Der offizielle Titel „Bear – Schöne Schreibapp für Notizen und Prosa“ trifft es eigentlich ganz gut auf den Punkt. Ein einfaches und sauberes Design, schöne Typografie und einige nützliche Features in der Tastatur machen Bear zu einer attraktiven Alternative zu der vorinstallierten Notizen-App von Apple.

 

Die kostenlose App bietet ein ausführliches Tutorial für Einsteiger, wobei der Gebrauch eigentlich schon von Anfang an ganz intuitiv erfolgt. Besonders nützlich ist die Möglichkeit, verschiedene Überschrift-Formatierungen leicht aufzurufen und zudem klare Absätze mit dem entsprechenden Trenn-Symbol in den Notizen einzufügen. Das Hashtag-Symbol oberhalb der Tastatur sorgt ebenfalls für mehr Ordnung. Alle mit einem Hashtag versehenen Wörter können später in einer Übersicht angezeigt werden, sodass verschiedene Notizen allein mit der Hashtag-Funktion miteinander verbunden sind.

 

Bear kann sowohl für iOS-Geräte als auch für den Mac kostenlos heruntergeladen werden.

 

Kitchen Stories

Erfunden wurde die App von zwei jungen Frauen mit dem Ziel, jedem das Kochen beizubringen. Die App ist für iPhone, iPad, Apple Watch und Apple TV kostenlos erhältlich. Kitchen Stories enthält eine Vielzahl an hilfreichen Fotos, Lernvideos, Tipps und interessanten Artikeln rund ums Kochen. Wer schnell eine Rezeptidee oder einfach nur Inspiration benötigt, ist mit Kitchen Stories richtig bedient.

 

Besonders hilfreich sind die angegebenen Zeitangaben und der Schwierigkeitsgrad des jeweiligen Gerichts. Darüber hinaus bietet Kitchen Stories unterschiedliche Features für das jeweilige genutzte Gerät: Auf dem Apple TV wird beispielsweise das Rezept extra vergrößert dargestellt, auf der Apple Watch können dahingegen bestimmte Zutaten aus der App direkt auf die Einkaufsliste gesetzt werden.

 

Things 3

Wer Ordnung und Struktur in seinem Aufgabenplaner braucht, kann mit Things 3 nichts falsch machen. „Die Gestaltung dieses Apple Design Award-Gewinners ist klar und einfach und resultiert in einer sehr effektiven Benutzeroberfläche“, so Apple. Things 3 wurde komplett überarbeitet und kann für das iPhone, iPad, die Apple Watch und den Mac heruntergeladen werden. Innovative Interaktionen und Gesten sollen das Arbeiten mit Things 3 noch einfach machen, wie etwa Listen bearbeiten, Multi-Selektionen, das Ordnen von Listen, Synchronisieren von Listen auf allen Geräten und noch vieles mehr.

 

Things 3 kostet im App Store 10,99 Euro.

 

Elk

Bei Elk handelt es sich um einen Währungsrechner, der so simpel wie genial ist. „Es kommt nicht häufig vor, dass uns bahnbrechende Innovationen bei der Entwicklung einfacher Apps – wie beispielsweise einem Währungsrechner – überraschen. Doch genau das ist bei diesem Gewinner des Apple Design Award der Fall“, lobt Apple Elk.

 

Über den Standort ermittelt Elk die genutzte Währung des Landes und rechnet diese automatisch in zehn anderen Währungen um, darunter Euro, US-Dollar, Japanischer Yen, Britisches Pfund, Australischer Dollar oder Schweizer Franken.  

 

In der Pro Version für 4,49 Euro sind alle weltweiten Währungen enthalten, die Standard-Version von Elk ist kostenlos.

 

Enlight

Wir haben das Potential von Enlight bereits im September letzten Jahres gesehen und müssen sagen, dass die App den Apple Design Award mehr als verdient hat. Derzeit kostet die App im App Store 4,49 Euro, einen ausführlichen Bericht und Vergleich über Enlight und Konkurrenz-Apps finden Sie in unserem Ratgeber rund um professionelle Foto-Apps für iOS-Geräte.

 

Air Mail 3

Wer nicht den Standard Mail-Service von Apple nutzen möchte, kann sich vielleicht für AirMail 3 begeistern lassen. Mit 10,99 Euro ist AirMail 3 die teuerste App unter den Apple Design Award Gewinnern. Dafür bietet die macOS-App viel Spielraum in Sachen Anpassungsmöglichkeiten, unterstützt Siri, 3D Touch und Touch Bar Support. Die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten und Optimierungen der App seien ausschlaggebend für die Auszeichnung des Awards gewesen, so Apple.

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