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Morgenmagazin vom Mittwoch, 14. März 2018

14.03.2018 | 06:53 Uhr |

Kryptominer aus dem Mac App Store entfernt +++ WWDC startet am 4. Juni in San Jose +++ YouTube mit Wikipedia gegen Verschwörungstheorien +++ Galaxy S9: Durchwachsene Verkaufszahlen in Südkorea +++ Firefox 59: Mozilla verbessert Datenschutz +++ Brandgefahr: Amazon ruft Basics-Powerbanks zurück

14. März: Eine runde Sache

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Heute geht es rund, sieht man sich das Datum im US-Format an. Da steht der 14. März als 3/14 im Kalender und uns als mathematisch Interessierte fällt dabei sofort der Beginn der Kreiszahl π ein: 3,14. Natürlich folgen danach noch ein paar Stellen, um genau zu sein: unendlich viele. Für die Feier des Tages sollte das aber genügen. Schon im Altertum war bekannt, dass das Verhältnis eines jeden Kreisumfangs zu seinem Durchmesser die gleiche Zahl ergibt, es vergingen Jahrhunderte mit dem missglückten Versuch, eine rationale Formel für Pi zu finden und damit einer Methode näher zu kommen, den Inhalt einer Kreisfläche (r 2 π) in einem Quadrat abzubilden. Man suchte also gewissermaßen nach der Wurzel von Pi.

Zu allem Übel gibt es diese Wurzel zwar, doch ist sie nicht rational. Pi stellt unter den reellen Zahlen, also jenen, die zwar existieren, aber sich nicht durch einen Bruch ausdrücken lassen, sogar noch einen der Sonderfälle dar. Denn sie ist auch noch transzendent. Darunter versteht der Mathematiker aber etwas ganz bestimmtes, nämlich die Tatsache, dass ein Polynom der Form a 0 x 0 + a 1 x 1 +…+ a n x n   für eine transzendente Zahl x durch keinen Satz von nicht trivialen reellen Koeffizienten (a n ) zu Null werden kann. Die Gleichung a 0 + a 1 π + a 2 π 2 + … + a n π n = 0 stimmt also nur dann, wenn alle a n gleich 0 sind, selbst wenn es unendlich viele sind. So alt die Kenntnis von Pi ist, so jung dieses Wissen, die Transzendenz der Kreiszahl ist erst seit 1882 bewiesen, ihre Irrationalität erst ein gutes Jahrhundert länger.

Was fangen wir aber heute mit diesem Wissen an? Am besten machen wir uns einen Apple-Pie, also einen runden, gedeckten Apfelkuchen, dessen Umfang π mal so lang ist wie sein Durchmesser. Ein schönes Rezept zum Pi(e)-Day haben wir hier gefunden ...

Am Pi-Day hätte gewiss auch der am 14. März 1879 geborene Albert Einstein seine Freude gehabt, doch kam der Mathematiker Larry Shaw erst 1988 auf die Idee, das Datum zu feiern. Seit einem Beschluss des Kongresses im Jahr darauf ist der Pi-Day in den USA sogar ein offizieller Gedenktag. Vielleicht kann ja mal einer die Unendliche Geschichte der Transzendenz dieser Zahl verfilmen, als Regisseur für „Das Pi“ würde sich gewiss der heute 77 Jahre alt werdende Wolfgang Petersen anbieten.  In der Hauptrolle: Michael Caine, seit heute 85. Oder wenn es doch eine Komödie werden soll, Billy Crysdtal, seit heute 70. Vor einem guten Jahrzehnt hat bereits Kate Bush den Soundtrack dazu vorgelegt, auf dem Album „Aerial“ dreht sich der zweite Song um Pi, im Text zitiert Frau Bush die ersten 116 Stellen nach dem Komma, die Melodie windet sich scheinbar endlos um die Zahlenkolonne herum - genial! Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Neue Uhren: Fitbit hat mit der Versa und der Ace zwei neue Fitnessuhren vorgestellt, die zwei bisher etwas vernachlässigte Zielgruppen anspricht: Frauen und Kinder. Die Versa ähnelt in Größe und Design ein wenig der Apple Watch mit 38 mm, die jedoch keine explizite Frauenuhr ist. Die rosa Farbvariante des neuen Fitbitmodels macht auch so manchem Kunden gefallen, der Menstruationskalender der Versa spricht aber eindeutig die Kundin an. Für Kinder ist das Fitnessarmband Ace geeignet, die zudem keine Kalorien zählt, um nicht frühe Essstörungen zu befördern. In das soziale Netz von Fitbit kann sich der Nachwuchs auch nicht einloggen und seine Daten teilen, Eltern können festlegen, welche Daten die Uhr überhaupt anzeigt.

