2402086

Morgenmagazin vom Mittwoch, 16. Januar 2019

16.01.2019 | 07:04 Uhr |

Smart Battery Case für iPhone XS, XS Max und XR: Der Buckelwal ist zurück +++ Neuer iPod Tocuh angeblich in der Mache +++ Apple verliert Berufung gegen VirnetX +++ Günstige Akku-Reparatur: Hat sie Apples Bilanz verhagelt? +++ Mannheimer Gericht weist Qualcomm-Klage gegen Apple zurück +++ USB-C Audio: Kommt die Klinke zurück? +++ Nike bringt "Zurück in die Zukunft"-Sneaker zurück +++ Datenethik: Richtlinien für selbstlernende Algorithmen gefordert

16. Januar: Katastrophen und Kleinigkeiten

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Die Wetterlage beruhigt sich wieder, Alpendörfer haben erst einmal keine weiteren Schneefälle zu befürchten. Winterwetter wie dieses ist man ja kaum noch gewohnt, die Ausrufung des Katastrophenzustandes in einigen Landkreisen war aber durchaus gerechtfertigt. Gut, dass bisher keine großen Opferzahlen zu beklagen sind und nur überschaubare Sachschäden, für die Betroffenen ist die Situation aber mit "Katastrophe" nur unzureichend beschrieben.

Eine Katastrophe bar jeder Relativierung erlebten indes heute vor 800 Jahren die Menschen, die an der Nordsee lebten. Die erste winterliche Sturmflut war die erste Marcellusflut im Jahr 1219 aber gewiss nicht in der Gegend, deren Küstenlinie vor allem die Nordsee gestaltet. Aber es ist die erste, von der es schriftliche Zeugnisse gibt, der Mönch Emo von Wittewierum berichtet im Chronicon abbatum in Werum von der fatalen Wetterlage welche die "Grote Mandränke", welche die Sturmflut auslöste. Der zunächst aus Südwest kommende, Hagel bringende Wind drehte in der Vollmondnacht des 16. Januar 2019 auf Nordwest - die Springflut drückte somit Unmengen von Wasser in das Gebiet, was später Deutsche Bucht genannt wurde und damals noch ganz anders aussah. Das heute als Binnenmeer mir raffinierten Dämmen, Deichen und Wehren von der Nordsee abgetrennte Ijsselmeer entstand erst in jener Nacht: Die Zuidersee. Bis zu 50.000 Todesopfer erforderte diese erste Marcellusflut, Katastrophenschutz wie wir ihn heute kennen, konnte es im Mittelalter nicht gegeben haben.

Die erste Marcellusflut blieb nicht die einzige, im Jahr 1362 ereignete sich vom 15. bis 17. Januar, rund um den Tag des Heiligen Marcellus eine weitere große Mandränke, die Zahl der Opfer wird in einigen Quellen mit bis zu 100.000 angegeben, was vermutlich übertrieben ist. 1362 traf es vor allem Nordfriesland stark, jede Menge Kulturland ging verloren, die ersten Halligen entstanden, jene kleinen Inseln, deren Bewohner sich schon bei normalem Hochwasser auf ihre Warften zurück ziehen. In jener Nacht versank auch das Dorf Rungholt, nahe der heutigen Insel Pellworm, das in den Jahrhunderten von Legenden zur wohlhabenden Stadt ausgeschmückt wurde.

In Kern erzählten die Rungholt-Sagen darüber, dass die Flut, die ihren Untergang bewirkte, eine Strafe für die Hochnäsigkeit ihrer wohlhabenden Bewohner war. Meteorologie war wie andere Naturwissenschaft im Mittelalter in Mitteleuropa ebenso unbekannt wie Katastrophenschutz, die scheinbar einfache Erklärung für den nassen Tod durch den blanken Hans war göttlicher Zorn.

