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Morgenmagazin vom Mittwoch, 13. Februar 2019

13.02.2019 | 07:04 Uhr |

BuzzFeed: Apple-Event Ende März dreht sich um News - Publisher sollen nur 50 Prozent abbekommen +++ Tim Cook optimistisch über Vehandlungen im Handelskonflikt +++ Amazon launcht eigene Möbel-Marken in Deutschland +++ Seagate: Festplatten mit 24 TB und 500 MB/s +++ Google Chrome: 14 Designs direkt von Google

13. Februar: Radio Gaga

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Hat Apple etwas gegen das Radio? Es wäre wohl kein großes Problem, in das iPhone oder iPad einen Chip einzubauen, der Sender via UKW oder DAB empfängt. Nach wie vor ist Radio - analog wie digital - praktisch überall erreichbar, das Thema "Funkloch" existiert bei den üblichen Frequenzen um 100 MHz nicht. An jeder Milchkanne ist der Empfang gut bis sehr gut, Sender können aufgrund der vergleichsweise niedrigen Frequenzen weit auseinander stehen. Anders als die Mobilfunkmasten für 4G oder noch schlimmer 5G: Hier sind die benötigten Bänder schon 100 MHz breit, bei Frequenzen von 3,4 und 3,7 Gigahertz.

Radio lässt sich zwar auch über Internetstream versenden, dem Inhalt ist es letztlich egal, auf welcher Welle er reitet. Der Nachteil des Mediums: UKW ist für die eine Richtung vom Sender zum Empfänger gedacht. Der Rückkanal muss sich auf den Einsatz weiterer Techniken und Geräte verlassen, und per Telefon ins Studio kommen von den vielen Hörern immer nur wenige durch. Das hat jedoch auch unbestreitbare Vorteile, sieht man sich in den Kommentarspalten der Sender, Zeitungen und Zeitschriften um. Aber jedes Medium, insbesondere jedes neue, ist nur so gut wie die Intentionen derer, die es nutzen oder gar ausnutzen.

Der heutige Welttag des Radios geht auf die Eröffnung des ersten Radiosenders der Vereinten Nationen am 13. Februar 1946 zurück. Also nicht einmal ein ganzes Jahr nach dem Ende eines verbrecherischen Krieges, den das Radio in seiner Perversion des Volksempfängers mit vorbereiten und führen hat lassen. "Feindsender" hatten kaum Chancen, ihre Inhalte in die Köpfe der Leute zu bringen. Das Internet bietet heute mehr Möglichkeiten der Nachrichtenverbreitung, zu Nutzen und Schaden der Gesellschaft. Manipulieren lassen sich die Informationskanäle fast ebenso gut wie vor 80, 90 Jahren, Diktaturen gelingt auch weitgehende Abschottung vor dem Einsickern freiheitlicher Ideen.

Apple sieht das Medium Radio aber nicht nur als überflüssig in technischer Hinsicht an – damit ist ja auch kein Geld verdient – sondern auch als unpolitisch. Dabei hätte der Konzern durchaus die finanziellen Ressourcen, neben dem frei empfangbaren Musikradio BeatsOne auch noch einen zweiten, dritten und vierten Kanal aufzubauen, für Informationen, Unterhaltung oder Sport. Denn das alte Radio zeigt in Zeiten, in denen bewegte Bilder von bewegenden Sportereignissen nur gegen vorherige Kontobewegungen zu sehen sind, seine Stärken als schnelles, informatives und vor allem die Fantasie anregendes Medium. Kaum etwas ist so emotional wie der Reporterschrei "Tor in Dortmund (München, Bremen, Frankfurt, ...)!" in der samstäglichen Bundesligakonferenz. Radio, someone still loves you. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Aussicht: Der Handelsstreit zwischen den USA und China könnte Apples Geschäft nachhaltig schädigen. Nicht nur lässt Apple seine Ware vor allem in China produzieren, geschätzt 20 Prozent seines Umsatzes generiert der Konzern in "Greater China" – Volksrepublik, Sonderwirtschaftszone Hongkong und Taiwan. Gegenüber NPR zeigt sich Apple-CEO Tim Cook aber optimistisch, dass die in Peking für diese Woche veranschlagten Gespräche der Handelskontrahenden einen guten Ausgang nehmen: "Beide Seiten reden miteinander und ich denke stets, dass das immer das Wichtigste ist, um zu einer Übereinkunft zu kommen." Ein Kompromiss sei auch in beiderseitigem Interesse. Vor der Deadline am 1. März sollten USA und China sich über einige Streitpunkte einigen, die unter anderem auch geistiges Eigentum betreffen. Ohne eine Übereinkunft könnten Strafzölle in Höhe von zehn oder gar 25 Prozent in Kraft treten, die Präsident Trump für Importe aus China angekündigt hat. Sollten diese in Kraft treten, sieht Cook die Gefahr, dass die chinesische Regierung im Lande tätige US-Unternehmen bestraft, Apple könnte dabei das erste und wichtigste Ziel für die Vergeltung sein. Für Cook gibt es derzeit keine Alternative zum Optimismus, denn die Folgen gescheiterter Verhandlungen könnten immens sein.