Zurückgefallen: Apple stürzt von Platz 5 auf Rang 29, einen hinter Google, das im Vorjahr noch Achter war. Was ist da passiert? Nichts Weltbewegendes, sondern lediglich eine Umfrage des Reputation Quotient von Harris Poll, die gut 25.000 Amerikaner nach dem Ansehen der sichtbarsten Marken fragt. Die Marktforschung ermittelte vom 11. Dezember bis 12. Januar. John Gerzema, CEO
 des Marktforschungunternehmens erklärt den Absturz der beiden wertvollsten Unternehmen (in Marktkapitalisierung) damit, dass weder Google noch Apple jüngst spektakuläre Produkte vorgestellt hätten. Deren Entwicklungen in Sachen künstlicher Intelligenz und selbst fahrender Autos seien für die Öffentlichkeit wenig erfassbar. An der Spitze der Liste steht zum dritten Mal in Folge Amazon, eine Marke, mit der die meisten Umfrageteilnehmer auf täglicher Basis zu tun haben dürften.

Durchgerutscht: Apple hat über den Mac App Store eine Software verbreitet, die einen Miner für die Kryptowährunge Monero enthielt. Dabei handelt es sich um eine Alternative zum Kalender von macOS, Calendar 2. Die Basisanwendung ist kostenlos, User können aber zusätzliche Funktionen gegen eine Gebühr von 18 US-Dollar freischalten oder dafür den Miner auf ihrem Rechner gewähren lassen. Laut Engadget hat sich aber mindestens ein Nutzer der App darüber beschwert, dass der Miner auch ohne seine vorherige Genehmigung die Arbeit aufgenommen habe. Apple hat die Anwendung daraufhin aus dem Mac App Store entfernt, sie verletzte die Richtlinie 2.4.2, die Programmen vorschreibt, energieeffizient zu arbeiten. Was bei Kryptominer eindeutig nicht der Fall ist. Der Entwickler Qbix bringt nun Calender 2 ohne das Miningfeature zurück in den App Store und bietet allen Kunden ein Jahr kostenlos mit allen Premium-Features. Für den Anbieter hätte sich das verteilte Berechnen von Hash-Werten lohnen können, nach eigenen Angaben nahm man damit innerhalb von drei Tagen immerhin Moneros im Wert von 2000 US-Dollar ein.

Information statt Verschwörung: YouTube will zu Videos über Verschwörungstheorien aller Art künftig Ausschnitte aus dem Online-Lexikon Wikipedia einblenden, um eine Gegenstimme zu kruden Behauptungen laut werden zu lassen. YouTube-CEO Susan Wojcicki erklärte auf der Konferenz SXSW, man werde in den nächsten Wochen damit beginnen, die Informationsstichworte auszuliefern. Konkret verweise man etwa unter Videos zu Lügengeschichten über angebliche Chemtrails und die TV-Produktion der Mondlandung auf passende Wikipedia-Artikel, bei YouTube pflege man eine Liste mit den gängigsten Verschwörungstheorien. In der letzten Zeit wurde YouTube dafür kritisiert, Extremisten eine Plattform zu geben, die Algorithmen des Dienstes würden seine Nutzer zu den extremen Inhalten geradezu pushen.

Weitere Nachrichten:

WWDC startet am 4. Juni in San Jose - Ticketverkauf beginnt

Wie Apple am Dienstag Abend bekannt gegeben hat, wird die diesjährige WWDC vom 4. Juni bis 8. Juni im McEnery Convention Center in San Jose stattfinden ( wir berichteten ). Die 29. Worldwide Developers Conference richtet sich an Entwickler und ist eines der wichtigsten Ereignisse der Apple-Plattform. Entwickler können ab sofort bis zum 22. März um 10.00 Uhr morgens über die WWDC-Website Tickets beantragen. Die 1.599 US-Dollar teuren Tickets werden dann in einem Zufallsverfahren vergeben und die Entwickler bis zum 23. März um 17.00 Uhr PDT über den Bewerbungsstatus informiert. Für Studenten gibt es außerdem 350 WWDC-Stipendien, über die ein kostenloses Ticket verfügbar ist.

Die WWDC (World Wide Developer Conference) wird Apple dazu nutzen, Entwicklern und der Öffentlichkeit erste Einblicke in die kommenden Betriebssysteme für Mac, iPhone, iPd, Apple TV und Apple Watch zu geben. Neben Neuheiten zu macOS 10.14, iOS 12, tvOS 12 und watchOS 5 sollten aber auch einige neue Produkte und Services am Tag der Eröffnung Gegenstand der Keynote sein. Denkbar wären hier wie im Vorjahr neue iPad Pro oder auch neue Macbook (Pro). Über Apples kommenden Videodienst könnte es in San Jose auch neue Informationen geben, Apple Music hatte Apple bei der Gelegenheit vor drei Jahren präsentiert.