Eine dritte Marcellusflut hat es bisher nicht gegeben, auch in diesem Jahr fällt sie aus: Vollmond ist erst am 21. Januar und das Wetter hat sich wie oben erwähnt wieder einigermaßen beruhigt, an der Nordsee lässt sich's gut schlafen. Dass die Naturgewalt der Nordsee in den kommenden Jahren, Jahrzehnte und Jahrhunderten aber weiter an der Küste fressen und deren Form völlig umgestalten wird, ist aber abzusehen. Es ist keine göttliche Strafe für menschliches Verhalten, die global steigenden Temperatur hängt jedoch mit dem Industriezeitalter zusammen und dem übermäßigen Entlassen von CO 2 und CH 4 in die Atmosphäre. Der Meeresspiegel steigt, in der Luft steckt mehr Energie, wenn Flut auf Voll- oder Neumond und Sturm aus Nordwest trifft, fallen die Schäden umso höher aus, je mehr Energie im System steckt und wie hoch das Wasser sonst schon steht. Es ist ja keine Frage, ob ein Klimawandel kommt oder nicht, sondern wie man seine Folgen abmildern und sich vor Katastrophen schützen kann. Peter Müller

Lesetipps für den Mittwoch

Das jüngste Gerücht: Die iPhones des Jahrgangs 2019 sollen USB-C bekommen, diese Spekulation kursiert schon länger. Könnte für Apple Sinn ergeben, das iPad Pro hat letzten Herbst diesen Schritt bereits unternommen, gewiss ist der Umstieg aber nicht. So sind Berichte des japanischen Blogs Macotakara, der sich auf Quellen in der Lieferkette stützt, generell mit Vorsicht zu genießen. Völlig abwegig ist das USB-C-Gerücht aber nicht. Was Macotakara aber noch erfahren haben will, klingt recht schrägt: Apple wolle in diesem Jahr den iPod Touch neu auflegen. Überfällig wäre ein solches Update angesichts des Datums des letzten durchaus: Herbst 2015. Aber hat der iPod Touch trotz seiner glorreichen Vergangenheit überhaupt noch Zukunft? Oder wenigstens etwas Gegenwart? Der iPod Touch könnte aber ein Vehikel sein, die installierte Basis noch weiter zu verbreiten und damit den potentiellen Kundenkreis für Apples Services wie Apple Music, iCloud Storage oder das kommende Apple TV. Als Medienplayer und allenfalls noch kompakte mobile Spielekonsole könnte der iPod Touch durchaus noch eine Nische finden, diese dürfte aber nicht sonderlich groß sein. Denn die Lücke zum iPhone ist einerseits nicht so groß, als dass man sich Kunden vorstellen kann, die unterwegs mit einem neu aufgelegten Nokia 3310 (oder gar nicht) telefonieren und ihre Musik und Pocasts auf dem iPod Touch hören, auf dem sie auch die neueste Folge ihrer Lieblingsserie in der Bahn zu Ende schauen, wenn es am Abend davor nicht mehr reichte. Aber Jugendliche, die Instagram nicht mehr unterwegs und WhatsApp an sich gar nicht mehr nutzen könnten, scheiden als Zielgruppe völlig aus. Uns scheint das Gerücht um einen neuen iPod Touch reichlich ungegart zu sein.

Mehr Power : Der Buckelwal ist zurück - Apple hat die einst für das iPhone 6 eingeführte Batteriehülle nun für iPhone XS, XS Max und XR herausgebracht. Obwohl in unterschiedlichen Größen erhältlich, kostet die zusätzliche Ladung für die iPhones von 2018 gleich viel, jeweils 149 Euro. Wie zuvor sind vom Smart Battery Case zwei Farben verfügbar, schwarz und weiß. Die originale Batteriehülle hatte es nur für die regulären Modelle gegeben und nicht für die Plus-Ausgaben, das hat sich nun geändert. Nur der "Buckel", also der Akku, sitzt jetzt etwas weniger mittig, was das Design weniger plump wirken lässt. Die Kapazitäten nennt Apple nicht und gibt stattdessen an, was man von der externen Batterie erwarten kann: 21 Stunden mehr Internetnutzung mit dem iPhone XS, 20 Stunden Plus mit dem iPhone XS Max und 22 Stunden Laufzeitverlängerung für das iPhone XR. Gegenüber Akkuhüllen von Drittherstellern hat Apples Lösung aber den Vorteil, dass ihr Ladungszustand im Kontrollzentrum angezeigt wird. Das Smart Battey Case ist zudem kompatibel zu Qi-Ladegeräten, iPhone und Hülle lassen sich gleichzeitig aufladen.