Frühlingserwachen: Noch sind es ein paar Wochen hin, doch kursieren allmählich recht plausible Spekulationen über ein Apple-Event Ende März. John Paczkowski nennt auf BuzzFeed den Termin 25. März, ein Montag. Etwas ungewöhnlich, aber nicht ohne Präzedenz. Headliner der Veranstatlung im Steve Jobs Theater in Cupertino soll ein News-Service, den Apple in die News-App von iOS und macOS einbauen will, die Umsetzung des letztes Jahr übernommenen Texture gewissermaßen. Dieses Abo soll aber vor allem für Apple attraktiv werden, schreibt das Wall Street Journal, denn Cupertino will 50 Prozent der Einnahmen für sich behalten. Ein solches Geschäft dürften Publisher aber kaum akzeptieren, zumal sie auch keine Daten über die Abonnenten erhalten sollen, was eine weitere hohe Akzeptanzhürde setzt. So könnte der Termin auch noch nach hinten verschoben werden, sollten sich die Verhandlungen noch länger hinziehen. Aber auch andere Services sollen auf dem Plan stehen, wie Apples lang erwarteter Videodienst. Neue Hardware wie AirPods 2 oder iPad Mini 5 stünden nicht auf dem Plan.

Einsicht: Wann also ist das nächste Apple-Event? Ende März ist recht wahrscheinlich siehe oben. Die WWDC hingegen gilt als gesetzt. Und wenn man die Daten der vergangenen Veranstaltungen ansieht, ist die Woche vom 3. bis 7. Juni gewiss einen Tipp wert. Eine hohe Quote wird man für den Tipp nun nicht mehr bekommen, MacRumors hat mal genauer im Veranstaltungskalender der Stadt San Jose recherchiert. Und ist dabei auf das Event "Team San Jose 2019 WWDC"  gestoßen, dass der Veranstalter für Donnerstag, den 6. Juni für den Park der Discover Meadow angemeldet hat. Hierbei dürfte es sich um die Abschlussparty Bash der WWDC handeln, die Entwicklermesse für den 3. bis 7. Juni 2019 kann man also als bestätigt betrachten.

Großer Anteil: Analysten der Investmentbank Goldman Sachs schätzen, dass Google im Kalenderjahr 2018 an Apple 9,5 Milliarden US-Dollar der sogenannten Traffic Acquision Costs (TAC) bezahlt hat, also dafür, dass Google auf Apple-Geräten als Standard-Internetsuche konfiguriert ist. Ein Batzen Geld, der etwa ein Drittel der Gewinne des stark wachsenden Services-Geschäft ausgemacht habe. Doch werden die TAC nach Ansicht der Analysten nicht mehr so stark wachsen, Apple muss das kompensieren. Der für Frühsommer erwartete Videodienst "Apple Prime" könnte in die Bresche springen.

Am Wächter vorbei: Nicht nur Facebook und Google missbrauchen Apples Enterprise Certificate Program, um ihre Apps zur "Marktforschung" an den strengen Hütern des App Store vorbei auf die Telefone der Anwender zu schmuggeln. Auch andere Firmen nutzen den Mechanismus, um Apps feil zu bieten, die es sonst nie durch die Überprüfung des App Store geschafft hätten, wie TechCrunch nach eigenen Recherchen berichtet. Dabei handelt es sich wenig überraschend um Hardcore-Porno sowie Gambling-Apps, in denen um echtes Geld gespielt wird. Apple unterwandere damit selbst seine hohen Ansprüche bezüglich Qualitätskontrolle und Verbraucherschutz, wirft TechCrunch dem Unternehmen vor. Beim Enterprise Certificate Program setze Apple offenbar zu geringe Standards beim Akzeptieren von Firmen, die an dem Programm teilnehmen wollen. Apple verlangt bei der Anmeldung lediglich 300 US-Dollar und das Ausfüllen eines Formulars mit einer DUNS-Nummer (Data Universal Numbering System), die man aber beliebig per Websuche aufspüren und somit falsch angeben kann, eine weitere Überprüfung findet nicht statt.