Galaxy S9: Durchwachsene Verkaufszahlen in Südkorea

Obwohl das Galaxy S9 von Samsung erst in dieser Woche in den Handel kommt, liegen aus dem Heimatland Südkorea schon erste Verkaufszahlen vor. Diese stammen von den drei Mobilfunkprovidern des Landes, die schon vor dem Verkaufsstart mit dem Versand der Smartphones begonnen haben. Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap sei die Nachfrage 30 Prozent geringer als noch beim Galaxy S8. Am vergangenen Freitag wurden demnach 180.000 S9-Smartphones an Vorbesteller verkauft. Vor einem Jahr fiel dieser Wert beim Galaxy S8 mit 260.000 Einheiten noch deutlich höher aus. Das Interesse am Galaxy S9 sei daher wohl kleiner als erwartet.

Samsung wollte zu den Informationen nicht Stellung beziehen. Analysten gingen jedoch schon vor dem Verkaufsstart davon aus, dass das S9 nur maximal 80 Prozent der Verkaufszahlen des Vorgängers erreichen wird. Nun bleibt abzuwarten, wie das Smartphone in den anderen Märkten ankommen wird. Das neue Flaggschiff der Südkoreaner kommt in den meisten Tests gut an. Viele sehen im Galaxy S9 jedoch eher eine Evolution des Vorgängers als eine echte Innovation. Gut möglich, dass auch die Kunden in Südkorea daher lieber ihr altes Gerät behalten und auf eine neue Version mit beeindruckenderen Features warten. Dabei dürfte auch der hohe Anschaffungspreis von 849 Euro (5,8 Zoll) bzw. 949 Euro (6,2 Zoll) eine Rolle spielen.

Firefox 59: Mozilla verbessert Datenschutz

Mozilla hat Firefox 59 zum Download freigegeben. Die neueste Desktop-Version von Firefox Quantum soll den Browser nicht nur schneller machen, sondern auch Ihre Privatsphäre im privaten Surfmodus ab sofort besser schützen, wie Mozilla hier erläutert.

Firefox entfernt hierzu im Firefox Private Browsing Mode ("Neues privates Fenster") ab Firefox 59 die detaillierten Pfadinformationen aus den http-Referrern, die an Third-Parties weitergegeben werden. Damit erfahren Werbetreibende nicht mehr, von welcher Seite Sie kommen und was Sie dort eingegeben haben. Nur noch die Domänenbezeichnung wird übergeben.

In der Vergangenheit hatte sich nämlich gezeigt, dass beim Besuch zum Beispiel von Webseiten der staatlichen US-Gesundheitsbehörden über die Referrer vertrauliche Daten über den Webseitenbesucher wie beispielsweise Alter, Postleitzahl, ob Raucher oder nicht, ob schwanger oder nicht und die Höhe des Einkommens an Werbetreibende weitergegeben werden.

Zusätzlich will Mozilla einige Änderungen unter der Haube vorgenommen haben, die zu spürbar schnelleren Seiten-Ladezeiten führen sollen. Weitere Verbesserungen betreffen zum Beispiel die Screenshot-Funktion und die zur Auswahl stehenden Suchmaschinen für Firefox. Außerdem schlossen die Entwickler auch noch einige als „kritisch“ eingestufte Sicherheitslücken in Firefox.

Die neueste Version von Firefox Quantum ist für Desktop und Mobilgeräte mit iOS und Android verfügbar. Die vollständigen Release Notes können Sie hier nachlesen.

Brandgefahr: Amazon ruft Basics-Powerbanks zurück

Über die Eigenmarke Amazon Basics vertreibt der Online-Versandhändler Amazon preiswerte Produkte, beispielsweise Notebooktaschen, Kabel oder Powerbanks. Nun muss eine ganze Reihe von Geräten zurückgerufen werden. Konkret geht es um die Powerbanks mit Kapazitäten zwischen 2.000 und 16.100 mAh. Diese können laut Hersteller überhitzen und dadurch einen Brand verursachen.

Wer die Produkte „Amazon Basics Powerbank Externes Akkuladegerät, tragbar“ mit 2.000, 3.000, 10.000 oder 16.100 mAh erstanden hat, wird derzeit von Amazon per E-Mail kontaktiert. Darin wird dazu aufgefordert, die Powerbank nicht mehr zu nutzen. Sollte sie inzwischen verschenkt worden sein, sollte auch der neue Besitzer über die Brandgefahr informiert werden. Eine Rücksendung der fehlerhaften Akku-Packs ist nicht nötig. Stattdessen findet sich in der Mail ein Link zu einer Seite mit Hinweisen zur Entsorgung. Wer sich dort als Besitzer des betreffenden Geräts ausweist, soll den Kaufpreis innerhalb von zehn Tagen automatisch zurückerstattet bekommen. Alternativ kann auch der Kundenservice von Amazon kontaktiert werden. Von einer Weiterverwendung der Akkus wird hingegen dringend abgeraten. Auf Amazon sind die Powerbanks aus dem Amazon-Basics-Sortiment schon nicht mehr zu finden.

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