Geht auch anders : Drei Kameras für die Rückseiten der iPhones von 2019? Durchaus plausibel, Apple wird wieder eine attraktive Neuerung benötigen, um Neukunden zu locken und Bestandskunden zum Upgrade zu bewegen. Die bisher von Steve Hemmerstoffer in Umlauf gebrachten Renderings zeichneten sich aber durch einen derartigen Mangel an Eleganz aus, dass man kaum glauben könnte, da hätte von Apple jemand die Finger in Spiel gehabt. Aber die Notch und der Buckel des Smart Battery Cases sind ja auch nicht wirklich schön. Ein zweiter Satz von Renderings zeigt aber, dass es auch eine andere Möglichkeit gebe, drei Kameras auf der Rückseite anzuordnen, CompareRaja zeigt in seiner Arbeit die Objektive horizontal und eher mittig angeordnet. Das wirft nun wiederum die Frage auf, warum Apple wieder von der für AR-Anwendungen nützlichen Orientierung von iPhone X, XS und XS Max wieder abrücken sollte - und ohne Not dabei ein etabliertes Design ändern würde - Audio, BMW und Mercedes sind ja seit Jahrzehnten auch an der Form ihrer Heckleuchten erkennbar, wenngleich die Unterschiede ein wenig verwischen. Wie es halt so ist mit frühen Renderings: Mit der tatsächlichen Form haben die eher wenig zu tun.

Niederlage : Apple hat einen Berufungsprozess im Streit mit dem Patenttroll VirnetX verloren. Die höhere Instanz bestätigte das Urteil von 2016, nachdem Apple sich der Patentverletzung schuldig gemacht habe und 440 Millionen US-Dollar an den Halter des Patents zahlen muss. Apple kündigt an, sich an die nächst höhere Instanz zu wenden, ein anderes Gericht hatte die fraglichen Patente für ungültig erklärt, wogegen wiederum VirnetX Berufung eingelegt hat. Das in Nevada beheimatete Unternehmen hält Patente rund um VPN und andere sichere Netzwerkkommunikation.

Zusammenarbeit : Die auf Privatsphäre achtende Suchmaschine DuckDuckGo integriert Apple Maps in seine Suche. Über das MapKit JS können bei Suchen nun Treffer auf der Landkarte im entsprechenden Reiter angezeigt werden. DuckDuckGo speichert anders als etwa Google keine persönlichen Suchen und deren Ergebnisse und erstellt so keine Profile seiner Nutzer, diese Herangehensweise gleicht der von Apple. Warum Apple aber den Bruder im Geiste immer noch nicht als Standardsuchmaschine in Safari für macOS und iOS integriert hat, dürfte an den Milliarden liegen, die Google dafür alljährlich nach Cupertino überweist.

Kannitverstan : Sie haben Ihren Mac wegen eines Problems von der Rettungspartition gestartet (Command-R beim Start halten) und die Oberfläche meldet sich in einer für Sie unverständlichen Sprache? Das Problem mag eher selten sein, kann aber dann auftreten, wenn Sie einen gebrauchten Mac gekauft haben, der irgendwann in einer anderen Sprache aufgesetzt war, die sich noch in der Rettungspartition niederschlägt. Dann helfen Kenntnisse in angewandter macOS-Geometrie weiter, man muss wissen, wo die entscheidenden Menüs zu finden sind - denn die stehen unabhängig von der Sprache immer an der gleichen Stelle. Das dritte Menü von links, die "Ablage", hat als ersten Punkt immer "Sprache ändern", auch dann, wenn sie nicht einmal die Zeichen entziffern können, in denen das geschrieben ist. Im fünften Menü von Links, den "Werkzeugen" findet man das Terminal, das Programmsymbol ist neben dem Text abgebildet, ein weißes Dreieck in einem schwarzen, rechteckigen Hintergrund. Der Befehl "sudo languagesetup" bringt sie zur gewünschten Funktion, Terminal ist immer in englisch. Wenn Sie irgendwo auf dem Bildschirm eine Fahne sehen - das Tastaturmenü - klicken Sie diese an und wechseln zu einer eines Landes, dessen Sprache sie verstehen. Eine Methode bleibt immer noch, der Neustart mit der gedrückten Tastenkombi Command-Shift-R: In diesem Fall startet der Mac auch von der Rettungspartition, lädt aber das System dabei gleich neu.