Weitere Nachrichten:

Amazon launcht eigene Möbel-Marken in Deutschland

Nach eigenen Mode-Labels bringt Amazon in Deutschland nun auch eigene Möbel auf den Markt. Ab heute sind die beiden Eigenmarken Movian und Alkove im Amazon-Online-Shop erhältlich. Mit der Marke Movian bläst Amazon mit skandinavischen Designs zum Angriff auf Möbelriese Ikea. Unter amazon.de/movian bietet Amazon unterschiedliche Möbel für das Esszimmer, das Wohnzimmer, das Schlafzimmer und das Heimbüro. Die Preise bewegen sich dabei auf Ikea-Niveau. 

Tiefer ins Portemonnaie müssen Käufer der Amazon-Möbel-Marke Alkove greifen. Diese versteht sich als Premium-Marke mit hochwertigen Materialien. Unter amazon.de/alkove finden sich unter anderem ein Massivholzbett, ein handgefertigtes Ledersofa und ein Esstisch aus Kernbuche. Amazon will das Sortiment in Zukunft um Wohnaccessoires und Beleuchtung erweitern.

In den USA vertreibt Amazon seine Möbel-Eigenmarken bereits seit 2017. In diesem Jahr fällt nun auch der Verkaufsstartschuss in Europa. Neben Deutschland sind die beiden Marken Movian und Alkove auch in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien erhältlich.

Seagate: Festplatten mit 24 TB und 500 MB/s

Der Festplattenhersteller Seagate arbeitet an HDD-Modellen mit deutlich höherer Kapazität und schnelleren Datenraten. Bis 2020 sollen Festplatten mit 24 TB in den Handel kommen, derzeit liegt das Limit bei 16 TB. Möglich wird der Platzzuwachs durch die HAMR-Technik (Heat Assisted Magnetic Recording), mit der sich auf einer Scheibe 3 TB speichern lassen. Da sich bis zu acht dieser Scheiben in einem Gehäuse stapeln lassen, ergeben sich 24 TB Gesamtkapazität. In den neuen Platten kommen zudem keine Aluminiumscheiben mehr zum Einsatz, sondern Scheiben aus Glas. Vor dem Schreiben der Informationen sorgt ein kleiner Laser im Schreibkopf dafür, dass die betreffende Fläche erhitzt und so für das Schreiben vorbereitet wird.

Durch die Zweiteilung der Lese- und Schreibköpfe plant Seagate zudem, die Datenraten fast zu verdoppeln. Die bislang erreichten 250 MB pro Sekunde sollen dadurch auf 480 MB pro Sekunde steigen. Damit würden die neuen Festplatten fast in die Regionen von SATA-SSDs aufrücken. Die Latenz soll durch die beiden Arm-Paare ebenfalls sinken. Auf das Niveau einer klassischen SSD werden die HAMR-Festplatten hier zwar nicht vorrücken, dafür erhalten Nutzer zum gleichen Preis aber deutlich mehr Platz. Auch Datenzentren sind auch viele Input-/Output-Operationen pro Sekunde angewiesen. 

Google Chrome: 14 Designs direkt von Google

Für Google Chrome sind neue offizielle Designs verfügbar, die vom Entwickler-Team stammen. Mit diesen kann das Aussehen des beliebten Chrome-Browsers personalisiert werden. "Mit lieben Grüßen vom Chrome-Team", heißt es auf der entsprechenden Übersichtsseite im Chrome Web Store, über die die Designs bzw. Themes verfügbar sind.

Auf der Übersichtsseite stehen 14 Designs zur Auswahl. Wer es eher dunkel mag, weil dies die Augen beim Surfen schont, greift zu "Just Black". Besonders starke Kontraste kommen beim Design "High Contrast Colorful" zum Einsatz. Außerdem stehen die Themes zur Auswahl: Slate, Oceanic, Ultra Violet, Classic Blue, Banana, Black & White, Honeysuckle, Rose, Serenity, Sea Foam, Marsala und Pretty in Pink.

Zur Auswahl eines Designs rufen Sie in Chrome diese Seite im Chrome Web Store auf und klicken auf "Hinzufügen". Es wird sofort eine Vorschau dazu aktiviert, wie das Design das Aussehen des Browsers beeinflusst. Mit einem Klick auf den Button "Rückgängig machen" kehren Sie zum zuvor genutzten Design zurück.

Sie wollen Chrome wieder mit dem Standard-Design nutzen? Dann rufen Sie die Browser-Einstellungen auf. Wählen Sie in der linken Seitenleiste den Eintrag "Darstellung". Unter Designs wird der Name des aktuell aktiven Designs angezeigt. Mit einem Klick auf das Icon daneben erhalten Sie eine Übersicht von Alternativen. Und nach einem Klick auf den Button "Auf Standardeinstellungen zurücksetzen" kehren Sie wieder zum Standard-Design von Google Chrome zurück.

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