Günstige Akku-Reparatur: Hat sie Apples Bilanz verhagelt?

Für die schlechten Geschäftszahlen im letzten Quartal lieferte Apple bereits viele Erklärungen : Die schlechte Konjunktur in China, die sich auch auf die Absätze des teuren iPhones auswirken soll der Hauptgrund gewesen sein. Dann gibt es noch den den so genannten „S-Effekt“, den Apple nicht nennt, aber viele Experten für eine der Ursachen halten: Schon öfter litten iPhone-Modelle mit S-Namen, die einem komplett neuen Modell wie dem iPhone 6 oder iPhone X folgten, unter schwachen Verkaufszahlen. Schon das iPhone 6S enttäuschte gegenüber dem erfolgreichen iPhone 6. So bietet auch das iPhone XS für einen Besitzer eines iPhone X wenig Gründe zum Upgrade. Das führte wohl alles zu sinkenden Umsätzen.

Trotzdem bleiben einige Fragen offen: Apple hatte seinen Aktionären noch im November 2018 einen Umsatz zwischen 89 und 93 Milliarden versprochen – mit 84 Milliarden blieben die Umsätze aber knapp 5 Milliarden Dollar unter Apples eigenen Erwartungen. Apple bleibt natürlich mit 84 Milliarden Umsatz steinreich, trotzdem scheint Apple sich um einen Betrag von fünf bis acht Milliarden verrechnet zu haben – was einem CEO wie Tim Cook eigentlich nicht passieren sollte. Die Probleme mit der chinesischen Wirtschaft waren ja kein Geheimnis.

Die Lösung für diese Fehleinschätzung könnte simpel sein: Laut Cook soll nämlich die im letzten Jahr laufende Akku-Tauschaktion ebenfalls Kaufzurückhaltung ausgelöst haben. Das klingt etwas weit hergeholt, auch ein Apple-Kenner wie Jean-Louis Gassé wollte dies anfangs kaum glauben. Laut internen Zahlen von John Gruber lagen die Zahlen der Upgrade-Aktionen aber überraschend hoch und über allen Erwartungen von Apple. Wie Tim Cook bei einem internen Apple-Meeting erklärte, hatte Apple mit ein bis zwei Millionen Akku-Upgrades gerechnet, insgesamt aber wurden 11 Millionen Akkus zum Sonderpreis von 29 Dollar verbaut. Wie Gruber vermutet, hat sich dies dann bei Einführung der neuen Modelle iPhone XR und XS ausgewirkt, ein Effekt, den Apple völlig unterschätzte: Einige Millionen an iPhone-Besitzern, die vor einer Kaufentscheidung standen, waren dank neuer Akkus völlig zufrieden mit der Performance ihres alten Modells und verschoben den Neukauf. Nachvollziehbar: Kurz nach der „Überholung“ seines vertrauten und dank Akku taufrischen iPhone 7 oder iPhone 8 Plus ist man einfach weniger zum Neukauf bereit.

Unsere Meinung:

Die große Anzahl der Akku-Upgrades hat Apple wohl wirklich überrascht und die Auswirkungen auf die Verkäufe wollte man vermutlich nicht wahrhaben. Er war aber wohl groß: Hätte nur ein Drittel der elf Millionen Akku-Upgrader ein iPhone XS gekauft, hätten sich Apple Umsätze um fast vier Milliarden Dollar erhöht – und Apple seine Umsatzerwartungen nicht verfehlt.

Einen ähnlichen Effekt hatte vermutlich das 2018 eingeführte iOS 12, das manch altem iPhone plötzlich wieder zu zeitgemäßer Performance verhalf.

Die schlechten Verkaufszahlen in China kann dies zwar nicht entschuldigen, zumindest die peinliche Fehlkalkulation von Apple aber erklären. Zumindest kann sich Apple damit trösten, dass das Akku-Upgrade Apple bei seinen Nutzern viele Bonuspunkte brachte – langfristig also gut für das Ökosystem Apple ist. Tim Cook hat ja immer wieder betont, Kundenzufriedenheit sei für ihn weit wichtiger als hohe Aktienkurse. Ein Trost für Cupertino: Der „Akku-Effekt“ hat ja vermutlich nur eine aufschiebende Wirkung: 2019 wird das Programm nicht mehr die Verkaufszahlen schädigen und die zahllosen Nutzer eines iPhone 6S und iPhone SE werden langsam ein neues iPhone benötigen. Und leider wird wohl auch iOS 13 weit höhere Hardwareanforderungen stellen als iOS 12. Schließlich unterstützt iOS 12 noch die Geräte mit dem A7-Chip aus dem Jahr 2013: iPhone 5S und iPad Mini 2.

Mannheimer Gericht weist Qualcomm-Klage gegen Apple zurück

Das Landgericht München I hatte vor Weihnachten ein Verkaufsverbot verhängt, das seit letzter Woche in Kraft ist, in Kalifornien verhandelt ein Gericht über eine von Apple und der FTC eingereichten Kartellklage, aber einen dritten Gerichtsschauplatz wird es erst einmal nicht geben. Das Landgericht Mannheim hat in einer mündlichen Verhandlung eine Klage Qualcomms gegen Apple wegen Patentverletzungen als unbegründet zurück gewiesen . Das fragliche Patent sei von den in Apples Produkten verbauten Technologien nicht verletzt.

"Wir freuen uns über die Entscheidung und danken dem Gericht für seine Zeit und Sorgfalt", heißt es in einer Stellungnahme des iPhone-Herstellers. Man bedaure zudem, dass Qualcomm die Gerichte [in Mannheim und München, Anm. d. Red.] missbrauche, um von seinem illegalen Vorgehen abzulenken, das Gegenstand zahlreicher Prozesse weltweit sei – damit ist der Vorwurf der Wettbewerbsbehinderung gemeint, den Apple neben der US-Handelsbehörde FTC vor Gericht gebracht hatte.

Qualcomm will nicht klein beigeben und hat Berufung angekündigt, Apple habe eine "Geschichte der Verletzung unserer Patente", wie Qualcomms Rechtsvorstand Don Rosenberg beklagt.

Apple verkauft bis zu einer Entscheidung in der Berufungsverhandlung in München weiterhin keine iPhones der Generationen 7 und 8, die vom Urteil betroffenen Geräte sind aber weiterhin über Provider und Handelspartner erhältlich, Gravis verkauft etwa nach wie vor iPhone 7, 7 Plus, 8 und 8 Plus. Das iPhone X, das Qualcomm ebenso verbieten ließ, verkauft Apple schon seit letzten September nicht mehr, die Nachfolgemodelle iPhone XS, XS Max und XR waren nicht Gegenstand der Klage.

USB-C Audio: Kommt die Klinke zurück?

Als Apple sich beim iPhone gegen den analogen 3,5-mm-Klinke-Anschluss entschied, war das Entsetzen einiger Kunden groß. Wenig später fiel die Buchse auch bei vielen Android-Smartphones weg. Stattdessen sollten Kopfhörer entweder kabellos oder mit USB-C-Anschluss bzw. einem Adapter betrieben werden. Auf der diesjährigen Consumer Electronic Show deutet sich jedoch ein Revival der Klinken-Buchse bei Smartphones an. Auf der Messe wurden fast keine USB-C-Kopfhörer oder Headsets vorgestellt. 

Warum USB-C Audio nicht den gewünschten Erfolg hat, bleibt offen. Der für den Transport von Audiosignalen von der USB-Buchse zum Smartphone nötige Audio Accessory Mode wird nicht von allen Smartphones unterstützt. Auch die oft mitgelieferten Adapter von Klinke auf USB-C sorgten bei einigen Anwendern für Probleme. Allein ein passender Stecker garantiert noch keinen problemlosen Betrieb. Teilweise funktionieren die Start/Stop-Tasten nicht oder das Mikrofon eines Headsets lässt sich nicht verwenden. Dass die Preise für USB-C-Kopfhörer meist höher ausfallen als bei klassischen Kopfhörern mit Klinkenstecker, führt ebenfalls zu einer niedrigen Akzeptanz der neuen Anschlüsse. Angeblich sollen Huawei und Sony daher darüber nachdenken, wieder mehr Smartphones mit dem beliebten Klinken-Anschluss in den Handel zu bringen. Der Klassiker könnte damit noch eine zweite Chance erhalten.

Nike bringt "Zurück in die Zukunft"-Sneaker zurück

Die selbstschnürenden Turnschuhe aus dem Film "Zurück in die Zukunft II" sind längst Kult geworden. Schon 2016 versuchte sich der Hersteller Nike an einem ähnlichen Konzept. Die neuen Nike Mag waren jedoch schnell vergriffen und mit 700 US-Dollar entsprechend teuer. Nun plant Nike eine Neuauflage der HyperAdapt-Sneaker, die mit 350 US-Dollar für eingefleischte Fans auch erschwinglich sein soll. Schon im Frühjahr sollen die selbstbindenden Sneaker auf den Markt kommen. 

Bislang hat Nike nur ein Teaser-Video veröffentlicht, in dem die Schuhe gar nicht zu sehen sind. Im Fokus des Clips stehen NBA-Basketball-Stars, die von den Schuhen begeistert sind. Das Video deutet zudem darauf hin, dass die Schuhe per Smartphone-App gesteuert werden können. Nach Angaben des Nike-Designers Mark Parker soll die Entwicklung des Schuhs knapp 30 Jahre in Anspruch genommen haben, die Investitionen seien entsprechend hoch gewesen sein. Besonders herausfordernd sei die Integration sehr kleiner Motoren zusammen mit einer passenden Energiequelle gewesen. Auch der Konkurrent Puma hat Ende 2018 einen smarten Sneaker angekündigt . Dabei handelt es sich um eine Neuauflage eines Modells aus dem Jahr 1986 mit LEDs, USB-Anschluss, Bluetooth und Bewegungssensoren. Die gesammelten Daten des Turnschuhs sollen sich per Smartphone auslesen lassen.

 

Datenethik: Richtlinien für selbstlernende Algorithmen gefordert

Ethische Grundsätze stehen bei der Entwicklung von Apps, Programmen und Algorithmen eher im Hintergrund. Dabei haben Entwickler mit ihren Werken schon jetzt großen Einfluss darauf, wer einen Kredit erhält oder ins Visier der Polizei gerät. Grundlage hierfür sind selbstlernende Algorithmen, die aus Datenmassen auf künftige Ereignisse schließen. Die große Verantwortung ist nur wenigen Entwicklern bewusst. Dies will das zur Bertelsmann Stiftung gehörende iRightsLab mit einem Ethik-Kodex ändern. Noch ist der Kodex jedoch nicht komplett, bis zum 21. Dezember können Interessierte ihre Meinung zu den Grundsätzen kundtun. 

Im Rahmen des Projekts #algorules soll ein Katalog an Kriterien entstehen, an dem sich auch die ehemalige FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Stefan Ullrich von der Gesellschaft für Informatik beteiligen. Der erste Punkt des Ethik-Kodex betrifft daher auch die Kompetenz über die Funktionsweisen und Wirkungen von Algorithmen. Punkt 2 sieht hingegen eine Person vor, die für die Arbeiten des Systems verantwortlich ist. Im dritten Punkt wird eine Nachvollziehbarkeit der Ziele und Wirkungen eines Algorithmus gefordert. Punkt 4, 5 und 6 drehen sich um Sicherheit, Transparenz und Beherrschbarkeit eines solchen Algorithmus. Im vorletzten Punkt wird hingegen eine regelmäßige Überprüfung des Systems gefordert und der letzte Punkt soll sicherstellen, dass die vom Algorithmus getroffenen Entscheidungen nie unumkehrbar sein dürfen. In einer Online-Umfrage können sich Interessierte an der Entwicklung des Ethik-Kodex beteiligen und ihr Feedback zu den bislang getroffenen Punkten abgeben. 

 

2402086